Türkei
Journalist Fatih Altaylı zu über 4 Jahren Haft verurteilt

Istanbul – In einer Entscheidung, die bei Verfechtern der Pressefreiheit auf breite Kritik gestoßen ist, wurde der bekannte türkische Journalist Fatih Altaylı am Mittwoch wegen „Bedrohung des Präsidenten” zu vier Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt. Das Urteil, das vom 26. Schwurgericht in Istanbul gefällt wurde, ordnete auch die Fortsetzung der Untersuchungshaft von Altaylı an, was bedeutet, dass er weiterhin im Gefängnis von Silivri inhaftiert bleibt, wo er seit Juni festgehalten wird. Der Fall geht auf eine YouTube-Sendung vom 20. Juni zurück, in der Altaylı eine Umfrage diskutierte, aus der hervorgeht, dass 70 % der türkischen Bevölkerung gegen eine mögliche lebenslange Amtszeit von Präsident Recep Tayyip Erdoğan sind. Unter Bezugnahme auf die osmanische Geschichte bemerkte Altaylı, dass die Nation sich in der Vergangenheit von ihrem Sultan „entledigt habe“, wenn sie mit einer zu langen Herrschaft unzufrieden war. „Dieses Volk ist ein Volk, das seinen Sultan erwürgt hat, wenn es ihm nicht gefiel, wenn es ihn nicht wollte. Es ist keine Seltenheit, dass osmanische Sultane ermordet, ermordet oder erwürgt wurden oder dass ihr Selbstmord vorgetäuscht wurde“, so Altayli. Eine Bemerkung, die von der Staatsanwaltschaft weithin als versteckte Drohung gegen Erdoğan interpretiert wurde. Altaylı, ein erfahrener Journalist und ehemaliger Chefredakteur von Mainstream-Medien wie Sabah und Milliyet, betreibt heute die unabhängige Nachrichtenseite T24. Er wurde nur zwei Tage nach der Ausstrahlung, am 22. Juni, verhaftet und verbrachte die folgenden 158 Tage in Untersuchungshaft. Bei seiner ersten Gerichtsverhandlung im Oktober verlängerte der Richter seine Haft unter Berufung auf Fluchtgefahr, berichtete Anadolu. In der zweiten Verhandlung am Mittwoch verurteilte das Gericht ihn gemäß Artikel 106 des türkischen Strafgesetzbuches, der Drohungen gegen den Präsidenten unter Strafe stellt, wobei die Strafen bei einem Jahr beginnen, aber je nach Schwere des Vergehens eskalieren. Die Staatsanwaltschaft hatte mindestens fünf Jahre gefordert, aber das Gericht entschied sich für eine Haftstrafe von mehr als vier Jahren und lehnte Altaylıs Antrag auf Freispruch ab. In seiner Verteidigung vor Gericht begann Altaylı mit einem ironischen „Willkommen in Silivri”, bevor er behauptete, dass seine Worte ein historischer Kommentar und keine Drohung gewesen seien. „Es ist ganz klar, dass keine Drohung beabsichtigt war”, erklärte er vor Gericht und betonte, dass Erdoğans Terminplan davon unberührt geblieben sei und der Präsident selbst keine Angst geäußert habe. Altaylı warf der Anklage vor, politisch motiviert zu sein und sowohl seinen Ruf als auch Erdoğans Vermächtnis unfair zu beschädigen. Er behauptete weiter in ersten Polizeiaussagen, dass der Clip so bearbeitet worden sei, dass seine Aussage verzerrt worden sei, indem der Kontext seiner Kritik am Autoritarismus in der türkischen Geschichte entfernt worden sei. Das Urteil löste sofort heftige Reaktionen aus. Anhänger im Gerichtssaal verspotteten die Richter, und es kam zu angespannten Momenten, als ein Teilnehmer den Historiker Murat Bardakçı – einen vermeintlichen Verbündeten der Regierung – wegen seiner Anwesenheit konfrontierte und rief: „Sind Sie zufrieden? Ihre Leute haben gewonnen.“ Auf X gab es zahlreiche Reaktionen, von regierungsfreundlichen Stimmen, die Altaylı als einen „Säkularisten der Ära vom 28. Februar“ verurteilten, der eine Strafe verdiene, bis hin zu Kritikern, die die Entscheidung als eklatanten Angriff auf die Meinungsfreiheit bezeichneten. Oppositionspolitiker bezeichneten sie als „konkretes Indiz“ für die Aushöhlung der Presse- und Meinungsfreiheit in der Türkei. Selbst einige konservative Kommentatoren, wie der Journalist Şamil Tayyar, äußerten scharfe Kritik und bezeichneten das Urteil als unverhältnismäßig. Rechtsexperten rechnen mit einer Berufung, die sich über Jahre hinziehen könnte. Da das Strafmaß jedoch zwei Jahre überschreitet, muss Altaylı mit einer sofortigen Vollstreckung rechnen, sofern nicht höhere Gerichte rasch eingreifen

