Wirtschaft
Türkei und Ungarn planen Erhöhung des Handelsvolumen auf fünf Milliarden US-Dollar

Ankara (nex) – Der türkische Minister für Wissenschaft, Technologie und Industrie, Faruk Özlü, hat erklärt, dass die Türkei und Ungarn sich zum Ziel gesetzt hätten, ihr Handelsvolumen auf fünf Milliarden US-Dollar zu erhöhen und dabei seien, dieses Ziel zu erreichen. Özlü gab auf der gemeinsam mit dem ungarischen Außen- und Handelsminister Péter Szijjártó in Ankara abgehaltenen Pressekonferenz bekannt, dass die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern in der jüngeren Vergangenheit Fahrt aufgenommen habe. Der türkische Minister hatte zuvor auf der 5. Tagung der Türkisch-Ungarischen Gemischten Wirtschaftskommision teilgenommen. „Unsere Exporte nach Ungarn sind im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent auf 832 Millionen US-Dollar gestiegen“, erklärte der türkische Minister und fügte hinzu: „Unsere Importrate liegt im Vergleich zum Vorjahr bei 1,3 Milliarden US-Dollar.“ Özlü wiederholte die Forderung der Türkei, das Abkommen über die Zollunion mit der EU zu erneuern und die Beitrittsverhandlungen zu beschleunigen. Ungarn sei, so der türkische Politiker, ebenfalls für die EU-Mitgliedschaft seines Landes wie auch für die Erneuerung der Zollunion. Der ungarische Außen- und Handelsminister Szijj stimmte seinem Gast zu und wies darauf hin, dass die türkische Wirtschaft von Tag zu Tag stärker werde. Das bilaterale Handelsvolumen zwischen der Türkei und Ungarn lag 2015 bei 2,02 Milliarden US-Dollar. Dabei erreichten die Exporte der Türkei nach Ungarn einen Wert von 712 Millionen US-Dollar, während die Importe aus Ungarn bei 1,31 Milliarden US-Dollar lagen. Die Türkei exportiert Maschinen, Eisen- und Stahlprodukte, elektronische Geräte, Textilien und Lebensmittel nach Ungarn und importiert Elektrogeräte, Maschinen, Produkte der Automobilindustrie und chemische Produkte aus dem Land.

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Deutsch-türkische Beziehungen
FDP-Vorsitzender fordert Einreise-Verbot für türkische Regierungsmitglieder

Düsseldorf (nex) – Die NRW-FDP fordert ein „zeitweises Einreise-Verbot“ für türkische Regierungsmitglieder. „Man kann sich bei uns nicht auf die Freiheit berufen, um zuhause die Freiheit einzuschränken“, sagte FDP-Vorsitzender Christian Lindner der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. „Die laxe Haltung der Bundesregierung hängt vermutlich mit der Erpressbarkeit wegen der Flüchtlingskrise zusammen“, sagte Lindner. Die SPD sei wohl deshalb zurückhaltend, „weil sie auf Stimmen von aus der Türkei stammenden Menschen bei der Bundestagswahl spekuliert.“ Die Bundesregierung sollte laut dem FDP-Chef „einfach cool“ die Einreise ablehnen. Die doppelte Staatsangehörigkeit könne nicht die Regel, sondern sollte die Ausnahme sein.

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Wahlen 2017: CDU mobilisiert Auslandsdeutsche

