Ermittlungsverfahren gegen Dimitras
Amnesty International verurteilt Griechenland

Athen – Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat sich besorgt über das Ermittlungsverfahren gegen den Sprecher der griechischen Menschenrechtsorganisation Greek Helsinki Monitor, Dr. Panayote Dimitras, geäußert. Ein griechisches Gericht hatte gegen den angesehenen Menschenrechtler strafrechtliche Ermittlungen wegen „Bildung einer kriminellen Vereinigung“ eröffnet. Amnesty International veröffentlichte im Kurznachrichtendienst Twitter eine entsprechende Mitteilung:
„#Menschenrechtsverteidiger sollten für ihre legitime Menschenrechtsarbeit nicht kriminalisiert und ins Visier genommen werden. Wenn Aktionen zur Verteidigung der Menschenrechte in unangemessener Weise eingeschränkt, behindert, bestraft oder unterdrückt werden, verstoßen Staaten gegen ihre internationalen Menschenrechtsverpflichtungen.
Dr. Panayote Dimitras, Jahrgang 1953, ist Absolvent der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität in Athen (ASOEE) und promovierte an der Harvard-Universität in den USA. Er arbeitete als Dozent an US-amerikanischen Universitäten und in Griechenland. Wegen seines unermüdlichen Einsatzes für die Rechte von Minderheiten musste er seine Tätigkeit als Professor für Politikwissenschaften an der Wirtschaftsuniversität in Athen beenden. Er ist Autor des zweibändigen Werkes „Political Environment, Parties and Elections in Greece“, das 1991 erschien.
Kemal Bölge

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– Greek Helsinki Monitor –

NEX24-Interview mit Menschenrechtler Dr. Panayote Dimitras

Im einem Gespräch mit NEX24 bemängelt der Sprecher der griechischen Menschenrechtsorganisation Greek Helsinki Monitor das Fehlen einer strafrechtlichen Verfolgung rassistischer Verbrechen, die in seinem Land fast gänzlich fehle.

NEX24-Interview mit Menschenrechtler Dr. Panayote Dimitras

Fußball-WM 2022
Katar: „Beste Weltmeisterschaft des Jahrhunderts“

Doha – Während die diesjährige Fußball-Weltmeisterschaft in Katar in Deutschland boykottiert wurde und Medien noch immer von einer „WM der Schande“ berichten, haben Fans weltweit die WM in Katar zum „besten Turnier des 21. Jahrhunderts“ gewählt. BBC Sport hat eine Umfrage veröffentlicht, in der die einzelnen Weltmeisterschaften dieses Jahrhunderts analysiert wurden. Das Turnier 2022 in Katar wurde von 78 % der Fußballfans als Favorit genannt. Weit abgeschlagen folgen die Weltmeisterschaft 2002 mit 6 %, das Turnier 2014 mit 5 % und 2006, 2010 und 2018 am Ende der Skala. Katar hat in vielerlei Hinsicht ein fußballerisches Vermächtnis hinterlassen. Nach dem spannenden Sieg Argentiniens über Titelverteidiger Frankreich im Elfmeterschießen gewann Lionel Messi endlich die einzige Trophäe, die er in seiner langen Karriere noch nicht gewonnen hatte. Auf der kleinen Halbinsel gab es mehrere bahnbrechende Momente: Marokko zog als erste afrikanische und arabische Mannschaft ins Halbfinale ein. FIFA-Präsident Gianni Infantino und mehrere andere Sportfunktionäre bezeichneten das Turnier aufgrund der Vielfalt und der Integration des Spiels als das beste aller Zeiten. „Viele Menschen aus der ganzen Welt sind nach Katar gekommen und haben die arabische Welt entdeckt, die sie nicht kannten oder von der sie nur das kannten, was ihnen vorgesetzt wurde“, sagte der FIFA-Chef vor Reportern. Die erste Weltmeisterschaft, die in der arabischen Welt ausgetragen wurde, war ein wahres Torfestival: 172 Tore wurden während des Turniers erzielt – ein neuer Rekord in der Geschichte des von der Fifa organisierten Wettbewerbs.

