Ende von USAID
Globale Versorgung mit therapeutischer Nahrung für Kinder vor dem Kollaps

Mit dem offiziellen Ende der US-Entwicklungsagentur USAID droht die weltweite Versorgung mit gebrauchsfertiger therapeutischer Nahrung zu kollabieren. Millionen unterernährter Kinder weltweit könnten bald keine lebensrettende Behandlung mehr erhalten, warnt die Hilfsorganisation Aktion gegen den Hunger. Bereits in 18 Ländern werden drohende Engpässe gemeldet. Gebrauchsfertige therapeutische Nahrung (RUTF) ist seit über 20 Jahren ein zentraler Baustein in der Behandlung schwerer akuter Mangelernährung. Die Therapie erzielt Genesungsraten von über 90 Prozent und kann ein Kind in nur 6 Wochen aus einer lebensbedrohlichen Krise retten. Aktuell sind jedoch rund 18 Länder weltweit von akutem RUTF-Mangel betroffen. Seit USAID die Finanzierung stoppte, wurden rund 90 Prozent aller damit verbundenen Verträge beendet. Produktionsaufträge bleiben aus, Lieferketten stocken. „Wir erleben den Zusammenbruch eines Systems, das über Jahrzehnte Millionen Kinderleben gerettet hat“, sagt Jan Sebastian Friedrich-Rust, Geschäftsführer von Aktion gegen den Hunger.
„Heute steht all dies auf dem Spiel. Unsere Welt hat enorme Fortschritte bei der Reduzierung der Kindersterblichkeit erzielt. Wenn die politischen Akteure jetzt nicht rasch handeln und die Mittelkürzungen rückgängig machen, droht quasi über Nacht ein Rückschritt um 30 Jahre.“
Versorgungsengpässe treffen zuerst die Schwächsten
Länder wie Südsudan, Äthiopien und Nigeria – ohnehin belastet durch Konflikte, Vertreibung und Klimaschocks – zählen zu den ersten, die von ausbleibenden RUTF-Lieferungen betroffen sind. Bereits jetzt sind Vorräte erschöpft oder stehen kurz vor dem Ende. Aufgrund der mehrmonatigen Vorlaufzeit in Produktion und Transport ist eine kurzfristige Erholung kaum möglich. Ohne rechtzeitige Nachschubplanung droht eine massive Versorgungslücke, mit fatalen Folgen für die am stärksten gefährdeten Kinder. Eine am Montag im Fachmagazin The Lancet veröffentlichte Untersuchung warnt vor dramatischen Folgen der US-Kürzungen: Sollte der umfassende Rückzug aus der Entwicklungszusammenarbeit bestehen bleiben, könnten weltweit bis zu 14 Millionen zusätzliche Todesfälle auftreten, darunter etwa 4,5 Millionen Kinder unter fünf Jahren. Da Programme wie die Versorgung mit therapeutischer Nahrung (RUTF) direkt von den Streichungen betroffen sind, gerät auch die Behandlung lebensbedrohlicher Mangelernährung massiv unter Druck.
Erfolge in Gefahr: Jahrzehnte des Fortschritts stehen auf dem Spiel
Dabei zeigen bisherige Fortschritte das enorme Potenzial gezielter Interventionen: Seit der Einführung von RUTF in den 1990er Jahren ist die Überlebensrate betroffener Kinder weltweit dramatisch gestiegen. Parallel ging die jährliche Zahl an Todesfällen von Kindern von 12,9 Millionen (1990) auf 4,8 Millionen (2023) zurück – nicht zuletzt durch verstärkte Investitionen in Ernährung, Prävention und Gesundheitssysteme. Die Engpässe treffen auf ohnehin fragile Gesundheitssysteme. Ernährung und medizinische Versorgung sind eng miteinander verknüpft: Ein unterernährtes Kind mit geschwächtem Immunsystem hat ein bis zu elfmal höheres Sterberisiko. Kürzungen im Gesundheitssektor, etwa bei der Behandlung von Malaria, Tuberkulose oder HIV, verstärken die Wirkungslücke zusätzlich. So entsteht ein tödlicher Kreislauf, in dem vermeidbare Krankheiten wieder zu Todesursachen werden.

Gastkommentar
Gaza: Deutschland hat alle roten Linien überschritten

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel

Der inflationäre Gebrauch des Wortes „Antisemitismus“ in Deutschland ist unerträglich geworden und banalisiert zugleich das alltägliche Grauen des Vernichtungskrieges in Gaza. Wo Euphemismen mehr Beachtung geschenkt wird als der andauernden Gewalt selbst, da findet nicht nur Meinungslenkung statt, sondern werden klammheimlich humanitäre, völkerrechtliche Prinzipien über Bord geworfen.

Wer zudem ständig einen gestandenen Staat wie Israel mit einer unter Besatzung stehendem Staat Palästina vergleicht, gibt ein unfreiwillig gutes Bild dafür ab, wie man beim Nahost-Konflikt zunehmend jegliche Aufrichtigkeit im Diskurs erstickt.

Und noch etwas viel mir in den Wochen und Monaten auf: die Kriegsgeilheit, die in Schrift, Bild und Ton (immer noch) etabliert wird, und die vorgegaukelte Faszination darüber, welche Macht und Gewalt der Krieg (noch immer) innehat, um angebliche Sicherheit, Frieden und Demokratie zu schaffen.

Zuletzt konnte man das eindrucksvoll während des Angriffskriegs Israels gegen den Iran beobachten. Deutsche Medien Hand in Hand mit gestandenen Politikern und Politikerinnen sowie Meinungs- und Stimmungsmachern, waren einzig und allein damit beschäftigt, Nebelkerzen zu zünden: eigentlich doch nur Prachtexemplare vom Schlag eines Netanjahus. Von einer Eskalation zwischen Erzfeinden, mangelnder Kooperationsbereitschaft des Iran mit der internationalen Atomenergiebehörde IAEA oder angeblicher Provokation seitens des Irans, davon war ständig die Rede.

Das hatte auch einen ganz bestimmten Grund, zumal die „Begeisterung“ zu Kriegen und Konflikten im Deutschen Lande doch nicht so recht aufkommen wollte, wie man es sich erhofft hatte, um das genozidiale Treiben in Gaza zu decken. Gleich nach dem Angriffskrieg auf den Iran kam z. B. die Bundespressekonferenz zu dem Schluss, dass die kriegerischen Angriffe Israels allen Ernstes als Selbstverteidigung zu bewerten seien. Man stellte einen Zusammenhang zu einer vorherigen Erklärung der IAEA her, in der dem Iran eine mangelhafte Zusammenarbeit mit der Behörde attestiert wurde.

Und jetzt kommst: Selbst wenn der Iran den Atomwaffensperrvertrag komplett aufkündigt hätte, das kann keinen, absolut keinen Einfluss auf die völkerrechtlichen Mechanismen haben, die über Krieg und Frieden entscheiden.

Etwaige Verletzungen des Atomwaffensperrvertrages und den damit verbundenen Verpflichtungen eröffnen in keiner Weise irgendwelchen Drittstaaten das Recht auf unmittelbare kriegerische Intervention. Das Gewaltmonopol liegt einzig und ausschließlich beim UN-Sicherheitsrat – außer im Falle des Rechts auf Selbstverteidigung nach Art. 51 der UN-Charta. Und dieses liegt hier eindeutig auf der Seite des Iran. Israel hatte einen illegalen Angriffskrieg begonnen. Man kann über diese surreale, geradezu absurde Täter-Opfer-Umkehr nur noch den Kopf schütteln.

