Gaza-Konflikt
Israel bestätigt Tod von 5 Kindern in Gaza

0
von Nabi Yücel Das israelische Militär hat bestätigt, für den Tod von fünf palästinensischen Kindern im Gaza verantwortlich zu sein. Der Vorfall ereignete sich am letzten Tag der jüngsten Bombardierungen des belagerten Gazastreifens, während einer Operation gegen den Palästinensischen Islamischen Dschihad PIJ. Laut der israelischen Tageszeitung Haaretz haben in Israel hochrangige Mitglieder der Israel Defence Force IDF heute zugegeben, in der vergangenen Woche bei einem Bombardement auf den Gazastreifen auch fünf palästinensischer Kinder getötet zu haben. Der Vorfall ereignete sich demnach am 7. August im Norden des Gazastreifens in der Stadt Jabalia. Dabei wurden ein 4-jähriges, ein 13-jähriges sowie drei 16-jährige Kinder getötet, als sie sich zu der Zeit im Friedhof der Stadt aufhielten. Augenzeugenberichten zufolge kamen die Kinder fast täglich in den Friedhof, um sich „sicher zu fühlen“. Unmittelbar nach dem Angriff auf den Friedhof hatten mehrere hochrangige israelische Offiziere erklärt, die fünf Kinder seien von einer fehlgezündeten Rakete des Islamischen Dschihad getötet worden. Im Laufe von drei Tagen hatte die israelische Armee in der vergangenen Woche eines der dicht besiedelten Gebiete der Erde mit Raketen beschossen. Dabei wurden bislang 49 Menschen, darunter 17 Kinder, getötet. Bei der Operation „Morgendämmerung“ der israelischen Armee wurden mindestens 360 Zivilisten zum Teil schwerverletzt. Israel begründete die Militäroffensive damit, es habe die Operation gegen Gaza aus Angst vor Vergeltungsangriffen des Islamischen Dschihad gestartet, nachdem ein hochrangiger Anführer der Gruppe, Bassam al-Saadi, in der besetzten Stadt Jenin im Westjordanland festgenommen worden sei. Letzte Woche berichtete das +972 Magazine, ein gemeinnütziges Magazin von palästinensischen und israelischen Journalisten, dass ehemalige israelische Armeeangehörige enthüllt hätten, wie die Armee Angriffe in Gaza genehmigt, obwohl sie wisse, dass dabei Zivilisten getötet werden. Solange die Zahl der getöteten Zivilisten als niedrig genug erachtet werde, würde die Armee die Operationen fortsetzen.

Ukraine-Krieg
Ukraine: Erdogan trifft UN-Chef Guterres und Selenskyj in Lwiw

0
New York – Im Ukraine-Krieg zeichnet sich eine neue diplomatische Initiative ab. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan trifft am Donnerstag UNO-Generalsekretär Antonio Guterres und den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj  in der Ukraine. Geplant sei ein Treffen in Lwiw, sagte ein UNO-Sprecher in New York. In einer Erklärung der türkischen Kommunikationsdirektion heißt es, dass auf dem trilateralen Gipfel Schritte erörtert werden sollen, die darauf abzielen, die Aktivitäten des für den Export ukrainischen Getreides eingerichteten Mechanismus aufrechtzuerhalten“ und den Konflikt auf diplomatischem Wege zu beenden. „Während des Treffens werden die Schritte erörtert, die unternommen werden können, um den Krieg zwischen der Ukraine und Russland mit diplomatischen Mitteln zu beenden, indem die Aktivitäten des Mechanismus, der für den Export von ukrainischem Getreide auf die Weltmärkte eingerichtet wurde, verstärkt werden“, heißt es in der Erklärung weiter. UN-Sprecher Stéphane Dujarric sagte, dass Guterees am Freitag zudem den Schwarzmeerhafen Odessa besuchen werde, wo die Getreideexporte im Rahmen einer von der UN und der Türkei vermittelten Vereinbarung wieder aufgenommen wurden. Am Samstag wird Guterres das Gemeinsame Koordinierungszentrum in Istanbul besuchen, das sich aus russischen, ukrainischen, türkischen und UN-Beamten zusammensetzt, die die Schwarzmeerexporte von ukrainischem Getreide und Düngemitteln überwachen. Im Rahmen einer von den Vereinten Nationen und der Türkei vermittelten Vereinbarung zwischen Moskau und Kiew wurden im vergangenen Monat drei Schwarzmeerhäfen freigegeben, so dass Hunderttausende von Tonnen ukrainischen Getreides an Käufer geliefert werden können. Die Vereinten Nationen erklärten, das Abkommen ziele darauf ab, die sich verschärfende weltweite Nahrungsmittelkrise zu lindern. Die Türkei, die international für ihre Vermittlerrolle gelobt wird, hat sich mit Moskau und Kiew abgestimmt, um einen Korridor von der ukrainischen Hafenstadt Odessa aus zu öffnen, über den die weltweiten Getreidelieferungen wieder aufgenommen werden können, die aufgrund des nun schon fünf Monate andauernden Krieges zwischen Russland und der Ukraine ins Stocken geraten sind. Russland wird vorgeworfen, die Exporte zu blockieren und angesichts einer drohenden Lebensmittelkrise den Hunger zu schüren. Moskau bestreitet, für den Anstieg der Lebensmittelpreise verantwortlich zu sein, und macht stattdessen die westlichen Sanktionen gegen Russland dafür verantwortlich. Lebensmittel aus der Ukraine werden auf dem Weltmarkt dringend benötigt – vor allem in Asien, Afrika und im Nahen Osten. Die Vereinten Nationen warnten kürzlich vor der größten Hungersnot seit Jahrzehnten. Die Krise kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Klimakatastrophen, Konflikte und die wirtschaftliche Belastung durch die Coronavirus-Pandemie in vielen Ländern, vor allem in Afrika und im Nahen Osten, bereits zu einer Verschärfung des Hungers geführt haben.