Wirtschaft
Pfeifer übernimmt den finnischen Holzverarbeiter Pölkky

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Tirol – Die österreichische Pfeifer Holding GmbH hat eine Vereinbarung unterzeichnet, um sämtliche Anteile am finnischen Holzverarbeitungsunternehmen Pölkky Oy zu kaufen. Die Transaktion stärkt Pfeifers Position als eines der führenden Unternehmen der europäischen Holzindustrie und rüstet den Produzenten für den globalen Wettbewerb. Marke, Management und Geschäftstätigkeiten von Pölkky bleiben erhalten. Pölkky steht seit der Gründung 1968 im Besitz der Virranniemi-Familie. Als größtes privates Holzverarbeitungsunternehmen Nordfinnlands beschäftigt Pölkky 420 MitarbeiterInnen und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von 200 Millionen Euro. Nach Integration in die Pfeifer Gruppe beabsichtigt es, sein für den Zeitraum 2022 bis 2024 geplantes Investitionsprogramm fortzusetzen. Michael Pfeifer, CEO der Pfeifer Holding GmbH, sagt: „Wir freuen uns sehr über die Chancen, die sich aus dieser Übernahme ergeben. Pölkky ist ein gut geführtes Familienunternehmen mit kompetentem Management und Mitarbeiterstamm, einzigartiger Lage im waldreichen Norden Finnlands und wertvoller Marktposition. Deshalb passt Pölkky ideal in unsere Strategie, die synergetisches Wachstum vorsieht.“ Der dreiköpfigen Geschäftsführung der Pfeifer Holding gehören neben CEO Michael Pfeifer auch CTO Clemens Pfeifer und CFO Ewald Franzoi an. Sorgfältige Analyse mit Pölkky als bester Option Die Geschäftsführer der Holding haben in einem fundierten Analyseprozess sämtliche Akquisitionsmöglichkeiten der letzten Jahre genau geprüft. Mit Pölkky fiel die Wahl nunmehr auf die beste Option. Das Führungstrio kündigte anlässlich der Vertragsunterzeichnung an, Pölkkys ehrgeizige Investitionsprojekte und Geschäftstätigkeiten mit vollem Engagement weiterzuentwickeln und in diesem Zuge die Rolle der Pfeifer Group als starke Partnerin am globalen Schnittholzmarkt auszubauen. Auch Petteri Virranniemi, CEO von Pölkky Oy, betont die Vorteile des Deals: „Für mich und meine Familie bedeutet dieser Schritt die Stärkung unserer Entwicklungspotenziale, wodurch Pölkky weiterhin profitabel wachsen kann. Ich bin zuversichtlich, dass wir dadurch neue Synergien und zusätzliches Marktpotenzial schaffen.