Pestizid-Vergiftung
Bali: Tote und über 20 Verletzte nach Vergiftung im Hostel

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Denpasar – Ein spannendes Backpacking-Abenteuer wurde für eine Gruppe junger Reisender zum Albtraum, als die 25-jährige chinesische Touristin Deqing Zhuoga tot in ihrem Zimmer in einem Hostel aufgefunden wurde. Berichten zufolge kam es zu einer Massenvergiftung, bei der mindestens 20 weitere Personen ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten. Die Behörden vermuten, dass der Vorfall mit einer kürzlich durchgeführten Begasung wegen eines schweren Bettwanzenbefalls in Zusammenhang stehen könnte, was dringende Fragen zur Sicherheit in Unterkünften in diesem beliebten indonesischen Urlaubsort aufwirft. Das Grauen ereignete sich im Clandestino Hostel, einem selbsternannten „Party-Hostel” im Küstendorf Canggu, das für seine nächtlichen gesellschaftlichen Veranstaltungen und kostenlosen gemeinsamen Abendessen bekannt ist, die Alleinreisende aus aller Welt anziehen. Zhuoga, die erst seit wenigen Tagen in einem Mehrbettzimmer wohnte, nahm am 31. August zusammen mit anderen Gästen an einem gemeinsamen Abendessen teil. Innerhalb weniger Stunden brach Chaos aus, als bis zu 20 Personen – darunter auch Zhuoga – heftige Symptome zeigten: starkes Erbrechen, hohes Fieber, Schüttelfrost und in einigen Fällen Blut im Erbrochenen, berichtet Daily Mail. Zhuogas Mitbewohnerin, Leila Li, eine Mitreisende aus China, schilderte Reportern die schreckliche Szene. „Sie war zu krank, um sich zu bewegen oder Hilfe zu rufen, und lag stundenlang in ihrem Bett und erbrach sich, während andere Gäste um Hilfe rannten“, sagte Li. Obwohl sie ihre Freundin drängte, sich in ärztliche Behandlung zu begeben, antwortete Zhuoga nie auf ihre SMS. Li selbst wurde dreimal zu einem medizinischen Zentrum gebracht, bevor endlich ein Krankenwagen eintraf, wo die Ärzte bei ihr eine Kombination aus Pestizid- und Lebensmittelvergiftung diagnostizierten – weit entfernt von der ursprünglich vermuteten „Bali-Bauchkrankheit“, der häufigen Reisediarrhö, die oft auf kontaminierte Straßenverpflegung zurückgeführt wird. „Mein Arzt bestätigte, dass es sich um eine Vergiftung durch Pestizide und Lebensmittelvergiftung handelte“, sagte sie. „Als ich das Hostel verließ, ging es mir besser, aber als ich in das Zimmer zurückkehrte, traten die Symptome wieder auf.“ Sie sagte, Zhuoga habe erwähnt, dass ein benachbarter Schlafsaal kürzlich wegen einer schweren Bettwanzenplage zur Desinfektion geschlossen worden sei. Inspektor Ahmad hat bestätigt, dass das Hostel aufgrund der vielen Gäste mit identischen Symptomen weiteren Untersuchungen unterzogen wird, aber die Überlebenden sagen, dass die Behörden viel zu langsam sind und befürchten, dass weitere Reisende zu Schaden kommen könnten. „Sie versuchen, die Sache zu vertuschen, und ich möchte die Leute warnen, damit so etwas nicht noch einmal passiert“, sagte Frau Li.
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– Tragödie in der Türkei – Vierter Todesfall in Istanbul: Familienvater verstorben

In Istanbul-Fatih kam nun auch Servet Böcek, der wegen Verdachts auf Lebensmittelvergiftung seine Frau und zwei Kinder verloren hatte und auf der Intensivstation behandelt wurde, ums Leben.

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Gaza-Konflikt
„Massaker in Gaza“: Pep Guardiola verurteilt Israel