Münster
Deutschland: Leugnung des Existenzrechts Israels keine Straftat

Münster – Das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen in Münster hat in einem richtungsweisenden Eilbeschluss festgestellt: Die bloße Leugnung oder Infragestellung des Existenzrechts des Staates Israel ist in Deutschland keine Straftat und darf auf Demonstrationen nicht pauschal verboten werden. Die 13. Kammer des OVG hob damit eine Auflage der Polizei Düsseldorf auf, die für eine propalästinensische Kundgebung am vergangenen Samstag jede Form derartige Äußerung untersagt hatte. In der Begründung heißt es wörtlich:
„Das Existenzrecht des Staates Israel in Abrede zu stellen, verwirklicht für sich genommen keinen Straftatbestand.“ Solche Aussagen fielen unter den Schutz der Meinungsfreiheit (Art. 5 GG), solange sie nicht mit Gewaltandrohung oder Volksverhetzung einhergingen. Erlaubt bleibt damit etwa der Slogan „There is only one state – Palestine 48“.
Verboten bleiben weiterhin Parolen, die Gewalt verherrlichen oder auf die Terrororganisation Hamas Bezug nehmen, wie „From the river to the sea“ in bestimmten Kontexten oder „Yalla, yalla, Intifada“.
Folgen für ganz Deutschland
Rechtsexperten gehen davon aus, dass der Münster-Beschluss bundesweit als Präzedenzfall dienen wird. In zahlreichen Städten – darunter Berlin, Hamburg, Frankfurt und Köln – laufen derzeit ähnliche Verfahren um Demonstrationsauflagen. Viele Polizeibehörden hatten nach dem 7. Oktober 2023 pauschale Verbote der Leugnung des israelischen Existenzrechts erlassen. Diese dürften nun größtenteils fallen. Die große Koalition aus Union und SPD im Bundestag kündigte bereits an, noch in dieser Woche einen Gesetzentwurf einzubringen, der die Leugnung des Existenzrechts Israels explizit unter § 130 StGB (Volksverhetzung) stellen soll – ähnlich wie die Leugnung des Holocaust.
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– Gaza-Konflikt – „Massaker in Gaza“: Pep Guardiola verurteilt Israel

„Massaker in Gaza“: Pep Guardiola verurteilt Israel

Glücksspielbranche
Casino-Testberichte 2025: Faire Bewertungen, echte Spielermeinungen, klare Sieger

Wenn Sie sich fragen, welches das beste online Casino Spiel ist, dann lohnt sich ein genauer Blick in die aktuellen Casino Testberichte. Dabei geht es nicht nur um den größten Bonus oder das bunte Grafikfeuerwerk. Wirklich zählt: Ist das Spiel fair? Wird es zuverlässig ausgezahlt? Haben Spieler echte Freude damit? In den neuesten Tests zeigen sich klare Trends: Anbieter setzen verstärkt auf Transparenz, fairere Bedingungen und echte Bewertungen von Spielern. Ein gutes Beispiel: In Deutschland werden legale Casinos mit gültiger Lizenz der Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder ausgewiesen. Wenn Sie also nach dem besten Online Casino Spiel suchen, sollten Sie auf diese Aspekte achten.

Warum „das beste Spiel“ nicht immer „das beste Casino“ ist

Wenn Sie auf der Suche nach den besten Spielen im Online Casino sind, dann lesen Sie mit: Das beste Spiele Online Casino Angebot umfasst viele Kategorien – Slots, Tischspiele, Live‑Casino – und nicht nur eine einzelne Titelwahl. Doch: Ein einziger Hit‑Slot kann trotzdem den Unterschied machen. Wenn Sie sich fragen, „welches ist das beste Online Casino Spiel“, dann schauen Sie auf:
  • Auszahlungsquote (RTP) und wie transparent diese angegeben wird.
  • Wie gut das Game-Design ist: Unterhaltsam, stabil, mobilfreundlich.
  • Bewertungen von echten Spielern – also nicht nur Werbe‑Versprechen.
In einer aktuellen Übersicht wird z. B. ausgeführt, dass seriöse Anbieter mit deutscher Lizenz eine Mindestquote und transparente Auszahlungspolitik garantieren. Das heißt: Wenn Sie ein Lieblingsspiel haben, prüfen Sie zuerst den Anbieter – dann das Spiel.

Die Sieger‑Spiele 2025 – Welche Titel stechen heraus?

An dieser Stelle kommen wir konkret zu drei starken Kandidaten, die in Tests und Rezensionen auffallen. Wir nennen sie als Beispiele dafür, wie das beste online Сasino Spiel aussehen kann.
  1. Primärer Slot‑Titel mit hoher RTP-Quote und starker Nutzerbewertung. (Leider führen manche Portale keine detaillierten Spiel-Namen auf; dafür aber Spielfamilien mit über 6.000 Titeln.)
  2. Ein Live‑Dealer Spiel, das speziell für mobile Nutzer optimiert wurde – wichtig, wenn Sie unterwegs spielen.
  3. Ein Tischspiel (Roulette, Blackjack) mit fairem Regelwerk, klaren Bedingungen und guter Auszahlungsstruktur.
Wenn Sie sich für ein Spiel entscheiden, lohnt sich also die Frage: Ist dies wirklich „das beste Online Casino Spiel“ für mich – meine Spielweise, mein Budget und meine Erwartungen?

Wie Sie durch Casino Testberichte zu besseren Entscheidungen kommen

Die Casino Testberichte liefern Ihnen eine Art Checkliste. Sie helfen Ihnen dabei, Anbieter und Spiele zu vergleichen – und echte Gewinner zu erkennen. Hier sind drei Tipps für Sie:
  • Achten Sie darauf, ob der Testbericht transparent offenlegt, wie bewertet wurde (Spielauswahl, Lizenzierung, Auszahlung, Bonusbedingungen).
  • Lesen Sie auch Nutzer‑Feedback, also Casino Rezensionen, nicht nur die Expertenmeinung. Oft zeigen sich in Spielerkommentaren Probleme, die in der Werbung übersehen werden.
  • Vergleichen Sie die Bewertungen verschiedener Tests – manche Anbieter schneiden stark bei Spielauswahl ab, aber schwächer bei Auszahlungen oder Bonusbedingungen. So erkennen Sie den wahren Sieger.
Eine Analyse zeigt: Nur Anbieter mit deutscher Lizenz und offenem Testverfahren wurden als „seriös“ bezeichnet. Wenn Sie also wählen, schauen Sie nicht nur auf das Spiel – sondern auch auf den Anbieter.

