Euro-atlantische Sicherheit
Erdogan dankt NATO-Chef Jens Stoltenberg

Ankara – Während einige EU-Politiker, wie SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich oder CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt, die NATO-Mitgliedschaft der Türkei immer wieder infrage stellen, hat der Chef des Verteidigungsbündnisses, Jens Stoltenberg, erneut die besondere Bedeutung des Landes betont. Die europäischen Grenzen werden von Nicht-EU-Ländern verteidigt, den USA, Kanada und Großbritannien im Norden und der Türkei im Süden, so der NATO-Generalsekretär gegenüber der Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP) nach einer Gastrede im Europakolleg in Belgien. Das Nicht-EU-Mitglied Türkei liegt an den Grenzen zu Syrien und dem Irak, so Stoltenberg, und fügte hinzu, dass die Türkei im Kampf gegen den IS und den internationalen Terrorismus „extrem wichtig“ sei, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu. „Die EU kann Europa nicht verteidigen“. sagte der NATO-Chef. Erdogan dankt Stoltenberg Der türkische Präsident dankte am Samstag dem NATO-Chef für „seine objektiven Einschätzungen zu euro-atlantischen Sicherheits- und Verteidigungsfragen“. „Die Türkei wird als NATO-Verbündeter weiterhin alle ihre Aufgaben erfüllen und dem globalen Frieden und der Sicherheit dienen“, schrieb der türkische Staatschef auf Twitter.

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NATO Generalsekretär Jens Stoltenberg wies darauf hin, dass die Türkei bei der Sicherheit Europas eine Schlüsselrolle innehabe.

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Deutsch-osmanische Freundschaft
Vor 120 Jahren wurde der Deutsche Brunnen in Istanbul eingeweiht