Energiepolitik
Ukrainekrieg: Kasachisches Öl soll in die Türkei fließen

0
Nur-Sultan – Das staatliche kasachische Ölunternehmen Kazmunaygas (KMG) befindet sich Berichten zufolge in fortgeschrittenen Gesprächen mit dem Handelszweig des aserbaidschanischen Staatsunternehmens SOCAR, um den Verkauf von 1,5 Millionen Tonnen kasachischen Rohöls pro Jahr über die aserbaidschanische Baku–Tbilisi–Ceyhan pipeline (BTC) zu ermöglichen, die Öl zum türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan liefert. Wie die Nachrichtenagentur Reuters weiter berichtet, wird kasachisches Öl voraussichtlich ab September durch Aserbaidschans größte Ölpipeline fließen. Kasachstan suche nach Alternativrouten, nachdem Russland die jetzige zu schließen droht, so drei mit der Angelegenheit vertraute Quellen gegenüber Reuters. Die kasachischen Ölexporte machen mehr als 1 Prozent des Weltangebots aus, das sind etwa 1,4 Millionen Barrel pro Tag (bpd). Seit 20 Jahren werden sie durch die CPC-Pipeline (Caspian Pipeline Consortium) zum russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk befördert, der Zugang zum Weltmarkt bietet. Im Juli drohte ein russisches Gericht mit der Schließung der CPC-Pipeline, woraufhin die kasachische Regierung und große ausländische Produzenten vorsichtshalber Verträge für andere Absatzmärkte abschlossen. Weiteren Quellen zufolge könnten ab 2023 weitere 3,5 Millionen Tonnen kasachisches Öl pro Jahr über die zweite aserbaidschanische Pipeline zum georgischen Hafen Supsa gelangen. Zusammen mit den BTC-Strömen wird das Gesamtvolumen etwas mehr als 100 Tausend Barrel pro Tag oder 8 Prozent des CPC-Stroms betragen. KazMunayGas und SOCAR hätten sich zu den Meldungen bisher nicht geäußert, so Reuters. Dank der Route durch Aserbaidschan wird Kasachstan in der Lage sein, das russische Territorium zu umgehen.

Auch interessant

– Erdgasbohrungen – Erdogan: Die Türkei wird Erdgassuche im Schwarzmeer fortsetzen

Die Türkei wird ihre Suche nach Energieressourcen in der Schwarzmeerregion, wo sie bisher 405 Milliarden Kubikmeter Erdgas entdeckt hat, fortsetzen, erklärte Recep Tayyip Erdogan.

Erdogan: Die Türkei wird Erdgassuche im Schwarzmeer fortsetzen
 

Inflation
Schulhefte und Zeichenblöcke im Juli 2022 um 13,6 % teurer als im Vorjahresmonat

0
Wiesbaden – Vom Bleistift über Vokabelhefte bis hin zu Füllern und Schulranzen – der Schulanfang nach den Sommerferien ist in der Regel mit einigen Anschaffungen verbunden. Für den Kauf von Schulmaterialien mussten Verbraucherinnen und Verbraucher im Juli 2022 mehr ausgeben als noch ein Jahr zuvor. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, erhöhten sich die Preise für Schulhefte und Zeichenblöcke im Juli 2022 um 13,6 % gegenüber dem Vorjahresmonat und damit stärker als die Verbraucherpreise insgesamt. Diese stiegen im selben Zeitraum um 7,5 %. Gründe für die hohe Preissteigerung bei Schulheften und Zeichenblöcken dürften unter anderem die anhaltende Papierknappheit sowie die zunehmenden Kosten in der Papierproduktion sein. Preise für andere Schulmaterialien unterdurchschnittlich gestiegen Während die Preise für Schulhefte und Zeichenblöcke überdurchschnittlich stark gestiegen sind, fiel die Preissteigerung bei anderen Schulmaterialien im Vergleich zu den Verbraucherpreisen insgesamt geringer aus. So mussten Verbraucherinnen und Verbraucher im Juli 2022 für Stifte und Farbkästen sowie für Füller und Füllerpatronen 5,2 % mehr zahlen als noch im Juli 2021. Die Preise für Schulranzen lagen 4,7 % über dem Niveau des Vorjahresmonats.  

