Meinung
Kommentar: Ist der Wertewesten am Scheideweg?

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel Die Krise der europäischen Werteordnung und Stabilität wird nirgendwo so deutlich wie in der spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika. Spanische Soldaten prügeln und stoßen Flüchtlinge zurück ins Meer, während ein Bild die Runde macht, in der ein Beamter der Küstenwache ein Flüchtlingsbaby vor dem Ertrinken rettet. Die Krise in Ceuta, die sich zwischen Marokko und Spanien abspielt, ist nur eines von vielen, die sich seit geraumer Zeit wie Perlen an der Schnur aufstauen. Europa, der Westen an sich, steht vor einem Scheideweg, weil das politische Handeln in den vergangenen Jahrzehnten protektionistisch, von nationalen Interessen und weniger durch Multilateralismus geprägt war. Was sich jetzt in Ceuta vor den Augen der Weltöffentlichkeit abspielt, ist aber nur eines von vielen und hatte sich angekündigt: Griechenland setzt seit Jahren Flüchtlinge in Schlauchboote und treibt sie in die Ägäis zurück oder konzentriert sie auf Inseln und lässt sie verwahrlosen. Bürgerwehren in Ungarn suchen gezielt nach Flüchtlingen an der Grenze, um sie hinauszutreiben. An der serbisch-kroatischen Grenze werden Flüchtlinge von kroatischen Grenzbeamten zurück geprügelt. Italien lässt seit Jahren im weiten Mittelmeer die Schlauchboote versinken, während sie Rettungsschiffe von internationalen Hilfsorganisationen in Häfen festhält. Vor Monaten gab die Türkei den Flüchtlingen das Signal, die europäische Außengrenze bei Griechenland zu passieren. Die Weltöffentlichkeit wurde Zeuge, wie Flüchtlinge zurückgedrängt, mit Gewalt zurückgetrieben wurden, obwohl mit der Türkei mit dem EU-Türkei-Flüchtlingsdeal auch ein Rücknahmeabkommen geschlossen wurde. Bis heute funktioniert der EU-Türkei-Flüchtlingsdeal jedoch nicht zu Gänze. Nicht weil die Türkei sie nicht umsetzt, sondern weil ausgerechnet die europäischen Wertenormen dem entgegenstehen und weil die versprochenen EU-Hilfsgelder nie pünktlich flossen. Das Groteske daran ist, dass die Türkei in allen Belangen von Europa getadelt wird, die Europäer aber auf die Türkei in Zusammenhang mit den Flüchtlingen angewiesen sind, dass der Deal weiterhin gilt umgesetzt wird. Offenbar hat die EU ein doppeltes Gesicht: Innenpolitisch zeigt sie gegenüber der Türkei Zähne, während es außenpolitisch auf die Türkei angewiesen ist, dass diese die Flüchtlinge zurückhält. Eine Art Win-Win-Situation also? Nun prügelt die EU diese Werte in Ceuta nieder, weil es inzwischen von existenzieller Bedeutung ist. Und weil man das der eigenen europäischen Bevölkerung schlecht oder gar nicht vermitteln kann, weshalb man in Ceuta so vorgeht wie man vorgeht, wird Marokko bald den Status eines Schurkenstaats von der Türkei übernehmen, die vor Monaten dasselbe durchgezogen hat, um die Europäer anteiligt an der Flüchtlingskrise zur Verantwortung zu ziehen. Um was geht es da eigentlich, das ist doch die interessantere Frage! Es geht schlichtweg um die eigene Existenz, um die Sicherung des Wohlstands, um die Zukunft Europas. Mit Abermillionen Flüchtlingen, die vor den Außengrenzen lauern, kann die Zukunft nicht gestaltet, der Wohlstand nicht gesichert werden. Mit Ländern, die immer unabhängiger werden, kann die Zukunft ebenfalls nicht gestaltet, nicht für Stabilität gesorgt, der Wohlstand nicht gesichert werden. Abhängigkeit von anderen bedeutet eben auch Erpressbarkeit und damit Verlust der Kontrolle über sie. Kontrollverlust bedeutet aber z.B. auch Rezession, Inflation oder Politikverdrossenheit in der EU. Das kann unangenehme gefährliche politische wie gesellschaftliche Folgen nach sich ziehen. Die Stimmung in Europa kann kippen, politische Ordnungen können aus den Fugen geraten. Ja sogar die anstehende Wahl kann dadurch beeinflusst werden, was man kurz vor dem EU-Türkei-Deal in Deutschland oder Österreich erleben konnte. Das gilt es zu verhindern, mit aller Macht. Das macht sich gerade in Ceuta bemerkbar. Inzwischen ist die EU erpressbar geworden, gerade weil sie nicht willens war, die Flüchtlinge zum Teil aufzunehmen und die Länder, die bislang die Hauptlast getragen haben, zu entschädigen und ihnen Freiräume einzuräumen. Vor allem hat Europa, hat Deutschland in der geopolitischen Gemengelage keine Verantwortung übernommen. Das erklärt auch, weshalb Marokko jetzt auch stoßweise Flüchtlinge vom Stapel lässt, weshalb die Türkei die Flüchtlinge unkontrolliert ziehen ließ. Auch Marokko oder die Türkei haben ihre ureigenen Interessen, die sie zu verteidigen wissen. Sie sind unmittelbar mit den Krisen konfrontiert, die der Westen ihnen vor dem Vorgarten mit eingebrockt hat. Vor allem die Türkei hat seit dem Aufstand gegen die Diktatur Assads mit den Folgen zu kämpfen, die der Westen mitzuverantworten hat. Es wurde einer der blutigsten und verheerendsten Konflikte der Gegenwart. Was nach Freiheit, Demokratie und Wohlstand strebender Aufstand begann, hat sich zu einer permanenten Krise aus Gewalt, Zerstörung und Vertreibung entwickelt. 