Bundesliga
Bayer 04-Chef schließt Abgang von Wirtz und Alonso aus

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Leverkusen – Fernando Carro, Klubchef des Fußball-Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen, hat im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ Abgänge von Trainer Xabi Alonso und Jung-Star Florian Wirtz ausgeschlossen. „Xabi Alonso macht weiter. Er tut uns gut. Und wir tun ihm auch gut. Die Erfahrung, die er bei uns als Trainer in einem international ambitionierten Klub macht Xabi Alonso bei uns zum ersten Mal. Gleichzeitig profitieren wir als Verein von seiner Professionalität, von seiner Erfahrung und seinen Erfolgen im Fußball“, erklärt der Vorsitzende der Geschäftsführung über den Trainer, dessen Vertrag bis 2024 läuft. Zu Nationalspieler Florian Wirtz (20) äußerte sich Carro so:
„Bei uns kann er sich noch entwickeln, bei uns darf er auch noch Fehler machen, die woanders vielleicht andere Folgen hätten. Er hat eine überragende Qualität, aber für seine persönliche Entwicklung ist es gut, hier zu sein. Beide Seiten werden davon profitieren, wenn die Beziehung noch länger besteht.“
Angesichts der Vertragslaufzeit bis 2027 gibt es für den Klubchef keine Diskussionen: „Er ist zufrieden, wir sind zufrieden, es gibt klare Vereinbarungen – da wird nichts passieren.“ Die Gesamtleistung des Werksklubs, der die Saison nach zwischenzeitlichem Fall auf Platz 17. In der Bundesliga als Sechster abschloss, sieht Fernando Carro differenziert: „Wir können und müssen uns in punkto absoluter Professionalität auf dem Platz, aber auch in der und um die Kabine herum noch weiterentwickeln. Disziplin, volle Hingabe für den Beruf, Zielstrebigkeit – diese Tugenden müssen wir als Verantwortliche vorleben, die Spieler müssen sich damit identifizieren und sie umsetzen, Tag für Tag.“ Der Anspruch, zu den top Vier der Liga zu gehören und sich damit für die Champions League zu qualifizieren, bleibe bestehen, obwohl das Ziel deutlich verfehlt wurde. „Von den Ressourcen, wenn man sich die Umsätze der Vereine anschaut, gehören wir zu den oberen vier. Natürlich weit weg von Bayern München, auch entfernt von Borussia Dortmund und Leipzig, aber noch vor den anderen Klubs. Deshalb bleibt der Anspruch bestehen, auch wenn wir es dieses Jahr nicht geschafft haben. Wir werden nächstes Jahr wieder mit dem Ziel Champions League in die Saison gehen“, sagt Fernando Carro.