“ Neue Perspektiven für Pfeifer Mit der Übernahme steigt der Beschäftigtenstand der Pfeifer Group auf rund 2.600 MitarbeiterInnen in vier Ländern. Der prognostizierte Umsatz steigt 2023 auf 1,4 Mrd. Euro. Mit der Transaktion betreibt das bislang in Mitteleuropa angesiedelte Unternehmen eine strategisch schlüssige Entwicklung in Richtung Skandinavien. Neben dem Eintritt in einen attraktiven Markt erschließen sich damit auch neue Bezugsquellen hinsichtlich des qualitativ hochwertigen Holzes aus dem hohen Norden. Diese sichern die Versorgungssicherheit und Lieferfähigkeit der Gruppe nachhaltig ab. Marke Pölkky bleibt erhalten Die Marke Pölkky bleibt nach Integration in die Pfeifer Gruppe erhalten. Das bisherige Management wird das Unternehmen unter CEO Petteri Virranniemi weiterführen, der Aufsichtsrat wird neu organisiert. Auf Mitarbeiterstand, Kunden und Kooperationsverträge von Pölkky hat die Übernahme keine Auswirkungen. Die tatsächliche Übernahme wird nach der Fusionskontrolle circa im Januar 2023 vollzogen. Über die Pfeifer Group Die österreichische Pfeifer Holding GmbH wurde 1948 gegründet und wird in dritter Generation von der Familie Pfeifer geführt. Vor der Übernahme von Pölkky gehörten rund 2.200 MitarbeiterInnen an acht Standorten in Österreich, Deutschland und Tschechien zur Pfeifer Group. Der Firmensitz befindet sich in Imst (Tirol/Österreich). In den vollintegrierten Sägewerken der Gruppe werden jährlich rund 4 Mio. Festmeter Holz eingeschnitten und vollständig entlang der gesamten Wertschöpfungskette verarbeitet. Pfeifer fokussiert dabei auf die klar definierten Bereiche Holzbau (Brettsperrholz, Brettschichtholz, verleimte Massivholzplatten), Schalung (Betonschalungsplatten, Schalungsträger), Palettenklötze und Verpackungsholz sowie Energie (Pellets, Briketts, Ökostrom und Wärme). Pfeifer exportiert in 90 Länder weltweit, wobei rund 90 % des Umsatzes in den europäischen Kernmärkten erwirtschaftet werden. Dort ist Pfeifer Marktführer im Bereich Schalungsplatten und Palettenklötzen und zählt zu den größten Produzenten von Schnittholz, Pellets, Schalungsträgern und Brettschichtholz. Über Pölkky Pölkky ist Nordfinnlands größtes holzverarbeitendes Unternehmen im Familienbesitz. Hohe Produktionsstandards, verlässliche Lieferbeziehungen, Logistik-Know-how und verantwortungsbewusstes Personal zeichnen die Firma aus, deren Slogan lautet: „Roots for Quality Living“. Die Sägewerke und Weiterverarbeitungsanlagen stehen in Kuusamo (Firmensitz), Taivalkoski, Kajaani, Kitka and Oulu. Die Einschnittmenge beläuft sich auf 1,4 Millionen Festmeter; außerdem umfasst das Produktportfolio Schnittholz, gehobeltes Holz, druckimprägniertes Holz, Brettschichtholz sowie Hackschnitzel und Sägemehl. Mit einer Exportrate von über 70 Prozent und Lieferzielen in 35 Ländern ist Pölkky ein bedeutender Player am globalen Sägemarkt.

