Masken-Affäre
Maskenaffäre der Union: „Größte Krise seit der Spendenaffäre“

Osnabrück – Die stellvertretende Unionsfraktionschefin im Bundestag, Gitta Connemann (CDU), sieht ihre Partei wegen der Masken-Affäre in einer großen Krise. Als CDU-Spendenaffäre oder Schwarzgeldaffäre wird allgemein die 1999 aufgedeckte illegale Spendenpraxis der CDU in den 1990er-Jahren unter dem damaligen CDU-Parteivorsitzenden und Bundeskanzler Helmut Kohl bezeichnet. „Wir befinden uns in der schwersten Krise seit der Spendenaffäre. Nur wenn wir mit aller Konsequenz und Härte reagieren, werden wir wieder Vertrauen zurückgewinnen können“, sagte Connemann der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Die Fraktionsführung will Maßnahmen ergreifen, um eine Wiederholung von Fällen wie Georg Nüßlein und Nikolas Löbel künftig auszuschließen. Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Mathias Middelberg (CDU), mahnte allerdings an, zwischen Korruption und dem Einsatz eines Abgeordneten für seinen Wahlkreis sorgfältig zu unterscheiden. „Es ist unser Job als Abgeordnete, sich für die Anliegen der Bürger oder Unternehmen im Wahlkreis einzusetzen. Wir müssen aufpassen, dass wir jetzt nicht Korruption mit dem normalen und gebotenen Einsatz für den Wahlkreis gleichsetzen“, sagte Middelberg der NOZ. „Wenn Abgeordnete irgendwann nicht mehr für die Interessen ihres Wahlkreises eintreten dürfen, wird es schwierig“, meint der Innenpolitiker. Er erklärte, dass er selbst sich zweimal beim Bundeswirtschaftsministerium für das niedersächsische Unternehmen Zender eingesetzt habe, indem er zwei Anfragen in Zusammenhang mit einer bereits laufenden Maskenproduktion weiterleitete – allerdings ohne dies inhaltlich zu kommentieren oder dafür Gegenleistungen bekommen zu haben, wie Middelberg sagt. „Das würde ich auch genauso wieder machen“, so Middelberg weiter.

Zum Thema

– Masken-Affäre – Schneider: Masken-Deals widersprechen Grundwerten der SPD

Der Parlamentsgeschäftsführer der SPD, Carsten Schneider, geht davon aus, dass keine SPD-Bundestagsabgeordneten in dubiose Masken-Deals verstrickt sind.

Schneider: Masken-Deals widersprechen Grundwerten der SPD
 

Medien
Neu beim ARD-„Mittagsmagazin“: Aimen Abdulaziz-Said

Köln – Im ARD-„Mittagsmagazin” begrüßt ein neues Gesicht die Zuschauer. Seit Montag (8. März) präsentiert Aimen Abdulaziz-Said (33) das Nachrichtenmagazin erstmals gemeinsam mit Susann Reichenbach. Für die neue Herausforderung bringt Abdulaziz-Said Erfahrungen als Reporter beim NDR, beim ZDF und bei funk sowie Moderationserfahrungen beim Format „Diskuthek“ des Stern mit. rbb-Programmdirektor Jan Schulte-Kellinghaus: „Aimen Abdulaziz-Said hat uns durch seine vielfältigen Erfahrungen als Reporter und durch seinen Scharfsinn in der Interviewführung überzeugt. Sein politisches, aber lockeres Selbstverständnis wird eine Bereicherung für Redaktion des Mittagsmagazins sein.“ Aimen Abdulaziz-Said: „Ich freue mich sehr, ein Teil der Mima-Familie zu werden. Gleichzeitig habe ich großen Respekt vor der neuen Aufgabe. Das ARD-Mittagsmagazin ist schließlich eine relevante, politische Sendung. Am meisten freue ich mich auf die Interviews mit SpitzenpolitikerInnen, die in der Verantwortung stehen. Gerade jetzt im Superwahljahr empfinde ich das als besonders reizvoll.“ Aimen Abdulaziz-Said wuchs in Hamburg auf und studierte Politikwissenschaften und Rechtswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Anschließend fokussierte er auf Journalismus und Kommunikationswissenschaften an der Deutschen Journalistenschule/ Ludwig-Maximilians-Universität München. Über verschiedene Hospitationen begann er 2015 zunächst als Reporter beim Medienmagazin „zapp“ (NDR). Heute ist er hauptsächlich als freier Reporter für den NDR und als freier Moderator tätig. Abdulaziz-Said stammt aus Eritrea. In einem interview mit dem Sleek Portal sagte er, dass er, obwohl in Hamburg geboren und aufgewachsen, Heimweh habe. „Ich bin ein echter Hamburger. Ich bin in Hamburg Alsterdorf aufgewachsen und dort zur Schule gegangen. Das ist im Nachhinein schön, aber es war auch schwierig, weil der Bezirk ein sehr weiß-bürgerliches Umfeld hat. Für mich ist Eritrea mein Heimatland. Auch wenn ich nur zweimal dort war. Es mag seltsam klingen, da ich in Deutschland geboren und aufgewachsen bin, aber ich fühle das innerlich. Ich bin hier „anders“. Hamburg ist mein Zuhause, aber ich habe trotzdem Heimweh“, so Abdulaziz-Said gegenüber der Moderatorin Minh-Khai Phan-Thi.

Auch interessant

– Das Leben des Salt Bae – Gastronomie: Wie viel kostet ein Nusret-Steak?

Seit dieser gutaussehende Mann mit dem abgewinkelten Arm Salz wie Feenstaub über das Steak bei Nusr-Et verteilt, steht die Frage im Raum: Wer ist dieser Salt Bae?

Gastronomie: Wie viel kostet ein Nusret-Steak?
 

