Türkei
Erdogan: UN-Sicherheitsrat ohne Afrika ist eine große Ungerechtigkeit

Istanbul – Es sei eine „große Ungerechtigkeit“, dass der afrikanische Kontinent mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern nicht im UN-Sicherheitsrat vertreten ist, sagte der türkische Präsident am Samstag. Unter Bezugnahme auf seinen Slogan „Die Welt ist größer als fünf„, mit dem er gegen die nicht repräsentative Zusammensetzung des UN-Sicherheitsrats protestierte, sagte Recep Tayyip Erdogan in seiner Rede auf dem dritten Türkei-Afrika-Partnerschaftsgipfel in der türkischen Metropole Istanbul, die Bemühungen der Türkei gälten auch ihren Brüdern und Schwestern in Afrika. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu weiter berichtet, begann der dreitägige Gipfel am Donnerstag mit einem Treffen hochrangiger Regierungsvertreter in Istanbul und wurde am 17. Dezember mit einem Treffen der Außenminister fortgesetzt. Über 100 Regierungsminister und 16 Präsidenten aus Afrika nehmen an dem Gipfel teil, der unter dem Motto „Verstärkte Partnerschaft für gemeinsame Entwicklung und Wohlstand“ steht. „Ich glaube, dass wir unsere Kräfte bündeln müssen, damit Afrika im Sicherheitsrat vertreten ist, wie es ihm zusteht“, fügte er hinzu. Erdogan betonte, dass es eine Schande für die Menschheit sei, dass nur sechs Prozent der afrikanischen Bevölkerung gegen COVID-19 geimpft worden seien. Die Türkei plane 15 Millionen Impfstoffdosen nach Afrika zu schicken, um den Kontinent im Kampf gegen das Virus zu unterstützen. Handelsbeziehungen und Investitionen Erdogan hob hervor, dass das Handelsvolumen der Türkei mit Afrika von 5,4 Mrd Dollar (2008) auf über 25,3 Mrd. Dollar (2020) gestiegen sei und in den ersten 11 Monaten des Jahres 2021 bereits 30 Mrd. USD erreicht habe. Der türkische Staatschef erklärte weiter, dass der bilaterale Handel zunächst 50 Milliarden Dollar erreichen und dann dank gemeinsamer Anstrengungen weiter auf 75 Milliarden Dollar ansteigen werde. Er wies darauf hin, dass türkische Unternehmen in Afrika rund 25.000 Menschen Beschäftigung böten, und fügte hinzu, dass sie  „1.686 Projekte mit einem Gesamtwert von bis zu 78 Milliarden Dollar in ganz Afrika unterzeichnet haben.“ Auch die Investitionen von Afrikanern in der Türkei nehmen laut dem türkischen Staatschef zu. „Die Türkei unterstützt diese Investitionen der afrikanischen Diaspora“, so Erdogan. Er betonte, dass die Zusammenarbeit zwischen der Türkei und Afrika auf gegenseitigem Nutzen beruhe, und wies darauf hin, dass Ankara „plumpe und orientalistische“ Ansichten über den Kontinent ablehne. Ausbau der Beziehungen Erdogan betonte, dass die Zusammenarbeit auch in anderen Bereichen zunehme: Derzeit gebe es 43 türkische Botschaften in Afrika – im Jahr 2005 waren es noch 12. Auch die Zahl der afrikanischen Botschaften in der Hauptstadt Ankara sei von 10 auf 37 gestiegen, fügte er hinzu. „Wir haben unsere Präsenz auf dem Kontinent mit unseren Institutionen wie TIKA (Türkische Agentur für Zusammenarbeit und Koordination), dem Yunus-Emre-Institut, der Maarif-Stiftung, der Anadolu-Agentur, Turkish Airlines und dem Roten Halbmond ausgebaut“, sagte er. Er betonte zudem, dass die türkische Fluggesellschaft Turkish Airlines dazu beiträgt, den Kontinent und die Welt miteinander zu verbinden, und fügte hinzu, dass sie nach der Pandemie wahrscheinlich ihre Flüge mit Afrika verstärken wird.