Ein Gastbeitrag von Thomas Weiberg – Historiker Das bedeutendste Denkmal der viel beschworenen und noch mehr strapazierten deutsch-osmanischen Freundschaft befindet sich bis heute gut sichtbar in Istanbul – auf dem repräsentativen Platz zwischen der Hagia Sophia und der Moschee Sultan Ahmeds (1590-1617). Es ist der Brunnen, den Wilhelm II. anlässlich seines Besuches 1898 stiftete. Offenbar hatte der Monarch schon im Oktober 1898 während seines durch die Herzlichkeit Abdül Hamids II. sowie den Enthusiasmus der Bevölkerung geprägten zweiten Aufenthaltes in Konstantinopel beschlossen, aufgrund dieser freundlichen Atmosphäre dem Sultan, der Stadt sowie der Bevölkerung ein Geschenk von bleibendem Wert zu machen. Oberhofmeister Freiherr von Mirbach wusste in erhebenden Worten darüber zu berichten:
»… so beschloss Seine Majestät, sich einer allgemeinen Not der Armen, die in diesem trockenen, heißen Jahre besonders hervorgetreten war, des Mangels an gutem Trinkwasser, anzunehmen und in der Stadt einen öffentlichen, immerfließenden Brunnen in romanisch-byzantinischem Stile errichten zu lassen. Am 22. Oktober früh zeichnete der Kaiser selbst auf der Dampferfahrt nach Therapia den Entwurf, ließ ihn von Professor Knackfuß etwas ausführen und überreichte die Skizze vor seiner Abfahrt dem Sultan.«
Die Planungen für die Errichtung des Brunnens begannen im März 1899. Der Kirchenbaumeister Max Spitta (1842-1902) wurde mit der Ausführung des endgültigen Entwurfes beauftragt. Die dekorativen Mosaiken entwarf der Oldenburger Maler August Oetken (1868-1951), deren Fertigung lag in den Händen der Berliner Firma Puhl & Wagner, die auch an der künstlerischen Ausgestaltung der im Bau befindlichen Jerusalemer Erlöserkirche beteiligt war. Die osmanischen Inschriften für das Kuppelmosaik verfasste der Dichter Ahmed Muhtar Efendi (1848-1910) und betonte in ihnen die Bedeutung des Wassers und dessen Hervorhebung im Koran; während Mehmed İzzet Efendi (1841-1903) – einer der bedeutenden Lehrer für Kalligraphie in Konstantinopel, damals am Galatasaray Lisesi tätig – die kunstvolle Kalligraphie ausführte. In der Kuppel sind auf Goldgrund neben diesen Versen viermal das Monogramm Kaiser Wilhelms II. sowie viermal die Tuğra Sultan Abdül Hamids II. als unmittelbare Hinweise auf den Stifter und den Herrscher über das Osmanische Reich in Mosaik ausgeführt. In Berlin legte Kaiser Wilhelm II. die Einzelheiten des Baues fest, bestimmte die Inschrift der bronzenen Weihetafel und die weiteren Einzelheiten der Ausschmückung, während der Sultan indes über den Bauplatz entscheiden sollte. Abdül Hamid II. favorisierte offenbar zunächst einen Platz im damals eher entlegenen, bis heute aber sehr europäisch geprägten Nişantaşı mit eleganten Wohnquartieren im Jugendstil, die einen Vergleich mit Brüssel oder Wien nicht zu scheuen brauchen. Die Wahl fiel jedoch schließlich nach Einwänden sowohl des deutschen Botschafters als auch des Großwesirs auf den zentralen Platz zwischen der Hagia Sophia und der Sultan Ahmed-Moschee in der Altstadt. Die zum Bau benötigten Materialien, hauptsächlich weißer Marmor für das Brunnenhaus und dunkelgrüner Granit für die acht Säulen, wurden allesamt aus Deutschland per Schiff nach Konstantinopel transportiert. Außenminister Tewfik Pascha wurde bei einem Besuch in Berlin im Januar 1900 durch den Kaiser selbst über den Stand der Planungen unterrichtet und berichtete darüber ausführlich an den Hof des Großherrn. Am 31. August 1900, dem offiziell zum 25. Jahrestag der Thronbesteigung Abdül Hamids II. erklärten Datum, sollte der Brunnen dem Sultan zur Freude und vor allem der ärmeren Bevölkerung zum Nutzen eingeweiht werden. Der vorgesehene Termin konnte jedoch nicht eingehalten werden, und so wurde schließlich der 27. Januar 1901, der 42. Geburtstag des deutschen Kaisers, als Tag der festlichen Einweihung festgelegt. Am 11. Januar ging der Brunnen der Vollendung entgegen, die Stadtverwaltung wurde darüber informiert, dass »der Kanaldeckel, welcher für die Öffnung [bestimmt ist], die zu dem Wasserfluss des Brunnens führen würde, noch nicht aus Berlin eingetroffen sei…«.
Die Einweihung des von Kaiser Wilhelm II. entworfenen Brunnens in Constantinopel / Istanbul am 27. Januar 1901 (Geburtstag des Kaisers). Der deutsche Botschafter Freiherr Marschall von Bieberstein steht etwas links von der Mitte und ist an dem Ordenband über der Brust gut zu erkennen. Neben ihm steht rechts Tewfik Pascha, einer der bedeutenden osmanischen Politiker dieser Zeit. (Foto: Screenshot/Thomas Weiberg)
Wilhelm II. entsandte eine fünfköpfige Delegation zur Teilnahme an der Feier, die in verschiedenen Photographien festgehalten wurde. Von osmanischer Seite waren neben dem Außenminister, der osmanische Botschafter am Berliner Hof Tewfik Pascha, der Innenminister, der Minister für die religiösen Stiftungen, der greise Stadtpräfekt Konstantinopels und zahlreiche Militärs erschienen. Sultan Abdül Hamid II. übersandte dem deutschen Kaiser aus Anlass der Brunnenweihe ein ganz besonders sinniges Geschenk: Das erste Wasser, dass aus einem der Hähne floss, ließ der Padischah in eine reichdekorierte silberne Kanne mit entsprechender Widmungsinschrift füllen, ihren Deckel versiegeln und sie dann nach Berlin senden. Eine ebensolche Kanne mit diesem Wasser behielt der Sultan selbst; sie wird heute in der Schatzkammer des Topkapı-Palastes aufbewahrt. Der damals in Jerusalem tätige und mit dem Sultan persönlich bekannte Pastor Ludwig Schneller (1858-1953) schrieb 1912 in sehr pathetischen Worten über das »prächtige« Monument eines christlichen Kaisers in der Stadt des Kalifen: »Die Errichtung eines Brunnens, aus welchem das segenspendende Wasser allem Volke zum Heile hervorströmt, gilt ja seit alter Zeit dem Morgenländer als Vorrecht weiser Herrscher, die als Volkswohltäter und Friedensfürsten im Andenken der dankbaren Nachwelt fortleben sollen.« Schneller hatte betreffs der großen Bedeutung solcher Wasserspender recht, und womöglich war auch Kaiser Wilhelm II. die Bedeutung des arabisch-türkischen Wortes ›Sebil‹, das einen solchen Brunnen bezeichnet, bekannt – es heißt ›der Weg‹ und meint den Weg in das Paradies, der sich für den Stifter eines Brunnens deshalb öffnen soll. Abgesehen von diesen religiösen Aspekten symbolisiert der noch immer funktionierende, inzwischen mehrfach sorgsam restaurierte und liebevoll gepflegte Brunnen Wilhelms II. in Istanbul nicht nur die persönliche Verbundenheit zweier Monarchen an der Schwelle des zwanzigsten Jahrhunderts, sondern er ist auch heute noch, einhundertzwanzig Jahre nach seiner Einweihung, ein Zeichen der intensiven Verbindung zwischen beiden Staaten und Völkern, die nach dem Willen beider damaligen Herrscher weit in die Zukunft wirken sollte.

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Corona-Pandemie
Sozialverbände: Ein kostenloser Corona-Schnelltest pro Person und Woche ist nicht genug

Osnabrück – Der Sozialverband VdK Deutschland warnt vor einer vertieften sozialen Spaltung der Gesellschaft und fordert mehr kostenlose Corona-Schnelltests. VdK-Präsidentin Verena Bentele sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ): „Ein kostenfreier Test pro Person und Woche ist nicht genug, besonders wenn der Besuch von Veranstaltungen von einem negativen Testergebnis abhängig gemacht wird.“ Bentele verwies auf die ohnehin schon schwierige Lage von Grundsicherungsempfängern und kritisierte: „Zu den Kosten für Masken oder Desinfektionsmittel kommen jetzt noch die Kosten für die Tests obendrauf. Das spaltet die Gesellschaft weiter: in die, die sich jeden Tag einen Test leisten können, und die, die sich zukünftig fragen müssen, ob sie die Großeltern besuchen oder mit den Kindern in den Zoo gehen.“ Gesellschaftliche Teilhabe dürfe nicht vom Geldbeutel abhängen. Die VdK-Präsidentin forderte, dass der Bund während der Corona-Pandemie den monatlichen Grundsicherungsbetrag um 100 Euro aufstockt. Hintergrund: Bisher ist nur vorgesehen, zusätzliche Kosten über einen einmaligen Corona-Zuschlag von 150 Euro abzudecken. Auch Werner Hesse, Geschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, forderte Zusatzzahlungen von monatlich 100 Euro für die Zeit der Pandemie. Er sagte der NOZ, Menschen in der Grundsicherung seien sowieso verstärkt ausgegrenzt. „Wenn sie sich nicht regelmäßig testen lassen können oder sich FFP2-Masken nicht leisten können, werden wohl viele noch stärker daheim bleiben müssen und können noch weniger am sozialen Leben teilnehmen, als es jetzt schon der Fall ist.“ Die Corona-Spaltung in der Gesellschaft werde sich sicherlich noch weiter vertiefen, betonte Hesse. Er sprach sich zudem dafür aus, die Regelsätze in der Grundsicherung „zügig auf mindestens 600 Euro zu erhöhen“.

