Tag der Arbeitssicherheit
Psychische Anforderungen bei der Arbeit gut gestalten

Störungen im Arbeitsablauf, hohe Arbeitsintensität oder ein schlechtes zwischenmenschliches Klima wirken sich negativ auf das Wohlbefinden von Beschäftigten aus

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Berlin – Störungen im Arbeitsablauf, hohe Arbeitsintensität oder ein schlechtes zwischenmenschliches Klima wirken sich negativ auf das Wohlbefinden von Beschäftigten aus und können auch die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit beeinträchtigen.

Anlässlich des Tags der Arbeitssicherheit am 28. April betonen Unfallkassen und Berufsgenossenschaften sowie ihr Spitzenverband Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), welche Bedeutung gesundheitsgerecht gestaltete Arbeitsbedingungen haben.

Wie verbreitet psychische Belastungen sind, zeigt eine repräsentative Befragung der DGUV unter mehr als 2.000 Erwerbstätigen. Am häufigsten berichteten diese demnach von Belastungen durch die Arbeitsorganisation: Häufige Unterbrechungen, hohe Arbeitsintensität oder unklare Zuständigkeiten nannte die Hälfte der Befragten.

35 Prozent empfanden die Arbeitsinhalte und -aufgaben als belastend. 29 Prozent gaben an, dass soziale Beziehungen am Arbeitsplatz – etwa Konflikte oder mangelnde Unterstützung – eine Rolle spielen.

„Die Ergebnisse zeigen, dass psychische Belastungen den Arbeitsalltag vieler Beschäftigter wesentlich mitbestimmen – entscheidend ist ihre gesundheitsgerechte Gestaltung“, sagt Dr. Annekatrin Wetzstein, Arbeitspsychologin an der DGUV Akademie. „Für den Arbeitsschutz bedeutet das, auch arbeitsorganisatorische und soziale Faktoren systematisch in den Blick zu nehmen.“

Belastungen begünstigen Unfälle

Die genannten Arbeitsbedingungen stehen auch im Zusammenhang mit dem Unfallgeschehen, ergab die Befragung der DGUV. Auf die Frage, welche Faktoren aus ihrer Sicht Arbeitsunfälle begünstigen können, nannten 45 Prozent der Erwerbstätigen eine hohe Arbeitsbelastung und Zeitdruck.

„Unter Zeitdruck und bei hoher Arbeitsintensität können Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit beeinträchtigt sein; Risiken werden eher übersehen“, so Wetzstein. „Zudem kann es dazu kommen, dass Schutzmaßnahmen nicht konsequent eingehalten werden.“

Arbeitsbelastung und Stress beeinflussen auch, ob Beschäftigte sich vorstellen können, ihre Tätigkeit bis zum Renteneintrittsalter sicher und gesund auszuüben. In der Befragung wurden sie häufig als Gründe genannt, die einer sicheren und gesunden Erwerbstätigkeit bis zum Rentenalter im Weg stehen.

Die Erwerbstätigen, die sich vorstellen können, ihre aktuelle Tätigkeit bis zum Renteneintrittsalter auszuüben, wurden offen nach den Gründen gefragt. Rund ein Viertel verwies auf eine geringe körperliche Belastung, etwa bei Bürotätigkeiten. 15 Prozent gaben an, dass ihnen ihre Arbeit Freude bereitet und sie diese deshalb langfristig ausüben möchten. Weitere zehn Prozent nannten gute Arbeitsbedingungen oder ein positives Arbeitsklima als ausschlaggebend.

„Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen tragen dazu bei, die Arbeitsfähigkeit bis zur Rente zu erhalten“, sagt Dr. Annekatrin Wetzstein. „Dazu ist wesentlich, sowohl körperliche als auch psychische Belastungen in den Blick zu nehmen – etwa im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung.“

Diese hilft, Risiken am Arbeitsplatz systematisch zu identifizieren und geeignete Maßnahmen abzuleiten. Auf dieser Basis können Betriebe beispielsweise Arbeitsabläufe überprüfen, Zuständigkeiten klären, Arbeitszeiten anpassen oder die Zusammenarbeit und Führung gezielt weiterentwickeln.

Weitere Informationen

Die Ergebnisse der Beschäftigtenbefragung sind im DGUV Barometer Arbeitswelt 2026 – Krisenresilienz zusammengefasst.

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