Mode
Die Erfolgsgeschichte von Birkenstock: Mehr als nur Schuhe

Birkenstock ist eine Marke, die weltweit für ihre bequemen und qualitativ hochwertigen Schuhe bekannt ist. Doch hinter den berühmten Sandalen verbirgt sich eine lange und faszinierende Geschichte, die weit über das einfache Schuhhandwerk hinausgeht. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die Entwicklung und den Einfluss von Birkenstock auf die Schuhindustrie und die Modewelt.

Die Anfänge von Birkenstock

Die Geschichte von Birkenstock beginnt im Jahr 1774, als Johann Adam Birkenstock als Schuhmacher in Hessen, Deutschland, tätig war. Über mehrere Generationen hinweg entwickelte sich das Familienunternehmen weiter, wobei es stets den Fokus auf handwerkliche Qualität und Innovation legte.

Der Durchbruch mit dem Fußbett

Ein bedeutender Wendepunkt in der Geschichte von Birkenstock war die Entwicklung des orthopädischen Fußbetts. 1896 erfand Konrad Birkenstock das erste flexible Fußbett, das speziell zur Unterstützung der natürlichen Fußform entwickelt wurde. Dieses Fußbett bildete die Grundlage für den weltweiten Erfolg der Marke.

Expansion und Wachstum im 20. Jahrhundert

In den 1960er Jahren begann Birkenstock, seine Produkte international zu vermarkten. Die Sandalen mit dem charakteristischen Fußbett fanden besonders in den USA großen Anklang, wo sie schnell zu einem Symbol für Komfort und gesundes Schuhwerk wurden. Die Marke expandierte weiter und etablierte sich in vielen Ländern als Synonym für Bequemlichkeit und Qualität.

Birkenstock in der Modewelt

Obwohl Birkenstock ursprünglich vor allem für orthopädische Zwecke bekannt war, fand die Marke in den letzten Jahrzehnten auch ihren Platz in der Modewelt. Designer und Fashionistas weltweit schätzen die schlichte Eleganz und den unverwechselbaren Stil der Birkenstock-Sandalen. Sie wurden auf Laufstegen und in Modemagazinen gefeiert und sind heute ein fester Bestandteil vieler Garderoben.

Nachhaltigkeit und Verantwortung

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Marke Birkenstock ist ihr Engagement für Nachhaltigkeit und Umweltverantwortung. Birkenstock verwendet hochwertige, umweltfreundliche Materialien und setzt auf nachhaltige Produktionsprozesse. Das Unternehmen legt großen Wert darauf, dass seine Produkte nicht nur bequem und langlebig sind, sondern auch einen positiven Einfluss auf die Umwelt haben.

Die Vielfalt der Birkenstock-Produkte

Heutzutage bietet Birkenstock eine breite Palette von Produkten an, die weit über die klassischen Sandalen hinausgehen. Von geschlossenen Schuhen über Hausschuhe bis hin zu Accessoires – die Produktvielfalt zeigt, wie die Marke ihre Tradition mit modernen Trends und Bedürfnissen vereint. Jedes Produkt trägt dabei die unverwechselbare Handschrift von Birkenstock: Qualität, Komfort und Stil.

Birkenstock und die Gesundheit

Ein Hauptmerkmal der Birkenstock-Schuhe ist ihre positive Wirkung auf die Fußgesundheit. Das speziell entwickelte Fußbett unterstützt die natürliche Fußform und fördert eine gesunde Haltung. Dies macht die Schuhe besonders beliebt bei Menschen, die viel auf den Beinen sind oder Wert auf ergonomisch korrektes Schuhwerk legen.

Fazit

Die Erfolgsgeschichte von Birkenstock ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie Tradition und Innovation Hand in Hand gehen können. Von den bescheidenen Anfängen als kleiner Schuhmacherbetrieb hat sich Birkenstock zu einer globalen Marke entwickelt, die für Qualität, Komfort und Nachhaltigkeit steht. Die Marke hat nicht nur die Schuhindustrie geprägt, sondern auch einen festen Platz in der Modewelt erobert. Birkenstock zeigt, dass bequeme und gesunde Schuhe nicht nur praktisch, sondern auch stilvoll sein können. In einer Welt, die zunehmend Wert auf Nachhaltigkeit und Lebensqualität legt, bleibt Birkenstock ein Vorreiter und ein Beispiel für erfolgreiche und verantwortungsbewusste Unternehmensführung.

Edelmetalle
Angebotsdefizit könnte Silberpreis weiter in die Höhe treiben

0
Von Laurent Joué

Der zunehmende Einsatz von Silber in industriellen Anwendungen – insbesondere in Solarzellen – steigert die Nachfrage nach diesem Edelmetall. Silber wird aufgrund seiner einzigartigen Eigenschaften und seiner bewährten Leistung trotz gewisser Substitutionsrisiken geschätzt und eingesetzt. Seine Verwendung als wichtiges Material wird voraussichtlich zunehmen.

70-75 % der aktuellen Gesamtnachfrage entfällt auf abgebautes Silber, nur ein Viertel wird aus recycelten Quellen gewonnen. Dabei fällt ein Großteil des Silbers als Nebenprodukt bei der Gewinnung anderer Metalle – darunter Blei, Zink, Kupfer und Gold – an.

Der hohe Anteil von Silber als Nebenprodukt wirkt sich auf die Angebotsdynamik aus:

Änderungen der Silbernachfrage und -preise haben nur begrenzte Auswirkungen auf die Gesamteinnahmen aus dem Bergbau und wirken sich daher nur relativ langsam auf die Bergbaukapazität und die Produktionspläne aus. Auf Mexiko, China und Peru entfällt zusammen etwa die Hälfte der gesamten Weltproduktion, so dass die Versorgungsquellen vergleichsweise konzentriert sind.

Die Silberproduktion wird den Prognosen zufolge bis 2024 um 3 % auf ein Achtjahreshoch von 1,2 Mrd. Unzen ansteigen, wobei der Anstieg auf eine Erholung der Minenproduktion zurückzuführen ist. Im Gegensatz dazu wird erwartet, dass das Silberrecyclingvolumen um 3 % auf ein Dreijahrestief fallen wird. Insgesamt wird sich das strukturelle Angebotsdefizit auf dem Silbermarkt im Jahr 2024 das vierte Jahr in Folge fortsetzen.