Weltfrauentag
Der Prophet Muhammed: Ein Kämpfer für Frauenrechte

Von Benjamin Idriz Wie kein anderer Mensch genießt der Prophet Muhammed eine herausragende Autorität bei Muslimen, sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Bei ihm finden die gläubigen Männer und Frauen ≫ein gutes Beispiel≪, so der Koran (33:21). Als Ehepartner war er charmant und liebevoll, ein Gentleman sozusagen, der seine Liebe zu seiner Gattin in der Öffentlichkeit nicht verbarg. Zuhause half er bei der Hausarbeit und in der Küche. Mit aller Härte ging er gegen frauenfeindliches Verhalten in seiner Gesellschaft vor. Sein liebevolles Vorgehen und sein Verständnis für die Bedürfnisse und Erwartungen der Frauen bewogen viele Männer dazu, ihr zuvor grobes Verhalten zu überdenken und zu andern. (siehe: Muhammed war der erste Feminist der Geschichte, Jim Garrison, Anm. Red.) Immer wieder haben Frauen bei Konflikten mit ihren Männern auf das Beispiel des Propheten verwiesen und somit ihre Männer zum Umdenken veranlasst. Ahmad ibn Abdallah at-Tabari (gest. 1295) verfasste ein umfangreiches Werk Uber die Frauen des Propheten. Darin beschreiben die Frauen Muhammed als einen Ehemann, der ≫sanft, romantisch und unkompliziert≪ mit ihnen umging. In einer Zeit und Gesellschaft, in der Frauen nicht geachtet waren, setzte der Prophet den Befehl Gottes im Koran ≫Geht mit euren Frauen auf gefällige Weise um!≪ (4:19) beispielhaft in der eigenen Familie um. Ein enger Freund des Propheten, `Umar ibn al-Khattab (gest. 644), der spätere zweite Kalif, meinte dazu:
≫Ich schwöre, wir haben in der vorislamischen Dschahiliya Zeit die Frauen nicht wertgeschätzt, bis der Prophet die Offenbarung erhielt, in der die Frauenrechte angesprochen wurden und wir unser Verhalten andern sollten.≪
Die Offenbarung des Korans hat die Männer gelehrt, die Mutter, Ehefrauen, Tochter, Schwestern und alle Frauen zu achten und zu respektieren. Den Eltern, damit auch der Mutter, räumt der Koran den höchsten Grad an Achtung nach Gott selbst ein (17:23-24). In Einklang mit diesem Koranvers rief der Prophet die Menschen auf, ihre Mutter zu achten. Es ist schwer, einen Muslim auf der Erde zu finden, der diese Aussage des Propheten nicht kennt: ≫Das Paradies liegt unter den Fusen der Mutter≪ – also fuhrt für den Mann der Weg ins Paradies über die Frau! Dieser Anspruch wurde der Mutter wegen der schweren Mühen während der verschiedenen Lebensstadien ihres Kindes, in der Schwangerschaft, bei der Geburt, in der Stillzeit, und für die geteilte Verantwortlichkeit in der Erziehung des Kindes zugesprochen. Sie ist die Königin des Hauses und Hauptakteurin innerhalb der Familienmitglieder. Merkwürdig ist, dass die Achtung vor der Mutter bei muslimischen Männern völlig unbestritten als wichtig gilt, während es mit der Achtung vor der Ehefrau allzu oft ganz anders aussieht. Die Mutter zu ehren, aber die Ehefrau – die Mutter der eigenen Kinder – zu erniedrigen, ist paradox. Deswegen hat der Prophet Muhammed immer wieder betont, dass die Ehefrau, bzw. die Frau überhaupt, zu achten und zu respektieren ist. Seine bekanntesten Äußerungen zum Verhältnis der gläubigen Männer zu Frauen sind folgende: ≫Die Frauen haben den gleichen Wert wie die Männer. Nur diejenigen, die würdevoll sind, schätzen die Frauen und nur diejenigen, die würdelos sind, erniedrigen sie.≪ ≫Der vollkommenste Gläubige ist derjenige, der das beste Benehmen/Moral hat, und der beste unter euch ist derjenige, der seine Frau gut behandelt.≪ Diesen Äußerungen zufolge ist ein guter Gläubiger, wer gut zu Frauen ist, und wer sie diskriminiert, ist ein schlechter Gläubiger – unabhängig davon, wie viel er betet, den Koran rezitiert oder die Moschee besucht. Muhammed, der seine Emotionen nie verbarg, sagt öffentlich: ≫Auf der Erde wurden mir Frauen und wohlriechendem Duft lieb geheißen; und das Gebet wurde zum Licht meiner Augen gemacht. ≪ Der Prophet hat ganz beispielhaft gezeigt, wie man diese Liebe und Zuneigung demonstrieren soll – und das in einer patriarchalen Gesellschaft, in der nur autoritäres und ≫mannhaftes≪ Verhalten galt. Seine Ehefrau Aischa berichtet beispielweise, dass der Prophet mit ihr zusammen in der Moschee ein Spiel einer Gruppe von Gästen aus Äthiopien ansah und beide dabei Wange an Wange lagen. Sie erzählt sogar, dass sie sich beide zum Duschen gegenseitig mit Wasser übergossen. Auf die Frage, was der Prophet eigentlich zu Hause machte, antwortete sie:
≫Er machte alles, was ein Mann eigentlich zu Hause machen sollte: putzen, waschen, kochen und sich selbst bedienen. Er flickte seine Kleidung, reparierte seine Schuhe und erledigte seine Besorgungen selbst. Er versuchte, niemandem zur Last zu fallen.≪
Sein Verhalten zu den Frauen beschreibt seine Ehefrau Aischa (gest. 678) mit folgenden Worten:
≫Er war sehr humorvoll und lachte. Er hatte den schönsten Charakter, beleidigte nicht, benutzte keine Schimpfworte und wurde nicht laut. Er erwiderte Schlechtes nicht auf gleiche Weise, sondern vergab und verzieh. ≪