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– Israelisch-türkische Beziehungen – Israelische Unternehmen wollen mehr Importe aus der Türkei

Israelische Unternehmen versuchen, ihre Einfuhren aus der Türkei zu steigern, weil die Kosten für den Seeverkehr Lieferungen aus China teuer machen.

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Mysteriöse Todesfälle
Weiterer Putin-Kritiker stürzt aus Fenster in den Tod

Bombay – In die Reihe der zahlreichen Putin-Kritiker, die aus Fenstern in den Tod stürzten, hat sich ein weiterer angereiht. Schon seit Monaten sterben russische Top-Manager, Militärs und auch Politiker auf mysteriöse Weise und in überraschend hoher Zahl, auch im europäischen Exil. Zu Weihnachten häufen sich diese Meldungen jetzt erneut. Im Distrikt Rayagada, im indischen Bundesstaat Odisha, ist am Samstag der Putin-Kritiker und Oligarch Pawel Antwo aus dem Fenster gestürzt und ums Leben gekommen. Der Wurstmillionär von der größten Pro-Putin-Partei „Geeintes Russland“ war auf einer Reise, um seinen bevorstehenden 66. Geburtstag zu feiern. Der verheiratete Tycoon, saß für „Geeintes Russland“ als Abgeordneter in der gesetzgebenden Versammlung der Region Wladimir. Er belegte als Gründer des Fleischunternehmens „Wladimir Standard“ laut Wirtschaftsmagazin Forbes mit einem Einkommen von 9,97 Milliarden Rubel, umgerechnet rund 137 Millionen Euro, im Jahr 2019 den ersten Platz in der Rangliste der reichsten Beamten Russlands. Nur wenige Tage vor Antows Tod, starb auch sein Reisebegleiter Vladimir Budanov an einem Herzinfarkt. Der russische Generalkonsul in Kalkutta, Alexej Idamkin, sagte gegenüber der russischen Nachrichtenagentur TASS, er sei aus einem Hotelfenster in Rayagada im Bundesstaat Odisha gefallen. „Wir sind in ständigem Kontakt mit den Angehörigen der toten Russen, mit lokalen Behörden und der Polizei. Die Polizei sieht in diesen tragischen Ereignissen noch keine kriminelle Komponente“, so Idamkin. Im Juni kritisierte Antow den Krieg und die Luftangriffe auf die Ukraine als russischen „Terror“, der ukrainische Zivilisten töte. Er wies auf einen russischen Raketenangriff hin und sagte: „Ein Mädchen wurde unter den Trümmern hervorgezogen, der Vater des Mädchens scheint gestorben zu sein. Um die Wahrheit zu sagen, ist es äußerst schwierig, dies als etwas anderes als Terror zu bezeichnen“. Offensichtlich geriet er daraufhin schnell unter starken Druck, woraufhin er die Bemerkung zurückzog und sich entschuldigte. Er machte eine Kehrtwende und behauptete, sein Beitrag in den sozialen Medien sei „ein bedauerliches Missverständnis“ und ein „technischer Fehler“ gewesen. Er betonte, er habe „den Präsidenten immer unterstützt“ und stehe „aufrichtig“ hinter den Zielen von Putins Militäroperation – was jedoch von lokalen Journalisten heftig bestritten wurde. Eine Reihe von Todesfällen Mindestens ein Dutzend hochrangiger russischer Geschäftsleute sind Berichten zufolge in diesem Jahr durch Selbstmord oder bei ungeklärten Unfällen ums Leben gekommen, wobei sechs von ihnen mit den beiden größten russischen Energieunternehmen in Verbindung standen. Alexander Buzakov, der Leiter einer großen russischen Werft, die auf den Bau nicht-nuklearer U-Boote spezialisiert ist, starb letzte Woche plötzlich, ohne dass die Behörden eine Todesursache nannten, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Anatoli Geraschtschenko, der ehemalige Rektor des Moskauer Luftfahrtinstituts, starb im September bei einem nicht näher bezeichneten Unfall, wie das Institut mitteilte. Der Vorstandsvorsitzende von Lukoil, Ravil Maganow, starb Anfang September nach einem Sturz aus dem Fenster eines Moskauer Krankenhauses, wie TASS berichtet. Mitte September wurde der russische Geschäftsmann Iwan Peschorin, der an der Spitze der Gesellschaft für die Entwicklung des Fernen Ostens und der Arktis stand, in Wladiwostok tot aufgefunden, wie die russischen Staatsmedien berichteten. Peschorin ertrank am 10. September in der Nähe von Kap Ignatyev in Wladiwostok, berichteten regionale Medien. Ein weiterer hochrangiger Lukoil-Manager, Alexander Subbotin, wurde im Mai in der Nähe von Moskau tot aufgefunden, nachdem er angeblich einen Schamanen aufgesucht hatte, berichtete TASS.

