Roboter in Büros
Studie: 21 Prozent der Befragten vertrauen einem Roboter mehr als einem menschlichen Kollegen

Darmstadt (nex) – Würden humanoide Roboter als Kollegen im Büro oder gar als Führungskraft, ausgestattet mit emotionalen Fähigkeiten, in Teams akzeptiert? Und welche Tätigkeiten würden Beschäftigte im Dienstleistungssektor Robotern überlassen? Überraschende Antworten liefert die länderübergreifende Studienreihe „Robots@work4.0“ von Prof. Stock-Homburg der TU Darmstadt. Roboter, in der Industrie längst Alltag, greifen auch auf Büroberufe über: Humanoide, also menschenähnliche Roboter übernehmen bereits heute Aufgaben in Hotels, im Handel und in Restaurants. Sie kochen, bedienen oder beraten Kunden. Sie kommunizieren ähnlich wie Menschen über Sprache, Gestik und teilweise sogar über Mimik. In Japan, China und zunehmend in den USA ist seit geraumer Zeit ein regelrechter Roboter-Hype zu beobachten – in den USA und in Japan laufen laut wissenschaftlicher Studien fast die Hälfte, in Großbritannien rund ein Drittel heutiger Berufe Gefahr, durch Robotisierung ersetzt zu werden. Diese Entwicklung dürfte sich auch bald auf Deutschland übertragen, verbunden mit der Hoffnung, insbesondere Personalkosten drastisch zu reduzieren. „Aber viele Unternehmen setzen unreflektiert Roboter ein, ohne vorher zu wissen, was diese Veränderungen für Beschäftigte, Unternehmenskultur und Kundenbeziehungen bewirken“, warnt Prof. Dr. Ruth Stock-Homburg von der TU Darmstadt. Und das, obwohl in hunderten von Studien nachgewiesen wurde, dass die Beschäftigten und die Kultur eines Unternehmens ganz oben auf der Hitliste ökonomischer Erfolgstreiber von Unternehmen rangieren. Einer Reihe von Fragen zur Robotisierung von Büro- und Dienstleistungsberufen ging die umfangreiche Darmstädter Studienreihe „Robots@work4.0“ der TU Darmstadt in Kooperation mit Leap in Time unter Leitung von Professorin Ruth Stock-Homburg nach. Mehr als 700 Führungskräfte und Mitarbeiter aus Deutschland und den USA gaben ihre Einschätzungen preis: Was trauen heutige Büroarbeiter einem Roboter zu? Wie aufgeschlossen sind heutige Büroarbeiter gegenüber Robotern? Können arbeitende Menschen sich einen Roboter als Kollegen, Mitarbeiter oder gar als Chef vorstellen? In welchen Dienstleistungsbereichen können Roboter zukünftig sinnvoll eingesetzt werden? Distanziertes Verhältnis zum Kollegen Roboter „Die Antwort auf die Frage nach dem Sinn und Unsinn des Robotereinsatzes in Büro- und Dienstleistungsberufen hängt sehr stark vom Aufgabenbereich ab“, so Stock-Homburg, 82 Prozent der Befragten sähen in Robotern eine wertvolle Unterstützung bei der Erledigung von Arbeitsaufgaben, jedoch nur zwei von drei Befragten hätten Spaß daran, mit Robotern zu arbeiten. Rund die Hälfte der Befragten traut sich einen unkomplizierten Umgang mit einem Roboter zu. In Sachen Kreativität oder Emotionen im Arbeitskontext wird Robotern mäßig viel zugetraut: Immerhin sprechen mehr als 80 Prozent der Befragten Robotern zu, Gefühle zeigen zu können; mehr als 30 Prozent trauen einem Roboter sogar zu, Gefühle zu erkennen oder gar kreativ zu sein. Ein überraschend hoher Prozentsatz vor dem Hintergrund, dass nach heutigem Stand der Technik sowohl kreative als auch emotionale Verhaltensweisen von Robotern weitestgehend programmiert sind und nicht autonom funktionieren. Hier klaffen also Stand der Technik und subjektive Wahrnehmungen von Robotern deutlich auseinander. Viele setzen auf „künstliche Intelligenz“, mit der Roboter bald selbstlernend und autonom agieren können. Assistenz willkommen Der Frage, wie aufgeschlossen heutige Büroarbeiter gegenüber Robotern sind, gingen die Forscher in einem Kulturvergleich zwischen Deutschland und den USA nach: Mehr als 60 Prozent der Befragten beider Länder können sich vorstellen, durch einen Roboterassistenten unterstützt zu werden. Allerdings sollte dieser eher repetitive, unliebsame Aufgaben wie Ablage und Dokumentation, Terminbuchungen sowie Boten- oder Recherchedienste erledigen. Interessanterweise würden 21 Prozent der Befragten einem Roboter mehr vertrauen als einem menschlichen Kollegen. Gründe dafür werden in geringerer Fehlerhäufigkeit, höherer Berechenbarkeit und Kontinuität im Verhalten gesehen. Allerdings verzichtet die Mehrzahl der Befragten gerne auf Emotionen: „Sonst schalte ich das Ding aus“, ist der Tenor der Befragten zu diesem Thema. Auf Augenhöhe als Kollegen würde nur jeder Dritte einen Roboter akzeptieren: „Roboter setzen lediglich vorprogrammierte Entscheidungen um; die Eigenständigkeit lässt stark zu wünschen übrig“, so ein Befragter. Man kann sich beispielsweise vorstellen, dass Roboter in Meetings Informationen beitragen, Protokoll führen, als unternehmensweite Datenbank agieren und umgehend Faktenwissen bereit stellen oder aber Optimierungstätigkeiten hinsichtlich Zeit- und Aufgabenverteilung in Projekten übernehmen. Zur Verknüpfung komplexer Sachverhalte und detaillierten Abstimmung mit Mitarbeitern sieht der Großteil der Befragten Roboter noch nicht in der Lage. Als Führungskraft sind Roboter fast ein Tabu: Immerhin würden 15 Prozent der befragten Amerikaner und 8 Prozent der deutschen Befragten einen humanoiden Roboter-Chef akzeptieren. Warum nur so wenige? „Ein Roboter hat kein Gefühl für meine familiäre Situation oder andere Sorgen, die in den Job hinein strahlen“, äußert sich eine Befragte. „Eine Maschine kann nicht über einen Menschen urteilen … und kann auch nicht Vorbild sein“, führt ein anderer Befragter an. Diejenigen Befragten, die sich einen Robo-Chef durchaus vorstellen können, nennen als Gründe die geringere Fehlerhäufigkeit und Subjektivität. „Roboter sind gerechter und weniger launisch“, so ein Befragter. Nach Ansicht von Professorin Stock-Homburg wird die Robotisierung viele klassische Jobs entbehrlich machen. „Aber es werden automatisch neue, eher konzeptionelle Jobs für unsere zukünftigen Generationen entstehen. Unternehmen sollten diese zukünftigen Jobs eruieren und bereits frühzeitig neue Berufsfelder schaffen, bevor sie unreflektiert Roboter einsetzen.“ So zeigt die Darmstädter Zukunftsstudie (2016), dass Unternehmen, die sich intensiv mit neuen Berufsfeldern beschäftigen, erfolgreicher sind. Neues Dienstleistungszeitalter Werden Roboter ein neues Dienstleistungszeitalter einläuten? Die Antwort lautet nach der Studienreihe „eindeutig ja“, so der Darmstädter Wirtschaftsingenieur und Projektleiter des Robotikteams, Moritz Merkle, „75 Prozent unserer Befragten würden Dienstleistungen von einem Roboter als Kunden akzeptieren“. Und in Merkles Experimentereihe mit rund 300 Teilnehmern erzielte ein humanoider Rezeptionsroboter nahezu identische Kundenzufriedenheitswerte und nur leicht geringere Bewertungen in puncto Dienstleitungsqualität im Vergleich zu seinen menschlichen Kollegen. Die meisten Befragten können sich Dienstleistungsroboter als Rezeptionisten an Empfangs- und Informationsschaltern, als Kassierer in Supermärkten oder Autovermietungen, am Schalter von Bahnhöfen, Flughäfen oder sogar Banken sowie in der Gastronomie vorstellen. Mehr als 80 Prozent der Befragten aber bevorzugen für sensible, persönliche Dienstleistungen, wie z. B. komplexe Finanzberatungen, psychologische oder ärztliche Betreuung den Kontakt mit Menschen. Insgesamt zeigt sich auch für den Einsatz von Robotern als Büroarbeiter sowie als Dienstleister: „Der Mensch bleibt offensichtlich Mittel-Punkt – Roboter wird vorerst nur Mittel bleiben“, so Jasmine Plechatsch, Geschäftsführerin von Leap in Time und Mitgründerin des Future Innovation Lab.
Fakten zur Studienreihe „Robots@work4.0“:

