Shajarah-Tayyebeh-Mädchenschule
Analyse belegt: US-Präzisionsschlag traf Mädchenschule in Minab

Neue Analysen stützen die Hinweise auf einen US-Präzisionsschlag in Minab. Die Daten stehen im deutlichen Widerspruch zur These einer iranischen Fehlfunktion.

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New York – Neue Belege zum verheerenden Raketeneinschlag in der Shajarah-Tayyebeh-Mädchenschule im südiranischen Minab widerlegen die Darstellungen, die den Vorfall im Kontext des völkerrechtswidrigen Angriffs der USA und Israels als iranisches Eigenfeuer einordneten.

Während unmittelbar nach der Katastrophe behauptet wurde, eine fehlgeleitete iranische Abwehrrakete sei für das Blutbad verantwortlich gewesen, belegen aktuelle Satellitenbildanalysen und Experteneinschätzungen nun eine direkte Verantwortlichkeit der US-Streitkräfte.

Der Vorfall am vergangenen Samstag, bei dem laut iranischen Gesundheitsbehörden mindestens 165 Menschen – überwiegend Kinder im Alter von 7 bis 12 Jahren – ums Leben kamen, löste weltweit Entsetzen aus.

In sozialen Netzwerken und durch Befürworter der militärischen Intervention wurde jedoch schnell die Gegenthese verbreitet. So erklärte etwa der israelische UN-Botschafter Danny Danon, er habe Berichte gesehen, wonach das Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) die Schule selbst getroffen habe. Auch pro-israelische Plattformen wie HonestReporting zitierten Behauptungen über eine „iranische Fehlfunktion“, um die Koalition zu entlasten.

Präzisionstreffer statt technischer Defekt

Wes J. Bryant, ein Analyst für nationale Sicherheit und ehemaliger Berater des Pentagons für zivile Schäden, widerlegt diese Thesen nun in einer Untersuchung für die New York Times. Nach der Auswertung hochauflösender Satellitenbilder von Planet Labs kam der ehemalige Ziel-Experte der U.S. Air Force zu dem Schluss, dass die Schule sowie benachbarte Gebäude der Revolutionsgarden mit „Picture Perfect“-Präzision getroffen wurden.

„Die wahrscheinlichste Erklärung ist eine Ziel-Fehlidentifikation“, so Bryant. Das US-Militär habe den Standort angegriffen, ohne zu realisieren, dass sich zum Zeitpunkt des Schlages eine große Anzahl von Zivilisten in dem Gebäude aufhielt. Die Trümmerbilder vor Ort zeigen zudem Fragmente moderner Präzisionswaffen, was die Theorie einer unkontrolliert abgestürzten iranischen Rakete faktisch ausschließt.

Pentagon bestätigt Einsätze im Zielgebiet

Auch offizielle Erklärungen aus Washington stützen mittlerweile die Spur zum US-Militär. General Dan Caine, Vorsitzender der Joint Chiefs of Staff, bestätigte auf einer Pressekonferenz am Mittwoch, dass US-Streitkräfte zum fraglichen Zeitpunkt großflächige Luftschläge im Süden des Irans durchführten. Eine von ihm präsentierte Karte wies die Region um Minab als aktives Operationsgebiet der ersten 100 Stunden aus.

US-Außenminister Marco Rubio betonte zwar am Dienstag, dass die Vereinigten Staaten „niemals absichtlich eine Schule angreifen würden“, räumte jedoch ein, dass das Kriegsministerium den Vorfall untersuche. Sprecher des US-Zentralkommandos (CENTCOM) erklärten zudem, man nehme Berichte über zivile Schäden ernst und prüfe die Hintergründe.

Politische Einordnung und Reaktionen

Die neuen Erkenntnisse setzen die Trump-Administration unter Druck. Während Teheran den Vorfall als vorsätzlichen Akt des Terrors bezeichnet, zeigen die Analysen das Bild eines fatalen Aufklärungsfehlers. Die New York Times wies darauf hin, dass die Schule seit Jahren als zivile Einrichtung bekannt war, was die Frage nach der Qualität der Zielauswahl während der „Operation Epic Fury“ aufwirft.

UNESCO und Nobelpreisträgerin Malala Yousafzai verurteilten den Angriff scharf und forderten Rechenschaftspflicht. Da die Beweislast für einen US-Präzisionsschlag nun erdrückend ist, fordern internationale Beobachter eine unabhängige Untersuchung, um die Verantwortlichen für eines der tödlichsten zivilen Ereignisse des aktuellen Konflikts zur Rechenschaft zu ziehen.

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