USA
Mamdani: „Wir haben immer Geld für den Krieg, aber nicht um die Armen zu ernähren“

Der New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani hat den US-Krieg gegen den Iran in der NBC-Sendung „Meet The Press" scharf verurteilt und dabei auf einen Songtext des verstorbenen Rappers Tupac Shakur zurückgegriffen.

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New York – Der New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani hat den US-Krieg gegen den Iran in der NBC-Sendung „Meet The Press“ scharf verurteilt und dabei auf einen Songtext des verstorbenen Rappers Tupac Shakur zurückgegriffen.

„Ich wünschte, die Worte von Tupac aus den 90er Jahren wären nicht immer noch prophetisch, aber sie treffen für zu viele Menschen weiterhin zu — nämlich dass wir immer Geld für den Krieg haben, aber nicht, um die Armen zu ernähren“, sagte Mamdani gegenüber Moderatorin Kristen Welker.

Das Zitat stammt aus Tupacs Song „Keep Ya Head Up“ und beschreibt nach Ansicht Mamdanis die aktuelle Lage in Amerika treffender denn je.

Krieg verschärft Lebenshaltungskostenkrise

Mamdani betonte, der andauernde Krieg gegen den Iran habe die ohnehin hohen Lebenshaltungskosten in New York City weiter in die Höhe getrieben. „Während dieser Krieg eine Lebenshaltungskostenkrise verschärft hat, ist das eine Krise, die bereits vor meiner Bürgermeisterkandidatur existierte — und sie spiegelt sich darin wider, dass wir die teuerste Stadt der Vereinigten Staaten sind“, sagte er.

Die Militäroperation gegen den Iran solle „nicht nur aus politischen oder moralischen Gründen, sondern auch aus rein wirtschaftlichen Gründen abgelehnt werden“, so Mamdani. Die USA hätten bereits schätzungsweise 28 Milliarden Dollar für den Krieg ausgegeben — Geld, das seiner Meinung nach stattdessen für die Arbeiterklasse in ganz Amerika eingesetzt werden könnte.

Krieg tief unpopulär in der Bevölkerung

Der Krieg gegen den Iran, der Ende Februar als gemeinsame Militäroperation der USA und Israels begann, ist in der amerikanischen Bevölkerung inzwischen tief unpopulär. In einer aktuellen CBS News/YouGov-Umfrage gaben fast 60 Prozent der Amerikaner an, der Krieg laufe „sehr“ oder „eher schlecht“ für die USA.

Der Konflikt hatte zudem dazu geführt, dass der Iran die Straße von Hormus sperrte, was die globalen Ölpreise in die Höhe trieb und die Benzinkosten in den gesamten USA ansteigen ließ. Im Kongress scheiterte unterdessen ein parteiübergreifender Versuch, den Präsidenten zum Abzug der US-Streitkräfte aus dem Iran-Konflikt zu verpflichten — die Abstimmung im Repräsentantenhaus verlief weitgehend entlang der Parteilinien.

Trump: Militär hat Vorrang vor Kinderbetreuung

Präsident Donald Trump wies derweil Forderungen zurück, Subventionen für die Kinderbetreuung auszuweiten. Bei einem privaten Osteressen im Weißen Haus sagte er:

„Es ist uns nicht möglich, uns um Kinderbetreuung, Medicaid, Medicare und all diese einzelnen Dinge zu kümmern. Das können die Bundesstaaten auf eigene Initiative tun. Wir müssen uns um eine Sache kümmern: den Militärschutz. Wir müssen das Land schützen.“

Mamdani setzt auf kostenlose Kinderbetreuung

Ein klarer Gegensatz zu Mamdanis politischer Agenda: Der Bürgermeister, der im November gewählt wurde und dabei einen Wahlkampf für eine erschwinglichere Stadt geführt hatte, hat die kostenlose Kinderbetreuung zu einer seiner wichtigsten Prioritäten erklärt.

Im März kündigten Mamdani und New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul ein kostenloses Kinderbetreuungsprogramm für bis zu 2.000 Zweijährige in New York City an — mit dem Ziel, es künftig auszuweiten. Zur Finanzierung seiner Versprechen, darunter erschwinglichere Kinderbetreuung, hatte Mamdani im Wahlkampf eine Steuererhöhung für die reichsten New Yorker angekündigt.

Vergangene Woche schlugen er und Hochul offiziell eine „Pied-à-Terre“-Steuer für Eigentümer von Immobilien im Wert von mehr als 5 Millionen Dollar in New York City vor, die dort nicht ihren Hauptwohnsitz haben.

„Diese Steuer wird mindestens 500 Millionen Dollar direkt für die Stadt einbringen und Dinge wie kostenlose Kinderbetreuung, sauberere Straßen und sicherere Nachbarschaften finanzieren“, so Mamdani.

Zohran Kwame Mamdani wurde 1990 in Kampala, Uganda, geboren und wuchs in New York City auf. Er ist der Sohn des renommierten ugandisch-amerikanischen Politikwissenschaftlers Mahmood Mamdani und der südafrikanischen Filmemacherin Mira Nair. Mamdani studierte Wirtschaftswissenschaften an der Bowdoin College in Maine. Vor seiner politischen Karriere arbeitete er als Mieterrechtsberater in Queens.

Er ist Mitglied der Demokratischen Sozialisten Amerikas (DSA) und vertrat ab 2021 den Stadtteil Astoria in Queens als Abgeordneter der New York State Assembly. Im November 2024 wurde er zum Bürgermeister von New York City gewählt.

Präsidentschaft außer Reichweite

Trotz seiner rasanten politischen Karriere und wachsender Popularität weit über New York hinaus bleibt das Weiße Haus für Mamdani verfassungsrechtlich unerreichbar. Viele seiner Unterstützer würden ihn gerne als nächsten US-Präsidenten sehen — doch die US-Verfassung schließt ihn aus: Als in Kampala, Uganda geborener Politiker erfüllt er nicht die Voraussetzung des „natural-born citizen“, die für eine Präsidentschaftskandidatur zwingend erforderlich ist.

Keiner seiner Eltern war zum Zeitpunkt seiner Geburt US-Bürger — sein Vater ist ugandischer, seine Mutter indischer Staatsbürgerin. Eine Verfassungsregel aus dem Jahr 1787 versperrt ihm damit den Weg ins höchste Amt Amerikas.

 


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