– 2 Experimentereihen mit rund 300 Teilnehmern – 2 großzahlige Befragungen mit mehr als 400 Führungskräften und Mitarbeitern in Deutschland und in den USA – 3 qualitative Studien mit rund 80 Interviewpartnern

Aufteilung von Kaiser's Tengelmann-Filialen
Wettbewerbsexperte Zimmer: Rewe hat beim Kaiser’s-Deal höhere Risiken als Edeka

Berlin (nex) – Die geplante Aufteilung von Kaiser’s Tengelmann-Filialen ist nach Einschätzung von Wettbewerbsexperten für Rewe riskanter als für Edeka. „Wenn Rewe seine Klage gegen die Ministererlaubnis zurückzieht, kann Edeka so viele Filialen von Kaiser’s Tengelmann übernehmen, wie Edeka es will. Das Bundeskartellamt prüft den Erwerb nicht mehr“, sagte der frühere Chef der Monopolkommission, Daniel Zimmer, dem Tagesspiegel. „Bei Rewe ist das anders. Hier wird das Bundeskartellamt genau hinschauen.“ In einigen Berliner Stadtteilen, etwa im Grunewald und im Prenzlauer Berg habe Rewe schon heute eine starke Marktstellung, gibt der Wettbewerbsexperte zu bedenken. Eine Ablehnung durch das Bundeskartellamt wäre bei einer Übernahme von Kaiser’s-Filialen in diesen Stadtteilen zu erwarten. Zimmer, der aus Protest gegen die Ministererlaubnis von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel zurücktreten war, übte scharfe Kritik an dem Verfahren. „Statt Dritten wie Migros oder Kaufland die Chance zu geben, Kaiser’s Tengelmann-Filialen zu übernehmen und sich damit bessere Einkaufskonditionen zu sichern, macht Gabriel nur die Marktführer Rewe und Edeka stärker.“