Aischa erzählt auch, wie sie den Propheten einmal auf einer Reise begleitete und er die übrigen Begleiter wegschickte und ihr ein Wettrennen vorschlug. Sie gewann. Einige Jahre später, nachdem sie an Gewicht zugenommen hatte, schlug er ihr wieder einen Wettlauf vor. Sie erklärte, dass sie nun aber nicht mehr so schlank wäre wie früher. Muhammed bestand aber darauf und gewann diese Mal. ≫Das ist die Antwort auf jenes Wettrennen≪, scherzte er dann. Der Prophet war also ein Mann, der mit seiner Frau eine unbekümmerte Beziehung führte, und er sprach über seine Liebe zu ihr in aller Öffentlichkeit. Der Prophet Gottes handelte beispiel-und vorbildhaft, zu einer Zeit, als das Schicksal einer jungen Frau von ihrem Vater oder ältesten Bruder vorgegeben wurde. Dies unterstreicht auch folgende Begebenheit: Als eine junge Frau, die von ihrem Vater zur Heirat gezwungen werden sollte, sich beim Propheten beklagte, nahm er sie bei der Hand und ging mit ihr zu ihren Eltern. Er erklärte dem Vater, dass sein Vorgehen für Muslime nicht legitim sei und seine Tochter das Recht habe, sich selbst für oder gegen einen Anwärter zu entscheiden. Darauf wandte sich der Vater an seine Tochter und fragte sie, weshalb sie sich damit an den Propheten gewandt habe. Sie erklärte: ≫Damit alle erfahren, dass muslimische Frauen ihre Ehemänner selbst wählen können. ≪ Ebenso entschieden trat der Prophet gegen Gewalt in der Ehe auf, wie ausführlich dargestellt wurde. (Siehe ab Seite 91). Seine Tochter Fatima (gest. 632) liebte der Prophet Muhammed sehr und zeigte ihr das auch. Kam sie nach Hause, dann stand er auf, um sie zu küssen. Auch wenn ein Vater alle Kinder gleichbehandeln sollte, hatte er eher sie bei der Versorgung bevorzugt als die Söhne: ≫Behandelt eure Kinder gleich, wenn ihr ihnen etwas gebt. Wenn ich einem Geschlecht Vorrang über dem anderen geben musste, wurde ich dem weiblichen Vorrang einräumen≪, sagte er. Er ermutigte die Frauen, in der Öffentlichkeit Präsenz zu zeigen und forderte sie auch dazu auf. So verlangte er, dass Frauen an allen Gemeinschaftsgebeten teilnahmen. Das galt selbst dann, wenn die Gebete spät in der Nacht stattfanden. Frauen waren bei allen Freitags- und Festgebeten genauso selbstverständlich dabei wie Männer. In seiner Moschee fand kein Gebet statt, bei dem Frauen ausgeschlossen gewesen waren und nur Männer anwesend waren. Der Prophet vertrat weder die Position einiger Männer, die dagegen waren, dass Frauen in die Moschee gingen, noch schwieg er dazu, sondern erklärte öffentlich: ≫Ihr dürft eure Frauen nicht daran hindern, in die Moschee zu gehen.≪ Auch als der für Männer vorgesehene Bereich in der Moschee immer voller wurde, lies er nicht zu, dass der Frauenbereich für Männer freigegeben wurde. Heute sind in manchen Moscheen die Bereiche durch einen Sichtschutz getrennt, oft existieren sogar separate Raume, was in der Moschee des Propheten nicht der Fall war. Das politisch-gesellschaftliche Engagement von Frauen ist im Koran selbst ausdrücklich erwünscht. Beim sogenannten ≫Gelübde von Aqaba≪ legten auch Frauen den Treueeid ab (Koran, 60:12), was eine durchaus politische Handlung darstellt. Unter dem Kapitel ≫Die Achtsamkeit des Propheten Muhammed gegenüber den Frauen≪ berichtet Imam Bukhari (gest. 870) in seiner Hadtith-Sammlung, wie der Prophet einem seiner Gefährten empfahl, achtsam mit Frauen umzugehen. Er hat die Empfindsamkeit der Frauen mit einen prägnanten Sprichwort bezeichnet: ≫Rifqan bil qawareer≪. Sie sind wie ein ≫sauberes und durchsichtiges Gefas oder Glasflaschen oder wertvoller Kristall≪ (qawareer), und Manner sollen achtsam, romantisch, sensibel und sanftmütig (rifqan) mit Frauen umgehen. Man kann eine Glasflasche nicht nehmen und umherwerfen oder gar darauf treten oder sie unachtsam fallen lassen. Ehemänner sollen ihre Ehefrauen, Vater ihre Tochter, Bruder ihre Schwestern, allgemein Männer die Frauen so sorgfältig behandeln, wie wir mit Glasflaschen umgehen. Weil der Prophet sich für Schwache und Benachteiligte einsetzte und in der damaligen Gesellschaft Frauen ähnlich wie Waise sozial und wirtschaftlich ausgeliefert und abhängig waren, erklärte er sehr entschieden: ≫Oh Gott! Du weißt, dass ich die Verletzung der Rechte der beiden Schwachen, der Waisen und der Frauen, für schwere Sünde erkläre und dass ich die Menschen vor jeder Verletzung ihrer Rechte streng warne!≪ Der Schwiegersohn des Propheten Ali bin Abi Talib (gest. 661) berichtet, welche die letzten Worte des Propheten waren, bevor er in den Armen seiner Ehefrau Aischa starb, sein Vermächtnis an die Weltgemeinschaft:
≫Ich rate euch, dass ihr euer Gebet verrichtet und euch gegenüber euren Frauen wohl verhaltet≪.
Die prophetische Tradition fordert also eine harmonische und gleichgestellte Beziehung zwischen Männern und Frauen ein: Beide unterstutzen sich gegenseitig, kommen zusammen, kommunizieren vertrauens-und respektvoll miteinander. Dafür wurden hier nur wenige von zahlreichen Beispielen angeführt, die das ganz unzweideutig belegen. Deutlicher kann all jenen nicht widersprochen werden, die den Islam als frauenfeindlich bezeichnen, aber auch jenen Muslimen, die dem Propheten zu folgen vorgeben, aber ihre Frauen, Tochter, Schwestern unterdrucken. Sie stehen im schlimmstmöglichen Gegensatz zu dem Propheten, den sie zum Beispiel und Vorbild nehmen sollten! Wie aber konnte, wenn der Prophet selbst so vorbildhaft gegenüber Frauen war, ein frauenfeindlicher Diskurs entstehen und sich ein entsprechendes Verhalten so sehr verbreiten? Die erste Periode des Islams, zu Lebzeiten des Propheten, war zugleich die fortschrittlichste. Sie war geprägt von den Werten, die zugleich universell und allgemein menschlich sind. Anstatt diesen authentischen islamischen Grundwerten treu zu folgen, vermischten Muslime sie mit ihren hergebrachten Sitten, ihren Stammestraditionen und –kulturen. Hatten sie die mit dem Koran und dem Vorbild des Propheten begonnenen Reformen fortgesetzt, anstatt sie aufzuweichen, zu stagnieren und wieder abzuirren, dann hatten muslimische Frauen schon vor allen anderen volle Gleichberechtigung erfahren und waren darin heute noch vielen anderen Gesellschaften voraus.