Strukturelles Nachfragewachstum

Die Verwendung von Silber in der Solar-Photovoltaik (PV) stellt eine strukturelle Wachstumsquelle dar, die das derzeitige Angebot allerdings belasten könnte. Fast die gesamte zusätzliche Nachfrage bis 2030 wird voraussichtlich aus den Chancen der Energiewende stammen.

Prognosen zufolge könnte der Anteil des in PV-Solarzellen verwendeten Silbers an der Gesamtproduktion von 14 % im Jahr 2023 auf über 30 % im Jahr 2030 steigen. Dagegen könnte es bei der Verwendung in anderen industriellen Anwendungen zu einer gewissen Rationalisierung kommen.

Diese sind auf die anhaltenden Bemühungen zur Verringerung der Nutzungsintensität im Rahmen von Kosteneinsparungen zurückzuführen ist. Insgesamt dürfte dies jedoch zu einem Nachfragewachstum von etwa 3 % pro Jahr führen.

Energiewende treibt Silberpreise

Auch wenn dieser Nachfrageanstieg bescheiden erscheinen mag, wird er nicht durch ein erhöhtes Angebot ausgeglichen, das stabil bleiben oder sogar etwas zurückgehen dürfte. Obwohl das sekundäre (d. h. recycelte) Angebot jährlich um etwa 2 % zunimmt, sinkt das primäre Angebot.

Dies liegt daran, dass einige der weltweit führenden primären Silberminen mit sinkenden Gehalten und einer Erschöpfung der Reserven konfrontiert sind, während das erhöhte Angebot an Nebenprodukten weiterhin von den Märkten und Preisen für andere Metalle abhängt.

Ein übermäßiges strukturelles Nachfragewachstum in Verbindung mit einem eingeschränkten Angebot dürften die Preise wahrscheinlich in die Höhe treiben. Theoretisch könnte jede Angebotslücke durch eine erhöhte Primär- oder Recyclingproduktion, Verbesserungen der Ressourceneffizienz in industriellen Anwendungen oder die Substitution durch andere Metalle geschlossen werden.

Alle diese Maßnahmen wären jedoch von einem Preissignal abhängig, weshalb langfristig von der positiven Abhängigkeit der Silberpreise von der Energiewende auszugehen ist.


Laurent Joué, Leiter Systematic Alternatives und Lead Portfoliomanager bei Lombard Odier Investment Managers  

Reisen
Kati Care Premium: Medizinisch begleitete Auslandsreisen für höchsten Komfort

0
Reisen ist eine wunderbare Erfahrung, die Menschen jeden Alters genießen können, auch ältere Menschen. Tatsächlich bietet das Reisen für ältere Erwachsene zahlreiche Vorteile, von der Verbesserung der geistlichen und körperlichen Gesundheit bis hin zu Möglichkeiten, Kontakte zu knüpfen und Neues zu lernen. Wenn ein älterer Mensch jedoch gesundheitliche Probleme hat, ist das Reisen vielleicht nicht so einfach. In diesem Fall kann Kati Care helfen. Sie bieten medizinische Begleitung für Senioren an, damit jeder von ihnen das Leben in vollen Zügen genießen kann.

Was sind die Vorteile von Reisen für Senioren?

Die neuen Möglichkeiten für reisende Senioren sind zahlreich, besonders jetzt, da wir ein längeres und aktiveres Leben führen. Es gibt viele Vorteile des Reisens für Senioren. Erstens, Reisen verbessert die geistige Gesundheit. Wenn man aus seiner Routine heraustritt und neue Orte besucht, kann dies die geistige Gesundheit verbessern, was dazu beiträgt, den Rückgang des Gedächtnisses zu verlangsamen, und durch das Kennenlernen neuer Orte und Sprachen die Neuroplastizität des Gehirns verbessert. Stress aufgrund von Einsamkeit ist eines der häufigsten Probleme, mit denen ältere Menschen konfrontiert sind. Reisen ist in der Tat gut, um Stress abzubauen und die allgemeine Lebenseinstellung zu verbessen. Außerdem verringert es das Risiko einer Demenzerkrankung und kann Depressionen bekämpfen. Reisen bietet also viele Vorteile für die kognitive Gesundheit. Die Interaktion beim Reisen ist eine positive Herausforderung, die das Gehirn trainieren und so einem kognitiven Abbau vorbeugen. Das Erlernen neuer Wörter und Gebräuche in anderen Sprachen, das probieren neuer Speisen und Gerüche – all das trägt zum Wohlbefinden der Senioren bei und macht sie aufgeschlossener gegenüber der Welt und ihrer Umgebung. Neue Menschen zu treffen und neue Freizeitaktivitäten zu genießen, reduziert auch Stress, was dazu beiträgt, Herzkrankheiten und viele andere stressbedingte Krankheiten zu verhindern. Reisen halten Senioren auch mobil und aktiv, und die meisten, die in südliche Gefilde reisen, werden mehr schwimmen, spazieren gehen und Sightseeing-Aktivitäten ausüben.

Warum sollen Sie KatiCare wählen?

Auch wenn Sie mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben, muss Ihr Wunsch zu reisen nicht in den Hintergrund treten. Viele von uns träumen immer noch davon, Zeit mit den Liebsten im Ausland zu verbringen. Bei Kati Care arbeitet man darauf, diese Träume zu verwirklichen. Ob es um die Organisation von Reisen zur medizinischen Behandlung oder um einen komfortablen Rehabilitation-Aufenthalt an einem gemütlichen Ort geht, das Personal kümmert sich um alle praktischen Details. Kati Care ist eine voll versicherte Reisebegleitung und bietet Ihnen die Möglichkeiten, Ihre Angehörigen zu den Terminen oder zu verschiedenen Aktivitäten und Reisen zu begleiten und zu transportieren, ohne dass Sie sich Sorgen machen müssen. Ihr Angehöriger wird sich auf dem Weg zu und von seinem Arzttermin wohn fühlen und keinen Stress haben. Die medizinischen Begleitpersonen sind erfahrene, geprüfte und professionelle Mitarbeiter, die Sie während des gesamten Reiseprozess begleiten. Sie können die medizinische Begleitung als Ihren persönlichen Pfleger betrachten, der Ihnen bei medizinischen Fragen sofort zur Seite steht, aber auch für Ihre persönliche Bequemlichkeit und Ihren Komfort da ist.