Bericht
Sado-Maso-Vorlieben oder Suchanfragen zu Prostituierten: Millionen Deutsche im Netz ausgespäht

Hamburg (nex) – In einer monatelangen Recherche konnten Reporter der NDR Fernsehmagazine „Panorama“ und „Zapp“ Zugang zu einem umfangreichen Datensatz erlangen und ihn auswerten. Darin enthalten ist jede Bewegung von Millionen von Internet-Nutzern im Monat August. Mit den Daten lässt sich das Leben der User bis in den intimsten Bereich nachzeichnen. In dem Datensatz finden sich neben privaten Nutzern auch Personen des öffentlichen Lebens: Manager, Polizisten, Richter, Staatsanwälte und Journalisten.

Ihre Internetaktivitäten geben intime Geheimnisse aus dem Berufs- und Privatleben preis: Informationen zu laufenden Polizei-Ermittlungen, die Sado-Maso-Vorlieben eines Richters, interne Umsatz-Zahlen eines Medien-Unternehmens und Suchanfragen zu Krankheiten, Prostituierten und Drogen. Die Daten lassen auch Rückschlüsse darauf zu, wann sich einzelne Nutzer wo aufgehalten haben und erlauben so, Bewegungsprofile zu erstellen. Insgesamt umfasst der ausgewertete Datensatz mehr als zehn Milliarden Web-Adressen, aufgerufen von rund 3 Millionen Usern aus Deutschland.

Wie nackt sich die Nutzer im Netz unfreiwillig darstellen, zeigt das Beispiel eines Managers aus Hamburg. Sein Datensatz beinhaltet unter anderem eine Reihe von Links zu einem Online-Speicher-Dienst, bei dem er Unterlagen zu einem Hausbau abgelegt hat. Jeder, der diese Adressen kennt, kann darüber Kontoauszüge, Architektenzeichnungen, Lohnabrechnungen mit Hinweisen auf das Bonus-System des Arbeitgebers, eine Kopie des Personalausweises und detaillierte Auszüge aus den Unterlagen zu einem Bankkredit abrufen. Dabei sind Namen und Anschrift des Managers und seiner Frau ebenso sichtbar wie Telefonnummern und E-Mail-Adressen. Kriminelle könnten mit Hilfe dieser Unterlagen die Identität des Mannes kapern oder ihn mit den Details zu seinem Surf-Verhalten erpressen.

Um an die Informationen zu gelangen, haben die NDR Reporter eine Schein-Firma gegründet, die vorgeblich im „Big Data“-Geschäft aktiv ist. Gleich mehrere Firmen zeigten sich bereit, die Web-Daten deutscher Internet-Nutzer verkaufen zu wollen – ein Unternehmen bot die nun ausgewerteten Daten schließlich als kostenlose Probe an.

WOT bietet eigentlich einen Service an, der dem Nutzer dabei helfen soll, sicher zu surfen: Die Erweiterung prüft die Integrität von Webseiten, bewertet besuchte Seiten anhand eines Ampel-Systems im Hinblick auf Sicherheit. „Finden Sie sofort heraus, welchen Websites Sie vertrauen können“, lautet ein Slogan der Firma. Im Hintergrund protokolliert und übermittelt die Erweiterung aber auch die Daten zum Surf-Verhalten des Nutzers an einen Server im Ausland. Dort wird ein Profil erstellt, bei dem Datum, Uhrzeit, Ort und angesteuerte Web-Adresse gemeinsam mit einer Nutzer-Kennung abgespeichert werden. Diese Daten gehen dann an Zwischenhändler. Von einem dieser Zwischenhändler haben „Panorama“ und „Zapp“ ihren Datensatz bezogen. Nach den Recherchen betrifft das Ausspähen die WOT-Erweiterungen mehrerer gängiger Browser. Experten gehen davon aus, dass WOT nicht die einzige Erweiterung ist, sondern sich die Daten-Sammler Dutzender, wenn nicht Hunderter unterschiedlicher Browser-Addons bedienen. WOT weist auf seiner Webseite darauf hin, dass die Erweiterung Daten wie etwa Web-Adressen abgreift und an Dritte weitergibt. Allerdings, so betont die Firma, seien diese Daten anonym. Reporter des NDR konnten indes in Stichproben mehr als 50 Nutzerinnen und Nutzer persönlich identifizieren, zum Beispiel über E-Mail-Adressen, in denen der Name steht, Anmeldenamen oder andere Bestandteile der aufgerufenen URLs. Auf Anfragen des NDR reagierte das Unternehmen nicht. Hinter der WOT-Erweiterung steht eine der weltweit größten Bewertungsplattformen für Webseiten, die sich ebenfalls „Web of Trust“ nennt. Sie hat ihren Sitz in Finnland. Die WOT-Erweiterungen für beliebte Browser wie Firefox und Chrome wurden nach Angaben der Firma mehr als 100 Millionen Mal heruntergeladen. Der Datenschutzbeauftrage Hamburgs, Johannes Caspar, erklärt dazu im NDR Interview: „Zur Weitergabe von personenbezogenen Daten brauchen Unternehmen grundsätzlich eine Einwilligung der Betroffenen.“ Dazu müsse der Nutzer genau wissen, wozu er zustimmt. Dies sei bei WOT nicht der Fall. „Hier wird ja deutlich gesagt, es handelt es sich nicht um personenbezogene Daten, was nicht stimmt“, so Caspar weiter. „Die Bezeichnung ‚anonymisiert‘ ist hier nicht richtig“, sagte Caspar. Eine massive Auswertung der Daten sei daher nach deutschem Recht „nicht zulässig“. Dienstag, 1. November, 21.15 Uhr, NDR Fernsehen.

