Tirana – Der türkische Schwergewichtsringer Rıza Kayaalp hat bei den Europameisterschaften 2026 in Tirana Sportgeschichte geschrieben.
Im Finale der Gewichtsklasse bis 130 Kilogramm im griechisch-römischen Stil bezwang der 36-jährige Ausnahmeathlet den Ungarn Darius Attila Vitek mit einem deutlichen 7:1-Punktsieg. Mit diesem Erfolg sicherte sich Kayaalp seine insgesamt 13. Goldmedaille bei kontinentalen Meisterschaften und krönte sich zum erfolgreichsten Ringer der EM-Historie.
Das Ende einer 26-jährigen Ära
Dieser Triumph markiert eine historische Zäsur im internationalen Ringersport. Bis zu diesem Turnier in der albanischen Hauptstadt teilte sich Kayaalp den Rekord für die meisten EM-Titel mit der russischen Legende Aleksandr Karelin. Karelin, der als einer der dominantesten Schwerathleten aller Zeiten gilt, hatte zwischen 1988 und 2000 insgesamt 12 Goldmedaillen bei Europameisterschaften gewonnen. Während Karelins Rekord über zwei Jahrzehnte hinweg als nahezu unantastbar galt, hat Kayaalp mit seinem 13. Titel nun eine neue Bestmarke gesetzt.
Weg zum 13. Titel in Tirana
Kayaalp demonstrierte während des gesamten Turniers seine technische Überlegenheit und physische Stärke. Nach souveränen Siegen in den Vorrunden traf er im Finale auf Vitek. Trotz der Ambitionen des ungarischen Kontrahenten kontrollierte Kayaalp das Geschehen auf der Matte zu jedem Zeitpunkt. Mit dem Sieg von Tirana festigt der Türke seine Position im „Club der Legenden“. Es war seine insgesamt 15. Finalteilnahme bei einer Europameisterschaft, wobei er lediglich zwei Mal mit der Silbermedaille vorliebnehmen musste.
Die sportliche Bilanz des Ausnahmeringers
Die Karriere von Rıza Kayaalp ist von einer über anderthalb Jahrzehnte andauernden Konstanz geprägt. Neben seinen 13 EM-Titeln kann der Athlet der Sportgruppe Ankara ASKİ auf fünf Weltmeistertitel (2011, 2015, 2017, 2019, 2022) verweisen. In seiner Trophäensammlung finden sich zudem drei olympische Medaillen: Silber bei den Spielen in Rio de Janeiro 2016 sowie zwei Bronzemedaillen aus London 2012 und Tokio 2020. Einzig der Olympiasieg blieb dem Schwergewichtler bisher verwehrt.
Nationale Bedeutung des Erfolgs
In der Türkei wird der Erfolg als einer der bedeutendsten Meilensteine der nationalen Sportgeschichte gewertet. Unmittelbar nach dem Finale gratulierte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan dem Athleten in einem Telefonat.
Kayaalp selbst widmete den Rekordsieg seiner Tochter und betonte, dass die harte Vorbereitung und der Wille, die Marke von Karelin zu übertreffen, die Hauptmotivation für seine Teilnahme in Tirana gewesen seien. Mit diesem Sieg hat der türkische Ringsport seine Vormachtstellung im europäischen Schwergewicht erneut untermauert.
13’üncü kez Avrupa Güreş Şampiyonu olarak rekor kıran ve tarihe geçen, ülkemize ve milletimize büyük bir gurur yaşatan millî güreşçimiz Rıza Kayaalp’i en kalbî duygularımla tebrik ediyorum. 🇹🇷 pic.twitter.com/Na4b5h5lZN
— Recep Tayyip Erdoğan (@RTErdogan) April 21, 2026