Gas im Schwarzmeer
Türkei: Gasvorkommen auf 1.000 Mrd. Dollar geschätzt

Ankara – Die Reserven im Sakarya-Fund, die bereits jetzt die größten im Schwarzen Meer sind, scheinen viel größer zu sein als ursprünglich angenommen. Das Gesamtvolumen des von der Türkei im Schwarzen Meer entdeckten Erdgases beläuft sich nun auf 710 Milliarden Kubikmeter (bcm), nachdem ein neues Feld gefunden und ein früherer Fund nach oben korrigiert wurde. Die Türkei habe im Feld Caycuma-1 eine neue Reserve von 58 Mrd. Kubikmetern entdeckt und die geschätzte Menge im Sakarya-Feld von zuvor 540 Mrd. Kubikmetern auf 652 erhöht, sagte Präsident Tayyip Erdogan am Montag. „Als Ergebnis der Analyse der Daten haben wir die zuvor gemeldete Reserve von 540 Milliarden Kubikmetern auf 652 Milliarden Kubikmeter erhöht“, so der türkische Staatschef nach einer Kabinettssitzung. „Mit unserer neuen Entdeckung bei Caycuma-1 ist unsere Gasreserve im Schwarzen Meer um 170 Milliarden Kubikmeter auf 710 Milliarden Kubikmeter gestiegen“, sagte er. Dies entspreche einem Marktwert von 1 Billion Dollar. Erdogan erklärte, dass das oberste Ziel des Landes, so bald wie möglich von ausländischem Erdöl und Erdgas unabhängig zu werden sei. „Diese neue Entdeckung wird die Tür für weitere Entdeckungen öffnen“, sagte Erdogan auf einer Pressekonferenz. 2023 Inbetriebnahme Erdogan sagte letzten Monat, dass die Türkei auf dem besten Weg sei, das Sakarya-Gasfeld im Jahr 2023 in Betrieb zu nehmen. Am Montag sagte er, dass das neu entdeckte Feld Caycuma-1 an das Sakarya-Feld und von dort an das nationale Netz angeschlossen werden soll. Vor den neuen Entdeckungen rechneten Experten damit, dass die Schwarzmeerfunde bei Erreichen der Spitzenproduktion etwa ein Drittel des türkischen Inlandsbedarfs decken würden. Die Türkei, die nur über geringe Öl- und Gasvorkommen verfügt, ist in hohem Maße von Gaseinfuhren aus Russland, Aserbaidschan und dem Iran sowie von Flüssiggaseinfuhren aus Katar, den Vereinigten Staaten, Nigeria und Algerien abhängig. Die Türkei hat auch nach Kohlenwasserstoffressourcen im Mittelmeer geforscht, wo ihre Aktivitäten in umstrittenen Gewässern zu Spannungen mit Griechenland und Zypern geführt haben. Unabhängig davon hat der russische Präsident Wladimir Putin die Idee geäußert, in der Türkei ein „Gasdrehkreuz“ einzurichten, nachdem Explosionen die russischen Nord-Stream-Gaspipelines unter der Ostsee beschädigt und die direkten Gaslieferungen nach Deutschland unterbrochen hatten.

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– Türkei – Erdogan: Öl im Wert von 12 Mrd Dollar entdeckt

Wie der türkische Präsident bekannt gab, hat die Türkei im Südosten des Landes 150 Millionen Barrel Ölreserven im Wert von 12 Milliarden Dollar entdeckt.

Erdogan: Öl im Wert von 12 Mrd Dollar entdeckt
 

Digitale Medien
Digitale Nachrichtenflut: Gerade Jüngere leiden darunter

Baierbrunn – Gerade in Krisenzeiten wollen viele Menschen gut informiert sein. Doch wie die Studie „Digitale Resilienz in der Mediennutzung“ des Vocer Instituts für Digitale Resilienz herausgefunden hat, belastet viele die Flut an Nachrichten – insbesondere die jüngeren Menschen. „Vom Nachrichtengeschehen erschlagen und erschöpft fühlen sich vor allem diejenigen, die sich fast ausschließlich digital informieren und digitale Medien zur Kommunikation und Unterhaltung nutzen. Das sind insbesondere jüngere Menschen zwischen 14 und 29 Jahren“, erklärt Dr. Leif Kramp, Medienwissenschaftler am Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung (ZeMKI), Universität Bremen, im Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“. Von digitalem Ballast lösen Kramp hat die Studie gemeinsam mit Dr. Stephan Weichert,Autor, Hochschullehrer und Mitgründer des Vocer Instituts für Digitale Resilienz, durchgeführt. Warum sich ausgerechnet die Digital Natives – also die Jüngeren, die mit digitalen Medien aufgewachsen sind – belastet fühlen, begründen die Studienmacher mit der fehlenden Medien- und Nachrichtenkompetenz. Dazu zählt: Wie kann man Fake News erkennen und was dagegen tun? Wie unterscheidet man persönliche Meinungen von objektiven Nachrichten? „Hier wollen wir an die Selbstwirksamkeit der Nutzenden appellieren, sich von digitalem Ballast wie überflüssigen Apps zu lösen“, rät Dr. Stephan Weichert. Mobile Daten zu bestimmten Zeiten abschalten Den Medienwissenschaftlern zufolge besteht die Lösung nicht darin, digitale Medien zu vermeiden oder ganz abzuschalten, sondern einen souveränen Umgang mit ihnen zu finden. Zum Beispiel, könnten Smartphone-Nutzer ihre mobilen Daten zu bestimmten Zeiten abschalten oder sich ein altes Handy zulegen. „Das klingt banal. Aber es kann uns helfen, eine Struktur zu finden“, so Weichert. Die Studie des Vocer Instituts für Digitale Resilienz zur Digitalen Resilienz in der Mediennutzung hat der Wort & Bild Verlag, in dem die „Apotheken Umschau“ erscheint, gefördert.