Erster Parteitag in Duisburg
Parteigründer Remzi Aru: „Wir haben das politische Treiben 50 Jahre als Zuschauer begleitet“

Erster Parteitag in Duisburg: ADD will „Partei der kleinen Leute“ sein

Duisburg (nex) – Die neu gegründete Partei Allianz Deutscher Demokraten (ADD) wird am Sonntag, dem 13. November, in Duisburg ihren ersten ordentlichen Parteitag abhalten.

Auf diesem Parteitag sollen der in Berlin ansässige Unternehmer Remzi Aru und der Stuttgarter Rechtsanwalt Ramazan Akbaş als Bundessprecher bestätigt sowie ein Bundesvorstand gewählt werden. Darüber hinaus soll der Antritt der Partei bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2017 vorbereitet werden. Die Kandidatur im bevölkerungsreichsten Bundesland wird den ersten Wahlantritt der im Juni gegründeten Partei darstellen. Am Tag davor werden die Bundessprecher der Partei ab 16 Uhr zu Gast in der Sendung Sivil İnisiyatif bei Kanal Avrupa sein.

Unternehmer Remzi Aru hatte die Initiative zur Parteigründung ergriffen, nachdem am 2. Juni die umstrittene Armenier-Resolution des Bundestages mit den Stimmen aller Parteien und auch der türkischstämmigen Abgeordneten verabschiedet worden war. Aru sah darin den endgültigen Beweis dafür, dass Einwanderer für die deutschen Parteien lediglich als Wähler interessant seien. „Wir haben das politische Treiben 50 Jahre als Zuschauer begleitet. Ab heute mischen wir mit!“, so Aru gegenüber NEX24.

Um als Bürger mit Migrationshintergrund innerhalb der etablierten Parteien politisch mitwirken zu dürfen, würden diese jedoch „Assimilation und eine vorbehaltlose Unterwerfung unter den Narrativ der herrschenden politischen Klasse sowie der Konsensmedien“ verlangen. Politiker, die diesen Konsens verlassen, würden hingegen umgehend aus ihren Positionen gedrängt. Remzi Aru sieht in Deutschland eine „gelenkte Demokratie“ am Werk. Die Geschlossenheit in etablierten Parteien und Mainstreammedien, wenn es etwa um die Haltung gegenüber der türkischen Regierung oder auch die Außenpolitik geht, verglich Aru schon mehrfach mit der „Nationalen Front für das Demokratische Deutschland“ in der ehemaligen DDR. So äußerte Aru in Anbetracht der Disziplinierung eines langjährigen türkischstämmigen CDU-Kommunalpolitikers im schleswig-holsteinischen Neumünster durch seine eigene Partei:

„Der so genannte ‚demokratische Konsens‘, den das Altparteienkartell der Bevölkerung und nun auch speziell den Einwanderern aufdrücken möchte, ist gekennzeichnet von totalitär anmutenden Neusprech-Direktiven und spiegelt mittlerweile sogar eine parallele Realität wider.“

Gleichzeitig wirft der ADD-Sprecher den etablierten Kräften vor, gegenüber einer stetig steigenden Islamfeindlichkeit und rassistischen Tendenzen untätig zu bleiben. Die ADD will jedoch keine reine Türken- oder Migrantenpartei sein, obwohl man in diesen von den etablierten Parteien vernachlässigten Bevölkerungsgruppen das höchste Wählerpotenzial sieht. Im Unterschied zu bisherigen Gründungen wie der BIG-Partei sieht man sich auch nicht als religiöse Partei, auch wenn man die Interessen und die Freiheitsrechte aller religiöser Gemeinschaften in Anbetracht zunehmender Tendenzen eines „Kriegs gegen die Religion“ in Europa verteidigen wolle.