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– Kampf gegen den Terror – Somalia: Türkische Militärbasis eröffnet im September

Türkische Militäroffiziere werden auf dem Stützpunkt somalische Soldaten und Truppeneinheiten für ihren Kampf gegen die Terrororganisation Al-Shabaab trainieren.

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Westthrakien
Griechenland: Schulboykott der türkischen Minderheit

İskeçe/Gümülcine – An dem heutigen Unterrichtsboykott in Westthrakien, zu dem der Schulrat der Minderheitenschulen im nordostgriechischen Westthrakien aufgerufen hatte, haben sich laut der westthrakischen Zeitung Gündem Gazetesi nahezu fast alle Schülerinnen und Schüler beteiligt. Während die Boykott-Beteiligung an den Minderheitenschulen bei nahezu 100 Prozent lag, betrug dieser Wert an den anderen Schulen bei etwa 95 Prozent. Am frühen Morgen versammelten sich Vertreter des westthrakischen Schulrats, der Elternverbände und Eltern vor den Schulen. An einigen Schulen wurden Transparente mit Spruchbändern wie „Lösungen für die Minderheitenbildung“ und „Bessere Minderheitenbildung“ ausgerollt. Der Aufruf des westthrakischen Schulrats zum Unterrichts-Boykott am 17. Dezember wurde von nahezu fast allen zivilgesellschaftlichen Institutionen und politische Repräsentanten der türkischen Minderheit in Westthrakien unterstützt.
(Foto: Gündem Gazetesi)
Halit Habipoğlu: Wir wurden unserer Rechte beraubt Vor dem heutigen Unterrichtsboykott hatte auch der Präsident der Föderation der Westthrakien-Türken in Europa, Halit Habipoğlu, den Streik ausdrücklich unterstützt. Habipoğlu unterstrich: „Obwohl bilaterale und internationale Abkommen eine Bildungsautonomie der türkischen Community in Westthrakien vorsehen, usurpiert [unrechtmäßig] unser Land Griechenland seit Jahrzehnten das Recht auf Bildung unserer Gesellschaft mit einseitigen Entscheidungen und Praktiken.“
(Foto: Gündem Gazetesi)
İTB-Vorsitzender Ahmetoğlu: Heutiger Unterrichts-Boykott war erfolgreich Zum Thema Unterrichtsboykott erklärte der Vorsitzende der Türkischen Union von İskeçe İTB), Ozan Ahmetoğlu, in einem Statement gegenüber NEX24: „Heute fand an den Schulen der Minderheit in Westthrakien ein Unterrichts-Boykott statt. Warum wurde dieser Boykott durchgeführt? Die vom Schulrat Westthrakiens initiierte Weigerung wurde von den meisten zivilgesellschaftlichen Institutionen und politischen Entscheidungsträgern der Minderheit unterstützt. Mit dieser Maßnahme soll auf die Probleme der türkischen Minderheit beim Thema Bildung aufmerksam gemacht werden. Wir wollen mit dieser Aktion Athen auf die Dringlichkeit der Bildungsproblematik der türkischen Minderheit hinweisen bzw. der griechischen Regierung mitteilen, dass die Minderheit eine wesentlich bessere Bildung braucht. Wie verlief der Aufruf? Wenn man es mit einem Wort sagen darf. Die Beteiligung am Boykott lag weit über unseren Erwartungen. Durch den großen Zuspruch des Boykotts kann man von einem erfolgreichen Unterrichtsboykott sprechen. An unseren Schulen lag der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die am Boykott teilnahmen, bei fast 100 Prozent. An manchen Schulen lag dieser Anteil bei 95-98 Prozent. Nur an einer Schule lag es bei rund 80 Prozent, aber ansonsten gab es fast keine Schule, die bei diesem Wert lag. Für Westthrakien insgesamt betrachtet lag der prozentuale Anteil der am Streik beteiligten bei fast 100 Prozent und an einigen Schule bei cirka 95 Prozent. Mit dieser Aktion hat die türkische Minderheit und die Eltern unserer Schülerinnen und Schüler auf die Bedeutung der Minderheitenbildung eindringlich hingewiesen. Sie haben Athen die Botschaft übermittelt ‘Wir wollen eine schnelle Lösung in der Minderheitenbildung. Bitte richten Sie ihre Aufmerksamkeit in diese Richtung. Unsere Hoffnung besteht darin, dass Athen diese Mitteilung richtig versteht und entsprechend handelt’“, so der İTB-Vorsitzende Ozan Ahmetoğlu. Kemal Bölge/XanthiIskece Auch interessant

