Sozialbestattungen
Sozialämter müssen immer häufiger für Beerdigungen aufkommen

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Saarbrücken/Berlin (ots) – Die Sozialämter in den Kommunen müssen immer häufiger für die Kosten von Bestattungen einspringen, weil die Hinterbliebenen finanziell überfordert sind. Wie die „Saarbrücker Zeitung“ unter Berufung auf Angaben des Statistischen Bundesamtes berichtet, haben die Behörden im Jahr 2015 für 23.389 Personen eine entsprechende Kostenerstattung vorgenommen. Das waren 3,3 Prozent mehr als im Jahr 2012. Die kommunalen Ausgaben für diese Sozialbestattungen beliefen sich im Jahr 2015 auf 61,7 Millionen Euro. Das waren 4,3 Millionen mehr als im Jahr 2012. Nach dem Gesetz werden die erforderlichen Kosten einer Bestattung übernommen, soweit sie den hierzu verpflichteten Angehörigen nicht zugemutet werden können. Der Gesetzgeber hat allerdings nicht festgelegt, welche Leistungen zu einer Sozialbestattung gehören. In der Regel würden die Kosten nur für sehr einfache Bestattungen übernommen, sagte die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Sabine Zimmermann. Sie hatte die Daten beim Statistischen Bundesamt abgefragt. „Auch nach ihrem Tod werden die Verstorbenen ein weiteres Mal als arm gebrandmarkt, durch das sichtbar ärmliche Begräbnis und die bescheidene Grabausstattung“, kritisierte die Linken-Politikerin. Notwendig seien „endlich bundesweit einheitliche Standards“ für Sozialbestattungen, so Zimmermann.

Rüstungsindustrie
Sikorsky-Hubschrauber: Türkei und USA unterzeichnen Kooperation

Ankara (nex) – Der Vertrag wurde in Ankara unterzeichnet. Anwesend waren TUSAŞ-Vorsitzender Temel Kotil und Sikorsky-Präsident Dan Schultz. Das türkische Militärbeschaffungsamt prognostiziert, dass die türkische Industrie zu 67 Prozent am Projekt beteiligt und über 30 Jahre über 1,4 Milliarden US-Dollar einnehmen wird. In einer schriftlichen Stellungnahme sagte TUSAŞ (TAI) am 28. Februar, dass das Abkommen die Herstellung von Komponenten verschiedener Hubschrauberplattformen umfasst. Im Rahmen des Abkommens werden beide Rüstungsunternehmen in den kommenden zehn Jahren Helikopter im Gegenwert von 270 Millionen US-Dollar bauen. „Das Kooperationsabkommen stellt die bestehende Wirtschaftskooperation zwischen TAI und Sikorsky in ein neues Niveau , das bereits nach dem Deal mit dem türkischen Mehrzweckhubschrauber-Programm an Schwung aufgenommen hat“, sagte TUSAŞ. Der Vertrag über den Bau von Mehrzweckhubschrauber zwischen der türkischen Regierung und Sikorsky wurde im Juni aufgenommen und ist 3,5 Milliarden US-Dollar schwer. TUSAŞ ist der Hauptvertragspartner des Programms. 2011 wählte die Türkei Sikorsky für sein nationales Programm für Mehrzweckhubschrauber. 2014 verhandelte die Türkei erneut mit der US-Seite über US-Exportlizensen für den geplanten Hubschrauber. Der T-70 Black Hawk wird in zwei Konfigurationen gebaut. Die Koproduktion von T-70 Black Hawks in der Türkei umfasst den Bau von 109 Hubschraubern. Das militärische Beschaffungsamt der Türkei (SSM) erklärte, dass die Produktion auf insgesamt 300 T-70 ausgeweitet werden könnte, wenn „die Türkei einen größeren Bedarf“ verspürt. Das Programm besagt, dass für jeden in der Türkei produzierten Hubschrauber ein weiterer ins Ausland exportiert werden darf. Damit könnte die gesamte Produktion von Sikorsky-Militärhubschrauber insgesamt auf 600 Stück steigen. Die T-70-Hubschrauber werden an sechs verschiedene türkische Sicherheits- und Militärbehörden übergeben: Die Landstreitkräfte, Luftwaffe, das Gendarmerie-Kommando, Militärisches Kommando für Sondereinsatzkräfte, Generaldirektorat für Sicherheit und die Abteilung für Forstwirtschaft.