Die Partei, deren politisches Vorbild die Partei „Denk“ in den Niederlanden ist, will nicht nur Einwanderer aus allen Communitys ansprechen, sondern auch „Alteingesessene“, die mit dem bisherigen politischen Angebot in Deutschland nicht zufrieden sind. Der Erstentwurf des Parteiprogramms der ADD weist einen liberal-konservativen Schwerpunkt auf, man will „Stimme der kleinen und einfachen Menschen“ sein. Neben klassischen Einwandererthemen lässt die Partei auch durch Forderungen wie jene nach einem freien Bildungssystem, einer Freihandelszone von Lissabon bis Wladiwostok, einer Kopplung der Flüchtlingszahlen an den Umfang der Waffenexporte und einer Stärkung der Mehrkindfamilie aufhorchen.

Forderungen wie jene nach einem Ende der Frühsexualisierung, einer Abschaffung der Russland-Sanktionen und nach einer weniger ideologiegesteuerten Umwelt- und Energiepolitik sollen offenbar auch ein Signal an konservative Gruppen aus der Mehrheitsgesellschaft sein. Die etablierten politischen Kräfte scheinen die neue Partei bereits als Konkurrenz zu fürchten. So wurde vonseiten mehrerer eng mit politischen Entscheidungsträgern kooperierender deutscher Banken über Monate hinweg versucht, der ADD die Führung eines Bankkontos zu verweigern.

Bosnienkrieg
Nach über 20 Jahren: Bosnische Sicherheitskräfte nehmen zehn Verdächtige wegen Kriegsverbrechen fest

Sarajewo (nex) – Bosnisch-hezegowinische Sicherheitskräfte haben am gestrigen Montag zehn ehemalige Soldaten und Polizisten wegen des Verdachts zwischen 1992 und 1993 begangener Kriegsverbrechen festgenommen. Der Staatliche Nachrichten- und Sicherheitsdienst Bosnien-Herzegowinas führte eine Operation in der an Kroatien grenzenden Stadt Orasje durch. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft seien die zehn bosnisch-kroatischen Soldaten und Polizisten wegen des Verdachts der zumeist an lokalen serbischen Zivilisten begangenen Kriegsverbrechen festgenommen worden. Die bosnisch-herzegowinischen Behörden teilten mit, dass alle zehn Festgenommenen Mitglieder des Kroatischen Verteidigungsrats (HVO) gewesen seien, der als die Armee der Kroaten in Bosnien-Herzegowina im Bosnienkrieg von 1992 bis 1995 aktiv war. Sie hätten damals als Soldaten und Polizisten gedient, seien jedoch auch in Camps und Gefangenenlagern aktiv gewesen. Die Festgenommenen wurden identifiziert als: Duro Matuzovic (64), Ivo Orsolic (64), Tado Orsolic (56), Marko Dominkovic (54), Joso Nedic (60), Marko Baotic (68), Marko Blazanovic (61), Mato Zivkovic (52), Anto Zivkovic (57) und Stijepo Stijepo Djuric (51). Sie sollen nach dem Verhör durch die Polizei der Staatsanwaltschaft übergeben werden.

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Archäologie
Türkei: Über 2.000 Jahre alte Mosaike von König Abgar ausgegraben

Seltenes Mosaik aus dem ersten Jahrhundert in Südosttürkei entdeckt Ankara (nex) – Wie die Provinzverwaltung von Sanliurfa in der vergangenen Woche mitteilte, sind seltene antike Mosaike, vermutlich aus dem ersten Jahrhundert vor Christus, in der südosttürkischen Provinz ausgegraben worden. Die Archäologen haben fünf Grundmosaike von Abgar V. (4 v. Chr.-7 n. Chr.), dem fünften König des Königreichs Osrhoene (132 v. Chr.-244 n. Chr.) im Rahmen des Projekts „Am Fuß des Schlosses“ ausgegraben, die feine Gravuren und aramäische Inschriften aufweisen. Die Mosaike sollen nach ihrer Restaurierung im Museum ausgestellt werden. Im Rahmen des Projekts, das auf einem Gebiet von 45.000 Quadratmetern in Sanliurfa durchgeführt wird, wurden etwa 80 Gräber restauriert, Straßen gebaut und zum Schutz der Artefakte umwelttechnische Maßnahmen ergriffen. Die Restaurierungen spielten bei der Entwicklung der Provinz zu einem Anziehungspunkt eine wesentliche Rolle. Abgar V. war einer der ersten christlichen Könige der Geschichte. Der Apostel Thaddäus von Edessa bekehrte ihn zum christlichen Glauben. Thaddäus war auch einer der 72 Jünger, die zur Verbreitung des Evangeliums ausgesandt worden waren.

