Kryptohandel
Investieren in Kryptowährungen: Was sollte man beachten?

0

Das Vertrauen in staatliche Banken und Währungen kippt bereits seit einigen Jahren. Kryptowährungen spielen für viele Investoren eine wichtige Rolle und werden von einigen Experten sogar als Währung der Zukunft bezeichnet. Dennoch sollte man einige Dinge beachten und nicht ohne Marktkenntnis in Kryptowährungen investieren.

Kryptowährungen als Teil des Investments

Grundsätzlich sollte kein Investor sein Geld auf „ein Pferd“ setzen. Das gilt auch für Investitionen in Kryptowährungen. Wer sein Budget streut und sich für ein breit gefächertes Anlageportfolio entscheidet, muss die digitalen Währungen aber auch nicht ausschließen. Interessant ist zum Beispiel der Kurs von Ethereum, welcher in den vergangenen Jahren einen kontinuierlichen Wertzuwachs erlebte. Auch die Kenntnis zum ADA Preis bietet gute Chancen für ein zukunftssicheres Investment. Wenn man sich auf Kryptowährungen konzentriert, muss man sich nicht zwangsläufig an den Bitcoin klammern und die bekannteste, aber auch die wankelmütigste Kryptowährung wählen. Es gibt heute eine ganze Reihe an Möglichkeiten, einen Teil seines Geldes in virtuellen Währungen anzulegen und sich so für unsichere Zeiten abzusichern.

Chancen und Risiken – Marktkenntnis als Basis

Ehe man einen Euro in eine Kryptowährung „umtauscht“, sollte man sich intensiv mit dem Markt beschäftigen. Dieses Investment bietet zwar gute Chancen, birgt aber auch einige Risiken in sich. Grundsätzlich sollte man wissen, dass man die Marktentwicklung nicht vorhersehen kann und dass es möglich ist, dass man sein Investment verliert. Dennoch können sich Kryptowährungen lohnen, da sie zum aktuellen Zeitpunkt deutlich stabiler als der Euro sind. Die besten Investments werden auf lange Zeit getätigt. Wer das schnelle Geld machen und durch den Kauf einer Kryptowährung finanzielle Defizite ausgleichen möchte, wird im Regelfall vor einem noch größeren Problem als vorab stehen.

Daher sollte man diese Entscheidung keinesfalls voreilig treffen und davon ausgehen, dass Kryptowährungen das digitale Allheilmittel sind. Erfahrene und erfolgreiche Investoren beschäftigen sich mit dem Markt und haben daher eine Tendenz, ob sich der Ankauf (oder der Verkauf) lohnt oder ob sie eine Kryptowährung trotz aktuellem Verlust noch eine Weile halten sollten. Wer so denkt, kann mit seinem Investment praktisch keinen Fehler machen und geht perspektivisch mit einem Gewinn aus seiner Anlage heraus.

Investment oder alternatives Zahlungsmittel: Das sind die Fakten

Es ist noch nicht lange her, als man mit Kryptowährungen ausschließlich im Internet bezahlen konnte. Doch die Zeiten haben sich verändert. Immer mehr Gastronomen und andere Branchen akzeptieren die gängigsten Kryptowährungen als Zahlungsmittel. Das wiederum hat für den Investor den Vorteil, dass er seine digitale Währung nicht nur online ausgeben – sondern dass er sie auch im täglichen leben als Zahlungsmittel verwenden kann. Hier wird es zukünftig noch mehr Veränderungen geben, was bereits jetzt ersichtlich ist. Denn die Akzeptanz von Kryptowährungen steigt weiter und es ist kein Ende in Sicht. Ob das digitale Geld staatliche Währungen ablöst, kann hingegen zum aktuellen Zeitpunkt nur vermutet werden.

Fazit: Wer in Kryptowährungen investieren möchte, sollte sich ausführlich mit dem Markt beschäftigen. Dazu gehört der Blick in die Vergangenheit ebenso wie der Blick in die Zukunft. Ein Großteil aller virtuellen Währungen sind verhältnismäßig stabil, wenn man die durchschnittliche Kursentwicklung über einen Zeitraum von mehreren Jahren betrachtet.


Die hier zur Verfügung gestellten Informationen sind keine Anlage- oder Finanzberatung. NEX24 gibt keine Kauf- und Verkaufsempfehlungen. Bitte betreiben Sie eigene Nachforschungen und suche professionellen finanziellen Rat bevor Sie eine Investmententscheidung treffen.
 