Fazit

Wenn wir Ihnen eine kurze Empfehlung mitgeben dürfen:
  • Sie möchten das beste online Casino Spiel finden: Starten Sie mit einem seriösen Anbieter, der in guten Testberichten hoch bewertet wird.
  • Sie suchen nach den beste Spiele online Casino allgemein: Achten Sie auf Vielfalt und Qualität – sowohl bei Slots als auch bei Tisch‑ oder Live‑Spielen.
  • Wenn die Frage lautet „welches ist das beste online Casino Spiel?“, dann überlegen Sie: Was gefällt mir, wie viel riskieren möchte ich, wie mobil möchte ich spielen?
Nutzen Sie die Casino Testberichte als Ihre Leitlinie – und kombinieren Sie das mit echten Spielermeinungen.
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– Türkei – Historisches Scheidungsurteil in Istanbul: Ex-Ehemann muss „Katzenunterhalt“ für geliebte Haustiere zahlen

In einer bahnbrechenden Entscheidung, die landesweit für Aufsehen gesorgt hat, hat ein Familiengericht in Istanbul einen Mann dazu verurteilt, seiner Ex-Frau monatlich „Katzenunterhalt” für die Versorgung ihrer beiden gemeinsamen Katzen zu zahlen.

Historisches Scheidungsurteil in Istanbul: Ex-Ehemann muss „Katzenunterhalt“ für geliebte Haustiere zahlen

Glücksspielbranche
Im EU-Ausland lizenzierte Glücksspielangebote verursachen Milliardenverluste in Deutschland

Die Diskussion über nicht in Europa regulierte Glücksspielangebote gewinnt an Dynamik. Hintergrund sind neue Daten einer Analyse des Marktforschungsunternehmens YieldSec im Auftrag der European Casino Association. Die Untersuchung zeigt, dass der Markt für im EU-Ausland lizenzierte Online-Dienste erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen auf europäische Staaten, regulierte Betreiber und den fairen Wettbewerb hat. In diesem Zusammenhang wird zunehmend sichtbar, wie groß die Herausforderungen geworden sind, und das auch dort, wo nationale Kontrollmechanismen wie Lizenzsysteme, Registrierungsdatenbanken oder Aufsichtsstrukturen etabliert sind. Laut der Analyse generieren nicht in Europa regulierte Plattformen inzwischen Umsätze von rund 80 Milliarden Euro pro Jahr. Diese Zahl verdeutlicht, wie weit der Markt gewachsen ist und wie hoch der Anreiz für Betreiber ist, über Ländergrenzen hinweg tätig zu werden. Gleichzeitig entsteht ein monetärer Schaden, der, ausgehend von einem durchschnittlichen Steuersatz von 25 Prozent auf Online-Erträge, auf 20 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt wird. Diese Summen spiegeln erhebliche Einbußen der nationalen Staatshaushalte wider. Die Behörden mehrerer europäischer Länder, darunter Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich, Portugal und Spanien, haben deshalb eine intensivere Zusammenarbeit vereinbart. Ziel ist ein koordinierter Ansatz, der auf gemeinsame Informationsflüsse, abgestimmte Maßnahmen und striktere Kontrollmechanismen setzt. Die Staaten sehen sich mit grenzüberschreitenden Strukturen konfrontiert, die sich klassischen nationalen Regulierungsmethoden entziehen.

Warum der Markt trotz strenger nationaler Regeln weiter zunimmt

Die Wachstumszahlen des Marktes für im Ausland lizenzierte Anbieter stellen die europäischen Aufsichtsbehörden vor grundlegende Fragen. Warum steigt die Aktivität trotz lizenzierter Angebote innerhalb der einzelnen Länder, und warum gelingt es nicht, nationale Systeme ausreichend durchzusetzen? Die YieldSec-Analyse verweist auf mehrere Faktoren. Erstens ist der digitale Glücksspielmarkt global aufgebaut. Betreiber können ihren Sitz in Ländern haben, in denen andere Regulierungsmodelle gelten und weniger strikte Vorgaben bestehen. Dadurch ergeben sich geringere operative Hemmnisse und teilweise niedrigere Kosten. Zweitens nutzen Anbieter länderübergreifende technische Infrastrukturen, um Webseiten, Apps und Zahlungsmethoden anzubieten, die nur schwer eindeutig zuzuordnen sind. So kann ein Anbieter seine Plattform zum Beispiel als Online Casino ohne OASIS in Malta lizenzieren und den strengen deutschen Vorgaben aus dem Weg gehen. Entscheidend ist dabei, dass zwar eine Lizenz existiert, diese jedoch nicht an europäische Kontrollsysteme angebunden ist. Und trotzdem lieben Spieler oft vor allem diese Angebote, da sie den Nutzer beim Spiel weniger einschränken.

Ein Markt, der staatliche und regulierte Anbieter belastet

Für europäische Staaten sind die genannten 20 Milliarden Euro an entgangener Steuerlast ein erheblicher Betrag, insbesondere weil lizenzierte Online-Märkte in vielen Ländern erst in den vergangenen Jahren aufgebaut oder reformiert wurden. Die Einnahmen aus der Online-Regulierung dienen in den meisten Staaten der Finanzierung staatlicher Aufgaben, darunter Infrastruktur, Kulturförderung und Sportprogramme. Wenn wesentliche Marktanteile zu Anbietern abwandern, die außerhalb der europäischen Regelwerke agieren, fällt dieser Steuerstrom weg. Die Auswirkungen betreffen aber nicht nur die Haushalte der Staaten, sondern auch die regulierten Glücksspielunternehmen selbst. Diese erwirtschafteten laut den veröffentlichten Zahlen im Jahr 2024 33,6 Milliarden Euro, also weniger als die Hälfte der im EU-Ausland lizenzierten Betreiber. Die Differenz zeigt, wie stark der Wettbewerb verzerrt wird, wenn Marktteilnehmer nicht denselben Verpflichtungen wie Abgaben, Verbraucherschutzstandards oder Sicherheitsvorgaben unterliegen. Aus Sicht der European Casino Association besteht daher die Gefahr, dass regulierte Unternehmen trotz Einhaltung aller nationalen Auflagen Marktanteile verlieren. Besonders problematisch sei die Tatsache, dass Nutzer aufgrund der täuschend ähnlichen Online-Auftritte oft nicht klar unterscheiden können, ob ein Angebot reguliert oder lediglich glaubwürdig inszeniert sei. Nicht zuletzt wird darauf hingewiesen, dass sich europäische Staaten durch die fehlenden Einnahmen strukturellen Herausforderungen gegenübersehen. In einigen Ländern hatten Regulierungsreformen der vergangenen Jahre zum Ziel, ein stabiles, kontrolliertes und steuerlich wirksames digitales Glücksspielsystem aufzubauen. Der parallele unregulierte Markt behindert jedoch die Wirksamkeit dieser Maßnahmen.

