Umfrage
Lebensmittelverschwendung: Nur 3 von 9 Supermarkt-Ketten bekennen sich zu Halbierung

Nur drei der neun größten Supermarkt-Ketten in Berlin und Brandenburg unterstützen öffentlich das Ziel der Bundesregierung, die Lebensmittelabfälle bis 2030 zu halbieren.

Teilen

Nur drei der neun größten Supermarkt-Ketten in Berlin und Brandenburg unterstützen öffentlich das Ziel der Bundesregierung, die Lebensmittelabfälle bis 2030 zu halbieren. Das hat eine Umfrage des rbb-Verbrauchermagazins „SUPER.MARKT“ ergeben.

Demnach haben sich Metro, Real und Penny das Ziel gesetzt, ihren Lebensmittelmüll um 50 Prozent zu reduzieren. Lidl will bis 2025 30 Prozent des Abfalls vermeiden. Rewe, Edeka, Aldi, Kaufland und Netto nannten auf Anfrage des rbb keine konkreten Reduktionsziele.

Um Lebensmittelabfälle zu reduzieren, hat Frankreich Supermärkte gesetzlich dazu verpflichtet, mit Organisationen wie der Tafel zusammenzuarbeiten. Die Gründerin der Berliner Tafel, Sabine Werth, fordert auf rbb-Anfrage so ein Gesetz auch in Deutschland: „Es müsste eine ganz klare Gesetzgebung geben, dass gar keine Lebensmittel mehr weggeworfen werden sollten. Alles, was wir nicht brauchen, wegwerfen, das darf es nicht sein“, sagte Werth dem rbb.

Eine Studie des Thünen-Instituts im Auftrag der Bundesregierung kommt zu dem Ergebnis, dass der Handel in Deutschland pro Jahr 200.000 Tonnen Lebensmittel an die Tafeln spendet – aber mit rund 490.000 Tonnen mehr als doppelt so viele Lebensmittel entsorgt. Bis zu 84 Prozent dieser Lebensmittelabfälle seien laut der Studie vermeidbar.

Die Bundesregierung hatte im Februar 2019 beschlossen, die Lebensmittelverschwendung bis 2030 zu halbieren – und setzt dabei zunächst auf Freiwilligkeit statt auf Zwang. In einem Nationalen Handelsforum sollen die Supermarkt-Ketten davon überzeugt werden, freiwillige Selbstverpflichtungen einzugehen. Doch nach rbb-Recherchen ist es fraglich, ob alle Handelsketten dazu bereit sind.

Kaufland teilte mit, bei der konkreten Ausgestaltung des Reduktionszieles bis 2030 gelte es, „mit Augenmaß vorzugehen und die Rahmenbedingungen für den Lebensmittelhandel in Deutschland angemessen zu berücksichtigen.“ REWE schrieb auf Anfrage: „Für den Erfolg entsprechender Maßnahmen ist in erster Linie die breite Akzeptanz der Kunden notwendig.“

Auch interessant

Ex-US-Abgeordnete Greene: Israel bombardiert Christen

Washington – Mit einer schweren Anschuldigung gegen die israelische Regierung sorgt die prominente US-Politikerin Marjorie Taylor Greene für massives Aufsehen. Die Rechtspopulistin, die bis zu...

Meilenstein für den Islam in Deutschland: Erste Islamisch-Theologische Fakultät Europas entsteht in Münster

Münster / Berlin – An der Universität Münster wird Geschichte geschrieben: Zum 1. Juli nimmt an der dortigen Hochschule die europaweit erste eigenständige Islamisch-Theologische...

„Breaking Bad“-Star Giancarlo Esposito nimmt in Saudi-Arabien den Islam an

Riad / Berlin – Er spielte einen der ikonischsten und unterkühltesten Bösewichte der Seriengeschichte, nun sorgt er privat für weltweites Aufsehen: Der US-amerikanische Schauspieler...

Kommentar: „Ist die Türkei ein Rechtsstaat?“

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel In der Türkei kristallisieren sich zwei Lager, die sich nicht nur in einem Punkt vehement widersprechen. Das erste Lager sagt: „Die Justiz...

Luxemburgischer Außenminister: Israelkritik ist kein Antisemitismus

Paris – In der französischen Hauptstadt haben israelische und palästinensische Vertreter der Zivilgesellschaft gemeinsam mit Ministern aus mehreren Ländern an der Konferenz „Paris Call...

Headlines

Wirtschaftsministerin Reiche: „Wir brauchen die Türkei“

Ankara / Berlin – Inmitten schwerer geopolitischer Verwerfungen setzt die Bundesregierung auf eine drastische Vertiefung der wirtschaftlichen und strategischen...

Ex-US-Abgeordnete Greene: Israel bombardiert Christen

Washington – Mit einer schweren Anschuldigung gegen die israelische Regierung sorgt die prominente US-Politikerin Marjorie Taylor Greene für massives...

US-Journalistin Ana Kasparian: Ich traue den Israelis nicht

New York / London – Die bekannte US-Journalistin und Co-Moderatorin des progressiven Nachrichtenformats The Young Turks (TYT), Ana Kasparian,...

Kommentar: „Ist die Türkei ein Rechtsstaat?“

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel In der Türkei kristallisieren sich zwei Lager, die sich nicht nur in einem Punkt vehement widersprechen. Das...

Meinung

Warum der „nützliche Migrant“ im Sport ein Trugschluss ist

Ein Gastkommentar von Aras Karasun Wer wirklich hofft, dass Menschen in Deutschland durch Fußball und den Migrantenanteil in der Nationalmannschaft, gemeinsames Feiern automatisch zusammenfinden, sollte...

Wirtschaftsministerin Reiche: „Wir brauchen die Türkei“

Ankara / Berlin – Inmitten schwerer geopolitischer Verwerfungen setzt die Bundesregierung auf eine drastische Vertiefung der wirtschaftlichen und strategischen Allianz mit Ankara. Bei ihrem ersten...

Odadaki Son Yetişkin Olarak Türkiye

Konuk Yazar Nabi Yücel Mevcut durumda Türkiye, Orta Doğu'nun – ve çok daha ötesinin – jeopolitik manzarasında neredeyse nesli tükenmekte olan diplomatik bir tür; yani...

The Economist: Erdoğan, Müslüman dünyasının en popüler politikacısı

Londra - Neredeyse iki milyar insandan oluşan devasa ve çeşitlilik arz eden bir topluluk olan küresel Müslüman topluluğu Umma/Ümmet içinde, birleştirici bir temsilci arayışı...

Geleceğin Cumhurbaşkanı: Hakan Fidan

Polat Karaburan Recep Tayyip Erdoğan, yarım asrı aşkın bir süredir Türkiye’nin siyasi hayatına yön veriyor. 1976 yılında merhum Necmettin Erbakan’ın siyasi hareketinde filizlenen bu yolculuk,...