– Griechenland – Simandra: Gebeine von 201 muslimischen Türken aus osmanischer Zeit beigesetzt

Mit einer religiösen Zeremonie wurden am 8. Dezember im Stadtfriedhof von Gargara (Kreis Thessaloniki) die Gebeine von 201 muslimischen Türken aus osmanischer Zeit umgebettet.

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Glücksspiel
Eurojackpot: Gewinner stammen häufig aus Deutschland

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Seit 2012 ist das Lottospielen länderübergreifend möglich. Die als Eurojackpot bezeichnete Zahlenlotterie wird seit neun Jahren in 18 europäischen Ländern ausgespielt. Bei der europäischen Lotterie werden fünf Zahlen aus einer Zahlenreihe 1 bis 5 getippt, sowie zwei aus 10 Zahlen (Eurozahlen). Somit werden auf einem Tippschein insgesamt 7 Kreuze gesetzt. Eurojackpot: So läuft die Lotterie ab Ausgespielt wird die Lotterie dabei wöchentlich. Die Ziehung der Zahlen findet jeden Freitagabend um 20 Uhr deutscher Zeit statt. Veranstaltet wird die Ziehung dabei in der finnischen Hauptstadt Helsinki. Diese wird jedoch nur im finnischen TV übertragen. Anders als beim deutschen Lotto ist beim Eurojackpot stets der Gewinn von 10 Millionen Euro als Jackpot festgelegt. Sollte diese Gewinnklasse nicht erreicht werden, steigt der Jackpot Woche für Woche bis auf 90 Millionen Euro an. Sollte auch dieser Jackpot nicht geknackt werden können, wird der Mehrbetrag aus der Gewinnklasse 1 in Gewinnklasse 2 überwiesen. Insgesamt gibt es beim Eurojackpot 12 Gewinnklassen. In allen dieser 12 Klassen werden mindestens 50 Prozent der Spieleinsätze an die Spielteilnehmer ausgeschüttet. Die anderen 50 Prozent der Spieleinnahmen fließen – abzüglich der Kosten für die ausgebenden Lottogesellschaften in die Staatskassen der jeweiligen Länder. Die Bekanntgabe der Eurojackpot Gewinnzahlen erfolgt jeweils zum späten Freitagabend. Im Falle eines Gewinns kann dieser bereits am Samstagmorgen in den Lotto-Annahmestellen ausgezahlt werden. Je nach Gewinnklasse variieren die Erfolgschancen sehr deutlich. Während die Gewinnchance in der niedrigsten Spielklasse 12 bei 1:41 liegt, beträgt die Chance auf den Hauptgewinn der Gewinnklasse 1:95 Millionen. Eurojackpot: Gewinner stammen häufig aus Deutschland Bei der Betrachtung der Länderstatistik fällt auf, dass die Gewinner häufig aus Deutschland stammen. Gleich nach Finnland steht Deutschland auf Platz zwei. Da die Ziehung des Eurojackpots in Finnland erfolgt, verwundert es natürlich nicht, dass besonders viele Finnen an der Lotterie teilnehmen. Bei vielen Teilnehmern eines Landes steigt auch die Chance auf einen potenziellen Gewinn. Doch wie kommt es nun, dass ausgerechnet Deutschland den zweiten Platz bei den Gewinnern einnehmen kann? Grund hierfür ist die hohe Einwohnerzahl; mit über 80 Millionen