Nordafrika
Flüchtlinge: Auch mich wollten sie vergewaltigen

Berlin – Jedes dritte Mädchen auf der Flucht in Nordafrika ist mit sexuellem Missbrauch konfrontiert. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie von Save the Children, für die Mädchen befragt wurden, die nach oder durch Nordafrika geflohen sind. Der Bericht „Girls on the Move in North Africa“ von Save the Children und dem internationalen Think-Tank Samuel Hall untersucht, warum Mädchen aus ihren afrikanischen Heimatländern emigrieren und welchen Risiken sie in Nordafrika ausgesetzt sind. Demnach fliehen viele Mädchen vor Gewalt, Missbrauch, Zwangsverheiratung, fehlenden beruflichen Perspektiven und Familienkonflikten, sind aber auf ihrer Reise weiteren Gefahren ausgesetzt. Eine sichere Fluchtroute gibt es für sie nicht. „Vor 30 Jahren verschärfte Deutschland das Asylrecht – seitdem ist es nahezu unmöglich, auf sichere Weise hierher zu gelangen. Gleichzeitig nimmt aber die Zahl der Geflüchteten weiter zu“, sagt Dr. Meike Riebau, Expertin für Flucht und Migration bei Save the Children Deutschland. „Die Drittstaatenregelung und Europas Abschottungspolitik bringen Geflüchtete in lebensgefährliche Situationen, darunter auch viele Kinder. Unsere Studie zeigt anhand vieler Erlebnisberichte, welchen Gefahren Mädchen auf der Flucht in Nordafrika ausgesetzt sind.“ In den Interviews gab jedes dritte Mädchen an, sexuellen Missbrauch oder andere geschlechtsspezifische Gewalt erlebt oder beobachtet zu haben. Jedes fünfte Mädchen nannte häusliche Gewalt als Grund für ihre Flucht, während jedes siebte Mädchen einer Zwangs- oder Frühverheiratung entgehen wollte. Die Interviews wurden im Jahr 2022 mit Mädchen und jungen Frauen im Alter von neun bis 24 Jahren geführt. Die meisten von ihnen waren aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara geflohen und nach Libyen, Tunesien oder Marokko gelangt, einige reisten auch weiter nach Italien oder Spanien. „Unsere Studie schließt eine Wissenslücke zu geschlechtsspezifischen Fluchtursachen und Risiken“, sagt Meike Riebau. „Um geflüchtete Mädchen angemessen zu unterstützen, müssen wir verstehen, woher sie kommen, was sie erlebt haben und mit welchen Gefahren sie konfrontiert sind. Bisher werden diese Mädchen auf ihrer Suche nach Schutz weitgehend allein gelassen. Es müssen dringend Strukturen geschaffen werden, um sie vor Gewalt und Missbrauch zu schützen.“ Die Zahl der Migrant*innen weltweit ist laut Internationaler Organisation für Migration auf die Höchstmarke von 281 Millionen gestiegen. Insbesondere im Nahen Osten und in Nordafrika sind immer mehr Kinder unterwegs, zunehmend auch Mädchen. Tory Clawson, Leiterin der Save the Children-Initiative für Migration und Vertreibung, fordert mehr Aufklärung über die Gefahren. „Mädchen und ihre Familien brauchen schon bevor sie ihre Heimat verlassen Informationen, um auf ihrer Reise sicher zu sein. Und in den Transitländern brauchen wir Strukturen, die Mädchen schützen und ihnen den Zugang zu sozialen und medizinischen Diensten sichern.“ Die 20-jährige Rainatou* aus Côte d’Ivoire flüchtete nach Spanien, nachdem ihr Vater sie misshandelte und in eine polygame Ehe mit einem viel älteren Mann zwingen wollte. „Meine Schwestern sind von zu Hause geflohen, und wir haben bis heute nichts von ihnen gehört“, berichtet Rainatou. „Als mein Vater das herausfand, verbrannte er mir die Füße. Er sagte, wenn du keine Füße hast, kannst du nicht weggehen.“ Rainatou gelang trotz allem die Flucht. Auf sich allein gestellt und ohne Geld war sie fünf Tage lang zu Fuß unterwegs, bevor sie von einem Lastwagen in die nächste Stadt gebracht wurde. Die 14-jährige Marie* aus Kamerun floh zusammen mit ihrer Mutter. Beide wurden in Marokko und Algerien mehrfach von Menschenschmugglern eingesperrt. „Wir kamen in einem kleinen Dorf an. Dort haben uns Leute abgeholt und an einen anderen Ort mit Frauen und Kindern gebracht“, erzählt Marie. „Wir blieben ein paar Tage und bekamen nichts zu essen oder zu trinken. An diesem Ort wurden Erwachsene und sogar Kinder vergewaltigt. Auch mich wollten sie vergewaltigen, aber meine Mutter konnte mich retten.“ Auch Festnahmen und Inhaftierungen gehören zu den Risiken für Geflüchtete. Dies erlebte die 16-jährige Noella*, die ihre Heimat in Côte d’Ivoire verließ und heute in Italien lebt. Sie wurde von der libyschen Küstenwache abgefangen und in ein Internierungslager gebracht. „In Libyen haben sie meinen Kopf gegen die Wand geschlagen“, berichtet Noella. „Sie verlangten Geld, und da ich keine Familie habe und nicht zahlen konnte, haben sie mich schlecht behandelt. Ein anderes Mal haben sie mir eine Plastiktüte ins Gesicht gedrückt. Sie wollten mir wehtun.“