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US-Wahlen
Weder Trump, noch Clinton: Die US-Politik wird von der Wall Street entschieden

Von Ernst Wolff Das politische Schauspiel, das die Amerikaner derzeit erleben, ist nicht neu: Alle vier Jahre findet in den USA eine Medien- und Materialschlacht statt, die den Eindruck erwecken soll, das amerikanische Volk stimme auf demokratische Weise über den künftigen Kurs des Landes ab. In Wahrheit wird nur darüber entschieden, wer in den kommenden vier Jahren vom Weißen Haus aus die Interessen der Wall Street vertreten, das amerikanische Volk durch immer neue Scheingefechte von seinen wahren Problemen ablenken und es durch gezielte Manipulation auf weitere Kriege vorbereiten soll. Die Unterschiede zwischen den Kandidaten Clinton und Trump spiegeln dabei die verschiedenen Standpunkte der amerikanischen Finanzindustrie wider. Im Umgang mit Russland zum Beispiel setzt Clinton auf Konfrontation und die Fortsetzung der laufenden Kriegsvorbereitungen, während Trump den von Ex-Präsidentenberater Brzezinski propagierten Kurs der „Neuausrichtung“ („realignment“) der Beziehungen zu Russland verfolgt. Brzezinskis Kurs beharrt auf der Rolle der USA als Weltmacht Nr. 1, erkennt aber an, dass das Land an Wirtschaftskraft verloren hat und seinen Status nur dann aufrechterhalten kann, wenn es einem bewaffneten Konflikt mit Russland – zumindest vorerst – aus dem Weg geht. Hintergrund dieser Strategie ist keinesfalls eine Hinwendung zu friedlicherer Politik. Im Gegenteil – die Neuausrichtung gegenüber Russland erlaubt die Konzentration aller militärischen Kräfte der USA auf einen anderen Konflikt, der für die Wall Street derzeit Priorität besitzt: Den Krieg im Nahen Osten. Im Gegensatz zur Darstellung in den Mainstream-Medien wird derzeit nicht der geringste Versuch unternommen, diesen Krieg zu beenden. Ganz im Gegenteil: Er wird mit unverminderter Härte angefacht, und das nicht nur wegen der strategisch wichtigen Lage Syriens (die den Konflikt entzündet hat), sondern aus einem für die US-Finanzindustrie überaus wichtigen weiteren Grund. Das große Problem der Wall Street: Der Ölpreis Die USA haben vor einigen Jahren mit Hilfe des Fracking den Versuch unternommen, von ÖI-Importen unabhängig und im Öl- und Gasbereich zu einem globalen Marktführer zu werden. Da der technische Fortschritt beim Fracking diese zunächst teure Art der Produktion immer ertragreicher werden ließ, stiegen zahlreiche finanzstarke Investoren in das Geschäft ein und vergaben Kredite in Höhe von mehreren hundert Milliarden US-Dollar an die aufstrebende Industrie. Inzwischen ist klar, dass sie sich verkalkuliert haben. Der Ölpreis ist in den vergangenen zwei Jahren um mehr als 50 % gefallen. Zwar sind die Produktionskosten im Fracking erheblich gesenkt worden, aber der seit Monaten um $ 45,00 pendelnde Preis reicht nicht aus, um die zum Überleben dringend benötigten Profite zu erwirtschaften. Zwischen Januar 2015 und Juli 2016 sind bereits 90 Öl- und Gasproduzenten Bankrott gegangen und haben einen Schuldenberg von mehr als 66 Mrd. US-Dollar hinterlassen. Da die Kredite mit Sicherheit über Kreditausfallversicherungen rückversichert waren, müssen sie erhebliche Löcher in den Bilanzen der US-Großbanken hinterlassen haben. Wenn im Spätherbst nun die Rückzahlung des Löwenanteils der an Fracking-Firmen vergebenen Kredite fällig wird, sieht es für die Gläubiger düster aus. Auch die Zukunftsaussichten sind trüb: Der Weltmarkt stagniert, ein wirtschaftlicher Aufschwung kann mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Zudem ist selbst der gegenwärtig niedrige Ölpreis das Ergebnis von Marktmanipulation: Auf den Weltmeeren stauen sich bis an den Rand mit Öl gefüllte Frachter und die Lager bersten aus allen Nähten. Mit einer Drosselung der globalen Produktion ist wegen des brutalen Konkurrenzkampfes vieler betroffener Länder ebenfalls nicht zu rechnen. Es ist also mittel- und langfristig nicht von einem Anstieg, sondern von einem weiteren Rückgang des Ölpreises auszugehen. Die Finanzindustrie stellt sich bereits auf Krieg ein Spätestens zum Jahresende droht damit eine Krise des US-Finanzsystems, die ähnliche Ausmaße wie die Dotcom-Krise zur Jahrtausendwende annehmen dürfte. Nur: Das US-Finanzsystem ist acht Jahre nach dem Beinahe-Crash von 2008 erheblich instabiler geworden. Die FED hat mehr als 4,5 Billionen Dollar ins System gepumpt, der Leitzins liegt fast bei Null, die Finanzspekulation im Bereich der Derivate ist auf vierstellige Billionenbeträge angewachsen, zudem sind riesige Blasen an den Anleihe-, Aktien- und Immobilienmärkten entstanden. In dieser Situation könnten die Probleme der Fracking-Industrie zum Funken werden, der das Pulverfass US-Finanzsystem (und damit das globale Finanzgefüge) hochgehen lässt. Die Wall Street befindet sich also in einer Lage, in der ihr schieres Überleben von einer Anhebung des Ölpreises abhängt, er aber weder durch eine Ankurbelung der Nachfrage, noch durch Produktionsdrosselung, noch durch weitere Manipulation in die Höhe getrieben werden kann. Die einzige Möglichkeit, die in diesem Fall verbleibt, heißt: Eskalation des Krieges im Nahen Osten und Zerstörung einer großen Zahl von Ölquellen. Wie es scheint, ist hinter den Kulissen bereits eine Entscheidung für diese Option gefallen. Betrachtet man nämlich die Entwicklung der Ramschanleihen im Ölgeschäft der USA, so stellt man seit Juni dieses Jahres nicht nur einen Anstieg, sondern fast schon einen Run auf diese Papiere fest. So wurden zum Beispiel für das Unternehmen PDC Energy, dessen Kreditwürdigkeit vier Stufen unter „kreditwürdig“ liegt, $ 1,5 Mrd. für Anleihen im Wert von $ 400 Millionen geboten. Dazu sind die Prämien für Kreditausfallversicherungen auf Ramschanleihen seit Februar um 30 % gefallen. Für die Strategen der Bank of America Meryll Lynch war Sommer 2016 „einer der besten…. was hochertragreiche fremdfinanzierte Kredite angeht.“ Dass Teile der Finanzindustrie also auf einen Anstieg des Ölpreises und damit auf Krieg setzen, wird sowohl von Hillary Clinton, als auch Donald Trump als klare Handlungsanweisung verstanden. Beide sind sich deshalb in ihrem vermeintlichen „Wahlkampf“ in einem Punkt zu einhundert Prozent einig: Der „Kampf gegen den Terror“, die „Ausrottung des radikalen Islamismus“ und die „Vernichtung von Isis“ dienen ihnen gleichermaßen als Vorwand, um sich die Option der Ausweitung eines Krieges im Nahen Osten offen zu halten. Keiner von beiden wird auch nur ein Wort darüber verlieren, dass der angeblich größte Feind der USA einen erheblichen Teil seiner Anhängerschaft aus Terrororganisationen wie Al-Kaida, Al Nusra und der Freien Syrischen Armee rekrutiert, die von den USA im Kampf gegen den syrischen Präsidenten Assad gefördert und mit Geld und Waffen ausgerüstet worden sind. Keiner wird erwähnen, dass es niemals zu einer internationalen Radikalisierung vieler Muslime gekommen wäre, wenn die USA und ihre Verbündeten nicht ganze Länder wie Afghanistan, Irak, Libyen und Syrien durch ihre Bomben zerstört und deren Bevölkerung aufs Schlimmste terrorisiert hätten. Und nicht einer von beiden wird jemals auch nur in einem Nebensatz erwähnen, dass es bei der zukünftigen Vernichtung von Zehntausenden von Menschenleben in Wirklichkeit um nichts anderes als die Befriedigung der unersättlichen Profitgier der Wall Street geht. Stattdessen werden sich beide Kandidaten sich bis zum Ende des Wahlkampfes darin ergehen, dem amerikanischen Volk die Lüge, seine Sicherheit hänge von der Vernichtung der Organisation Isis ab, Tag und Nacht um die Ohren zu schlagen. Sowohl Clinton, als auch Trump werden sich auf diese Weise als das erweisen, was auch ihre Vorgänger waren: Ergebene Diener der Wall Street. Ernst Wolff ist freier Journalist und Autor des Buches „Weltmacht IWF – Chronik eines Raubzugs“, erschienen im Tectum-Verlag, Marburg.

