USA
Ex-US-Abgeordnete Greene: Israel bombardiert Christen

Mit einer schweren Anschuldigung gegen die israelische Regierung sorgt die prominente US-Politikerin Marjorie Taylor Greene für massives Aufsehen.

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Washington – Mit einer schweren Anschuldigung gegen die israelische Regierung sorgt die prominente US-Politikerin Marjorie Taylor Greene für massives Aufsehen.

Die Rechtspopulistin, die bis zu ihrem spektakulären Rücktritt im Januar 2026 den 14. Kongresswahlbezirk von Georgia im US-Repräsentantenhaus vertrat, hat auf der Plattform X (ehemals Twitter) zu einem historischen Rundumschlag ausgeholt und wirft Tel Aviv den gezielten Beschuss christlicher Gebiete vor.

Greene, die nach heftigen öffentlichen Meinungsverschiedenheiten mit US-Präsident Donald Trump aus dem Kongress ausschied, spart dabei nicht mit drastischen Begriffen und spricht offen von einem „mörderischen israelischen Regime“.

Harte Kritik an Militäroperationen im Libanon

Auslöser für den jüngsten Zorn der ehemaligen Abgeordneten sind die anhaltenden israelischen Militäroperationen und Luftangriffe im Süden des Libanon. Greene warf der israelischen Führung vor, keinerlei Rücksicht auf religiöse Stätten oder internationale Allianzen zu nehmen:

„Israel bombardiert den christlichen Südlibanon unerbittlich und hat keinen Respekt vor Amerika oder Präsident Trump.“

Besonders schwer wiegt der Vorwurf, Israel verlasse den Pfad der reinen Selbstverteidigung. Die Behauptung der israelischen Regierung, man bekämpfe lediglich den Terrorismus, wies Greene vehement zurück:

„Sie verteidigen sich nicht. Sie fallen ein, greifen an und ermorden Tausende und Abertausende unschuldige Menschen und Kinder.“

Frontalangriff auf israelischen Minister: „Mörderischer Psychopath“

In einem weiteren, noch drastischeren Post reagierte Greene auf eine Meldung über den israelischen Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir. Dieser hatte zuvor offen gefordert, dass der gesamte Libanon „brennen muss“. Greene fand daraufhin extrem scharfe Worte für das israelische Regierungsmitglied:

„Er ist ein mörderischer Psychopath. Kein einziger Cent oder Waffen sollten an Israel gegeben werden. Sie begehen einen Genozid.“

Mit dieser direkten Beschuldigung des Völkermords verschärft die ehemalige Kongressabgeordnete ihre Rhetorik fundamental und fordert einen totalen und sofortigen Stopp jeglicher US-Hilfen für Tel Aviv.

Teil einer größeren Bewegung am rechten Rand

Greenes Vorstoß kommt nicht von ungefähr, sondern spiegelt einen wachsenden Riss innerhalb der amerikanischen Konservativen wider. Beobachter weisen darauf hin, dass sich immer mehr prominente Köpfe der „America First“-Bewegung von Donald Trumps bedingungslosem Israel-Kurs distanzieren.

Neben Greene äußern sich auch andere einflussreiche Stimmen des rechten Lagers, wie der Medienunternehmer Tucker Carlson und Trumps ehemaliger Chefstratege Steve Bannon, zunehmend skeptisch über ein unbefristetes Engagement der USA in israelischen Militäroperationen. Diese Fraktion lehnt den traditionellen Interventionismus der Neokonservativen ab, was zu tiefen Gräben innerhalb der Republikanischen Partei führt. 

Gleichzeitig verliert Trump auch an anderer Stelle Rückhalt: Bedeutende jüdisch-amerikanische Milliardäre und traditionelle Großspender der Republikaner, wie Seth Klarman und Leslie Wexner, haben sich wegen Trumps polarisierender Rhetorik und seiner Nahost-Politik von der Partei abgewandt. Auch liberale Organisationen wie die Union for Reform Judaism verurteilen den aktuellen Kurs scharf.

International wächst ebenfalls der Druck: Ausländische Staatschefs wie der kolumbianische Präsident Gustavo Petro forderten Trump offen dazu auf, sich angesichts des Konflikts im Gazastreifen von der israelischen Führung zu distanzieren.

Abrechnung mit US-Finanzhilfen und dem MOU

Ein zentraler Kern von Greenes Kritik betrifft die massiven finanziellen und militärischen Unterstützungen, die Washington seit Jahrzehnten an Tel Aviv überweist. Es sei „absolut erbärmlich“, dass führende Politiker in den USA angesichts der aktuellen Lage nicht aufbegehren, obwohl die amerikanischen Steuerzahler das Land mit Milliarden Dollar, Waffen und militärischer Unterstützung subventionieren.

In diesem Zuge erklärte sie auch das sogenannte „Memorandum of Understanding“ (MOU) – das die langfristige US-Militärhilfe für Israel regelt – für gescheitert:

„Das MOU ist wertlos, wenn Israel nicht gezügelt werden kann.“

Als selbsternannte Vertreterin einer christlich-nationalen Strömung in den USA betonte Greene, Amerika sei eine „christliche Nation“, weshalb das Schweigen der US-Regierung zu den Angriffen auf Regionen mit hohem christlichen Bevölkerungsanteil im Libanon nicht länger hinnehmbar sei.

Der totale Bruch mit Donald Trump

Der Tweet verdeutlicht einmal mehr den tiefen Graben, der sich zwischen Greene und dem Lager des US-Präsidenten aufgetan hat. Während Greene und Trump über Jahre als engste Verbündete galten, führte der offene Streit über die US-Außenpolitik sowie die Debatte um die Freigabe der brisanten Jeffrey-Epstein-Akten schließlich zu ihrem vorzeitigen Ausscheiden aus dem Kongress.

In ihrem Post ging Greene sogar so weit, Trumps bisherige Außenpolitik direkt anzugreifen und bezeichnete die Konfrontation mit Teheran als historischen Fehltritt: „Der Iran-Krieg war der größte Fehler, den Trump je gemacht hat. Die Amerikaner und unsere Truppen zahlen den Preis dafür – finanziell, wirtschaftlich und mit dem Leben von 13 Soldaten.“

 


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