NEX24-Interview
Türkei: Mögliche Steuersparpakete im Immobiliensektor

Die in der Türkei lebende Auswanderin und Buchautorin Marina Bütün (Auswandern Türkei) äußerte sich in einem Interview mit NEX24 zu den neuesten Reaktionen bezüglich der eventuell zu erwartenden Steuersparpakete, die im Bereich türkischer Immobilien aktuell im Netz heftig diskutiert werden. NEX24: Laut Meldungen türkischer Medien, wie die der türkischen Onlinezeitung Ekonomim, soll ein nach der Kommunalwahl erwartetes Sparpaket schrittweise umgesetzt werden, welches hauptsächlich Immobilien betrifft. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit Ihrer Meinung nach, dass es hier zu gravierenden Änderungen kommen wird?  Bütün: In jüngster Zeit wurden im Körperschafts- und Umsatzsteuerrecht Regelungen getroffen, die die Befreiung von Steuern für Immobilien einschränken. Es scheint, dass diese Regelungen fortbestehen werden.  Mögliche rechtliche Regelungen sollen in das Steuerpaket aufgenommen werden, wie die Aufhebung oder Änderung der Steuerbefreiung für Kapitalerträge aus einem Immobilienverkauf nach 5 Jahren. Bisher fielen keine Steuern für den Gewinn an, wenn die Immobilie fünf Jahre im Besitz des Eigentümers war. Auch die Sachverständigenpflicht beim Immobilienverkauf für alle sei im Gespräch – nach dem Wert müssten die Kauf-/Verkaufsteuern, Grundsteuern oder sonstige mit dem Wert zusammenhängende Steuern wahrscheinlich höher als vorher bezahlt werden.

Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Änderung kommen könnten. Mehr möchte ich jetzt aber nicht ins Detail gehen, da es noch nicht entschieden ist, was überhaupt kommt. Die Regierung betreibt seit langem Studien über den Immobiliensektor und das Parlament wird auch über Anträge mitreden. Es ist in der Türkei ja nicht so, dass alles nur der Präsident entscheidet. Obwohl viele deutsche Medien den Lesern das suggerieren.

Als Frau eines Ex-Baufirmeninhabers in der Türkei beobachte ich seit Jahrzehnten die Immobilien-Branche, jetzt vor allem, seit es modern wurde, Videos anstatt Posts zu machen. In meinem Buch „Türkei Immobilien“ habe ich es absichtlich vermieden, ausführlich über Steuergesetze zu schreiben, weil es natürlich im Laufe von Jahren zu Änderungen kommen kann, ob es jemandem passt oder nicht. Damit muss ein Bürger in jedem Land leben. Für mich sind die Gründe für eine mögliche Änderung klar. Irgendwo muss der Staat eingreifen. Mein Buch (Link) liefert wertvolle praktische Tipps und mögliche Pannen und Fallen, die kein Auswandererberater erklärt.

Zum einen werden seit drei Jahren die Vermieter und Verkäufer von Immobilien immer dreister, was die Preise betrifft, zum anderen sind leider immer noch private Vermittler unterwegs, die auf dunklen Wegen steuerfrei ihren Reibach mit Immobilienverkäufen machen, z.B. indem sie mit Immobilienbesitzern Provisionen in Form von hohen Preisaufschlägen vereinbaren, die sie dann schwarz in die Tasche stecken. Obwohl es bereits seit Jahren diesbezüglich gesetzliche Vorgaben gibt, interessiert es niemanden.

Letztendlich wird sich dann jeder Eigentümer überlegen müssen, was ihm billiger kommt – die Steuern für den privaten Vermittler mitzutragen in Form von Verkaufssteuer und eventuell noch Kapitalertragssteuer – für Geld das andere einschieben oder eben einen Makler aufzusuchen, der seine Einkünfte versteuern muss.

Ebenso muss bei Vermietern, die utopische Mieten verlangen, aber sich nur die Hälfte aufs Konto überweisen lassen und den Rest bar, ein Riegel vorgeschoben werden. Auch hier wurde bereits in Inegöl eine Maßnahme gestartet. Das Finanzamt besucht Mieter in der Wohnung, befragt diese und soll auch Konten überwachen.

Für mich ist klar, dass dieses Verhalten Konsequenzen haben muss. Es hat sich in den letzten 21 Jahren – trotz Gesetzesverschärfungen bezüglich Lizenzen der Makler – wirklich absolut nichts an den Zuständen geändert, nur die Art und Weise wie man schwarz verkauft. Und es sind meistens solche, die über den Tourismus und Fremdsprache an Interessenten aus dem Ausland kommen und überteuerte Immobilien an den Mann oder die Frau bringen und nicht einmal die Einheimischen.

Zusätzlich ist es leider aber so, dass es die Bevölkerung, vornehmlich an den schönen Küstenorten der Westküste, nicht wirklich interessieren würde, ob es einen gesetzlich vorgegebenen Mietspiegel pro m2 gäbe wie in Deutschland oder Richtwerte für den Verkauf einer Immobilie pro m2. Selbst bei gesetzlich vorgegebenen maximalen Mieterhöhungen im Jahr schert sich bis heute kaum einer darum, diese einzuhalten. Da dieses Verhalten des Vermieters durch den Mieter lediglich mit Anzeige aus der Welt zu schaffen wäre, überlegt es sich der Mieter dreimal, wenn die Wohnung noch bezahlbar ist. Denn wer will nach einer Anzeige dann noch weiter in dieser Wohnung bleiben, selbst wenn er dürfte.

Fakt ist einfach – es ist wohl wirklich notwendig, einiges an Steuern zu ändern, um dieses Verhalten zu bremsen. Ergebnis wäre, sofern alles so eintritt, wie in den Medien zu lesen ist, dass sich eventuell die Immobilienbesitzer auf die Normalität besinnen, wenn es so richtig im Geldbeutel weh tut. Und ich sage es ganz offen – diejenigen, die jetzt am meisten laut schreien, sind solche, die bezüglich unauffälliger Privatvermittlung von Immobilien an Ausländer ihre Felle langsam davonschwimmen sehen.

Leider hat sich diese Art von Auffassung der Bürgerpflicht auch auf viele vom Ausland eingewanderten Migranten übertragen, egal ob mit türkischen Wurzeln oder nicht. Viele dachten oder denken immer noch, die Türkei ist weiterhin wie in den 90er Jahren ein rechtsfreier Raum, in der alles möglich ist. So ist es aber nicht, das ist schon seit ich Anfang 2000 eingewandert bin, nicht mehr so und es wird strenger in allen Bereichen, auch was die Aufenthaltsgenehmigung betrifft, die natürlich schlimmstenfalls mit Einreisesperre einem Ausländer entzogen werden kann, wenn er sich hier etwas zuschulden kommen lässt. Alles das und mehr findet man in meinem „Auswandern Türkei Ratgeber“ (Link). 