Düren
Politologe Yasin Baş verurteilt Anschlag auf alevitische Gemeinde Düren

Köln – Der Politikwissenschaftler, Historiker und freie Journalist Yasin Baş hat den feigen Anschlag auf das Vereinslokal der alevitischen Gemeinde in Düren verurteilt. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch letzter Woche wurden die Scheiben des alevitischen Kulturzentrums (AABF) in Düren von Unbekannten zerschlagen. „Einziger Lichtblick ist, dass bei dem Angriff keine Menschen zu Schaden kamen“, sagte Baş im Gespräch mit NEX24. Gezielte Provokation? „Dass der oder die Täter, den für Muslime heiligen Trauermonat Muharram für ihren heimtückischen Angriff wählten, erscheint mir sehr bedenklich. Gerade vor dem Hintergrund der jüngsten Anschläge auf andere alevitische Einrichtungen ist eine Provokation nicht ausgeschlossen“, so der Wissenschaftler. Deshalb verurteile er mit derselben Vehemenz auch die Anschläge auf andere alevitische Einrichtungen, wie vor wenigen Tagen in der Türkei. „Derartige Angriffe haben die Funktion, Menschen zu spalten, gegeneinander aufzuhetzen und Feindschaft zu schüren“, sagte Baş. Die arglistige Absicht der Täter und ihrer Hinterleute, so der Politologe weiter, werde allerdings durch eine noch engere Verbundenheit zwischen Schiiten, Aleviten und Sunniten ihr Ziel verfehlen. „Ich stehe hier ganz klar hinter unseren alevitischen Geschwistern“, unterstrich Baş. Der Politologe und Historiker, der die alevitische Gemeinde als seine eigene Glaubensgemeinde auffasse, sagte zudem: „Jetzt ist die Zeit, um Solidarität und Zusammenhalt mit unseren alevitischen Brüdern und Schwestern zu zeigen.“ Aufklärung gefordert Der 38-jährige Journalist hofft gleichzeitig, dass die Hintergründe der Tat so schnell wie möglich durch die Sicherheitsbehörden aufgedeckt werden.
„Ich wünsche mir, dass der oder die Täter alsbald zur Verantwortung gezogen werden und verurteile jede Form von Gewalt, egal gegen wen sie sich richtet.“

Zum Thema

– Türkei – Türkischer Innenminister: Angriffe auf Aleviten geplante Provokation

Der türkische Innenminister Süleyman Soylu bezeichnete die Angriffe auf alevitische Gotteshäuser und Vereine vom Samstag als „geplante Provokation“.

Türkischer Innenminister: Angriffe auf Aleviten geplante Provokation

Daytrading
Wie wählt man die besten Aktien für das Daytrading aus und was sollte man beachten?

0

Das Ziel, das von einem Daytrader verfolgt wird? Er eröffnet eine Position, die noch am selben Tag geschlossen wird und einen Gewinn mit sich bringt. Aus diesem Grund muss sich der Trader auch zu Beginn nach einer Aktie umsehen, die ein hohes Handelsvolumen aufweist. Es geht aber auch um äußere Einflüsse, die mitunter dazu führen, ob sich die Aktienpreise nach oben oder nach unten bewegen.

Auch wenn das Prinzip des Daytradings simpel ist, so mag es doch eine Herausforderung sein, die passenden Aktien zu finden bzw. muss man auch noch richtig mit der Preisentwicklung liegen. Anfänger sollten daher nicht gleich ihr Erspartes aufs Spiel setzen, sondern zuerst einmal ein Daytrading Demokonto nutzen, damit man gefahrlos den Markt kennenlernen kann.

Auf das Volumen und die Liquidität der Aktien achten

Die wohl wichtigsten Faktoren für den Daytrader? Volumen und Liquidität. Das Volumen steht hier für die Zahl der ausgeführten sowie abgeschlossenen Trades, wobei die Liquidität im Gegensatz dazu die Aktivität im Orderbuch anzeigt. Aktien mit einer hohen Liquidität sorgen dafür, dass die Orderbücher voll mit Orders sind, die eine große Bandbreite an Kauf- sowie Verkaufspreisen haben.

Verfügt die Aktie über ein hohes Volumen, dann heißt das für den Daytrader, er hat eine größere Chance, dass er durch die Spekulation Gewinne einfahren kann, weil es eine hohe Nachfrage gibt.

Wie viel Geld steht zur Verfügung?

Wer als Daytrader Gewinne für sich verbuchen will, sollte beachten, dass man hier ein entsprechendes Budget benötigt. Wichtig ist, dass es sich um frei zur Verfügung stehendes Geld handelt. Das deshalb, weil man als Daytrader natürlich Verluste einfahren kann – und diese können durchaus hoch ausfallen. Wer den Markt falsch einschätzt, muss bedenken, dass hier sogar ein Totalverlust möglich ist.

Aus diesem Grund sollte man nicht nur mit frei zur Verfügung stehenden Kapital arbeiten, sondern auch risikoreduzierende Instrumente nutzen. Dazu gehören etwa Take Profit oder Stop Loss. Take Profit bedeutet, die Position wird in der Gewinnzone automatisch geschlossen. Im Vorfeld wird hier definiert, bei welchem Gewinn gestoppt wird – das heißt, es folgt die automatisierte Gewinnmitnahme,

Bei Stop Loss handelt es sich um die Reduzierung des Verlustrisikos. Im Vorfeld wird definiert, wie hoch der maximale Verlust sein darf – das heißt, schätzt man die Entwicklung falsch ein, dann kommt es zum automatischen Stopp, wenn ein bestimmter Verlust erreicht wurde.

Mit Hebel arbeiten

Daytrader arbeiten gerne mit der Hebelwirkung. Viele Broker stellen hier Hebel von 1 zu 5, aber auch von 30 zu 1 zur Verfügung. Je höher der Hebel, umso höher die Chance auf attraktive Gewinne. Aber umgekehrt muss man auch beachten, dass ein hoher Hebel auch bedeutet, dass hohe Verluste eintreten können, wenn sich der Markt nicht wie gewünscht entwickelt.

