Mogadischu – Die militärische Zusammenarbeit zwischen der Türkei und Somalia hat eine neue Dimension erreicht. Während die türkische Marine mit drei Kriegsschiffen im Golf von Aden operiert, markiert die Stationierung türkischer F-16-Kampffjets Ende Januar 2026 einen historischen Wendepunkt.
Erstmals in der Geschichte der Republik sind damit eigene Kampfflugzeuge fest auf dem afrikanischen Kontinent stationiert. Hinter der militärischen Abschirmung steckt eine weitreichende Energiestrategie und eine Verschiebung der kontinentalen Machtverhältnisse.
Maritime Präsenz und Schutz der Hoheitsgewässer
Aktuell befinden sich das Landungsschiff TCG Sancaktar, die Fregatte TCG Gökova und die Korvette TCG Bafra in den Gewässern vor Somalia. Die Präsenz der Schiffe in Gebieten wie Las Qoray unterstreicht Ankaras Rolle als Schutzmacht der somalischen Integrität.
Parallel dazu hat die Stationierung der F-16-Staffel, wie Analyst Paul Iddon für Forbes berichtet, die operative Schlagkraft vor Ort massiv erhöht. Die Jets dienen nicht nur der Terrorbekämpfung, sondern sichern auch die weitläufigen Seegebiete ab, in denen die Türkei inzwischen handfeste wirtschaftliche Interessen verfolgt.
Schutzschild für das „schwarze Gold“
Die militärische Präsenz ist untrennbar mit den massiven Rohstofffunden verknüpft. Bereits im Mai 2025 meldete die Türkei die Entdeckung eines riesigen Ölfeldes in somalischen Gewässern mit einem geschätzten Volumen von 20 Milliarden Barrel. Dieser Fund hat das Potenzial, Somalia zu einem der wichtigsten Ölproduzenten der Region zu machen.
Ankara agiert hierbei durch das Verteidigungsabkommen von 2024 als Garant für die Sicherheit der Förderplattformen. Die Kriegsschiffe und Kampfjets bilden somit ein Schutzschild für die türkisch-somalische Energiepartnerschaft, um externe Einflussnahme oder Verletzungen der Hoheitsgewässer von vornherein zu unterbinden.
Expertenanalyse: „Die Türkei versteht Afrika“
Die wachsende Dominanz am Horn von Afrika sorgt international für Unruhe, insbesondere in Israel, wo man die Kontrolle über strategische Nadelöhre wie das Bab al-Mandab mit Argwohn beobachtet. Doch für viele Beobachter vor Ort ist die türkische Rolle ein Gewinn.
Der Politologe Dr. Brendon J. Cannon erklärte in einem Interview mit NEX24 bereits treffend, warum Ankaras Strategie so erfolgreich ist: Die Türkei sei ein Land, das „Afrika versteht“. Im Gegensatz zu westlichen Mächten kombiniere Ankara seine „Soft Power“ (humanitäre Hilfe, Infrastruktur) effektiv mit „Hard Power“ (militärische Ausbildung, Sicherheitsgarantien). Cannon betont, dass die Türkei als „ehrlicher Makler“ wahrgenommen wird, der auf Augenhöhe agiert, statt koloniale Muster zu wiederholen.
Der neue Einfluss: Verdrängung alter Mächte
Was wir in Somalia beobachten, ist Teil eines größeren Mosaiks auf dem gesamten Kontinent. In West- und Zentralafrika, etwa im Tschad, zeigt sich ein ähnliches Bild: Die Türkei verdrängt zunehmend den traditionellen Einfluss Frankreichs. Durch Rüstungsexporte, Infrastrukturprojekte und eine pragmatische Partnerschaftspolitik positioniert sich Ankara als attraktivere Alternative zu den ehemaligen Kolonialmächten.
Die Stationierung der F-16 in Somalia und die Präsenz der Kriegsschiffe im Golf von Aden sind somit die sichtbaren Zeichen einer neuen Ära. Die Türkei ist am Horn von Afrika und darüber hinaus zu einem Akteur geworden, der bereit ist, seine strategischen und energetischen Interessen weit jenseits des Mittelmeers militärisch und politisch zu untermauern.
🚨#BREAKINGNEWS Northern SOMALIA
Three Turkish warships TGC Sancaktar, TGC Gökova, and TGC Bafra are currently operating in the Gulf of Aden and along the northern coast of Somalia, particularly near Berbera, which is administered by the northwestern administration known as… pic.twitter.com/cQO9JZwnXP
— Gaas J Keey (@YonisYasin1) February 5, 2026




































