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Erschienen bei unserem Kooperationspartner Eurasia News

Großeinsatz
Minden: „Kurdenfamilie“ greift Polizisten an

Minden (nex) – Eine Schlägerei unter Mitgliedern einer kurdischen Familie auf offener Straße hat am Mittwoch in Minden zu einem Großeinsatz der Polizei geführt. Als die alarmierten Polizisten schlichten wollten, wurden sie mit Schlägen und Tritten angegriffen. Die Beamten setzten sich daraufhin mit Pfefferspray und ihrem Einsatzmehrzweckstock zur Wehr. Mehr als ein Dutzend Einsatzwagen aus dem gesamten Kreisgebiet eilten ihren Kollegen zur Hilfe. Der Pressemitteilung der Polizei Minden-Lübbecke zufolge erlitten vier Polizisten leichte Verletzungen. Die Einsatzkräfte nahmen sechs Männer im Alter von 17 bis 46 Jahren noch vor Ort fest. Später stellte sich ein siebter Mann, ein 55-Jähriger, auf der Polizeiwache. Weiteren Beteiligten an der Auseinandersetzung gelang zu Fuß die Flucht. Mehrere Frauen mit Kindern, die offenbar zu dem Familienclan gehören, hielten sich ebenfalls auf der Straße auf und schrien lautstark während des Geschehens. Vier der Festgenommenen erlitten durch den Pfeffersprayeinsatz leichte Verletzungen. Ein 46-jähriger Mann kam zur Behandlung vorübergehend in eine Klinik. Am Donnerstag wurden die Tatverdächtigen auf Grund fehlender Haftgründe in Absprache mit der Staatsanwaltschaft nach und nach wieder auf freien Fuß gesetzt. Gegen sie wird weiterhin wegen des Vorwurfes auf Landfriedensbruch, gefährlicher Körperverletzung, Widerstand gegen Polizeibeamte und versuchter Gefangenenbefreiung ermittelt. Das Motiv für die Schlägerei ist noch unklar. Nach derzeitigem Ermittlungsstand könnte möglicherweise ein innerfamiliärer Konflikt als Auslöser in Betracht kommen. Nach einem telefonischen Hinweis auf eine bevorstehende Auseinandersetzung waren um kurz nach 15 Uhr zunächst zwei Streifenwagen zur Hoffstraße ausgerückt. Als die Polizisten eintrafen, bemerkten sie einen BMW vor einem der Häuser stehen. Als ein 25-jähriger Mann ausstieg, wurde der durch eine Gruppe von zirka acht bis zehn Personen sofort attackiert. Als die Beamten einschritten und drei Männer festnahmen, tauchten plötzlich aus Richtung der Domstraße kommend weitere 10 bis 15 Personen auf. Die attackierten die Beamten und versuchten die Festgenommenen zu befreien. Dabei traten sie einem Polizisten in den Rücken. Dessen Kollegen traktierten sie mit Faustschlägen. Als schließlich weitere Einsatzwagen eintrafen, ergriffen einige der Angreifer die Flucht. Andere wurden festgenommen.

