Wahlen
Türkei: AKP und CHP kurz vor einer Koalition?

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Gespräche zwischen Davutoğlu und Kılıçdaroğlu entscheiden über Koalition oder Neuwahlen
Ankara (nex) – In den nächsten Stunden könnte sich entscheiden, ob es Premierminister Ahmet Davutoğlu gelingt, noch vor der Deadline am 23. August eine Koalitionsregierung zu bilden, oder ob Neuwahlen das unausweichliche Schicksal gescheiterter Verhandlungen sein werden. In mehreren Sondierungsgesprächen hatten bis zum 3. August die regierende Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) und die größte Oppositionspartei, die Republikanische Volkspartei (CHP), in fünf Sitzungen insgesamt 35 Stunden lang im Amt des Premierministers miteinander über mögliche gemeinsame Perspektiven gesprochen. Am heutigen Montag sind nun Premierminister Ahmet Davutoğlu namens der AKP und der CHP-Vorsitzende Kemal Kılıçdaroğlu zusammengetroffen, um eine finale Gesprächsrunde über die bisherigen Ergebnisse der Unterredungen zwischen den Parteiunterhändlern zu halten.
Diese Runde gilt als vorentscheidend bezüglich der Frage, ob es zu einer Regierungskoalition zwischen den beiden größten Parteien des Landes kommen wird. Der Vorsitzende der zweitgrößten Oppositionspartei, der Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP), Devlet Bahçeli, hat am Montag eine neuerliche Erklärung verfasst, in der er die Spitzen von AKP und CHP dazu auffordert, umgehend eine Koalition zu bilden. Die Geschichte habe den beiden Parteien eine große Verantwortung aufgebürdet, erklärte Bahçeli, und deshalb sollten diese „ihren Willen und ihre Entschlossenheit zeigen, eine Regierung im Einklang mit den nationalen Interessen zu bilden“.
Die beiden Parteien sollten Koalitionsverhandlungen führen, „ohne sich zaudernd zu verhalten oder imaginäre Diskussion über nutzlose Streitfragen zu führen“. Der stellvertretende Fraktionschef der CHP, Özgür Özel, machte unterdessen erneut deutlich, dass die 14 Kernforderungen, die seitens seiner Partei im Vorfeld der Gespräche formuliert worden waren, über die Bereitschaft der Republikaner, eine Koalition einzugehen, entscheiden würden. „Wenn sie [die AKP] von diesen Prinzipen abrückt, werden wir auch weiterplanen“, erklärte Özel. Die Gespräche, so der stellvertretende Fraktionschef, seien in einer „kritischen Phase“. Es werde entweder ein Koalitionsprotokoll geben oder die Parteien würden auseinandergehen.
Die 14 Kernforderungen der CHP betreffen unter anderem die Sperrhürde für einen Parlamentseinzug, einen höheren Mindestlohn, eine neue Außenpolitik, eine neue Verfassung, eine wenige aktive Rolle des Präsidenten, Forderungen im Zusammenhang mit Rechtsstaatsfragen und eine Anklage gegen im Dezember 2013 vier zurückgetretene Minister, die in einen Korruptionsskandal involviert gewesen sein sollen. Da mutmaßlich dem umstrittenen Gülen-Netzwerk zuzuordnende Parallelstrukturen innerhalb des Staatsapparates die Korruptionsermittlungen in einen Staatsstreich gegen die Regierung umfunktionieren wollten, deshalb auch fingierte und illegal erlangte Beweismittel verwerten wollten und es zu weiteren Verstößen gegen Fair-Trial-Prinzipien kam, wurden am Ende alle Korruptionsermittlungen eingestellt.
Das letzte Mal, dass es in der Türkei Koalitionsverhandlungen gab, war 1999. Seit 2002 konnte die AKP alleine regieren. Sollte es zu Neuwahlen kommen, werden diese voraussichtlich im November stattfinden, der Oberste Wahlausschuss kann die Frist jedoch bis zur Hälfte verkürzen.

Krieg gegen den Terror
EU verurteilt Terroranschläge in der Türkei

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EU verurteilt Terroranschläge in der Türkei Brüssel (nex) – Die terroristischen Anschläge in Sırnak und Istanbul, bei denen sechs Sicherheitskräfte starben, wurden von der parlamentarischen Versammlung des Europarates verurteilt. Anne Brasseur, die Präsidentin des Europarats, sagte, der Terrorismus könne in keinster Weise berechtigt sein, Gewalt könne niemals eine Lösung bringen. .Der Generalsekretär des Europarats, Thorbjorn Jagland, rief in seiner Erklärung bezüglich der Angriffe dazu auf, die Gewalt zu beenden. Jagland sagte, er sei über die jüngsten Angriffe in der Türkei besorgt und der bislang zurückgelegte Weg im Friedensprozess sei gefährdet.