Weltfrauentag
Auswärtiges Amt: Deutsche Botschaften zumeist noch unter männlicher Leitung

Osnabrück – Noch immer wird nur jede fünfte deutsche Botschaft im Ausland von einer Frau geführt. Das geht aus einer Antwort des Auswärtigen Amtes auf eine Anfrage der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ anlässlich des Internationalen Weltfrauentages am 8. März hervor. „20 Prozent unserer Auslandsvertretungen werden von Frauen geleitet, darunter so wichtige Botschaften wie Washington, Tel Aviv und Tokyo oder auch Havanna, Nairobi und Kiew. Nach dem nächsten Versetzungstermin in diesem Sommer sollen es 25 Prozent sein“, heißt es in der Rückmeldung aus dem Hause von Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD). Der Anteil von Frauen in Führungspositionen im höheren Auswärtigen Dienst steigt der Auskunft zufolge kontinuierlich an und liege aktuell bei 24,5 Prozent; der Frauenanteil im Auswärtigen Dienst insgesamt liegt demnach bei rund 50 Prozent. Gegenüber der „NOZ“ erklärte das Auswärtige Amt weiter: „Bei den Einstellungen haben wir in den letzten zehn Jahren annähernd Geschlechterparität erreichen können. Wir haben eine Staatssekretärin, erstmals eine Chefinspekteurin und eine Sprecherin. Auch bei den Abteilungsleiterinnen und -leitern sowie deren Stellvertreterinnen und -vertretern im Inland ist der Frauenanteil innerhalb der letzten drei Jahre von 27 Prozent auf 43 Prozent gestiegen.“ „Um eine flächendeckende Parität über alle Laufbahnen zu erreichen, ergreifen wir weitere Maßnahmen für eine bessere Vereinbarkeit dieses besonders herausfordernden Berufs – der eine regelmäßige Auslandsrotation einschließt – und Privatem“, so die Auskunft aus dem Auswärtigen Amt. Dazu zähle der Ausbau flexibler Arbeitszeitmodelle und bessere Möglichkeiten der Arbeit im Homeoffice. Die Botschaft im slowenischen Ljubljana und das Generalkonsulat im kanadischen Montreal würden inzwischen von „Amtsehepaaren“ in Job-Sharing geleitet.

Beratungsstellen
Häusliche Gewalt: Was Betroffene und Zeugen tun können

Es sind erschreckende Fakten: Etwa jede vierte Frau wird mindestens einmal in ihrem Leben durch ihren aktuellen oder früheren Partner genötigt, bedroht, vergewaltigt oder gestalkt – und das über alle Gesellschaftsschichten hinweg. Durchschnittlich jeden dritten Tag tötet ein Mann seine Partnerin oder Ex-Partnerin. Wie Betroffene und Zeugen häuslicher Gewalt reagieren sollten, erklärt das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“. Wer Gewalt im Umfeld vermutet, sollte tätig werden Ob Lockdown und Ausgangsbeschränkungen während der Corona-Pandemie zu mehr Gewalttaten im häuslichen Umfeld geführt haben, lässt sich bisher zwar nicht verlässlich mit Zahlen belegen. Aus Sicht des Vereins Weißer Ring, der Opfern von Kriminalität und Gewalt hilft, ist das aber noch kein Anlass zur Entwarnung: Opfer würden sich oft erst spät melden und Gewalttaten sich deshalb nicht sofort in den Zahlen niederschlagen. Wer in seinem Umfeld Gewalt vermutet, sollte tätig werden. „Sprechen Sie die Person darauf an, ob und welche Hilfe sie braucht“, empfiehlt Zara Jakob Pfeiffer von der Gleichstellungsstelle für Frauen der Stadt München, aber: „Seien Sie nicht beleidigt, wenn sie zunächst ablehnt“. Gründe für die Ablehnung können Scham, das Gefühl der Mitschuld oder Angst vor einer Trennung sein. Später könne das Angebot eine wichtige Hilfe bedeuten. Zuhören und freundliche Worte helfen den Betroffenen oft mehr, als den mutmaßlichen Täter selbst zur Rede zu stellen“, so Pfeiffer. Aber: Wird man Zeuge eindeutiger Gewalt, sollte man umgehend die Polizei, bei Bedarf auch den Rettungsdienst rufen. Wichtige Anlauf- und Beratungsstellen für Betroffene Für Opfer, aber auch für Täter gibt es eine Reihe von Anlaufstellen, die Beratung und Hilfe bieten. So steht das kostenlose Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter der Nummer 08000 – 116016 rund um die Uhr bereit (www.hilfetelefon.de – in 17 Sprachen, auch anonym). Den Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe „Frauen gegen Gewalt e.V.“ erreichen Betroffene unter www.frauen-gegen-gewalt.de, das Hilfeportal Sexueller Missbrauch unter www.hilfeportal-missbrauch.de, ebenfalls kostenfrei und anonym. Täter und potenzielle Täter bekommen unter www.bundesforum-maenner.de ein „Survival-Kit für Männer unter Druck“, und die Beratung www.man-o-mann.de kümmert sich um Männer, die Gewalt ausüben und sich helfen lassen wollen oder selbst familiäre Gewalt erleiden. Weitere Hinweise zum richtigen Verhalten bei häuslicher Gewalt sowie Infos zu Beratungsstellen für Betroffene finden Sie in der aktuellen Ausgabe der „Apotheken Umschau“.