Madrid – In einem hitzigen Radiointerview hat Pep Guardiola, Trainer von Manchester City, heftige Kritik an Israel geübt. Er warf dem Land „Massaker“ in Gaza vor und beklagte, dass die Welt das palästinensische Volk angesichts seines anhaltenden Leidens praktisch „im Stich gelassen“ habe. Der 54-jährige spanische Trainer gab am Montag dem Radiosender RAC1 ein Interview, kurz vor dem hochkarätigen Benefizspiel zwischen Katalonien und Palästina, das am Dienstag im Lluis-Companys-Stadion in Barcelona stattfand. Die Begegnung, deren Einnahmen der humanitären Hilfe und dem Wiederaufbau in Gaza zugutekommen, wurde von den Organisatoren bewusst als starkes Zeichen der Solidarität präsentiert. „Heutzutage weiß jeder alles, und mit diesem Spiel werden die Palästinenser sehen, dass es einen Teil der Welt gibt, der sich um sie kümmert“, sagte Guardiola und betonte, dass die Veranstaltung weit über reine Symbolik hinausgeht. Guardiolas Kommentare waren unverblümt und ungefiltert und bezogen sich direkt auf die erschütternden Bilder aus der Region. „Jedes Mal, wenn ich mir vorstelle, was mit den Menschen in Palästina geschieht, habe ich das Gefühl, dass die ganze Welt sie im Stich gelassen hat“, erklärte er mit frustrierter Stimme, wie Daily Mail berichtet.
„Vernichtung eines ganzen Volkes“
Er lehnte Euphemismen für die Gewalt ab und fragte: „Seit sehr langer Zeit lassen wir dort die Vernichtung eines ganzen Volkes zu. Weil sie sagen: ‚Sagt nicht Völkermord‘, frage ich mich, was es dann ist. Die Menschen, die dort leben, haben wir im Stich gelassen.“ Der ehemalige Trainer von Barcelona und Bayern München, bekannt für sein taktisches Genie auf dem Spielfeld, hielt sich nicht zurück, als er die Asymmetrie des Konflikts verurteilte. „Ich kann mir niemanden auf dieser Welt vorstellen, der das verteidigen könnte. Ich kann es einfach nicht begreifen“, sagte er und fügte hinzu, dass er persönlich Juden und Israelis kenne, aber noch niemanden getroffen habe, der „die Bilder, die wir sehen“ rechtfertigen könnte. Guardiola stellte das Thema nicht als parteipolitischen Kampf, sondern als humanitäre Krise dar und betonte: „Es geht nicht darum, sich auf die Seite derer zu stellen, die Recht haben. Es geht darum, dass sie die Bilder sehen und unsere Kinder könnten dort sein.“
„Auf der Seite Palästinas“
Guardiola machte seine Haltung unmissverständlich klar: „Ich stehe absolut auf der Seite Palästinas, der unschuldigen Menschen, die täglich ermordet werden, weil der Mann, der dies ausarbeitet, entscheidet, was er entscheidet. Denn wenn er nicht in der Lage ist, es durch einen Waffenstillstand, eine Geste, die von Ihnen erwähnte Symbolik zu lösen, sondern nur durch Gewalt. Der eine hat extrem mächtige Waffen und der andere nicht.“ Das Interview findet vor dem Hintergrund des Krieges zwischen Israel und der Hamas statt, der nach den Angriffen der Hamas am 7. Oktober 2023 ausgebrochen ist, bei denen 1.219 Menschen in Israel getötet wurden, überwiegend Zivilisten. Die darauf folgende militärische Reaktion Israels hat Gaza verwüstet. Das Gesundheitsministerium des Gebiets, dessen Zahlen von den Vereinten Nationen als zuverlässig eingestuft werden, meldet über 70.000 palästinensische Todesopfer, darunter überwiegend Zivilisten, darunter Frauen und Kinder.
UN: „Israel begeht einen Völkermord“
Eine Untersuchungskommission der Vereinten Nationen kam im September zu dem Schluss, dass Israel in Gaza Völkermord begangen hat, eine Feststellung, die internationale Empörung ausgelöst hat. Guardiolas Worte spiegeln eine wachsende Zahl von Stimmen in der Sportwelt wider, die Rechenschaft fordern.
Israel soll von sportlichen Wettbewerben ausgeschlossen werden
Erst letzte Woche forderte ein von rund 70 Sportlern unterzeichneter Brief – darunter Stars der Premier League, der ehemalige englische Cricketspieler Moeen Ali, Chadi Riad und Cheick Doucoure von Crystal Palace sowie der ehemalige Trainer von Leicester City, Nigel Pearson – die UEFA auf, Israel von internationalen Wettbewerben auszuschließen. Unter dem Banner von Athletes 4 Peace organisiert, erklärte das Schreiben:
„Kein gemeinsamer Veranstaltungsort, keine gemeinsame Bühne und keine gemeinsame Arena in der internationalen Zivilgesellschaft sollte ein Regime willkommen heißen, das Völkermord, Apartheid und andere Verbrechen gegen die Menschlichkeit begeht.“
Die Gruppe forderte ein Ende der „Straffreiheit“ Israels, indem es bis zum Erreichen eines Waffenstillstands von Sport- und Kulturveranstaltungen ausgeschlossen wird. Während sich Manchester City auf sein nächstes Premier-League-Spiel vorbereitet, hat Guardiolas Intervention bereits eine Debatte in den sozialen Medien ausgelöst, in der seine Anhänger seinen Mut loben und Kritiker ihm vorwerfen, sich in die Geopolitik einzumischen. Für den in Katalonien geborenen Trainer, dessen Karriere von offenem Aktivismus geprägt ist – darunter seine lautstarke Unterstützung für die Unabhängigkeit Kataloniens –, ist dies jedoch eine persönliche Angelegenheit. „Sie sind nicht dafür verantwortlich, dass sie in Palästina geboren wurden“, sagte er über das palästinensische Volk. „Die Jungen und Mädchen, Väter und Mütter oder Großmütter und Großväter, die dort geboren wurden.“ Es ist nicht das erste Mal, dass Guardiola Israels Vorgehen in Gaza verurteilt. Bereits im Juni 2025 hielt er anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Manchester für seine Verdienste um den Fußball und sein philanthropisches Engagement durch die Guardiola Sala Foundation eine ebenso emotionale Rede zu diesem Konflikt.
„Was wir in Gaza sehen, ist so schmerzhaft, dass es mir im ganzen Körper wehtut“, sagte er mit brüchiger Stimme, als er das Leid mit universellen menschlichen Werten in Verbindung brachte. „Vielleicht denken wir, dass es uns nichts angeht, wenn wir sehen, wie vierjährige Jungen und Mädchen durch Bomben getötet werden. Aber seien Sie vorsichtig. Das nächste Mal sind wir dran.“
Guardiola forderte ein Ende der Gleichgültigkeit und warnte, dass der „Albtraum“ in Gaza jeden ereilen könnte. Er erzählte, wie ihn die Bilder als Vater verfolgten, da er seine eigenen Kinder in den Gesichtern der Kinder in Gaza sah.
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– Gaza-Konflikt – Israel: „Ich will in Gaza keine Türken sehen“

Erdogan warnte bereits vor einer Woche, dass Israel einen hohen Preis zahlen werde, sollte es gegen den Waffenstillstand verstoßen und erneut in den Krieg eintreten.

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Türkei
Historisches Scheidungsurteil in Istanbul: Ex-Ehemann muss „Katzenunterhalt“ für geliebte Haustiere zahlen

