Gaza-Krieg
Gaza: Palästinenser protestieren gegen Hamas

„Raus, raus, raus, Hamas raus“, skandierten die Menschen in einem der Beiträge, die am Dienstag auf X veröffentlicht wurden

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Ramallah – Tausende von Palästinensern protestierten im nördlichen Gazastreifen, um ein Ende des Krieges zu fordern, und skandierten „Hamas raus“, wie Beiträge in den sozialen Medien zeigten – ein seltenes öffentliches Zeichen einer Opposition gegen die Gruppe.

„Raus, raus, raus, Hamas raus“, skandierten die Menschen in einem der Beiträge, die am Dienstag auf X veröffentlicht wurden und offenbar aus der Region Beit Lahiya im Gazastreifen stammen. Es zeigte Menschen, die eine staubige Straße zwischen kriegszerstörten Gebäuden entlang marschierten.

„Es war eine spontane Kundgebung gegen den Krieg, weil die Menschen müde sind und nicht wissen, wohin sie gehen sollen“, so ein namentlich nicht genannter Zeuge gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

„Viele skandierten Slogans gegen die Hamas, nicht alle, aber viele, und sagten ‚Raus mit der Hamas‘. Die Menschen sind erschöpft und niemand sollte ihnen die Schuld geben“, sagte er.

Auf einem der Transparente, die von der Menge hochgehalten wurden, stand „Genug der Kriege“, während die Menschen „Wir wollen keinen Krieg“ skandierten.

„Ganz Gaza liegt in Trümmern, und jetzt hat die Besatzung uns befohlen, den Norden wieder zu verlassen, wohin sollen wir gehen?

Die Proteste im nördlichen Gazastreifen fanden einen Tag nach dem Raketenbeschuss Israels durch Bewaffnete des Islamischen Dschihad statt, was die israelische Regierung veranlasste, weite Teile von Beit Lahia zu evakuieren, was den Zorn der Bevölkerung in der Region hervorrief.

„Einer der Demonstranten, Mohammed Diab aus Beit Lahia, forderte einen Rücktritt der Hamas. Sein Haus sei im Krieg zerstört worden, und er habe vor einem Jahr seinen Bruder bei einem israelischen Luftangriff verloren.

„Wir weigern uns, für irgendjemanden zu sterben, für die Agenda einer Partei oder die Interessen ausländischer Staaten“, sagte er.

„Die Hamas muss zurücktreten und auf die Stimme der Trauernden hören, die Stimme, die aus den Trümmern aufsteigt – sie ist die wahrhaftigste Stimme.“

Die Hamas ist seit 2007 alleiniger Machthaber im Gazastreifen, nachdem sie ein Jahr zuvor die palästinensischen Wahlen gewonnen und dann ihre Rivalen verdrängt hatte.

Seit Beginn des Krieges hat die offene Kritik an der Hamas in Gaza zugenommen, sowohl auf der Straße als auch im Internet. Allerdings gibt es immer noch Menschen, die der Hamas treu ergeben sind, und es ist schwer abzuschätzen, wie weit sich die Unterstützung für die Gruppe verändert hat.

Fata fordert Reaktionen der Hamas

Die mit der Hamas rivalisierende Fatah-Bewegung rief die Hamas auf, „auf den Ruf des palästinensischen Volkes im Gazastreifen zu reagieren“. Die Fatah leitet die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) im besetzten Westjordanland.

Der ranghohe Hamas-Beamte Basem Naim sagte, die Menschen hätten das Recht, gegen das durch den Krieg verursachte Leid zu protestieren, prangerte aber an, dass die Situation von „verdächtigen politischen Agenden“ ausgenutzt werde.

„Woher kommen sie, was passiert im Westjordanland?“, sagte er. „Warum protestieren sie nicht gegen die Aggression dort oder erlauben den Menschen, auf die Straße zu gehen, um diese Aggression anzuprangern?“

Über 50.000 getötete Palästinenser

Bei dem Krieg im Gazastreifen starben auf palästinensischer Seite nach israelischen Angriffen mehr als 50.000 Menschen, ein Großteil davon Frauen und Kinder.

Die meisten der 2,1 Millionen Einwohner des Gazastreifens wurden vertrieben, viele von ihnen mehrfach.

Schätzungsweise 70 % der Gebäude in Gaza sind beschädigt oder zerstört, das Gesundheits-, Wasser- und Abwassersystem ist zusammengebrochen, und es mangelt an Lebensmitteln, Treibstoff, Medikamenten und Unterkünften.

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu wertete die Proteste als Beweis für den Erfolg seiner Strategie. In einer Rede vor dem Parlament erklärte er am Mittwoch: „Wir haben in Gaza offene Proteste gegen die Hamas-Herrschaft erlebt. Das zeigt, dass unsere Politik funktioniert. Wir sind entschlossen, alle unsere Kriegsziele zu erreichen“.

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