Mord im Möbelhaus
Schweden: Unbekannter ersticht zwei Menschen bei IKEA

Stockholm (dts) – Ein bislang unbekannter Angreifer hat in der schwedischen Stadt Västeras in einer Filiale einer Möbelhaus-Kette mindestens drei Menschen mit einem Messer attackiert und zwei von ihnen getötet. Ein drittes Opfer soll durch die Messerstiche schwer verletzt worden sein, bestätigte die Polizei gegenüber der öffentlich-rechtlichen Fernsehgesellschaft Schwedens (SVT) am Montag. Laut unbestätigten Medienberichten soll es sich bei den Getöteten um einen Mann und eine Frau handeln. Die Hintergründe der Tat sind derzeit noch völlig unklar.

Militärputsch
Ägypten: Sollte Mohamed Morsi vergiftet werden?

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Kairo (nex) – Mohamed Morsi, Ägyptens geputschter und inhaftierter Ex-Präsident hat am Samstag angedeutet, dass er Opfer eines Vergiftungsversuches durch Gefängnisbeamte gewesen sei. Während der Gerichtsverhandlungen hatte Morsi , der 2012 demokratisch gewählt und nur ein Jahr später von der Armee durch einen Putsch als Präsident abgesetzt wurde, anklingen lassen, dass er sich geweigert hatte, Essen von den Gefängniswärtern zu sich zu nehmen, da dies zu einem Verbrechen geführt hätte. Allerdings hat der Ex-Präsident Ägyptens sich nicht detaillierter dazu geäußert. Im letzten Monat wurde Mohamed Morsi zum Tode wegen Spionage und Gefängnisausbruch im Jahr 2011 verurteilt. Einst das führende Mitglied der ägyptischen Muslimbruderschaft wird Morsi sich noch weiteren Anklagen wegen politisch motivierter Kriminalität verantworten müssen, die ihm und seinen Gefolgsleuten vorgeworfen werden.

Waffenhandel
Deutschland bricht neuen Rekord im Waffenexport

Deutschland bricht neuen Rekord im Waffenexport
Berlin (nex) – Einer Meldung des Magazins „Der Spiegel“ zufolge soll Deutschland in der ersten Hälfte des aktuellen Jahres so viele Waffen exportiert wie im gesamten Jahr 2014. Dies ging aus der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage des Linksabgeordneten Jan van Aken hervor.
Die Bundesrepublik habe demnach bislang im Zeitraum vom Januar bis Juni dieses Jahres Waffen im Wert von 6,35 Milliarden € verkauft. Im gesamten Verlauf des Jahres 2014 hatte Deutschland Rüstungsgüter im Wert von 6,5 Milliarden Euro exportiert. Jan van Aken sagte zu den Waffenexporten, dass die Zahlen insbesondere für den Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel unrühmlich seien. Der aus Hamburg stammende Abgeordnete erinnerte an die Worte des Wirtschaftsministers Gabriel zu dessen Amtsantritt, als dieser gesagt hatte, dass er die Waffenverkäufe einschränken wolle.
Die Rüstungsgüter, die im bisherigen Verlaufe des Jahres abgesetzt worden sind, wurden vor allem nach Nordafrika und in arabische Länder exportiert. Während das Exportvolumen in diese Regionen im Jahre 2014 noch 219 Millionen Dollar betragen hatte, sei dieses in der ersten Hälfte des laufenden Jahres auf 587 Millionen Dollar gestiegen. Die Bundesrepublik habe den Verkauf von 12 Panzern an Kuwait sowie den Export von vier Tankerflugzeugen nach Großbritannien ratifiziert. Außerdem sei auch der Verkauf eines U-Bootes vom Typ „Dolphin“ an Israel genehmigt worden. Deutschland ist derzeit der viertgrößte Waffenexporteur der Welt.