Istanbul – In einer bahnbrechenden Entscheidung, die landesweit für Aufsehen gesorgt hat, hat ein Familiengericht in Istanbul einen Mann dazu verurteilt, seiner Ex-Frau monatlich „Katzenunterhalt” für die Versorgung ihrer beiden gemeinsamen Katzen zu zahlen. Nach Ansicht von Rechtsexperten handelt es sich dabei um den ersten Fall dieser Art in der Türkei. Laut den Gerichtsunterlagen muss der geschiedene Ehemann seiner ehemaligen Ehefrau alle drei Monate 10.000 türkische Lira (etwa 290 US-Dollar) für das Futter, die tierärztliche Versorgung und das allgemeine Wohlergehen der Katzen überweisen. Die Zahlungen sollen bis zu zehn Jahre lang oder bis zum Tod beider Katzen fortgesetzt werden, je nachdem, was zuerst eintritt. Der Betrag wird außerdem jährlich entsprechend der Inflationsrate in der Türkei angepasst, um die Lebensqualität der Katzen zu gewährleisten. Die beiden Katzen bleiben im Sorgerecht der Ex-Frau, die erfolgreich argumentierte, dass die Tiere ihr sehr verbunden sind und sie ihre Hauptbezugsperson war. Obwohl Haustiere nach türkischem Recht immer noch als „Eigentum“ und nicht als Familienmitglieder oder Kinder gelten, berücksichtigte der Richter in diesem Fall die emotionale Bindung zwischen der Frau und den Katzen sowie das Wohlergehen der Tiere, berichtet die Hürriyet. Anwälte, die den Fall verfolgen, sagen, dass das Urteil eine langsame, aber spürbare Veränderung in der Art und Weise widerspiegelt, wie Gerichte in Scheidungsverfahren mit Haustieren umgehen. „Das ist unter der aktuellen Gesetzgebung höchst ungewöhnlich”, sagte die Familienrechtsanwältin Elif Demir, die nicht an dem Fall beteiligt war. „Haustiere sind rechtlich gesehen bewegliches Eigentum, wie ein Auto oder Möbel. Aber diese Entscheidung zeigt, dass Richter zunehmend bereit sind, über den Wortlaut des Gesetzes hinauszuschauen und das Wohlergehen der Tiere und die Mensch-Tier-Bindung zu berücksichtigen.“ Das Urteil hat in den sozialen Medien eine breite Diskussion ausgelöst, wobei viele Türken das Ergebnis als Sieg für Tierfreunde feiern. „Endlich hat jemand erkannt, dass Katzen zur Familie gehören!“, schrieb ein Nutzer auf X (ehemals Twitter), während andere Fotos ihrer eigenen Katzen mit Bildunterschriften wie „Warten auf meine Unterhaltszahlung“ teilten. Katzen nehmen in der türkischen Gesellschaft einen einzigartigen, privilegierten Platz ein, insbesondere in Istanbul, wo sie sich frei bewegen und von Einwohnern und Besuchern gleichermaßen geschätzt werden.
„Kedi“ – der Film
Der preisgekrönte Dokumentarfilm Kedi (türkisch für „Katze“) aus dem Jahr 2016 hat diese besondere Beziehung wunderschön eingefangen, indem er sieben Straßenkatzen durch die Stadtviertel begleitet und zeigt, wie Istanbuler aller Herkunft sie füttern, streicheln und beschützen. Viralvideos auf TikTok, Instagram und X zeigen regelmäßig Katzen, die auf Café-Theken faulenzen, in Bekleidungsgeschäften ein Nickerchen machen oder von Ladenbesitzern und Passanten von Hand gefüttert werden – ein alltäglicher Anblick, der die Stadt als eine der katzenfreundlichsten Metropolen der Welt berühmt gemacht hat. Ein Einwohner der Stadt drückte es nach Bekanntwerden des Urteils so aus: „In Istanbul sind Katzen nicht nur Haustiere, sie sind Bürger. Es ist nur richtig, dass das Gericht sie auch so behandelt hat.“
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– Katzenparadies – Türkei: Zahl der Katzenstädtchen-„Einwohner“ bereits vervierfacht

Ein Katzenstädtchen in der nordtürkischen Provinz Samsun, das im vergangenen Jahr für Straßenkatzen gegründet wurde, vergrößert sich von Tag zu Tag – und die Zahl seiner „Einwohner“ hat sich bereits vervierfacht.

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Immobilienmarkt
Mietrecht im Wandel: Neue Pflichten für Eigentümer und Chancen für Mieter

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Energieeffizienz, Sanierungspflichten und steigende Nebenkosten verändern den deutschen Immobilienmarkt aktuell von Grund auf. Während Eigentümer zunehmend in die Pflicht genommen werden, fordern Mieter mehr Transparenz und Planbarkeit. Das Mietrecht, das lange Zeit von Stabilität geprägt war, steht nun im Zentrum politischer und wirtschaftlicher Umbrüche. Vor allem die Energiewende bringt eine neue Dynamik in bestehende Mietverhältnisse, und damit Chancen, aber auch Konfliktpotenzial.

Sanierung als Streitpunkt zwischen Mietern und Eigentümern

Wer in diesen Monaten saniert, tut das selten freiwillig. Neue europäische Effizienzrichtlinien verpflichten Vermieter dazu, ältere Gebäude schrittweise auf ein höheres Energiestandardniveau zu bringen. Dämmung, Heizungsmodernisierung oder Photovoltaikanlagen sind heute die gesetzliche Erwartung. Doch während der Klimaschutz politische Zustimmung findet, stellen die Kosten viele Eigentümer vor Probleme. Investitionen im fünfstelligen Bereich lassen sich kaum kurzfristig refinanzieren. Zugleich gelten enge Grenzen für Mietanpassungen, um Mieter vor Überlastung zu schützen, und so entsteht ein Spannungsfeld, das juristische Expertise erfordert. Hier rät ein Anwalt in Bielefeld für Mietrecht, frühzeitig rechtliche Beratung einzuholen, bevor Modernisierungen begonnen werden. Denn schon kleine Formfehler in der Ankündigung oder falsche Berechnungsgrundlagen können spätere Mieterhöhungen unwirksam machen.

Wenn das Mietrecht auf Energierecht trifft

Die politische Zielrichtung ist klar. Der Gebäudesektor soll seinen CO₂-Ausstoß drastisch senken. Dafür müssen sowohl Neubauten energieeffizient geplant, als auch Altbauten modernisiert werden. Doch viele Fragen bleiben offen, etwa, wer für die Umsetzung und Kontrolle verantwortlich ist oder wie sich staatliche Förderungen in Mietverhältnissen auswirken. Gerade bei gemischt genutzten Immobilien, in denen Gewerbe- und Wohnflächen zusammentreffen, ist die Rechtslage komplex. Anwälte weisen darauf hin, dass Eigentümer künftig stärker in der Nachweispflicht stehen, wenn es um energetische Sanierungen geht. Dokumentationspflichten, Nachrüstfristen und technische Nachweise werden damit Teil des Mietrechts – und das als ein Bereich, der bislang kaum Berührung mit Umweltrecht hatte.