"Freundeskreise"
Wahlen 2017: CDU mobilisiert Auslandsdeutsche

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Berlin (nex) – Anläßlich des Wahlkampfes zu den bevorstehenden Bundestagswahlen im Herbst 2017 betont die CDU, auch auf Auslandsdeutsche als Unterstützer setzen zu wollen. Die Kontakte zwischen der CDU und Stimmberechtigte im Ausland sollen etwa über die Gründung von „Freundeskreisen“ intensiviert werden. Neben den Christdemokraten unterhalten auch Parteien wie SPD und Grüne Repräsentanzen im Ausland, sei es durch „Freundeskreise“ oder durch parteinahe Stiftungen wie die Boell-Stiftung, die etwa mit einem Büro in Istanbul grüne Anliegen vertritt. „Wir wollen, dass die Deutschen im Ausland den Kontakt zu ihrem Heimatland halten. Daher freut es uns, wenn Sie die Vorgänge in Deutschland weiter intensiv verfolgen. Wir freuen uns über jeden Deutschen im Ausland, der bereit ist, sich für die Unionsparteien zu engagieren. Das Eintreten und Werben vieler Deutscher im Ausland für die CDU im Bundestagswahlkampf 2013 hat uns tief beeindruckt. Darauf wollen wir für den bevorstehenden Wahlkampf zur Bundestagswahl im Herbst 2017 aufbauen“, schreibt die Christlich Demokratische Union auf ihrer Homepage. Die CDU wolle die Kontakte zu den Freunden der Unionsparteien im Ausland weiter intensivieren. Es hätten sich bereits einige CDU/CSU-Freundeskreise im Ausland gebildet. In vielen Ländern hätten sich Deutsche bereit erklärt, Ansprechpartner für die Unionsparteien zu sein, um ebenfalls Freundeskreise ins Leben zu rufen. Damit hätten Sie die Möglichkeit, sich vor Ort politisch zu vernetzen:
Wir rufen Sie dazu auf, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen. CDU und CSU brauchen die Unterstützung all ihrer Freunde – gleichgültig ob im In- oder Ausland. Jede einzelne Stimme ist wichtig. Das haben die letzten drei Bundestagswahlen gezeigt. Auch die Bundestagswahl 2017 wird hart umkämpft sein. Deshalb laden wir Sie herzlich ein, den Unionsparteien zu helfen, eine bessere Politik zu ermöglichen.
Dafür habe man ein Konzept entwickelt, in dem die CDU-Bundesgeschäftsstelle interessierte Deutsche im Ausland rechtzeitig vor künftigen Bundestags- und Europawahlen darauf aufmerksam mache, wie man an diesen Wahlen teilnehmen könne. Dafür müsse man sich auf der CDU-Homepage registrieren.
Die CDU werde Argumente liefern, warum es auch für Deutsche im Ausland wichtig ist, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen und die Unionsparteien zu wählen. Ansprechpartner würden Wählern mit Rat und Tat zur Seite stehen. Im Ausland lebende Deutsche sollten sich zu „CDU-Freundeskreisen“ zusammenschließen.

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Technologie
100.000 Arbeitsplätze: „Türkisches Silicon Valley“ geht Mai in Betrieb

Istanbul (nex) – Die erste Phase des „türkischen Silicon Valley“ in der nordwesttürkischen Stadt Gebze soll voraussichtlich im Mai in Betrieb gehen. Dies teilte der türkische Minister für Wissenschaft, Industrie und Technologie, Faruk Özlü, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Anadolu mit. 98 Prozent der ersten Bauphase sei bereits abgeschlossen, so der Minister. „Wir werden das Tal [der Informationstechnologie], das auf einem Areal von mehr als drei Millionen Quadratmetern errichtet wird, etappenweise eröffnen“, gab Özlü bekannt und fügte hinzu: „Nach der Beendigung aller Etappen haben wir uns einen Jahresumsatz von 50 Milliarden US-Dollar zum Ziel gesetzt; des Weiteren sollen 5.000 F+E-Unternehmen in dem Tal operieren.“ Nach Abschluss der ersten Etappe werde das Tal der Informationstechnologie 2.000 Arbeitsplätze schaffen. Die Zahl der qualifizierten Arbeitskräfte werde bei Beendigung aller Etappen 100.000 betragen, so der Minister weiter. Da der Landkreis Gebze einen wichtigen Industriestandort des Landes darstelle, sei das „Silicon Valley der Türkei“ für die Technologie-Integration in die Industrie geeignet.