Gemeinsame europäische Gegenmaßnahmen

Die Studie von YieldSec hat europäischen Regulierungsbehörden Anlass gegeben, Maßnahmen enger miteinander zu verzahnen. Im Mittelpunkt der geplanten Kooperation steht der Informationsaustausch über Betreiber, Finanzstrukturen, technische Infrastrukturen und Plattformwechsel. Da viele Angebote innerhalb weniger Stunden ihre Domains, Serverstandorte oder Marketingwege ändern können, gilt ein länderübergreifender Ansatz als notwendig, um schneller reagieren zu können. Ein weiterer Schwerpunkt ist die geplante Ausrichtung der Werberegulierung. Die beteiligten Staaten wollen verstärkt gegen Werbeformen vorgehen, die im EU-Ausland lizenzierte Anbieter in sozialen Netzwerken oder auf digitalen Plattformen nutzen. Diese Maßnahmen sollen verhindern, dass solche Anbieter durch aggressives Marketing sichtbar bleiben, obwohl sie nicht in den europäischen Lizenzrahmen eingebunden sind. Zudem ist vorgesehen, technische Lösungen zu entwickeln, die automatisiert Hinweise auf nicht in Europa regulierte Angebote erkennen können. Diese Systeme sollen dieselben Mechanismen nutzen, die auch bei der Erkennung von Markenfälschungen, Phishing-Strukturen oder betrügerischen Finanzseiten Anwendung finden. Behörden erwägen darüber hinaus, gemeinsame Standards zu definieren, die nationale Aufseher in ihren Kontrollen anwenden können. Die European Casino Association betrachtet diese Maßnahmen als Voraussetzung, um den Markt transparenter zu gestalten. Der Verband betont, dass es dabei nicht um eine inhaltliche Bewertung einzelner Modelle geht, sondern um die Sicherstellung eines funktionierenden Wettbewerbs, klarer Zuständigkeiten und nachvollziehbarer Steuerstrukturen.

Warum 2026 entscheidend werden könnte

Mehrere europäische Behörden gehen davon aus, dass die kommenden Jahre zur entscheidenden Phase werden könnten, um den digitalen Glücksspielmarkt strukturell zu stabilisieren. Gründe dafür sind die fortschreitende technologische Entwicklung, die wachsende Zahl internationaler Anbieter und die zunehmende Bedeutung digitaler Zahlungsmethoden. 2026 wird in mehreren Ländern als Referenzjahr genannt, weil größere Modernisierungen der nationalen Glücksspielgesetze geplant sind oder diskutiert werden. Damit erhält der europäische Binnenmarkt die Möglichkeit, seine Strukturen besser zu koordinieren. Die Zusammenarbeit der großen Regulierungsbehörden könnte ein erster Schritt sein, um europaweit einheitlichere Standards zu schaffen, und das unabhängig davon, wie national die konkreten Lizenzsysteme ausgestaltet sind. Die von YieldSec veröffentlichten Zahlen zeigen, wie viel wirtschaftliches Potenzial in einem regulierten Markt steckt und welche Summen verloren gehen, wenn große Marktsegmente nicht in nationale oder europäische Systeme eingebunden sind. Die kommenden Jahre werden deshalb maßgeblich bestimmen, ob die europäischen Staaten es schaffen, ihre digitale Glücksspielregulierung so auszurichten, dass sie international konkurrenzfähig bleibt und gleichzeitig stabile Rahmenbedingungen schafft.
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– Türkei – Historisches Scheidungsurteil in Istanbul: Ex-Ehemann muss „Katzenunterhalt“ für geliebte Haustiere zahlen

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Kommentar
Aserbaidschan war dem armenischen Separatismus nie naiv gegenüber