Transparenz und Kommunikation zwischen den Parteien

Für Mieter ändert sich vor allem, dass sie mehr Informationsrechte erhalten. Energieausweise, Sanierungspläne oder Nebenkostenaufstellungen müssen künftig offengelegt werden. Das Ziel ist, Vertrauen zu schaffen und Streitigkeiten zu vermeiden, denn viele Konflikte entstehen gerade deshalb, weil Modernisierungen als Kostentreiber wahrgenommen werden, obwohl sie die Nebenkosten langfristig deutlich senken können. Fachanwälte empfehlen Vermietern deshalb, frühzeitig das Gespräch mit ihren Mietern zu suchen und Modernisierungsvorhaben transparent zu erklären. So lassen sich Missverständnisse vermeiden, bevor sie zu rechtlichen Auseinandersetzungen führen.

Digitalisierung als Hilfsmittel

Auch digitale Lösungen halten Einzug ins Mietrecht. Plattformen für Vertragsverwaltung, Energieverbrauchsberichte oder Nebenkostenabrechnungen vereinfachen Abläufe und schaffen Nachvollziehbarkeit. Gleichzeitig wächst die Verantwortung, Datenschutz und Dokumentensicherheit zu gewährleisten. Mietdaten sind sensibel, weshalb Eigentümer sicherstellen müssen, dass gespeicherte Informationen nicht missbraucht werden können. Anwälte für Immobilienrecht betonen, dass rechtssichere digitale Prozesse künftig ein zentraler Bestandteil der Vermietung sein werden.

Eine neue Balance zwischen Eigentum und Verantwortung

Das Mietrecht entwickelt sich damit zunehmend zu einem Spiegel gesellschaftlicher Werte. Heute geht es um Nachhaltigkeit, Energieverbrauch und Verantwortung. Eigentümer, die vorausschauend handeln und juristische Beratung einbeziehen, sichern sich Planungssicherheit und können Förderprogramme optimal nutzen. Für Mieter eröffnet sich die Chance, in besser isolierten, zukunftsfähigen Wohnungen zu leben. Der Wandel verlangt Anpassung von beiden Seiten, doch langfristig profitiert die gesamte Gesellschaft, denn durch weniger Emissionen, stabile Wohnverhältnisse und ein Rechtssystem geht die Branche mit der Zeit.
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Bauwirtschaft
Finanzierung im Wandel: Wie Kapitalströme die Zukunft des Bauens verändern

Der deutsche Bausektor befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Steigende Zinsen, höhere Materialkosten und verschärfte Nachhaltigkeitsvorgaben verändern die Spielregeln auf dem Immobilienmarkt. Während viele Projekte ins Stocken geraten, entstehen gleichzeitig auch neue Chancen, und zwar insbesondere für Akteure, die Finanzierung und Innovation miteinander verbinden. Kapital wird in diesem Kontext zum entscheidenden Faktor, der über Realisierung oder Stillstand entscheidet, ob im Wohnquartier, Gewerbepark oder Energieprojekt.

Eine neue Dynamik im Finanzierungsmarkt

Traditionell galt die Baufinanzierung als solides Geschäft. Banken stellten Kredite bereit, Bauträger brachten Eigenkapital ein, und das Projekt nahm Gestalt an. Doch dieses Modell stößt zunehmend an seine Grenzen. Seit der Zinswende sind klassische Kreditlinien schwerer zu erhalten, und die Eigenkapitalanforderungen steigen. Gleichzeitig wächst der Bedarf an Projekten mit klarer Zukunftsausrichtung, von energieeffizientem Wohnraum über nachhaltige Gewerbeflächen bis hin zu modernisierten Industriearealen. Um solche Vorhaben zu realisieren, braucht es neue Kapitalstrukturen, die Flexibilität und Planungssicherheit vereinen. Hier kommen spezialisierte Partner ins Spiel, die Baufinanzierung strategisch denken.

Kapital mit Konzept

Akteure wie Capital Partners bieten maßgeschneiderte Lösungen für Bau- und Immobilienprojekte und stehen damit exemplarisch für den Übergang von reiner Kapitalbereitstellung zu ganzheitlicher Projektbegleitung, einen Trend, der die Branche zunehmend prägt. Ein solcher Partner versteht sich als Mitgestalter. Er bewertet Standortpotenziale, begleitet Genehmigungsprozesse und hilft, Finanzierungsrisiken frühzeitig zu minimieren. So wird Kapital gezielt eingesetzt, um Projekte resilienter und marktfähiger zu machen.

Nachhaltigkeit als Investitionsstrategie

Parallel verändert sich auch die Perspektive auf Rendite. Investoren achten zunehmend auf ökologische und soziale Kriterien. Der Begriff ESG – Environmental, Social, Governance – ist längst fester Bestandteil der Bauwirtschaft geworden. Für viele Kapitalgeber bedeutet das, nachhaltige Baustoffe, effiziente Energiekonzepte und soziale Infrastruktur in die Projektplanung zu integrieren. Investitionen sollen bevorzugt in Projekte fließen, die langfristig tragfähig sind, etwa durch Photovoltaik-Integration, nachhaltige Wärmekonzepte oder ressourcenschonende Bauweisen. Diese Form der Kapitallenkung wirkt doppelt, denn sie stärkt den Marktwert der Immobilien und erfüllt zugleich gesellschaftliche Erwartungen an Verantwortung und Umweltbewusstsein.

Digitalisierung schafft Transparenz

Ein weiterer Schlüsselfaktor für die Zukunft der Baufinanzierung ist die Digitalisierung. Projekte, die früher ausschließlich auf dem Papier kalkuliert wurden, werden heute in digitalen Zwillingen modelliert, die Kosten, Zeit und Material präzise simulieren. Für Investoren bietet das neue Transparenz und schnellere Entscheidungswege. Auch auf der Finanzierungsseite werden digitale Tools eingesetzt, um Projekte zu bewerten, Risiken zu streuen und Investitionen zu steuern. Akteure setzen dabei auf datenbasierte Analysen, die helfen, die Rentabilität von Vorhaben schon vor Baubeginn realistisch einzuschätzen. So wird aus einem oft intransparenten Prozess ein nachvollziehbares, messbares System, das Vertrauen zwischen Bauträgern, Investoren und Finanzpartnern schafft.