Krieg gegen den Terror
Türkei: Vier Polizisten und ein Soldat sterben nach hinterhältigen Terrorangriffen der PKK

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Großoffensive gegen Terrornester nach hinterhältigen Anschlägen in Şırnak Şırnak (nex) – Bei Terroranschlägen in der Provinz Şırnak sind insgesamt fünf Personen ums Leben gekommen. Dies geht aus Berichten der Nachrichtenagentur Anadolu und des staatlichen türkischen Fernsehsenders TRT hervor. So starben vier Polizeibeamte bei der Detonation einer ferngesteuerten Mine, die entlang einer Landstraße deponiert worden war und dem Gouverneursbüro von Şırnak zufolge um 9 Uhr Ortszeit (7 Uhr MEZ) ferngezündet wurde. Ein weiterer Polizist wurde dabei verletzt. Außerdem starb ein erst kürzlich aus dem Militärdienst entlassener Gendarmerierekrut in der Kreisstadt Beytüşşebap, als ein Sikorsky-Hubschrauber mit Soldaten, die ihr Wehrdienst beendet haben oder ihren Urlaub antreten wollten, von PKK-Terroristen mit Flugabwehrraketen beschossen wurde. Der Anschlag fand einer Erklärung der türkischen Streitkräfte zufolge um 7 Uhr 05 Ortszeit (9 Uhr 05 MEZ) statt, etwas mehr als eineinhalb Stunden lang kämpften Ärzte im Militärhospital von Şırnak vergeblich um das Leben des jungen Soldaten. Sieben weitere Passagiere wurden bei der Attacke in Beytüşşebap zum Teil schwer verletzt und mussten stationär im Krankenhaus behandelt werden. Der türkische Generalstab kondolierte in einer Erklärung der Familie des Terroropfers. Die türkischen Sicherheitskräfte haben als Reaktion auf die hinterhältigen Anschläge eine breit angelegte Offensive gegen die flüchtigen Terroristen in Angriff genommen. Nach dem Angriff starteten Kobra-Hubschrauber der 23. Gendarmerie-Grenzkommandantur Şırnak und nahmen Gebiete unter Beschuss, in die sich die PKK nach dem Angriff zurückgezogen hatte. Auch die bisherigen Operationen gegen die PKK werden mit anhaltender Entschlossenheit weitergeführt.

Kita-Streik
Attila Gümüs: Verständnis für Kita-Erzieher schwindet

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Düsseldorf (dts) – Die nach den Ferien drohende Fortsetzung der Streiks in Kindertagesstätten bereitet den Familien erhebliche Sorgen. „Das Verständnis für die Forderungen der Erzieher ist da, aber mit einem neuen Streik nimmt es ab“, sagte Attila Gümüs, Vizechef des Landeselternbeirates Nordrhein-Westfalen, der „Welt“. „Nach vier Wochen Streik ist der Urlaub der Eltern aufgebraucht. Was sollen wir jetzt tun?“ Gümüs sagte weiter: „Wenn sich der Konflikt jetzt noch einmal zuspitzt, wäre das für die Eltern extrem hart – vor allem, da das neue Kita-Jahr bereits begonnen hat und damit die Eingewöhnung der neuen Kinder ansteht.“ Grundsätzlich müsse dem Fachkräftemangel unter Erziehern aber ein Ende bereitet werden, in dem der Beruf eine finanzielle Aufwertung erfahre. Elternvertreter Gümüs schlägt eine längerfristige Lösung vor. Beide Seiten müssten ihr Gesicht wahren können: „Es sollte noch einmal über die Laufzeit gesprochen und nicht erst nach fünf Jahren, sondern schon früher über eine neue tarifliche Eingruppierung verhandelt werden.“ Eine Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe sei schließlich erklärter politischer Wille, auch um langfristig genug Fachkräfte zu gewinnen.  

Tom Cruise
Mission accomplished: ROGUE NATION erobert Platz 1 der deutschen Kinocharts!

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Mission accomplished: ROGUE NATION erobert Platz 1 der deutschen Kinocharts!

  

Berlin (paramount) – Nachdem MISSION: IMPOSSIBLE – ROGUE NATION letzte Woche die Spitzenposition in 33 Ländern erobert hatte, nahm er jetzt auch souverän Platz 1 der deutschen Kinocharts ein. Bei Temperaturen von über 30°C in ganz Deutschland lockte der actiongeladene Spy-Thriller mit Superstar Tom Cruise in seiner populärsten Rolle knapp 320.000 Besucher (inklusive Mittwochs-Previews) in die klimatisierten Kinosäle und spielte dabei über 2,9 Millionen Euro ein.