Ramadan 2023
London: Erstmals Ramadan-Dekorationen am Picadilly Circus

0
London – Am Donnerstag beginnt der für weltweit Milliarden Muslime heilige Fastenmonat Ramadan, in dem Gläubige für 30 Tage von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nichts essen und trinken. Ausgenommen sind Kranke, Alte, Schwangere oder Kinder. Der Ramadan ist der neunte Monat des muslimischen Mondkalenders. Am Ende des Monats findet das dreitäge Zuckerfest, das Eid al- Fitr, statt, welches nach dem Opferfest als wichtigste Feierlichkeit im Islam gilt. In der britschen Hauptstadt wurden in diesem Jahr erstmals rund um den Picadilly Circus Lichter und Dekorationen aufgestellt, um die Ankunft des muslimischen Fastenmonats Ramadan zu feiern. Die Aziz Islamic Charitable Stiftung habe in Zusammenarbeit mit den Behörden eine Initiative zur Aufhängung der Dekorationen durchgeführt, „um die fröhliche Ramadan-Atmosphäre zu verbreiten“, so die Stiftung in einem Mitteilung.
„Wir sind stolz darauf, die Initiative Beautiful Decorations and Lights of Ramadan auf dem Piccadilly Square zu sponsern, und wir hoffen, dass alle Freunde und Familienangehörigen den Platz besuchen, um diese Solidaritätsinitiative für alle zu feiern.“
Fastenbrechen mit Chelsea Bereits am Montag hatte der englische Top-Club Chelsea – als erster Verein Großbritanniens – angekündigt, ein Iftar-Essen zu veranstalten. Der Iftar ist das festliche Abendessen, mit dem nach Sonnenuntergang das Fasten gebrochen wird. Der englische Premier-League-Klub wird demnach am 26. März, wenige Tage nach Beginn des  Ramadan, ein Iftar-Essen in seinem Heimstadion Stamford Bridge veranstalten. „Am Sonntag, den 26. März, wird die Chelsea Foundation ein offenes Iftar am Spielfeldrand der Stamford Bridge veranstalten – eine Premiere für den Verein und ein Stadion der Premier League“, teilte der Londoner Verein am Montag in einer Erklärung mit. „Eine Reihe lokaler Moscheen und Mitglieder der muslimischen Gemeinde von Chelsea, wie Fans und Schüler, werden zusammen mit den Mitarbeitern des FC Chelsea eingeladen“, so der Verein. Der Leiter der Chelsea-Stiftung, Simon Taylor, sagte, man sei „hocherfreut“, ein offenes Iftar zu organisieren, und könne es kaum erwarten, alle willkommen zu heißen. Der Premier-League-Klub fügte hinzu, dass die Veranstaltung „in Zusammenarbeit mit dem Ramadan Tent Project“, einer 2013 gegründeten und preisgekrönten Wohltätigkeitsorganisation, durchgeführt wird. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, Gemeinschaften zusammenzubringen und ein Verständnis für den Ramadan zu entwickeln.

Auch interessant

– Frankreich – Französisches Model Marine el Himer zum Islam konvertiert

Das berühmte französische Model Marine el Himer hat bekannt gegeben, dass sie zum Islam konvertiert ist.

Französisches Model Marine el Himer zum Islam konvertiert
       

Ukraine-Krieg
Ukrainischer Geheimdienst: Moskau sucht Putin-Nachfolger

0
Kiew – Mehr als ein Jahr nach dem völkerrechtswidrigen Einmarsch Russlands in die Ukraine, wächst im Kreml die Unzufriedenheit mit Präsident Wladimir Putin. Es werde bereits über die Zeit nach seiner Präsidentschaft gesprochen. Putin startete am 24. Februar 2022 seine „spezielle Militäroperation“ gegen die Ukraine, die auf einen schnellen Sieg über das osteuropäische Land abzielte, das zu diesem Zeitpunkt als militärisch viel schwächer galt. Die unerwartet starke Verteidigung Kiews, die durch westliche Militärhilfe gestärkt wurde, machte die russischen militärischen Erfolge jedoch zunichte. Nach mehr als einem Jahr der Kämpfe stagniert die russische Invasion weiterhin, wobei die Ukraine im letzten Herbst Tausende von Quadratkilometern ehemals besetzter Gebiete zurückerobern konnte. Die Kämpfe konzentrieren sich nach wie vor auf den östlichsten Teil des Landes, wo Russlands Versuche, die Kontrolle über Bakhmut zu übernehmen, in den letzten Tagen nachgelassen haben. International sehen Experten Putins Probleme hingegen vor allem darin, weiter motivierte Soldaten zu finden. Zuletzt hatte es immer wieder Berichte über ausgeweitete Rekrutierungsmethoden, etwa unter Gefängnisinsassen gegeben. Russland hat im Allgemeinen während des gesamten Krieges hinter Putin gestanden, auch wenn es Anzeichen dafür gab, dass einige Personen angesichts der zunehmenden Verluste der Unterstützung überdrüssig geworden sind. Angesichts der wachsenden Unzufriedenheit glaubt die Ukraine nun, dass der Kreml nach einem Nachfolger für Putin sucht. „Im Kreml wächst die Unzufriedenheit mit den Geschehnissen“, so Jusow. „Es gibt ein zunehmend düsteres Verständnis der Aussichten, insbesondere der geopolitischen Katastrophe des Putin-Regimes. Die Suche nach einem Nachfolger Putins ist also bereits im Gange“, so Andriy Yusov, Sprecher des ukrainischen Geheimdienstes GUR, in einem aktuellen Video über die Situation im Kreml. Er fügte hinzu, dass Putin nicht mehr an der Auswahl seines eventuellen Nachfolgers beteiligt ist. Yusovs Äußerungen wurden erstmals am Samstag auf Twitter veröffentlicht und von Anton Geraschenko, einem Berater des ukrainischen Innenministers, übersetzt. Yusov nannte keine potenziellen Kandidaten für die Nachfolge Putins. Die Frage nach Putins Zukunft stellt sich auch, weil der Internationale Strafgerichtshof (ICC) am Freitag einen Haftbefehl gegen Putin wegen Kriegsverbrechen erlassen hat. Obwohl es unwahrscheinlich ist, dass Putin verhaftet wird, wird der Haftbefehl seine Reisemöglichkeiten stark einschränken, da die meisten Länder die Souveränität des ICC anerkennen.