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Internationale Studien gehen davon aus, dass beide Geschlechter in partnerschaftlichen Auseinandersetzungen 50 Prozent der Taten ausüben.

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Glücksspiel
Wo stand das erste Casino der Welt?

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Spielen liegt Menschen anscheinend im Blut. Schach, Bingo oder Kartenspiele – als soziales Event und um den Kopf freizubekommen ideal. Glücksspiel, also das Spielen um Geld oder Sachpreise, wird dagegen nicht selten belächelt. Einige Menschen sehen das Ganze sogar kritisch. Es wird recht schnell die Keule Spielsucht ausgepackt. Dabei sind einige der Casino Games die ältesten bekannten Spiele. Klar, mit Fußball kann Roulette vielleicht nicht mithalten. Während Vorläufer des Fußballs aus der Azteken-Periode in Lateinamerika bekannt sind, wird das Tischspiel erst seit einigen Jahrhunderten gespielt. Noch einmal jünger sind Slots. Inzwischen sind online in vielen Casinos sogar 50 Freispiele ohne Einzahlung verfügbar. Im ersten Casino hat ganz sicher niemand für möglich gehalten, dass einmal übers Internet gespielt werden kann. Das älteste Casino steht in Venedig Heute denkt jeder beim Wort “Casino” sofort an eine Stadt: Las Vegas. Die US-amerikanische Zockermetropole gilt gemeinhin als Blaupause für weitere Städte in den USA und Asien, in denen das Spiel mit Fortuna am Roulette- oder Blackjack-Tisch floriert. Seine Wurzeln hat das Glücksspiel allerdings nicht in den USA. Im Gegenteil: Selbst Las Vegas hat keine so lange Tradition wie das älteste Casino der Welt. Um herauszufinden, wo die erste Spielbank der Welt liegt, müssen Spieler aus Deutschland eigentlich gar nicht weit weg. Viele Touristen kommen vielleicht auch eher unfreiwillig daran vorbei, wenn sie eine Reise nach Italien machen. Genauer gesagt geht es um Venedig und das Palazzo Dandolo. Hier entstand im 17. Jahrhundert das erste heute bekannte Casino. Der Begriff kommt übrigens direkt aus Venedig und meinte in seiner ursprünglichen Bedeutung nicht ein Zockerparadies, sondern Ankleidezimmer der Mitglieder des venezianischen Rates. Aufgrund der Geselligkeit in den Räumen lösten sich die Casinos von der ursprünglichen Begriffsdefinition. Welche Entwicklung trat das Palazzo Dandolo los? Von Venedig in die ganze Welt Im Palazzo Dandolo entstand 1638 das erste Spielcasino. Als Vorreiter bekam es allerdings relativ schnell Konkurrenz. Bereits nach wenigen Jahren entstanden Dutzende Casinos. Die meisten der Spielhäuser wurden von den Adelsfamilien privat betrieben, in deren Palazzo die einzelnen Spielbanken ihr Zuhause hatten. Eine moderne Kontrolle fand im 17. Jahrhundert natürlich nicht statt. Historiker gehen davon aus, dass um die Mitte des Jahrhunderts um 100 Spielbanken in Venedig Gäste empfingen. Neben diesen offiziell betriebenen Einrichtungen begann auch illegales Glücksspiel zu florieren. Eine Tatsache, die dem einen oder anderen Glücksspiel Fan sicher ein Schmunzeln abringt. Dass Fortuna für die Stadt immer wichtiger wurde, zeigt sich an der Schließung von Spielbanken. Danach war ein deutlicher Wirtschaftsabschwung zu spüren. Die Tradition, Fortuna herauszufordern, ist Venedig in den letzten Jahren nicht losgeworden. Es wird im Palazzo Vendramin-Calergi immer noch gespielt. Glücksspiel ist allerdings deutlich älter als die venezianischen Palazzo. Quellen gehen davon aus, dass schon im Spätmittelalter in Europa gespielt wurde. Unter anderem wird dies für Flandern – aber auch Deutschland vermutet. Hier soll im 14. Jahrhundert ein sogenanntes Spielhaus (allerdings nicht für den permanenten Betrieb) existiert haben. Mit der heute verbreiteten Vorstellung von Spielbanken haben die damaligen Spielhäuser nichts zu tun. Einen Aufschwung erlebten Casinos ab dem 18. Jahrhundert. Residenzen und Kurhäuser – Der Casino Boom in Europa Casinos haben eine lange Tradition. Dies gilt nicht nur für die Spielbanken in Italien und im Speziellen natürlich Venedig. In Europa entstand mit den Residenzstädten des Barock und den Kurhäusern im 18. Jahrhundert eine breite Zielgruppe, welche für die Entwicklung der Casinos von so entscheidender Bedeutung sein sollte. Residenzstädte und Badeorte hatten (und haben) eine Gemeinsamkeit: Ein internationales Publikum. Mit deren zunehmender Beliebtheit war natürlich eine große Zahl an Besuchern verbunden. Diese wollten unterhalten werden, sorgen für eine wachsende „Kaufkraft“ und brachten auch neue Ideen mit. Am Ende entstanden nicht nur Spielbanken und viele Gäste hatten in ihren Heimatländern verschiedene Casinospiele kennengelernt. Wie sich Casino Games verändern, zeigt Roulette. Viele Casino Fans kennen die französische oder europäische Variante mit der einfachen Zero und deren En Prison-Regel. Unterschätzt wird, dass diese Form eigentlich das moderne Roulette ist. Was heute in Spielbanken als American Roulette angeboten wird, ist der eigentlich ursprüngliche Spielstil. Übrigens: Roulette ist zwar einer der Casino Klassiker. Allerdings hat es sich nicht in Frankreich entwickelt. Als Ursprungsland wird heute Italien angesehen. Von hier aus kam das Spiel etwa im 18. Jahrhundert nach Frankreich und schwappte auch in die USA. Zu den berühmten Casinos in Deutschland gehören unter anderem die Spielbanken in Bad Ems und Baden-Baden. Beide entstanden bereits in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Sowohl Baden-Baden als auch Bad Ems sind historische Kur- und Badeorte. Rund um die Spielbanken wird sich die eine oder andere Anekdote erzählt. So steht die Spielbank Baden-Baden beispielsweise in enger Verbindung mit Fjodor Dostojewski. Der russische Schriftsteller war selbst im Kurort zu Gast und hat das Treiben in der Spielhalle nicht nur live erlebt, sondern selbst auch gespielt. Die ältesten Casinos in den USA Geht es um das älteste Casino in den Vereinigten Staaten, steht sehr schnell Las Vegas im Mittelpunkt. Im Wilden Westen waren Spielhäuser nicht mit dem heutigen Bild der Casinos vergleichbar. In Las Vegas, der Zockermetropole der USA, wurde über Jahrzehnte nicht legal gespielt. Erst durch die Legalisierung des Glücksspiels in Nevada Anfang der 1930er Jahre wurden auch Casinos in der Stadt salonfähig. Klar, dass deren Größe nicht mit den Dimensionen heutiger Spielbanken vergleichbar ist. Für damalige Verhältnisse waren die Casinos keine billigen Absteigen. Eine der ältesten Adressen in der Stadt Las Vegas ist auch heute noch The Golden Gate. 1931 zu einem Casino gemacht, war es vor der Legalisierung des Glücksspiels ein Hotel. Die Entwicklung in den USA wurde stark von den Verboten auf Ebene der Bundesstaaten und den Indianern geprägt. Letztere genießen immer noch Sonderrechte. Glücksspiel ist in Reservaten lange eine der wenigen lukrativen Einnahmequellen gewesen. Daher leitet sich für einige Spielbanken in den USA auch der Begriff “Indianercasino“ her. Mit der Tradition, die europäische Casinos haben, sind diese zwar nicht vergleichbar. Für eine exzellente Ausstattung und das Spielangebot kommt es darauf aber auch ganz sicher nicht an.