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In eigener Sache
Nach Welle der Solidarität: NEX24 macht weiter

Dortmund (nex) – Vor knapp zwei Wochen hatte der Herausgeber des Nachrichtenportals NEX24, Polat Karaburan, nach einer Reihe von Einschüchterungsversuchen erklärt, das im Frühjahr des Jahres 2015 gegründete Medium werde seinen Betrieb einstellen.
Hintergrund waren konzertierte Kampagnen gegen das unabhängige Onlineportal. Diese reichten von willkürlichen Prozessen über Hassbotschaften bis hin zu Morddrohungen. Die Versuche, NEX24 zum Schweigen zu bringen, stammten unter anderem von mutmaßlichen Anhängern der terroristischen PKK, aber auch von deutschen Politikern.
„Sowohl die PKK als auch Vereinigungen wie die DHKP-C (Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front, Anm. d. Red.) nutzen die Freiräume aus, die Deutschland ihnen gewährt“, erklärte Karaburan dazu. „Die irrationale, feindselige Haltung mancher deutscher Politiker und Medien gegenüber der Türkei und deren laxes Vorgehen gegen Terroristen schafft diesen ein ruhiges Hinterland. Sie wissen um die klammheimliche Sympathie, die sie in einigen politischen Kreisen genießen, und nutzen diese aus.“
Karaburan hatte angesichts einer neuen Qualität an Terrordrohungen aus Rücksicht auf seine Familie und Autoren NEX24 einstellen wollen. Dies teilte die Plattform am 21. Februar mit. Internationale Medien wie das englischsprachige Nachrichtenportal Daily Sabah oder TRT Deutsch berichteten darüber.
Die Nachricht hatte jedoch eine ungeahnte Welle der Solidarität zur Folge. In zahlreichen E-Mails haben Leser die Redaktion dazu aufgefordert, weiterzumachen und sogar von sich aus angeboten, zur finanziellen Absicherung des Redaktionsbetriebes beizutragen „Die Solidarität kam aus allen Teilen der Bevölkerung und unterschiedlichsten politischen Lagern“, erklärte Karaburan und fügte hinzu:
„Man wollte auf keinen Fall ein täglich von zehntausenden Lesern frequentiertes Alternativmedium verschwinden sehen.“ Nach eingehender Rücksprache mit seiner Familie und mit zahlreichen Akteuren der Zivilgesellschaft, die sich für NEX24 engagieren wollen, ist der Herausgeber zu dem Entschluss gelangt, entgegen bestehenden Bedenken mit dem Portal weiterzumachen und den Betrieb wieder aufzunehmen. Auch aus dem Redaktionsteam kam positive Resonanz.
Auch die Polizei, mit der er am Mittwoch ausgiebig über die Drohungen gesprochen habe, habe sich sehr kooperativ gezeigt. Mit dieser Angelegenheit werde sich nun der Staatsschutz befassen, an den die Anzeige weitergeleitet würde.
„Ich habe lange nachgedacht und bin zu dem Entschluss gekommen, dass das Projekt NEX24 vielen Menschen in diesem Land zu wichtig ist“, machte Polat Karaburan deutlich. Er habe sich die Entscheidung nicht einfach gemacht und sich dazu durchgerungen, entgegen der Bedrohungslage weiterzumachen und somit an diejenigen, die kritische Berichte mit illegalen Methoden zu verhindern suchen, keine falschen Signale zu senden. „Wir machen weiter und werden präsenter sein denn je.“ Insbesondere mit den Themen NSU-Zeugen und PKK-Aktivitäten in Deutschland wolle man sich intensiver beschäftigen.
Karaburan freut sich auch auf die Zusammenarbeit mit neuen freien Mitarbeitern, Gastautoren und Förderern. „Wer NEX24 durch eine einmalige oder regelmäßige Zuwendung, eine Erbschaft oder durch Sachwerte unterstützen möchte, möge sich bitte zeitnah mit mir in Verbindung setzen“, erklärte Karaburan. „Die Kontakt-Mailadresse ist kontakt@nex24.news. NEX24 wird sich umgehend mit den Interessenten in Verbindung setzen und die erforderlichen Daten und Hilfsmittel zur Verfügung stellen“, so Karaburan weiter.