Amazon: Der Koran und die Frauen: Ein Imam erklärt vergessene Seiten des Islam

Auch interessant

– Benjamin Idriz – Kommentar: Wie sollen wir mit „Muhammed-Karikaturen“ umgehen

Ibn Salul und Muhammed-Karikaturisten: Wie sollen wir mit Beleidigung umgehen? Was sagt der Koran und was sagt der Prophet selbst dazu? Was müssen wir tun, um dem entgegenzutreten? Eine Antwort.

Kommentar: Wie sollen wir mit „Muhammed-Karikaturen“ umgehen

Corona-Pandemie
Corona unter Migranten: Özdemir fordert gezielte Aufklärungskampagne

Osnabrück – Nach Berichten über einen hohen Anteil von Corona-Patienten mit Migrationshintergrund fordert Ex-Grünen-Chef Cem Özdemir eine gezielte Aufklärungskampagne: „Erst mal müssen wir endlich begreifen, dass wir einen Teil der aus der früheren Sowjetunion und der Türkei Stammenden hier kaum über unsere klassischen Kanäle erreichen“, sagte Özdemir im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). „Deshalb braucht es endlich mehrsprachige öffentlich-rechtliche Angebote, in denen dann beispielsweise auch über Corona informiert werden kann, um Falschmeldungen und Gerüchten etwas entgegenzusetzen.“ Vor dem Integrationsgipfel an diesem Dienstag im Kanzleramt warb Özdemir für „bundesweite mehrsprachige Corona-Hotlines und eine schnelle Werbe- und Infokampagne mit Promis und Medizinern in den entsprechenden Sprachen“, damit sich herumspreche, „wie man sich wirkungsvoll schützt und was es mit dem Impfen und den Impfstoffen auf sich hat“. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sei gefragt: „Warum wendet sich die Bundeskanzlerin beispielsweise nicht mal auf Russisch an die russischsprachige Community?“, fragte Özdemir. Der Grünen-Abgeordnete reagierte auf Schilderungen von Medizinern, wonach auf manchen Intensivstationen besonders viele Corona-Patienten mit Migrationshintergrund behandelt werden. Das Thema dürfe nicht länger tabuisiert werden, sagte Özdemir. „Es sind viele Faktoren, die zusammenkommen: Covid trifft die Ärmeren härter, und es ist kein Geheimnis, dass davon viele einen Migrationshintergrund haben“, sagte er und erklärte: „Sie haben die Jobs, die sich nicht im Homeoffice ausführen lassen, sie leben in beengten Wohnverhältnissen mit mehreren Generationen unter einem Dach. Aber es gibt eben auch eine Informationslücke und leider hier und da auch Ignoranz gegenüber der Gefährlichkeit der Pandemie.“ Die Politik habe zu spät reagiert, beklagte Özdemir, dessen Eltern aus der Türkei nach Deutschland eingewandert waren. „Direkte Ansprache von besonders betroffenen Gruppen ist bei uns in Deutschland leider immer noch weitgehend Fehlanzeige.“ Es gehe dabei nicht darum, mit dem Finger auf eine Gruppe zu zeigen und zu sagen „die wollen nicht, die gefährden uns alle“, sondern um die angemessene Information eines Teils der Gesellschaft. „Als ich nach meiner Erkrankung mein Erklär-Video auf Deutsch und auf Türkisch gepostet habe, gab es auch Kopfschütteln“, stellte Özdemir mit Befremden fest. „Genauso, als ich jüngst die beiden Impfungen meiner Mutter, bei denen ich sie in Stuttgart begleitet habe, online gestellt habe. Ich habe dies bewusst getan, um zu zeigen: Die Impfung ist unser Weg aus der Pandemie, nehmt es bitte ernst und schützt euch und andere.“

Auch interessant

– Corona-Pandemie – Türkei: Drei Brüder sterben innerhalb eines Monats an Corona

In der türkischen Schwarzmeerprovinz Samsun sind innerhalb eines Monats drei Brüder aus einer Familie am Coronavirus gestorben.

Türkei: Drei Brüder sterben innerhalb eines Monats an Corona

Autoindustrie
„Die türkische Automobilindustrie spielt weltweit in der Champions League“