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Ausland
Türkei: Eheschließungen mit Syrerinnen steigen um 82 Prozent

Ankara (nex) – Die Zahl syrischer Frauen, die türkische Männer heiraten, ist zwischen 2015 und 2016 um 82 Prozent gestiegen. Dies hat das Statistikinstitut der Türkei, TurkStat, am Donnerstag bekannt gegeben. So hätten im vergangenen Jahr 6.495 Syrerinnen türkische Männer geheiratet. 2015 lag diese Zahl laut TurkStat noch bei 3.569. Insgesamt habe die Zahl binationaler Ehen zwischen 2015 und 2016 um 17,8 Prozent zugenommen, unter denen jene mit ausländischen Partnerinnen wiederum um 20 Prozent zugelegt hätten. Die Gesamtzahl der Eheschließungen in der Türkei sei im vergangenen Jahr auf 594.493 gestiegen. Die Zahl der Eheschließungen mit einer ausländischen Partnerin lag laut TurkStat bei 22.583. Ausländische Bräutigame hingegen gab es im vergangenen Jahr lediglich 3.777, was einen Anstieg von 5,9 Prozent im Vergleich zu 2015 bedeutet. 377 dieser Männer stammten aus Syrien. Dem türkischen Gesundheitsministerium zufolge sind in der Türkei zwischen April 2011 und September 2016 177.568 syrische Babys zur Welt gekommen.

Die Türkei beherbergt bereits etwa drei Millionen syrische Flüchtlinge, die vor dem blutigen Bürgerkrieg in ihrem geflohen sind und habe offiziellen Angaben zufolge für deren Unterstützung und Unterbringung bislang 25 Milliarden US-Dollar ausgegeben. Die von der internationalen Gemeinschaft für die Flüchtlinge erhaltene Hilfe betrage derzeit 612 Millionen US-Dollar, so die türkische Katastrophenschutzbehörde AFAD.

Über eine Million der Geflüchteten seien laut AFAD Kinder, somit sei die Türkei das Land mit den meisten Flüchtlingskindern.

Zur Verantwortung für diese Kinder gehöre nicht nur die Bereitstellung von Unterkünften, sondern auch die Gesundheitsversorgung sowie Bildung und andere Dienstleistungen, so die Behörde weiter. Die AFAD wies darauf hin, dass sie schwangeren und stillenden Flüchtlingsfrauen in Mutter-Kind-Gesundheitszentren im ganzen Land spezielle Mahlzeiten anbiete.

Die Zusammenarbeit des türkischen Bildungsministeriums und der AFAD gewähre 310.000 Kindern im Kindergarten- beziehungsweise Teenageralter die Möglichkeit, von der Straße zu kommen und die Schule zu besuchen, heißt es weiter. Des Weiteren hätten 115.000 syrische Erwachsene im Rahmen verschiedener in AFAD-Zentren angebotener Zertifikationsprogramme beschäftigungsrelevante Fähigkeiten erworben. Frauen hätten an Wahlen der Gemeindevorsteher teilgenommen und seien an der Leitung von Flüchtlingsunterkünften beteiligt, erklärte die Behörde.

Syrien befindet sich seit Anfang 2011, als Baschar al-Assads Regime Demonstrationen für Demokratie mit unerwarteter Brutalität niederschlug, in einem grausamen Bürgerkrieg. Diese waren im Zuge der Aufstände des arabischen Frühlings entstanden. Das Syrian Center for Policy Research, eine in Beirut ansässige NGO, hat die Zal der Todesopfer für den bereits sechs Jahre andauernden Konflikt mit mehr als 470 000 angegeben.

 

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Irland
Grausiger Fund: 800 Babyleichen unter ehemaligem Heim einer Kirche entdeckt