Chancen trotz Unsicherheit

Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen bleibt die Nachfrage nach Wohn- und Gewerberaum in Deutschland hoch. Urbanisierung, Energieeffizienz und Modernisierung alter Gebäudebestände sorgen für stabile Perspektiven. Entscheidend ist, wer in der Lage ist, Projekte solide zu strukturieren und flexibel auf Marktbewegungen zu reagieren. Gerade in diesem Umfeld gewinnen Kapitalpartner an Bedeutung, die schnell und strategisch handeln können. Sie gestalten so die Zukunft des Bauens aktiv mit, von der Planung bis zur Fertigstellung, und entwickeln neue Geschäftsmodelle, die zeigen, dass Kapital weit mehr sein kann als nur Geld. Es wird zur treibenden Kraft für Innovation, Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Stabilität.
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Digitalisierung
Lesen wir noch? Wie Zeitungen und Zeitschriften in der digitalen Welt überleben

Der morgendliche Griff zum Smartphone ist heute so natürlich wie das Ausschalten des Weckers, denn in vielen Haushalten geschieht beides inzwischen über das gleiche Gerät. Und wer schon beim Aufstehen zum Handy greift, liest vermutlich auch direkt seine Nachrichten, checkt Benachrichtigungen und scrollt, bis er so langsam wach wird. Selbst die Nachrichten kann man sich während des Kaffeekochens moderieren lassen, und schon wirkt die klassische Zeitung und selbst die früher so beliebte Zeitschrift wie ein Relikt der Vergangenheit.

Ein neues Medium für eine neue Zeit

Dass sich die Welt der Medien verändert, ist nichts Neues. Das Interesse an journalistischen Inhalten ist nach wie vor hoch, doch das Format verschiebt sich, weshalb sich eine konkrete Frage aufdrängt: Wie überleben klassische Print-Medien in einer Zeit, in der so viel nur noch digital stattfindet? Laut aktuellen Medienanalysen lesen rund 60 % der Deutschen regelmäßig journalistische Inhalte und etwa die Hälfte davon liest digital. Die gedruckten Zeitschriften mögen an Reichweite verlieren und sogar in den Wartezimmern der Ärzte verstauben, doch die digitalen Pendants gewinnen konstant an Bedeutung. Besonders beliebt sind Wochenmagazine und Lifestyle-Titel wie das BUNTE E-Paper, das nicht gegen den digitalen Wandel anzugehen versucht und sich stattdessen elegant mit ihm weiterentwickelt.

Vom Papier zu den Pixeln

Um die traditionellen Leser nicht rücksichtslos abzuhängen, setzen viele Verlage heute auf hybride Modelle, bei denen sie weiterhin Print-Ausgaben für die Stammleser herausbringen, aber auch auf digitale Varianten für die mobilen, oft jüngeren, Zielgruppen veröffentlichen. Ein E-Paper kann man heute genauso abonnieren wie die klassische Print-Ausgabe. Wichtig ist, dass das Ganze eine intuitive digitale Funktionalität aufbringt und mit Zoom, Suchfunktion und einem Archiv für ein angenehmes Leseerlebnis sorgen.

Zeitschriften bleiben relevant

Spannend ist, dass Leser nach wie vor auf vertrauenswürdige Printmarken setzen. Die sozialen Medien sind inzwischen zwar zum stetigen Begleiter vieler geworden, genießen dabei aber weniger das Vertrauen noch die redaktionelle Qualität, die Leser von echten Verlagen erwarten. Bei ihnen sind die Inhalte kuratiert, statt algorithmisch gefiltert und auch das entschleunigte Erlebnis beim Lesen gefällt noch immer vielen Menschen. Und auch aus Sicht der Unternehmen, die bei den Zeitschriften werben, bleiben sie attraktiv. Sie können davon ausgehen, dass sie ihre Zielgruppe präzise erreichen und nicht einfach weggeklickt werden, wenn sie bei der falschen Person landen.

Eine Branche und ihre Herausforderungen

Und trotzdem müssen Verlage mit der Zeit gehen. Die Produktions- und Papierkosten klassischer Zeitschriften steigen und jüngere Leser konsumieren ihre Nachrichten eben lieber digital. Wer also ein E-Paper herausbringt, seine eigene App entwickelt oder Audio-Versionen seiner Beiträge über Spotify oder Apple Music streamt, kann sein Angebot diversifizieren und auch jüngere Kunden ansprechen. Und die Digitalisierung bietet dafür auch spannende Tools, denn die künstliche Intelligenz zum Beispiel unterstützt Redaktionen inzwischen konstruktiv beim Layout, der Übersetzung und sogar in der Inhaltsplanung, was, sofern gut geprüft, Kosten sparen kann.

Eine hybride Zukunft

Das klassische Magazin verschwindet also nicht, verändert aber seine Form. Leser sehnen sich weiterhin nach Geschichten, Hintergründen und Orientierung, verlangen aber auch ein flexibel aufrufbares, digitales Erlebnis. Tradition und Moderne müssen sich dabei nicht ausschließen, denn die Zukunft gehört hybriden Modellen, die Qualität mit digitaler Bequemlichkeit verbinden.
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– Digitale Transformation – Digitalisierung: Bereits jeder sechste Media Worker in branchenfremden Bereichen beschäftigt

Im Rahmen der Initiative #dasmitmedien legen nextMedia.Hamburg, Deloitte und XING die erste Studie zur Bestandsaufnahme der Media Worker in Deutschland vor.