Mülltrennung
Was darf wirklich in die Tonne: Deutschland ist Weltmeister im Mülltrennen

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In Deutschland wird die ordnungsgemäße Entsorgung von Abfällen durch das Abfallwirtschaftsgesetz der Bundesregierung geregelt. Verstöße gegen dieses Gesetz können zu erheblichen Bußgeldern und anderen Strafen führen.

Ein Grund, warum die Bundesbürger meist akribisch darauf achten, was in die grüne, gelbe, braune oder schwarze Tonne kommt. Doch die kommunalen Unterschiede führen bei einigen Mitmenschen zu echten Verwirrungen. Zeit, um Licht in das Mülltrennungs-Durcheinander zu bringen.

Hier wird genau(er) hingeschaut: Das besagen die Entsorgungsvorschriften

Die deutsche Regierung hat Richtlinien für die ordnungsgemäße Entsorgung bestimmter Materialien aufgestellt, darunter Elektrogeräte, Batterien und Akkumulatoren, Altreifen und Ölfilter (vor allem, wenn sie noch mit Motoröl verschmutzt sind), Glasverpackungen und Getränkebehälter, Papierverpackungen und Getränkebehälter sowie Verpackungen aus Polymeren. Für viele dieser Materialien gibt es spezielle Sammelstellen, bei denen sie zum Recycling oder zur Entsorgung abgegeben werden können.

Besondere Vorsicht ist auch bei der Entsorgung von medizinischen Abfällen wie Nadeln und Spritzen geboten. Diese Gegenstände müssen in einem versiegelten Behälter aufbewahrt werden, bevor die endgültige Entsorgung an zugelassenen Stellen erfolgt.

Darüber hinaus ist es illegal, gefährliche Abfälle ohne Genehmigung zu transportieren. Zu den gefährlichen Abfällen gehören alle Stoffe, die giftig, entflammbar, explosiv, ätzend, infektiös oder anderweitig gefährlich für die Umwelt sind.

Das Tonnen-Prinzip: Jede Farbe hat ihr Entsorgungskonzept

Es kann derzeit nur regionale Unterschiede bei den Entsorgungsvorschriften geben. Generell gilt jedoch, dass alle Flüssigkeiten (einschließlich Öle) und gefährlichen Materialien nicht in die Mülltonne gehören. Auch brennbare Gegenstände wie Batterien, elektronische Geräte und Steckdosen sollten nicht auf diese Weise entsorgt werden.

In der schwarzen Mülltonne finden biologisch abbaubare Abfälle Platz. Dazu gehören Papierprodukte (Pappe und Zeitungen), Essensreste oder -abfälle, Gartenabfälle und anderes organisches Material wie Hecken- und Grasschnitt, verschmutzte Windeln und Tierabfälle.

In der gelben Tonne werden Plastikabfälle entsorgt. Hierzu zählen Umverpackungen, Milchkartons und alle anderen PVC-Materialien, die nicht mit gefährlichen Stoffen oder Lebensmittelabfällen verunreinigt sind.

Die grüne Tonne kann in einigen Regionen durch eine braune Tonne ersetzt werden. Beide haben allerdings die gleichen Vorgaben, wenn es um die einzuwerfenden Gegenstände geht. Hinein gehören Bio Abfälle aus dem Haushalt und andere biologisch abbaubare Materialien. Das können Küchenabfälle (wie Gemüseschalen, Eierschalen), alte Blumen, Zweige und Blätter aus dem Garten sowie Papierartikel (gebrauchte Servietten und Taschentücher, Papierhandtücher) sein.