Auch interessant

– „Das Dritte Rom“ – Russland: Ex-Parlamentarier möchte Istanbul erobern

Der ehemalige russische Abgeordnete und Historiker Semen Bagdasarow hat in einem TV-Interview die Eroberung der türkischen Millionenmetropole Istanbul gefordert.

Russland: Ex-Parlamentarier möchte Istanbul erobern

Salih Özcan sieht Wechsel zum BVB als richtigen Schritt

0
Dortmund – Mittelfeldspieler Salih Özcan von Borussia Dortmund bezeichnet seinen Wechsel von Köln nach Dortmund als „absolut richtigen Schritt. „Köln und der FC bleiben auch meine Heimat, aber ich denke und hoffe, dass die Kölner Fans meine Entscheidung nachvollziehen können. Ich bin 25 Jahre alt und will in meiner Karriere vorankommen“, sagte der türkische Nationalspieler im Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger„. Der BVB spiele um die Meisterschaft und regelmäßig in der Champions League. Die Königsklasse habe er vorher nur aus dem TV oder vom Stadionbesuch gekannt. „Es war ein unbeschreibliches Gefühl, selbst dort aufzulaufen. Als ich auf dem Rasen die Hymne gehört hatte, bekam ich Gänsehaut. Da hat sich ein Traum erfüllt. Ich bin glücklich beim BVB und überzeugt, dass der Schritt der richtige war – auch wenn mir der Wechsel nach so vielen Jahren beim FC wahrlich nicht leicht gefallen war. Doch die Chance, zu solch einem Verein zu wechseln, ergibt sich vielleicht nur einmal. Ich musste sie nutzen. Ich habe einen Vertrag bis 2026. Der BVB hat mit dieser Mannschaft eine tolle Perspektive und viel vor, und das habe ich auch.“ Auch mit seinen bisherigen Einsatzzeiten zeigte er sich „auf jeden Fall zufrieden. Ich habe mich weiterentwickelt. Nach meinen Verletzungsproblemen zu Saisonbeginn habe ich relativ schnell meine Rolle im Team gefunden und mir einen Stammplatz erkämpft. Ich weiß aber auch, dass ich diesen auch schnell wieder los sein kann. Du musst hier permanent abliefern, die Konkurrenz im Kader ist riesig. Das war beim FC in diesem Ausmaß natürlich nicht der Fall.“ Überhaupt sei beim BVB alles noch einmal eine Nummer größer als beim 1. FC Köln. Für seinen neuen Klub wartet Özcan allerdings noch auf seinen ersten eigenen Treffer. Im Offensivspiel müsse er sich noch verbessern, befand der Dortmunder: „Ich bin selbstkritisch genug, um zu wissen, dass ich torgefährlicher werden und auch mehr Aktionen nach vorne haben muss. Ich will, dass der Knoten platzt. Daran arbeite ich.“ Salih Özcan: Schwierige Situation beim BVB nagt an Modeste Die schwierige Situation bei Borussia Dortmund nagt laut BVB-Profi Salih Özcan an Stürmer Anthony Modeste. „Dass ein Stürmer nicht glücklich ist, wenn er wenig spielt und nicht trifft, das ist doch klar“, sagte der türkische Nationalspieler. „In Köln hat sich vieles um Tony gedreht. Natürlich auch das Spiel, das mit den vielen Flanken in den Strafraum ganz wesentlich auch auf ihn ausgerichtet war. Hier ist der Spielstil ein anderer und die Konkurrenz größer. Ich denke nicht, dass Tony grundsätzlich mit dem Wechsel hadert, der BVB hat ihm mit 34 Jahren die Chance gegeben, zum ersten Mal in seiner Laufbahn in der Champions League zu spielen“, so Özcan weiter.