6,6 Millionen Menschen sind vor Verfolgung, Terror und Bombardierungen außer Landes geflohen, innerhalb Syriens sind immer noch über sechs Millionen Menschen vertrieben. Allein die Türkei nahm 3,5 Millionen Syrer auf – die unzähligen Flüchtlinge aus Afghanistan, Jemen oder dem Irak und Iran nicht mit eingerechnet. Und was tat Europa? Sie seilte sich spätestens nach 2014 sprichwörtlich ab und überließ das Minenfeld Syrien der Türkei und irgendwann auch Russland zurück. Seither kämpfen alle Parteien um ihre eigenen Interessen, aufgrund des zurückgelassenen Vakuums. Hatte Deutschland keine Interessen in Syrien? Selbstverständlich, die Staatsräson Deutschlands ließ es auch dann nicht zu, dass die anderen den Kuchen unter sich aufteilen. Die Staatsräson erlaubte z.B. der AfD, sich mit Assad zu treffen, sich mit ihm abzulichten, Kontakte zu knüpfen und die Zukunftsperspektiven auszuloten. Die AfD übernahm damit zwar eine zwielichtige, amoralische Rolle ein, aber wenn es um das Staatswohl geht, übernimmt irgend eine Partei oder irgend ein namhaftes Parteimitglied (Schröder mit Putin, VW mit Peking) stets die Rolle des Vermittlers ein, auch wenn es dem eigenen Image schadet. Dieses Image ist doch spätestens dann rehabilitiert, wenn Deutschland in naher Zukunft davon profitieren kann, gerade weil sie nicht alle Brücken niedergerissen hat. In Zusammenhang mit der Türkei kollidierten die Interessen mit Ankara. Spätestens mit den Gezi-Protesten im Jahre 2013 war deutlich wahrzunehmen, wie Berlin zu Ankara steht. Seither stehen sich Berlin und Ankara zwar nicht spinne Feind gegenüber, doch mit der derzeitigen Erdogan-Regierung kann Berlin offensichtlich ihre Interessen nicht durchsetzen. Deshalb sucht Berlin auch die Nähe zur türkischen Opposition, wie die AfD die Rolle übernahm, die Kontakte zu Damaskus warm zu halten – für die Zeit danach, wie auch immer sie auch ausfällt! Berlin hat seit 2013 gegen die Regierung in Ankara alle möglichen Joker ausgespielt: Die Armenier-Frage, die EU-Beitrittsgespräche, die deutsch-türkischen religiösen Verbände, und jetzt gegenwärtig die „Grauen Wölfe“, die mit dem türkischen Koalitionspartner der AKP – der MHP – in Zusammenhang gebracht werden. Die Androhung Berlins, die „Graue Wölfe“ verbieten zu wollen, die Androhung des EU-Parlaments, die „Grauen Wölfe“ in die Terrorliste aufnehmen zu wollen sind starke Indizien dessen, was Berlin seit 2013 beabsichtigt. Spätestens mit der Einsetzung von Martin Erdmann als deutschen Botschafter in Ankara im August 2015 war klar, was Berlin um jeden Preis zu erreichen versucht: den Sturz, zumindest die Abwahl des türkischen Staatspräsidenten Erdogan samt AKP beschleunigen, zu unterstützen. Erdmann wurde im Juli 2020 unverrichteter Dinge wieder abgezogen. Erdogan ist aber bis heute im Amt und es sieht nicht so aus, als ob die AKP in der nächsten Zeit vor 2023 Neuwahlen anberaumt. Das ist für Berlin offensichtlich kein Grund, den Druck auf Ankara aufrechtzuerhalten oder zu verstärken, denn Ankara bietet ungewohnt Paroli. So tanzt Berlin zwischen Ankara und Athen, tritt auf der einen Seite als Vermittler auf, während es in Europa vorgibt, Zähne zu zeigen und damit Athen darin zu bestätigen, was sie seit ihrer Rückbesinnung auf den Hellenismus schon immer vorgehabt hat: Die Türkei in einem Korsett einzuengen und ihre eigenen Interessen durchzusetzen. Entsprechend hilfsbereit unterstützt Berlin nun auch Eriwan, um der „Erdoganischen“ Türkei an den Karren zu fahren. Das Interesse an Armenien ist aber nur Mittel zum Zweck, oder was hätte Armenien außer dem hervorragenden Cognac anzubieten? Nichts! Armenien kostet sogar Geld, um sie gegen die Türkei zu motivieren, zu mobilisieren. Und Putin steht ebenfalls im Weg und vertritt die Interessen Russlands in Eriwan. Eine vertrackte Situation… Für Deutschland, für Europa brechen harte Zeiten an. Und das nur, weil man jahrzehntelang darauf vertraut hat, dass die unter Kontrolle gehaltenen Länder den eigenen Wohlstand sichern, für Stabilität sorgen, Sicherheit bieten. Man hat nicht bedacht, dass die Zöglinge aus sich heraus und ihren eigenen Weg gehen, um selbst Wohlstand und Sicherheit zu erlangen. So baut Europa nun merklich ihre eigenen Werte ab, vor aller Weltöffentlichkeit, die sie Jahrzehntelang mühsam aufgebaut hat. Die einzelnen EU-Mitgliedsstaaten rüsten sich gegen die aufkeimende Politikverdrossenheit, in der sie sich selbst hineinmanövriert haben und in dem sie jetzt Gesetze verabschieden, die Minderheiten als Sündenböcke dessen stehen lassen.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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Eine neue Phase der Beziehungen zwischen der Türkei und dem Irak wird beginnen, sagte Nechirvan Barzani, neu gewählter Präsident der kurdischen Regionalregierung (KRG) des Irak am Samstag.