Weite Teile der Welt sind geprägt von einem historisch gewachsenem Gerechtigkeitsempfinden und Nationalstolz. Erstere hatte doch bis zuletzt Deutschland in die Welt getragen, in dem sie z. B. der Türkei die Prinzipien des humanitären Völkerrechts einhämmerte, von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit faselte. Und nun? Jetzt schwingt die Türkei den Finger gen Berlin und ruft die Bundesregierung dazu auf, sich an das Völkerrecht zu halten – und nicht nur sie, sondern der gesamte globale Süden sowie vereinzelte EU-Staaten.

Letzterer, der Nationalstolz, ist ebenfalls historisch begründet. So wie der Iran oder die Türkei, die aus sich heraus gewachsen sind. Anders als hierzulande zu erwarten wäre oder von Meinungsmachern euphorisch prophezeit wurde, wird eine direkte Einmischung in innere Angelegenheiten, ob diplomatisch, aus dem Untergrund oder kriegerisch, von der Bevölkerung vollumfänglich anders interpretiert, als man gemeinhin annimmt. Diese Einmischung trifft sie über Konfessionen, Abstammung und Status hinweg in ihrem Nationalstolz und führt dazu, dass sie sich trotz aller demokratischen oder ökonomischen Defizite reflexartig in den Verteidigungsmodus versetzen.

Der Schah-Sohn Reza Pahlavi, die vielen Exil-Iraner, die während ihrer Independence-Aufmärsche auf New Yorker oder Berliner Straßen die heimischen Iraner in ihrer Erwartungshaltung voller Vorfreude aufforderten, sich doch gegen die Mullahs zu erheben, konnten von mir daher nur ein müdes Lächeln entlocken. Hat man denn von der Geschichte überhaupt nichts gelernt?

Aber kommen wir zum eigentlichen Krieg, dem Vernichtungskrieg in Gaza. Krieg ist manchmal gerechtfertigt, vor allem wenn man sich auf das Recht der Selbstverteidigung beruft. Das heißt aber vereinfacht gesagt nicht, dass ich einem Menschen das Leben aushauchen darf, ihm eine anständige Bestattung verwehre, danach in sein Haus steige, es bis auf die Grundmauern niederbrenne, sein Hab und Gut zerstöre und dabei seine ganze Sippschaft samt Nachbarn und Getier durch die Manage treibe und einzeln töte. Genau das passiert in Gaza, und es soll noch weiter gegangen werden, was die Menschheit nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr für möglich gehalten hätte. Aber das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange…

Im israelischen Fernsehen – genauer beim regierungsnahen Sender „Channel 14“ – forderte der Moderator Elad Barashi wortwörtlich den Einsatz von Gaskammern und rief dazu auf, in Gaza eine „Shoa“, einen „Holocaust“ zu verüben. Und das in einer Zeit, in der der Gaza-Krieg in Israel weiterhin eine überwältigende Zustimmung findet. Es ist beileibe nicht die einzige Stimme in Israel, sondern eines von sehr vielen Stimmen, die Gaza entvölkert sehen, den Iran in die Steinzeit gebombt und als nächstes anvisieren, die Türkei als größte Gefahr für Großirael, ausschalten wollen, weil es so in der Tanach prophezeit werde.  Aber zunächst widmet man sich den Palästinensern, weil die gewaltig stören.

Gegenwärtig werden die ausgehungerten Palästinenser aus einem Gaza-Ghetto über die Trümmerberge in die nächste beordert, damit sie nach stundenlangem Warten in Metallkäfigen dann wieder herausgetrieben und niedergeschossen werden. Diese Gut-Böse Einordnung hat also fatale Ausmaße angenommen, vor allem weil uns die Mainstream-Medien bislang ständig versichert haben, dass unter jedem einzelnen getroffenen Haus, Krankenhaus, Zeltlazarett, Moschee, Kirche, Flüchtlingslager oder Latrine im Gazastreifen ein Hauptquartier der Hamas untergebracht sei.

Was man angesichts der apokalyptischen Zerstörung im Gazastreifen seit langem befürchtet hat – nämlich dass die Todeszahlen deutlich höher sein dürften, als die bislang namentlich erfassten 60.000, scheint uns jedoch eines Besseren zu belehren. Eine via Harvard Dataverse veröffentlichte Studie eines israelischen Professors (Yaakov Garb), die u. a. auf der Analyse von Daten der IDF basiert, kommt auf aktuell 1,85 Millionen Menschen im Gazastreifen – 377.000 weniger, als vor dem „Krieg“. Sprich, eine Bevölkerung in der Größenordnung der Stadt Wuppertal wurde pulverisiert, eingeäschert, in Stücke gerissen oder unter Trümmerbergen lebendig begraben.

Hierzulande schreien die hiesigen Kriegstreiber, die gleichgesinnte Kameraden um sich scharen wollen, um in einer Fankurve den Krieg zwischen Gut und Böse gemeinsam zu bejubeln, immer noch „Hamas… Hamas!“. Da schimmert bei diesem Typhus von Mensch wohl ein bisschen der postrheumatische „saubere Wehrmachtssoldat“ durch, der sich nach Heldentum sehnt.

Die eigentlichen Helden, die werden erschossen, weggebombt oder während einer Cafepause getötet, weil sie über diese vorherrschenden Zustände berichten wollten. Wie jüngst, als das Al-Baqa Café in Gaza bombardiert wurde, in der 24 Palästinenser, darunter Journalisten und Aktivisten, eine Pause eingelegt hatten. Laut Reporter ohne Grenzen (RSF) beklagt man seit dem 7. Oktober 2023 allein in Gaza fast 200 getötete Medienschaffende. Die meisten von ihnen kamen bei Angriffen des israelischen Militärs ums Leben. 45 von ihnen wurden im Zusammenhang mit ihrer Arbeit gezielt getötet. Kein anderes Land seit der Gründung der Vereinten Nationen, kann so viele Strichmännchen aufweisen.

Israel hat alle roten Linien überschritten, Deutschland hat dafür auch ihre eigenen roten Linien geopfert. Sollte sich in Deutschland jemals ein Politiker oder Politiker, ein Experte oder Expertin sich auch nur abfällig über die mutmaßlichen Zustände in der Türkei äußern, sollte jeder Türkischstämmiger entgegnen, dass man sich jegliche demokratisch-rechtstaatlichen und moralischen Belehrungen verbittet, weil man ja der Komplizenschaft und Beihilfe bei einem mutmaßlichen Genozid, ethnischer Säuberung und der Aufrechterhaltung eines Apartheidsregimes schuldig gemacht hat.

 
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.

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Imamoğlu-Verhaftung
Türkei: Immer mehr Kronzeugen aus den Reihen der CHP

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel Die Delegierten der größten türkischen Oppositionspartei CHP, Umut Şenol und Berat Çağrı Kapki, die im Rahmen der Korruptions- und Bestechungsermittlungen gegen den ehemaligen Oberbürgermeister von Istanbul und Präsidentschaftskandidaten Ekrem İmamoğlu festgenommen wurden, haben ebenfalls von der Kronzeugenregelung gebrauch gemacht. Damit steigt die Anzahl der „Genossen“ oder „Freunde“, die im Rahmen der Ermittlungen gegen İmamoğlu und der „kriminellen Organisation“ festgenommen wurden und von dieser rechtlichen Bestimmung Strafmilderung erhoffen, auf rund 40. Ihre vollumfänglichen Aussagen zu den gegen ihnen erhobenen Vorwürfen, belasten Ekrem İmamoğlu schwer.