Ägäis
Türkei und Griechenland wollen Spannungen abbauen

Ankara/Athen – Als weiteres Zeichen für die Verbesserung der Beziehungen zwischen Griechenland und der Türkei haben die beiden NATO-Verbündeten beschlossen, geplante Militärübungen in der Ägäis abzusagen. Wie die türkischen Medien am Dienstag berichteten, hat das türkische Verteidigungsministerium die „Seawolf-Übung“ abgesagt, an der Tausende von Personen mit über 200 Elementen, darunter Schiffe, U-Boote sowie bemannte und unbemannte Luftfahrzeuge, teilnehmen. Die groß angelegte Übung wird jedes Jahr in der ersten Juniwoche abgehalten. Damit reagierte Ankara auf die Entscheidung Athens, die „Kataigis-Übung“ abzusagen, die es jedes Jahr zwischen Mai und Juni in der gesamten Ägäis durchführt. Stattdessen werden nun kleinere Ausbildungsprogramme durchgeführt. Im Zuge der Bemühungen, die positive Atmosphäre zwischen den beiden Ländern nach den tödlichen Erdbeben vom 6. Februar in der Türkei und dem Zugunglück in Griechenland zu verbessern, haben die beiden Nachbarn in der Ägäis gegenseitige Schritte unternommen. Schritte zum Abbau der Spannungen zwischen Griechenland und der Türkei Bei seinem Besuch in der von den verheerenden Erdbeben heimgesuchten Stadt Hatay im Februar kündigte der griechische Verteidigungsminister Nikos Panagiotopoulos an, dass die beiden Staaten vereinbart hätten, eine Agenda auf der Grundlage gutnachbarlicher Beziehungen zu entwickeln. Panagiotopoulos hatte den Willen geäußert, die bilateralen Beziehungen zu stabilisieren und sagte, Tragödien wie die Erdbeben zeigten, „wie klein“ die bestehenden Probleme zwischen Griechenland und der Türkei seien. „Wenn man sie aus einer anderen Perspektive betrachtet, sehen wir, dass diese Tragödien und Katastrophen tatsächlich als Katalysator für den Abbau von Spannungen wirken“, fügte er hinzu. Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar erinnerte letzten Monat daran, dass zwischen den beiden Ländern ein Moratorium besteht, um die Durchführung von Militärübungen in der Ägäis während der Tourismusperiode zu verhindern, und betonte, dass die Türkei bereit sei, dieses zu erweitern. „In der kommenden Zeit erwarten wir konkrete positive Entwicklungen in einigen Fragen, wie z.B. die Verlängerung des Moratoriums, das vorsieht, Übungen in den internationalen Gewässern und im Luftraum der Ägäis zwischen dem 15. Juni und dem 15. September, wenn der Tourismus intensiv ist, zu vermeiden“, wurde Akar von der Nachrichtenagentur Anadolu zitiert. Akar: Wir sollten den Reichtum in der Ägäis teilen Bereits im März sagte Akar, dass die Türkei bereit sei die Beziehungen zu verbessern und „einen Kanal für den Dialog zu öffnen“, um ihre Probleme mit Griechenland zu lösen, so Akar, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Anadolu. „Wir haben Probleme mit Griechenland… Wir sind dafür, diese Probleme mit friedlichen Mitteln und Methoden zu lösen, indem wir im Geiste der Allianz und der guten nachbarschaftlichen Beziehungen verhandeln“, betonte Akar.
Wie der griechische Fernsehsender Skai berichtete, fügte Akar hinzu, dass die Türkei konsequent für eine „gemeinsame Nutzung des Reichtums der Ägäis“ eintrete. Viele Regierungsvertreter in beiden Ländern hoffen, dass die Wiederbelebung der so genannten „Erdbebendiplomatie“ zu einer nachhaltigen Verbesserung der bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Ländern führen wird, die in den letzten Jahren eine Phase anhaltender Spannungen erlebt haben. Griechenland reagierte auf die Erdbeben, die Teile der Südtürkei und Nordsyriens erschütterten, mit einer raschen Entsendung von Hilfsgütern, die vor allem von der EMAK, einer Spezialeinheit für Katastrophenhilfe, die zur griechischen Feuerwehr gehört, bereitgestellt wurden. Die Naturkatastrophe veranlasste auch den griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis und den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, zum ersten Mal seit März letzten Jahres ein direktes Gespräch zu führen.