Dublin (nex) – Auf dem Gelände eines ehemaligen Mutter-Kind-Heimes der katholischen Kirche wurde ein Massengrab mit fast 800 Babys und Kleinkindern entdeckt. Wie eine vom irischen Staat beauftragte Untersuchungskommission am Freitag mitteilte, wurde damit ein bereits 2014 von einer Historikerin vorgelegter Bericht bestätigt. Den Verdacht, dass in dem von 1925 bis 1961 betriebenen Heim Kleinkinder anonym begraben wurden, gibt es allerdings seit Jahrzehnten. Spielende Kinder hatten dort bereits in den 70-er Jahren des 20. Jahrhunderts menschliche Knochen in einer unterirdischen Kammer gesehen. Die Mother and Baby Homes Commission of Investigation hatte 2016 auf dem Gelände in Tuam (Westirland) einen unterirdischen Abwasserschacht freilegen lassen. Bei Ausgrabungen zwischen November und Januar hätten Berichten zufolge Forensiker eine unterirdische Struktur mit 20 Kammern gefunden, die eine „bedeutende Anzahl an menschlichen Überresten“ enthielten. Eine DNA-Analyse habe ergeben, dass die dort Begrabenen zwischen 35 Wochen und drei Jahre alt gewesen seien. Das Heim wurde vom Schwesterorden Bon Secours betrieben und brachte unverheiratete schwangere Frauen unter. Aktivisten in Irland haben die Untersuchung von weiteren ehemaligen Mutter-Kind-Einrichtungen gefordert.
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Dürre in Ostafrika
Somalia: Über 100 Menschen verhungern innerhalb von 48 Stunden

Dortmund (nex) – Mindestens 110 Menschen sind in den vergangenen 48 Stunden in Somalia an Hunger und Wasserknappheit gestorben. Dies hat der somalische Ministerpräsident Medienberichten zufolge am gestrigen Samstag mitgeteilt. Auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Mogadischu gab Hassan Ali Khaire bekannt, dass in den vergangenen zwei Tagen mindestens 110 Menschen in den südwestsomalischen Regionen Bay und Bakool gestorben seien. „Ich wurde heute darüber in Kenntnis gesetzt, dass mindestens 110 Menschen, hauptsächlich Kinder, in den vergangenen 48 Stunden in den Regionen Bay und Bakool wegen Hunger und Cholera, die aufgrund der Wasserknappheit ausgebrochen ist, gestorben sind“, so der Ministerpräsident. Am 28. Februar hatte der somalische Präsident Abdullahi Farmajo mitgeteilt, dass der ostafrikanische Staat von einer schweren Dürre betroffen sei, die auf das Wetterphänomen „El Nino“ zurückzuführen ist. Des Weiteren hatte die Internationale Organisation für Migration am vergangenen Dienstag zu Soforthilfemaßnahmen für mehr als 20 Millionen Menschen aufgerufen, die im Südsudan, Jemen, in Somalia sowie Nigeria von einer schweren Hungersnot betroffen seien.

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Hunger in Ostafrika
Türkischer Präsident Erdogan ruft zur Hilfsaktion gegen Hungersnot in Afrika auf

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Dortmund (nex) – Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat am gestrigen Samstag in einer Tweetreihe zur Teilnahme an der Hilfsaktion des Türkischen Roten Halbmondes für die von Dürre und Hunger bedrohten Menschen in Ostafrika aufgerufen. Die Internationale Organisation für Migration hatte am vergangenen Dienstag Soforthilfemaßnahmen für mehr als 20 Millionen Menschen gefordert, die im Südsudan, Jemen, in Somalia sowie Nigeria von einer schweren Hungersnot betroffen seien. Auch Kenia habe die Dürre erreicht. „Wir können die Hilferufe der Länder, in denen die dürrebedingte Hungersnot gefährliche Dimensionen erreicht hat, nicht ignorieren“, twitterte Erdogan. „Die Türkei startet eine Hilfsaktion für die Menschen in Ostafrika und im Jemen, die unsere Unterstützung dringend brauchen.“ Der türkische Präsident verwies seine Follower auf die offizielle Webseite des Türkischen Roten Halbmondes www.kizilay.org. Hier könne man die Aktion mit einer Spende unterstützen.

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Eltern fordern Aufklärung
USA: 18-jähriger Afro-Amerikaner erhängt im Wald aufgefunden