Auf dem Online-Fachtag der Automobilverbände OIB und TAYSAD Ende Februar 2021 haben etwa 200 Unternehmer aus Deutschland und der Türkei in zehn Gruppen die Lage der türkischen Automobil- und Zulieferindustrie besprochen. Darüber hinaus wurden über Kooperationsmöglichkeiten zwischen der deutschen und der türkischen Automobilbranche beraten. Auch 2020 trieb die türkische Automobilbranche als Wachstums- und Innovationsmotor die Wirtschaft der Türkei immens an. Mehr noch: Trotz Corona-Pandemie war sie mit 32 Milliarden US-Dollar führend in der Exportwirtschaft, was knapp ein Fünftel des Gesamtexports der Türkei ausmacht. Zweifellos: Die türkische Automobil- und Zulieferindustrie spielt weltweit in der Champions League. Baran Çelik, Vorsitzender des OIB erklärte hierzu:
Die türkischen Automobilhersteller und -zulieferer sind wichtiger Bestandteil europäischer und deutscher Wertschöpfungsketten, die ihre Wettbewerbsfähigkeit weiter ausbauen. In der Automobilproduktion ist die Türkei europaweit von fünf auf Rang vier aufgestiegen. Für das Jahr 2023 zielen wir auf ein Exportvolumen im Wert von 43,8 Milliarden US-Dollar – Ausfuhren im Wert von 15,3 Milliarden US-Dollar aus der Zulieferindustrie.“
77 Prozent des türkischen Exports gingen in die Europäische Union. Dies zeigt: Die türkische Automobil- und Zulieferindustrie ist ein integraler Bestandteil der europäischen und damit auch der deutschen Wertschöpfungsketten. Die Türkei ist weltweit ein wichtiger Standort – auch für Forschung und Entwicklung. „Die türkische Automobil- und Zulieferindustrie ist die Branche mit den meisten – in absoluten wie relativen Zahlen – Forschungs- und Entwicklungszentren. Das hat zur Folge, dass die türkische Automobilbranche hohe Kompetenzen in den Bereichen Design, Testung und Qualitätssicherung besitzt. Die Branche ist auch zukunftsfähig: Immer mehr Automobilunternehmen investieren in Automobile, die mit alternativer Energie betrieben werden, in Hybridautos und Plug-In Elektrofahrzeuge,“ erklärt Alper Kanca, Vorsitzender des türkischen Automobilverbandes TAYSAD. Die türkische Automobil- und Zulieferindustrie will ihre Ausfuhren und ihren internationalen Marktanteil weiter ausbauen. Dieses Jahr stehen Deutschland und Frankreich im Visier. 2022 sollen die englischen, italienischen und US-amerikanischen Märkte gezielt adressiert werden.

Türkei beginnt bald mit Lithium-Produktion für eigenes E-Auto TOGG

Die Türkei will künftig selbst mit dem Abbau und der Produktion von Lithium beginnen.

„Wir werden in der Türkei zum ersten Mal mit der Produktion von Lithium beginnen“, sagte Fatih Dönmez gegenüber Reportern am Rande eines Besuchs im Technologieentwicklungszentrum Eti Maden im Oktober 2020.

Der Minister betonte, dass das Lithium auch in dem ersten in der Türkei produzierten Elektroauto TOGG zum Einsatz kommen soll. „Wir werden die hier hergestellten Lithiumbatterien auch in dem im Inland hergestellten Auto verwenden“, so Dönmez.

Lithium ist einer der wichtigsten Rohstoffe für Zell- und Batterietechnologien – und teuer. Nach deutlich fünfstelligen Preisen in einer zwischenzeitlichen Hochlaufphase kostet eine Tonne aktuell gut 7000 Euro. In der derzeit im Bau befindlichen Anlage in der Zentralprovinz Eskişehir will die Türkei zunächst mit der Produktion von rund 10 Tonnen des Rohstoffs pro Jahr beginnen. Dieser Wert soll in den nächsten zwei bis drei Jahren auf fast 500 Tonnen steigen. Aktuell importiert die Türkei jährlich fast 1200 Tonnen Lithium, berichtet Elektroauto-News. Das Lithium soll auch in „wichtigen Technologien wie Handys und Tablets“ eingesetzt werden, so Dönmez.

Türkisches E-Auto Am 27. Dezember 2019 stellte die Türkei ihren ersten einheimischen Automobilprototypen vor, der innerhalb von 18 Monaten von der türkischen Automobil-Joint-Venture-Gruppe (TOGG), einem Konglomerat von Industriegiganten wie der Anadolu-Gruppe, BMC, Kök-Gruppe, Turkcell und Zorlu Holding sowie einer Dachorganisation, der Union der Kammern und Warenbörsen der Türkei, entworfen und hergestellt wurde. TOGG-Fabrik Im Juli 2020 legte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan daraufhin bereits den Grundstein für das erste einheimische Autowerk des Landes.

„Wir planen, den [Bau des] Werks in 18 Monaten abzuschließen und unser [erstes] Fahrzeug im letzten Quartal 2022 vom Band laufen zu lassen“, sagte Erdogan bei der Grundsteinlegung in der nordwestlichen Provinz Bursa.

Man habe mit dem Bau eines „riesigen Produktionskomplexes  begonnen, der die Wahrnehmung einer Fabrik in den Köpfen der Menschen radikal verändern wird, so Erdogan. Er sei stolz darauf so ein gigantisches Projekt, trotz Einschränkungen durch die Coronakrise, realisieren zu können. Das erste einheimische Auto sei ein seit 60 Jahren währender Traum der Türkei und diese Fabrik somit ein historischer Schritt.


Auch interessant: Ukraine und Serbien kündigen Kauf türkischer Kampdrohnen an
Anfang 2020 sagte Gürcan Karakas, der CEO der türkischen Automobil-Joint-Venture-Gruppe (TOGG), dass das Werk im Jahr 2022 mit einer Jahreskapazität von 175.000 Einheiten die Massenproduktion aufnehmen werde. Über eine Million Elektrofahrzeuge sollen bis 2030 auf den Straßen der Türkei unterwegs sein, so der türkische Energie- und Rohstoffminister Fatih Dönmez im Januar. „Bis 2022 oder 2023 hoffen wir, unser eigenes einheimisches Auto auf den Straßen zu sehen“, sagte Dönmez in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Anadolu Insgesamt sollen drei verschiedene Modelle entstehen, die fünf unterschiedliche Plattformen umfassen: Sedan (Limousine), Hatchback (Kombilimousine), Station Wagon (Kombi), Sports (Roadster) und Crossover (SUV). Am Freitag wurde neben der SUV-Variante auch eine Limousine vorgestellt. Der elektrische Antriebsstrang soll rund 400 PS leisten und je nach Version Heck- oder Allradantrieb ermöglichen, berichtet Focus. 