Gefangen im Netz betrügerischer Machenschaften

Mit Beginn der Razzia gegen den ehemaligen OB von Istanbul, Ekrem İmamoğlu, am 19. März, verstärkt sich nicht nur der Druck auf den „Kopf“ der „kriminellen Organisation“, sondern auch auf die Oppositionspartei CHP selbst, die bislang stoisch İmamoğlu in Schutz nimmt. Der Vorwurf, die Spitze der größten Oppositionspartei tue nicht genug für ihren Präsidentschaftskandidaten, beginnt mit der halbgarenen Verteidigung. Man staunt u. a. darüber, dass kein einziger der bisherigen Kronzeugen von der Partei wegen Verleumdung angezeigt wurde. Auch İmamoğlu selbst, hat laut Medienberichten davon bislang abstand genommen. Das führt sichtlich zur Erosion der eigenen Glaubwürdigkeit, nicht nur innerhalb der Partei, sondern vor allem gegenüber der eigenen Wählerschaft. Kritiker erklären hingegen, damit werde der Spitzenpolitiker vom politischen Prozess ausgeschlossen und ihren Wählern letztlich das Stimmrecht genommen. İmamoğlu und sein Parteivorsitzender Özgür Özel sprechen von einer politischen Verfolgung, das man eher in einem autoritären Regime erwarte. Das Ziel sei einzig und allein, ihn von der Präsidentschaft auszuschließen. Die nächste Präsidentschaftswahl findet spätestens 2028 statt.

Star-Generalstaatsanwalt Akin Gürlek

Der Istanbuler Generalstaatsanwalt Akin Gürlek lässt sich davon nicht beirren und weitet die Ermittlungen ständig aus, auch aufgrund der knapp 40 Kronzeugen von insgesamt und bislang 130 in Untersuchungshaft genommenen Personen aus dem Umkreis des ehemaligen Istanbuler OB´s. Dabei sind inzwischen auch Personen aus dem unmittelbaren Umfeld von Imanoğlu selbst, die sich aus Delegierten, Beamten aus Gemeinde- wie Stadtämtern und Unternehmern zusammensetzen. Sollten die Vorwürfe in der noch nicht verfassten Anklageschrift vom Strafgericht angenommen werden, drohen den Inhaftierten wegen der Veruntreuung öffentlicher Gelder, Korruption, Bestechung und Drohung im Amt nicht nur mehrjährige Haftstrafen, sondern ihnen wird auch für Jahre das passive Wahlrecht entzogen. Bliebe es dabei, könnte İmamoğlu bei der Präsidentschaftswahl auch wegen seinem aberkannten akademischen Grad nicht antreten. Experten zufolge werden die Ermittlungen noch Monate dauern, die Gerichte noch Jahre damit beschäftigt sein, bis ein unanfechtbares Urteil gefällt ist.

CHP steht vor der Zerreißprobe

Derweil steht die größte Oppositionspartei vor einer weiteren großen Herausforderung: Gegen die Partei selbst läuft seit einigen Monaten ein brisanter Prozess. Am 30. Juni 2025 wird ein zuständiges Verwaltungsgericht in Ankara wahrscheinlich die Entscheidung darüber fällen, ob die Wahl des aktuellen Parteivorstandes unter dem Vorsitz von Özgür Özel vom 38. Parteikongress im November 2023 nichtig zu erklären ist oder nicht. Der Vorwurf, dass die Wahl des Parteivorstands nicht mit rechten Dingen zu tun hatte, Delegierte bei der Stichwahl mit Geldern, Zuwendungen, Reisen und Immobilien bestochen worden sein sollen, wurde aus den eigenen Reihen, vor allem durch den damals abgesetzten Vorsitzenden Kemal Kılıçdaroğlu in den Raum geworfen. Kurz nach der Wahl des neuen Parteivorstands, sprach Kemal Kılıçdaroğlu von einem Dolchstoß aus unmittelbarer Nähe. Daraufhin stellten mehrere Mitglieder der Partei Strafanzeige gegen die Partei selbst. Gegenwärtig herrscht daher innerhalb der Oppositionspartei Chaos. Nach der Ankündigung Kemal Kılıçdaroğlus, bei Nichtigerklärung des Gerichts den Vorsitz wieder übernehmen zu wollen, um einer bis zur nächsten Wahl des Parteivorstands der treuhänderischen Regelung zuvorzukommen, rief der OB von Ankara Mansur Yavas (CHP) die Partei dazu auf, diesen Schritt zu beherzigen, bis die „Wogen geglättet“ sind. Damit ist das Chaos perfekt: İmamoğlu ließ aus der Untersuchungshaft kurz darauf verlauten, man solle Zusammenhalten und zum gegenwärtigen Vorsitzenden Özgür Özel stehen. Damit zeichnet sich ein Kampf innerhalb der Flügeln in der Partei ab, der in den sozialen Medien bereits voll entbrannt ist. Bis zur Wahl des Parteivorsitzenden Özgür Özel im Gespann mit İmamoğlu unternahm man alles, um sicherzustellen, dass Muharrem İnce und Kemal Kılıçdaroğlu dieses Land von Erdogan übernehmen. Betrachtet man die Lage jetzt, scheint man nun gänzlich einer anderen Meinung zu sein. Das zeigt sich in den sozialen Medien, in der jetzt derart unter die Gürtellinie geschlagen wird, dass man sich schon fremd schämen kann.  
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.

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Offshore-Öl
Libyen will Seerechtsabkommen mit Türkei ratifizieren

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Von Nabi Yücel Das libysche Parlament strebt nächste Woche eine einstimmige Ratifizierung des Seeabkommens zwischen Libyen und der Türkei aus dem Jahr 2019 an, erklärte ein libyscher Abgeordneter gegenüber dem „The Libya Observer“. „Das Abkommen könnte diese Woche in einer offiziellen Sitzung darüber abgestimmt und ratifiziert werden“, heißt in dem Kurzbericht der „The Libya Oberserver“ weiter. Libyen und die Türkei unterzeichneten erst am vergangenen Mittwoch eine Absichtserklärung über eine Offshore- Öl- und Gasexploration in libyschen Gewässern. Das Abkommen fällt in eine Zeit, in der nun neben der Türkei auch zwischen Libyen und Griechenland ein Streit um Seerechte entbrannt ist. Libyen ist wie die Türkei kein Unterzeichnerstaat des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen (SRÜ). Das bedeutet, dass Libyen oder die Türkei rechtlich nicht an die Bestimmungen des SRÜ gebunden sind, sondern sich lediglich den Genfer Seerechtskonventionen der Vereinten Nationen von 1958 untergeordnet haben. Das Seeabkommen zwischen der Türkei und Libyen aus dem Jahr 2019, dass die Festlegung der Seegrenzen zum Ziel hat, wird in der EU abgestritten. Kritiker, darunter Griechenland und Zypern, argumentieren, dass es gegen das SRÜ verstößt, indem es ihre Seerechte ignoriert, während die Türkei behauptet, ihre Souveränitätsrechte auf Grundlage der Prinzipien des Festlandsockels nach der Genfer Seerechtskonvention zu schützen. Die Rechtsgültigkeit des einen oder anderen Abkommens bleibt daher umstritten, und bis Juni 2025 gab es keine Verhandlungen zu einer einvernehmlichen Lösung. Die diplomatischen Spannungen im östlichen Mittelmeerraum haben daher erneut zugenommen. Libyen und die Türkei stehen auf der einen, die Europäische Union mit Zypern und Griechenland auf der anderen Seite. Im Mittelpunkt des Streits steht vor allem das 2019 zwischen Tripolis und Ankara unterzeichnete Übereinkommen, dass die Souveränität und Rechte zur Rohstoffexploration in den Mittelpunkt rücken. Jüngste Äußerungen und Maßnahmen haben dieses komplexe und sensible Thema auch innerhalb der EU neu entfacht. Das libysche Parlament wie auch die Regierung in Ankara hatten zuletzt die Schlussfolgerungen des Europäischen Rates vom 26. Juni 2025 zum libysch-türkischen Seeabkommen scharf zurückgewiesen. Beide Seiten betonten, dass die Legitimität, der von Libyen und der Türkei unterzeichnete internationale Abkommen ausschließlich in der Zuständigkeit der jeweiligen Verfassungsorgane liege, und verurteilten jegliche Versuche von außen, sich in die inneren Angelegenheiten oder in bilaterale Beziehungen einzumischen. Der Sprecher des Außenministeriums, Öncü Keçeli, sagte in seiner ersten Reaktion auf die am Freitag veröffentlichten Schlussfolgerungen des EU-Rates, dass die Ergebnisse des Gipfeltreffens der EU-Staats- und Regierungschefs zeigten, dass Griechenland und die griechische Insel Zypern weiterhin bestrebt seien, „ihre Maximalansprüche durchzusetzen“. Der Deal sei nach internationalem Recht ein „völlig legitimes Abkommen“, schrieb der Sprecher des türkischen Außenministeriums, Öncü Keçeli, auf X. „Anstatt rechtlich ungültige Forderungen zu unterstützen, sollte die EU in diesem Zusammenhang alle ihre Mitglieder dazu aufrufen, das Völkerrecht einzuhalten“, sagte er.