"Das Dritte Rom"
Russland: Ex-Parlamentarier möchte Istanbul erobern

0
Moskau – Der ehemalige russische Abgeordnete und Historiker Semen Bagdasarow hat in einem TV-Interview die Eroberung der türkischen Millionenmetropole Istanbul gefordert. Die Türkei sei durch die verheerenden Erdbeben geschwächt und Bagdasarow schlug in dem Interview eine Einnahme und Angliederung der Stadt an Russland vor. Über der Haghia Sophia solle ein Kreuz errichtet werden und die russische Fahne wehen. In dem Video nannte der pensionierte russische Oberst die kulturelle Hauptstadt bei ihrem byzantinischen Namen: Konstantinopel.
Die Türkei befindet sich derzeit in einer schwierigen Situation, die wir ausnutzen sollten. Schmeißen wir sie aus Zentralasien raus, beenden wir ihren Einfluss in der Ukraine, schmeißen wir sie aus dem Südkaukasus raus und ziehen wir bestimmte Kräfte in der Türkei auf und holen wir unsere Stadt zurück, die historisch zu uns gehört – die Stadt Konstantinopel. Und lasst uns ein Kreuz über dem Tempel der heiligen Sophia errichten. Lasst uns das alles zurückholen. Diese Krise sollte mit dem Zusammenbruch der Türkei und der Angliederung dieser Gebiete an uns enden.
Die Beziehungen zwischen der Türkei und Russland sind von Nordafrika über den Nahen Osten bis hin zum Kaukasus in einer Mischung aus Rivalität und Zusammenarbeit miteinander verflochten. Die beiden Länder haben auch eine sich vertiefende Partnerschaft im Energiebereich. Moskau – das Dritte Rom In Putins Russland stehen Kreml und Kirche Seite an Seite gegen „Feinde“. Nie zuvor hat es in der mehr als tausendjährigen Geschichte der russischen Orthodoxie solch eine Allianz gegeben. Unter zahlreichen Politikern der Putin-Regierung gilt Moskau als der Nachfolger Konstantinopels und somit Russland als das „Dritte Rom“. Istanbul, das ehemalige Konstantinopel, soll für diese Politiker und Geistlichen Teil eines neuen russischen Reiches werden. Auch der Angriff auf die Ukraine wird mit diesem narrativ zu legitimieren versucht. Dieses Narrativ ist das Ergebnis einer Reihe von ideologisch, religiös und historisch begründeten Rahmen, die Putin und seine Berater in den letzten 22 Jahren entwickelt haben. Putin nutzte die christlich-imperiale Geschichte als „brauchbare Vergangenheit“ um eine neue Staatsideologie zu formulieren, die Gesellschaft für die Mission des Heiligen Russischen Reiches zu mobilisieren, Feinde zu dämonisieren und ihre geplante Zerstörung zu legitimieren. Diese Mission und Ideologie wurde in ein übergreifendes apokalyptisches, metaphysisches Schema eingebettet, in dem Tod und Krieg edle Ziele sind, die die Russen annehmen müssen, um ihren Platz im Himmel zu erhalten. Im Jahr 2007 wurde Putin in einem Gespräch mit Teilnehmern des Valdai-Debattierklubs gefragt, was Russlands neue Mission sei und welche Idee Russland außerhalb seiner Grenzen propagieren solle. Er erinnerte seine Zuhörer daran, dass die „Grundprinzipien des Russischen Reiches die Ideale der Monarchie, der Verbundenheit mit dem Volk und der Orthodoxie waren. Dies waren die drei Eckpfeiler des Russischen Reiches.“ Die russische Orthodoxie, so Putin, habe den russischen Staat bei seiner Expansion, Eroberung und Vergrößerung unterstützt: „Der aufrichtige und entschlossene Glaube hat unseren Vorfahren geholfen, gemeinsam die schwierigsten Prüfungen zu bestehen, Schwierigkeiten zu überwinden und siegreich zu sein. Diese Erfahrung der moralischen Vervollkommnung und der kulturellen, sozio-politischen Entwicklung ist zu einem integralen Bestandteil des Erbes des östlichen Christentums geworden und vereint ganze Völker, die der orthodoxen religiösen Tradition angehören. Russland nimmt unter ihnen einen würdigen Platz ein, indem es für Gerechtigkeit eintritt, sich um die geistige Integrität unserer orthodoxen Welt kümmert, für die Entwicklung der Zusammenarbeit eintritt und den aktiven Dialog zwischen den orthodoxen Kirchen stärkt. Im Jahr 2015 postulierte er die imperiale Bestimmung Russlands als „einzigartiges Land und einzigartige Zivilisation“ und berief sich dabei auf Fürst Wladimir, den Herrscher der Kiewer Rus von 980 bis 1015, der die Region zum Christentum bekehrte und als einer der Hauptbegründer des russischen Reiches gilt: „Fürst Wladimir war dazu bestimmt, ein großer Herrscher zu werden. Seine Wahl war umsichtig und äußerst verantwortungsbewusst und wurde zur Quelle der Entwicklung Russlands zu einem einzigartigen Land und einer einzigartigen Zivilisation. Die Annahme des Christentums beruhte auf Fürst Wladimirs tiefer Liebe zu seinem Vaterland, auf seinen ernsthaften geistigen Überlegungen und auf seiner Suche nach einer einzigen Grundlage, die das Volk und die verstreuten Länder vereinen konnte.“ Der nächste Schritt war ein geopolitischer und territorialer Schritt, wie er in seinem im Juli 2021 veröffentlichten Essay „Über die historische Einheit von Russen und Ukrainern“ dargelegt wurde. Darin postulierte er, dass die verschiedenen slawischen Völker zu einer heiligen russischen Nation gehören und „wiedervereinigt“ werden müssen, um diese Nation wieder groß zu machen. Mehr als ein halbes Jahr später startete Putin seine unprovozierte Invasion in der Ukraine. Trotz unbegründeter Argumente zur angeblichen Notwendigkeit der „Entnazifizierung“ des Gebiets hatten Putins Erklärungen nach dem 24. Februar 2022 einen deutlich imperialen, ideologischen Klang. Als Putin im Juni 2022 die Notwendigkeit der Invasion erklärte, betonte er erneut die Bedeutung der ideologischen und geistigen Erziehung der Nation: „Wenn wir uns nicht auf die Grundwerte der nationalen Kulturen der Völker Russlands stützen, werden wir unsere Gesellschaft nicht konsolidieren. Ohne Konsolidierung wird alles auseinander fallen. Und dass wir uns gewissermaßen selbst verteidigen und dafür kämpfen müssen, liegt auf der Hand. Dann nannte er ein konkretes Beispiel für eine solche Schulungsmaßnahme:
„Wir haben die Ausstellung zum 350. Es hat sich fast nichts geändert. Das ist eine bemerkenswerte Sache. Man kommt zu dieser Erkenntnis, zu diesem Verständnis. Peter der Große hat 21 Jahre lang den Großen Nordischen Krieg geführt. Oberflächlich betrachtet führte er Krieg gegen Schweden und nahm ihm etwas weg … Er nahm nichts weg, er gab etwas zurück. (…) Es war klar, dass es unser Los war, zurückzukehren und ebenfalls zu verstärken.“

Auch interessant

– Ukraine-Krieg – Ukraine: Muslimische Tschetschenen im Kampf gegen Russland

In einem Gespräch mit der britischen Tageszeitung The Guardian bewertete ein Kämpfer des tschetschenischen Dschochar-Dudajew-Bataillons die aktuelle Situation in der Ukraine.