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Kampf gegen den Terror
Hintergründe zur Ausschaltung des Syrien-Chefs der PKK

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Von Kemal Bölge Vor einigen Tagen meldete der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan die Liquidierung eines ranghohen Anführers der Terrororganisation PKK durch die türkische Armee im Nordirak. Jetzt sind einige Details der Anti-Terror-Operation bekannt geworden, bei dem der Syrien-Chef der Terrororganisation PKK/YPG getötet wurde. Der türkische Nachrichtendienst MIT arbeitete demnach seit etwa zwei Jahren an der Aufspürung von Nurettin Sofi alias Nurettin Halef El Muhammed, gegen den ein internationaler Haftbefehl vorgelegen haben soll. Terrorismus-Experten und Ermittler stuften El Muhammed als „einflussreichen Funktionär“ innerhalb der PKK ein, der für viele Terroranschläge und Aktivitäten von 2015-2020 der PKK/YPG in Syrien als Organisator galt. Wie kam der türkische Geheimdienst El Mohammed auf die Spur? Die türkischen Streitkräfte führten in Syrien 2019 die Militäroperation „Friedensquelle“ durch und nach der Intervention setzte sich El Muhammed in den Nordirak ab. Dieser Umstand blieb auch dem türkischen Nachrichtendienst nicht verborgen. Für dessen Ergreifung wurde eigens ein Sonderermittler-Team gebildet. Die Beamten verfolgten seine Spur, jedes noch so kleine Detail wurde ausgewertet und analysiert. Die Familie des Terroristen war ebenfalls ins Visier der Ermittlungen geraten, bis es dem türkischen Geheimdienst gelang, El Muhammad in Gara/Nordirak aufzuspüren. Der gesuchte Terrorist versteckte sich in einer Höhle Das Sonderermittler-Team nahm Kontakt zu Kräften vor Ort auf und damit begann die Operation zur Ausschaltung des PKK/YPG Anführers. Der Terrorist versteckte sich in den nordirakischen Bergen in einer Höhle. Die Beamten wollten sichergehen, dass es sich bei der Identität zweifelsfrei um den gesuchten El Muhammed handelt. Nachdem lokale Kräfte die nachrichtendienstliche Erkenntnis bestätigt hatten, wurde das Versteck mit einem Laser markiert und durch den Einsatz eines F-16 Kampfflugzeuges neutralisiert.

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Die kurdische Mutter Maide T., die seit März 2020 für ihre verschwundene Tochter vor dem Bundeskanzleramt in Berlin steht und die Bundesregierung, Medien und die Öffentlichkeit auf ihr Schicksal aufmerksam machen möchte, erhielt für ihren Einsatz eine Auszeichnung.

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Rüstung
Türkische Drohne TB2 Bayraktar: Polnischer Verteidigungsminister Błaszczak kündigt „gute Nachrichten“ an

Warschau – Nach zahlreichen Ländern wie die Ukraine, Katar, Aserbaidschan und Libyen, scheint auch EU-Mitglied Polen sehr bald in den Besitz der erfolgreichen türkischen Kampfdrohne TB2-Bayraktar zu kommen. „Bald gibt es gute Nachrichten … bleiben Sie dran!“, sagte der polnische Verteidigungsminister Mariusz Błaszczak in einem Tweet am Mittwoch und teilte ein Foto der türkischen Drohne ohne weitere Details zu verraten. Polen und die Türkei pflegen seit Jahren gute Beziehungen. Warschau gehört zu den Ländern in der EU, die einen Beitritt der Türkei unterstützen.  Der türkische Minister für Industrie und Technologie, Mustafa Varank, sagte am Mittwoch, dass die türkischen Drohnen „bereit  für den europäischen Markt“  seien. „Sehr bald werden wir die Bayraktar- und Anka-Drohnen aus der Türkei am europäischen Himmel fliegen sehen“, so Varank bei einem Treffen der Verteidigungsindustrie, die von der Industriekammer Istanbul und dem SAHA Istanbul Defense and Aerospace Cluster organisiert wurden. Europäische Länder, darunter Albanien, Weißrussland, Großbritannien, Bulgarien, die Tschechische Republik, Ungarn und Polen, mit denen die Türkei gute Verteidigungsbeziehungen pflegt, sollen zu denen gehören, die möglicherweise die Kampfdrohnen beschaffen könnten, berichtet die englischsprachige Daily Sabah weiter. 

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– Ukraine – Ukrainischer Verteidigungsminister: Türkische Kampfdrohnen gehören zu den besten der Welt

Im Vorfeld eines Treffens zwischen den Außen- und Verteidigungsministern der Ukraine und der Türkei, in der Hauptstadt Kiew, sagte Andriy Taran, dass türkische Kampfdrohnen zu den besten der Welt gehören.

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Türkei
Türkische Juden: Es ist unfair, Präsident Erdogan zu unterstellen, er sei antisemitisch

Istanbul – Die Juden der Türkei haben die Äußerungen der US-Regierung, in der sie dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan Antisemitismus vorwerfen, scharf verurteilt. „Während die Tragödien in der Region zutiefst traurig sind – und der weltweite Anstieg des Antisemitismus inakzeptabel – ist es unfair und verwerflich, Präsident Erdogan zu unterstellen, er sei antisemitisch. Im Gegenteil, er hat sich uns gegenüber immer konstruktiv, unterstützend und ermutigend verhalten“, so eine Stellungnahme der jüdischen Gemeinschaft der Türkei am Mittwoch. Die US-Regierung hatte Äußerungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan über die israelischen Luftangriffe im Gazastreifen als „antisemitisch“ kritisiert. „Die Vereinigten Staaten verurteilen die jüngsten antisemitischen Äußerungen von Präsident Erdogan über das jüdische Volk aufs Schärfste und finden sie verwerflich. Wir fordern Präsident Erdogan und andere türkische Politiker auf, von aufwieglerischen Äußerungen Abstand zu nehmen, die zu weiterer Gewalt anstiften könnten. Wir rufen die Türkei auf, sich den Vereinigten Staaten anzuschließen, um den Konflikt zu beenden. Antisemitische Äußerungen haben nirgendwo einen Platz“, erklärte der Sprecher des Außenministeriums in Washington, Ned Price, am Dienstag. Der türkische Staatschef hatte Israel des „Terrorismus gegen die Palästinenser“ beschuldigt und sagte kürzlich: „Es liegt in ihrer Natur.“ „Sie sind Mörder, bis zu dem Punkt, dass sie Kinder töten, die fünf oder sechs Jahre alt sind. Sie sind Mörder, bis zu dem Punkt, dass sie Frauen auf dem Boden in den Tod schleifen und sie sind Mörder, bis zu dem Punkt, dass sie alte Menschen töten… Sie sind nur zufrieden, indem sie ihr Blut saugen,“ so Erdogan. Er meldete sich am Mittwoch erneut zu Wort, verteidigte seine Kommentare und gelobte, „in höchster Lautstärke zu rufen, wo immer wir Grausamkeit sehen“. „Wenn ein Preis zu zahlen ist, um… für die Unschuldigen zu sprechen, werden wir nie zögern, ihn zu zahlen,“ sagte er in einer Fernsehansprache.