Was ich aber heute immer noch von irgendwelchen YouTubern höre, die kaum einen Fuß hier in die Türkei gesetzt haben und sofort ihre Weisheiten zum Besten geben, ist einfach zum Teil auch perfide gelogen. Die Follower werden oft bezüglich der Höhe von Provisionen eingeseift. Ich dachte, diese Art von Geschäften wurde durch eine weitere vierte Lizenz, die türkische Makler haben müssen, unterbunden.

Scheinbar trauen sich doch noch einige, trotz der ganzen Gesetze und predigen unwissenden Ausländern genau den Unsinn, den ich schon von Anfang 2000 hörte, als – uns bekannte, aber völlig branchenfremde deutsch-türkische „Verbindungen“ aus großen Hotels am Ort unseres damaligen Büros, den Ausländern ungeniert erzählt haben, wenn sie die Immobilie über sie kaufen würden, wäre sie billiger, weil die bösen Makler 10 Prozent Provision verlangen würden und sie doch nur 5, die angebliche Hälfte. Fakt war und ist heute noch – die gesetzliche Provision eines Maklers darf maximal 3 % sein – je vom Käufer und Verkäufer, bei Mietkunden je 1 Monatsmiete.

Jetzt wird gejammert was das Zeug hält, weil eventuell ein neues Sparpaket im Parlament entschieden werden soll und dass sich ja dann ein Verkauf nicht mehr rechnen würde. Das war auch der Grund, wieso ich „Weißwurst mit türkischem Tee“ Band 1, 2 und 3 als Auswanderer-Tagebuch meiner ersten drei Jahre veröffentlicht hatte – es gibt vieles, was zukünftige oder auch bereits angekommene Auswanderer noch lernen müssen. Ich musste es auch. Vielleicht kann sich hier jemand ein wenig von meinen Erfahrungen mitnehmen. (Link)

Einerseits wird seit zwei Jahren durchgehend gejammert, vor allem von Ausländern in der Provinz Antalya, dass Flüchtlinge, die mit dicken Autos aus der Ukraine kommen, die Preise hochtreiben und sich die Leute die Mieten nicht mehr leisten können, andererseits sagt aber niemand, dass es ja die Vermieter sind, die diese Preise für sich in Anspruch nehmen, die auch mitunter aus dem Ausland sind, auch Türken aus Deutschland. Es heißt unter den Einheimischen auch seit Jahren, dass die Immobilien immer nur an reiche Araber zu utopischen Preisen verkauft werden.

Ich frage mich – zwingt jemand die Besitzer mit vorgehaltener Pistole zu diesen Geschäften oder wieso wird ständig mit dem Finger gezeigt, obwohl es ja die Verkäufer selbst sind, die die Preise gestalten, aber dann offiziell ihre Einnahmen niedrig halten?

Dementsprechend finde ich, ist so ein neues Steuerpaket nicht verkehrt. Wer nicht hören will, muss fühlen. Entweder die Leute hören auf, die Mieten und Kaufpreise so hoch anzusetzen, die sie dann eventuell komplett versteuern müssen, weil es vielleicht im System hinterlegt wird oder es wird keiner mehr mieten oder kaufen. Das sind die beiden Konsequenzen, die ich daraus erkennen kann. Anders ist diesen Problemen wahrscheinlich nicht beizukommen.

Pret A Manger
Israel: Britische Sandwich-Kette entscheidet gegen Neueröffnung

London – Die britische Sandwich- und Kaffeekette Pret A Manger gab bekannt, dass sie ihren Plan, in Israel Geschäfte zu eröffnen, aufgegeben hat. Der Einzelhändler, der der Investmentfirma JAB und dem Gründer Sinclair Beecham gehört, hatte im Dezember 2022 eine Vereinbarung mit der israelischen Einzelhandelsgruppe Fox Group und dem Foodservice-Unternehmen Yarzin Sella Group unterzeichnet, um die Marke Pret in Israel einzuführen. Seitdem wurden jedoch keine Pret-Läden in Israel eröffnet. Es war nicht sofort klar, wie weit die Eröffnungspläne fortgeschritten waren. „Wir haben die schwierige Entscheidung getroffen, unsere aktuelle Vereinbarung mit der Fox Group und der Yarzin Sella Group zu beenden“, sagte ein Pret-Sprecher. Die Kaffee- und Food-to-go-Kette hatte geplant, bis 2033 im Rahmen eines 10-jährigen Franchisevertrags mit den lokalen Partnern 40 Filialen in Israel zu eröffnen. In einer Erklärung an die Tel Aviver Börse vom 31. Mai 2024 teilte die Fox Group mit, dass Pret A Manger angesichts des anhaltenden Konflikts zwischen Israel und Gaza eine Klausel über „höhere Gewalt“ geltend gemacht hat, die es einer Partei ermöglicht, vertragliche Verpflichtungen aufgrund extremer und unvorhersehbarer Umstände aufzuheben. Pret A Manger betreibt mehr als 650 Filialen in 18 Märkten und plant bis 2024 die Eröffnung von rund 150 Standorten weltweit.

Zum Thema

– Gaza-Krieg – Malediven wollen Israelis Einreise verbieten

Vor einem Monat verhängte die Türkei ein Verbot der Ein- und Ausfuhr von Waren nach und aus Israel, was am Montag zu erheblichen Engpässen geführt hat.

Malediven wollen Israelis Einreise verbieten

Attack in Germany
Muslims condemn murder of police officer Rouven L.