Reisen
Marmaris Nationalpark: Meistbesuchtes Naturgebiet der Türkei

Marmaris (nex) – Nur eine halbe Stunde von der Küstenstadt Marmaris entfernt, in der westtürkischen Provinz Mugla, wurde der Marmaris Nationalpark mit seinen 1,6 Millionen Besuchern im vergangenen Jahr zum meistbesuchten Naturgebiet der Türkei gewählt. 2016 kamen etwa 17 Millionen suchten Einheimische und Ausländer die Naturschutzparks in der Türkei auf. Dem Ministerium für Forst- und Wasserwirtschaft zufolge waren das vier Millionen mehr als erwartet worden waren. Zu den drei am meisten besuchten Nationalparks gehörten der Soguksu Nationalpark in Ankara und der Uludag Nationalpark in Bursa mit etwa 1,4 Millionen Besuchern. Die meisten Nationalparks in der Türkei können Fünf-Sterne-Bewertungen auf der Touristikwebsite TripAdvisor vorweisen, die den eigenen Angaben auf ihrer Homepage zufolge Unterkünfte, Restaurants und Sehenswürdigkeiten auszeichnet, die durchgehend herausragende Bewertungen von Reisenden erhalten. Eine neue vom Ministerium für Forst- und Wasserwirtschaft entwickelte App spiele bei der steigenden Zahl der Besucher ebenfalls eine große Rolle, betonte Minister Veysel Eroglu. Die App bietet dem Nutzer alle Informationen über Routen, Eintrittsgebühren und das Wetter. Der Marmaris Nationalpark liegt inmitten der üppigen und unbelasteten Natur mit ihrer vielfältigen und reichhaltigen Flora und Fauna.

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Türkei: Antalya erwartet 2017 fast 8 Millionen Touristen
   

Anstieg um 30 Prozent
Türkei: Bis 2019 jährlich über 226 Millionen Fluggäste

Ankara (nex) – Die Türkei erwartet bis 2019 jährlich mehr als 226 Millionen Fluggäste. Dies ist ein Anstieg um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die 174 Millionen Passagiere einschließlich der Transitpassagiere, die die Türkei im vergangenen Jahr empfing, soll den Berechnungen zufolge um 8,4 Prozent steigen und somit 188,6 Millionen erreichen, heißt es in einer Mitteilung der staatlichen türkischen Generaldirektion für den Flughafenbetrieb im Verkehrsministerium (DHMI). 2018 soll diese Zahl auf 205 Millionen steigen und 2019 dann nach den überprüften Daten der DHMI 226,6 Millionen erreichen. Der größte Zuwachs werde bei der Zahl der internationalen Fluggäste erwartet, die um 41 Prozent, also von 71 Millionen im vergangenen Jahr auf über 100 Millionen im Jahr 2019, steigen soll. Die Zahl der Passagiere im Inlandsverkehr soll in den kommenden drei Jahren ebenfalls um 22,8 Prozent zunehmen und somit 126,1 Millionen erreichen. Die Behörde erwartet bis zum Ende des Jahres eine Zunahme des Flugverkehrs einschließlich der Überflüge auf 1,95 Millionen – 2016 waren es 1,83 Millionen. 2018 sollen sie 2,13 Millionen und 2019 schließlich 2,3 Millionen betragen. Zum Luftfrachtverkehr des Landes lieferte die DHMI folgende Zahlen: Dieser soll 2019 auf über 4 Millionen Tonnen steigen, im vergangenen Jahr lag er bei 2,9 Millionen Tonnen.

