
Kommentar von Henriette Wild
Die Reise des Heiligen Stuhls in die Türkei ging zu Ende. Doch mit jeder Station, mit jeder Geste und mit jeder Rede hat Papst Leo XIV. Spuren hinterlassen. Er verließ das Land nicht nur als Führer der katholischen Kirche, sondern als Bote der Hoffnung, des Miteinanders und des Friedens für alle. Für Christen, Muslime und Menschen jeden Glaubens.
In Ankara, Istanbul und Iznik setzte er Zeichen, die weit über die Kirchenmauern hinaus reichen. Zeichen der Einheit, der Versöhnung und der Brüderlichkeit.
Was bedeuten seine Äußerungen?
In seiner Rede beim Besuch in Ankara richtete Papst Leo XIV. warme und ehrliche Worte an die türkische Gesellschaft und an alle, die differenziert leben. Er bezeichnete die Türkei als ein „Land, das untrennbar mit den Ursprüngen des Christentums verbunden ist“ und zugleich als Ort, „an dem alle Kinder Abrahams und die ganze Menschheit zur Brüderlichkeit eingeladen sind“ („… beckons the children of Abraham and all humanity to a fraternity that recognizes and appreciates differences.“).
Er erinnerte daran, dass das Land, verbunden mit Asien und Europa, „eine Brücke zwischen Kulturen, Glaubensrichtungen und Kontinenten“ darstellt und forderte, diese Rolle mit Verantwortung zu leben: Vielfalt dürfe nicht Anlass für eine Spaltung sein, sondern Grund zum Miteinander:
„Die Türkei ist eine Brücke der Hoffnung: Wo Kontinente sich berühren, können auch Herzen einander finden.“
In Iznik, wo vor 1.700 Jahren das Erste Konzil von Nicäa stattfand, wandte er sich an Christen aus dem Nahen Osten und warnte entschieden vor Gewalt im Namen der Religion: „Wir müssen entschieden zurückweisen, dass Religion als Vorwand für Krieg, Gewalt oder jegliche Form von Fundamentalismus oder Fanatismus missbraucht wird.“
Er rief auf zu „brüderlicher Begegnung, zum Dialog und zur Zusammenarbeit“. Es ist der Weg, die Wunden der Geschichte zu heilen und die Christenheit wieder enger zusammenzuführen.
Papst Leo machte klar: Die Zukunft ist nicht vorgezeichnet. Sie ist gestaltbar, durch unser Handeln, durch Respekt und durch gegenseitiges Zuhören.

Ökumene, Dialog und Respekt
Ein Kernpunkt dieses Besuchs war die Ökumene. Es ist sein Wunsch, Mauern abzubauen, Missverständnisse zu überwinden und die Gemeinschaft neu zu denken und zu leben.
Ein Reise voller Hoffnung
Papst Leo XIV. hinterlässt ein starkes Signal
In Istanbul und Iznik unterzeichnete Papst Leo gemeinsam mit Patriarch Bartholomaios I. eine Erklärung zur Einheit der Christen. Sie riefen alle Gläubigen dazu auf, den langen Weg der Versöhnung weiterzugehen. Nicht mit Kompromissen am Glauben, sondern mit offenen Herzen und dem Willen zur Verständigung.
Zitat:
„Wir müssen die Last der Geschichte nicht weitertragen wie einen Stein – wir können sie in einen Grundstein für Einheit verwandeln.“
Als Papst Leo die berühmte Sultan-Ahmed-Moschee (Blaue Moschee) in Istanbul betrat, trug er mit seinen Gesten, respektvolles Betreten der Moschee, Besinnung und Stille sowie das Ablegen der Schuhe, zu einer leisen, aber deutlichen Botschaft des Respekts gegenüber dem Islam und der muslimischen Gemeinschaft bei.
Die türkische Presse sah in seinem Besuch ein starkes Signal. Ankara und der Vatikan können gemeinsam als Akteure der globalen Friedensdiplomatie zu einer moralischen Verantwortung beitragen.
Warum dieser Besuch so wichtig war
Papst Leo erinnerte während seines Besuchs eindringlich an die Wurzeln des christlichen Glaubens. Dass er dafür ausgerechnet Iznik wählte, den Ort, an dem vor 1.700 Jahren das Glaubensbekenntnis formuliert wurde, das übrigens bis heute in allen Kirchen gebetet wird, war ein starkes Zeichen dafür, wie sehr ihm die Einheit der Christen am Herzen liegt.
Viele der Gläubigen, die dort zusammenkamen, waren sichtlich bewegt. Dieser Moment des gemeinsamen Gebets hatte eine Kraft, die man kaum in Worte fassen kann.
Seine Reise war wie eine Brücke zwischen Kulturen und Religionen.
Gerade in einer Zeit, in der weltweit so viele Spannungen spürbar sind, setzte Papst Leo eine klare Botschaft: Vielfalt ist keine Belastung, sie ist ein Geschenk.
Sie ist eine Möglichkeit, aufeinander zuzugehen, miteinander zu reden, Frieden zu suchen und einander besser zu verstehen.
Mit seinen Worten und Gesten stellte er sich entschieden gegen jede Form von Gewalt, die im Namen der Religion ausgeübt wird.
Stattdessen warb er leidenschaftlich für Brüderlichkeit und eine gemeinsame Zukunft. Damit sprach Papst Leo nicht nur die Christen an, sondern alle Menschen, die an ein friedliches Miteinander glauben.
„Kein Glaube darf je zur Waffe werden. Religion ist ein Haus des Friedens, nicht ein Vorwand für Gewalt.“
Besonders berührend war, wie sehr er die christlichen Minderheiten im Land ermutigte. Viele von ihnen leben ihren Glauben oft im Stillen, doch in diesen Tagen spürten sie: Wir sind nicht vergessen. Ihr Glaube, ihre Hoffnung und ihre Treue machen sie zu einem wichtigen, lebendigen Teil der großen christlichen Gemeinschaft.
Mit Zuversicht in die Zukunft
Was Papst Leo XIV. uns allen, die wir im Miteinander leben, mit seinem Besuch geschenkt hat, ist weit mehr als ein diplomatisches Ereignis. Er hat uns eingeladen, mit offenen Augen und offenen Herzen aufeinander zuzugehen. Und zwar ohne Angst vor Unterschieden, ohne Vorurteile, sondern mit dem Mut zur Verständigung.
In einer Welt, die so oft von Angst, Misstrauen und Konflikten geprägt ist, wirkt sein Zeichen wie ein Leuchtturm. Er dient als Aufruf zur Menschlichkeit, zur Brüderlichkeit und damit auch zum Frieden.
Möge diese Reise nicht nur Erinnerung bleiben, sie sollte Inspiration sein. Für jede Gemeinschaft, für jedes Miteinander, für jede Person, die an Hoffnung glaubt. Und möge jeder von uns ein kleines Stück dieser Hoffnung in seinem Alltag weitertragen.
İnsanlığın yön arayışının hızlandığı, Asya’dan Afrika’ya, Latin Amerika’dan Doğu Avrupa’ya gerilimlerin tırmandığı bir dönemde Papa 14’üncü Leo’nun Türkiye’ye gerçekleştirdiği ziyaretin tüm insanlık için hayırlara vesile olmasını ümit ve arzu ediyorum. 🇹🇷🇻🇦 pic.twitter.com/znr0HV0hV5
— Recep Tayyip Erdoğan (@RTErdogan) November 27, 2025

































