Logistik
Pakistan-Türkei Eisenbahnstrecke nimmt nach 9 Jahren Pause Betrieb wieder auf

Islamabad – Wie ein Berater des pakistanischen Premierministers am Dienstag mitteilte, wird der transnationale Güterzug, der das südasiatische Land über den benachbarten Iran mit der Türkei verbindet, nach neun Jahren Pause ab dieser Woche wieder in Betrieb genommen. Mit dem Ziel, die Handels- und Kommunikationsverbindungen zwischen den drei Ländern zu stärken, hatte der Zug seinen ersten Testlauf im Jahr 2009. Logistische Herausforderungen, ausstehende Infrastrukturentwicklungen und Sicherheitsbedenken führten jedoch Ende 2011 zur Einstellung des Dienstes. Der „Istanbul-Teheran-Islamabad-Zug“ werde die Strecke zwischen Istanbul und Islamabad in 12 Tagen absolvieren und 750 Tonnen Handelsgüter transportieren können, so Abdul Razak Dawood, ein Berater des pakistanischen Premierministers Imran Khan für Handel und Investitionen, in einer Mitteilung auf Twitter. „Dies ist ein Zeugnis der Freundschaft zwischen den drei Ländern … und wird den Warenverkehr zwischen Pakistan, Iran und der Türkei erheblich erleichtern“, schrieb Dawood auf Twitter. Händler und Experten begrüßten die Ankündigung und sagten, die 6.500 Kilometer lange Eisenbahnlinie werde Geld sparen, den Transport von Gütern und Containern beschleunigen und die Reisezeit erheblich verkürzen. Über den Seeweg dauert es bis zu 45 Tage, bis die Waren aus Europa Pakistan erreichen. Die Strecke führt durch die südwestliche pakistanische Grenzprovinz Belutschistan. In der von Gewalt geprägten pakistanischen Region verübten Belutschen-Separatisten regelmäßig Angriffe auf pakistanische Regierungstruppen und -einrichtungen. Militante, die mit der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ verbunden sind, operieren ebenfalls in der Provinz und haben sich für einige der jüngsten tödlichen Angriffe verantwortlich gezeigt. Laut offiziellen Angaben haben Militäroperationen in der Region jedoch dazu beigetragen, die Situation zu stabilisieren. Sie verweisen auch auf den Bau eines neuen Grenzzauns an Pakistans mehr als 900 Kilometer langer Grenze zum Iran, die es Militanten bisher ermöglichte, sich in beide Richtungen frei zu bewegen.
(Screenshot/Twitter)

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– Baku-Tbilisi-Kars – Türkischer Verkehrsminister: China-Exportzug zeigt Macht der Türkei in der Logistik

Der erste türkische Exportzug erreichte über die neue Baku-Tbilisi-Kars (BTK)-Eisenbahnstrecke am Freitag sein Ziel in Xi’An, China.