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„Hayat Köprüsü“
Türkei: Angelina Jolie und Cristiano Ronaldo machen bei Flüchtlings-Serie mit

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Gaziantep (nex) – Der Trailer für eine türkische TV-Serie über eine syrische Familie, bei der Weltstars wie US-Schauspielerin Angelina Jolie und Profi-Fußballer Cristiano Ronaldo mitmachen, ist in der südtürkischen Provinz Gaziantep abgedreht worden. Dies teilte Medienberichten zufolge der Regisseur der Serie, die „Hayat Köprüsü“ – zu Deutsch: Lebensbrücke – heißen soll, mit. „Weltberühmte Persönlichkeiten werden nach Gaziantep kommen, um ihren Beitrag zu diesem Projekt zu leisten“, erklärte Eyüp Dirlik und fügte hinzu: „Wir haben mit einigen internationalen Hilfsorganisationen Gespräche geführt. Sie haben uns ihre Unterstützung des Projekts zugesagt. Sie werden nach Gaziantep kommen und uns helfen. Ronaldo und Jolie sind dabei nur zwei der Namen der am Vorhaben Beteiligten. Sie haben zwar Timing-Probleme, aber wir werden das hinbekommen.“ Sie hätten dem Projekt anfangs das Motto „Entweder bleibst du dort und stirbst oder du kommst her und überlebst“ gegeben. Mit den Aufnahmen würden sie Ende März beginnen, so der Regisseur weiter. Medienberichten zufolge soll „Hayat Köprüsü“ in der Türkei, im Nahen Osten und in Lateinamerika zu sehen sein. Die Oberbürgermeisterin von Gaziantep, Fatma Sahin, unterstütze ebenfalls das Projekt, so Dirlik weiter. „Die Türkei und Syrien stehen sich sehr nahe“, erklärte er. „Es gibt vieles, was sie gemeinsam haben. Wir konzentrieren uns in der TV-Serie auf eine syrische Familie. Es ist zwar ein Drama, aber nicht nur das – es geht um Liebe, um familiäre Beziehungen und den Kampf ums Überleben.“ Perihan Savas, eine der Grandes Dames des türkischen Kinos, spielt eine Hauptrolle in der Serie. „Die Flüchtlinge stellen momentan eine der größten Herausforderungen in unserem Land dar“, betonte die Schauspielerin und ergänzte: „Wir haben ihnen unsere Türen geöffnet, und wir möchten sie der ganzen Welt zeigen. Denn alle möchten etwas über ihr Leben erfahren. Dieses Projekt ist eine Lektion für die Menschheit.“

Kampf gegen Terror
Belgisches Gericht verurteilt türkische Links-Terroristin

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Brüssel (nex) – Ein belgisches Gericht hat am heutigen Montag eine Flüchtige mit türkischer Staatsangehörigkeit für in der Türkei begangene Verbrechen, darunter den Mord an zwei bekannten Geschäftsleuten und einer Sekretärin, in Abwesenheit verurteilt. Fehriye Erdal, die Mitglied der Terrorgruppe Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front (DHKP-C) ist, war im Jahr 2006 aus dem Hausarrest in Belgien geflohen und befindet sich noch immer auf freiem Fuß. Das Strafgericht in Brügge hat Erdal in Abwesenheit zu 15 Jahren Haft verurteilt. Obwohl sie bei der Verhandlung nicht anwesend gewesen war, hatte dasselbe Gericht im vergangenen Mai entschieden, dass Erdal wegen in der Türkei begangener Straftaten verurteilt werden solle. Der Terroristin wird der Mord am Vorstandsmitglied der Sabanci Holding, Özdemir Sabanci, dem Toyota Turkey-Geschäftsführer Haluk Görgün sowie an dessen Sekretärin Nilgün Hasefe vorgeworfen. Ankara fordert seit Langem Erdals Auslieferung. Sabanci, Görgün und Hasefe wurden am 9. Januar 1996 im Sabanci Center Istanbul erschossen. Erdal war Angestellte in dem Gebäudekomplex und wird verdächtigt, ihren Komplizen Zugang zu dem Center verschafft zu haben. Die Täter wurden als Erdal, Ismail Akkol und Mustafa Duyar identifiziert. Duyar wurde verhaftet und 1999 bei einem Gefängnisaufstand getötet. Erdal und Akkol konnten fliehen. Akkol wurde im Februar dieses Jahres wiedergefasst. Nach einem Brand in einem Gebäude im belgischen Knokke-Heist, wo Erdal wohnte, wurde sie wegen gefälschter Reisedokumente festgenommen. Nach einem Jahr Gefängnisaufenthalt wurde sie unter Hausarrest gestellt, konnte jedoch im März 2006 fliehen. Die belgischen Behörden hatten sich geweigert, Erdal während ihrer Haftzeit an die Türkei auszuliefern.