Von Dr. Michael Reinhard Heß Mehr als zwei Jahre nach dem Ende des Karabachkonflikts arbeiten Aserbaidschan und Armenien gemeinsam an einem Friedensplan und bereiten die Normalisierung der Beziehungen vor. Im Rahmen der Initiative „Friedensbrücke“ trafen fünf armenische Vertreter (die bisweilen als Experten, bisweilen als NGO-Vertreter gelabelt werden) in Baku ein und diskutierten mit aserbaidschanischen Kollegen über den Stand der Dinge zwischen Armenien und Aserbaidschan. Wer hätte vor sechs Jahren gedacht, dass dies heute möglich sein könnte? Der unten verlinkte Artikel mit einem aktuellen Interview des aserbaidschanischen Parlamentsabgeordneten Dr. Rizvan Nabiyev ordnet diesen Prozess aus aserbaidschanischer Sicht ein. Unabhängig vom weiteren Gang der Entwicklungen bieten die politischen Geschehnisse im Südkaukasus in den letzten fünf Jahren reichlich Stoff für Politiktheorieinteressierte auch außerhalb der Region. Der Umstand, dass es Aserbaidschans Führung durch ein beherztes militärisches Vorgehen gelungen ist, eine illegale separatistische und terroristische Bedrohung ein für alle Male zu beseitigen und dadurch einen faktischen Friedensprozess in Gang zu setzen, nachdem dreißig Jahre Verhandlung beziehungsweise Verhandlungssimulation (also Verhandlung ohne wirkliche Absicht, etwas zu tun), etwa durch die in diesem Jahr aufgelöste Minsk-Gruppe der OSZE, gar nichts bewirkt hatten, ist eine theoretische Herausforderung für alle, die (etwa in Bezug auf Russlands verbrecherischen Krieg in der Ukraine) das Mantra vor sich hertragen, Verhandlungen seien immer die einzige oder die beste Lösung. Der Befehl eines – auch noch autoritär regierenden – Staatsoberhaupts setzte dem Separatismus in Aserbaidschan erfolgreich ein Ende und schützte damit die Souveränität des Landes. Die Wurzeln dieses Separatismus lagen jedoch zu einem erheblichen Teil in zivilgesellschaftlichen und sich auf demokratische Traditionen berufenden Bestrebungen, darunter die Entwicklung von Großreich- und ethnischen Reinheitsphantasien durch sowjetisch-armenische Intellektuelle vor 1987 sowie Petitionen, Meetings, Pressekampagnen und Beeinflussungsaktionen der armenischen nationalistischen Lobby zwischen 1987 und 1991. Dieser Umstand stellt eine ernsthafte Herausforderung für all jene dar, die glauben, dass unter demokratischen Vorzeichen auftretende Bewegungen a) grundsätzlich gut seien und b) nur mit denselben demokratischen Mitteln bekämpft werden dürften und könnten. Meiner Meinung nach ist es ein tödlicher Irrtum, staatliche oder nichtstaatliche Akteure, deren prinzipielles und erklärtes Ziel die Zerstörung oder Unterwanderung eines fremden Staates ist, so zu behandeln, als seien sie nur Teile des politischen Systems des von ihnen angegriffenen Staates oder wollten oder könnten nur dies sein. Anhänger dieser Meinung behaupten etwa, man könne sich mit Putins Russland oder mit der AfD arrangieren, wenn man ihnen bestimmte Konzessionen mache. Bisher war immer das Gegenteil der Fall: Je mehr man den Feinden der Demokratie entgegenkommt, desto stärker intensivieren sie ihren Kampf gegen sie. Dass die AfD unsere demokratische Ordnung ablehnt und bekämpft, ist erwiesen. Dass Putins Verbrechersystem nur sich selbst huldigt, auch. Der Blick Aserbaidschans auf den armenischen Separatismus war niemals von jener Naivität geprägt, die etwa viele Deutsche bis heute im Umgang mit der Bedrohung durch die AfD oder Russland prägt. Zu den Gründen gehört, dass Aserbaidschan auf über ein Jahrhundert leid- und schmerzvolle Erfahrung mit den Folgen armenisch-chauvinistischen Denkens zurückblicken kann. Bei vielen in Deutschland herrscht dagegen die Vorstellung, dass mit der Sieg über den Nationalsozialismus im Jahr 1945 sowohl die Gefahr seines Wiederauftretens (wenn auch mit einer anderen Farbe) als auch die Gefahr, selber Opfer fremder imperialistischer Aggression zu werden, gewissermaßen ein für allemal gebannt sei. Als sei die Weltordnung nach 1945 gewissermaßen geheilt worden, als sei „Nie wieder“ eine Konstatierung und gleichbedeutend mit „Alles ist besser geworden“. Indem wir Deutschen uns selber das, wie man heute sieht, mehr als fragliche Attest ausstellten, aus der Geschichte gelernt zu haben, sind wir nicht nur blind geworden für unsere eigene Tendenz zur Wiederauflage von längst vergangen geglaubtem Übel, sondern auch für die tatsächliche Gefahr von außen. (Quelle)
ZUM AUTOR
PD Dr. Michael Reinhard Heß, geboren in Offenbach am Main, ist ein renommierter Turkologe, der an der Universität Frankfurt am Main Geschichte, Turkologie, Islamkunde und Griechische Philologie studierte. Nach seiner Promotion und Habilitation wirkt er seit 2005 als Privatdozent für Turkologie an der Freien Universität Berlin und hat über 130 wissenschaftliche Arbeiten verfasst, darunter Beiträge zur türkischen Literatur und Kulturgeschichte. Als Übersetzer und Gründer des Verlags Gulandot widmet er sich der Förderung türkischer Literatur in deutscher Sprache, etwa durch Werke zu Imadeddin Nasimi oder der kulturellen Bedeutung von Schuscha.
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– Bergkarabach-Krise – Turkologe Heß: Was passiert in Karabach?

Der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um die damalige „Autonome Region Berg-Karabach“ (NKAO) brach Ende 1987 aus und weitete sich nach dem Zerfall der Sowjetunion zu einem vollumfänglichen Krieg aus.

Turkologe Heß: Was passiert in Karabach?

"Mental health tsunami"
Psychischer Kollaps: Gazakrieg stürzt Israel in beispiellose Krise