Der von Kritik und Publikum gefeierte Blockbuster dürfte sich trotz anhaltender Sommerhitze noch lange in den oberen Rängen der deutschen Charts halten; auch in den USA konnte MISSION: IMPOSSIBLE – ROGUE NATION die Konkurrenz abwehren und belegte zum zweiten Mal in Folge die Spitzenposition der US-Kinocharts.

Reform der Investmentbesteuerung
Kritik an Reform der Besteuerung von Start-ups wächst

Berlin (dts) – Der Widerstand gegen die geplante Reform der Investmentbesteuerung wächst. Es sei „unerlässlich, dass von der Politik keine negativen Weichenstellungen ausgehen, die die neuen Gründungszentren abwürgen“, heißt es in einem Positionspapier des CDU-Wirtschaftsrates, das der „Welt“ vorliegt. „Der vorgestellte Diskussionsentwurf eines Gesetzes zur Reform der Investmentbesteuerung durch das Bundesministerium der Finanzen würde genau dies nach Einschätzung des Wirtschaftsrates bewirken“, heißt es weiter. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte Ende Juli einen Entwurf zur Reform der Investmentbesteuerung vorgelegt. Bislang waren Veräußerungsgewinne von Streubesitzanteilen an einer Kapitalgesellschaft steuerfrei. Voraussetzung dafür war, dass der Verkäufer seinen Gewinn nicht in die eigene Tasche, sondern in neue Unternehmungen steckt. Künftig sollen die Gewinne auch dann mit 15 Prozent besteuert werden, wenn der Investor das Geld reinvestiert. Allerdings räumt das Bundesfinanzministerium einen Steuerrabatt ein: Wer in junge Unternehmen investiert, bekommt eine Steuerermäßigung von 30 Prozent. „Jetzt höhere Steuern zu fordern, sendet genau das falsche Signal an Kapitalgeber. Der Investitionsstandort Deutschland wird damit nicht attraktiver“, sagt Wolfgang Steiger, Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrates. Die Zahl der Unternehmensgründungen gehe zurück – die Liquidationen übersteigen seit inzwischen 2012 die Neugründungen. Zudem seien die Wagniskapital-Investitionen rückläufig, heißt es im Papier des CDU-Wirtschaftsrates. „Die wenigen Risikokapitalgeber jetzt zusätzlich durch drohende Gewinnbesteuerungen von einer möglichen Investition abzuschrecken, ist äußerst kontraproduktiv“, kritisiert Steiger. „Deutschland braucht dringend deutlich mehr Wagniskapital“, sagt der Parlamentarische Staatsekretär im Bundesfinanzministerium, Jens Spahn (CDU), der „Welt“. „Die bestehende Steuerfreiheit aus Streubesitz an Start-Ups ist da ein wichtiger Baustein, die dazu vorgesehene Ausnahme muss einfach verständlich und rechtssicher sein“, sagt Spahn, der auch im CDU-Präsidium sitzt. Um den Start-up-Standort Deutschland attraktiver zu machen, fordert der CDU-Wirtschaftsrat eine Etablierung von Wachstumsfonds für Start-ups und einen verbesserten Zugang zu Wagniskapital. Daneben sollten institutionelle Anleger wie Versicherungen über „garantiebasierte Förderinstrumente“ die Möglichkeit erhalten, in Start-ups zu investieren. Das allerdings würde Schäuble Geld kosten. Auf ihn kommen in den nächsten Wochen weitere Auseinandersetzungen zu.  

Streik
Verdi will mögliche Kita-Streiks vor Mitte September vermeiden

Berlin (dts) – Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi will mögliche neue Kita-Streiks vor dem Ende der Schulferien in Bayern und Baden-Württemberg Mitte September vermeiden. Das erfuhr die „Rheinische Post“ aus Gewerkschaftskreisen. Es gehe darum, mögliche Streiks bundesweit zeitlich einheitlich zu organisieren, hieß es zur Begründung. Die Gewerkschaft will nach dem Scheitern der Schlichtung am Dienstag über das weitere Vorgehen entscheiden. Unterdessen hält der Deutsche Städte- und Gemeindebund das geforderte Zehn-Prozent-Gehaltsplus für Erzieher in kommunalen Kitas für nicht darstellbar. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sagte der „Rheinischen Post“: „Die Erwartung der Erzieherinnen, zehn Prozent mehr zu bekommen, ist völlig illusorisch.“