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Erdogan: UN-Sicherheitsrat ohne Afrika ist eine große Ungerechtigkeit

Es sei eine "große Ungerechtigkeit", dass der afrikanische Kontinent mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern nicht im UN-Sicherheitsrat vertreten ist, sagte der türkische Präsident am Samstag.

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Istanbul – Es sei eine „große Ungerechtigkeit“, dass der afrikanische Kontinent mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern nicht im UN-Sicherheitsrat vertreten ist, sagte der türkische Präsident am Samstag.

Unter Bezugnahme auf seinen Slogan „Die Welt ist größer als fünf„, mit dem er gegen die nicht repräsentative Zusammensetzung des UN-Sicherheitsrats protestierte, sagte Recep Tayyip Erdogan in seiner Rede auf dem dritten Türkei-Afrika-Partnerschaftsgipfel in der türkischen Metropole Istanbul, die Bemühungen der Türkei gälten auch ihren Brüdern und Schwestern in Afrika.

Wie die Nachrichtenagentur Anadolu weiter berichtet, begann der dreitägige Gipfel am Donnerstag mit einem Treffen hochrangiger Regierungsvertreter in Istanbul und wurde am 17. Dezember mit einem Treffen der Außenminister fortgesetzt. Über 100 Regierungsminister und 16 Präsidenten aus Afrika nehmen an dem Gipfel teil, der unter dem Motto „Verstärkte Partnerschaft für gemeinsame Entwicklung und Wohlstand“ steht.

„Ich glaube, dass wir unsere Kräfte bündeln müssen, damit Afrika im Sicherheitsrat vertreten ist, wie es ihm zusteht“, fügte er hinzu.

Erdogan betonte, dass es eine Schande für die Menschheit sei, dass nur sechs Prozent der afrikanischen Bevölkerung gegen COVID-19 geimpft worden seien. Die Türkei plane 15 Millionen Impfstoffdosen nach Afrika zu schicken, um den Kontinent im Kampf gegen das Virus zu unterstützen.

Handelsbeziehungen und Investitionen

Erdogan hob hervor, dass das Handelsvolumen der Türkei mit Afrika von 5,4 Mrd Dollar (2008) auf über 25,3 Mrd. Dollar (2020) gestiegen sei und in den ersten 11 Monaten des Jahres 2021 bereits 30 Mrd. USD erreicht habe. Der türkische Staatschef erklärte weiter, dass der bilaterale Handel zunächst 50 Milliarden Dollar erreichen und dann dank gemeinsamer Anstrengungen weiter auf 75 Milliarden Dollar ansteigen werde.

Er wies darauf hin, dass türkische Unternehmen in Afrika rund 25.000 Menschen Beschäftigung böten, und fügte hinzu, dass sie  „1.686 Projekte mit einem Gesamtwert von bis zu 78 Milliarden Dollar in ganz Afrika unterzeichnet haben.“ Auch die Investitionen von Afrikanern in der Türkei nehmen laut dem türkischen Staatschef zu. „Die Türkei unterstützt diese Investitionen der afrikanischen Diaspora“, so Erdogan.

Er betonte, dass die Zusammenarbeit zwischen der Türkei und Afrika auf gegenseitigem Nutzen beruhe, und wies darauf hin, dass Ankara „plumpe und orientalistische“ Ansichten über den Kontinent ablehne.

Ausbau der Beziehungen

Erdogan betonte, dass die Zusammenarbeit auch in anderen Bereichen zunehme: Derzeit gebe es 43 türkische Botschaften in Afrika – im Jahr 2005 waren es noch 12. Auch die Zahl der afrikanischen Botschaften in der Hauptstadt Ankara sei von 10 auf 37 gestiegen, fügte er hinzu.

„Wir haben unsere Präsenz auf dem Kontinent mit unseren Institutionen wie TIKA (Türkische Agentur für Zusammenarbeit und Koordination), dem Yunus-Emre-Institut, der Maarif-Stiftung, der Anadolu-Agentur, Turkish Airlines und dem Roten Halbmond ausgebaut“, sagte er.

Er betonte zudem, dass die türkische Fluggesellschaft Turkish Airlines dazu beiträgt, den Kontinent und die Welt miteinander zu verbinden, und fügte hinzu, dass sie nach der Pandemie wahrscheinlich ihre Flüge mit Afrika verstärken wird.

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