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Griechenland
Westthrakien: Schulratswahlen der türkischen Minderheit am 22. Mai

Von Kemal Bölge Die immer wieder verschobenen Schulratswahlen der türkischen Minderheit im griechischen Westthrakien, sollen am 22. Mai stattfinden. Aufgrund der Pandemie wurden die Wahlen von den Behörden insgesamt acht Mal verschoben. Die Eltern der Schüler an 69 Schulen der türkischen Minderheit in Westthrakien sind am kommenden Samstag aufgerufen, neue Schulräte zu wählen. Wie der Präsident der Schulräte-Union Westthrakiens, Ercan Ahmet, mitteilte, habe er diesbezüglich ein Gespräch mit dem Bildungsdirektor für die Provinz, Konstantin Bandikos, geführt und darin sei der 22. Mai 2021 als Datum für die Schulratswahlen fixiert worden. Präsident der Schulräte-Union Ercan Ahmet: Am Samstag wird es keine großen Menschenansammlungen geben Ercan Ahmet erklärte: „Man hat sich für einen schulfreien Tag entschieden, an dem kein regulärer Unterricht stattfindet und die Wahlen durchgeführt werden können. Da die Schülerinnen und Schüler an diesem Tag nicht in der Schule sind, wird es keine großen Menschenansammlungen geben. Diese Entscheidung haben wir seit Langem erwartet. Herr Bandikos hatte erklärt, dass der offizielle Beschluss den Schulen am Montag übermittelt wird.“ Ahmet wünschte den Minderheitenschulen alles Gute und appellierte an die Eltern der Schüler, am 22. Mai an die Wahlurnen zu gehen, um die neuen Schulräte zu bestimmen. Für die bevorstehenden Wahlen wünschte der Vorsitzende der Schulräte-Union allen Kandidaten viel Erfolg. Demonstration und Dialog führte zum Erfolg Der Bildungsdirektor für Ostmakedonien und Thrakien, Bandikos, hatte im Dezember letzten Jahres die Schulratswahlen angekündigt, die jedoch wegen den Corona-Verordnungen acht Mal verschoben werden mussten. Nach der abermaligen Verschiebung der Schulratswahlen rief der Verband der Gewerkschaftsräte im April zu Demonstrationen auf. Daraufhin versammelten sich Menschen in der griechischen Stadt Komotini (Gümülcine) und Xanthi (İskece) in Westthrakien zu Kundgebungen, um gegen die wiederholte Verschiebung der Schulratswahlen zu protestieren. Nach einem Gespräch mit dem Bildungsdirektor übergaben die Organisatoren der Veranstaltung diesem eine Unterschriftenliste mit 967 Unterzeichnern.

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Stadtparlament von Nea Propontida beschließt erneute Umbettung der Gräber aus osmanischer Zeit.

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Meinung
Kommentar: Antisemitismus höher unter der deutschen Bevölkerung