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Forsa-Chef: „Wähler der AfD in der Mehrzahl Rechtsradikale“

Osnabrück – Die Einstufung als rechtextremistischer Verdachtsfall wird für die AfD nach Einschätzung von Forsa-Chef Manfred Güllner keine großen Stimmeneinbußen zur Folge haben. Güllner sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ): „Ich glaube nicht, dass die Entscheidung des Verfassungsschutzes die Zahl der AfD-Wähler signifikant dezimieren wird.“ Güllner: „Wähler der AfD in der Mehrzahl Rechtsradikale, die bleiben bei der Stange“ Güllner erläuterte, der Kern der AfD-Wähler bestehe aus hartgesottenen Rechtsradikalen. „Das sind diejenigen, die früher NPD oder DVU gewählt haben. Die zweite große Wählergruppe kommt aus dem Bereich der Nichtwähler. Sie haben lange nicht gewählt, weil sie das ganze politische System ablehnen.“ Diese großen Gruppen würden treu bei der Stange bleiben und sich nicht von der Entscheidung des Verfassungsschutzes beeindrucken lassen. Andere Wähler seien bereits abgewandert, sodass das Potenzial der AfD unterm Strich stabil sei. Der Forsa-Chef glaubt auch nicht an einen Kurswechsel der AfD, wie Parteichef Jörg Meuthen ihn anstrebt. Güllner betonte: „Eine solche Kursänderung würde die AfD des Kerns ihrer Wähler berauben und deutlich dezimieren. Nicht nur die Partei ist rechtsradikal und völkisch, auch die meisten ihrer Wähler sind es. Immer nur von Protestwählern zu sprechen trifft die Sache nicht. Das sind in der Mehrzahl Rechtsradikale, in der Wolle gefärbt.“ Wenn Wähler von der AfD abwandern, dann aktuell wohl am ehesten in Richtung der FDP, da gebe es eine sichtbare Bewegung, so Güllner weiter. Er betonte, es gebe teilweise übereinstimmende Einschätzungen zum Beispiel in der Kritik an der Corona-Politik.

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– Jerusalem des Kaukasus – Das Judentum in Aserbaidschan: „Sie fragten mich nach der AfD“

In diesem Beitrag lenke ich den Fokus auf die Geschichte und gegenwärtige Situation der bergjüdischen Gemeinde Aserbaidschans. Um diesen Beitrag verfassen zu können, benötigte ich eindeutige Informationen, also bin ich von Baku nach Guba (aserb. Quba) zur „Roten Siedlung“ der Bergjuden gereist.

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Ankara-Abkommen
Erdogan: Türkei und Frankreich gemeinsam gegen Terrorismus

Ankara – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan möchte die angespannte Beziehung zu Frankreich auflockern und telefonierte zum 100. Jahrestag des Ankara-Abkommens mit seinem französischen Amtskollegen Emmanuel Macron. Das Abkommen von 1921 bildet die Grundlage der bilateralen Beziehungen zwischen der Türkei und Frankreich. Eine Zusammenarbeit zwischen der Türkei und Frankreich könne einen großen Beitrag zu Sicherheit, Stabilität und Friedensbemühungen in der Welt leisten, so Erdogan. Eine Kooperation der beiden NATO-Staaten habe ein „sehr ernsthaftes Potential“. „Als zwei starke NATO-Verbündete können wir einen bedeutenden Beitrag zu Sicherheit, Stabilität und Frieden in einer weiten Geographie leisten; von Europa bis zum Kaukasus, dem Nahen Osten und Afrika,“ sagte Erdogan in einer Videokonferenz mit Macron. Frankreich und die Türkei könnten zudem gemeinsame Schritte zur Bekämpfung des Terrorismus unternehmen. Die gleichen Gefahren bedrohten die Menschen beider Länder. „Wir hoffen, dass die Türkei und Frankreich in all diesen Fragen solidarisch handeln können“, sagte der türkische Staatschef weiter. Ankara-Abkommen Erdogan wies zudem darauf hin, dass sich in diesem Jahr das Ankara-Abkommen zum 100. Mal jährt und betonte, dass der Dialog zwischen den Staatsoberhäuptern in den türkisch-französischen Beziehungen immer eine wichtige Rolle gespielt habe. Mit dem Hinweis, dass diese Freundschaftsbeziehung, deren Grundstein durch den Briefwechsel zwischen Franz I. und Suleiman dem Prächtigen gelegt wurde, viele Herausforderungen erfolgreich gemeistert hat, sagte Erdogan, dass die türkisch-französische Zusammenarbeit ein großes Potenzial habe. Erdogan spricht Beileid aus Erdogan sagte, dass die Türkei Frankreichs Kampf gegen die COVID-19-Pandemie aufmerksam verfolge und sprach den Franzosen sein Beileid aus.
„Im Namen meines Landes und meiner Nation spreche ich den französischen Bürgern, die durch die Pandemie ihr Leben verloren haben, mein Beileid aus.“
Die Türkei habe bereits erste Schritte für eine „kontrollierte Lockerung unternommen, während die Impfbemühungen intensiv fortgesetzt werden, so Erdogan. Bisher seien fast 10 Millionen Bürger geimpft worden sind. Türkei wünscht Normalisierung der Beziehungen mit Frankreich Auch der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu sagte bereits im Januar, dass die Türkei sich eine „Normalisierung der Beziehungen mit Frankreich“ wünsche.