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Naher Osten
Israel: Türkei stellt „größte Bedrohung“ dar

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Jerusalem – Ein israelischer Minister hat die Türkei als größte Sicherheitsbedrohung für den israelischen Staat bezeichnet und vor den strategischen Risiken gewarnt, die durch die aggressive Außenpolitik Ankaras und die zunehmende militärische Präsenz in der Region entstehen. Amichai Chikli, Israels Minister für Diaspora-Angelegenheiten und Bekämpfung von Antisemitismus, warnte in einem Interview mit dem israelischen Fernsehsender Kan, dass die Türkei derzeit die größte Bedrohung für Israel darstelle. Er sagte, dass der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und Außenminister Hakan Fidan eine „äußerst aggressive Außenpolitik“ in der Region verfolgten. Chikli wies auf die wachsende militärische Präsenz der Türkei in Nordsyrien hin, darunter den Bau von Stützpunkten zur Unterstützung von Mitgliedern der Hayat Tahrir al-Sham, und bezeichnete dies als direktes Sicherheitsrisiko für Israel. Er betonte die strategischen Gefahren, die von den Aktivitäten und dem Einfluss Ankaras ausgehen, und erklärte, Israel müsse erkennen, dass „das Böse aus dem Norden kommen wird”. „Das Böse wird aus dem Norden kommen“, fügte der Minister hinzu und unterstrich mit biblischen Anspielungen die Gefahr, die von den nördlichen Grenzen der Türkei ausgeht. Chiklis Äußerungen kommen zu einer Zeit, in der die Spannungen zwischen Jerusalem und Ankara zugenommen haben. Er hob insbesondere die Unterstützung der Türkei für militante Gruppen in Nordsyrien hervor, darunter die Einrichtung von Militärstützpunkten. „Wir sehen Erdoğans Türkei als den neuen Iran – nicht weniger“, erklärte Chikli.
„Aggressive Außenpolitik der Türkei“
Die Äußerungen des Ministers berühren auch weiterreichende strategische Belange. Chikli kritisierte die „äußerst aggressive Außenpolitik“ der Türkei unter Erdoğan und Außenminister Hakan Fidan und verwies dabei auf den wachsenden Einfluss Ankaras im östlichen Mittelmeerraum und darüber hinaus. Als Reaktion darauf forderte er eine Stärkung der Allianzen mit den Partnern im Mittelmeerraum. Israel führte kürzlich gemeinsame Marineübungen mit griechischen Streitkräften in der Region durch, was Chikli als unerlässlich für die Bekämpfung des türkischen Expansionismus lobte. Er sprach sich außerdem für eine Vertiefung der Beziehungen zu Zypern und Italien aus, um wirtschaftliche und sicherheitspolitische Interessen zu wahren. Im Bereich der Verteidigung lehnte Chikli den Verkauf moderner F-35-Stealth-Kampfflugzeuge durch die USA an regionale Akteure ab, sofern dieser nicht mit einer diplomatischen Normalisierung der Beziehungen zu Israel verbunden sei – eine Haltung, die die Besorgnis Jerusalems über die Verbreitung von Waffen in einer volatilen Nachbarschaft widerspiegelt. Er bekräftigte auch Israels entschiedene Ablehnung der Gründung eines palästinensischen Staates als Teil eines saudischen Normalisierungsabkommens und bezeichnete dies als eine nicht verhandelbare rote Linie. Obwohl Chiklis Äußerungen noch keine offizielle Reaktion von türkischer Seite hervorgerufen haben, spiegeln sie doch seit langem bestehende gegenseitige Vorbehalte wider. Die Türkei hat Israel wiederholt vorgeworfen, die Region zu destabilisieren, und Erdoğan selbst bezeichnete Premierminister Benjamin Netanjahu im Juni als „größte Bedrohung für die regionale Sicherheit.
Türkei blockiert Israels Teilnahme an NATO-Übung
Ankaras Blockade der israelischen Teilnahme an NATO-Manövern Anfang dieses Jahres und seine lautstarke Unterstützung für palästinensische Anliegen haben die Beziehungen weiter belastet, die einst durch wirtschaftliche Partnerschaften gestützt wurden, nun aber durch geopolitische Differenzen zerrüttet sind. Israelische Sicherheitsanalysten haben unterschiedliche Meinungen zu dieser Einschätzung. Einige, wie beispielsweise in einem Bericht der israelischen Negal-Kommission vom Mai, stufen die Ambitionen der Türkei – insbesondere ihre Verstrickungen in Syrien – sogar als eine noch größere Gefahr ein als die unmittelbaren Gefahren durch den Iran.
ZUM THEMA

– Netanhau-Haftbefehl – Völkermord: Türkei erlässt Haftbefehle gegen Netanjahu

In einer kühnen Eskalation des internationalen rechtlichen Drucks auf die israelische Führung hat die Staatsanwaltschaft Istanbul Haftbefehle gegen den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und 36 weitere hochrangige Beamte erlassen

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Tragödie in der Türkei
Vierter Todesfall in Istanbul: Familienvater verstorben