Vor allem Anfänger sollten vorsichtig sein und sich nicht von der Möglichkeit täuschen lassen, dass mit geringen Summen hohe Beträge bewegt werden können. Die Gefahr, die man hier eingeht, ist nicht zu unterschätzen.

(Symbolfoto: pixabay)

Gibt es eigentlich eine Alternative zu Aktien?

Wer sich für das Daytrading interessiert, aber nicht unbedingt mit Aktien arbeiten will, kann hier seinen Blick in Richtung Forex werfen. Der Forex Markt, also das Spekulieren mit Devisen, ist genauso vielversprechend, da auch hier mit hohen Hebeln gearbeitet werden kann.

Interessiert man sich hingegen für Cyberdevisen, also Kryptowährungen, so benötigt man eigentlich keinen Hebel. Das deshalb, weil der Kryptomarkt extrem volatil ist. Immer wieder treten hier Veränderungen im hohen drei- bis niedrigen vierstelligen Bereich – pro Tag – ein. So kann der Preis des Bitcoin von in der Früh bis am Abend um 1.500 US Dollar steigen, aber auch um 2.000 US Dollar abstürzen.

Nicht die Nerven verlieren

Als Daytrader muss man – zum Teil doch sehr hohe – Verluste akzeptieren können. Immer wieder können zudem auch wahre Verlustserien eintreten. Hier heißt es, einfach die Ruhe bewahren und nicht die Einsätze erhöhen. Wichtig ist, dass man Ende der Woche bzw. am Ende des Monats in die Gewinnzone gekommen ist – Tage mit Verlusten gehören einfach dazu.


Die hier zur Verfügung gestellten Informationen sind keine Anlage- oder Finanzberatung. NEX24 gibt keine Kauf- und Verkaufsempfehlungen. Bitte betreiben Sie eigene Nachforschungen und suche professionellen finanziellen Rat bevor Sie eine Investmententscheidung treffen.

Auch interessant

– Luftfahrt-News – Turkish Airlines: 737 Mio. Dollar Gewinn im ersten Halbjahr

Die türkische Fluggesellschaft Turkish Airlines hat in der ersten Jahreshälfte 2022 einen Nettogewinn von 737 Millionen US-Dollar erzielt.

Turkish Airlines: 737 Mio. Dollar Gewinn im ersten Halbjahr

Syrien
Christliche Assyrer fordern von PKK-Ableger Freilassung 19-Jähriger

0
von Nabi Yücel

Die Säuberungsaktionen der kurdischen Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) halten seit Mitte Juli unvermindert an. Bisherigen Berichten zufolge wurden bereits 65 Personen von der SDF „exekutiert“, hieß es Anfang August. Jetzt schaltet sich das US-amerikanische Assyrische politische Institut API wegen der Inhaftierung einer 19-Jährigen ein.

Seit Mitte Juli wurden laut PKK-nahen Medienberichten, 65 Personen aufgrund von Spionagevorwürfen extralegal hingerichtet. Angehörige weiterer Hunderter Zivilisten und Journalisten haben keine Möglichkeit, mit den Inhaftierten in Kontakt zu treten. Die inhaftierten Zivilisten, darunter Araber, Turkmenen, Assyrer und Kurden, aber auch 16 Journalisten, erhalten keinen Rechtsbeistand, können nicht mit der Außenwelt in Kontakt treten und sind der Willkür der kurdischen Demokratischen Kräfte Syriens ausgesetzt.

PKK-nahen Medienberichten zufolge will der syrische Ableger der Terrororganisation PKK mit dieser großangelegten Säuberungsaktion die operativen Erfolge der Türkei in Nordsyrien beschneiden. Hawar News Agency berichtete, bei der Säuberungsaktion seien zunächst 36 Personen aufgegriffen und getötet worden, denen Spionage für den türkischen Staat vorgeworfen worden sei. Der Zugriff erfolgte laut dem Bericht während einer großangelegten Aktion, die in den Städten Qamischli, al-Hasaka, asch-Schaddadi, Deir ez-Zor, ar-Raqqa und Manbidsch unter dem Namen „Operation Eid“ durchgeführt wurde.

Ein Fall sorgt nun für Furore, da hier eine 19-jährige Assyrerin seit mehr als zwei Wochen von der SDF festgehalten wird und eine US-amerikanische Organisation nun in einem dringlichen Appell darauf aufmerksam macht. Samira Habsono, eine 19-jährige Assyrerin aus Qamischli, die am 1. August 2022 von den Demokratischen Kräften Syriens SDF festgenommen und der Spionage für die syrische Regierung beschuldigt wird, ist eine von vielen, die kein Kontakt zur Außenwelt bekommt, heißt es in dem Appell.

Laut dem Assyrischen politischen Institut API soll die 19-jährige ohne Anklagen oder Beweise festgehalten werden. Außerdem werde ihr laut dem Appell an den Führer der SDF, Mazlum Kobanê – auch Mazlum Abdi genannt – kein Rechtsbeistand gewährt. Nach Angaben von Familienangehörigen wird Habsono im SDF-geführten Frauengefängnis al-Baytarih in der Stadt Al-Hasaka festgehalten. Sie muss noch vor einem Scharfrichter erscheinen.