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel Wenn jemand Feuer ruft und vor unseren Augen nur unweit ein Inferno stattfindet, wer hat da wohl zuerst und dringlich mehr Solidarität und Unterstützung zu erfahren? Schockierende Bilder erreichen uns seit mehr als einer Woche, erst aus Ost-Jerusalem, dann aus Israel und dem abgeriegelten Gaza-Streifen. Menschen werden vertrieben, flüchten in Schulen oder sterben, ganze Häuserblocks versinken in Schutt und Asche. Ein Hochhaus, aus dem Medienvertreter aus allen Herren Ländern berichten, wird dem Erdboden gleichgemacht. Radikalisierte Siedler jagen palästinensische Israelis, militante palästinensische Israelis jüdische Israelis. Und worüber diskutiert man in Deutschland, wenn es denn etwas über das Inferno zu diskutieren gibt? Das Hochhaus, das kurz vor der Live-geschalteten Bombardierung von Medienvertretern eiligst geräumt wurde, ist jedenfalls bislang nicht Gegenstand der politischen Debatten. Vielmehr könnte man nach dem dröhnenden Schweigen den Eindruck gewinnen, die internationalen Medienvertreter wären mitten im Inferno eigentlich Fehl am Platz. Man kann mit Fug und Recht auch behaupten, dass die vom Mainstream andersartig kolportierten „Opfer“ dieses Konflikts, die Palästinenser, uns nicht zu Nahe kommen, während die „ermordeten“ Juden in Israel uns ans Herz gehen sollen. Überhaupt nicht zur Debatte steht auch der jüngste Vorwurf gegen den deutschen Sender „Deutsche Welle“ (DW), die eine Richtlinie über die Berichterstattung zum Nahost-Konflikt an seine Redakteure, Moderatoren und Gäste darreicht, mit der das Existenzrecht Israels nicht hinterfragt werden kann. Diese Gummirichtlinie wurde von der DW just dann verteilt, nach dem ein Interview mit dem palästinensisch-amerikanischen Journalisten Ali Hasan Abunimah offenbar aus dem deutschen Ruder geriet und eiligst eingestampft wurde. Worüber Deutschland aber seit Ausbruch des Konflikts verstärkt diskutiert und dabei in Schnappatmung gerät ist, der „muslimische Antisemitismus“ in Deutschland. Und wieso? Weil rund 180 Pampersrocker vor einer Synagoge in Gelsenkirchen „Scheiß Juden“ gerufen haben. Seitdem sind alle nachfolgenden Demonstrationen zugunsten der Palästinenser per se antisemitische Veranstaltungen. Gab es aber in Gelsenkirchen dabei eine blutige Nase; ging eine Synagoge in Flammen auf; wurde jemand direkt beleidigt? Offenbar nicht! Aber in sozialen Medien, in Politik und TV- sowie Radiosendungen wird breit und tief der Eindruck erweckt, dass das derzeitige Inferno im Nahen Osten Deutschlands Straßen erreicht habe und wüte. Ein Politiker, eine Politikerin nach dem anderen fordert geschlossen die muslimischen Migranten und Deutschen auf, sich uneingeschränkt mit Israel solidarisch zu zeigen, weil man sonst das Existenzrecht Israels infrage stelle; zumindest wird es so kolportiert und PolitikerInnen mit Migrationshintergrund stehen dafür als Paradebeispiel reflexartig in Reih und Glied Spalier. Pardon, leben wir schon in einer Diktatur? (du sollst dich solidarisch zeigen oder du verlässt das Land!) Und wohin mit all den Hunderttausenden antisemitischen Biodeutschen, die noch unter dem Hintergrundrauschen des Holocaust stehen? Werden wir schon von Staatspropagandasendern (DW) berieselt, werden Akademiker von Hetzblättern (Hamas-Helga) denunziert, knüppeln Hundertschaften der Polizei auf Demonstranten ein (Berlin), weil sie den Mindestabstand nicht eingehalten haben? Offensichtlich ja! In Deutschland leben annähernd 5,5 Millionen Muslime und die stehen nicht stellvertretend auf der Seite der Hamas oder Fatah, können im Umkehrschluss nicht Israel das Existenzrecht abgesprochen haben. Wer das auch nur wage formuliert, hat ein Rad ab oder will etwas ganz bestimmtes erreichen. Es verstärkt sich der Eindruck, dass die Debatte um „muslimischen Antisemitismus“ das Herzstück der Jahrzehnte bewährten Taktik der Israel-Apologeten in Deutschland bildet. Absolut jede Debatte, in der Israels Politik kontrovers erörtert wird, wird konsequent auf die Ebene eines Metadiskurses über „muslimischen Antisemitismus“ gezogen. Ausnahmslos jede Debatte endet so, egal ob mit Politikern, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens oder Quotenmigranten, die offenbar ein Eid darauf geschworen haben, hart wie Kruppstahl zu wirken. Das sind Taschenspielertricks, mit denen eine Täter-Opfer-Umkehr eingeleitet und jeder, der nicht bis drei „auf Linie“ ist, sich erst einmal erklärend rechtfertigen muss. Das ist grotesk und lächerlich zugleich, weil die staatlich angeordnete Antisemitismuskeule nun auch selbst Bezichtigende Antisemitismusgegner aus dem Migrantenmilieu – genauer gesagt Quotenmigranten – trifft und unter ihnen für Ohnmacht und Frustration sorgt – was ich zugegebenermaßen mit Genugtuung verfolge. Fakt ist, dass in Deutschland Antisemitismus leider vorherrscht, jedoch im Promillebereich unter Muslimen in Deutschland und weitaus höher und im beängstigenden zweistelligen-prozentual-Bereich innerhalb der deutschen Gesellschaft. Das behaupten nicht die Muslime in Deutschland, das geht aus den unzähligen Antworten der Bundesregierung hervor, die auf die Fragen der Fraktionen eingehen müssen. Zahlen darüber, wie viele antisemitische Vorfälle auf wen konkret umgemünzt werden können, die lügen nicht, die sind geduldig! Daraus geht auch hervor, dass nach einem Bericht des „Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus“, Antisemitismus „durch die seit Jahren aufgeheizte Debatte über Islam, Terrorismus und Zuwanderung/Flucht begünstigt“ werde. Das bedeutet schlicht, dass diejenigen die jetzt erneut mit dem Finger fuchtelnd auf Muslime in Deutschland zeigen, Antisemitismus begünstigt, ja sogar gefördert haben. Irre nicht wahr?
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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– Meinung – Kommentar: Antisemitismus hat im islamisch-türkischen Kanon keinen Platz Die mediale Darstellung des gegenwärtigen Konflikts heizt die Stimmung mit auf und ist somit ein Teil der Ursache der gewaltsamen Demonstrationen – generell die Politisierung des Islams in Deutschland. Ohne den Einfluss des DITIB wäre die Reichweite zur Mäßigung der Demonstranten gering gewesen. Die meisten muslimischen Migranten empfinden eine Art Sippenhaft und zugleich eine bewusste Falschdarstellung des Islams für die politische Interessen des Westens.
Kommentar: Antisemitismus hat im islamisch-türkischen Kanon keinen Platz