Um die Beziehungen zu normalisieren, arbeiteten Frankreich und die Türkei an einer Roadmap, sagte Çavuşoğlu nach einem Treffen mit dem portugiesischen Außenminister Augusto Santos Silva in Lissabon am 7. Januar 2021. Die bisherigen Gespräche liefen gut.

Çavuşoğlu habe ein sehr konstruktives Telefongespräch mit dem französischen Amtskollegen Jean-Yves Le Drian gehabt. Ankara sei bereit, die Beziehungen zu seinem NATO-Verbündeten zu verbessern, wenn Paris die gleiche Bereitschaft zeige.

„Wir waren uns einig, dass wir an einem Fahrplan zur Normalisierung der Beziehungen arbeiten sollten“, betonte der türkische Außenminister. Die Türkei und Frankreich haben seit Monaten Meinungsverschiedenheiten über Konflikte in Syrien, Libyen, dem östlichen Mittelmeer und Berg-Karabach in Aserbaidschan, sowie über die Veröffentlichung von Karikaturen des Propheten Mohammed in Frankreich. Erdogan hatte Macron noch Ende 2020 zu einer psychiatrischen Behandlung und der Überprüfung seines Geisteszustandes geraten.

Paris: Ankara ernennt Macrons Studienkollegen als neuen Botschafter

Im Dezember ernannte Ankara einen ehemaligen Studienkollegen des französischen Präsidenten als neuen Botschafter in Frankreich.

Der 47-jährige Ali Onaner studierte gemeinsam mit Emmanuel Macron von 2002 bis 2004 im Rahmen der Léopold-Sédar-Senghor-Förderung an der Nationalen Hochschule für Management (ENA), berichtet das französische Nachrichtenmagazin Le Point.

Onaner, der fließend Französisch spricht, wurde nach seinem Abschluss am Charles-de-Gaulle-Gymnasium in Ankara für zwei Jahre Botschafter der Türkei in Tunesien, wo er an vorderster Front die militärische Intervention des Landes in Libyen begleitete, für die er sich in den tunesischen Medien vehement einsetzte. Ankara unterstützte die Regierung in Tripolis, während Frankreich die andere Seite wählte, die des Führers aus dem Osten Libyens, General Haftar.

Libyen ist eines der vielen Themen, die zwischen der Türkei und Frankreich für Spannungen sorgen, und Ali Onaner wird viel dazu beitragen, die bilateralen Beziehungen zu erleichtern. Onaner ist ein enger Vertrauter von Außenminister Mevlüt Cavusoglu und war von 2017 bis 2018 sein Stabschef. Zuvor war er Leiter der Menschenrechtsabteilung im Außenministerium in Ankara. Onaner und Macron tauschten im September Nachrichten auf Twitter aus. Ersterer ermutigte den sogenannten „Klassenkameraden“, „weiterzumachen“, nachdem der französische Präsident auf Twitter – in türkischer Sprache – eine Aufforderung an die Türkei gepostet hatte, einen „wohlwollenden, verantwortungsvollen Dialog, ohne Naivität“ zu beginnen.

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– EU-Türkei – Erdogan: Zukunft der Türkei liegt in Europa

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan haben am Samstag eine Videokonferenz abgehalten, in der Schritte zur Verbesserung der Beziehungen zwischen der Türkei und der Europäischen Union und regionale Entwicklungen besprochen wurden.