Die 19-jährige Samira Habsono ist die Tochter von Gabi Habsono, einer prominenten assyrischen Aktivistin und ausgesprochenen Kritikerin der Politik der PYD in Nordsyrien gegenüber Assyrern. Gabi Habsono ist ferner Mitglied der Sootoro, einer mit der syrischen Regierung verbündeten, regional ansässigen Miliz, die sich aus Assyrern und einer kleinen Anzahl Armenier zusammensetzt, die in Qamischli operieren. Berichten zufolge wurden die Sootoro-Milizkräfte regelmäßig unter Druck gesetzt, sich in die SDF zu integrieren, was Gabi Habsono bislang ablehnte.

„Es wurden keine Anklagen erhoben und die Gründe für ihre Verhaftung sind weiterhin unklar“, sagt die stellvertretende Vorsitzende der API Reine Hanna. „Trotz der ihr erhobenen Vorwürfe gehen wir davon aus, dass die Festnahme von Samira Habsono politisch motiviert sein könnte. Sollte dies der Fall sein, sollte diese junge Frau sofort und bedingungslos freigelassen werden.“

Qamischli befindet sich im Gouvernement Al-Hasaka in Syrien und steht derzeit de facto unter der Kontrolle der kurdisch geführten Selbstverwaltung, die als Autonome Verwaltung Nord- und Ostsyriens unter der Kontrolle der Partei der Demokratischen Union (PYD) steht; ein Ableger der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in der Türkei.

Die PYD kontrolliert die Region seit dem Abzug der syrischen Regimetruppen aus dem Gebiet im Jahr 2012 und betreibt eine lokale Verwaltung mit Gerichten, Gefängnissen und polizeilichen Kräften. Die Region wird militärisch von den Volksverteidigungseinheiten (YPG) kontrolliert, einer hauptsächlich kurdischen Miliz in Syrien und Hauptbestandteil der SDF.

Auch interessant

– Militäroffensive Friedensquelle – Assyrisch-christlicher Journalist: Westliche Medien lassen keine kritischen Fragen über PKK oder YPG zu

Assyrische Christen und Aramäer sind frustriert über die Berichterstattung westlicher Medien zur Terrororganisation PKK und ihrem syrischen Ableger YPG. Die Berichte entsprächen nicht der Realität und wer Fragen stelle oder Einwände habe, werde in Europa nicht erhört.

Assyrisch-christlicher Journalist: Westliche Medien lassen keine kritischen Fragen über PKK oder YPG zu