Bundesbürgern stellt Deutschland einen großen Teilnehmerkreis. Zudem ist Deutschland neben Finnland bereits seit 2012 dabei und zählt zu den Gründungsmitgliedern der europäischen Lotterie. Diese Jackpots wurden bereits ausgezahlt Erst im März dieses Jahres konnte ein Spieler aus Baden-Württemberg über die sagenhafte Summe von 63 Millionen Euro für sich einstreichen. Gleichzeitig war dies der 100ste Eurojackpot-Gewinner. Darüber hinaus ging auch der höchstmögliche Gewinn von 90 Millionen Euro 2021 bereits zwei Mal an Deutsche Einzelspieler. In den Jahren davor ging diese Rekordsumme bereits zweimal nach Finnland. In diesem Jahr konnten sich jedoch zwei deutsche Spieler über den Höchstgewinn von 90 Millionen Euro freuen. Bereits 2016 war das Glück auf deutscher Seite, so konnte sich ein Eurojackpot-Teilnehmer aus Nordrheinwestfalen über die staatliche Summe von 50 Millionen Euro auf seinem Bankkonto erfreuen. Teilnahmebedingungen beim Eurojackpot Um in Deutschland am Eurojackpot teilnehme zu können, muss der Tippschein bis spätestens 19 Uhr freitags der jeweiligen Ziehungswoche vorliegen. In bestimmten Bundesländern kann der Annahmeschluss für den Eurojackpot jedoch abweichend sein. Oftmals empfiehlt es sich, den Schein bereits bis spätestens 18 Uhr in den Lotto-Annahmestellen abzugeben. Genau wie beim deutschen Lotto wird nach der Bezahlung eine Spielquittung ausgehändigt. Diese dient als persönliches Gewinndokument und muss bei einem möglichen Gewinn in der Lotto-Annahmestelle vorgelegt werden. Das Mindestalter für die Teilnahme am Eurojackpot beträgt wie bei allen Glücksspielen in Deutschland 18 Jahre. Die rechtlichen Rahmenbedingungen ergeben sich hierbei aus dem sogenannte Glücksspielstaatsvertrag, der am 1. Juli 2021 neu gefasst wurde. Alternativ ist eine Teilnahme am Eurojackpot auch über das Internet möglich. Hierfür ist lediglich eine einmalige Registrierung auf der Homepage (eurojackpot.de) notwendig. Sobald die Registrierung erfolgt ist, ist die Abgabe des online ausgefüllten Tippscheins möglich. Sollte dieser Tippschein einen Gewinn aufweisen, werden Gewinne von Onlinespielern automatisch gutgeschrieben.

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– Worldwide Backgammon Federation – Türkei unter den Top-Ten-Backgammon-Nationen der Welt

„Die Türkei gehört zu den Top-Ten-Backgammon-Nationen der Welt“, erklärte Arda Findikoglu, der Verbandssprecher der Worldwide Backgammon Federation (WBF) in der Türkei, und fügte hinzu: „Dies bedeutet zwar nicht, dass es Tausende von Spielern gibt, dass aber mindestens 20 Spieler die Türkei bei internationalen Wettbewerben vertreten könnten.“

Türkei unter den Top-Ten-Backgammon-Nationen der Welt
 

Corona-Pandemie
„Nicht jeder Arzt ist automatisch Fachmann für Infektionsmedizin“