Meinung
Kommentar: Antisemitismus hat im islamisch-türkischen Kanon keinen Platz

Die Notwendigkeit des DITIB! Ein Gastkommentar von Hakan Isik DITIB ist immer wieder ein politisches Reizwort für die deutsche Majorität ganz besonders für die Akteure aus dem Linksliberalismus. Für uns die Gewähr des sunnitischen orthodoxen Kanons, welches den anatolischen Islam der Türken abbildet. Die DITIB ist die ausländische Vertretung für die religiösen Angelegenheiten, die DITIB ist eine staatliche Organisation – Diyanet İşleri Başkanlığı ist das Ministerium hierfür in der Türkei. Während die Akteure des hiesigen politischen Systems die DITIB als den verlängerten Arm der Republik Türkei sehen respektive RTE, sehen wir Türken in Deutschland die DITIB in der ihr vorgeschrieben Rolle. Genau diese Rolle übernahm die DITIB erneut am Wochenende und hat ihr Autoritätsmonopol dokumentiert. Antisemitismus hat im islamisch-türkischen Kanon keinen Platz innerhalb der Gemeinschaft und ebenso extreme religiöse Bewegungen. Wenn also die Vertreter des medialen und politischen Systems in Deutschland die DITIB politisieren und ihre Anti-Erdoganpolitik manisch-pathologisch an den Tag legen, verkennen sie die Aufgaben und die Rolle der DITIB und warum in der jungen damaligen Republik Türkei das Ministerium gegründet worden ist. Dieses Ministerium ist der Garant gegen radikale Strömungen. Und hier liegt das gewaltige Potenzial des DITIB, weigern sich die Akteure des hiesigen politischen Systems mit der DITIB zusammenzuarbeiten, wird man die soziologischen und politischen Ursachen nicht bekämpfen können, arbeitet man hingegen mit der DITIB zusammen, ist die Möglichkeit einer friedfertigeren Bekämpfung des Antisemitismus aussichtsvoller. Während dieser Text geschrieben wird, läuft die Bundespressekonferenz zum gegenwärtigen Nahostkonflikt und zu den Demonstrationen am Wochenende. Wie die politische Kommunikation der Sprecher der Bundeskonferenz auf die muslimischen Migranten wirkt und wirken kann, ist nur ein Beispiel hierfür. Die mediale Darstellung des gegenwärtigen Konflikts heizt die Stimmung mit auf und ist somit ein Teil der Ursache der gewaltsamen Demonstrationen – generell die Politisierung des Islams in Deutschland. Ohne den Einfluss des DITIB wäre die Reichweite zur Mäßigung der Demonstranten gering gewesen. Die meisten muslimischen Migranten empfinden eine Art Sippenhaft und zugleich eine bewusste Falschdarstellung des Islams für die politische Interessen des Westens. Sie spüren aber auch, dass der große Teil in ihren friedlichen Protesten verschwiegen und politisch ausgeblendet werden. Stattdessen der Fokus ausschliesslich auf die Minderheit der radikalen Kräfte gelenkt wird. Ein sehr wichtiger Faktor ist auch, dass die muslimischen Migranten im Gegensatz zu der deutschen Mehrheit eklatante Kenntnisse aufweisen, was als Antisemitismus gilt, ist und gemeint ist! Hier zeigt sich aber auch, dass der deutsche Staat mit politischer Erwachsenenbildung versagt hat und nicht zu genüge aufgeklärt hat. Ein bloßes -die Muslime sind antisemitisch- ist keine konstruktive Ursachenbekämpfung. Die DITIB ist nun gefordert, weitaus aktiver zu werden und ihre Rolle als Vermittler und Vertreter eines friedlichen orthodoxen Sunnitentums wahrzunehmen und bewusst zu äußern. Geht das politische System auf solch ein Angebot nicht ein, wird diese Politik in Erklärungsnot kommen. Und das wollen wir alle nicht!
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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Kampf gegen den Terror
Türkische Armee tötet Syrien-Chef der PKK

Von Kemal Bölge Die türkische Armee hat nach Medienberichten bei einer Anti-Terror-Operation in Nordirak einen hochrangigen Anführer der Terrororganisation PKK getötet. Das bestätigte Präsident Recep Tayyip Erdoğan bei einer Pressekonferenz in Ankara. Nach Angaben des türkischen Präsidenten sei der türkische Geheimdienst MIT dem Anführer des sogenannten militärischen Arms der PKK/YPG für Syrien, Nurettin Halef El Muhammed, seit einiger Zeit auf den Fersen gewesen. Aus türkischen Sicherheitskreisen hieß es, dass El Muhammed zusammen mit Top-Terrorist Murat Karayılan das „Volksverteidigungszentrum“ geleitet habe und unter den Anführern des militärischen Arms der PKK/YPG als der ranghöchste gelte, der außer Gefecht gesetzt wurde. El Muhammed galt inoffiziell als Nummer 2 hinter dem ebenfalls mit internationalem Haftbefehl gesuchten PKK-Terroristen Bahoz Erdal in Syrien. PKK-Anführer war verantwortlich für blutige Terroranschläge Von 2015-2020 sei der im syrischen Kamisli geborene El Muhammed der verantwortliche Chef für Terroranschläge aus syrischem Territorium in der Türkei gewesen. Er soll außerdem  für die Ermordung von 13 türkischen Geiseln, die sich in der Hand der PKK-Terroristen in einer Höhle in Gara/Nordirak befanden und vor dessen Erstürmung durch türkische Spezialeinheiten am 13. Februar durch die Extremisten getötet wurden. Zur Liquidierung des PKK/YPG Anführers erklärte Präsident Erdoğan während der Pressekonferenz: „Dieser Terrorist ist Urheber für viele blutige Anschläge in der Türkei und ist gleichzeitig verantwortlich für Angriffe auf unsere Soldaten während der Operation Schutzschild und Olivenzweig. Darüber hinaus gehört dieser Terrorist zu jenem Personenkreis, der die Anweisung zur Tötung von 13 unschuldigen Zivilisten erteilt hat.“ Präsident Erdoğan: Bei der PKK und YPG handelt es sich um die gleiche Organisation Durch die gemeinsame Aktion des türkischen Geheimdienstes und der Streitkräfte, so Erdoğan, sei mit der Ausschaltung von „Sofi Nurettin“ wieder einmal deutlich geworden, dass es sich bei der PKK/KCK und der PYD/YPG um die gleiche Organisation handele. Die Militäraktionen im Irak und Syrien würden so lange weiter gehen, bis alle Anführer und Terroristen außer Gefecht gesetzt seien. Der türkische Präsident habe sich bei allen Mitarbeitern des Geheimdienstes und der Streitkräfte, die an der Neutralisierung des PKK-Anführers beteiligt gewesen seien, bedankt.

