Eurofighter-Deal
Dank Merz: Türkei erhält erste Kampfjets noch im Februar 2026

Während die Welt auf den KAAN wartet, schafft die Türkei vollendete Tatsachen: Durch ein cleveres Drei-Säulen-Modell landen die ersten Eurofighter bereits in diesem Monat in Ankara. Mit an Bord: Das brandneue Aerodynamik-Update für türkische Raketen. In Athen und Tel Aviv herrscht Alarmstimmung

Teilen

Ankara – Die Modernisierung der türkischen Luftwaffe nimmt in diesen Tagen eine historische Wendung. Während der Vertrag über 20 werksneue Maschinen bereits im Oktober 2025 unterzeichnet wurde, verdichten sich nun die Anzeichen für einen „Blitzstart“: Noch im Februar 2026 soll die türkische Luftwaffe (Türk Hava Kuvvetleri) ihre ersten Eurofighter Typhoon aus Beständen von Katar übernehmen. Damit schließt Ankara eine kritische Fähigkeitslücke schneller als von vielen Experten erwartet.

Der aktuelle Durchbruch: Aerodynamik-Update für türkische Raketen

Ganz aktuell wurde am 6. Februar 2026 ein Vertrag zwischen dem Eurofighter-Konsortium und der NATO-Agentur NETMA unterzeichnet, der für die Türkei von entscheidender Bedeutung ist. Das sogenannte Aerodynamic Modification Kit (AMK) soll die Integration neuer Waffensysteme und externer Lasten massiv beschleunigen.

Für die Türkei bedeutet dies: Die Integration ihrer im Inland entwickelten Luft-Luft-Raketen der Gökhan- und Bozdoğan-Serie wird technisch wesentlich einfacher und schneller umsetzbar. Ankara setzt damit seine Strategie fort, ausländische High-Tech-Plattformen mit souveräner, heimischer Bewaffnung zu kombinieren.

Drei-Säulen-Modell: Katar, Oman und Großbritannien

Die Beschaffung der insgesamt 44 geplanten Eurofighter erfolgt über ein komplexes Drei-Säulen-Modell, das eine sofortige Einsatzbereitschaft sicherstellt:

Die „Soforthilfe“ aus Katar (Februar 2026): Die ersten 12 Maschinen der Tranche 3A kommen aus katarischen Beständen. Türkische Piloten befinden sich bereits zur Einweisung in Doha. Diese Jets dienen als „Quick Fix“, um die Überlegenheit im Luftraum der Ägäis und des östlichen Mittelmeers zu wahren.

Gebrauchtkäufe aus Oman: Weitere 12 modernisierte Jets sollen ab 2028 aus dem Oman folgen.

Werksneue Jets aus Großbritannien (ab 2030): Den Kern der Flotte bilden 20 fabrikneue Eurofighter der neuesten Generation, für die im Oktober 2025 der 11-Milliarden-Dollar-Vertrag unterzeichnet wurde.

„Ein Sieg für die NATO“

Großbritannien und die Türkei betonen die sicherheitspolitische Notwendigkeit und die wirtschaftlichen Vorteile des Deals.

Keir Starmer, britischer Premierminister:

„Dieses wegweisende Abkommen ist ein Gewinn für die britischen Arbeiter, ein Gewinn für unsere Verteidigungsindustrie und ein Gewinn für die Sicherheit der NATO. An beiden Enden Europas sind das Vereinigte Königreich und die Türkei von entscheidender Bedeutung, um die Herausforderungen unserer Zeit zu meistern.“

Der türkische Verteidigungsminister Yaşar Güler betonte, dass die Türkei als NATO-Mitglied ein Recht auf modernste Ausrüstung habe:

„Wir haben immer betont, dass wir als NATO-Mitglied das Recht auf modernste Ausrüstung haben. Der Eurofighter wird unsere Schlagkraft massiv erhöhen, während wir gleichzeitig mit Hochdruck an unserem nationalen Projekt KAAN arbeiten. Wir lassen uns in unserer Verteidigungsstrategie von niemandem einschränken.“

Der deutsche Kurswechsel unter Kanzler Merz

Dass dieser Deal überhaupt möglich wurde, liegt maßgeblich an der veränderten politischen Wetterlage in Berlin. Nachdem die Bundesregierung den Export jahrelang blockiert hatte, gab Kanzler Friedrich Merz (CDU) im Sommer 2025 endgültig grünes Licht. Merz begründete dies mit der Rolle der Türkei als „unverzichtbarer Anker der NATO-Südflanke“.

