Syrien
Giftgasangriff: Opferzahl steigt auf über 100

Syrische und russische Kampfjets fliegen seit Tagen Angriffe auf die von Aufständischen gehaltene Stadt Douma. Wie Menschenrechtsorganisationen und auch Augenzeugen berichten, sei dabei Giftgas eingesetzt worden. Die syrische Regierung bestreitet das.

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Douma (nex) – Syrische und russische Kampfjets fliegen seit Tagen Angriffe auf die von Aufständischen gehaltene Stadt Douma. Wie Menschenrechtsorganisationen und auch Augenzeugen berichten, sei dabei Giftgas eingesetzt worden. Die syrische Regierung bestreitet das.

Bei schweren Luftangriffen auf die südwestsyrische Stadt Douma in Ost-Ghouta  in der Samstagnacht ist möglicherweise Giftgas eingesetzt worden. Wie die syrische Hilfsorganisation Weißhelme und die Syrian American Medical Society berichten, litten Bewohner unter Atemnot, nachdem ein Wohngebiet mit Gas angegriffen worden sei.

In Aufnahmen, die seit Samstag über die sozialen Medien verbreitet werden, sind Kleinkinder mit Sauerstoffmasken oder Tote mit Schaum vor dem Mund zu sehen.  Dies spreche für das Giftgas Sarin. Auch die Hilfsorganisation UOSSM geht von einem Giftgasangriff aus. Die Angaben über die Zahl der Toten schwanken. Es wird von bis zu 150 Toten und bis zu 1000 Verletzten berichtet.

„Wir dürfen uns nicht an Bilder toter Kinder mit Schaum vor dem Mund gewöhnen – jeglicher Einsatz von Massenvernichtungswaffen darf nicht länger ohne Konsequenzen bleiben“, so Elias Perabo, Geschäftsführer der deutsch-syrischen Menschenrechtsorganisation Adopt a Revolution, die in Douma seit Jahren zwei Partnerprojekte unterstützt. „Eine internationale Untersuchung ist dringend notwendig, aber das alleine reicht nicht, um solche Taten künftig zu verhindern“, so Perabo weiter.

Die EU und Deutschland hätten bislang keinerlei Konsequenzen aus den bisher vorliegenden Ergebnissen der unabhängigen Untersuchungen von UN und OPCW zum Einsatz von Giftgas in Syrien gezogen. „Damit haben sie billigend auch den weiteren Einsatz von Giftgas wie gestern in Douma in Kauf genommen“, betonte Perabo.

Politiker verurteilen weltweit den Angriff auf Duma

Weltweit haben Politiker den mutmaßlichen Chemiewaffenangriff verurteilt.

Der Sprecher des türkischen Präsidenten, Ibrahim Kalin, sagte am Sonntag, dass das Bashar al-Assad-Regime für wiederholte Angriffe in Syrien verantwortlich gemacht werden müsse.

„Wir verurteilen den chemischen Angriff in Syriens Douma, bei dem mindestens 70 Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, getötet wurden, auf das Schärfste „, sagte Kalin in einer schriftlichen Erklärung.

Trump nennt Assad „Tier“.

„Viele Tote, inklusive Frauen und Kinder, nach hirnlosem Chemiewaffenangriff in Syrien. Das Gebiet, in der die Gräueltaten stattfanden, ist von der syrischen Armee abgeriegelt und somit für die Außenwelt völlig unzugänglich. Präsident Putin, Russland und der Iran sind dafür verantwortlich, weil sie das Tier Assad unterstützen. Großer Preis zu bezahlen. Öffnet die Gegend sofort für medizinische Hilfe und Verifizierung. Weiteres humanitäres Unglück aus einem komplett nichtigen Grund. KRANK!“, schreibt US-Präsident Donald Trump auf Twitter.

Assad-nahe Medien machen Deutschland verantwortlich

Unterdessen berichten Assad-nahe Journalisten, dass Regimekräfte bei der Rückeroberung Ost-Ghoutas „chemische Substanzen, einschließlich Verpackungen von giftigem Chlorgas aus Deutschland“ gefunden hätten. Es wird die Frage gestellt, wie das Verhältnis zwischen der deutschen Fabrik, die diese chemischen Stoffe produziert hat, und den „radikal-islamistischen Terroristen“ in Syrien sei.

(Foto: Screenshot)

 

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