0
Berlin – Muslims in Germany have condemned the murder of police officer Rouven L. in the strongest possible terms and expressed their condolences to the family. “The death of the police officer from #Mannheim makes me very sad and stunned. Anyone who fatally attacks police officers attacks us all and we stand united against them. My thoughts and prayers are now with his family. The perpetrator must be severely punished,” said Aiman Mazyek, the long-standing chairman of the Central Council of Muslims (Zentralrat der Muslime), in a post on X. The SPD politician Sawsan Chebli wrote:
‚I am shocked by the news of the death of police officer Rouven L., who was stabbed while on duty. My thoughts are with his family and his colleagues. A strict offense against extremism is demanded from all sides. I wonder if we were not strict enough before. If not, why not? As a Muslim, I am in favor of zero tolerance here. Muslims abhor this act just like other people.
“My thoughts are with Rouven L. who was murdered on duty in #Mannheim after protecting the lives of others. Our society must stand together against this violence. As a Muslim, I say: This is not Islam. This is extremism & it must be destroyed,” explained Kassem Taher Saleh, a Green politician of Iraqi origin. The Turkish community in Austria condemned the act in a statement:
The perpetrator should not and cannot be representative of Muslims in Germany, Austria, the EU etc.. Quite the opposite. He is a terrorist, a murderer and no matter what nation, religion or denomination he belongs to, he is a disgrace to humanity. The perpetrator has done everything wrong that his religion, Islam, demands of him. He allowed himself to be incited or succumbed to his primitive feelings of a “theology of violence”. “Theology of violence” is not Islam.
The crime was also condemned by Muslims on social media “The death of the deceased police officer Rouven L. … leaves us all in great sadness. Stunned! I can’t get these images out of my mind. They upset me. They make me angry. They make me sad. As an Afghan community, we are particularly shocked by this cowardly terrorist attack. The background remains criminal and terrorism has no place in our religion, culture and society. The LKA, the police and the courts will find out the background. The attack in Mannheim is a religious, human and legal crime on every level. The death of Rouven L. has hit me very hard. Our thoughts are with the family, friends and colleagues … May God punish this criminal,” wrote Ahmad Popal, a cleric from Munich. Penzerberg Mosque Benjamin Idriz, the prominent imam of the Penzerberg Mosque in Munich, also condemned the attack and called on his fellow believers to “take a clear stand against violence, always and everywhere, without any ifs and buts”.
I condemn this attack on him and on innocent people in the strongest possible terms. I wish everyone a speedy recovery. Such acts of violence and aggressive reactions exacerbate the already hardened mood against Islam and make so-called Islam critics and Islam haters look like heroes! I appeal to all Muslims to take a clear and unambiguous stand against violence, always and everywhere. This is the only legitimate response of peaceful Islam. Those who cheer, tolerate, legitimize and use violence must be consistently punished.
Mannheim The 29-year-old police officer Rouven L. was so seriously injured in a knife attack by a 25-year-old Afghan in Mannheim on Friday that he did not survive the consequences of the attack. Suleiman A. (25) suddenly attacked participants in a demonstration critical of Islam with a knife on the market square in Mannheim (Baden-Württemberg) and stabbed Rouven L when he intervened.

Messer-Attacke in Mannheim
Muslime verurteilen Ermordung des Polizisten Rouven L.

Berlin – Muslime in Deutschland haben die Erdmordung des Polizisten Rouven L. aufs Schärfste verurteilt und der Familie ihr Beileid bekundet. „Der Tod des Polizisten aus #Mannheim macht mich sehr traurig und fassungslos. Wer Polizisten tödlich angreift, greift uns alle an und wir stellen uns dem geschlossen entgegen. Meine Gedanken und Gebete sind jetzt bei seiner Familie. Der Täter muss hart bestraft werden“, sagte etwa der langjährige Vorsitzende des Zentralrates der Muslime, Aiman Mazyek, in einem Beitrag auf X. Die SPD-Politikerin Sawsan Chebli schrieb:
Ich bin erschüttert über die Nachricht vom Tod des Polizisten Rouven L., der bei seinem Einsatz niedergestochen wurde. Meine Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Kollegen. Es wird von Seiten ein striktes Vergehen gegen Extremismus verlangt. Frage mich, ob wir vorher nicht strikt waren. Wenn nein, warum nicht? Als Muslimin bin ich hier für null Toleranz. Muslime verabscheuen diese Tat wie andere Menschen auch.
„Meine Gedanken sind bei Rouven L., der im Dienst in #Mannheim ermordet wurde, nachdem er das Leben von anderen geschützt hat. Unsere Gesellschaft muss gegen diese Gewalt zusammenstehen. Als Muslim sage ich: Das ist nicht der Islam. Das ist Extremismus & den gilt es zu zerstören“, erklärte der irakkischstämmige Grünenpolitiker Kassem Taher Saleh. Politologe Yasin Baş: Geben wir diesen Demokratiefeinden keine Chance! Der Politologe, Historiker und Journalist Yasin Baş sagte: “Ich verurteile diesen grauenvollen und hinterhältigen Terrorangriff. Er macht mich sprachlos und traurig. Ich trauere gemeinsam mit den Angehörigen um die Opfer dieser widerwärtigen Tat, allen voran mit der Familie des ermordeten Polizisten. Allerdings gilt es gerade jetzt als Gesellschaft gegen alle, die uns auseinander dividieren wollen, noch enger zusammen zu stehen und Eintracht zu demonstrieren. Der grausame Mord an den jungen Polizeibeamten, der für unsere Sicherheit zuständig war, sollte nicht dafür benutzt werden, Stimmung gegenüber religiöse Minderheiten zu machen. Extremisten jeglicher Couleur versuchen den Angriff zu nutzen. Geben wir diesen Demokratiefeinden keine Chance!” Die türkische Gemeinde in Österrreich verurteile die Tat in einer Stellungnahme:
Der Täter soll und kann nicht stellvertretend für die Muslime in Deutschland, Österreich, der EU etc. stehen. Ganz im Gegenteil. Er ist ein Terrorist, ein Mörder und egal welcher Nation, Religion, Konfession er angehört, er ist eine Schande für die Menschheit. Der Täter hat alles falsch gemacht, was seine Religion, der Islam, von ihm verlangt. Er hat sich aufhetzen lassen bzw. ist seinen primitiven Gefühlen einer „Theologie der Gewalt“ erlegen. „Theologie der Gewalt“ ist nicht Islam.
Auch in den sozialen Medien wurde die Tat von Muslimen verurteilt „Der Tod des verstorbenen Polizisten Rouven L. … setzt uns alle in große Trauer. Fassungslos! Diese Bilder gehen nicht aus meinen Gedanken. Sie bestürzen mich. Sie machen mich wütend. Sie machen mich traurig. Gerade als afghanische Gemeinde bestürzt uns dieser feige, terroristische Anschlag. Die Hintergründe bleiben kriminell und Terrorismus hat in unserer Religion, Kultur und Gesellschaft keinen Platz. Das LKA und die Polizei, Gerichte werden die Hintergründe rausfinden. Der Anschlag im Mannheim ist religiös-menschlich-rechtlich auf jeder Ebene: ein Verbrechen. Der Tod von Rouven L. hat mich sehr getroffen. Unsere Gedanken sind bei der Familie, Freunden und Kollegen …Möge Gott diesen Verbrecher bestrafen“, schrieb Ahmad Popal, ein Geistlicher aus München. Penzerberger Moschee Auch Benjamin Idriz, der prominente Imam der Penzerberger Moschee in München, verurteilte die Tat und forderte seine Glaubensgenossen auf, „sich eindeutig und ohne Wenn und Aber gegen Gewalt zu positionieren, immer und überall“.
Ich verurteile diesen Angriff auf ihn und auf unschuldige Menschen aufs Schärfste. Ich wünsche allen eine baldige Genesung. Solche Gewalttaten und aggressive Reaktionen verschärfen die ohnehin verhärtete Stimmung gegen den Islam noch weiter und lassen sogenannte Islamkritiker und Islamhasser als Helden erscheinen! Ich appelliere an alle Muslime, sich eindeutig und ohne Wenn und Aber gegen Gewalt zu positionieren, immer und überall. Das ist die einzige legitime Antwort des friedlichen Islam. Wer Gewalt jubelt, duldet, legitimiert und anwendet, muss konsequent bestraft werden.
Mannheim Der 29-jährige Polizist Rouven L. war bei dem Messerangriff eines 25-jährigen Afghanen am Freitag in Mannheim so schwer verletzt worden, dass er die Folgen der Attacke nicht überlebte. Suleiman A. (25) attackierte auf dem Markplatz in Mannheim (Baden-Württemberg) mit einem Messer unvermittelt Teilnehmer einer islam-kritischen Demo und stach auf Rouven L ein, als dieser dazwischen ging.