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– Türkei – Griechischer Fußballer Kolovetsios trifft türkischen Verteidigungsminister Akar

Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar überraschte den griechischen Fußballer Dimitrios Kolovetsios mit einem Besuch.

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Vietnam
Hanoi: Über 5 Jahre Haft für Koch wegen Nusret-Video

Hanoi – Ein Nudelverkäufer in Vietnam, der berühmt dafür ist, den türkischen Starkoch „Salt Bae“ zu imitieren, um angeblich einen hohen Regierungsbeamten zu verhöhnen, wurde am Donnerstag zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, wie die Polizei mitteilte. Ein Gericht hatte ihn wegen „staatsfeindlicher Propaganda“ für schuldig befunden. Nudelverkäufer Bui Tuan Lam war in dem einminütigen Video zu sehen, wie er an seinem Stand am Straßenrand in Salt Bae-Manier gehackte Frühlingszwiebeln in eine dampfende Schüssel mit Suppe streut, bevor er losstolziert und das Gericht den Kunden serviert. Bui, der unter Aktivisten in Vietnam als Peter Lam Bui bekannt ist, war früher in der Menschenrechts- und Justizbewegung aktiv. In seinem Videoclip nennt sich Bui „Onion Leaf Bae“ (Zwiebelblatt-Bae), in Anlehnung an die typische Bewegung des Starkoch. Sein Video entstand jedoch, nachdem ein Clip eines hochrangigen vietnamesischen Beamten in London, der in Nusret Gökçes – wie Salt Bae mit bürgerlichem Namen heißt -, Restaurant in London ein Steak isst, in Vietnam viral ging und für Empörung im Land sorgte. Der exorbitante Preis für das Steak sorgte in Vietnam für Aufsehen, da das Monatsgehalt des Ministers zwischen 600 und 800 Dollar pro Monat liegt. Der vietnamesische Durchschnittsbürger verdient nach Angaben des Allgemeinen Statistikamtes des Landes im Jahr 2021 rund 230 Dollar im Monat. In dem Video ist zu sehen, wie Gökçe den vietnamesischen Minister für öffentliche Sicherheit, Tô Lâm, mit einem 1700-Euro-Steak füttert. Die Ironie dieses Vorfalls entging nur wenigen, als das Video auf TikTok viral ging und in dem sozialistischen Land, in dem Armut und Hunger aufgrund der Corona-Pandemie zunahmen, Empörung auslöste. Der Hashtag #saltbae wurde kurz darauf auch auf Facebook vorübergehend weltweit blockiert, und die Plattform erklärte, sie werde die Gründe dafür untersuchen. Wenige Tage nach dem Hochladen seines eigenen Videos geriet Lam in Schwierigkeiten und filmte einen Polizeibesuch in seinem Haus in der zentralen Stadt Da Nang. Der Minister war zusammen mit mehreren Delegierten in London, nachdem er am COP26-Klimagipfel der Vereinten Nationen in Glasgow, Schottland, teilgenommen hatte. Am Vortag hatte er außerdem Blumen am Grab des kommunistischen Führers Karl Marx niedergelegt. Wie Reuters berichtet, erklärte Bui, er habe nicht die Absicht gehabt, die Regierung zu verspotten. „Das Video, das ich gemacht habe, war nur zum Spaß und um für meinen Rindfleischnudelladen zu werben. Seit ich es veröffentlicht habe, kommen mehr Kunden“, sagte er. Vietnamesische Beamte sind dafür bekannt, dass sie Personen, die als regierungskritisch gelten, vorladen und verfolgen. Viele Menschenrechtsaktivisten und politische Blogger sind im Laufe der Jahre vor Gericht gestellt und inhaftiert worden. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Amtsträger wegen eines Essens in Gökces teurem Restaurant in die Kritik geraten ist. Im Jahr 2019 sorgte der venezolanische Präsident Nicolás Maduro für Empörung, nachdem Bilder von ihm und seiner Frau beim Essen im Restaurant Nusr-Et in Istanbul aufgetaucht waren, obwohl Venezuela mit einer immer größeren Lebensmittelknappheit zu kämpfen hatte.