Regionale Unterschiede gibt es auch darüber, was unter Küchenabfällen bzw. biologisch abbaubaren Materialien gehört. So ist es möglich, dass das Einwerfen von Milchprodukten oder Fleisch in die grüne/braune Tonne in einigen Orten erlaubt und in anderen wiederum verboten ist.

Darf ich Lebensmittel und Co. auch auf den Kompost werfen?

Viele Bürger mit eigenem Garten verfügen über einen Kompost und könnten theoretisch ihren Grünschnitt, Lebensmittel oder den Kaffeesatz dort ablegen. Eine gute Idee, die sogar erlaubt ist und Müllgebühren spart. Je weniger häufig die braune bzw. grüne Tonne geleert werden muss, desto niedriger die Kosten für die Verbraucher. Auf den Komposthaufen dürfen Gemüse- und Obstabfälle, ebenso wie Teebeutel oder Kaffeesatz. Auch Grasschnitt, Laub, Heu und Stroh sind eine gute Möglichkeit, um die kompostierte Erde mit Kohlenstoff zu versorgen. Eierschalen liefern Calcium und andere wertvolle Mineralien und sollten deshalb ebenso auf den Kompost, um daraus später reichhaltige Erde für Beete und Grünfläche zu gewinnen.

Was mache ich mit großen Müllstücken?

Eine Mülltonne bietet nur begrenzten Platz, sodass größere Gegenstände wie beispielsweise ein Stuhl, üppige Textilien oder Spiegel gar nicht hineinpassen und dort auch nicht hineingehören. Aber wo können diese Sperrgüter dennoch fachgerecht entsorgt werden? In den Städten und Kommunen gibt es hierfür ausgewiesene Bereiche, die sogenannten Wertstoffhöfe. Hier können Bürger meist sogar kostenlos Betten, Lampen und andere nicht mehr benötigte Utensilien abgeben.

Wer nicht zum Wertstoffhof fahren kann oder möchte, hat sogar die Möglichkeit, die Gegenstände abholen zu lassen. Dafür bieten einige Kommunen sogar ein- bis zweimal jährlich eine kostenlose Aktion, bei der (nach Anmeldung) sämtliche bereitgestellten Sperrgüter eingesammelt werden.

Balkan
Nordmazedonien: Türkisch auf dem Weg zur Amtssprache

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Skopje – Die mazedonische Stadt Vasilevo (Василево) hat Türkisch als zweite offizielle Amtssprache anerkannt. Wie die mazedonische Regionalzeitung „Üsküp Haber“ berichtet, hat das Stadtparlament von Vasilevo einen entsprechenden Beschluss gebilligt, der ab 1. Januar 2023 in Kraft treten soll. Mit dieser Entscheidung erhöht sich die Zahl der Städte und Gemeinden in Mazedonien, die Türkisch als offizielle Amtssprache eingeführt haben, auf neun Kleinstädte. Vasilevo zählt etwa 12.000 Einwohner, davon sind etwa 2.095 Bewohner türkischer Abstammung. Bülent Isinov, Mitglied des Stadtparlaments von Vasilevo, zeigte sich nach dem Beschluss sichtlich erfreut und erklärte: „Selbstverständlich kann ich hier als Türke Folgendes dazu sagen: Ich bin sichtlich stolz. Seit langer Zeit hatten wir nicht so viele türkische Mitglieder [im Stadtparlament]. Aber jetzt sind wir drei Mitglieder, auch wenn wir unterschiedlichen Parteien angehören. Ich bedanke mich persönlich im Namen meines Volkes, meiner Freunde und der turksprachigen Welt.“ Sichtlich beeindruckt von der Entscheidung äußerte sich auch Lehrer Enis Schavle: „Es ist eine sehr gute Sache, wenn jeder in seiner Muttersprache unterrichtet wird.“ Türkisch als Amtssprache wird in folgenden Städten und Gemeinden Nordmazedoniens anerkannt: Gostivar, Vrapciste, Jupa, Plasnitsa, Cayir, Studenican, Kircova und Doyran. Die offizielle Amtssprache Nordmazedoniens ist Mazedonisch, wobei Albanisch seit 2019 als zweite Amtssprache gilt. Die albanische Bevölkerung stellt rund ein Viertel der Gesamtbevölkerung dar. Ferner sprechen 3,9 Prozent Türkisch und 1,8 Prozent Serbokroatisch. Kemal Bölge/Skopje