Istanbul – In Istanbul-Fatih kam nun auch Servet Böcek, der wegen Verdachts auf Lebensmittelvergiftung seine Frau und zwei Kinder verloren hatte und auf der Intensivstation behandelt wurde, ums Leben. In einer herzzerreißenden Wendung der Ereignisse, die Istanbul erschüttert hat, ist die gesamte Familie Böcek – die Eltern Servet und Çiğdem Böcek sowie ihre kleinen Kinder Kadir Muhammet (6) und Masal (3) – nach einem mutmaßlichen Vergiftungsvorfall in einem Hotel im historischen Stadtteil Fatih ums Leben gekommen. Was als Familienurlaub begann, wurde zu einem Albtraum, der zunächst auf eine Lebensmittelvergiftung zurückgeführt wurde, nun aber mit dem illegalen Einsatz von Pestiziden auf dem Hotelgelände zur Bekämpfung eines Schädlingsbefalls in Verbindung gebracht wird. Servet Böcek, 38, das Familienoberhaupt und Bauarbeiter aus Deutschland, kämpfte tagelang in kritischem Zustand um sein Leben. Er wurde an lebenserhaltende Geräte angeschlossen, beatmet und rund um die Uhr überwacht, während die Ärzte gegen das mysteriöse Gift kämpften, das seinen Körper zerstörte. Tragischerweise verstarb auch Servet am Montagabend und hinterließ eine Lücke, die die Gemeinde erschütterte und Empörung über die Sicherheitsstandards des Hotels auslöste. Erste Ermittlungen deuteten auf eine Lebensmittelvergiftung hin, wobei der Verdacht auf lokale Straßenverkäufer und Restaurants in der Nähe des Hotels fiel. Die Behörden nahmen umgehend 11 Personen fest, darunter Betreiber eines Muschelstandes, einen Lokum-Verkäufer (türkische Süßigkeit), einen Kokoreç-Verkäufer (gegrillte Innereien) und einen Cafébesitzer, die alle im Zuge der weiteren Ermittlungen vor Gericht gestellt wurden, berichtet die Cumhuriyet. Forensische Teams durchsuchten das Hotel und nahmen Proben. Neue Beweise haben jedoch zu einer dramatischen Wende in der Darstellung der Ereignisse geführt. Laboruntersuchungen der Gesundheitsbehörde der Provinz Istanbul ergaben, dass die Symptome der Familie nicht auf eine bakterielle Kontamination durch Lebensmittel zurückzuführen sind, sondern auf die Exposition gegenüber hohen Konzentrationen illegaler Organophosphat-Pestizide – Chemikalien, die in der Türkei aufgrund ihrer neurotoxischen Wirkung für den Gebrauch in Innenräumen verboten sind. Quellen aus dem Umfeld der Ermittlungen, die anonym bleiben wollen, geben an, dass Hotelmitarbeiter diese verbotenen Substanzen in Gästezimmern und Gemeinschaftsbereichen versprüht hatten, um eine hartnäckige Bettwanzenplage zu bekämpfen, wobei sie Sicherheitsvorschriften missachteten und die Räume nicht ausreichend belüfteten. „Dies war kein Unfall, sondern ein rücksichtsloser Angriff auf das Leben selbst“, sagte ein hochrangiger Gesundheitsbeamter, der mit dem Fall befasst war, und schloss sich damit den zunehmenden Forderungen nach Rechenschaftspflicht an. Die Pestizide, die oft von landwirtschaftlichen Lieferanten geschmuggelt und fälschlicherweise für den Hausgebrauch gekennzeichnet werden, können eine schnell einsetzende cholinerge Krise auslösen – Symptome, die einer schweren Lebensmittelvergiftung ähneln, aber zu irreversiblem Organversagen führen. Der Gesundheitsdirektor der Provinz Istanbul, Abdullah Emre Güner, sprach vor dem Krankenhaus zu den Medien: „In der Familie Böcek, die aufgrund einer Erkrankung aus Fatih ins Krankenhaus gebracht wurde, hat nach den beiden Kindern und ihrer Mutter auch der Vater Servet Böcek trotz aller Maßnahmen sein Leben verloren.“ Güner betonte das Bekenntnis der Behörde zur Transparenz und versprach eine umfassende Überprüfung der Schädlingsbekämpfungspraktiken in den mehr als 1.500 registrierten Hotels der Stadt. Der Vorfall hat in den sozialen Medien und unter Tourismusvertretern große Empörung ausgelöst, wobei Hashtags wie #OtelZehirlenmesi (Hotelvergiftung) auf verschiedenen Plattformen zum Trend wurden. Aktivisten von Verbraucherschutzorganisationen, darunter der türkische Verbraucherverband, fordern die sofortige Einstellung des Hotelbetriebs und strengere Zulassungsbedingungen für Schädlingsbekämpfungsdienste. Während die Ermittlungen weitergehen, bleiben Fragen offen: Wie gelangten verbotene Chemikalien in ein Stadthotel? Wurden Kosteneinsparungen über die Sicherheit der Gäste gestellt? Und hätte diese Tragödie durch routinemäßige Kontrollen verhindert werden können? Die Staatsanwaltschaft von Fatih hat ihre Ermittlungen auf die Hotelleitung und die Lieferanten ausgeweitet, nachdem Autopsien Pestizidrückstände im Blut der Opfer bestätigt hatten.

Deutsche Familie
Türkei: Beim Vergiftungsvorfall Nutzung illegaler Pestizide vermutet

Istanbul – Was als Verdachtsfall einer Lebensmittelvergiftung durch einen beliebten Straßenverkäufer in Istanbul begann, hat eine dunklere Wendung genommen: Nach dem tragischen Tod einer Mutter (27) und ihrer zwei Kinder (3 und 6) aus Hamburg in Istanbul verdichten sich die Hinweise auf eine Vergiftung durch illegale Schädlingsbekämpfungsmittel in einem Hotel. Die Hotelleitung soll laut Berichten der türkischen Tageszeitung „Hürriyet“ Pestizide gegen Bettwanzen eingesetzt haben. Der Vorfall ereignete sich am 12. November, als die aus Deutschland angereiste Familie in einem belebten Lokal im Stadtteil Ortaköy, einem Touristenmagneten, der für seine Aussicht auf das Wasser und seine lebendige Gastronomieszene bekannt ist, gefüllte Muscheln und andere lokale Köstlichkeiten verspeiste. Frühe Berichte deuteten auf kontaminierte Straßenverpflegung als Ursache hin, nachdem die Familienmitglieder kurz nach dem Essen unter starker Übelkeit, Erbrechen und Atemnot litten. Die beiden Kinder im Alter von 6 und 3 Jahren erlagen ihren Symptomen am nächsten Tag, dem 13. November, während ihre Mutter am 14. November folgte. Der Vater befindet sich weiterhin intubiert in kritischem Zustand in einem örtlichen Krankenhaus.
(Foto: Privat)
„Tragischerweise hat sich herausgestellt, dass es sich bei dem vermeintlich eindeutigen Fall einer lebensmittelbedingten Erkrankung um tiefgreifendere Sicherheitsmängel handelt“, erklärte der Justizminister von Istanbul, Yilmaz Tunç, am Samstag in einer Stellungnahme, wie lokale Medien berichteten. Der Minister bestätigte, dass vorläufige Tests des Straßenessens keine üblichen Krankheitserreger ergeben hätten, sodass sich die Ermittlungen nun auf die Unterkunft der Familie konzentrierten. Am späten Freitag richtete sich der Fokus auf das Hotel im historischen Zentrum Istanbuls, in dem die Familie gewohnt hatte. Zwei nicht miteinander verwandte Touristen in dem Hotel wurden ebenfalls mit ähnlichen Symptomen – Übelkeit und Erbrechen – ins Krankenhaus eingeliefert, was am 15. November zu einer raschen Evakuierung aller Gäste führte. Forensische Teams begaben sich vor Ort und nahmen Proben von Bettwäsche, Handtüchern, Wasserflaschen und Lüftungsöffnungen. Vorläufige Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Vergiftung auf eine kürzlich durchgeführte Pestizidbehandlung zurückzuführen ist, bei der möglicherweise verbotene Agrarchemikalien zur Schädlingsbekämpfung in Innenräumen missbräuchlich eingesetzt wurden. „Anstatt mit zertifizierten Unternehmen zusammenzuarbeiten, beauftragen viele Hotels in den Vierteln Fatih, Laleli und Beyazıt nicht lizenzierte Firmen. Bettwanzen sind in den Hotelbetten dieser Gegenden weitverbreitet. Diese Firmen kaufen illegale Pestizide auf dem Schwarzmarkt und setzen sie dann ein“, so die Biologin Emel Kayıkçı gegenüber Hürriyet.
Diese Substanzen töten durch Inhalation sämtliche Lebewesen in der Umgebung ab. Bei einem Befall mit Bettwanzen in einem Hotel sind die Betten vermutlich mit solchen Mitteln besprüht worden. Die Chemikalien können über die Haut aufgenommen werden und zu schweren Vergiftungen führen. Daraufhin hat die Polizei Bettwäsche und Wasserproben sichergestellt.