Trotz Kritik von Menschenrechtsorganisationen und Spannungen im Fall des inhaftierten Oppositionspolitikers Ekrem İmamoğlu priorisierte Berlin die strategische Partnerschaft. Großbritannien, das den Export von Beginn an vorangetrieben hatte, sieht in dem Deal zudem die Sicherung von über 20.000 Arbeitsplätzen.

Bundeskanzler Friedrich Merz bei einem Besuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan im Oktober 2025 in Ankara (Foto: tccb)

Strategische Brücke zum KAAN

Der Eurofighter fungiert für die Türkei als technologische und militärische Brücke. Er soll die Zeit überbrücken, bis der im Inland entwickelte Stealth-Jet der 5. Generation, der TF-X KAAN, um das Jahr 2030 seine volle Einsatzbereitschaft erreicht.

Mit der Kombination aus dem Eurofighter, der modernisierten F-16-Flotte und der Integration der Meteor-Langstreckenrakete verschiebt Ankara das militärische Gleichgewicht in der Region bereits heute massiv zu seinen Gunsten.

Technischer Vergleich: Warum der Eurofighter für die Türkei ein „Gamechanger“ ist

Der Eurofighter Typhoon bietet Fähigkeiten, die über die modernste F-16 („Viper“-Standard) hinausgehen, insbesondere im Bereich der Luftüberlegenheit und der Radartechnologie.

Die strategische Kombination

Für die türkische Luftwaffe ergibt sich durch den parallelen Betrieb beider Systeme ein massiver taktischer Vorteil: Während die modernisierten F-16-Viper-Modelle als „Arbeitstiere“ für Bodenangriffe und Standardpatrouillen dienen, übernimmt der Eurofighter die Rolle des „Himmelswächters“.

Mit der überlegenen Reichweite der Meteor-Raketen und dem hochmodernen AESA-Radar kann der Eurofighter Ziele bekämpfen, noch bevor diese den Jet auf ihrem eigenen Schirm wahrnehmen.

Reaktionen aus Griechenland: „Sorge um das Gleichgewicht“

In Athen wird der Deal mit Argusaugen beobachtet. Die Sorge ist groß, dass die technologische Überlegenheit, die Griechenland durch den Kauf der französischen Rafale-Jets und der angekündigten F-35 gewonnen hatte, durch die türkischen Eurofighter neutralisiert wird.

Evangelos Georgousis, pensionierter Luftwaffengeneral und Honorarkommandeur:

„Die Integration der Meteor-Langstreckenrakete in die türkische Luftwaffe ist ein besorgniserregender Faktor. Wir haben bisher den Vorteil gehabt, Ziele aus größerer Entfernung bekämpfen zu können. Wenn die Türkei nun dieselbe Technologie erhält, verändert das die taktische Realität über der Ägäis fundamental.“

„Athen muss nun diplomatisch alle Hebel in Bewegung setzen, um zumindest die Lieferung der modernsten Waffenpakete innerhalb des Eurofighter-Deals zu verzögern. Der Himmel über der Ägäis darf nicht zum Schauplatz eines Wettrüstens werden, bei dem wir unseren technologischen Vorsprung verlieren“, so ein Kommentar in der griechischen Zeitung EFSYN

Auch Vertreter aus Israel zeigten sich besorgt

Israel beobachtet die Annäherung zwischen der Türkei und den europäischen Rüstungsproduzenten (UK/Deutschland) mit strategischem Misstrauen, besonders vor dem Hintergrund der Spannungen im Gazastreifen.