Ukraine: Muslimische Tschetschenen im Kampf gegen Russland

Türkischer Kampfjet
Türkei: Kampfjet TF-X absolviert erfolgreich erste Tests

Ankara – Die Türkei wird möglicherweise sehr bald dem exklusiven Kreis der wenigen Länder, die Kampfflugzeuge der fünften Generation herstellen, beitreten. Während die Verhandlungen über die Verkäufe des US-Jets F-16 an die Türkei noch laufen, hat das erste Kampfflugzeug der Türkei, TF-X, am Freitag seinen ersten Rolltest erfolgreich abgeschlossen. Der offizielle Enthüllungstermin ist am morgigen Samstag. Anfang 2023 zeigte eine Reihe von Bildern vom Montageband, dass das Flugzeug kurz vor der Fertigstellung stand.  Der Erstflug des TF-X-Jets ist für das Jahr 2025 geplant, die Auslieferung der serienmäßig produzierten Einheiten soll 2029 beginnen. Vermutlich handelt es sich bei dem Flugplatz um den Fliegerhorst Mürted, 25 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Ankara, den Hersteller Turkish Aerospace Industries (TAI) seit geraumer Zeit als Werksflugplatz nutzt, berichtet das Luftfahrtmagazin Fluegrevue.
„Von hier aus wird der türkische Stealth-Fighter aller Voraussicht nach auch irgendwann zu seinem Erstflug abheben – und damit für die Türkei endgültig das Tor zu einer neuen Ära in der Luftfahrt aufstoßen“

Prof. Ismail Demir, Präsident der türkischen Rüstungsindustrie (SSD), sagte in einem Fernsehinterview, dass die Regierung nach dem Ausschluss des Landes aus dem F-35 Joint Strike Fighter-Programm unter amerikanischer Führung der Produktion ihres einheimischen TF-X-Kampfjets Priorität einräume. Die USA hatten die Türkei im Juli 2019 aus dem F-35-Kampfjet-Programm gestrichen, nachdem Ankara das russische Luftabwehrsystem S-400 gekauft hatte. Die Türkei ist Mitentwickler und Lieferant von etwa 900 Bauteilen.

Die Entscheidung der Türkei, einen eigenen Kampfjet zu entwickeln, fiel jedoch bereits im Dezember 2010. Im August des darauffolgende Jahres erteilte das türkische Verteidigungsministerium dem staatseigenen Luft- und Raumfahrtkonzern mit Hauptsitz in Ankara TAI (TUSAŞ Aerospace Industries), den Auftrag zur Entwicklung eines heimischen Trainings- und Kampfjets. TAI-CEO Temel Kotil sagte in einem Fernsehinterview, dass „die Regierung zusätzliche 1,3 Milliarden Dollar für Phase 1 des TF-X-Programms bereitgestellt habe. Insgesamt arbeiteten 6.000 Ingenieure an diesem Programm.“ Er fügte hinzu, dass sein Unternehmen bald den, wie er es nannte, zweitgrößten Windkanal Europas zum Testen des Flugzeugs bauen werde. Es gibt nur wenige konkrete Informationen über den TF-X-Jet, und das bisher Bekannte kann sich noch ändern, wenn das Projekt in die Serienproduktion geht. Dennoch wurde bestätigt, dass der TF-X-Jet ein zweimotoriges Kampfflugzeug sein wird. Das Flugzeug wird auf jeden Fall einige Variationen der üblichen Merkmale der fünften Generation bieten, einschließlich Sensorfusion und fortschrittliche Avioniksysteme.

Das Kampfflugzeug wird einen internen Waffenschacht sowie andere Konstruktionsmerkmale zur Maximierung der Stealth-Leistung unterstützen. Da das TF-X-Kampfflugzeug in erster Linie für Luft-Luft-Einsätze konzipiert ist, wird die Manövrierfähigkeit im Vordergrund stehen.

Der TF-X-Jet wird Luft-Luft-Raketen aus dem laufenden GÖKTUĞ-Programm tragen – das Programm entwickelt zwei Produkte, eine Rakete mit größerer Sichtweite (BVRAAM) und eine Kurzstreckenrakete mit der Fähigkeit, außerhalb der Reichweite zu zielen. Der TF-X-Jet wird wahrscheinlich auch die hochleistungsfähige europäische Langstrecken-Luft-Luft-Rakete Meteor sowie eine Vielzahl von Bomben der türkischen HGK-82-Familie tragen. Aufbau der Rüstungsindustrie nach Zypern-Sanktionen 1974 Nachdem die Türkei 1974 in Zypern militärisch intervenierte, beschlossen die USA ein Waffenembargo gegen Ankara. Als Reaktion wurden in der Türkei Stiftungen und Rüstungsunternehmen gegründet, die die Entwicklung von eigenen Waffensystemen unterstützen sollten. „Das größte Verteidigungsunternehmen der Türkei gehört heute zu den einhundert größten der Welt. Im Zuge des Zypernkonflikts ab 1974 erlebte das türkische Militär zahlreiche Nachschub- und Ausrüstungsprobleme, die Ankara dazu veranlassten, die heimische Rüstung zu entwickeln. ASELSAN ist das Ergebnis dieser Politik. Heute exportiert das Unternehmen Systeme in die ganze Welt, darunter Kommunikations- und Radarsysteme, aber auch Raketensuchköpfe“, Yusuf Akbaba von SSD gegenüber Eurasianews. 