Reisen
Türkei: 17 Millionen Besucher in Nationalparks und Naturschutzgebieten

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Ankara (nex) – Der Marmaris Nationalpark liegt nur eine halbe Stunde von der Küstenstadt Marmaris in der westtürkischen Provinz Mugla entfernt. Mit seinen 1,6 Millionen Besuchern im vergangenen Jahr wurde er nun zum meistbesuchten Naturschutzgebiet der Türkei gekrönt. 2016 besuchten etwa 17 Millionen Einheimische und Ausländer die Nationalparks und Naturschutzgebiete der Türkei. Dem Ministerium für Forst- und Wasserwirtschaft zufolge waren das vier Millionen Erholungssuchende mehr als erwartet. Zu den drei am meisten aufgesuchten Naturschutzgebieten gehörten laut dem Ministerium neben dem Marmaris Nationalpark auch der Soguksu Nationalpark in Ankara und der Uludag Nationalpark in Bursa mit etwa 1,4 Millionen Besuchern. Die meisten Nationalparks in der Türkei können Fünf-Sterne-Bewertungen auf der Touristikwebsite TripAdvisor vorweisen, die den eigenen Angaben auf ihrer Homepage zufolge Unterkünfte, Restaurants und Sehenswürdigkeiten auszeichnet, die durchgehend herausragende Bewertungen von Reisenden erhalten. Eine neue vom Ministerium für Forst- und Wasserwirtschaft entwickelte App spiele bei der steigenden Zahl der Besucher ebenfalls eine große Rolle, betonte Ressortminister Veysel Eroglu. Die App biete dem Nutzer alle Informationen über Routen, Eintrittsgebühren und das Wetter. Eroglu wies darauf hin, dass zum besseren Schutz der Nationalparks mehr Investitionen getätigt würden. Der Marmaris Nationalpark liegt inmitten der üppigen und unbelasteten Natur mit ihrer vielfältigen und reichhaltigen Flora und Fauna. Er befindet sich in der Nähe der alten karischen Städte Physkos und Amos sowie der Cennet Adasi (Paradies-Insel). Der Nationalpark bietet neben Picknickplätzen für Familien auch Campinggelegenheiten und Reitausflüge. Mit ihrer reichhaltigen Flora wie Rotkiefern und Eichen sowie einer großen Vielfalt an Vögeln verfügt das von Bäumen umsäumte Naturschutzgebiet über eine wunderschöne Landschaft.

Türkei
Straßburg: PKK-nahe HDP kündigt Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte an

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Ankara (nex) – Die oppositionelle PKK-nahe Demokratische Partei der Völker (HDP) in der Türkei hat angekündigt, Beschwerde wegen der andauernden Haft ihrer beiden Parteivorsitzenden Selahattin Demirtas und Figen Yüksekdag beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) einzureichen. Medienberichten zufolge befinde sich nach einer Erklärung des Hauptquartiers der Partei eine Delegation aus HDP-Politikern am heutigen Sonntag und morgen in Straßburg, die von dem Europarat-Vertreter der Partei, Faik Yagizay, begleitet werde. Derzeit befinden sich 12 HDP-Abgeordnete, darunter auch Demirtas und Yüksekdag, in Untersuchungshaft. Demirtas wird die Leitung einer Terrororganisation, Betreibung von Terrorpropaganda und Anstiftung zum Rechtsbruch sowie Aufforderung zum Begehen von Straftaten vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft Diyarbakir fordert 142 Jahre Haftstrafe für ihn und 83 Jahre für Yüksekdag. Demirtas‘ erste Anhörung soll am 28. April stattfinden.  

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