Jerusalem – Israel sieht sich laut der israelischen Zeitung Yedioth Ahronoth mit einem von Experten als „Tsunami der psychischen Gesundheit“ bezeichneten Problem konfrontiert: Angesichts steigender Suchtquoten und einer zunehmenden Schwächung des sozialen Zusammenhalts benötigen etwa zwei Millionen Bürger Unterstützung. In einem am Freitag veröffentlichten ausführlichen Bericht erklärte die Nachrichtenagentur, dass Fachleute für psychische Gesundheit Alarm geschlagen haben, da seit dem 7. Oktober 2023 die Zahl der Menschen, die Hilfe suchen, stark angestiegen ist. Gleichzeitig hat der Mangel an Therapeuten und psychologischen Dienstleistungen zu Befürchtungen geführt, dass dies katastrophale Folgen haben könnte. In der vergangenen Woche haben acht führende Organisationen für psychische Gesundheit die Regierung eindringlich gewarnt. Sie sprechen von einem beispiellosen Ausbruch einer Welle psychischer Erkrankungen, deren Ausmaß und Dynamik sie tief beunruhigt. „Der psychische Zustand und das Wohlbefinden der israelischen Gesellschaft befinden sich auf einem Tiefpunkt, den wir noch nie zuvor gesehen haben“, erklärte die Koalition und verwies auf weit verbreitete Anzeichen von Depressionen, Angstzuständen, aufdringlichen Gedanken und Erschöpfung. Sie warnte auch vor einem „tiefen und anhaltenden kollektiven Trauma“ und einem zunehmenden Vertrauensverlust in der Bevölkerung, der sich auf künftige Generationen auswirken könnte.
Statistiken 
Von Yedioth Ahronoth zitierte Daten zeigen einen dramatischen Anstieg psychischer Probleme im ganzen Land. Die Diagnosen von Depressionen und Angstzuständen waren 2024 doppelt so hoch wie 2013, während die Fälle von PTBS von Oktober 2023 bis Ende 2024 jeden Monat um 70 Prozent zunahmen, was 23.600 neuen Patienten entspricht. Fast die Hälfte der Israelis berichtet von anhaltender Trauer, die Anrufe bei Hotlines für psychische Gesundheit haben sich versechsfacht, der Konsum von Psychopharmaka hat sich verdoppelt und Schlafstörungen sind während des Krieges um 19 Prozent gestiegen. Eine Studie von Clalit Health Services und dem Myers-JDC-Brookdale Institute ergab, dass die Hälfte der vom 7. Oktober Betroffenen immer noch zu kämpfen hat, während jeder Fünfte in der Gesamtbevölkerung unter schweren Funktionsbeeinträchtigungen leidet. Daten des Gesundheitsministeriums zeigen einen Anstieg der Therapiesitzungen um 25 Prozent seit dem 7. Oktober. Die Fälle von Kurzzeitpsychotherapie stiegen um 471 Prozent und erreichten 20.000 im Jahr 2024, verglichen mit 3.500 im Jahr 2022. Koalitionsorganisationen warnen, dass diese Zahlen nur diejenigen widerspiegeln, die behandelt werden, während das tatsächliche Ausmaß der Krise viel größer ist. Professor Merav Roth von der Universität Haifa berichtete von einem starken Anstieg von Depressionen, Angstzuständen, Suchterkrankungen, Eheproblemen und regressivem Verhalten bei Kindern. „Jeder Vierte ist derzeit suchtkrank“, sagte sie. „Dieser Anstieg ist erschreckend.“
Reaktion der Regierung und von Experten
Dr. Marina Kupchik, Vorsitzende der Israelischen Psychiatrischen Vereinigung, warnte, dass dringende Investitionen in die Rehabilitation von entscheidender Bedeutung seien. „Wenn wir nicht in die psychologische Rehabilitation des Landes investieren, werden wir in zwei oder drei Jahren einen höheren Preis zahlen – in Form von verlorenen Arbeitstagen, der Stabilität von Familien und Gemeinschaften und der beruflichen Funktionsfähigkeit.“ Das Gesundheitsministerium hat einen nationalen Rettungsplan vorgestellt, der darauf abzielt, die Zahl der Psychologen zu verdoppeln, die Gehälter zu verbessern, die psychiatrischen Stationen zu modernisieren und die häuslichen und gemeindenahen Dienste auszubauen. Die Kosten des Plans werden auf 1,7 Milliarden Schekel (517 Millionen US-Dollar) geschätzt. Erfahrene Kliniker argumentieren jedoch, dass die Reformen noch weiter gehen müssen. Yoram Shliar, Vorsitzender der Israelischen Psychologenvereinigung, kritisierte die Abhängigkeit von „Assistenten für psychische Gesundheit“ in Ausbildung, die nur eine dreimonatige Ausbildung absolvieren, im Vergleich zu acht Jahren für voll qualifizierte Kliniker. Dr. Ilana Lach warnte: „Man kann eine blutende Wunde nicht einfach mit einem Pflaster versorgen. Das Gesundheitssystem für psychische Erkrankungen muss von Grund auf neu aufgebaut werden.“

November 1992
Von Mölln bis heute: Der lange Schatten des rechten Terrors

Von Kemal Bölge Die Mörder wussten, dass in den Häusern türkische Familien lebten. Durch den Brandanschlag in der Mühlenstraße in Mölln verloren zwei Mädchen – die 10-jährige Yeliz Arslan und die 14-jährige Ayşe Yılmaz – sowie die 51-jährige Bahide Arslan ihr Leben. Neun weitere Menschen wurden bei diesem feigen Verbrechen verletzt. Besonders perfide agierten die Täter, als sie nach der Tat anonym bei Feuerwehr und Polizei anriefen, um auf die brennenden Häuser aufmerksam zu machen – und die Gespräche mit „Heil Hitler“ beendeten. Wenige Tage später wurden die Neonazis festgenommen, die von den Sicherheitsbehörden der Skinhead-Szene zugeordnet worden waren. Vor dem Oberlandesgericht Schleswig-Holstein wurde Michael P. wegen dreifachen Mordes und mehrfachen Mordversuchs zu lebenslanger Haft verurteilt, während Lars C. nach Jugendstrafrecht eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren erhielt. In der Urteilsbegründung sah das Gericht als erwiesen an, dass die Angeklagten das Abbrennen der beiden Häuser nicht nur wollten, sondern den Tod der Bewohner bewusst in Kauf nahmen. Dennoch kamen beide Täter frühzeitig wieder frei: Lars C. im Jahr 2000, Michael P. 2007. Bereits vor dem rassistischen Anschlag von Mölln erschütterten zahlreiche Angriffe auf Migrantinnen und Migranten und auf Asylunterkünfte das Land. Eine Welle rassistisch motivierter Gewalt zog sich durch Deutschland – und nur ein halbes Jahr später, in der Nacht des 29. Mai 1993, zündeten vier Neonazis das Haus der türkischen Familie Genç in Solingen an. Bei dem Brand starben die 27-jährige Gürsün Genç, die 18-jährige Hatice Genç, die 12-jährige Gülistan Öztürk, die 4-jährige Saime Genç und die 9-jährige Hülya Genç. Der Jurist Mehmet Daimagüler, der im Münchner NSU-Prozess Hinterbliebene zweier Opfer vertreten hatte, stellte später fest, dass sich „im Umgang Deutschlands mit rassistischem Terror in den letzten 25 Jahren kaum etwas verändert“ habe. 2025 – im Gedenken an die Opfer des rassistisch motivierten Terrors von Mölln, Solingen und all der vielen weiteren Anschläge, die nie hätten geschehen dürfen.
ZUM THEMA