Auch interessant

– TOGG T10X – Türkisches E-Auto TOGG: Bereits über 17.000 Vorbestellungen

Dies übertrifft bereits jetzt die Gesamtzahl aller in der Türkei zugelassenen E- und Hybridfahrzeuge, die mit 6.500 bis 7.000 angegeben wird.

Türkisches E-Auto TOGG: Bereits über 17.000 Vorbestellungen

TOGG T10X
Türkisches E-Auto TOGG: Bereits über 17.000 Vorbestellungen

0
Istanbul – Das türkische E-Auto TOGG bricht bereits jetzt Verkaufsrekorde. Wie der türkische Technologieminister Mustafa Varank am Freitag bekannt gab, habe es nicht einmal 24 Stunden nach Verkaufsstart 17.275 Vorbestellungen gegeben. Dies übertrifft bereits jetzt die Gesamtzahl aller in der Türkei zugelassenen E- und Hybridfahrzeuge, die mit 6.500 bis 7.000 angegeben wird. Wie TOGG mitteilte, wird die Phase der Vorbestellungen der ersten 12.000 Fahrzeuge für 2023 bis zum 27. März andauern. Der türkische, rein batteriebetriebene Elektro-SUV TOGG T10X soll eine Reichweite von bis zu 523 km bieten, kostet in der Türkei ab umgerechnet 47.500 Euro und soll schon 2024 auch nach Deutschland kommen. Der Elektro-SUV Togg T10X wurde zusammen mit der renommierten italienischen Design-Schmiede Pininfarina entworfen und wird zwischen dem 16. und 27. März für Vorbesteller aus der Türkei erhältlich sein. Das SUV T10X ist in zwei Batteriegrößen und zwei Ausstattungsvarianten verfügbar. Mit 160 kW/218 PS und 350 Nm Drehmoment wird der T10X RWD (Heckantrieb) eine Reichweite von 314 bzw. 523 Kilometern haben. Die Version mit der höheren Reichweite soll knapp 60.000 Euro kosten. 

Die zweimotorige, 435 PS starke AWD-Version (Allradantrieb) des T10X, die in 4,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt und 700 Nm Drehmoment erzeugt, wird ab dem 29. Oktober 2023 ausgeliefert. Für dieses Sondermodell wurde noch kein Preis bekannt gegeben. 

(Foto: nex24)
TOGG hat dem T10X serienmäßig ein umfangreiches Infotainment-System spendiert, das die neueste Snapdragon Digital Cockpit-Plattform nutzt. Snapdragon, bekannt für seine Mobilprozessoren, hat sich in den letzten Jahren auf die Automobiltechnologie konzentriert. Das Unternehmen bietet Automobilherstellern eine digitale Cockpit-Plattform an. Sie erweitert die digitalen Anzeigen und Multimediabildschirme des Fahrzeugs um Funktionen, fügt dem Fahrzeug Fähigkeiten der künstlichen Intelligenz hinzu und führt Cloud-Kommunikation und Computer-Vision-Unterstützung ein. Den Nutzern wird ein komfortableres, vernetzteres und ununterbrochenes Fahrerlebnis geboten.

Nach Aussage von TOGG wird das C-SUV-Auto zu einem intelligenten Gerät, das mit der Umwelt kommunizieren, Lösungen generieren und diese Lösungen dem Nutzer als greifbare Produkte und Dienstleistungen präsentieren kann. Diese Technologie, mit der das C-SUV einen Schritt über die Vernetzung hinausgeht, arbeitet mit Smart-Home-Geräten und allen anderen IoT-Geräten in Smart Cities zusammen und macht das Leben für Nutzer und Fahrgäste einfacher.

Gastkommentar
Türkei: Wo bleiben die Gelder der Erdbebensteuer?