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– Irak – Berichte: PKK greift erneut kurdische Peschmerga-Truppen an

In der Autonomieregion um Erbil habe es erneut Zusammenstöße zwischen den kurdischen Peschmerga-Truppen und der PKK-Terrororganisation gegeben.

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Meinung
Kommentar: Judenfeindlichkeit ist in Deutschland Staatsräson

Ein Gastbeitrag von Yilmaz Bingöl Die deutsche Politik betont zwar immer wieder medienwirksam, dass Juden geschichtlich zu Deutschland gehören würden und die Unterstützung Israels Staatsräson sei, zuletzt sogar einige staatliche Einrichtungen provokativ und grundgesetzwidrig die Israel-Fahne hissten, um bei einem völkerrechtswidrigen Konflikt gegen die Palästinenser offen Partei zu ergreifen. Doch bei genauer Betrachtung fällt auf, dass antisemitischer Hass und rassistische Gewalt aus der rechtsradikalen und rechtsterroristischen Ecke gegen Juden zunehmen, eigentlich nie abgenommen haben und Deutschland auch nie konsequent zum Schutze der Juden gegen Rechtsextremismus vorgegangen ist, in Polizeibehörden und Geheimdiensten gar Judenfeindlichkeit teilweise zelebriert wird. Kurz gesagt, Deutschland ist und war schon immer ein judenfeindlicher Staat. Was laut Studien trotz hoher Zahl an Antisemiten aber nicht heißt, dass alle Deutschen judenfeindlich sind. Im Gegenteil, die Mehrheit der Bürger in Deutschland ist noch immer gegen Antisemitismus und Rassismus. Es geht vielmehr um staatliche Strukturen, politische Interessen und rechtsstaatliche Elemente. Dabei geht es Deutschland nicht um die Sühne und Wiedergutmachung seiner schrecklichen Vergangenheit, auch daran zu sehen, dass die jüdischen Opfer des Holocausts nur halbherzig entschädigt wurden und rechtsextremistische Straftäter häufig nur geringe Strafen fürchten müssen. Deutschland folgt schlicht der Interessenlage der Nato, wonach eine Stabilisierung des Nahen Ostens zum Kontrollverlust westlicher Staaten in dieser Region führen würde. Wenn man der links-liberalen israelischen Zeitung Haaretz glauben darf, sind der rechtspopulistische israelische Ministerpräsident Netanjahu und die radikale Hamas Partner, wonach auch schon Gelder genehmigt wurden, wenn es darum geht Frieden zu verhindern. Neben der Judenfeindlichkeit gibt es auch zunehmende Islamfeindlichkeit, diese früher oder später auch erneut negative Auswirkungen auf Juden in Deutschland haben wird. Denn Gestern waren es noch die Juden, Heute die Muslime, Morgen sind es wieder beide, aber auch alle Demokraten. Juden und Muslime waren schon immer die Sündenböcke, wenn etwas in der Politik und Gesellschaft aus den Bahnen geriet oder der Tiefe Staat die Menschen zu Spalten versuchte. Hierbei spielen auch die etablierten und desinformierenden Medien mit ihrer mehrheitlich negativen und einseitigen Berichterstattung eine große Rolle. So wie damals in den 20ern des vergangenen Jahrhunderts die Juden von den Medien entmenschlicht wurden und dies zum unfassbaren Holocaust führte, wiederholt sich die mediale Entmenschlichung in ähnlicher Form seit Jahren auch gegenüber Muslimen und den Türken als größte Minderheit in Deutschland. Das befördert wieder Vorurteile und Hass, wie wir es aus der Geschichte kennen. Der Antisemitismus ist also nicht erst nach Deutschland importiert worden, wie es konservative Politiker hierzulande immer wieder betonen, er war schon immer in Deutschland heimisch, wurde damals in die arabische Welt exportiert und droht nun in Deutschland erneut die Macht zu ergreifen. Seit Tagen spitzt sich die Lage im Nahen Osten zu, damit verbunden auch Wut und Hass der Muslime in Deutschland und der ganzen Welt gegen Juden. Wieder einmal werden Juden zu Sündenböcken politischer Machtspiele. Die israelische Regierung ist es, die den israelischen Staat mit dem Judentum gleichsetzt, die Religion also politisch missbraucht, um Kritik an der brutalen Besatzungsmacht Israels als antisemitisch verstummen zu lassen. Einige radikalnationalistische arabische und türkische Idioten sind es, die bei innermuslimischen Konflikten wie im Jemen, Syrien oder Libyen nie bei Demonstrationen teilnahmen und nach Gerechtigkeit und Frieden riefen. Auf Demonstrationen gegen Israel aber judenfeindliche Sprüche verlautbaren und Gewalt ausüben, ganz im Sinne des israelischen Imperialismus und ganz im Sinne der Nato. Denn je gespaltener, gewalttätiger und hasserfüllter, desto größer die Wirkung eine friedliche Zwei-Staaten-Lösung zwischen Israelis und Palästinenser zu verhindern. Gleichzeitig werden damit die Menschen in Deutschland gespalten und zu weiteren islamfeindlichen und antisemitischen Gewaltakten im Sinne des Tiefen Staates angestachelt. Wobei der Antisemitismus von Muslimen, von dem der Christen, Deutschen und Europäer zu unterscheiden ist, da dieser nicht rassistisch motiviert ist, sondern historisch bedingt auf einem politischen Fundament des Nahost-Konflikts basiert. Es liegt an allen aufrichtigen Muslimen, Juden, Christen, Atheisten und anderen, Deutschland und die Welt sicherer und lebenswerter zu machen und den Nahost-Konflikt zu befrieden. Denn die weltweite Politik hat kein Interesse auf langanhaltenden Frieden. Lassen wir uns nicht spalten von all den Medien, dem Tiefen Staat, den politischen Konservativen, Radikalen und Extremisten und leben für das Miteinander sowie den Zusammenhalt. Denn wenn wir uns alle denen entgegenstellen die hassen, ist der Frieden zwischen den Völkern greifbar nah.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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Trading-Tipps
Trading: Wir testen den Online-Broker Onvista