Gastkommentar
Bericht: Kirchen-Anschlag in Syrien geht auf das Konto der SDF

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel Die kurdische Syrische Demokratische Kräfte (SDF) griff offensichtlich zu einer „False Flag“-Taktik mit IS-Gefangenen zurück, um die Stabilität und Sicherheit in der Region Damaskus zu stören und die neue syrische Übergangsregierung unter Druck zu setzen. Darauf deuten Hinweise aus dem Büro der US-amerikanischen Hilfsorganisation Blumont im syrischen al-Hol.

Viele Tote nach Selbstmordanschlag in Kirche

Am 23. Juni hatte ein mutmaßlicher Anhänger der Terrormiliz des sogenannten Islamischen Staats (IS) in einer Kirche in der syrischen Hauptstadt Damaskus ein Selbstmordanschlag verübt. Nach Angaben des syrischen Gesundheitsministeriums wurden dabei 25 Menschen getötet, die an einer Messe teilgenommen hatten. Weitere 63 Menschen erlitten demnach bei der Explosion in der Mar-Elias-Kirche Verletzungen. Es war der erste Anschlag dieser Art seit Jahren in Syrien. Zunächst bekannte sich keine Gruppe zu der Tat. Danach erklärte das Innenministerium, der Täter habe der Terrormiliz des sogenannten Islamischen Staats (IS) angehört, die früher Teile Syriens und des Iraks kontrolliert hätten. Der Angreifer habe die Kirche mit zwei weiteren Personen aufgesucht, dann allein betreten, auf die Gläubigen geschossen und schließlich seinen Sprengsatz gezündet, teilte das Innenministerium mit.

Täter stammt aus IS-Zelle und dem Lager al-Hol

Am darauffolgenden Tag verbreitete sich über soziale Medien eine Meldung über eine wenig bekannte syrische sunnitische Extremistengruppe – Saraya Ansar al-Sunna, was übersetzt „Schwadronen der Anhänger der Sunna“ bedeutet – die sich zu dem Anschlag bekannt habe. Die Gruppe bestritt demnach jegliche formelle Verbindung zum IS, widerlegte die Behauptung der syrischen Übergangsregierung, der IS sei verantwortlich, und drohte mit weiteren Anschlägen. Kurz darauf veröffentlichte die Gruppe selbst über ihr Social-Media Kanal eine Erklärung und bestritt eine Verbindung zum Terroranschlag. Drei Tage nach der schrecklichen Tat gab das syrische Innenministerium an, einen der flüchtigen Personen im Raum Damaskus festgenommen zu haben. Dabei handle es sich um einen irakischen Staatsbürger, der ebenfalls ein Mitglied einer IS-Zelle sein soll. Der Name des Festgenommenen sei ebenfalls in einer Datenbank der internationalen Hilfsorganisation aufgetaucht. Demnach sei der Mann ab November 2024 im Lager al-Hol als Lieferant von Heizmaterial tätig gewesen, der Täter stamme jedoch aus dem Internierungslager selbst. Das Lager al-Hol liegt im syrischen Gouvernement al-Hasaka im nordöstlichen Syrien, rund 650 km von Damaskus entfernt. Das Lager ist ein Internierungslager am südlichen Stadtrand von al-Hol, die seit 2019 vor allem die Familien dschihadistischer Kämpfer des Islamischen Staats beherbergt. Das Gebiet wird von der syrisch-kurdischen SDF unter dem Dach der Task-Force einer internationalen Allianz gegen den Islamischen Staat, insbesondere der USA kontrolliert. Obwohl die SDF – eine der mächtigsten bewaffneten Formationen Syriens und langjähriger Feind aller syrischen Oppositionsmilizen – im März ein Abkommen mit Übergangspräsidenten Al-Scharaa unterzeichneten, in der sie sich verpflichteten, sich der Kontrolle von Damaskus zu integrieren, bleiben die Spannungen zwischen beiden Seiten bestehen. Der SDF gelang es nie, das Lager al-Hol vollständig zu sichern, die genaue Namenliste der dort Inhaftierten zu ermitteln oder IS-Kommandeure daran zu hindern, das Lager heimlich zu betreten und zu verlassen oder Schmuggel zu betreiben, veröffentlichten sie dennoch eine Gegenerklärung, in der sie die Behauptungen des Innenministeriums zurückwiesen. Laut dem Innenministerium zeigte man sich dagegen erstaunt darüber, dass der Selbstmordattentäter in Begleitung von zwei Personen die Strecke zwischen al-Hol und Damaskus unbehelligt passieren konnte. Der Sprecher des Innenministeriums stellte zudem fest, dass das unbemerkte Verlassen der Personen aus dem Lager al-Hol sehr verdächtig sei.

Verhaftungen und Drohungen gegen Hilfsorganisation

Am vergangenen Freitag sickerte dann die Nachricht durch, dass die syrisch-kurdische SDF das Büro der Blumont in al-Hol durchsucht, 34 Mitarbeiter mitsamt einem Medienvertreter festgenommen und die Arbeit der Hilfsorganisation für beendet erklärt habe. Die Nah-Ost-Zentrale der Blumont in Jordanien sei zudem unter Druck gesetzt worden, die Echtheit des Daten-Leaks zu leugnen, mit der eine Verbindung zwischen dem Selbstmordattentäter und dem Lager al-Hol bewiesen wird. Die syrisch-kurdische SDF gilt als syrischer Arm der Terrororganisation PKK in Syrien. Laut Experten sieht sich die SDF zunehmend existenziell bedroht, vor allem wegen der Drohung des US-Präsidenten Donald Trump, das US-Kontingent aus Syrien abzuziehen. Zudem wird der Druck der syrischen Übergangsregierung, sich in die syrische Armee einzugliedern und aufzulösen, immer höher. Laut dem schwedischen Analysten Michael Arizante, scheint die SDF immer verzweifelter zu werden, was sie deshalb außerordentlich gefährlich macht. Arizante fordert deshalb die USA auf, die SDF dazu zu zwingen, sich in der nationalen Struktur Syriens einzugliedern oder mit der gewaltsamen Entwaffnung zu beginnen.

