PKK-Terror
Syrien: PKK-Ableger PYD übt massive Gewalt gegen andere kurdische Gruppen

Der syrische PKK-Ableger PYD und deren bewaffnete YPG-Einheiten versuchen systematisch, anders denkende Kurden in Nordsyrien zum Schweigen zu bringen. Beobachter werfen der Terrorgruppe vor, durch massive Gewalt Homogenität zu erzwingen und eine marxistisch-leninistische Doktrin umzusetzen.

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Damaskus (nex) – Lokalen Quellen zufolge sollen Angehörige des syrischen Ablegers der terroristischen PKK, der PYD, im Bezirk Derbessiye der Provinz Hasakah im Norden Syriens versucht haben, ein Büro des Kurdischen Nationalrats (ENSK) in Brand zu setzen.

In Qamishli sollen Anhänger der „Jugendunion Rojava“ (YCR), der Jugendorganisation der PYD, Büros der Studentenorganisation der ebenfalls konkurrierenden Kurdischen Demokratischen Partei Syriens (S-KDP) angegriffen und gedroht haben, eine Schließung zu erzwingen, sollten diese nicht um eine offizielle Genehmigung vonseiten der so genannten „Föderation“ ansuchen, die von der PYD geleitet wird.

Wie Abdulhakim Bashar, ein kurdisches Mitglied des Hohen Verhandlungskommission der syrischen Opposition (HNC) und Mitglied des Syrischen Nationalrates (KNCS), erklärt, haben die bewaffneten Einheiten der PYD, die YPG, in jüngster Zeit ihre Angriffe und Drohungen gegenüber konkurrierenden kurdischen Gruppierungen in Syrien intensiviert.

PYD will „homogene kurdische Identität“ schaffen

Vahdettin İnce, ein kurdischer Intellektueller und Autor, sagte gegenüber der Tageszeitung Daily Sabah, die zunehmenden Angriffe auf andere kurdische Gruppen sei Teil eines groß angelegten Versuchs, eine homogene kurdische Identität zu schaffen, während man andere kurdische Gruppen, die nicht die Weltsicht der PYD/YPG teilten, unterdrücke.


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„Die PYD versucht, eine einheitliche Mentalität zu schaffen, die niemanden toleriert außer sich selbst. Eine solche Einstellung liegt auch im Interesse des syrischen Regimes“, so İnce. „Das Bestreben der PYD, Kantone zu bilden, stellt eine Erleichterung für das Regime dar, da die moderate Opposition dadurch geschwächt wird“, erklärt der Autor weiter. Die Einstellung der PYD helfe Assad und schade der Türkei, die stets die Kurden in der Region unterstützt habe.

„Die PYD kreiert einen Narrativ, wonach die Türkei gegen die Kurden im Norden Syriens wäre, während sie selbst andere Kurden, vor allem konservative, unterdrückt und eine stalinistische Ideologie nach Sowjetvorbild propagiert. Langfristig wird eine solche Politik der Ausgrenzung weitere ethnische Auseinandersetzungen in der Region anfachen“, so İnce weiter.

„Illegitime Errichtung eines Staates legitimieren“

Erdal Şimşek, ein für die Tageszeitung Milat tätiger kurdischer Kriegsreporter, sagte, die Angriffe der PYD auf andere kurdische Gruppen seien ein Versuch, die „illegitime“ Errichtung eines „Bundesstaates Rojava“ zu legitimieren. „Die PYD ist auf der Suche nach Legitimität und probt die Errichtung einer eigenen staatlichen Autorität in Nordsyrien.


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Diese Vorgehensweise beim Versuch, Legitimität zu schaffen, ist jedoch selbst illegitim, da sie Angriffe auf Gruppen umfasst, die nicht dieselben Meinungen und Ideen teilen“, so Şimşek gegenüber Daily Sabah. „Allerdings zeigen diese aggressive Vorgehensweise und die gewalttätigen Attacken auf andere Gruppen auch, dass sich die PYD auf dem absteigenden Ast befinde.

Deshalb greift sie zur Gewalt.“ Şimşek nimmt an, dass die PYD einen Bürgerkrieg in der Region provozieren will und Anschläge wie in al-Hasakah auch in anderen Provinzen an der Tagesordnung seien. Özcan Tikit, ein Kolumnist für die Tageszeitung HaberTürk, erklärte, dass, obwohl die PYD behaupte, eine Stimme für die Kurden zu sein, diese hauptsächlich mit der Regierung Assad zusammenarbeite.

„Während die ENSK versuche, mit anderen kurdischen Gruppen zusammenzuarbeiten, diese zu vereinen und auch mit anderen moderaten Oppositionsgruppen zu kooperieren, paktiert die PYD meist mit dem Assad-Regime“, so Tikit, der von „laufenden“ und „systematischen“ Angriffen der PYD auf andere kurdische Gruppen sprach.

„PYD kopiert PKK der 1980er und 1990er Jahre“

„Die Angriffe der PYD gegen andere kurdische Gruppen verstoßen auch gegen die Vereinbarung von Irbil, die 2014 in der irakischen Provinz Duhok unter Federführung vonseiten des Präsidenten der Kurdischen Autonomieregion, Masoud Barzani, unterfertigt worden war und die eine Vereinigung der kurdischen Gruppen in Nordsyrien anstrebte“, fügte er hinzu.

Der kurdische Journalist İlhami Işık wiederum sagte: „Die PYD ist eine schlechte Karikatur der PKK in Syrien. Sie verfolgt dieselben Ziele, weist dieselben Reflexe und dieselbe Ideologie auf. Die PYD kopiert die PKK in der Türkei der 1980er und 1990er Jahre. Auch die PKK hat durch Gewalt abweichende Stimmen und Gruppen eliminiert.

So haben sie ihre Organisation geschaffen, wie sie heute ist.“ Die PYD versuche sich als eine Kraft gegen Daesh zu verkaufen, aber tatsächlich tun sie dies, indem sie alle Andersdenkenden unterdrücken. Sie versuchen, Legitimität durch Faschismus herzustellen, so Işık.

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