Baierbrunn – Kaum jemand ist in Deutschland mehr mit der Pandemie verknüpft als Professor Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch Instituts (RKI). Im Interview mit dem Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“ spricht er über die Bedeutung von Wissenschaft und die Rolle der Medien in Corona-Zeiten – und beklagt, dass die Politik immer wieder trotz massiver Warnungen nicht ausreichend reagiert: „Allen, die sich wirklich wissenschaftlich fundiert mit der Pandemie beschäftigt haben, war klar, dass die Impfquote nicht reicht, um die vierte Welle zu verhindern oder niedrig zu halten.“ Wissenschaft ist Basis für fundierte Entscheidungen Als positiv bewertet Wieler, dass die Stimme der Wissenschaft in der Pandemie mehr Gewicht in der Öffentlichkeit bekommen hat. „Das ist eine große Chance“, so der RKI-Chef. „Während der Pandemie ist vielen Menschen klar geworden, dass Wissenschaft nichts ist, was im stillen Kämmerlein passiert.“ Wissenschaft sei die Grundlage für alle rationalen, fundierten Entscheidungen. Allerdings sollten, betont Lothar Wieler, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit dieser Chance jetzt aber auch seriös und verantwortungsvoll umgehen. Denn eine Nebenwirkung der Entwicklung könne sein, dass manche sich selber leicht in den Mittelpunkt spielen oder zweifelhafte Informationen schnell nach draußen geben. „Das sehen wir zum Beispiel an der Anzahl der Publikationen zu Covid. Die ist enorm gestiegen, aber es ist nicht so, dass alle wirklich höchsten wissenschaftlichen Anforderungen genügen“, sagt Wieler. Kraft schöpfen aus christlichem Glauben Das zu erkennen mag Laien zwar schwer fallen. Doch der RKI-Präsident ist davon überzeugt, „dass viele Mitbürgerinnen und Mitbürger durchaus Unterschiede in der Seriosität und insbesondere in der Kompetenz gewisser Akteure sehen“. Auch die Medien müssten, so Wieler, noch mehr dazu beitragen, indem sie klarmachen, welchen fachlichen Hintergrund diese oder jene Expertin oder dieser oder jener Experte hat: „Nicht jeder Arzt ist automatisch Fachmann für Infektionsmedizin.“ Kraft schöpft Lothar Wieler in dieser schwierigen Zeit auch aus seinem christlichen Glauben. „Mir hilft sicher ein gesundes christliches Menschenbild, aber insbesondere meine Familie und mein Freundeskreis“, sagt der RKI-Präsident. „Ohne ein stabiles Umfeld, auch beruflich, ist es natürlich schwer, so eine Krise durchzustehen.“

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– Gastbeitrag – Kommentar: Nein, Prof. Dr. Lothar H. Wieler ist nicht nur Tierarzt

Tierarzt. So wird der Präsident des Robert-Koch-Instituts Lothar H. Wieler oft in Kommentaren der Impfgegner genannt, gestern wieder von der ollen Alice. Damit wollen einige sagen, dass der nun gar keine Ahnung davon haben kann, was Corona betrifft und völlig fehl am Platz ist.