Gastkommentar
Israel: Die deutsche Unfähigkeit zur Objektivität

Ein Gastbeitrag von Gazmend Gashi Die deutsche Schauspielerin Andrea Sawatzki hat sich auf Facebook öffentlich zu Israel, Palästina und zur Hamas geäußert – und mit ihrer Erklärung ein Paradebeispiel dafür geliefert, wie sich der deutsche Schuldkomplex, verkleidet als Moral, in rassistische Täter-Opfer-Umkehr verwandelt. In einem Beitrag, der sich als persönliche Meinungsäußerung tarnt, betreibt sie politische Stimmungsmache gegen jede Form palästinensischer Selbstbehauptung – und verwechselt gezielte Ausblendung mit Humanismus.
Dass Sawatzki die Hamas ablehnt, ist legitim. Aber dass sie aus dieser Ablehnung ein pauschales Urteil über jede Form palästinensischen Widerstands ableitet, ist ideologisch durchtränkt. Wer heute auf Pro-Palästina-Demos geht – und dabei ausdrücklich gegen Kollektivbestrafung, ethnische Säuberungen und militärisch exekutierte Apartheid protestiert – wird von ihr in einen Topf mit Islamisten, Terroristen und Massenmördern geworfen. Sie schreibt von „Hamas-Dreiecken“, „blutigen Händen“, „Fahnen“ und moralisiert sich gleichzeitig in die Rolle der bedrohten Unschuld: Sie wolle doch nur ihre Meinung äußern. Was dabei entsteht, ist kein demokratischer Diskurs, sondern eine durch Schuldreflexe aufgeheizte Dämonisierung jeglicher israel-kritischer Position. Was sie formuliert, hat SS-Propaganda-Qualitäten. Die antisemitische Gleichsetzung von einst – „alle Juden sind Kommunisten“ – wird heute umgedreht in „alle Palästina-Demonstranten sind Hamas“. Dieser entmenschlichende Kollektivverdacht ist nicht zufällig, sondern politisch gewollt. Auch CDU-Chef Friedrich Merz bediente sich kürzlich exakt dieser Logik, als er öffentlich sagte: „Israel macht die Drecksarbeit für uns.“ Wer solche Sätze sagt, verabschiedet sich nicht nur von Menschenrechten, sondern auch von jeglicher zivilisatorischen Erinnerung an das, was deutsche „Drecksarbeit“ im 20. Jahrhundert bedeutete. Sawatzki reiht sich nahtlos ein in dieses Bündnis aus Schuldabwehr und rassistischer Entlastungsprojektion. Denn die deutsche Debattenkultur ist längst verformt: Kritik an Israel = Antisemitismus. Diese Gleichsetzung ist nicht nur analytisch falsch, sondern politisch verheerend. Sie relativiert den Holocaust, indem sie ihn zur moralischen Deckungskarte für koloniale Gewalt umdeutet. Wenn Israel Kinder bombardiert, Krankenhäuser zerstört, UN-Schulen attackiert, Zivilisten in Gaza gezielt abschlachtet – dann darf das in Deutschland nicht als das benannt werden, was es ist: Staatsterror. Stattdessen wird es als legitime Selbstverteidigung beschönigt. Sawatzki geht noch weiter: Wer das kritisiert, steht für sie moralisch bereits auf der Seite der Täter. Dabei ist genau diese Haltung der Grund für das moralische Versagen Deutschlands im Nahostdiskurs. Der eurozentrische weiße Mensch spricht wieder. Er liebt Israel – nicht aus Solidarität, sondern weil es ihn erlöst. Er hasst die Palästinenser – nicht weil sie bedrohlich wären, sondern weil sie erinnern: an Kolonialismus, an Apartheid, an das eigene historische Schweigen. Sawatzki schreibt, sie habe Freunde „in Israel, Gaza, Iran“ – ein pseudohumanistisches Accessoire, mit dem sie ihre selektive Empathie rhetorisch verbrämt. Dass sie in ihrem gesamten Text kein einziges Mal die Besatzung, die Blockade, die täglichen Verbrechen an der palästinensischen Bevölkerung benennt – das spricht Bände. Sie spricht von „Frieden“, schweigt aber zu Israels rechtsradikaler Regierung. Sie spricht von „Leid“, blendet aber systematisch aus, dass dieses Leid durch eine rassistisch motivierte Militärpolitik erzeugt wird. Stattdessen erklärt sie – mit der Selbstgewissheit des deutschen Schuldgestus – die Kritik an dieser Realität zur moralischen Bedrohung. Dass sie dafür auf ihrer Facebook-Seite die Kommentarfunktion deaktiviert hat, ist bezeichnend: Kritik wird nicht ertragen, sondern blockiert. Genau wie Israels Kritik an der Besatzung nicht erträgt, sondern bombardiert. Und was ist das Ziel all dessen? Die deutsche Seele sucht Erlösung. Der Holocaust war ein Menschheitsverbrechen – aber aus ihm wurde im kollektiven Gedächtnis kein echter Antifaschismus, sondern eine Schulderbsenzählerei. Man liebt das jüdische Opfer, solange es tot ist – und man liebt Israel, solange es die Palästinenser bombardiert. Sawatzkis Pathos ist nicht etwa Humanität, sondern ein Symptom: Sie steht exemplarisch für jene Generation deutscher Kulturschaffender, die ihre Bedeutungslosigkeit über die israelische Gewaltverklärung kompensieren will. Wer „Nie wieder“ ernst meint, muss jede Form von Faschismus ablehnen – auch den zionistischen. Wer Humanität beansprucht, muss jeder Form von Terror entgegentreten – auch dem staatlich sanktionierten. Und wer sich auf die Seite der Gerechtigkeit stellt, darf nicht den Kolonisator bejubeln und das Kolonisierte entmenschlichen. Alles andere ist keine Meinung – sondern Mittäterschaft!

Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.
 

Zum Autor

Gazmend Gashi ist Kind der ersten Migrantengeneration, Hadith-Wissenschaftler, Diplom-Wirtschaftler, leidenschaftlicher Handwerker, R’n’B/Soul-Sänger und politischer Analyst. Unabhängig von seiner islamischen Gelehrsamkeit widmet er sich soziologischen Analysen kollektiven Verhaltens – mit Schwerpunkt auf Antirassismus, Antimuslimismus und Antisemitismus.