Gastbeitrag
Türkische Militäroperation könnte Syrer-Rückkehr ermöglichen

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel Die militärische Operation der türkischen Streitkräfte in Syrien, könnte Tausenden von Syrern die Rückkehr in ihre angestammte Heimat ermöglichen, nachdem sie viele Jahre lang von der YPG, den SDF und anderen Organisationen vertrieben wurden, sagt Rena Netjes, eine niederländische Arabistin und Wissenschaftlerin. Ihrer Analyse zufolge gibt es im Westen einen starken Widerstand gegen eine neu geplante Militäroperation der türkischen Streitkräfte in Zusammenarbeit mit der Freien Syrischen Armee FSA in Nordsyrien. Doch viele vertriebene Araber aus Tel Rifaat, Manbidsch und den umliegenden Dörfern begrüßen die Idee der Befreiung ihrer Städte und Dörfer. Tatsächlich fordern sie die von der Türkei unterstützte FSA seit Jahren auf, ihr Gebiet zu befreien. Westliche Artikel konzentrieren sich oft ausschließlich auf die kurdischen Bewohner Nordsyriens und betonen, dass eine weitere Militäroperation automatisch die Vertreibung der kurdischen Bevölkerung bedeutet. Dennoch stellt das Gebiet eine Mischung aus arabisch und kurdisch-dominierten Städten dar, und die arabischen Einwohner haben dabei ihre eigene Geschichte der Vertreibung. Im Jahr 2016 wurde die gesamte arabische Bevölkerung in Tel Rifaat, einer (historisch) mehrheitlich arabischen Stadt auf der Westseite des Euphrat, in einer koordinierten Militäroperation von Russland, dem syrischen Regime und Militanten der Volksverteidigungseinheiten (YPG) aus Afrin vertrieben. Die YPG versuchte auch, die mehrheitlich kurdischen Enklaven Kobanê und Afrin durch mehrheitlich arabische Gebiete zu verbinden, was einen Flüchtlingsstrom von Arabern, hauptsächlich aus den beiden Städten und den umliegenden Dörfern zur türkischen Grenze, auslöste. Im März 2016 traf Rena Netjes am Grenzübergang Bab al-Salama, wenige Kilometer nördlich von Azaz, auf mehrere Syrer, die aus Tel Rifaat und Umgebung geflüchtet waren und die Grenze überquerten. Ursprünglich davon ausgegangen, dass sie vor den Bombenangriffen der Russen und des Regimes aus Ost-Aleppo flohen, war es überraschend zu erfahren, dass sie flohen, weil „YPG-Kämpfer ihre Häuser besetzt hatten“. Später an der syrisch-türkischen Grenze und in Kilis sowie Gaziantep erzählten andere Binnenvertriebene viele ähnliche Geschichten. Letztes Jahr interviewte Netjes in Azaz Abdallah al-Hafi, den kurdisch-arabischen Azaz-Direktor der Einheit der syrischen Kommunalverwaltungen (LACU). Ihm zufolge war die Vertreibung der Bewohner von Tel Rifaat eine vorsätzliche und gut organisierte militärische Operation, die zwischen Russland, dem syrischen Regime und der YPG koordiniert wurde. „Bei der Schlacht um Tel Rifaat bombardierten Russland und das Regime die Region mit Kampfjets, während die YPG-Kämpfer aus Afrin am Boden operierten. Die Bombardierung veranlasste die Menschen zur Flucht, und in der Gegend herrschte Krieg.“ Im Jahr 2016 wurde Tel Rifaat dann von der Freien Syrischen Armee (FSA) kontrolliert. Christopher Reuter, ein deutscher Journalist vom Spiegel, berichtete, dass es am Anfang eine Koordination zwischen der FSA und der YPG gab, bis letztere mit russischer Luftunterstützung Tel Rifaat einnahm, was zu einer drastischen Verschlechterung ihrer Beziehungen führte. Berichte, die Anfang 2016 aus der Stadt kamen, stellten die YPG nicht besser dar als das damalige Assad-Regime, mit unzähligen Berichten über Plünderungen und ermordete Zivilisten. Bachir Aleito Abu al-Kheir, Leiter des politischen Büros von Tel Rifaat, sagte Al-Monitor im Jahr 2019, dass über 100.000 Menschen aus der Gegend vertrieben worden seien. Diese Araber befanden sich hauptsächlich in der Region Azaz – in der Stadt oder in provisorischen Lagern (Lager der „Bewohner von Tel Rifaat“) im Dorf Sijjo nahe der türkischen Grenze. Sie sind jetzt seit über sechs Jahren dort. Die Geschichte von Manbidsch ist etwas anders. Der größte Zustrom von Flüchtlingen aus Manbidsch in die Türkei und nach Europa fand 2014 statt, als der IS die Stadt eroberte. Als die von der YPG geführten Demokratische Kräfte Syriens (SDF) die Stadt von den nach Osten vordringenden IS-Kräften befreiten und einnahmen, kam es zu einer weiteren Flüchtlingswelle. 400-500 Familien aus der Stadt und 1000-1500 Familien aus den umliegenden Dörfern leben immer noch in den Nachbargebieten, während eine viel größere Zahl in die Türkei und nach Europa floh. Das größte Problem sei der Militärdienst der SDF, vor allem für junge Männer, insbesondere außerhalb der Stadt, so Jasem Al-Sayyid. Ein Journalist, der 2014 aus Manbidsch floh und jetzt in Azaz lebt. „Jetzt kommt jeden Tag eine Gruppe in das FSA-Gebiet, aus Angst vor der Wehrpflicht durch die SDF und insbesondere vor der Wehrpflicht des syrischen Regimes, aus Angst, dass die SDF die Region Manbidsch an das Regime übergeben würden“, erklärt Jasem Al-Sayyid. Laut Abdelaziz Tammo, dem Vorsitzenden der Vereinigung unabhängiger syrischer Kurden (KKS), „liegt der Anteil der Kurden in Manbidsch zwischen 1 bis 3 %, aber nicht mehr als 3 %“. Anfang 2018, vor und während der türkischen/FSA-Militäroperation, flohen Kurden massenhaft aus Afrin. Schätzungsweise 151.000 waren nach Angaben der Vereinten Nationen im Jahr 2018 geflohen. Sie flohen hauptsächlich nach Tel Rifaat und in das sogenannte Schahba-Gebiet – Dörfer um Tel Rifaat. Laut KKS sind mehr als die Hälfte der Kurden, die 2018 aus Afrin nach Tel Rifaat, Aleppo, Dohuk und Erbil geflohen waren, inzwischen nach Afrin zurückgekehrt, die meisten von ihnen innerhalb von vier Monaten nach ihrer Flucht. Das heißt natürlich nicht, dass alles gut ist. „Das hängt von Brigade zu Brigade ab; in manchen Bereichen ist es gut, in anderen durchschnittlich, und in einigen Bereichen ist es immer noch schlecht“, sagte ein KKS-Mitglied gegenüber Rena Netjes in Afrin.
