Meinung
Kommentar: Judenfeindlichkeit ist in Deutschland Staatsräson

Die deutsche Politik betont zwar immer wieder medienwirksam, dass Juden geschichtlich zu Deutschland gehören würden und die Unterstützung Israels Staatsräson sei, zuletzt sogar einige staatliche Einrichtungen provokativ und grundgesetzwidrig die Israel-Fahne hissten, um bei einem völkerrechtswidrigen Konflikt gegen die Palästinenser offen Partei zu ergreifen. Ein Kommentar.

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Ein Gastbeitrag von Yilmaz Bingöl

Die deutsche Politik betont zwar immer wieder medienwirksam, dass Juden geschichtlich zu Deutschland gehören würden und die Unterstützung Israels Staatsräson sei, zuletzt sogar einige staatliche Einrichtungen provokativ und grundgesetzwidrig die Israel-Fahne hissten, um bei einem völkerrechtswidrigen Konflikt gegen die Palästinenser offen Partei zu ergreifen.

Doch bei genauer Betrachtung fällt auf, dass antisemitischer Hass und rassistische Gewalt aus der rechtsradikalen und rechtsterroristischen Ecke gegen Juden zunehmen, eigentlich nie abgenommen haben und Deutschland auch nie konsequent zum Schutze der Juden gegen Rechtsextremismus vorgegangen ist, in Polizeibehörden und Geheimdiensten gar Judenfeindlichkeit teilweise zelebriert wird. Kurz gesagt, Deutschland ist und war schon immer ein judenfeindlicher Staat. Was laut Studien trotz hoher Zahl an Antisemiten aber nicht heißt, dass alle Deutschen judenfeindlich sind. Im Gegenteil, die Mehrheit der Bürger in Deutschland ist noch immer gegen Antisemitismus und Rassismus.

Es geht vielmehr um staatliche Strukturen, politische Interessen und rechtsstaatliche Elemente. Dabei geht es Deutschland nicht um die Sühne und Wiedergutmachung seiner schrecklichen Vergangenheit, auch daran zu sehen, dass die jüdischen Opfer des Holocausts nur halbherzig entschädigt wurden und rechtsextremistische Straftäter häufig nur geringe Strafen fürchten müssen. Deutschland folgt schlicht der Interessenlage der Nato, wonach eine Stabilisierung des Nahen Ostens zum Kontrollverlust westlicher Staaten in dieser Region führen würde. Wenn man der links-liberalen israelischen Zeitung Haaretz glauben darf, sind der rechtspopulistische israelische Ministerpräsident Netanjahu und die radikale Hamas Partner, wonach auch schon Gelder genehmigt wurden, wenn es darum geht Frieden zu verhindern.

Neben der Judenfeindlichkeit gibt es auch zunehmende Islamfeindlichkeit, diese früher oder später auch erneut negative Auswirkungen auf Juden in Deutschland haben wird. Denn Gestern waren es noch die Juden, Heute die Muslime, Morgen sind es wieder beide, aber auch alle Demokraten. Juden und Muslime waren schon immer die Sündenböcke, wenn etwas in der Politik und Gesellschaft aus den Bahnen geriet oder der Tiefe Staat die Menschen zu Spalten versuchte. Hierbei spielen auch die etablierten und desinformierenden Medien mit ihrer mehrheitlich negativen und einseitigen Berichterstattung eine große Rolle.

So wie damals in den 20ern des vergangenen Jahrhunderts die Juden von den Medien entmenschlicht wurden und dies zum unfassbaren Holocaust führte, wiederholt sich die mediale Entmenschlichung in ähnlicher Form seit Jahren auch gegenüber Muslimen und den Türken als größte Minderheit in Deutschland. Das befördert wieder Vorurteile und Hass, wie wir es aus der Geschichte kennen. Der Antisemitismus ist also nicht erst nach Deutschland importiert worden, wie es konservative Politiker hierzulande immer wieder betonen, er war schon immer in Deutschland heimisch, wurde damals in die arabische Welt exportiert und droht nun in Deutschland erneut die Macht zu ergreifen.

Seit Tagen spitzt sich die Lage im Nahen Osten zu, damit verbunden auch Wut und Hass der Muslime in Deutschland und der ganzen Welt gegen Juden. Wieder einmal werden Juden zu Sündenböcken politischer Machtspiele. Die israelische Regierung ist es, die den israelischen Staat mit dem Judentum gleichsetzt, die Religion also politisch missbraucht, um Kritik an der brutalen Besatzungsmacht Israels als antisemitisch verstummen zu lassen. Einige radikalnationalistische arabische und türkische Idioten sind es, die bei innermuslimischen Konflikten wie im Jemen, Syrien oder Libyen nie bei Demonstrationen teilnahmen und nach Gerechtigkeit und Frieden riefen. Auf Demonstrationen gegen Israel aber judenfeindliche Sprüche verlautbaren und Gewalt ausüben, ganz im Sinne des israelischen Imperialismus und ganz im Sinne der Nato.

Denn je gespaltener, gewalttätiger und hasserfüllter, desto größer die Wirkung eine friedliche Zwei-Staaten-Lösung zwischen Israelis und Palästinenser zu verhindern. Gleichzeitig werden damit die Menschen in Deutschland gespalten und zu weiteren islamfeindlichen und antisemitischen Gewaltakten im Sinne des Tiefen Staates angestachelt. Wobei der Antisemitismus von Muslimen, von dem der Christen, Deutschen und Europäer zu unterscheiden ist, da dieser nicht rassistisch motiviert ist, sondern historisch bedingt auf einem politischen Fundament des Nahost-Konflikts basiert.

Es liegt an allen aufrichtigen Muslimen, Juden, Christen, Atheisten und anderen, Deutschland und die Welt sicherer und lebenswerter zu machen und den Nahost-Konflikt zu befrieden. Denn die weltweite Politik hat kein Interesse auf langanhaltenden Frieden. Lassen wir uns nicht spalten von all den Medien, dem Tiefen Staat, den politischen Konservativen, Radikalen und Extremisten und leben für das Miteinander sowie den Zusammenhalt. Denn wenn wir uns alle denen entgegenstellen die hassen, ist der Frieden zwischen den Völkern greifbar nah.


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.


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