Gastkommentar
Rassismus in der muslimischen Community – Verdrängtes Erbe

Ein Gastbeitrag von Gazmend Gashi Während sich muslimische Communities in Europa – und vor allem in Deutschland – zu Recht gegen antimuslimischen Rassismus, staatliche Repression und medialen Generalverdacht zur Wehr setzen, bleibt eine unbequeme Wahrheit weitgehend verdrängt: Der Rassismus im eigenen Inneren. Ob gegenüber Schwarzen oder gegenüber Sinti und Roma – die Realität ist, dass auch innerhalb der Umma rassistische Denkmuster, koloniale Überlegenheitsfantasien und ethnische Abwertung tief verwurzelt sind. Und je tiefer dieses Problem reicht, desto lauter wird es tabuisiert. Ein Beispiel dafür ist die Figur des TikTok-Predigers Abdel Hamid – ein religiöser Influencer, der sich mit kindlich-traurigem Gesichtsausdruck, emotionalisierter Rhetorik und einer Mischung aus Ghettoästhetik und wahhabitischem Sendungsbewusstsein eine digitale Gefolgschaft aufgebaut hat. Er redet viel über “den wahren Islam”, beschwört mit “Vallahi”-Pathos moralische Prinzipien und warnt vor Betrügern – während er selbst wiederholt mit dem Gesetz in Konflikt gerät: Vorwürfe der Steuerhinterziehung, des Spendenbetrugs und mehrfacher Täuschung stehen im Raum. Und es ist nicht das erste Mal. Doch anstatt diese Verfehlungen kritisch zu reflektieren, klammern sich viele seiner Anhänger an einen Verteidigungsreflex, der mehr an die Logik von Verschwörungsgläubigen erinnert als an islamische Selbstverantwortung. Abdel Hamid sei ein Opfer des Staates, ein „korrekter Bruder“, der von den „Kufar“ zum Schweigen gebracht werde. Solche Narrative ähneln frappierend dem Opferdiskurs rechter Deutscher, die „das System“ für ihre eigene Verantwortungslosigkeit verantwortlich machen. Es ist die islamisierte Variante des deutschen “Stockholm-Syndroms”: Der Täter wird idealisiert, das System dämonisiert, und die Wahrheit bleibt auf der Strecke. Als bekannt wird, dass Abdel Hamid zur Minderheit der Sinti und Roma gehört, kippt die Verteidigung in ein anderes Muster – und zwar in einen offenen Rassismus. In Kommentaren heißt es plötzlich: „Ach, er ist Roma? Das erklärt alles.“ Der strukturelle Rassismus, den viele Muslime selbst täglich erleben, wird in diesem Moment ungefiltert reproduziert – nur eben gegen jene, die innerhalb der marginalisierten Gruppen noch einmal ganz unten stehen: Schwarze und Roma. Es ist ein bekanntes Muster: Wenn ein arabischer Prediger durch Korruption auffällt, heißt es, er sei vom Weg abgekommen. Wenn ein türkischer Hodscha die Community betrügt, wird von einer „Fitna“ gesprochen, einem teuflischen Test. Doch wenn ein Schwarzer Muslim oder ein Angehöriger der Roma-Community kriminell wird, dann wird seine Ethnie zum Erklärungsmodell. Plötzlich ist es „in ihrer Natur“, plötzlich „nicht verwunderlich“. Dieses Denken ist kein Einzelfall, sondern Ausdruck eines tief verinnerlichten Rassismus, den man in der muslimischen Umma weder benennen noch aufarbeiten will. Die Diskriminierung von Schwarzen und Roma-Muslim*innen ist nicht neu. In vielen Moscheen gilt der dunkelhäutige Bruder als „der andere“, selbst wenn er mehr Qur’an kennt als der Imām. Roma-Familien wird unterstellt, sie seien „unorganisiert“ oder „illoyal“. Schwarze Schwestern werden bei Heiratsvorschlägen systematisch übergangen oder exotisiert. Und wenn Kritik an diesem Zustand laut wird, verteidigt man sich mit dem verlogenen Satz: „Bilal war schwarz – also gibt es keinen Rassismus im Islam.“ Diese Instrumentalisierung Bilals ist der Gipfel der Ignoranz. Denn Bilal wird nicht als realer Mensch gesehen, sondern als moralisches Alibi. Seine Hautfarbe soll die eigene Blindheit verdecken. In Wahrheit handelt es sich um eine islamisierte Variante des „Onkel-Tom“-Mechanismus: Bilal als Strohmann. Als Ausrede. Als bequeme Erinnerung daran, dass wir uns mit dem Rassismus in unseren Reihen nicht auseinandersetzen müssen. Besonders perfide ist es, wenn privilegierte muslimische Frauen – meist weiß, türkisch oder arabisch – diese Argumentation übernehmen, um sich ihrer eigenen rassistischen Reflexe nicht stellen zu müssen. Dass der Fall Abdel Hamid gerade innerhalb einer unterschichtgeprägten, bildungsfernen TikTok-Community so viel Zuspruch erfährt, liegt auch an seiner Inszenierung als „einer von uns“. Er kommt „von der Straße“, spricht ihre Sprache, erzählt emotionale Geschichten, reduziert Frauen auf Anekdoten über Aisha – stets als die „demütige, dienende Frau“, die sich dem Propheten vollkommen unterordnet. Dass Aisha in Wirklichkeit eine politische Akteurin, eine Gelehrte und eine streitbare Persönlichkeit war, wird ausgeblendet. Abdel Hamid benutzt sie als religiöse Vorlage zur Reproduktion patriarchaler Unterwerfung. Seine männliche Zuhörerschaft soll lernen: Eine gute Frau schweigt, folgt und gehorcht. Männliche Verantwortung? Theologische Tiefe? Fehlanzeige. Dass er kaum Qur’an zitiert, keine Hadith-Kompetenz hat und stattdessen mit emotionaler Manipulation arbeitet, stört seine Gefolgschaft nicht. Denn Bildung ist in diesem Milieu kein Kriterium. TikTok ersetzt die Moschee. Emotion ersetzt Erkenntnis. Zugehörigkeit ersetzt Wahrheit. Seine Zielgruppe – oft intellektuell marginalisierte Jugendliche aus der Unterschicht – gleicht in ihrer Emotionalisierung dem Milieu rechter AfD-Wähler: Beide fühlen sich „von oben“ verraten, beide sehnen sich nach klaren Feindbildern, beide idealisieren charismatische Anführer, die ihnen Erlösung versprechen. Der eine mit Kalifat, der andere mit Vaterland. Noch drastischer zeigt sich der sexistische und patriarchale Bodensatz salafistisch geprägter Szenen im Fall des Predigers Ibrahim A. Gegen ihn wurde wegen sexualisierter Gewalt gegen seine Ehefrau ermittelt. Die Anzeige wurde schließlich zurückgezogen – nicht aus Mangel an Beweisen, sondern infolge massiven Drucks aus seinem eigenen religiösen Umfeld. Das Opfer lebt heute im Verborgenen. Es ist ein Beispiel für die strukturelle Frauenverachtung innerhalb der Wahhabiyya: Frauen, die sprechen, werden gebrochen. Männer, die Gewalt ausüben, werden gedeckt. Man schützt den Täter, nicht das Opfer. Eine Praxis, die mehr mit mafiöser Loyalität als mit islamischer Ethik zu tun hat. Auch Prediger wie Pierre Vogel oder Abul Baraa sind Teil dieser Verblendungsindustrie. Vogel, dessen Lies-Projekte als Nährboden jihadistischer Radikalisierung dienten, flüchtete sich in eine Medienstrategie, die jede Kritik als antimuslimische Hetze diffamierte. Abul Baraa betätigte sich während der Pandemie als esoterischer Händler von überteuertem Honig und verbreitete medizinisch gefährliche Falschinformationen – ohne dass daraus innerhalb der Community nennenswerter Protest entstanden wäre. Warum? Weil sie entweder weiß, arabisch oder türkisch sind – und damit Teil der ethno-religiösen Mehrheitsidentität innerhalb der Umma. Doch sobald ein Schwarzer oder Roma-Muslim ähnlich handelt, wird nicht mehr verziehen. Dann wird nicht diskutiert, dann wird verurteilt. Ethnische Herkunft wird zur Ursache erklärt, kulturelle Minderwertigkeit unterstellt. Es ist ein rassistischer Doppelstandard, der sich in Predigten, in Ehen, in der Moscheepolitik und in der Jugendarbeit zeigt. Die Mechanismen gleichen denen der weißen Mehrheitsgesellschaft – mit dem Unterschied, dass man sie hier in Gottes Namen betreibt. Wer den Islam als ethische Offenbarung versteht, muss endlich aufhören, diese Heuchelei zu dulden. Kriminalität ist nicht ethnisch. Dummheit auch nicht. Aber Rassismus ist strukturell – und er ist in unseren Reihen angekommen. Wenn wir nicht den Mut aufbringen, den Finger in die eigene Wunde zu legen, dann wird die Umma nicht durch äußere Feinde zerstört – sondern durch das, was wir in ihr dulden: Ungerechtigkeit, Arroganz, Heuchelei. Schwarze und Roma-Muslime sind keine Nebenfiguren, keine Testfälle, keine Fußnoten unserer Gemeinschaft – sie sind ein Teil von ihr. Und wer sie rassistisch ausgrenzt, hat den Islam nicht verstanden.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.
 