Kommentar: Nein, Prof. Dr. Lothar H. Wieler ist nicht nur Tierarzt

Angriff auf Moschee
UID verurteilt Angriff auf Moschee in Leipzig

Köln – In Leipzig wurde während eines Aufmarschs von Linksextremisten eine Moschee der Türkisch Islamischen Union (DITIB) angegriffen. Dabei wurden am Montagabend mindestens vier Fensterscheiben eingeschlagen, Autos und Müllcontainer in Brand gesetzt. Über der Moschee befand sich zudem das Wohnhaus des Imams, der dort mit seiner Familie und drei minderjährigen Kindern wohnt. Etwa 100 vermummte Linksextremisten sind dabei randalierend durch die Straßen gezogen und haben Feuerwerkskörper und Böller angezündet. Der entstandene Sachschaden beläuft sich auf mindestens 30.000 Euro. Köksal Kuş, Vorsitzender der Union Internationaler Demokraten zeigt sich über den neuerlichen Vorfall bestürzt und verurteilt die abscheuliche Tat: „Die Leipziger Eyüp Sultan Moschee wurde erneut Ziel eines Anschlags. Dies ist bereits der achte Angriff auf das Gotteshaus innerhalb von fünf Jahren. Die Übergriffe auf Gebetsräume nehmen besorgniserregende Ausmaße an. Das ist Gift für unser Zusammenleben und den Frieden in unserem Land. Diejenigen, die nicht einmal die Unverletzlichkeit von Gotteshäusern achten und dabei sogar mutwillig Menschenleben in Gefahr bringen, wollen die Eintracht und Solidarität in Deutschland stören. Auf solche Angriffe müssen wir gesellschaftlich mit noch engerer Kooperation und Geschlossenheit reagieren. Wir dürfen uns weder von Linksextremisten noch von Rechtsradikalen spalten lassen. Des Weiteren fordern wir ein glaubwürdiges Umdenken bei den Sicherheitsbehörden. Anschläge und Übergriffe auf Gebetshäuser müssen intensiver geahndet werden. Bei Moscheeübergriffen und islamfeindlichen Verbrechen werden die Ermittlungen viel zu oft eingestellt. Schutzmaßnahmen an Moscheen müssen endlich erhöht und Abschreckung, Prävention aber auch Sanktionierung auf die Tagesordnung gesetzt werden.“

TÜRKSAT
Erdogan und Elon Musk besprechen Raketenprogramm

Ankara – Tesla- und SpaceX-Gründer Elon Musk und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan haben am Donnerstag eine Videokonferenz abgehalten. Nachdem im Januar dieses Jahres die SpaxeX-Trägerrakete den türkischen Satelliten TÜRKSAT 5-A ins All brachte, soll der US-Raumfahrtkonzern in naher Zukunft auch den Satellit TÜRKSAT 5-B in die Erdumlaufbahn transportieren. In dem Gespräch habe der türkische Staatschef Musk zudem über das laufende Raumfahrtprogram der Türkei informiert. Die Falcon-9-Raketen von SpaceX befördern regelmäßig türkische Satelliten sowohl für die militärische als auch für die zivile Nutzung in die Umlaufbahn. Armenische Lobbyorganisationen in Nordamerika hatten im im Januar Druck auf SpaceX ausgeübt, damit das Unternehmen aus dem Projekt mit dem türkischen Verteidigungsministerium aussteigt. Multimilliardär Musk und Erdogan haben bereits vor Jahren die Stärkung der Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen, unter anderem auch die Raumfahrttechnologie, angekündigt. Musk besuchte Erdogan bereits im November 2017, nachdem der türkische Staatschef damals das erste türkische E-Auto TOGG angekündigt hatte. Bei dem Treffen im Präsidialpalast in Ankara wurden neben dem geplanten Fahrzeug auch mögliche Kooperationen in der neuesten Generation von Akkus, Wind- und Sonnenenergie, aber auch Verkehrsprobleme in Ballungsräumen und das Graben von Verkehrstunneln besprochen.

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– USA – Tesla-Gründer Elon Musk isst in Deutschland am liebsten Döner

Ein weiterer Tweet des Tesla-Gründers Elon Musk wird in der Türkei gefeiert und geht viral. Auf die Frage, was er in Deutschland am liebsten esse, antwortet der Multimilliardär mit „Döner Kebab“.