Gaza-Krieg
Malediven wollen Israelis Einreise verbieten

Malé – Die Malediven haben angekündigt, Israelis die Einreise in das Land, das für seine Luxusresorts bekannt ist, zu verweigern. Das Büro des Präsidenten kündigte dies an, während die öffentliche Wut über den Krieg in Gaza zunimmt. Der Präsident der Malediven, Mohamed Muizzu, hat „beschlossen, ein Verbot für israelische Pässe zu verhängen“, sagte ein Sprecher seines Büros in einer Erklärung, ohne Einzelheiten darüber zu nennen, wann das neue Gesetz in Kraft treten wird. Das Land wird jedes Jahr von Tausenden von Israelis besucht. Daraufhin empfahl das israelische Außenministerium seinen Bürgern, nicht auf die Malediven zu reisen, auch nicht denen mit doppelter Staatsbürgerschaft. „Den israelischen Staatsbürgern, die sich bereits im Land befinden, wird empfohlen, ihre Ausreise zu erwägen, da es für uns schwierig sein wird, ihnen zu helfen, wenn sie aus irgendeinem Grund in Not geraten“, hieß es. Die Entscheidung der Malediven fällt in eine Zeit, in der der Gaza-Krieg, eine langjährige Forderung der Boykott-, Desinvestitions- und Sanktionsbewegung (BDS-Bewegung), die 2005 ins Leben gerufen wurde, international immer stärker auf Israel zurückfällt, unter anderem in der Wirtschaft, der akademischen Welt und jetzt auch im Tourismus. Vor einem Monat verhängte die Türkei ein Verbot der Ein- und Ausfuhr von Waren nach und aus Israel, was israelischen Medien zufolge am Montag zu erheblichen Engpässen geführt hat. Israel, das 40 Prozent seines Betons aus der Türkei importiert, war gezwungen, teureren Beton in Europa zu kaufen, während Haushaltsmarken wie Heinz, Gillette, Braun und Pampers – die von Diplomat, einem großen israelischen Unternehmen, aus der Türkei importiert wurden – ebenfalls betroffen waren. Am Wochenende kündigte die britische Coffeeshop-Kette Pret a Manger aufgrund des Konflikts eine Franchise-Vereinbarung mit israelischen Partnern zur Eröffnung ihrer ersten Filiale von 40 Cafés in dem Land. Dies folgt auf eine Ankündigung vom Freitag, dass israelische Firmen keinen Stand auf der französischen Rüstungsmesse Eurosatory in Paris haben dürfen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Das französische Verteidigungsministerium erklärte, dass „die Bedingungen nicht mehr stimmen, um israelische Unternehmen auf der Pariser Messe zu beherbergen, da der französische Präsident die Beendigung der IDF-Operation in Rafah fordert“. Der Ethikausschuss des norwegischen Staatsfonds – des größten der Welt – hat ebenfalls geprüft, ob er sich aufgrund des Krieges von Unternehmen mit Beteiligungen in Israel trennen soll, und ist unter Druck geraten, noch weiter zu gehen. Letzten Monat kündigte das Trinity College Dublin an, sich von Investitionen in israelische Unternehmen zu trennen, die in den besetzten palästinensischen Gebieten tätig sind und in diesem Zusammenhang auf der schwarzen Liste der UNO stehen. Andere europäische Universitäten, darunter die Universität von Granada und die Freie Universität in Brüssel, erklärten, sie würden Kooperationsvereinbarungen aussetzen, berichtete die Brussels Times.