Wahlen 2023
Türkei: Mehrheit würde nicht Kılıçdaroğlu wählen

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Istanbul – Laut einer neuen Umfrage des türkischen Meinungsforschungsinstituts Metropoll Research würden 56,7 Prozent der türkischen Bürger bei einer möglichen Wahl heute nicht für den Vorsitzenden der oppositionellen CHP, Kemal Kılıçdaroğlu, stimmen. Bei Präsident Recep Tayyip Erdoğan lag diese Zahl bei 50,7 Prozent. Die Ergebnisse der Umfrage wurden von dem Meinungsforschungsinstitut am 24. Dezember auf Twitter veröffentlicht. Wie das Institut weiter bekannt gab, wurden die Befragungen zwischen dem 15. und 20. November durchgeführt. Bei Wählern der regierenden AKP lag die Ablehnung mit 88,8 Prozent am höchsten. 85 Prozent der CHP-Wähler stimmten für Kılıçdaroğlu. Andererseits gaben 50,7 Prozent der Befragten an, dass sie nicht für Präsident Recep Tayyip Erdoğan stimmen würden, während 43 Prozent sagten, sie würden für Erdoğan stimmen. Dementsprechend gaben 11,2 Prozent der AKP-Wähler an, dass sie Erdoğan nicht wählen würden, während diese Zahl bei Erdoğans Verbündeter Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP) 29,8 Prozent betrug. Im Juni 2023 finden in der Türkei landesweite Wahlen statt, bei denen die Wählerinnen und Wähler den Präsidenten und alle 600 Abgeordneten des Parlaments wählen werden. Der Präsident und die Abgeordneten des Parlaments werden für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt, wobei der Präsident auch die Möglichkeit hat, vorgezogene Neuwahlen auszurufen.

2017 beschlossen die türkischen Wähler, von einem parlamentarischen System zu einem exekutiven Präsidialsystem überzugehen. Nachdem er seit 2003 Ministerpräsident war, übernahm Erdoğan 2014 das Präsidentenamt. Nach dem neuen System sind die Amtszeiten der Präsidenten auf zwei volle Legislaturperioden begrenzt.

 

Israelkritik
„Antisemitismus-Beschluss wäre Parteinahme für eine Seite“

Berlin – Der Antisemitismusexperte Peter Ullrich kritisiert die Antisemitismusbeauftragten von Bund und Ländern, die ein Verbot von Äußerungen, Symbolen, Motiven, Aufrufen fordern wenn diese auf die Vernichtung Israels abzielen. „Ein solcher Beschluss wäre eine schlichte Parteinahme für eine Seite“, so der Soziologe und Kulturwissenschaftler gegenüber „nd.DerTag„. In einer nun veröffentlichten Studie mit dem Titel „Handlungsbedarf aufgrund zunehmender antisemitischer und antiisraelischer Hetze vor dem Hintergrund des Nahost-Konflikts“ fordert eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe der Innenministerkonferenz zu einem schärferen Vorgehen gegen Israelkritik auf. Dabei werden Maßnahmen gegen Landkarten gefordert, „die das Existenzrecht Israels in Frage stellen“. Delegitimierungen der anderen Konfliktseite durch Nichtnennung auf Landkarten seien in Israel genauso wie Palästina weit verbreitet, so Ullrich. „Das ist Ausdruck des Konflikts, aber kein hinreichender Indikator für Antisemitismus“. Einige der vorgeschlagenen Maßnahmen finden sich auch in den Beschlüssen der Innenministerkonferenz vom 2. Dezember in München, die erst nachträglich online gestellt wurden. So soll den Antisemitismusbeauftragten künftig eine größere Rolle beim Vorgehen gegen Veranstaltungen zugestanden werden. Die Beauftragten sollen dazu mit der Generalstaatsanwaltschaft „bei der nachhaltigen Umsetzung der jeweiligen Maßnahmen“ einbezogen werden.