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Türkei
Mindestlohn soll 2022 um über 50 Prozent steigen

Ankara – Die Türkei erhöht den Mindestlohn ab dem 1. Januar 2022 um 50,4 Prozent, wie Präsident Recep Tayyip Erdogan am Donnerstag ankündigte. Der monatliche Nettomindestlohn werde 4.250 Türkische Lira  betragen, sagte der Präsident in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache in Ankara. „Die Erhöhung des Mindestlohns beträgt 50 Prozent und ist die stärkste Erhöhung der letzten 50 Jahre“. Der monatliche Mindestlohn für 2021 betrug 2.826 TL Er fügte hinzu: „Ich glaube, dass wir mit dieser Erhöhung unsere Entschlossenheit gezeigt haben, unsere Arbeitnehmer angesichts der Preiserhöhungen nicht zu erdrücken.“ Erdogan kündigte außerdem an, dass die Türkei ab dem kommenden Jahr die auf den Mindestlohn erhobene Einkommens- und Stempelsteuer abschaffen werde. Erdogan erklärte, die Regierung sei entschlossen, der Unsicherheit aufgrund von Wechselkursschwankungen und den daraus resultierenden exorbitanten Preissteigerungen so schnell wie möglich ein Ende zu setzen. Die jährliche Inflationsrate in der Türkei lag laut der Nachrichtenagentur Anadolu im November bei 21,31 Prozent, während der durchschnittliche Anstieg der Verbraucherpreise über 12 Monate 17,71 Prozent betrug.

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– Türkei – Türkischer Finanzminister: „Wirtschaft wird sich sehr schnell erholen“

Der türkische Finanzminister Nureddin Nebati kündigte am Montag an, dass er die Einzelheiten des neuen türkischen Wirtschaftsmodells, das sich auf Produktion und Export stütze, den hohen Rängen der Regierungspartei und der breiten Öffentlichkeit sehr bald bekannt geben werde.

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Luftfahrt-News
Business Class: Turkish Airlines erneut zur besten Fluggesellschaft gewählt

Istanbul – Die türkische Fluggesellschaft Turkish Airlines ist von den Lesern des führenden US-Reisemagazins Global Traveler zum fünften Mal in Folge zur besten Fluggesellschaft in der Kategorie Business Class gewählt worden. Wie die Fluggesellschaft am Mittwoch mitteilte, erhielt sie bei der 18. Ausgabe der GT-Tested-Leserumfrage außerdem zum sechsten Mal den Preis für das beste Flughafenpersonal/die besten Flugbegleiter. Gleichzeitig wurde der Turkish Airlines Corporate Club zum vierten Mal in Folge zum besten Unternehmensprogramm für Geschäftsreisende gewählt. „Wir fühlen uns geehrt, in der Leserumfrage des Global Traveler’s anerkannt zu werden und zu den weltweit führenden Reiseanbietern zu gehören“, sagte Ilker Ayci, CEO von Turkish Airlines. Singapore Airlines erhielt die höchste Auszeichnung als beste Gesamtfluggesellschaft der Welt und holte sich den Titel nach einjähriger Unterbrechung zurück. Turkish Airlines wurde 1933 gegründet und verfügt über eine Flotte von 373 Flugzeugen (Passagier- und Frachtflugzeuge), die 333 Ziele anfliegen, darunter 281 internationale und 52 inländische. Mit einem zentral gelegenen Drehkreuz zwischen den Kontinenten Europa, Asien und Afrika bietet Turkish Airlines über den neuen Flughafen Istanbul Verbindungen zu 15 nordamerikanischen Zielen, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu.

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– Reisen – Turkish Airlines gewinnt prestigeträchtigen World Travel Awards

Die türkische Fluggesellschaft Turkish Airlines ist bei den World Travel Awards für ihre branchenführende Economy Class ausgezeichnet worden. Die Airline hat sich den ersten Platz für das Jahr 2020 gesichert und damit die Konkurrenz einer Vielzahl von europäischen Full-Service-Airlines geschlagen.