Auch interessant

– Türkei – Atak Electric: Erdogan fährt ersten türkischen fahrerlosen Bus Probe

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan unternahm am Montag eine Probefahrt im ersten in der Türkei entworfenen und hergestellten fahrerlosen E-Bus, dem Atak Electric.

Atak Electric: Erdogan fährt ersten türkischen fahrerlosen Bus Probe
Autoindustrie

USA
Biden wird Erdogan „irgendwann“ anrufen

Washington – Der US-Präsident habe „viele Amtskollegen“, die er anrufen müsse, und das werde er in den kommenden Wochen und Monaten vornehmen“, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses. US-Präsident Joe Biden wird mit seinem Amtskollegen aus der Türkei, Recep Tayyip Erdoğan, „irgendwann“ in der Zukunft ein Telefongespräch führen, so Jen Psaki auf einer Pressekonferenz. „Sicherlich hat der Präsident viele Staatsoberhäupter der Welt, die er noch anrufen muss, und er wird das in den kommenden Wochen und Monaten tun“, sagte Psaki auf eine entsprechende Frage. Erdoğan gratulierte Biden zu seinem Wahlsieg am 10. November, vier Tage nachdem das Rennen für ihn entschieden war, aber die beiden Staatschefs haben noch kein Telefongespräch geführt. In einem Interview vor seiner Ernennung zum US-Präsidenten mit der New York Times, nannte Biden Erdoğan einen „Autokraten“ und sagte, dafür müsse er „einen Preis zahlen“. Als Antwort sagte Erdoğan, „wir pflegten eine Freundschaft, wir hatten gute Gespräche und tranken gemeinsam Tee. Wie können Sie einen solchen Ausdruck verwenden?“ Biden hat in den ersten anderthalb Monaten seiner Amtszeit bereits mit mehreren Staats- und Regierungschefs aus aller Welt gesprochen, unter anderem mit denen aus Kanada, Mexiko, Japan, Deutschland, China, Russland, Großbritannien und Frankreich. Donald Trump, Bidens Vorgänger, hatte innerhalb von 24 Stunden nach seiner Wahl 2016 ein Telefonat mit Erdoğan. Die Beziehungen zwischen den beiden NATO-Verbündeten sind wegen einer Vielzahl von Themen angespannt. Im Dezember sanktionierten die Vereinigten Staaten die Türkei für den Kauf russischer S-400-Verteidigungssysteme, während Ankara durch die US-Unterstützung für die kurdische YPG-Miliz in Syrien, die es als terroristische Organisation betrachtet, verärgert ist.

Erdogan möchte Beziehungen mit den USA stärken

Im vergangenen Februar äußerte der türkische Staatschef den Wunsch zur Verbesserung der Beziehungen.

Die gemeinsamen Interessen der Türkei und der Vereinigten Staaten überwiegen ihre Differenzen und Ankara will eine verbesserte Zusammenarbeit mit Washington, sagte Erdoğan in einem versöhnlichen Ton.

„Wir glauben, dass unsere gemeinsamen Interessen mit den Vereinigten Staaten unsere Meinungsunterschiede bei weitem überwiegen“, sagte Erdogan in einer Videokonferenz und fügte hinzu, dass Ankara die Zusammenarbeit durch „eine langfristige Perspektive auf einer Win-Win-Basis“ stärken wolle. „Die Türkei wird weiterhin ihren Teil in einer Weise tun, die der verbündeten und strategischen Partnerschaft zwischen den beiden Ländern würdig ist“, sagte er und fügte hinzu, dass die türkisch-amerikanischen Beziehungen in letzter Zeit „ernsthaft auf die Probe gestellt“ worden seien, berichtet Reuters. 

Auch interessant

– Ankara-Abkommen – Erdogan: Türkei und Frankreich gemeinsam gegen Terrorismus

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan möchte die angespannte Beziehung zu Frankreich auflockern und telefonierte zum 100. Jahrestag des Ankara-Abkommens mit seinem französischen Amtskollegen Emmanuel Macron.

Erdogan: Türkei und Frankreich gemeinsam gegen Terrorismus

Weltfrauentag
Erdogan: Gewalt gegen Frauen ist Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Ankara – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan verurteilte in einer Mitteilung zum Weltfrauentag Gewalt gegen Frauen aufs Schärfste und bezeichnete diese als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“. „Ich verurteile noch einmal aufs Schärfste alle Formen von physischer und psychischer Gewalt und Diskriminierung gegen Frauen, die ich als Verbrechen gegen die Menschlichkeit betrachte. Wir werden entschlossen und sensibel unseren Kampf fortsetzen, um ein Umfeld zu schaffen, in dem unsere Frauen nicht der Gewalt ausgesetzt sind“, so der türkische Staatschef. „Ich gratuliere allen unseren Frauen, die mit ihrer Liebe, ihren Bemühungen und ihrer Selbstaufopferung die Hoffnung der Menschheit sind, zum 8. März, dem Internationalen Frauentag“, sagte Erdogan weiter. In seiner Botschaft unterstrich Erdogan die große Bedeutung der Frauen in allen Bereichen von der Bildung bis zur Kunst, von der Wirtschaft bis zur Politik. Sie seien die tragenden Säulen der Familien- und Gesellschaftsstruktur. „Wir, als ganze Nation, werden Schulter an Schulter mit Frauen und Männern gehen, um unser Land auf ein fortschrittlicheres und entwickeltes Niveau zu bringen und unsere Ziele zu erreichen. Ich bin stolz auf alle unsere Frauen, die im Laufe der Geschichte in allen Lebensbereichen an vorderster Front standen und auch heute mit ihren Kämpfen und Erfolgen als Vorbild dienen. Zahlreiche Rechts- und Verwaltungsreformen sowie sehr fortschrittliche Vorschriften wurden eingeführt, um die Probleme zu lösen, mit denen unsere Frauen im häuslichen, geschäftlichen und gesellschaftlichen Leben konfrontiert sind, wobei Diskriminierung, Rechtsmissbrauch und Gewalt an erster Stelle stehen“, sagte der türkische Staatschef. Erdogan: „Aus diesem Anlass gratuliere ich noch einmal zum 8. März, dem Internationalen Frauentag, und übermittle meine Grüße und meinen Respekt an unsere Mütter, Ehefrauen, Töchter, Schwestern und alle Frauen in unserem Land und auf der ganzen Welt.“

Auch interessant

Türkei: Erdogans Demokratiepaket trägt Früchte – Erste Richterin mit Kopftuch

Zwei Jahre nach Inkrafttreten des Demokratiepakets der Erdogan-Regierung hat sich nun auch vor Gericht und bei Behörden das Recht auf Kopftuch durchgesetzt.