Wirtschaft
Türkei verbucht größtes Wirtschaftswachstum aller G20-Länder

Ankara – Die türkische Wirtschaft ist im ersten Quartal 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 5,7 Prozent gewachsen und hat damit die Erwartungen leicht übertroffen, so die offiziellen Zahlen vom Freitag. Damit ist die türkische Wirtschaft seit dem zweiten Quartal 2020, als die COVID-19-Pandemiemaßnahmen eingeführt wurden, in 15 aufeinanderfolgenden Quartalen gewachsen, wie die vom türkischen Statistikinstitut veröffentlichten Daten zeigen. Trotz der anhaltenden geldpolitischen Straffung hat sich der Konsum der privaten Haushalte im Vorfeld der Kommunalwahlen beschleunigt und ist im ersten Quartal um 7,3 Prozent gestiegen. Die staatlichen Konsumausgaben stiegen um 3,9 Prozent und die Bruttoanlageinvestitionen um 10,3 Prozent, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. „Unsere Wirtschaft bewegt sich mit unserer rationalen, vorhersehbaren und regelbasierten Politik auf ein ausgewogeneres und nachhaltigeres Wachstum zu“, sagte der türkische Schatz- und Finanzminister Mehmet Simsek am Freitag auf der Social-Media-Plattform X. Der Beitrag der Nettoauslandsnachfrage zum Wachstum sei nach fünf Quartalen um 1,6 Prozentpunkte gestiegen, sagte er und fügte hinzu, dass die saisonbereinigte Arbeitslosenquote auf 8,7 Prozent gesunken sei, den niedrigsten Stand seit 11 Jahren. „Wir gehen davon aus, dass die Nettoauslandsnachfrage in diesem Jahr einen positiven Beitrag zum Wachstum leisten wird, da die externen Bedingungen günstiger sind und die Inlandsnachfrage in der zweiten Jahreshälfte moderat ausfallen wird“, so Simsek. Die Türkei ist im Vergleich zu den EU- und G-20-Ländern, die ihre Daten für das erste Quartal veröffentlicht haben, die am schnellsten wachsende Wirtschaft, sagte Handelsminister Ömer Bolat. Die Zentralbank hat ihren Leitzins seit Juni letzten Jahres in einem Straffungszyklus um insgesamt 4,150 Basispunkte angehoben, zuletzt im März auf 50 %, wobei sie sich auf die Verschlechterung der Inflationsaussichten berief. Im April und Mai beschloss sie, den einwöchigen Reposatz angesichts der verzögerten Auswirkungen der geldpolitischen Straffung unverändert zu lassen, und gelobte eine weitere Straffung, sollten sich die Inflationsaussichten verschlechtern.

Kaukasus
Mammadow:“Der Begriff West-Aserbaidschan versetzt Armenier in Besorgnis“

Ein Gastbeitrag von Gurban Mammadow

Im vergangenen Jahr hat sich das Thema West-Aserbaidschan fest und unwiderruflich auf der politischen Agenda Bakus etabliert. Darüber hinaus ist es zu einem integralen Bestandteil des Friedensprozesses zwischen Aserbaidschan und Armenien geworden.

Der Begriff „West-Aserbaidschan“ rückt immer stärker in den Fokus der Medien, da die aserbaidschanische Regierung bestrebt ist, die historische Gerechtigkeit wiederherzustellen. Dies umfasst die Rückkehr der ursprünglichen Bevölkerung in ihre angestammten Gebiete im heutigen Armenien. Lange Zeit wurde West-Aserbaidschan durch falsche Darstellungen und verzerrte historische Fakten verborgen, die von der armenischen Regierung verbreitet wurden.

Diese Bemühungen schlossen die Zerstörung des aserbaidschanischen Erbes innerhalb der Grenzen des modernen Armeniens ein – einem Staat, der auf historischem aserbaidschanischem Gebiet gegründet wurde. Die armenische Regierung verfolgte eine Politik der Armenisierung und verdrängte die Aserbaidschaner systematisch. In verschiedenen Phasen wurde diese Diskriminierung durch eine strikte Deportationspolitik verschärft. Infolgedessen wurde auch der letzte Aserbaidschaner aus seinem historischen und geografischen Heimatland, West-Aserbaidschan (dem heutigen Armenien), vertrieben.

Mit der Sowjetisierung Armeniens im November 1920 wurde die Deportation der Aserbaidschaner noch heimtückischer. In den 1920er und 1930er Jahren dienten ideologische Konzepte wie der „proletarische Internationalismus“ als Vorwand, um die Unterdrückung der Aserbaidschaner in der Armenischen SSR zu verstärken. Gleichzeitig wurden für Armenier in Aserbaidschan und anderen Sowjetrepubliken besondere Privilegien gefordert. 1923 wurde der bergige Teil von Karabagh, historisch und geografisch zu Aserbaidschan gehörend, abgetrennt und erhielt den autonomen Status der Autonomen Region Bergkarabach.

Der damalige aserbaidschanische Führer S.M. Kirow (1922-1926) setzte sich nicht für einen ähnlichen Status der in der Armenischen SSR lebenden Aserbaidschaner ein. Diese blieben daher politisch benachteiligt und ohne Autonomie, was ihre Unterdrückung ermöglichte. Nach dem Zweiten Weltkrieg (November-Dezember 1945) forderten armenische Behörden die Abtretung von Berg-Karabagh an Armenien, was jedoch unbeantwortet blieb.

Am 23. Dezember 1947 unterzeichnete Stalin eine Resolution, die die Umsiedlung aserbaidschanischer Kolchosmitglieder und anderer Aserbaidschaner aus der Armenischen SSR in das Tiefland der Flüsse Kur und Araz anordnete. Eine weitere Resolution folgte am 10. März 1948. Diese Maßnahmen, die das Schicksal von über 10.000 Menschen betrafen, standen im Zusammenhang mit den Ansprüchen Armeniens auf die Autonome Region Bergkarabach.

Zuerst wurden die Aserbaidschaner umgesiedelt, dann wurde die Frage des Schicksals der Autonomen Region behandelt. Die willkürlichen Maßnahmen der armenischen Behörden, feindselige Handlungen der Armenier gegenüber Aserbaidschanern, massenhafte Gewaltanwendung und die falsche Auswahl der Umsiedlungsorte in der Aserbaidschanischen SSR führten während des Deportationsprozesses dazu, dass viele unschuldige Menschen dem Tod geweiht waren.

Die Deportation der Aserbaidschaner aus der Armenischen SSR in den Jahren 1948-1953 war eine der brutalsten Episoden in der Geschichte der sowjetischen Zwangsumsiedlungen. Diese Deportationen reihen sich ein in andere Zwangsumsiedlungen jener Zeit, wie die der Koreaner im Jahr 1937, der Deutschen Ende 1941 und Anfang 1942, der Polen im November 1942 sowie der Krimtataren am 18. Mai 1944 und anderer Gruppen.

Die armenische Regierung hielt an ihrer feindseligen Politik gegenüber Aserbaidschan fest. In den 1960er Jahren, während der Kuba-Krise, verschlechterten sich die Beziehungen zwischen der UdSSR und den USA. Die Türkei, als NATO-Mitglied, wurde in den Konflikt involviert, was zu einer Abkühlung der sowjetisch-türkischen Beziehungen führte. Armenien erhielt Mitte der 1960er Jahre die Erlaubnis, den 50. Jahrestag der Ereignisse von 1915 im Osmanischen Reich zu begehen.