Erdogan: Zukunft der Türkei liegt in Europa

Tourismus
Corona: Große Mehrheit der Bevölkerung plant Reisen in 2021

Berlin – Wer sehnt sich nach einer Reise in die Ferne? Wer möchte endlich wieder an den Strand im Badeurlaub? Wer plant welche Reisen und wohin in diesem Jahr? Und welche kurz-, mittel- und langfristigen Auswirkungen wird die Corona-Pandemie auf das Reiseverhalten haben? Diesen und weiteren Fragen sind die ITB Berlin und das Marktforschungsinstitut Statista gemeinsam nachgegangen. Mittels online-repräsentativen Bevölkerungsumfragen in Deutschland, den USA und China wurde das Reiseverhalten der vergangenen 12 Monate sowie die Reiseplanung für 2021 analysiert. 2021 wieder mehr Reiseausgaben in der Bevölkerung geplant – Auch langfristig kann das Ende der Pandemie für neuen Aufschwung sorgen Die Studienergebnisse offenbaren eine optimistische Stimmungslage: Etwa 70 Prozent der Deutschen, US-Amerikaner wie auch Chinesen beschäftigen sich damit, dieses Jahr privat zu verreisen. Ganz konkret planen derzeit bereits 37 Prozent der Deutschen, 42 Prozent der US-Amerikaner und 66 Prozent der Chinesen eine oder mehrere Reisen. Knapp 25 Prozent der Befragten aus Deutschland und den USA sowie über 35 Prozent der Befragten aus China denken darüber hinaus, dass sie in den kommenden 12 Monaten mehr Geld für private Reisen ausgeben werden als in den vergangenen 12 Monaten. In China scheint sich zudem eine besonders starke Reiselust angestaut zu haben. Knapp die Hälfte der Befragten geht davon aus, dass sie nach überstandener Pandemie dauerhaft mehr reisen werden. In den USA liegt dieser Wert bei 25 Prozent und in Deutschland bei 17 Prozent.
(Grafik: ITB/Statista)
Bei privaten Reisen individuelles Sicherheitsgefühl von großer Bedeutung – Wohlfühlen wichtiger als tatsächliche Reisemöglichkeiten Die Mehrheit der Personen, welche dieses Jahr keine Reise planen, begründeten dies mit der Corona-Pandemie. Der weiterhin große Einfluss der Pandemie auf die Urlaubspläne ist wenig überraschend. Spannend ist allerdings, dass das individuelle Sicherheitsempfinden während einer Reise schwerer wiegt als mögliche Reisebeschränkungen. 50 Prozent der Deutschen, die keine Reise für das Jahr 2021 planen, gaben als Grund an, dass sie sich nicht wohl dabei fühlen, während der Corona-Pandemie zu reisen. In den USA liegt dieser Wert bei 34 Prozent, in China sogar bei 56 Prozent. Im Vergleich dazu wurden eingeschränkte Reisemöglichkeiten von nur 23 Prozent (Deutschland) bzw. 21 Prozent (USA) und 45 Prozent (China) der Befragten als Grund für das Zuhause bleiben angegeben. Reiseveranstalter stehen in diesem Jahr demnach vor der Herausforderung, ihren Kunden ein gutes und sicheres Gefühl zu vermitteln. Bade-/Strandurlaub in allen Ländern beliebt – in Deutschland und den USA liegt der Besuch bei Familie/Freunden hoch im Kurs – China favorisiert Städtetrips Bei der Betrachtung der konkreten Reisepläne für 2021 erweist sich der Bade-/Strandurlaub in allen Ländern als beliebt und wird von 34 Prozent der deutschen, 36 Prozent der amerikanischen und 42 Prozent der chinesischen Reiseplaner ins Auge gefasst. Allerdings stehen in Deutschland und den USA Besuche bei Familien und Freunden (37 Prozent in Deutschland, 42 Prozent in den USA) auf Platz 1, in China dagegen liegen Städtereisen vorne (49 Prozent). Zwar sind in allen Ländern die meisten Übernachtungen in Hotels geplant, allerdings fallen die Bevölkerungsanteile stark auseinander. Während in China 86 Prozent der privat Reisenden in Hotels übernachten möchten, fällt dieser Wert in den USA mit 56 Prozent und in Deutschland mit 48 Prozent deutlich geringer aus. Knapp ein Drittel der für 2021 reiseplanenden Deutschen und US-Amerikaner gedenken zudem bei Familienmitgliedern oder Freunden zuhause zu übernachten. In China liegt dieser Wert bei nur 16 Prozent. Die Unterschiede dürften unter anderem auf die jeweiligen Wohn- und Lebensbedingungen in den Ländern zurückzuführen sein. Mehr Urlaub im eigenen Land – die Deutschen planen auch Auslandsreisen Nach einem langfristigen Zukunftsausblick gefragt, gaben 35 Prozent der Deutschen, 38 Prozent der US-Amerikaner sowie 50 Prozent der Chinesen an, davon auszugehen, dass sich ihre Reisegewohnheiten in Zukunft verändern werden. Als Auslöser für langfristige Veränderungen wurden neben z.B. Umweltfaktoren in China (47 Prozent) vor allem die Corona-Pandemie angegeben (83 Prozent Deutschland, 64 Prozent USA, 83 Prozent China). Unter den Befragten, die angegeben haben, dass sich ihre Reisegewohnheiten langfristig verändern werden, stimmten 76 Prozent der Deutschen, 77 Prozent der US-Amerikaner und 88 Prozent der Chinesen der Aussage „Ich werde mehr Urlaub in meinem Land machen“, zu. Ähnliches lässt sich auch bei den angepeilten Reisezielen für 2021 beobachten. In China und den USA planen nur 29 Prozent bzw. 15 Prozent der reiseplanenden Bevölkerung Auslandsaufenthalte. Dieser Wert weicht mit 61 Prozent in Deutschland klar nach oben ab. Es ist zu vermuten, dass die günstige geographische Lage in Europa, mit vielen Ländern auf engem Raum, zu der höheren Anzahl an angedachten Auslandsreisen beiträgt. Nur wenige Geschäftsreisen für 2021 geplant – Outdoorreisen gewinnen an Popularität Neben privaten Reiseplänen wurden die Umfrageteilnehmer zusätzlich zu möglichen Geschäftsreisen befragt. Im Gegensatz zu den privaten Reisen deuten die Ergebnisse für Geschäftsreisen auf einen Abwärtstrend hin. In Deutschland planen lediglich 27 Prozent, in den USA 34 Prozent und in China 51 Prozent eine berufliche Reise für das Jahr 2021. Und auch bei der Zustimmungsabfrage in Bezug auf langfristige Veränderungen der Reisegewohnheiten wird dies deutlich: Das Statement „Ich werde weniger Geschäftsreisen machen“, erhält mit 65 Prozent (Deutschland), 66 Prozent (USA) und 63 Prozent (China) hohe Zustimmungswerte. Weiterhin scheinen Outdoorreisen in Zukunft an Popularität zu gewinnen, wie sich an 61 Prozent (Deutschland), 68 Prozent (USA) und sogar 91 Prozent (China) Zustimmung zu der Aussage „Ich werde mehr Natur-/Outdoor-Reisen machen“ zeigt.

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