Türkei: Erdogans Demokratiepaket trägt Früchte – Erste Richterin mit Kopftuch

TV-Tipp
Warnung vor zunehmender Betrugsmasche auf ebay

Mehrere hundert Anzeigen im Monat gegen ebay-Betrüger*innen werden derzeit allein bei der Polizei Berlin registriert. Täter*innen bieten unter falschen Namen attraktive Waren über ebay-Kleinanzeigen zu einem günstigen Preis an. Kommt es zum Kauf, bestehen sie auf eine Überweisung des Geldes auf ein Konto mit einer echten IBAN-Nummer. Der Name des Kontoinhaber ist jedoch eine Erfindung oder es wird eine gestohlene Identität missbraucht. Das Geld wird schnell abgehoben und das Konto zeitnah gekündigt. Die Ware wird nicht versendet. Das Verbrauchermagazin „SUPER.MARKT“ berichtet von derartigen Betrugsfällen, bei denen die Opfer Geld auf Konten bei der Bank N26 überweisen. Die erklärte, sie hafte nicht, denn: „…Banken müssen (…) nicht überprüfen, ob das Konto dem genannten Überweisungsempfänger zusteht.“ Geprüft werde erst bei Beträgen ab 1000 Euro. Allein im vergangenen Jahr registrierte das Landeskriminalamt Berlin 6740 Fälle von sogenanntem Waren-Bestell-Betrug, bestätigte Hubert Schuster vom LKA Berlin gegenüber dem rbb Fernsehen. „Generell ist die Gefahr am höchsten bei Banken, die Video- oder Foto-Identifikation nutzen, das heißt, wo der Täter nicht noch … in die Filiale gehen muss, den Ausweis zeigen muss, gesehen wird. … Das betrifft eine Vielzahl von Geldinstituten.“ Ulrich Schulte am Hülse, Fachanwalt für Bankrecht, kritisiert, dass Betrüger*innen hier die mangelnde Sorgfalt der Banken gezielt ausnutzen können. „Heute macht sich keiner mehr die Finger schmutzig für einen Banküberfall, sondern man macht sich die Finger an der Tastatur schmutzig, um dort Kriminalität zu begehen.“ Der Fachanwalt für Bankrecht fordert, dass die Geldinstitute bei Überweisungen prüfen, ob die Namen des angeführten Kontoinhabers mit den hinterlegten tatsächlichen Namen des Kontoinhabers identisch seien, das würde Missbrauch verhindern. Die Verkaufsplattform ebay, die jährlich 43 Millionen Inserate ermöglicht, könne nach eigenen Angaben wenig gegen Fakeanbieter*innen ausrichten. So erklärt Pressesprecher Pierre Du Bois gegenüber dem rbb: „Häufig sind es nur wenige Minuten bis Stunden, in denen solche Anzeigen online sind. … Diese Zeitspanne reicht, um mehrere Interessenten zu erhaschen.“ Verbraucherschützer*innen raten deshalb: Vorsicht bei besonders günstigen Angeboten und vor Händler*innen und Interessent*innen mit Sitz im Ausland. Beim Bezahlen rät die Polizei, Zahlungsdienstleister mit Käuferschutz wie Paypal oder das Lastschriftverfahren zu nutzen. Nur bei diesen habe man eine Möglichkeit, das Geld zurückzuholen. Weitere Informationen dazu im rbb-Verbrauchermagazin „SUPER.MARKT“ am 08. März 2021, 20:15 Uhr rbb-Fernsehen.

Auch interessant

– Deutsch-osmanische Freundschaft – Vor 120 Jahren wurde der Deutsche Brunnen in Istanbul eingeweiht

Das bedeutendste Denkmal der viel beschworenen und noch mehr strapazierten deutsch-osmanischen Freundschaft befindet sich bis heute gut sichtbar in Istanbul – auf dem repräsentativen Platz zwischen der Hagia Sophia und der Moschee Sultan Ahmeds.