Diese Ereignisse waren begleitet von massiver Gewalt gegen Aserbaidschaner in der Armenischen SSR, die sich jedes Jahr wiederholte. Bei der Verabschiedung der Verfassung der UdSSR im Jahr 1977 scheiterte Armenien erneut mit seinem Anspruch auf Bergkarabagh, was die Spannungen verschärfte. Mit Unterstützung der UdSSR-Führung wurde 1987 die Frage von Bergkarabagh auf die Tagesordnung gesetzt.

In den frühen 1980er Jahren kam es zu weiteren Deportationen von Aserbaidschanern aus der Armenischen SSR, um territoriale Ansprüche auf Aserbaidschan durchzusetzen. Die Deportationen erreichten 1988-1989 einen Höhepunkt, als mehr als 250.000 Aserbaidschaner vertrieben wurden. Das letzte aserbaidschanische Dorf, Nuvadi, wurde im August 1991 evakuiert, womit die systematische Deportationspolitik Armeniens gegenüber den Aserbaidschanern abgeschlossen wurde.

Verschiedenen Quellen zufolge ist Armenien ein Land mit überwiegend armenischer Bevölkerung, was sich in einem Anteil von fast 99 Prozent zeigt. Diese Homogenität wird von den Einheimischen oft als Quelle des Stolzes betrachtet, da sie sich als die ursprüngliche Bevölkerung des Südkaukasus sehen. Diese Haltung geht oft mit einer geringen Toleranz gegenüber ethnischen Minderheiten einher. Im August 2022 äußerte der Ausschuss für die Beseitigung der Rassendiskriminierung des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte Besorgnis über den monoethnischen Status Armeniens.

Während Armenier ihren exklusiven Vorteil in ihrem Land betonen, hat die Nationale Akademie der Wissenschaften von Aserbaidschan (ANA) am 30. Dezember 2022 drei Abteilungen für Geschichte eingerichtet, die sich mit West-Aserbaidschan befassen. Dies beinhaltet die Erforschung aserbaidschanischer Toponyme, die von Armeniern unrechtmäßig verändert und verfälscht wurden.

Diese Maßnahme verdeutlicht die historische Vielfalt des Landes und das Vorhandensein anderer Bevölkerungsgruppen. Der staatlich sanktionierte kulturelle Vandalismus in Eriwan war Teil einer groß angelegten aserbaidschanfeindlichen Kampagne, die darauf abzielte, alle materiellen Beweise für die Zugehörigkeit der Stadt zu Aserbaidschan zu vernichten. Historischen Quellen zufolge waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts 310 Moscheen auf dem Gebiet der Provinz Iravan (dem heutigen Eriwan und den nördlichen Regionen Armeniens) registriert.

Heute gibt es jedoch nur noch eine einzige Moschee in der Stadt – die Goy Masjid (Blaue Moschee), die „persisch“ genannt wird. Darüber hinaus sind die Demirbulag-Moschee, das Emir-Saad-Mausoleum, die Sardar-Moschee, die Tepebashi-Moschee und Dutzende anderer kultureller und religiöser Denkmäler von Aserbaidschanern Opfer eines geplanten kulturellen Vandalismus durch Armenien geworden.

In Aserbaidschan wird von „West-Aserbaidschan“ gesprochen, jedoch wird diese Bezeichnung nicht mit den territorialen Ansprüchen in Verbindung gebracht, auf die armenische Politiker, Diplomaten und Journalisten so vehement bestehen. Im Gegensatz zu Armenien hegt Aserbaidschan keine territorialen Ansprüche gegenüber seinen Nachbarn. In Baku denkt absolut niemand daran, das Gebiet des heutigen Armeniens anzugreifen oder auch nur den kleinsten Teil davon zu beanspruchen.

An dieser Stelle sei noch einmal betont, dass nicht nur Vertreter der aserbaidschanischen Intellektuellen, sondern auch Regierungsbeamte wiederholt die notwendigen Klarstellungen trafen. Ihr Ziel ist es, nicht nur Armenien und seine engagierten Verbündeten, sondern auch die gesamte Weltgemeinschaft davon zu überzeugen, dass Baku keinerlei aggressive Absichten gegenüber Armenien oder anderen Nachbarn hegt.

Baku glaubte stets und glaubt nach wie vor fest daran, dass die Grundlage für die Entwicklung und den Fortschritt eines jeden Landes vor allem ein starker regionaler Frieden und eine friedliche Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten sind. Es ist bekannt, dass Armenien nicht nur in seiner Unabhängigkeitserklärung und Verfassung, sondern auch in anderen Rechtsdokumenten klare Gebietsansprüche gegenüber der Türkei und Aserbaidschan erhob. Der Oberste Rat Armeniens, damals unter seinem ersten Präsidenten Levon Ter-Petrosyan, verabschiedete wiederholt Rechtsakte zur „Annexion“ des ehemaligen Berg-Karabach an Armenien.

Um das Thema Westaserbaidschan zu vertiefen, sollte darauf hingewiesen werden, dass es in Aserbaidschan ausschließlich um eines geht: Die Vertreibung Hunderttausender Aserbaidschaner aus ihrer eigenen Heimat in Armenien. Im Gegensatz zu den in Aserbaidschan lebenden Armeniern haben diese Aserbaidschaner keine Verbrechen gegen Armenien oder Armenier begangen. Die Verbündeten Armeniens sprechen nun von der Rückkehr armenischer „Flüchtlinge“ nach Aserbaidschan, jedoch vergessen sie dabei Hunderttausende Aserbaidschaner, die ebenfalls das Recht haben, in ihre Heimat zurückzukehren.

Jetzt, nach dem Ende des Karabach-Konflikts und im Kontext der Normalisierung der zwischenstaatlichen Beziehungen zwischen Aserbaidschan und Armenien, eröffnet sich für die Aserbaidschaner die Möglichkeit, in ihre Heimat, in ihre Dörfer und Städte auf dem Gebiet der Republik Armenien – im historischen West-Aserbaidschan – zurückzukehren.

Im Jahr 2023 wurde die Rückkehr der Aserbaidschaner nach West-Aserbaidschan als integraler Bestandteil des Friedensprozesses festgelegt. Es wird deutlich, dass eine vollständige Versöhnung zwischen Aserbaidschan und Armenien nur durch die Gewährleistung des Rückkehrrechts der Westaserbaidschaner in ihre Heimat erreicht werden kann.


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.