Staasbürgerschaft
Deutschland: 28 Prozent mehr Einbürgerungen

Berlin – Im Jahr 2022 wurden rund 168 500 Menschen in Deutschland eingebürgert. Seit 2002 wurden innerhalb eines Jahres nicht mehr so viele Einbürgerungen registriert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis noch vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, erhöhte sich die Zahl der Einbürgerungen im Vergleich zum Vorjahr um rund 37 000 oder 28 %. Den mit Abstand deutlichsten Anstieg gab es bei Einbürgerungen von Syrerinnen und Syrern (+29 200), gefolgt von ukrainischen (+3 700), irakischen (+2 400) und türkischen (+2 000) Staatsangehörigen. Im Jahr 2022 wurden insgesamt Menschen mit 171 unterschiedlichen Staatsangehörigkeiten in Deutschland eingebürgert. Einbürgerungen von Syrerinnen und Syrern gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt Syrerinnen und Syrer machten 2022 mit einem Anteil von 29 % die größte Gruppe der Eingebürgerten aus. Insgesamt wurden 48 300 syrische Staatsangehörige eingebürgert, dies waren mehr als doppelt so viele wie 2021 (19 100) und siebenmal so viele wie 2020 (6 700). Sie waren im Schnitt 24,8 Jahre alt und zu zwei Dritteln männlich. Vor ihrer Einbürgerung hielten sie sich im Schnitt 6,4 Jahre in Deutschland auf. Die hohe Zahl der Einbürgerungen von Syrerinnen und Syrern steht im Zusammenhang mit der Zuwanderung von syrischen Schutzsuchenden in den Jahren 2014 bis 2016, die mittlerweile immer häufiger die Voraussetzungen für eine Einbürgerung erfüllen. Zu den Voraussetzungen für die Einbürgerung zählen unter anderem ausreichende Sprachkenntnisse, ein gesicherter Lebensunterhalt und in der Regel eine Mindestaufenthaltsdauer von acht Jahren. Ehegatten und minderjährige Kinder können dabei ohne Mindestaufenthaltsdauer miteingebürgert werden. Im Jahr 2022 wurden 15 400 Syrerinnen und Syrer als solche Familienangehörige miteingebürgert, dies waren fast dreimal so viele wie im Vorjahr (5 700). Neuer Höchststand bei den frühzeitigen Einbürgerungen aufgrund besonderer Integrationsleistungen Wer sich bereits nach sechs Jahren Aufenthalt einbürgern lassen möchte, kann dies über besondere Integrationsleistungen erreichen. Hierzu zählen beispielsweise besonders gute Sprachkenntnisse, schulische oder berufliche Leistungen, aber auch bürgerschaftliches Engagement. Mit 23 100 frühzeitigen Einbürgerungen aufgrund besonderer Integrationsleistungen hat sich deren Zahl 2022 im Vergleich zum Vorjahr (12 400) fast verdoppelt und einen neuen Höchststand erreicht. Darunter machten 13 900 Syrerinnen und Syrer (60 %) die am häufigsten vertretene Staatsangehörigkeit aus. Deutlicher Anstieg der Einbürgerungen auch bei ukrainischen Staatsangehörigen 2022 wurden 5 600 Ukrainerinnen und Ukrainer eingebürgert. Im Vergleich zum Vorjahr (1 900) hat sich der Wert fast verdreifacht. Die eingebürgerten Ukrainerinnen und Ukrainer waren mehrheitlich weiblich (69 %) und im Durchschnitt 36,1 Jahre alt. Vor ihrer Einbürgerung hielten sie sich im Durchschnitt 13,3 Jahre in Deutschland auf. Auch bei irakischen und türkischen Staatsangehörigen gab es 2022 einen deutlichen Anstieg der Einbürgerungen, allerdings ausgehend von einem höheren Ausgangsniveau. So wurden 6 800 irakische Staatsangehörige nach einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 9,5 Jahren eingebürgert (+54 %). Bei den Türkinnen und Türken waren es 14 200 Einbürgerungen (+16 %), nach einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 24,2 Jahren. Türkische Staatsangehörige stellten damit nach den Syrerinnen und Syrern die zweitgrößte Gruppe unter den Eingebürgerten 2022.