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel Nach dem verheerenden Erdbeben von Gölcük im Jahre 1999 wurde unter dem Sammelbegriff „Erdbebensteuer“ (ÖTV) von der türkischen Regierung auf eine Reihe von Besteuerungen ein prozentualer Anteil erhoben. Die Mehreinnahmen sollten dazu dienen, die Infrastruktur zu verbessern, Straßen und Brücken sowie erdbebensichere Krankenhäuser zu bauen. Doch seit 2016 kursiert aus unerfindlichen Gründen das Gerücht, die Gelder seien von der Regierung veruntreut worden. Was muss man davon halten? Die leichte Anhebung der Steuern auf bestimmte Dienstleistungen wie die Nutzung der GSM-Netze, Erwerbssteuer, Kfz-Steuer oder Zusatzverdienst-Steuer spülte nach jüngsten Berechnungen des paneuropäische Fernsehsenders Euronews in den letzten 23 Jahren insgesamt 87 Milliarden türkische Lira in den Finanztopf des Staates. Allein während der Ära der AKP-Regierung wurden in 20 Jahren 86 Milliarden türkische Lira eingenommen. Zum Beispiel betrugen die ÖTV-Einnahmen im Jahre 2022 rund 9,2 Milliarden türkische Lira. Umgerechnet in US-Dollar und unter Berücksichtigung der Inflation und des Kurses sind das nach Berechnungen der Euronews in den letzten 20 Jahren staatliche 38 Milliarden US-Dollar. Das macht nach derzeitigem Kurs bislang 432 Milliarden türkische Lira. Die jüngste Erdbeben-Katastrophe im türkisch-syrischen Grenzgebiet mit mehr als 50.000 Toten hat nach einer Schätzung der Weltbank allein in der Türkei einen reinen Sachschaden von mindestens 100 Milliarden US-Dollar verursacht. In den letzten 23 Jahren erzitterte die Erde in der Türkei mindestens 14-mal mit einer Magnitude von mehr als 6. Dabei wurden Tausende Menschen getötet, es entstand stets erheblicher Sachschaden. Waldbrand- oder Hochwasser-Katastrophen kommen noch hinzu. Beim Erdbeben in Van im Oktober 2011 entstand nach diversen Quellen ein Sachschaden zwischen 555 und 2.200 Millionen US-Dollar. Beim Erdbeben von Istanbul im Jahre 2019 wurden insgesamt 473 Gebäude zum Teil schwer beschädigt. Das Erdbeben in der Türkei am 24. Januar 2020 mit Epizentrum Doğanyol hatte zur Folge, dass über 750 Gebäude einstürzten oder aus Sicherheitsgründen eingerissen werden mussten. Das Erdbeben im iranisch-türkischen Grenzgebiet in Van am 23. Februar 2020 hatte zur Folge, dass etwa 250 Häuser sowie 300 Scheunen und Ställe einstürzten, weitere 700 Gebäude zum Teil schwer beschädigt wurden. Beim Erdbeben im Golf von Kuşadası im Oktober 2020 wurden 231 Gebäude schwer, 251 mittelschwer und 1834 leicht beschädigt. Bei jedem einzelnen Erdbeben oder Hochwasser- bzw. Waldbrandkatastrophe wurde stets auch die Infrastruktur betroffen: Abwasser-Kanalisation, Wasserversorgung, Elektrizität, Schulen, Behörden, Krankenhäuser. Wo sind nun die Gelder hin? Nun, nach dem Erdbeben in Bingöl im Mai 2003, wurden rund 9.000 Gebäude neu errichtet oder saniert. Dafür wurden 4,2 Milliarden türkische Lira ausgegeben. Nach dem Erdbeben in Kütahya im Mai 2011 wurden 1.000 Gebäude neu gebaut, dafür 5 Milliarden TL aufgewendet. Beim Erdbeben von Van im Jahre 2011 wurden über 33.000 Gebäude neu gebaut, rund 11 Milliarden TL investiert. Das Erdbeben in Elazığ im Jahre 2020 hatte zur Folge, dass mehr als 23.000 Gebäude mit einem Investitionsvolumen von rund 10 Milliarden TL neu errichtet werden mussten. Nach dem Erdbeben im Golf von Kuşadası im Oktober 2020 wurden knapp 5.000 erdbebensichere Gebäude neu errichtet und insgesamt 2,2 Milliarden TL investiert. Während dieser Zeit investierte die türkische Regierung auch in die sogenannte Stadterneuerung (Kentsel dönüşüm), bei der die türkische Wohnungsbaubehörde TOKİ erdbebensichere Sozialwohnungen aus dem Boden stampfte, das Gesundheitsministerium erdbebensichere Krankenhäuser errichtete, ganze Städte miteinbezog, um die Infrastruktur nach dem neusten Stand der Erdbebensicherheit zu bauen oder in den Tief- wie Hochbau zu investieren. Die Kosten für diesen Kraftakt in Zusammenhang mit dem Katastrophenschutz, der nicht nur Erdbeben, sondern auch Hochwasserfluten erfasst, wird auf rund 1,2 Billionen türkische Lira geschätzt. Das heißt, annähernd das 15-fache gab der Staat für den Wiederaufbau nach Katastrophen aus, wie er über die ÖTV in den letzten 23 Jahren eingenommen hat. Jetzt steht der Staat nach dem Erdbeben vom 6. Februar 2023 vor der Herkulesarbeit, bis in einem Jahr insgesamt 309.000 Wohnungen zu bauen. Dafür hat sie ein Budget von rund 100 Milliarden TL bereitgestellt. Das zehnfache, was sie allein 2022 an „Erdbebensteuer“ eingenommen hat. Die Türkei hatte 2022 einen Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 853 Milliarden US-Dollar (16 Billionen türkische Lira.).
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.
 

