Start Panorama Ausland Mysteriöse Todesfälle Weiterer Putin-Kritiker stürzt aus Fenster in den Tod

Mysteriöse Todesfälle
Weiterer Putin-Kritiker stürzt aus Fenster in den Tod

Schon seit Monaten sterben russische Top-Manager, Militärs und auch Politiker auf mysteriöse Weise und in überraschend hoher Zahl, auch im europäischen Exil.

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Bombay – In die Reihe der zahlreichen Putin-Kritiker, die aus Fenstern in den Tod stürzten, hat sich ein weiterer angereiht. Schon seit Monaten sterben russische Top-Manager, Militärs und auch Politiker auf mysteriöse Weise und in überraschend hoher Zahl, auch im europäischen Exil. Zu Weihnachten häufen sich diese Meldungen jetzt erneut.

Im Distrikt Rayagada, im indischen Bundesstaat Odisha, ist am Samstag der Putin-Kritiker und Oligarch Pawel Antwo aus dem Fenster gestürzt und ums Leben gekommen. Der Wurstmillionär von der größten Pro-Putin-Partei „Geeintes Russland“ war auf einer Reise, um seinen bevorstehenden 66. Geburtstag zu feiern.

Der verheiratete Tycoon, saß für „Geeintes Russland“ als Abgeordneter in der gesetzgebenden Versammlung der Region Wladimir. Er belegte als Gründer des Fleischunternehmens „Wladimir Standard“ laut Wirtschaftsmagazin Forbes mit einem Einkommen von 9,97 Milliarden Rubel, umgerechnet rund 137 Millionen Euro, im Jahr 2019 den ersten Platz in der Rangliste der reichsten Beamten Russlands. Nur wenige Tage vor Antows Tod, starb auch sein Reisebegleiter Vladimir Budanov an einem Herzinfarkt.

Der russische Generalkonsul in Kalkutta, Alexej Idamkin, sagte gegenüber der russischen Nachrichtenagentur TASS, er sei aus einem Hotelfenster in Rayagada im Bundesstaat Odisha gefallen.

„Wir sind in ständigem Kontakt mit den Angehörigen der toten Russen, mit lokalen Behörden und der Polizei. Die Polizei sieht in diesen tragischen Ereignissen noch keine kriminelle Komponente“, so Idamkin.

Im Juni kritisierte Antow den Krieg und die Luftangriffe auf die Ukraine als russischen „Terror“, der ukrainische Zivilisten töte. Er wies auf einen russischen Raketenangriff hin und sagte: „Ein Mädchen wurde unter den Trümmern hervorgezogen, der Vater des Mädchens scheint gestorben zu sein. Um die Wahrheit zu sagen, ist es äußerst schwierig, dies als etwas anderes als Terror zu bezeichnen“.

Offensichtlich geriet er daraufhin schnell unter starken Druck, woraufhin er die Bemerkung zurückzog und sich entschuldigte. Er machte eine Kehrtwende und behauptete, sein Beitrag in den sozialen Medien sei „ein bedauerliches Missverständnis“ und ein „technischer Fehler“ gewesen. Er betonte, er habe „den Präsidenten immer unterstützt“ und stehe „aufrichtig“ hinter den Zielen von Putins Militäroperation – was jedoch von lokalen Journalisten heftig bestritten wurde.

Eine Reihe von Todesfällen

Mindestens ein Dutzend hochrangiger russischer Geschäftsleute sind Berichten zufolge in diesem Jahr durch Selbstmord oder bei ungeklärten Unfällen ums Leben gekommen, wobei sechs von ihnen mit den beiden größten russischen Energieunternehmen in Verbindung standen.

Alexander Buzakov, der Leiter einer großen russischen Werft, die auf den Bau nicht-nuklearer U-Boote spezialisiert ist, starb letzte Woche plötzlich, ohne dass die Behörden eine Todesursache nannten, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.

Anatoli Geraschtschenko, der ehemalige Rektor des Moskauer Luftfahrtinstituts, starb im September bei einem nicht näher bezeichneten Unfall, wie das Institut mitteilte.

Der Vorstandsvorsitzende von Lukoil, Ravil Maganow, starb Anfang September nach einem Sturz aus dem Fenster eines Moskauer Krankenhauses, wie TASS berichtet.

Mitte September wurde der russische Geschäftsmann Iwan Peschorin, der an der Spitze der Gesellschaft für die Entwicklung des Fernen Ostens und der Arktis stand, in Wladiwostok tot aufgefunden, wie die russischen Staatsmedien berichteten. Peschorin ertrank am 10. September in der Nähe von Kap Ignatyev in Wladiwostok, berichteten regionale Medien.

Ein weiterer hochrangiger Lukoil-Manager, Alexander Subbotin, wurde im Mai in der Nähe von Moskau tot aufgefunden, nachdem er angeblich einen Schamanen aufgesucht hatte, berichtete TASS.