Gastkommentar
Gesellschaft ohne Kinder? Ein lebensgefährlicher Irrtum

Ein Gastkommentar von Henriette Wild Es war ein Satz, der einschlug wie ein Paukenschlag: „Ein Gast mit Hund ist mir lieber als ein Gast mit Kind“, sagte Mario Pulker, Obmann der Gastronomie-Sparte in der österreichischen Wirtschaftskammer. Seither tobt im Netz ein regelrechter Sturm. Eltern, Familienverbände und Medien reagieren empört, viele Menschen sind sprachlos. Was auf den ersten Blick wie eine unbedachte Äußerung eines Gastronomen klingt, offenbart bei näherem Hinsehen ein gesellschaftliches Problem, das weit über die Grenzen der österreichischen Gaststuben hinausreicht. Auch in Deutschland wird der Ruf nach „kinderfreien Zonen“ lauter. Sei es in Cafés, Restaurants, Hotels. Doch was steckt dahinter? Ist das wirklich nur eine Frage der Ruhe oder Bequemlichkeit? Oder zeigt sich hier eine tiefere Schieflage im gesellschaftlichen Denken?
Zwischen Ruhebedürfnis und Zukunftsblindheit
Befürworter von Pulkers Aussage argumentieren recht pragmatisch: Gäste mit Hunden seien ruhiger, besser kontrollierbar, hygienischer, Kinder hingegen sind laut, wild, fordernd. Einige Gastronomen berichten sogar, dass sich andere Gäste über lärmende Kinder beschwerten. Laut Umfragen sympathisieren über die Hälfte der Befragten mit der Idee von kinderfreien Zonen in Lokalen. Doch dieser Wunsch nach Ruhe birgt eine gefährliche Tendenz. Kinder, die verletzlichsten und gleichzeitig wertvollsten Mitglieder unserer Gesellschaft, werden zunehmend als Störfaktor wahrgenommen. Eine Familie mit Kleinkind ist nicht mehr willkommen, sondern oft nur noch geduldet. Eltern berichten von abschätzigen Blicken, genervtem Personal oder sogar expliziten Hinweisen, dass Kinder „nicht erwünscht“ seien. Gleichzeitig ist der Hund als Sozialpartner längst etabliert. Viele Lokale werben aktiv mit „Hunde willkommen!“, stellen Wasser- und Fressnäpfe bereit. Dass Tiere dabei besser behandelt werden als Kinder, ist eine symbolträchtige Verschiebung, die nicht nur in der Gastronomie zu beobachten ist. Sie wirft die grundlegende Frage auf: Welche Werte trägt unsere Gesellschaft?
Gesellschaft ohne Kinder? Ein lebensgefährlicher Irrtum
Dass Kinder mal laut sind, kleckern oder ungeduldig werden, ist keine Überraschung. Es ist schlicht Teil ihres Wachsens, Lernens und Menschwerdens. Wer Kindern keinen Raum gibt, nimmt ihnen nicht nur die Möglichkeit zur Teilhabe, sondern verdrängt damit auch ihre Existenz aus dem öffentlichen Bewusstsein. Dabei sind Kinder nicht das Problem, sie sind die Lösung. Sie sind unsere Zukunft in einer Welt, die dringend nach Zukunft sucht. Während Europa unter sinkenden Geburtenraten und demografischem Wandel leidet, diskutieren wir darüber, ob Kinder in Cafés stören. Eine absurde Debatte, wenn man bedenkt, dass ohne Kinder weder Gesellschaft noch Wirtschaft noch Rente überlebensfähig wären. Wer Kinder aus Lokalen oder Hotels verdrängt, verdrängt in Wahrheit den Gedanken an Gemeinschaft, Vielfalt, Entwicklung. Und gleichzeitig wird jungen Eltern das Gefühl vermittelt, dass sie mit ihrer Familie nicht dazugehören. Eine fatale Botschaft, gerade in Zeiten, in denen wir eigentlich familienfreundlich sein müssten wie nie zuvor.
Wenn Familien auch in Deutschland zur Ausnahme werden
Auch in Deutschland ist die kinderfeindliche Tendenz längst spürbar. Immer mehr Hotels und Gastronomiebetriebe werben offen mit „Adults Only“-Konzepten, diese Angebote gelten ausschließlich für Erwachsene. Besonders im Wellness- oder Luxussegment finden sich Hotels, die Kinder bewusst ausschließen, häufig mit Altersgrenzen ab 14 oder 16 Jahren. Auch in der Gastronomie gibt es vereinzelte Lokale, die entweder durch explizite Hinweise oder durch fehlende kindgerechte Angebote signalisieren, Familien sind hier nicht erwünscht. Hochstühle? Fehlanzeige. Kindermenüs? Nicht vorgesehen. In einigen Fällen finden sich sogar Hausordnungen mit Zutrittsverboten für Kinder unter einem bestimmten Alter. Die Begründung ist dabei oft ähnlich wie in Österreich. Man wolle „Ruhe“ und „ein exklusives Ambiente“ bewahren. Doch während solche Regelungen rechtlich meist zulässig sind, da Kinder nicht als geschützte Diskriminierungsgruppe gelten, werfen sie gesellschaftlich gewichtige Fragen auf. Denn wo Familien systematisch ausgeklammert werden, entsteht nicht nur ein Markttrend, sondern eine gesellschaftliche Kluft. Kritiker wie der Deutsche Kinderschutzbund warnen: Eine Gesellschaft, die Kinder aus dem öffentlichen Leben verdrängt, verspielt ihre Menschlichkeit und auch ihre Zukunft.
Gastfreundschaft beginnt bei den Kleinsten
Kinder gehören in die Mitte der Gesellschaft, nicht an ihren Rand. Sie sind keine Last, sondern ein Geschenk. Ja, sie sind laut, neugierig, ungeduldig. Aber genau das macht sie lebendig. Und wer als Gastronomie meint, auf Kinder verzichten zu können, sollte sich fragen, auf wessen Zukunft er da eigentlich verzichtet. Denn Eltern von heute sind Gäste von morgen und Kinder von heute die Gastgeber der Zukunft. Eine familienfreundliche Atmosphäre ist kein betriebswirtschaftliches Risiko, sondern eine Investition in die Menschlichkeit. Wer heute Kinder willkommen heißt, baut Vertrauen auf. Und Gäste, die sich mit ihrer Familie wohlfühlen, kommen wieder. Sie bringen Leben, Gespräche, Bindung und Wärme mit. Natürlich darf es Orte der Ruhe geben, zum Beispiel feine Restaurants, ruhige Hotelzonen, stille Cafés. Doch die Haltung dahinter sollte nie ablehnend, nie ausgrenzend sein. Eine Gesellschaft, die ihre Kinder nicht willkommen heißt, sagt auch zu sich selbst Nein. Die Debatte um Mario Pulkers Hund-statt-Kind-Aussage ist daher mehr als ein Shitstorm, sie ist ein Spiegel. Ein Spiegel, in dem wir sehen, wie sehr unsere Gesellschaft an einem Scheideweg steht. Wollen wir Bequemlichkeit oder Beziehung? Wollen wir Stille oder Zukunft? Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Wir brauchen keine kinderfreien Zonen. Wir brauchen kinderfreundliche Herzen. Denn Kinder sind keine Störung. Niemals. Sie sind der Sinn.

Israel-Iran-Konflikt
Iranischer Denker Dabashi: Israels Angriffe sind Ablenkung von Gaza