„Ein sicherheitspolitisches Kopfzerbrechen“

Ein hochrangiger israelischer Beamter (gegenüber der Jerusalem Post):

„Dies ist kein Gamechanger, der unsere Luftüberlegenheit sofort beendet, aber es ist ein erhebliches ‚Kopfzerbrechen‘. Es ist ein klares Signal, dass die Türkei ihren Rüstungsaufbau beschleunigt, um die militärische Parität in der Region zu erzwingen.“

Yair Lapid, israelischer Oppositionsführer:

„Dass Deutschland und Großbritannien nun die Türkei mit diesen mächtigen Jets ausrüsten, ist gefährlich. Die Türkei verfügt bereits über die größte Flotte im Nahen Osten und strebt nun auch nach der Vorherrschaft in der Luft. Dass unsere Regierung hier nicht interveniert hat, ist ein diplomatisches Versagen.“

Auch interessant

After Election Victory in Berlin: Central Council of Jews Warns Against a Left-Wing Government

Berlin - Following the historic outcome of the Berlin state election on September 20, in which Die Linke emerged as the largest political force,...

Paukenschlag in der Türkei: Erdoğan-Herausforderer Yavaş verlässt die CHP

Ankara – Paukenschlag in der türkischen Politik: Ankara-Oberbürgermeister Mansur Yavaş hat am heutigen Mittwoch seinen Austritt aus der Republikanischen Volkspartei (CHP) erklärt. Yavaş will...

Wahlniederlagen der CDU: Prien stützt Merz – AfD zeigt sich gesprächsbereit

Berlin - In der CDU beginnt die Aufarbeitung der beiden Niederlagen des gestrigen Wahlsonntags. Bundesbildungsministerin und stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU Karin Prien gab sich...

„Zionisten unerwünscht“: Israelin droht griechischer Bar mit Klage

Athen - Ein Schild mit der Aufschrift „Zionists Not Welcome“ („Zionisten nicht willkommen“) in einer Bar auf der griechischen Insel Lesbos sorgt für rechtliche...

Sachbeschädigung an Moschee in Ahlen: Polizei prüft politischen Hintergrund

Ahlen - In der Nacht zu Dienstag ist es an einer Moschee in der Rottmannstraße im westfälischen Ahlen zu einer Sachbeschädigung gekommen. Ein bislang...

Headlines

Erdoğans UN-Rede: Kritik am Sicherheitsrat trifft den Nerv der Zeit

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel US-Präsident Donald Trump drohte vor der UN mit der Vernichtung Irans. Das ist die Art...

Paukenschlag in der Türkei: Erdoğan-Herausforderer Yavaş verlässt die CHP

Ankara – Paukenschlag in der türkischen Politik: Ankara-Oberbürgermeister Mansur Yavaş hat am heutigen Mittwoch seinen Austritt aus der Republikanischen...

Elif Eralp und der Palästina-Bumerang: Berlins neuer Machtfaktor

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel Berlin hat gewählt, und diesmal hat die Hauptstadt dem politischen Establishment einen überdeutlichen Denkzettel verpasst:...

Israel: Demonstranten fordern Todesstrafe für NAZA-Filmemacher

Tel Aviv - Aktivisten haben in der zentralisraelischen Stadt Savyon vor dem Haus der Eltern der Filmemacherin Rachel Szor...

Meinung

Turkish Airlines erneut zur besten Fluggesellschaft Europas gekürt

London - Türkische Staatsairline klettert in der Skytrax-Gesamtwertung weltweit auf Platz fünf und sichert sich zudem erneut die Krone für das beste Business-Class-Catering. Die türkische...

Erdoğans UN-Rede: Kritik am Sicherheitsrat trifft den Nerv der Zeit

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel US-Präsident Donald Trump drohte vor der UN mit der Vernichtung Irans. Das ist die Art von Diplomatie, bei der selbst...

Geleceğin Cumhurbaşkanı: Hakan Fidan

Polat Karaburan Recep Tayyip Erdoğan, yarım asrı aşkın bir süredir Türkiye’nin siyasi hayatına yön veriyor. 1976 yılında merhum Necmettin Erbakan’ın siyasi hareketinde filizlenen bu yolculuk,...

The Economist: Erdoğan, Müslüman dünyasının en popüler politikacısı

Londra - Neredeyse iki milyar insandan oluşan devasa ve çeşitlilik arz eden bir topluluk olan küresel Müslüman topluluğu Umma/Ümmet içinde, birleştirici bir temsilci arayışı...

Wall Street Journal: Türkiye’nin durdurulması gerekiyor

Konuk Yazar: Özgür Çelik Bradley Martin tarafından kaleme alınan ve 4 Mart 2026 tarihinde Wall Street Journal'da yayımlanan "Türkiye'yi Dizginlemek İçin Acil Bir İhtiyaç" (An...