Ausland
Atommacht Pakistan wünscht Militär-Kooperation mit Katar und Türkei

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Islamabad (nex) – Scharif machte den Aufruf für die trilaterale Kooperation während eines Treffens mit dem katarischen Verteidigungsministers, Chalid bin Muhammed el-Attiyah, in Islamabad. Dem Premierminister zufolge ist sein Land bereit, Katar in allen Feldern zu unterstützen. Er bemerkte, dass sich unterdessen die bilateralen Beziehungen zwischen Islamabad und Ankara intensivieren. Scharifs Vorschlag unterstützend, sagte Chalid, auch sein Land wolle eine verstärkte Militärkooperation und -produktion von Rüstungsgütern in Katar mit Hilfe Pakistans und der Türkei. Islamabad einigte sich kürzlich darauf, sechs heimisch hergestellte Super Muschschak-Trainingsflugzeuge an Doha zu verkaufen. Die Türkei ihrerseits unterzeichnete ein Abkommen, um 100 der Flugzeuge aus Pakistan zu erwerben, geht aus einer Stellungnahme des Ministeriums für Rüstungsproduktion. Katar hat Interesse am Kauf der pakistanisch-chinesischen Gemeinschaftsproduktion des Kampfflugzeugs JF-17 gezeigt. „Katar betrachtet Pakistan als einen strategischen Partner und alle Anstrengungen dienen der Stärkung der Beziehungen“, sagte Minister Chalid. Der katarische Staatsvertreter bat in diesem Zusammenhang Pakistan, seine Erfahrungen bei der Bildung einer Anti-Terror-Trainingsakademie in Doha zu teilen. „Mit der Hilfe und Kooperation von Pakistan wollen wir unser Militärhardware verbessern, damit es für die Terrorgefahr, die in der Region vorherrscht, gewappnet ist“, fügte er hinzu. Minister Chalid traf sich im Anschluss der Konsultationen mit Scharif mit Pakistans Generalstabschef Rahil Scharif im Militärhauptquartier Rawalpindi, informierte die pakistanische Armee.