Olympische Spiele
Gaming: E-Sport wird olympisch

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat bekanntgegeben, dass Fortnite zukünftig olympisch wird. Dies gilt allerdings nur sehr eingeschränkt, denn die Verantwortlichen wollen laut eigener Aussage nur „echte“ Sportarten bei ihrem E-Sport-Event mit dabei haben. Das sorgt naturgemäß für Spott in der Community. Schließlich soll Fortnite als Zugpferd für die Veranstaltung des IOC dienen. Bisher wurden Titel wie „Dota 2“, „League of Legends“ oder „Counter-Strike“ nur als E-Gaming bezeichnet und nicht als E-Sport akzeptiert. Die abgespeckte Form von Fortnite wird daher eher einem Sportschützen-Wettbewerb ähneln. Neuer Modus für Fortnite Der Battle-Royale-Modus fällt weg, stattdessen werden die Spieler auf einen alternativen Modus treffen. Dieser bildet einen Sportschützen-Wettbewerb nach. Das sorgt unter Beobachtern für Spott, sie werfen dem IOC vor, sein E-Sport-Event irgendwie retten zu wollen. Das Internationale Olympische Komitee versucht damit in einem ersten vorsichtigen Schritt, die Popularität von E-Sport für seine Zwecke zu nutzen. Schließlich verzeichnet der digitale Sport seit Jahren einen enormen Boom, der nicht nur seine Hauptdarsteller zu Stars gemacht hat, sondern auch die Wirtschaft elektrisiert. Längst zählen zahlreiche renommierte Autobauer zu den Sponsoren der Ligen und Teams. Premiere der Olympic E-Sport Series Dieser Zulauf findet auch in der Sportwetten-Branche seinen Niederschlag. Dort haben E-Sport Wetten längst ihren Platz zwischen den Sportwetten gefunden und erweitern das Angebot der Unternehmen. Mit der Aufnahme einer abgespeckten Version von Fortnite versuchen die Verantwortlichen der Olympischen Spiele verstärkt ein junges Publikum für ihr Event zu begeistern. Sicherstellen soll dies unter anderem die Olympic E-Sport Series 2023. Dabei handelt es sich um einen globalen, virtuellen Sportwettbewerb, der vom IOC in Zusammenarbeit mit internationalen Verbänden und Spieleherstellern geschaffen wurde. Die Olympic E-Sport Series 2023 hat bereits am 1. März dieses Jahres begonnen. Dabei wurden sowohl professionelle als auch Amateur-Spieler aus der ganzen Welt eingeladen, an den Qualifikationsrunden für die vorgestellten Spiele teilzunehmen. Das Finale findet vom 22. bis 25. Juni im Suntec Centre in Singapur statt und wird ein Höhepunkt der kürzlich angekündigten Olympic E-Sport Week 2023 sein. Diese neue Veranstaltung des IOC soll das Beste virtueller Sportarten zeigen, wobei das viertägige Festival auch noch eine Schau der neuesten Technologien, Podiumsdiskussionen, Fortbildungsveranstaltungen und Show-Matches beinhaltet.