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Trump Media
Trumps Medienunternehmen geht Partnerschaft mit Rumble ein

Miami – Das Social-Media-Unternehmen des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump hat eine Technologie- und Cloud-Service-Partnerschaft mit der kanadischen Video-Hosting-Plattform Rumble angekündigt. „Als Teil unserer Mission wird TMTG [Trump Media & Technology Group] weiterhin mit Dienstleistern zusammenarbeiten, die keine politische Ideologie diskriminieren“, sagte Trump in einer Erklärung am Dienstag.
„Daher habe ich die Rumble Cloud ausgewählt, um als kritisches Rückgrat für die TMTG-Infrastruktur zu dienen. TMTG hat Truth Social bereits auf der Rumble Cloud nur für geladene Gäste gestartet, und der anfängliche Beta-Start war ausgezeichnet. Amerika ist bereit für TRUTH Social und das Ende der Kündigungskultur.“
Chris Pavlovski, Gründer und Chief Executive Officer von Rumble, erklärte: „Rumble freut sich, TMTG Technologie- und Cloud-Dienste zur Verfügung zu stellen. Wir bauen weiterhin die Infrastruktur auf, um ein freies, offenes und neutrales Internet bereitzustellen. Rumble wurde entwickelt, um immun gegen die Kündigungskultur zu sein, und wir stehen an der Spitze einer Bewegung, die glaubt, dass jeder vom Zugang zu einer neutralen Plattform profitiert, die vielfältige Ideen und Meinungen beherbergt.“ Rumble wurde 2013 von Pavlovski als alternative Website im Stil von YouTube gegründet und ist bei konservativen US-Amerikanern beliebt, die eine Alternative zu Big Tech suchen. Zu den beliebtesten Videos gehören die der konservativen Kommentatoren Dan Bongino und Dinesh D’Souza sowie des ehemaligen Strategen des Weißen Hauses Steve Bannon. Unterstützt wird es von dem Risikokapitalgeber Peter Thiel und dem Autor und ehemaligen US-Senatskandidaten J.D. Vance über Narya Capital.

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– US-Wahlen 2024 – USA: Donald Trump in Umfragen vor Joe Biden

Neue Umfrageergebnisse zeigen, dass der ehemalige Präsident Donald Trump in einem hypothetischen Wahlkampf 2024 bei den Befragten vor Präsident Joe Biden liegt.

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Rechtsradikalismus
Extremismusforscher wirft Sachsen Versäumnisse bei der Bekämpfung rechter Gewalt vor

Bonn – Angesichts der zunehmenden Radikalisierung gewaltbereiter Demonstranten in Sachsen hat der Extremismusforscher Hans-Joachim Funke (FU Berlin) Politik und Behörden Versäumnisse vorgeworfen. „Das ist eine Situation, die nicht mehr unter Kontrolle ist, auch weil die Polizei zu lange gewartet hat, die Politik zu vorsichtig war“, sagte Funke im phoenix-Interview. „Es ist eine Situation, die ich so seit 1949 nicht erlebt habe, jedenfalls in bestimmten Teilen des Landes, und deswegen außerordentlich gefährlich.“ Funke rief die Politik und Sicherheitsbehörden dazu auf, neben der Pandemiebekämpfung das Ausmaß an Gewalt zu bremsen. „Ansonsten verschärft sich das Dilemma – sowohl mit der Pandemie wie mit dem Aufruhr“, warnte der Politik- und Sozialwissenschaftler. Lediglich 60 Prozent der Bevölkerung in Sachsen seien geimpft, 40 Prozent seien mehr oder weniger entschieden gegen eine Impfung. „Wenn man also dort die Pandemie wirklich nicht eingrenzen kann wegen der hohen Impfverweigerung, dann nehmen natürlich die Maßnahmen der Regierung zurecht zu, und umgekehrt der sogenannte Widerstand auch.“ Die Kritiker der Corona-Maßnahmen würden sich durch einen vermeintlichen Faschismus bzw. durch eine Diktatur bedroht sehen und legitimierten damit ihre Gewalt, so Funke.