 „Diejenigen, die zusammen mit der YPG in die Schahba-Region geflohen sind, müssen jetzt Schmiergeld zahlen, um zurückkehren zu können, da die Partei der Demokratischen Union PYD es ansonsten nicht zulässt. Natürlich ist das schlechte Verhalten einiger FSA-Milizen auch nicht ermutigend, aber die Situation hat sich seit dem Chaos im Jahr 2018 verbessert, seit die lokalen kurdischen Räte hier installiert wurden.“
„Von dem Moment an, als von einer bevorstehenden Militäroperation die Rede war, kamen kurdische Familien zurück, ob aus Schahba oder Aleppo. Die Zahlen sind nicht riesig, aber jeden Tag kommen Familien zurück. Und das Gute ist, dass es eine Ausrichtung gibt; sogar die FSA unterstützt diese Rückkehr“, sagte der Leiter des KKS und Mitglied des Gemeinderates in Afrin, Amjad Osman, gegenüber Rena Netjes. „Sie kommen laut den Schmugglern durch verschiedene Orte, aber besonders dort, wo die Sham- oder die Levante-Front präsent sind. Im Allgemeinen gibt es also eine Koordination, und sie wollen, dass die Leute zurückkehren.“ Bemerkenswerterweise hat die FSA mit der Levante-Front auch Kurden in ihren Reihen. „Die Bereitstellung des Kontexts von Tel Rifaat soll die Plünderungen und Vertreibungen in Afrin weder rechtfertigen noch schmälern. Vielmehr hilft es zu erklären, warum viele Kämpfer aus Tel Rifaat und Umgebung bereit waren, unter türkischer Fahne zu kämpfen; viele kämpften für die Rückeroberung ihrer Stadt. Nach der Übernahme von Afrin gingen die Russen jedoch nach Tel Rifaat und boten den verbleibenden YPG-Kämpfern einen sicheren Hafen“, sagt Reuter. Letzten Oktober führte Rena Netjes, während Christopher Reuter an der Front mit den SDF- und Regimekräften in der Nähe des Dorfes Kafr Khashir, nur zwei Meilen südlich von Azaz, wartete, Interviews mit Rebellen (Levante-Front), die dort anwesend waren. Vier der fünf waren aus Tel Rifaat oder einem nahe gelegenen Dorf. Fast alle wollten zurück nach Hause. Sie konnten ihre jeweiligen Dörfer sehen – da man von dort das Gebiet darunter sehen konnte, einschließlich der Dörfer Ayn Daqna, Maaranaz, Menagh, Menagh Airbase und darüber hinaus –, aber sie konnten nicht zurückkehren. Derzeit sind etwa 90 % der ehemaligen Einwohner von Tel Rifaat und der mehr als 40 Dörfer um Tel Rifaat, die 2016 unter SDF-Kontrolle fielen, Binnenvertriebene. Nach Schätzungen der Independent Doctors Association (IDA) und des Amtes der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) beherbergt Azaz jetzt mehr als 250.000 Syrer, von denen 80 % Binnenvertriebene sind. Rund um die Stadt gibt es Flüchtlingslager, sowohl provisorische Lager als auch solche mit Einrichtungen. Andere Städte in den von der Türkei/FSA kontrollierten Gebieten befinden sich mehr oder weniger in der gleichen Situation. Koran Ahmad, Vorsitzender der syrischen NGO Bahar, erklärte gegenüber Netjes, dass „95 % der Bevölkerung von Tel Rifaat aufgrund der Militäroperation geflohen sind und nur wenige Familien zurückkehren konnten.“ Er sagte, dass einige Binnenvertriebene aus Tel Rifaat in Afrin Schutz gesucht hätten. Laut Abdel Qader Osman, dem Direktor des Medienzentrums in Azaz, wollen diese Menschen – die entweder in Lagern, Azaz oder anderswo in der Gegend und auch in der Türkei sind – einfach in ihre Gebiete zurückkehren. Darüber hinaus erwähnte er auch, dass die  Terrororganisation PKK nur drei Kilometer südlich von Azaz im Dorf Maaranaz eine Front eröffnet habe, die sie zum Beschuss der Bevölkerung von Azaz nutzt. Diese beiden Städte, Tel Rifaat und Manbidsch, stehen im Mittelpunkt der vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan am 1. Juni angekündigten Militäroperation. Ebenso sagte ein Vertreter der syrischen politischen Opposition Rena Netjes gegenüber, dass „eine türkische Militäroperation klein sein wird und nur auf Tel Rifaat begrenzt.“ Kürzlich wurden in Tel Rifaat Regimeflaggen und Plakate von Bashar al-Assad gehisst, und auf einem Kommunikationsturm wurde eine iranische Flagge gehisst. Laut lokalen Medien haben sich iranische Milizen aus schiitischen Gebieten wie Nubl und Zahraa (südlich von Tel Rifaat) an der Front ausgebreitet, und Truppen der FSA haben sich ebenfalls an der Front in der Nähe von Manbidsch formiert. Aufgrund dieser Vorgeschichte und unter diesen Bedingungen unterstützen die Vertriebenen von Tel Rifaat und den umliegenden Gebieten und darüber hinaus, eine türkische Militäroperation. Sogar in anderen mehrheitlich arabischen Städten in der nördlichen Provinz Aleppo, wo die Einwohner in Gebieten wie al-Bab , Marea und sogar in Deraa, Südsyrien, Angriffen der SDF ausgesetzt sind, kam es zu Demonstrationen, die eine neue türkische/FSA-Militäroperation forderten. Es ist keine Überraschung, dass syrische Binnenvertriebene, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden, die „Befreiung“ ihrer Städte und Dörfer begrüßen. Mit schwindender westlicher Hilfe und dem Damoklesschwert – dem russischen Veto gegen die UN-Hilfe in diesen Gebieten – über ihren Köpfen, wollen diese Menschen, oft Bauern ohne einen anderen Beruf und auf Hilfe angewiesen, nur in ihre Heimat zurückkehren.
Das ist eine Übersetzung der Kurzanalyse von Rena Netjes, die in der Washington Institute veröffentlich wurde. Netjes ist Arabistin und eine unabhängige niederländische Wissenschaftlerin. Netjes konzentriert sich bei ihrer Arbeit hauptsächlich auf Nordsyrien, das von SDF gehaltene Nordostsyrien und das von der Opposition gehaltene Nordwestsyrien. Sie war in den letzten Jahren dreimal zu Feldforschungszwecken in verschiedenen Teilen Nordsyriens und ist Co-Autorin von „Henchman, Rebel, Democrat, Terrorist„, zu deutsch „Handlanger, Rebell, Demokrat, Terrorist“.