Dortmund (nex) – Eine Familie aus der Stadt Lake Stevens im US-Bundesstaat Washington fordert das FBI auf, den Tod ihres Sohnes aufzuklären. Der junge afroamerikanische Muslim war erhängt im Wald aufgefunden worden. Die Umstände, die zum Tod des jungen Mannes führten, sind noch unklar. Ben Keita wurde nur 18 Jahre alt. Im November vergangenen Jahres war er als vermisst gemeldet worden. Er war ohne Auto, Brieftasche und Mobiltelefon weggegangen. Seine Mutter Ibrahima Keita beschreibt Ben Medienberichten zufolge als einen glücklichen, großzügigen Teenager der Pläne für sein Leben geschmiedet habe. „Er hatte vor, dieses Jahr seinen Abschluss an der Lake Stevens High School zu machen“, erzählt die Mutter und fügt hinzu, dass er danach am Everett Community College habe studieren wollen. Sein Traum sei es gewesen, Arzt zu werden und als Gerichtsmediziner zu arbeiten. „Jetzt sind diese Träume vorbei“, so die Mutter weiter. Berichten zufolge verging mehr als ein Monat, bis Ben Keitas Leiche im Wald in der Nähe seines Viertels aufgefunden wurde. Zunächst wurde der Fall als Selbstmord behandelt. Der Gerichtsmediziner des Snohomish Countys änderte später jedoch die Klassifikation der Todesursache auf „unbekannt“. Ibrahima Keita betonte laut Medienberichten, dass ihr Sohn nicht psychisch krank gewesen ist: „Keine Depressionen, keine Angstzustände, kein Nervenzusammenbruch – er war ein sehr junger glücklicher Mann.“ Arsalan Bukhari vom Rat für amerikanisch-islamische Beziehungen (CAIR) in Washington forderte das FBI ebenfalls dazu auf, einzuschreiten und den Fall gründlich zu untersuchen. Die Bundespolizei hat Medienberichten zufolge in einer Erklärung mitgeteilt, dass sie den Fall Keita überprüfe. Sollte es Anlass dazu geben, werde sie weitere Ermittlungen anstellen. Während der letzten zwei Jahre sind in den USA Hassverbrechen gegen Muslime deutlich angestiegen. Für das Jahr 2015 – die aktuellsten Daten stammen aus diesem Jahr – stellte das FBI eine Zunahme um 67 Prozent fest.      

Nein-Kampagne
Erfolg für Türkei: Politiker darf in Deutschland Rede halten

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Stuttgart (nex) – „Deutschland muss lernen, sich zu benehmen“, sagte der türkische Außenminister Cavusoglu nachdem die Städte Köln und Guggenau Auftritte seiner Amtskollegen Zeybekci und Bozdag abgesagt hatten.

Diesem Rat scheint Deutschland nun zu folgen. Der ehemalige Vorsitzende der CHP (Republikanische Volkspartei) sowie Abgeordnete derselben Partei für Antalya, Deniz Baykal, kommt Medienberichten zufolge als geladener Gast des CHP Bund Baden-Württemberg e. V. nach Stuttgart. Baykal soll im Rahmen der Nein-Kampagne seiner Partei gegen das von der regierenden AKP initiierte Referendum über die Verfassungsänderung in der Türkei auftreten. Die Volksabstimmung wird am 16. April stattfinden. Etwa 1000 Personen werden zu der Veranstaltung, die am morgigen Sonntag im MasalbyClass Event Center stattfinden soll, erwartet. Baykal soll vom Vorsitzenden der CHP in Baden-Württemberg, Kazim Kaya, begleitet werden. Kaya brachte seine Freude über Baykals Kommen zum Ausdruck; es sei eine große Ehre, dass der bedeutende CHP-Politiker die Nein-Kampagne unterstütze. „Die historische Rede des Herrn Baykal in der Großen Nationalversammlung während der Abstimmung über die Verfassungsänderung ist nach wie vor höchst aktuell“, betonte Kaya gegenüber Medien und fügte hinzu: „Es ist uns eine große Ehre, einen so wichtigen Politiker in Stuttgart empfangen zu dürfen. Wir haben deutschlandweit eine Kampagne zur Volksabstimmung in der Türkei über die Verfassungsreform gestartet. Dass eine Einzelperson über das Schicksal unseres Landes entscheiden soll, bedeutet Faschismus, bedeutet Diktatur. Das Volk wird dies nicht zulassen. Auch die in Europa lebenden türkischen Einwanderer werden nicht zusehen, wie die Zukunft der Türkei begraben wird. Wir sind Deniz Baykal sehr dankbar, dass er auch in Deutschland Solidarität im Kampf dagegen zeigt.“

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