Brandanschlag von Solingen
Mazyek: „Antimuslimischer Rassismus nahm nach Solingen zu“

Osnabrück – Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD), Aiman Mazyek, hat den rassistischen Brandanschlag von Solingen mit fünf Toten vor 30 Jahren als „Zeitenwende“ im negativen Sinne bezeichnet. In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) zum Jahrestag am 29. Mai sagte Mazyek: „Tatsächlich nahm daraufhin der antimuslimische Rassismus mit Vorfällen wie dem NSU, dem Attentat in München, dem Mord an Marwa El-Sherbini, und den Anschlägen in Halle und Hanau, um nur einige zu nennen, zu.“ Hassverbrechen und antimuslimische Straftaten, die erst seit 2017 in der Kriminalitätsstatistik erfasst werden, seien sprunghaft angestiegen und erreichten bis heute ein sehr hohes Niveau. Mazyek berichtete von seinen eigenen Erfahrungen und sagte: „Viele Menschen, einschließlich einiger Betroffener, stuften Solingen damals als Einzelfall im Kontext der aufgeheizten Asylpolitik ein.“ Dies sei aber eine Fehleinschätzung gewesen. Er selbst sei damals 23 Jahre alt und als Vorstandsreferent seiner Heimatgemeinde in Aachen tätig gewesen: „Ich bat den Imam, in seiner Freitagspredigt für die Opfer zu beten und das Thema anzusprechen, was er auch tat.“ Zwar habe sich seitdem viel in der Gesellschaft verbessert. Allerdings gebe es immer noch eine „latente Unterschätzung dieser menschen- und demokratiefeindlichen Haltung und den Vorwurf an die Betroffenen, dass sie das Thema Rassismus überstrapazieren und es als politischen Hebel nutzen“. Mazyek sagte: „Beides sind fatal falsche Annahmen.“ Der Verbandsvorsitzende forderte, „auch den strukturellen Rassismus beim Namen zu nennen, im Namen der freiheitlichen und rechtsstaatlichen Demokratie.“ Mazyek gehört zu den bundesweit bekanntesten Vertretern der Islam-Organisationen. Er hat wiederholt vor anti-muslimischen Tönen und Vorurteilen in der Bevölkerung gewarnt und Angriffe gegen Muslime und Moscheen beklagt. Am 29. Mai 1993 hatten vier Täter das Haus der türkischstämmigen Familie Genc in Solingen, Nordrhein-Westfalen in Brand gesetzt und damit fünf Menschen getötet sowie weitere 14 verletzt. Ein Teil der Täter stammte aus der unmittelbaren Nachbarschaft. Mevlüde-Genç-Medaille

Die Landesregierung hat die Mevlüde-Genç-Medaille am 18. Dezember 2018 für besondere Verdienste um Toleranz, Versöhnung zwischen den Kulturen und um das friedliche Miteinander der Religionen gestiftet. Der Name geht zurück auf Mevlüde Genç. Sie und ihr Mann Durmuş Genç verloren zwei Töchter, zwei Enkelkinder und eine Nichte, als in der Nacht des 29. Mai 1993 vier Jugendliche Brandsätze in das Haus der Familie Genç in der Unteren Wernerstraßen in Solingen warfen. 17 Familienmitglieder wurden bei der Tat mit rechtsextremen Hintergrund zum Teil sehr schwer verletzt und leiden noch heute an den Folgen.

Die Mevlüde-Genç-Medaille wird durch den Ministerpräsidenten an Einzelpersonen oder Gruppen verliehen, die sich in ihrem Engagement um den Dialog zwischen den Religionen und Kulturen, Toleranz und Versöhnung besonders hervortun. Neben der Medaille und dem Preisgeld von 10.000 Euro erhalten die Preisträger eine Urkunde.