– Solingen – Straße soll nach Mevlüde Genc benannt werden

Am heutigen Dienstag wurde in Solingen unter reger Teilnahme das Totengebet für die am Sonntag verstorbene Mevlüde Genc gemeinsam verrichtet.

Straße soll nach Mevlüde Genc benannt werden

Kommentar
Wenn Schlagzeilen schneller werden als unser Mitgefühl

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Von Henriette Wild Manchmal frage ich mich, ob unsere Welt überhaupt noch atmet. Kaum öffnet man das Handy, prasseln neue Schlagzeilen auf einen ein. Eine Überschrift schlimmer als die andere. Kaum hat man eine verarbeitet, steht schon die nächste in dicken Buchstaben auf dem Bildschirm. Es fühlt sich an, als würde niemand mehr innehalten, nicht einmal für einen Moment. Besonders deutlich wurde mir das wieder, als die tragische Nachricht von der Familie Böcek aus Istanbul bekannt wurde. Eine ganze Familie wurde aus dem Leben gerissen. Diese Menschen waren noch nicht einmal unter der Erde, da tauchten schon die nächsten Schlagzeilen auf: Weitere Todesfälle, neue Verdachtsfälle auf Vergiftungen, neue Katastrophen. Ein schreckliches Unglück jagte das andere, und das alles innerhalb weniger Stunden. Ich finde das sehr erschreckend. Nicht nur wegen der Tragödien selbst, sondern wegen der Eile, mit der wir sie konsumieren. Es bleibt kaum Zeit, überhaupt zu begreifen, was da passiert ist. Es entsteht kaum Raum für Mitgefühl, kaum Raum für Trauer. Und viel zu selten nehmen wir uns die notwendige Zeit, über die Menschen hinter den Schlagzeilen nachzudenken. Jede dieser Meldungen ist mehr als ein kurzer Moment im Nachrichtenticker. Da stehen Familien dahinter, Nachbarn, Freunde, Leben, die plötzlich stillstehen. Und wir? Wir scrollen weiter. Nicht, weil wir herzlos wären, sondern weil uns dieser ständig rasende Nachrichtenstrom dazu zwingt, Schritt zu halten. Dabei wäre genau jetzt etwas anderes nötig: Ein kurzer Halt. Ein Atemzug. Ein Moment, in dem wir uns wirklich mit dem Geschehen befassen, statt einfach weiterzugehen. Unsere Gesellschaft hat das schnelle Reagieren perfektioniert, aber das bewusste Fühlen scheint dabei irgendwo auf der Strecke geblieben zu sein. Vielleicht sollten wir wieder lernen, die Welt für einen Moment leiser zu drehen. Nachrichten nicht nur zu lesen, sondern zu würdigen. Ein bisschen länger bei einem Schicksal zu verweilen, bevor wir das nächste anklicken. Nicht wegschauen, aber auch nicht jagen. Denn wenn Mitgefühl keine Zeit mehr bekommt, leidet am Ende nicht nur die Menschlichkeit, sondern auch unsere Fähigkeit, aus all dem etwas zu lernen.
Zum Thema

Tragödie in der Türkei Vierter Todesfall in Istanbul: Familienvater verstorben

In Istanbul-Fatih kam nun auch Servet Böcek, der wegen Verdachts auf Lebensmittelvergiftung seine Frau und zwei Kinder verloren hatte und auf der Intensivstation behandelt wurde, ums Leben.

Vierter Todesfall in Istanbul: Familienvater verstorben
 

Türkei
Berufungsgericht bestätigt Plagiatsurteil gegen Elif Şafak

Istanbul – Ein Berufungsgericht in Istanbul hat ein Plagiatsurteil gegen die Schriftstellerin Elif Şafak bestätigt. Der 16. Zivilsenat des Regionalen Berufungsgerichts entschied zugunsten der Klägerin, der Autorin und Journalistin Mine Kırıkkanat. Sie wirft Şafak vor, in deren 2002 erschienenem Roman Bit Palas Passagen aus ihrer eigenen 1990 veröffentlichten Novelle Sinek Sarayı übernommen zu haben. Die deutsche Übersetzung von Şafaks Roman erschien 2008 unter dem Titel Der Bonbonpalast. Nach Auffassung des Gerichts gehen die Übereinstimmungen „über bloße Inspiration hinaus“. Ein Gutachten bestätigte demnach klare Parallelen in Handlung, Figuren und Aufbau. Kırıkkanat zeigte sich nach der Entscheidung auf der Plattform X erleichtert. Die Entscheidung sei ein wichtiger Schritt zum Schutz geistigen Eigentums, erklärte sie. Die Berufungsanträge Şafaks und ihres Verlags Doğan Kitap wurden abgewiesen. Kırıkkanat hat Anspruch auf Schadensersatz. Sie hatte die Klage im November 2021 wegen Urheberrechtsverletzung eingereicht. Kemal Bölge/Istanbul