Vor 120 Jahren wurde der Deutsche Brunnen in Istanbul eingeweiht

Uni Bochum
Studie: Betroffene von Polizeigewalt erstatten nur selten Anzeige

Bochum – Nur neun Prozent der Betroffenen bringen einer Befragung zufolge die Tat zur Anzeige, so die Wissenschaftlerin und Juristin Laila Abdul-Rahman gegenüber Deutschlandfunk Nova. Geringe Erfolgsaussichten, eine komplizierte Beweislage und das häufige Fehlen von Zeugen, seien Gründe dafür, dass nur wenige diesen Schritt gehen. Andere gaben laut Abdul-Rahman an, dass sie aus Angst auf eine Anzeige verzichtet hätten. Sie wollten sich nicht an die Institution wenden, mit der sie gewaltsame Erfahrungen gemacht hätten, berichtet Dlf Nova weiter. Bei dem Forschungsprojekt handele es sich zwar nicht um eine Racial-Profiling-Studie, einen Zusammenhang zwischen Diskriminierung und Polizeigewalt könne sie aber dennoch bestätigen, so Abdul-Rahman. Ohne dass sie den Polizeibeamten unbedingt bewusst sein müssten, wirkten bestimmte Mechanismen und Stereotypen ins Einsatzhandeln hinein. Wie Dlf Nova weiter berichtet, wollen die Forschenden mit der Studie „Körperverletzung im Amt durch Polizeibeamt*innen“ belastbare Daten zu Viktimisierungsrisiken, Aufarbeitung, Dunkelfeld und Anzeigeverhalten in diesem Bereich hervorbringen. Dazu sei eine quantitative Befragung, wer in welchen Zusammenhängen Polizeigewalt erlebt hat, durchgeführt worden. Vertreter von Polizei und Opferberatungsstellen seien ebenso interviewt worden. Die Polizeigewerkschaft kritisierte die Studie „Körperverletzung im Amt durch Polizeibeamt*innen“ als „nicht repräsentativ“. Sabrina Kunz, Landesvorsitzende Gewerkschaft der Polizei (GdP) Rheinland-Pfalz: „Von Anfang an konnte der Eindruck gewonnen werden, dass bei dieser Thematik allein die Schlagzeile zählt! Selbst Prof. Dr. Singelnstein bewertet seine Studie als nicht repräsentativ. Zudem seien die Befunde „nicht ohne Weiteres verallgemeinerungsfähig“ und es handele sich um „Verdachtsfälle“ und „subjektive Einschätzungen Betroffener“. Dennoch versucht er weiterhin in der Medienlandschaft mit seinen Thesen stattzufinden. Daher freuen wir uns, dass nunmehr erste Wissenschaftler:innen die Thesen in Aufsätzen kommentieren, widerlegen und die fragwürdige Methodik analysieren. Der GdP als Vertretung der Beschäftigten wurde für ihre Kritik im letzten Jahr eine Abwehr- und Reflexhaltung unterstellt. Fest steht: wir brauchen mehr, auch eigene, Forschung, um solchen voreingenommenen Forschungsarbeiten empirisch belegbar den Nährboden zu entziehen.“

Menschenrechtsverletzungen in China
Türkei: IYI Parti will Chinas Verbrechen gegen Uiguren als Völkermord einstufen

Ankara – Nach den USA, Kanada und den Niederlanden, will auch die türkische oppositionelle IYI Partei die von China begangenen Gräueltaten an der uigurischen Bevölkerung als Völkermord einstufen, sagte die Vorsitzende Meral Akşener am Sonntag. Hierzu werde die IYI Partei dem Parlament eine Resolution vorlegen. „Ich fordere meine stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden auf, einen Termin beim Parlamentspräsidenten [Mustafa Şentop] zu bekommen und das türkische Parlament aufzufordern, die Gräueltaten an den Uiguren als Völkermord anzuerkennen“, zitiert die englischsprachige Daily Sabah die Partei-Chefin. Wie die IYI Partei bekannt gab, sei der Antrag nun am Mittwoch eingereicht worden. In diesem sei das Parlament aufgefordert worden, einen gemeinsamen Beschluss bezüglich „Chinas Völkermord“ zu fassen und diesen der internationalen Gemeinschaft mitzuteilen. „Es ist inakzeptabel, dass unser Parlament schweigt, wenn ein Land nach dem anderen offiziell auf die Leiden unserer Verwandten und Mitmuslime in Ostturkestan reagiert. Wir haben eine Verantwortung gegenüber unserem Volk, der Geschichte und den Türken und Muslimen in Ostturkestan“, heißt es in dem Antrag.
(Screenshot/Twitter)
Auch Australien will prüfen, ob die Menschenrechtsverletzungen in der nordwestchinesischen autonomen Region Xinjiang der Uiguren (XUAR) als Völkermord bezeichnet werden sollen. Der unabhängige südaustralische Senator Rex Patrick habe hierzu einen Antrag zur Prüfung eingereicht, so ein Bericht des Guardian Australia. Der Antrag fordere China außerdem auf, „Folter und Misshandlungen in Haftanstalten sofort zu beenden; sein System von Masseninternierungslagern, Hausarrest und Zwangsarbeit abzuschaffen; alle Zwangsmaßnahmen zur Bevölkerungskontrolle einzustellen; und die Verfolgung der Uiguren und anderer religiöser und ethnischer Minderheiten in Xinjiang und anderswo in China zu beenden.“ Im Februar hatten auch belgische Parlamentsabgeordnete eine Resolution eingereicht, in der sie ihre Regierung auffordern, die Missstände in der nordwestchinesischen autonomen Region Xinjiang als Völkermord zu bezeichnen. „Wir können nicht weiterhin ‚business as usual‘ mit China machen, während sich die Beweise häufen, die die schrecklichsten staatlich verübten Menschenrechtsverletzungen gegen Uiguren und andere Gruppen in der Region Xinjiang dokumentieren“, so der Parlamentsabgeordnete Samuel Cogolati gegenüber Radio Free Asia. Cogolati ist auch Co-Vorsitzender der Inter-Parliamentary Alliance on China (IPAC). Die Inter-Parliamentary Alliance on China (IPAC) ist eine internationale, parteiübergreifende Allianz von Parlamentariern aus demokratischen Ländern, die sich auf die Beziehungen zur Volksrepublik China (VRC) und insbesondere zur Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) konzentriert. Sie wurde am 4. Juni 2020, dem Jahrestag der Proteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989, gegründet. Chinas Verfolgung der uigurischen Minderheit in Xinjiang ist in den letzten Jahren eskaliert und kommt nach Ansicht von Experten einem kulturellen Völkermord gleich. Man geht davon aus, dass mehr als eine Million Menschen in Internierungslagern festgehalten werden, und es gibt immer mehr Beweise für Umerziehungsprogramme, Einschränkungen religiöser und kultureller Überzeugungen, Zwangsarbeitsprogramme, Massenüberwachung und Zwangssterilisation von Frauen. Auch Zwangsarbeit gehört zu den Vorwürfen. Trotzdem lassen Konzerne dort produzieren.

Zum Thema

– Menschenrechte – Zwangsarbeit: Großbritannien will China-Importe aus Uiguren-Lagern verbieten

Großbritannien will den Import von Waren verbieten, die im Verdacht stehen, in der chinesischen Provinz Xinjiang durch Zwangsarbeit hergestellt worden zu sein.

Zwangsarbeit: Großbritannien will China-Importe aus Uiguren-Lagern verbieten