Türkei-Wahlen 2023
Güler: Deutschtürken sehen in Erdogan den „starken Mann“

Köln – Die Kölner CDU-Politikerin Serap Güler sieht das Image des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan als „starker Mann“ als wichtigsten Grund für seinen Erfolg bei türkischen Wählerinnen und Wählern in Deutschland. „Er hat die Türkei in dieser Wahrnehmung zu einem großen, starken Land gemacht“, sagte Güler der Kölnischen Rundschau:
„Die Sehnsucht nach Stärke, nach Führung ist unter den hier lebenden türkischen Bürgern sehr ausgeprägt.“
Güler gab jedoch zu bedenken, dass man auf die absoluten Zahlen schauen müsse: „1,5 Millionen Türken waren hier wahlberechtigt. Von denen haben 480 000 für Erdogan gestimmt. Ja, das war nicht wenig, das waren 67 Prozent derer, die wirklich gewählt haben, aber nicht 67 Prozent der Wahlberechtigten.“ Die Berichte deutscher Medien über die Lage in der Türkei würden „in diesen Kreisen oft als Erdogan-Bashing, als Fake News wahrgenommen“, während türkische Medien Erdogan „als den gütigen, gnädigen, starken Präsidenten“ darstellten. Güler: „Diese Berichterstattungen konstrastieren so stark, dass sich daraus das Narrativ machen lässt, die Türkei werde im Westen schlecht gemacht.“ In der Außenpolitik erwartet die CDU-Abgeordnete, dass Erdogan nach dem Wahlkampf zur Sacharbeit zurückkehrt: „Ich möchte fast darauf wetten, dass er ziemlich bald sein Veto gegen eine Nato-Mitgliedschaft Schwedens aufgibt und sich konstruktiv zeigt, was er hinter den Kulissen ja durchaus ist.“

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– Türkei-Wahlen 2023 – Ex-Präsident Donald Trump gratuliert Erdogan: „Mein Freund“

Unter den zahlreichen Staatsführern, die dem türkischen Präsidenten zum Wahlsieg gratulierten, war auch der US-amerikanische Ex-Präsident Donald Trump.

Ex-Präsident Donald Trump gratuliert Erdogan: „Mein Freund“

Türkei-Wahlen 2023
Ex-Präsident Donald Trump gratuliert Erdogan: „Mein Freund“

Miami – Unter den zahlreichen Staatsführern, die dem türkischen Präsidenten zum Wahlsieg gratulierten, war auch der US-amerikanische Ex-Präsident Donald Trump. „Herzlichen Glückwunsch an Präsident Recep Tayyip Erdogan zu seinem großen und wohlverdienten Sieg in der Türkei. Ich kenne ihn gut und er ist ein Freund. Ich habe aus erster Hand erfahren, wie sehr er sein Land und das großartige türkische Volk liebt, das er auf eine neue Ebene der Bekanntheit und des Respekts gehoben hat, schrieb Trump auf seinem sozialen Netzwerk Truth Social. Auch der armenische Präsident Nikol Pashinyan gratulierte Erdogan zum Sieg:
Glückwunsch an Präsident Erdogan zu seiner Wiederwahl. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit im Hinblick auf eine vollständige Normalisierung der Beziehungen zwischen unseren Ländern.

Erstmals in der Geschichte des Landes fanden in der Türkei am heutigen Sonntag Stichwahlen um die Präsidentschaft statt. Amtsinhaber Recep Tayyip Erdoğan trat gegen seinen Herausforderer Kemal Kilicdaroglu an. Vorläufige Ergebnisse deuten darauf hin, dass Erdoğan ein weiteres Mal als Gewinner aus der Präsidentschaftswahl hervorgeht.

Erdoğan führt nach Auszählung von 95 Prozent der Stimmen mit 52,3 Prozent deutlich vor seinem Herausforderer Kılıçdaroğlu, der momentan bei 47,7 Prozent liegt.  

Türkei-Wahlen 2023
Ungarns Viktor Orban gratuliert Erdogan zum Sieg

Budapest – Ungarns Präsident hat seinem türkischen Amtskollegen zum Sieg gratuliert. „Glückwunsch an Präsident Erdogan zu seinem unangefochtenen Wahlsieg!“, schrieb der ungarische Staatschef auf Twitter. Er fügte „Glückwunsch, Herr Präsident“ auf Türkisch hinzu. Erstmals in der Geschichte des Landes fanden in der Türkei am heutigen Sonntag Stichwahlen um die Präsidentschaft statt. Amtsinhaber Recep Tayyip Erdoğan trat gegen seinen Herausforderer Kemal Kilicdaroglu an. Vorläufige Ergebnisse deuten darauf hin, dass Erdoğan ein weiteres Mal als Gewinner aus der Präsidentschaftswahl hervorgeht. Erdoğan führt nach Auszählung von 95 Prozent der Stimmen mit 52,3 Prozent deutlich vor seinem Herausforderer Kılıçdaroğlu, der momentan bei 47,7 Prozent liegt.