Türkei-Wahlen
Kilicdaroglu möchte Kavala und Demirtas frei lassen

0
Ankara – Im Fall eines Wahlsieges der Opposition, sollen der Unternehmer Osman Kavala und der ehemalige Co-Vorsitzende der Halkların Demokratik Partisi (HDP), Selehattin Demirtas, frei kommen. In einem Gespräch mit dem US-Politmagazin Politico sagte der Berater Kemal Kilicdaroglus, dass die Türkei im Fall eines Wahlsieges den Urteilen des EGMR (Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte) zu den zwei Gefangenen nachkommen werde. Am 18. Oktober 2017 wurde Kavala festgenommen. Seine Untersuchungshaft wurde 2018 offiziell damit begründet, er sei der Organisator der Proteste am Gezi-Park, an denen 2013 mehr als 3,5 Millionen Menschen teilgenommen hatten. Im Juni 2019 begann der Strafprozess gegen ihn und weitere 15 Angeklagte. Den Beschuldigten wurde ein Umsturzversuch vorgeworfen. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) nahm sich Kavalas Falls an und forderte nach einem beschleunigten Verfahren im Dezember 2019 Kavalas Freilassung. Im Februar 2020 wurde Kavala mangels Beweisen überraschend freigesprochen. Wenige Stunden später erließ die Staatsanwaltschaft Istanbul einen neuen Haftbefehl gegen Kavala. Sie behauptet, Kavala hätte sich am Putschversuch in der Türkei 2016 beteiligt. Am 3. November 2016 wurde Demirtas festgenommen. Ihm wird Terrorpropaganda und Mitgliedschaft in einer bewaffneten Terrororganisation (PKK) vorgeworfen. „Botschaft an alle unsere Verbündeten“ Kilicdaroglu werde sich bemühen, „die Menschenrechtslage des Landes zu verbessern und die EU-Beitrittsgespräche wieder aufzunehmen“, sagte Ünal Ceviköz, ein Abgeordneter der größten Oppositionspartei CHP. „Dies wird einfach die Botschaft an alle unsere Verbündeten und alle europäischen Länder vermitteln, dass die Türkei wieder auf dem Weg zur Demokratie ist, und das wird sicherlich eine sehr ernsthafte Veränderung in der Wahrnehmung der Position der Türkei bewirken“, wurde er zitiert. Auf die Frage nach EU-Ländern, die einem EU-Beitritt der Türkei traditionell ablehnend gegenüberstehen – wie Frankreich und Österreich – betonte Ceviköz, wie wichtig es sei, den diplomatischen Prozess wieder aufzunehmen, um einen Schlussstrich unter Erdogans Politik gegenüber Europa zu ziehen.
„Dies bedeutet nicht, dass die Türkei sofort Mitglied wird, aber es ist eine Frage des Prozesses, und es ist der Prozess, der zählt. Denn wir wollen, dass unser Land ein demokratisches Land wird, ein Mitglied der Gemeinschaft der zivilisierten Nationen.“
Ceviköz sagte auch, dass das Oppositionsbündnis den NATO-Beitrittsprozess Schwedens und Finnlands nicht mehr blockieren werde.
„Wer seine bilateralen Probleme in eine multilaterale Organisation wie die NATO trägt, der schafft eine Art Polarisierung zwischen seinem Land und allen anderen NATO Mitgliedern“, sagte er. „Ich denke, eine Mitgliedschaft Schwedens und Finnlands wird die Sicherheit einer kollektiven Verteidigungsorganisation wie der NATO erhöhen und stärken.“
Ceviköz fügte hinzu, dass die Türkei unter der Führung von Kılıcdaroglu bereit wäre, weiterhin als Vermittler zwischen Russland und der Ukraine aufzutreten und das Getreideabkommen zu erweitern. „Derzeit sind die Beziehungen zwischen der Türkei und Russland eher asymmetrisch, da die Türkei in hohem Maße von Energieimporten aus Russland abhängig ist“, sagte er. „Wir werden einfach die Tatsache betonen, dass die Türkei Mitglied der NATO ist, und in unseren Gesprächen mit Russland werden wir sicherlich eine Beziehung unter Gleichen anstreben, aber wir werden Russland auch daran erinnern, dass die Türkei Mitglied der NATO ist.“ Im Juni 2023 finden in der Türkei landesweite Wahlen statt, bei denen die Wählerinnen und Wähler den Präsidenten und alle 600 Abgeordneten des Parlaments wählen werden. Der Präsident und die Abgeordneten des Parlaments werden für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt, wobei der Präsident auch die Möglichkeit hat, vorgezogene Neuwahlen auszurufen.    

Anfal-Massaker
Der tödliche Apfelgeruch: 1988 setzte das irakische Regime Giftgas gegen die eigene Bevölkerung ein

Vor 35 Jahren, am 16. März 1988, bombardierte die irakische Luftwaffe die Stadt Halabja, bei dem neben konventionellen Bomben auch Giftgas eingesetzt wurde. Wie Augenzeugen der damaligen Angriffe berichteten, roch es überall nach Äpfeln, was sich später als tödliches Giftgas entpuppte. Die irakische Führung unter Saddam Hussein beschuldigte die Kurden in der Grenzstadt Halabja der Kollaboration mit dem Iran. Teheran war von 1980-1988 Kriegsgegner des Irak. Der Irak hatte 1980 dem Nachbarland Iran den Krieg erklärt. Die USA belieferten beide Krieg führenden Staaten mit Waffen. Schätzungsweise 5.000 Menschen starben bei dem Giftgaseinsatz gegen die Zivilbevölkerung, hauptsächlich Kurden und Turkmenen. Tausende Zivilisten flohen vor dem tödlichen Giftgas in die Türkei und in den Iran. Im Zuge dessen suchten 60.000 Kurden Zuflucht in der Türkei, die die hilflosen Flüchtlinge aufnahm. Recherchen hatten ergeben, dass das Giftgas von deutschen und europäischen Unternehmen an den Irak geliefert wurde. Kemal Bölge

Zum Thema

– Anfal-Genozid – Kurden gedenken weltweit des Anfal-Genozids – Hunderttausende flohen damals in die Türkei

Sulaimaniyya/Irak (nex) – Kurden auf der ganzen Welt gedenken diese Woche des 33. Jahrestages des Anfal-Genozids, bei dem verschiedenen Quellen zufolge 50.000 bis 180.000 Kurden von der Baath-Armee des Saddam-Regimes getötet wurden.

Kurden gedenken weltweit des Anfal-Genozids – Hunderttausende flohen damals in die Türkei