Onvista als Broker – der Direktvergleich

Selbst wer Onvista nicht als Broker nutzt, gehört hat er als Interessierter am Wirtschaftsgeschehen vom Anbieter mit Sicherheit. Der Grund dafür ist die enge Verzahnung der reinen Aktienbank mit dem gleichnamigen Finanz-Informationsportal, das in reger Frequenz News, Analysen und Hintergründe zu Finanzthemen veröffentlicht. Dieser Zustand ist ein Alleinstellungsmerkmal. Kunden können auf diese Weise direkt beim Trading auf die Informationen zugreifen und diese für ihre Deals nutzen. Onvista hat derzeit etwa 100.000 Kunden mit steigender Tendenz. Die meisten Kunden bewerten ihre Erfahrung mit Onvista Webtrading positiv. Berühmt ist der Anbieter für seinen Anspruch, Tradern eine große Auswahl an Handelsoptionen bei zugleich geringen Gebühren zu bieten. Zudem gehört Onvista zu den wenigen Brokern, die sich nicht explizit an Profis richten, sondern gezielt die breite Masse an Tradern ansprechen.
Die Eckdaten von Onvista
Onvista war bei seiner Gründung 1997 eine der ersten Banken, die sich auf den Onlinehandel spezialisiert hat. Hierbei wurde also die führende Rolle des Internets in einer Zeit bereits antizipiert, als es nur sehr wenige Menschen über ein Modem empfangen konnten. Das innovative Finanzinstitut ließ sich auch nicht von der Dotcom-Blase um die Jahrtausendwende entmutigen, sondern vertraute auf die nachhaltige Entwicklung des Internets und dem damit verbundenem neuen Geschäftsmodell. 2017 wurde Onvista von comdirect, einem Ableger der Commerzbank, übernommen. Der neue Inhaber beließ allerdings das bewährte Geschäftsmodell, sodass sich für die Kunden wenig änderte. Reguliert wird Onvista in Deutschland durch die BaFin und auf europäischer Ebene von MiFID. 2018 erzielte der Anbieter den zweiten Platz bei der Wahl zum Broker des Jahres und gelangte damit das zweite Mal in Folge auf das Treppchen.
Große Auswahl, geringe Gebühren
Fast schon legendär ist hinsichtlich der kundenfreundlichen Preispolitik das 5-Euro-Festpreis-Depot, dessen Gebühren nur einen Bruchteil dessen betragen, was andere Broker für ihre Dienstleistung verlangen. Zudem bietet Onvista in regelmäßigen Abständen Free-Buys-Deals, die komplett kostenfrei sind wie übrigens auch die Kontoführungsgebühr. Dafür wird ein Verwahrentgelt von 0,5 % für Einlagen auf dem Verrechnungskonto fällig. Dies gilt aber nur dann, wenn die Einlagen höher als 250.000 EUR sind. Weitere Gebühren werden durch Handelsplatz- und Börsengebühren fällig, was den dramatischen Effekt der günstigen Ordergebühren ein wenig abfedert. Gehandelt werden kann alles von Aktien, Fonds, Anleihen, Devisen, Futures, Optionen, Zertifikaten, ETCs, CFDs bis hin zu EFTs. Beeindruckend ist speziell die hohe Anzahl der angebotenen Fonds, von denen etwa 18.000 verfügbar sind. Beim Aktienhandel sind Kunden außerdem an die größten deutschen Börsen inklusive bedeutende Handelsplätze wie Tradegate und Quotrix angeschlossen. Eine Unterstützung besteht zudem für die ausländischen E-Börsen AMEX, NASDAQ und New York Stock Exchange.
Weitere Aspekte zum Angebot
Vielfalt herrscht auch bei den angebotenen Handelsarten, denn Trader können auch mit Trailing-Stops und OCO-Orders ihr Glück versuchen. Nicht erlaubt ist hingegen das Scalping und damit das blitzartige Öffnen und Schließen von Positionen in der Hoffnung auf schnelle Effekte. Zudem stehen direkt nach der Kontoeröffnung 1.000 Echtzeit-Kurse zur Auswahl, die um weitere Pakete ergänzt werden können. Bekannt ist der Anbieter zudem durch die Fülle von Aktionen, die Tradern im Laufe ihrer Karriere angeboten werden und die sich positiv auf die Performanz auswirken können.
Handelssoftware GTS
In puncto Onlinehandel gehört Onvista mit seiner Handelssoftware GTS zu den Pionieren, die Kunden seit 1998 zur Verfügung steht. Entsprechend ausgereift ist die Software mit einer Vielzahl an nützlichen Tools. Natürlich ist auch eine fundierte Chart-Analyse Bestandteil des Programms. Zu den Vorteilen einer Kontoführung bei Onvista gehören neben den obligatorischen Online-Überweisungen die Verwaltung von Sparplänen, Einrichtung einer Watchlist, der Zugriff auf die Börsendaten sowie der Börsenhandel in Echtzeit und ein ständiger Einblick in die Postbox. Sparpläne können für den symbolischen Preis von einem Euro erstellt werden. Fortgeschrittene haben darüber hinaus die Option, kostenlose Module anzulegen und ihre Verwaltung damit zu individualisieren und mit selbst gewählten Funktionen zu erweitern.

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