Ein Gastkommentar von Michael Thomas „Middle East Eye“ hat einen bemerkenswerten Beitrag eines iranischen Denkers namens Hamid Dabashi – und das ist nicht irgendwer -, veröffentlicht. Dabashi ist Professor für Iranistik und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Columbia University in New York City, Autor diverser, einschlägiger Bücher und darüberhinaus für seine Opposition zur Regierung bekannt. Es lohnt sich also, hinzuhören, wenn er spricht. Zunächst hält er es für ausgemacht, dass die Angriffe auf Iran letztlich nichts anderes waren als ein riesiges Ablenkungsmanöver, um die ungehindert fortschreitenden Tötungen in Gaza und dem Westjordanland nebst des Diebstahls von Land zu verdecken. Da man dort noch nicht am Ziel ist, könnten sich seiner Auffassung nach weitere Schlachtfelder eröffnen. Er erwähnt beispielsweise die Türkei. Faszinierend liest sich seine Darstellung der Gefühle des iranischen Volkes, dem er ein Bewusstsein für die große Geschichte des Landes und eine starke Identität zuspricht. Darüber kommt er zu dem Schluss, dass die Versuche Israels, Aufstände, Zwistigkeiten, Unruhen und Umsturzversuche im Iran zu entzünden, von geradezu ärgerlicher Dummheit waren. Er weist die Vermutung, im Gegenteil sei das Regime sogar gestärkt worden, als irrelevant zurück und sagt, dass für die Iraner in dieser Lage das Regime selbst im Grunde irrelevant geworden sei. Man versammelt sich als iranische Nation, übt Solidarität und hegt nunmehr einen tiefsitzenden Hass auf Israel und die USA, den es in seiner jetzigen Form zuvor nicht gab. Die Iraner verstehen das Lügenkonstrukt, das Israel gewoben und wie ein Netz ausgeworfen und das zu diesem Angriff geführt hat, sehr wohl. Sie begreifen den Angriff als Attacke auf sie als uralte, und stolze Kulturnation – auf sie als Volk selbst. Dabashi, der im Übrigen an anderer Stelle die Äußerungen von Bundeskanzler Merz „dumm und rassisstisch“ genannt hatte, sagt: „Das iranische Volk ist nun für sein Heimatland verantwortlich – und Israel wird nie ein Ende dieser Situation erleben.“ Die Iraner akzeptieren ihre Regierung jetzt gewissermaßen wertfrei als Kommandozentrale, die in diesem Krieg ihre Kräfte als Nation bündelt und koordiniert; (gesellschafts-) politische Auseinandersetzungen spielen jetzt keine Rolle. Sie zerfallen in diesen Tagen und in dieser Lage nicht mehr in Liberale, Oppositionelle, Kleriker oder sonstige Strömungen, sondern sind nun alle Iraner – und im weitesten wie eigentlich genauerem Sinne sogar Perser. Dass man den Sohn des letzten, davongejagten Shahs Pahlevi als neue Schachfigur aufs Brett schiebt, um mit ihm Spaltungen voranzutreiben stößt im Iran auf geeinten Widerwillen und ist völlig sinnlos. Außer einer Handvoll Exiliraner lehnt ihn jeder ab. Selbst Oppositioneller, zeigt sich Dabashi, der Denker, hier selbst als Teil seiner Wahrnehmung und als Patriot. Im letzten Absatz schwört er den heimlichen und geheimen, verräterischen Subjekten, die im Iran zu Werke gegangen sind, mit geschüttelter Faust Rache. Man ist unbedingt davon überzeugt, dass sie spontan auf der Straße gelyncht werden, wenn man sie enttarnt hat und die Regierung mit der Hinrichtung nicht schneller ist. Sein Essay ist insgesamt ein sehr beeindruckendes Bild auf das Innere des Iran und umbedingt lesenswert!  
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.

Zum Autor 

Michael Thomas ist Privatier, Fotograf, leidenschaftlich an Ägyptologie und Literatur interessiert, mit der er vor vielen Jahren als Autor regional einige Beachtung fand. Er verfolgt interessiert das Weltgeschehen durch Beobachtung internationaler Presse. Seinen Fokus legt er insbesondere auf die Palästinafrage und auf die islamische Welt.

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Glücksspielbranche
Besonderheiten von Online Casino Spielen in Deutschland

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Online-Casinos bieten Zugriff auf eine große Auswahl an Spielen für moderne Geräte. Jedes Spiel ist anders, sodass Spieler mit unterschiedlichen Vorlieben etwas Passendes finden. In der Lobby des Online-Casinos finden Sie sowohl klassische als auch innovative Formate. Online Casino Spiele in Deutschland unterliegen strengen Regeln, die Transparenz und Kontrolle gewährleisten. Diese Spiele kombinieren Elemente des traditionellen Glücksspiels mit modernen Online-Casino-Funktionen.

Haupttypen von Online-Spielen

Online Casino spielen in Deutschland lassen sich in verschiedene Haupttypen unterteilen. Jeder von ihnen zeichnet sich durch seine eigenen Merkmale hinsichtlich Spielmechanik, visueller Gestaltung und Spielmodi aus.

Spielautomaten oder Slots

Online-Casinos bieten in der Regel die meisten dieser Spiele an. Dabei müssen Walzen und Symbole in bestimmten Kombinationen erscheinen. Klassische Offline-Slots gab es nur in wenigen Ausführungen. Moderne Online-Optionen zeichnen sich durch eine deutlich größere Themenvielfalt aus. Klassische Spielautomaten haben sich erhalten, und neue sind mit komplexen Handlungssträngen entstanden, die auf Filmen, Mythologie oder Geschichte basieren. Viele von ihnen sind animiert, bieten Bonusrunden und interaktive Elemente.

Brettspiele

Zu den Brettspielen gehören:
  • Roulette
  • Baccarat
  • Poker
  • Blackjack
Sie können sie im automatischen Modus gegen den Computer oder mit Live-Dealern spielen. Die automatisierte Version ist schnell und einfach, während der Live-Modus realistische Elemente und die Möglichkeit zur Kommunikation mit dem Dealer bietet.

Live-Spiele mit Dealern

Im Live-Bereich von Online-Casinos können Sie das Spiel in Echtzeit verfolgen. Dazu müssen Sie sich mit der Videoübertragung verbinden, bei der professionelle Croupiers arbeiten. Diese Spiele kombinieren eine digitale Benutzeroberfläche mit vertrauten visuellen Elementen eines echten Casinos. Oft gibt es eine Chat-Funktion, und Sie können die Aktionen anderer Spieler verfolgen.

Kartenspiele

Eine eigene Kategorie sind Kartenspiele:
  • Blackjack
  • Texas Hold’em
  • Three Card Poker und andere
Sie unterscheiden sich in Regeln, Spieleranzahl und Rundenstruktur. In der Online-Version dieser Spiele erfolgt die Punkteberechnung automatisch, Sie spielen per Knopfdruck. Das macht das Spiel sehr komfortabel und konsistent.

Anpassung an Nutzer in Deutschland

Online Casino spielen in Deutschland müssen die Regeln des Glücksspielstaatsvertrags einhalten. Das bedeutet, dass alle Casinos lizenziert und die Spiele selbst zertifiziert sein müssen. Der deutsche Markt insgesamt zeichnet sich durch einen Trend zu transparenten Bedingungen und eingeschränkten Funktionen zum Schutz der Spieler aus.

Entwicklung der Spieleanbieter

In modernen Online-Casinos in Deutschland können Sie ausschließlich Spiele lizenzierter Software Anbieter spielen. Die wichtigsten Entwickler sind:
  • NetEnt
  • Playtech
  • Evolution
  • Pragmatic Play
Sie entwickeln Spielautomaten, Kartenspiele und Live-Spiele und zielen auf verschiedene Märkte ab, darunter auch Deutschland. Die Spiele dieser Entwickler zeichnen sich durch hochwertige Grafik, zuverlässige Spielmechanik und regelmäßige Updates aus. Ihre Inhalte sind vielfältig und stabil. Diese Entwickler führen auch neue Funktionen ein, wie beispielsweise adaptive Benutzeroberflächen oder innovative Bonus Mechanismen.

Technische Parameter und Benutzeroberfläche

Die meisten Spiele werden mit HTML5-Technologie entwickelt. Diese Technologie ermöglicht den reibungslosen Betrieb der Webseiten auf allen modernen Plattformen. Sie funktionieren sowohl auf Computern als auch auf Mobiltelefonen und Tablets. Die Benutzeroberflächen sind intuitiv, optisch ansprechend und einfach zu bedienen. Sie können Einstellungen und Grafiken anpassen, Sprachen auswählen und Untertitel aktivieren.

Verantwortungsvoller Spielansatz

Laut Markt Regulierungsbehörden müssen Online-Spiele über Selbst Überwachungsfunktionen verfügen:
  • Sitzungsdauer Limits
  • Erinnerungen an die Spieldauer
  • Informationen über Hilfsangebote für Menschen mit Spielsucht
Dies ist Teil eines breiteren Trends zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Spielzeit und -engagement.
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