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Erschienen auf eurasianews

"Negative Propaganda"
Französischer Chefredakteur: Erdogan repräsentiert die Muslime

Paris (nex) – Der Chefredakteur der französischen Wochenzeitschrift Paris Match, Gilles Martin-Chauffier, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu, dass der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan durch seine steigende Beliebtheit und Führungsstärke den Islam und die Muslime repräsentiere. Chauffier, der Erdogan zuvor in einer TV-Diskussionsrunde als den „Charles de Gaulle der Türkei“ bezeichnet hatte, wies darauf hin, dass in den europäischen Medien negative Propaganda gegen den türkischen Präsidenten betrieben werde.

„Diese Propaganda beweist, dass Erdogan sehr erfolgreich ist und sich auf dem richtigen Weg befindet“, betonte er und fügte hinzu: „Erdogan hat einen Willen, der unter anderen europäischen Regierungschefs nicht existiert.“

Chauffier, der in den französischen Medien wegen seiner Ansichten über den türkischen Präsidenten stark kritisiert worden war, analysierte die Behauptungen der europäischen Medien bezüglich „Erdogans Autoritarismus“:

„Sie betrachten Präsident Erdogan als einen autoritären Führer. Ich denke, dafür gibt es zwei Gründe. Zuallererst sieht die europäische politische Klasse Putin und Erdogan so an, weil sie aus einer niedrigeren Schicht kommen. Wenn jemand im Vergleich zu anderen eine starke Haltung hat, dann stört sie das.

„Präsident Erdogan ist eine Person, dessen Popularität stetig zunimmt, und seine Wählerstimmen sind von den ersten Jahren bis zur Gegenwart gestiegen. Er hatte Erfog durch demokratische Mittel, den freien Willen des Volkes und die Wahlen.“

Chauffier wies darauf hin, dass die Europäer falsch über den Islam dachten und nicht in der Lage seien, Islam mit Demokratie zu assoziieren.  Europäer dachten, einen muslimischen Demokraten, das gebe es nicht, meinte er.

„Ein Christ kann ein Demokrat sein, aber ein muslimisch-demokratisches Konzept kann es in der Türkei nicht geben“, so der Journalist weiter. „Sie denken, dass diese beiden Konzepte nicht miteinander verbunden werden könnten.“

Er fügte hinzu, dass die Türkei in den europäischen Medien mit falschen Wahrnehmungen zu kämpfen habe wie zum Beispiel dem PKK-Terror und den Behauptungen der Armenier bezüglich der Ereignisse im Jahr 1915

„Die Franzosen denken, dass Organisationen wie die PKK eine aktive Rolle gegen den IS (Daesh) spielten“, so Chauffier weiter.

Die PKK und ihe syrische Ablegerin, die PYD, werden in der Türkei beide als Terrorgruppen eingestuft, während die USA und die EU lediglich die PKK als eine Terrororganisation ansehen.

„Die Franzosen wissen nicht, was die PKK ist, sie wissen auch nicht, ob die Behauptungen der Armenier irgendeine Grundlage haben und fällen dennoch ein ungerechtes Urteil über die Türkei“, erklärte der Paris-Match-Chefredakteur und fügte hinzu:

„Das ist das Problem der Türkei – das der falschen Wahrnehmung. Frankreich weint um die falschen Opfer, weil es die Wahrheit nicht kennt.“


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Gesundheit
Psyche ist unverändert Hauptgrund für Berufsunfähigkeit

Koblenz (nex) – Psychische Störungen sind unverändert die Ursache Nummer eins, wenn Menschen berufsunfähig werden. Das geht aus einer aktuellen Analyse der Debeka hervor. Dafür hat der fünftgrößte Lebensversicherer in Deutschland seinen Bestand von etwa 560.000 gegen Berufsunfähigkeit Versicherten ausgewertet. Berücksichtigt wurden dabei die im vorigen Jahr rund 1.000 neu eingetretenen Leistungsfälle in der Berufsunfähigkeit. Die drei Hauptgründe: Für 41,7 Prozent waren im Jahr 2015 psychische Störungen Grund für die Berufsunfähigkeit. Als zweiten Grund führt die Debeka mit 17,4 Prozent den Bewegungsapparat – sprich Rücken, Gelenke, etc. an. Mit 13,6 Prozent waren bösartige und gutartige Tumore der drittgrößte Anlass, seinem Broterwerb nicht mehr nachkommen zu können. Die Anzahl psychischer Störungen als Ursache für Berufsunfähigkeit ist laut Debeka seit Jahren auf einem ähnlich hohen Niveau. Mehr als 51 Millionen Euro Rente zahlte die Debeka im Jahr 2015 insgesamt an Menschen, die Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung beziehen. Das sind über eine halbe Million Euro mehr als im Vorjahr. Empfänger waren 6.320 Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen ihre Arbeit nicht mehr – oder nur noch eingeschränkt – verrichten konnten. Davon waren 5.588 Vollinvalide und 732 Teilinvalide.

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