Rüstungsindustrie
Türkei baut Kriegsschiff für NATO-Partner Portugal

Istanbul – Die Türkei hat offiziell mit dem Bau ihres ersten Militärschiffs für einen NATO-Verbündeten begonnen und am Sonntag eine Stahlschneidezeremonie für ein modernes Logistikunterstützungsschiff für die portugiesische Marine abgehalten. Die Veranstaltung, die in der ADA-Werft in Istanbul stattfand, signalisiert eine Vertiefung der Verteidigungsbeziehungen zwischen Ankara und Lissabon und unterstreicht die wachsende Kompetenz der Türkei im Bereich der Marineexporte. Mit der Zeremonie wurde der Bau des ersten von zwei Hilfs-Tanker- und Logistikversorgungsschiffen (AOR+) im Rahmen eines Auftrags im Wert von 300 Millionen Euro (320 Millionen US-Dollar) begonnen, der im Dezember 2024 an das türkische Verteidigungsunternehmen STM vergeben wurde. Diese Mehrzweckschiffe, die für die Betankung und Versorgung von Flotten auf See konzipiert sind, werden jeweils eine Verdrängung von rund 17.000 Tonnen haben, 180 Meter lang sein und über eine modulare Architektur für Missionen wie Treibstoff- und Munitionstransport, medizinische Versorgung und Katastrophenhilfe verfügen. Die Auslieferung des ersten Schiffes ist für 2028 geplant, das zweite soll kurz darauf folgen. STM-Geschäftsführer Özgür Güleryüz lobte diesen Meilenstein als „Beweis für die herausragende türkische Ingenieurskunst“ und verwies dabei auf die Integration einheimischer Systeme wie Radar- und Kommunikationstechnologie in die Schiffe. Das von Portugal als NRE+ (Navio Reabastecedor de Esquadra e Logístico) bezeichnete Projekt ersetzt die veraltete AOR Bérrio und verbessert die Fähigkeit Lissabons, längere Einsätze im Atlantik und im Mittelmeer durchzuführen. Der Stabschef der portugiesischen Marine, Admiral Henrique Gouveia e Melo, nahm am virtuellen Teil der Veranstaltung teil und lobte die Partnerschaft als „strategische Brücke über das Mittelmeer”. Der Vertrag, Portugals erste größere Verteidigungsbeschaffung aus der Türkei, kommt inmitten der Bemühungen Ankaras, die NATO-Lieferanten zu diversifizieren und die Abhängigkeit von traditionellen europäischen Schiffbauern wie denen in Spanien oder den Niederlanden zu verringern. Diese Zusammenarbeit baut auf Sondierungsgesprächen aus dem Jahr 2023 auf, als die Konzeptentwürfe von STM portugiesische Gutachter während Marineausstellungen beeindruckten. Analysten sehen darin einen Gewinn für beide Seiten: Portugal erhält kostengünstige, anpassbare Schiffe, die schätzungsweise 20 % günstiger sind als europäische Alternativen, während die Türkei ihre Exportbilanz stärkt, die in den letzten Jahren stark angestiegen ist. Die AOR+-Schiffe werden über einen hybriden Antrieb für mehr Effizienz, Hubschrauberdecks für bis zu zwei mittelschwere Rotoren und eine Kapazität für 100 Besatzungsmitglieder sowie modulare Krankenstationen verfügen, wodurch sie vielseitig für humanitäre Hilfe eingesetzt werden können. Der Bau bei ADA, einer privaten Werft mit langjähriger Erfahrung im Bau von Korvetten und Patrouillenbooten, erfolgt zu über 80 % mit lokalen Komponenten, was den Selbstversorgungszielen der Türkei entspricht. Angesichts der weltweit zunehmenden Spannungen auf See – von Störungen im Roten Meer bis hin zum Wettbewerb in der Arktis – werden solche Versorgungsschiffe für die Machtprojektion immer wichtiger. Für Portugal, einen wichtigen Akteur an der Südflanke der NATO, werden die beiden Schiffe die operative Reichweite erweitern, ohne die durch die Inflation belasteten Haushalte zu belasten. Der türkische Verteidigungssektor hat sich zu einer globalen Macht im Bereich der Waffenentwicklung und -herstellung entwickelt – eine Transformation, die aus der Not heraus entstanden ist. Die Branche gewann nach den westlichen Waffenembargos infolge der Invasion Zyperns 1974 an Dynamik, die Ankara dazu zwangen, in heimische Kapazitäten zu investieren. Was als einfache Montagelinien begann, hat sich in den letzten zehn Jahren dank staatlicher Anreize und eines Booms in Forschung und Entwicklung explosionsartig entwickelt und die Türkei bis 2024 zum 13. größten Waffenexporteur der Welt gemacht. Heute liefert sie Hightech-Ausrüstung wie Bayraktar TB2-Drohnen – die sich in der Ukraine und in Libyen im Einsatz bewährt haben – in über 30 Länder, neben Korvetten nach Pakistan und Indonesien und T129-Kampfhubschraubern auf die Philippinen und nach Nigeria, und festigt damit ihre Rolle als Brücke zwischen Ost und West in der Verteidigungsinnovation.
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