Besuch im Flüchtlingslager
Aufladbare Geldkarten: EU-Abgeordnete beeindruckt von professioneller Flüchtlingsbetreuung der Türkei

EU-Abgeordnete des Haushaltsausschusses wollten sich in der Türkei vor Ort ein Bild von der Situation in den Flüchtlingslagern machen. „Die Hilfsorganisationen machen das teilweise besser als in Deutschland“, schwärmte SPE-Abgeordnete Jens Geier.

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Ankara (nex) – Eine Delegation von Abgeordneten des Europäischen Parlaments hat einem Bericht des „Mannheimer Morgen“ zufolge ein 400 000 Menschen beherbergendes Flüchtlingslager nahe der türkischen Grenzstadt Gaziantep besucht, in dem in Kürze weitere 80 000 Flüchtlinge aus dem umkämpften Aleppo eintreffen sollen. Der dem Haushaltsausschuss angehörende SPE-Abgeordnete Jens Geier erklärte, der Besuch diene unter anderem dem Zweck, die Verwendung der Hilfsmittel zu beobachten, die auf Grund der Vereinbarung zwischen der EU und der Türkei zur Flüchtlingspolitik von Ende November 2015 an Ankara ausbezahlt würden.

Die Gruppe zeigte sich von dem, was sie beobachten konnte, durchaus angetan. „Die Hilfsorganisationen machen das teilweise besser als in Deutschland“, schwärmte Geier gegenüber morgenweb.de. Von den offiziell derzeit 2,7 Millionen syrischen Flüchtlingen in der Türkei ist nur etwa ein Zehntel in Aufnahmezentren untergebracht. Alle anderen sind bei Verwandten und Bekannten untergekommen, meist in den größeren Städten.

Statt Bargeld erhielten Einzelpersonen und Familien aufladbare Geldkarten, mittels derer sie in den umliegenden Ortschaften einkaufen könnten, ist weiter zu lesen. Auf diese Weise werde Kaufkraft gesichert, die auch der lokalen Wirtschaft in den traditionell strukturschwachen Gebieten zugutekomme. Auch seien ausgebildete Lehrer aus den Reihen der Flüchtlinge dazu bewegt worden, die fast 200 000 Kinder und Jugendlichen im Lager zu unterrichten. Darüber hinaus sei soziales Leben im Lager und dessen Umfeld geschaffen worden, um den Familien Möglichkeiten zum Zeitvertreib einzuräumen.

Probleme gebe es noch bezüglich der sanitären Infrastruktur, da die bis dato vorhandenen Wasser- und Stromversorgungseinrichtungen auf die kleinen Gemeinden ausgerichtet gewesen seien, und es gebe einzelne Beschwerden über Lohndumping durch die Flüchtlinge, die keine hohen Ansprüche bezüglich der Entlohnung von Gelegenheitsarbeiten stellten.


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