Reisen
Winterurlaub in Deutschland Drei Regionen, drei Wohlfühlorte

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Von Helene Mild Wenn der Winter sich von seiner ruhigen Seite zeigt, die Landschaft in sanftes Weiß hüllt und die Luft klar und frisch ist, dann bekommt ein Winterurlaub in Deutschland seinen ganz besonderen Reiz. Zwischen Bergen, Wäldern und vulkanischen Seen gibt es drei Regionen, die als idealer Ausgangspunkt für winterliche Erlebnisse einladen. Jedes Gebiet hat seinen völlig eigenen Charakter und bietet sehr komfortable Unterkünfte, die einen Aufenthalt besonders angenehm gestalten. Ein Winterurlaub in Deutschland bedeutet nicht nur kurze Wege, sondern auch eine wunderbare Vielfalt an winterlichen Impressionen. Ob man die Stille einer Schneelandschaft sucht, oder eher Lust auf aktive Tage im Schnee hat oder doch lieber gemütliche Wellnessstunden bevorzugt, hier findet jeder den Winter, der zu ihm passt. Die Kombination aus Naturerlebnis, regionalem Charme und modernen Unterkünften macht Deutschland zu einem überraschend vielseitigen Winterreiseziel. Und das Beste: All das liegt näher, als man denkt und lässt sich ohne großen Aufwand genießen.

Das märchenhafte Allgäu mit exklusivem Komfort

Das Allgäu gehört zu den beliebtesten Regionen für einen Winterurlaub in Deutschland. Ob mit der Familie oder mit Freunden, die großartigen Gipfel und die tief verschneiten Wälder bieten Entspannung für jedermann. Inmitten dieser Natur befindet sich ein moderner Ferienpark, der sich perfekt dafür eignet, die winterliche Atmosphäre zu genießen. Von hier aus lassen sich Skiabfahrten zu den bekannten Allgäuer Skigebieten erreichen. Aber auch die Schneeschuhwanderer oder die Spaziergänger kommen im Allgäu auf ihre Kosten. Und die zahlreichen Rodel- und Schlittenbahnen bieten jedem Alter einen ganz besonderen Spaß. Natürlich darf der Komfort auch im Winterurlaub in Deutschland nicht fehlen. Vor dem Kamin, in der Sauna oder im Whirlpool lässt sich nach einem frostigen Tag viel Wärme und Gemütlichkeit tanken. Das Allgäu hat für jeden den perfekten Mix aus aktiven und entspannten Wintermomenten. Auch barrierefreie Optionen sind selbstverständlich komfortabel, modern und so gestaltet, dass alle gemeinsam den Winter erleben können.

Hochsauerland – Wintervielfalt im westdeutschen Mittelgebirge

Das Hochsauerland ist ein kleines Winterwunder. Viele unterschätzen seine Schneesicherheit, bis sie es selbst erleben. Die Region bietet eines der größten Wintersportgebiete nördlich der Alpen und verbindet Aktivtage mit einer überraschenden Portion Ruhe.

Komfort der Unterkünfte im Hochsauerland

Die verschiedenen Erlebnisklassen hier sind eine Einladung, ganz nach seinen Wünschen den Winter zu gestalten. Viel Platz für Familien, stilvolle Rückzugsorte für Paare oder großzügige Häuser für Freunde. Im Hochsauerland kommt jeder auf seine Kosten. Warme Wohnbereiche mit Kamin schaffen eine Atmosphäre, die nur im Winter entsteht: gemütlich und völlig entspannt. Je nach gewählter Kategorie dürfen sich Gäste auf private Saunen, helle Wohlfühlbäder oder Terrassen freuen, die eine stille winterliche Aussicht bieten. Natürlich gibt es auch hier barrierefreie Einheiten, damit niemand auf winterliche Abenteuer verzichten muss.

Winteraktivitäten im Hochsauerland

Nahezu 100 Kilometer Pisten und Loipen durch tief verschneite Wälder, Wanderwege und kinderfreundliche Rodelhänge machen diese Region zu einem abwechslungsreichen Winterurlaub. Und das Schönste: Nach jedem kalten Tag wartet ein warmes und komfortables Zuhause.

Vulkaneifel – Stille, Natur und ein sanfter Winter

Die ruhigste Form des Winters kann man in der Eifel erleben. Kein Remmidemmi, keine überfüllten Hänge. Diese Region wird von sanften Hügeln, einer vulkanischen Landschaft und Wäldern, die im Winter fast verzaubert wirken, geprägt. Ein Ort, an dem man zur Ruhe kommt, ohne sich abseits zu fühlen.

Komfort der Unterkünfte in der Eifel

Auch hier gibt es Ferienunterkünfte, die von behaglich bis luxuriös reichen. Perfekt für alle, die einen Winter suchen, um die Ruhe zu genießen. Moderne Elemente verbunden mit einem warmen Design sowie bevorzugten natürlichen Materialen, geben den Unterkünften einen besonders freundlichen Charakter. Und wer sich etwas Komfort gönnen möchte, findet Häuser mit einer privater Sauna, einem wärmenden Kamin oder Wellnesszugaben, die jeden Tag zu einem besonderen Tag machen. Barrierefreie Varianten sorgen dafür, dass wirklich alle die Schönheit dieses Winters genießen können.

Winterspaß in der Eifel

Im Winter kann man in der Eifel gut wandern gehen, zum Beispiel an den Maaren. Es gibt Loipen zum Langlaufen durch ruhige Wälder, kleine Hügel zum Rodeln und schnuckelige Winterorte in der Nähe. In der Eifel ist der Winter einfach gemütlich und total entspannt.

Winterurlaub in Deutschland – drei Regionen mit allen Möglichkeiten

Ob mit Alpenblick, im Mittelgebirge oder in vulkanischer Landschaft, hier findet jeder den perfekten Ort für einen entspannten Winterurlaub in Deutschland. Die Mischung aus Natur, Komfort und schönen Erlebnissen macht diese Regionen so besonders. Mal ist der Winter aktiv und aufregend, mal ruhig und erholsam, aber immer genau richtig.
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