Auch interessant

– Militäroffensive Friedensquelle – Assyrisch-christlicher Journalist: Westliche Medien lassen keine kritischen Fragen über PKK oder YPG zu

Assyrische Christen und Aramäer sind frustriert über die Berichterstattung westlicher Medien zur Terrororganisation PKK und ihrem syrischen Ableger YPG. Die Berichte entsprächen nicht der Realität und wer Fragen stelle oder Einwände habe, werde in Europa nicht erhört.

Assyrisch-christlicher Journalist: Westliche Medien lassen keine kritischen Fragen über PKK oder YPG zu

Russland-Sanktionen
Sanktionen: Russische Wirtschaft schrumpft deutlich

Moskau – Russlands Bruttoinlandsprodukt ist im zweiten Quartal dieses Jahres um 4 Prozent geschrumpft, wie das nationale Statistikamt bekannt gab. Laut Bloomberg Economics sogar um 4,7 Prozent. Das Statistikamt lieferte keine weiteren Informationen zu den Gründen für den Rückgang. Dies ist das erste vollständige Quartal, seit Russland Truppen in die Ukraine entsandt hat, teilte der staatliche Statistikdienst am Freitag mit. Die Wirtschaftsleistung fiel somit auf das Niveau des Jahres 2018 zurück. Russland wurde nach seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine am 24. Februar mit einer ganzen Reihe von Sanktionen belegt, die unter anderem dazu führten, dass einige russische Banken vom internationalen Überweisungssystem SWIFT ausgeschlossen wurden, und zu einer erheblichen Abwanderung ausländischer Unternehmen führten. Das Bruttoinlandsprodukt wird in diesem Jahr wahrscheinlich um bis zu 12 Prozent schrumpfen so mit den Schätzungen vertraute Personen, gegenüber dem Wirtschaftsmagazin Bloomberg. „Die wichtigsten Negativfaktoren sind das Ölembargo, der Verzicht der EU auf russisches Gas sowie weitere Abwanderungen ausländischer Unternehmen“, so Natalia Lavrova, Chefvolkswirtin der BCS Financial Group in Moskau. „All das wird sich wahrscheinlich allmählich ausweiten, wobei viel Negatives in das Jahr 2023 übertragen wird.“  

Berlin
Staatsanwaltschaft will Fahrradklau wie Organisierte Kriminalität behandeln

Berlin – Um den wuchernden Fahrraddiebstahl in Berlin wirksam zu bekämpfen, will die Berliner Staatsanwaltschaft Ermittlungsmethoden einsetzen, wie sie auch gegen die Organisierte Kriminalität zum Einsatz kommen. Das geht nach Informationen von rbb24Recherche aus einem Absichtsbericht zur „Bekämpfung des Fahrraddiebstahls“ aus Februar dieses Jahres hervor, der bis heute noch nicht umgesetzt wurde. Die Fahrraddiebstähle in Berlin haben nach Angaben der Berliner Polizei im ersten Halbjahr dieses Jahres um rund 30 Prozent zugenommen. Damit liegen sie auf dem Niveau von 2019. In den Pandemiejahren waren sämtliche Diebstahlsdelikte rückläufig. Eine bundesweite Abfrage von rbb24Recherche bei den Polizeien der Länder bestätigt den Trend auch in anderen Bundesländern. Für das vergangene Jahr schätzt die Berliner Innenverwaltung den Diebstahlsschaden auf 22 Millionen Euro, die Aufklärungsquote der Berliner Polizei lag 2021 bei 4,6 Prozent. In diesem Jahr dürfte der Schaden deutlich höher liegen, zumal die Preise für Fahrräder weiter gestiegen sind. Der Berliner Landesverband des „Bundes Deutscher Kriminalbeamter“ (BDK) verwies im Interview mit dem rbb darauf, dass Fahrraddiebstahl als Massendelikt bislang nur als „Bagatelle“ geahndet wird. Die einseitige Fokussierung auf die Prävention sei nicht ausreichend. Vorstandsmitglied Carsten Milius kritisierte, dass Fahrraddiebstähle in Berlin nicht durch Kriminalbeamte bearbeitet würden, sondern durch Schutzpolizisten auf den Polizeiabschnitten. Der BDK wünsche sich deshalb eine Änderung der Zuständigkeit, hin zur Kriminalpolizei. Die Landesregierung aus SPD, Grünen und Linken hatte in ihrem Koalitionsvertrag eine „Intensivierung zur Bekämpfung des Fahrraddiebstahls im Kontext Organisierter Kriminalität“ als Schwerpunkt festgeschrieben. Davon sei bislang nichts zu spüren, sagte Oberstaatsanwalt Bernhard Mix dem rbb. Ermittlungserfolge gegen das Massendelikt könnten nur mit kriminalistischen Methoden „unter Ausschöpfung der vollen Bandbreite der Strafprozessordnung“ erzielt werden. Das Konzept der Staatsanwaltschaft sieht deshalb eine gezielte Bekämpfung von Intensivtätern vor, die wiederholt Fahrraddiebstähle begehen. Außerdem sollen Hehlerbanden, die das Diebesgut häufig nach Osteuropa verkaufen, gezielt verfolgt werden. So seien Observationen, eine Überwachung der Telekommunikation- und der in Fahrrädern verbauten GPS-Tracker angedacht.