Turkstaaten
„Türkische Union“: Usbekistan und Türkei weiten Wirtschaftskooperation aus

Usbekistan und die Türkei haben große ungenutzte Ressourcen in den bilateralen Beziehungen auf allen Ebenen. Das erklärte der usbekische Präsident Schavkat Mirziyoyew in einer Gratulationsnachricht anlässlich 25 jähriger diplomatischer Beziehungen nach Ankara.

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Ankara (nex/eurasia) – Usbekistan und die Türkei haben große ungenutzte Ressourcen in den bilateralen Beziehungen auf allen Ebenen. Das erklärte der usbekische Präsident Schavkat Mirziyoyew in einer Gratulationsnachricht anlässlich 25 jähriger diplomatischer Beziehungen nach Ankara. Zuletzt unterzeichneten beide Staaten Wirtschaftsabkommen im Wert von über einer Milliarde US-Dollar.

In seiner Nachricht an den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan drückte Usbekistans Präsident seine Zuversicht über eine umfassende und langfristige Partnerschaft mit der Türkei aus, die die Beziehungen der zwei türkischen Bruderstaaten auf ein neues Level heben sollen.

In seiner Antwortnachricht betonte der türkische türkische Präsident Erdogan, dass Ankara bereit ist, die Kooperation auf bilateraler, regionaler und internationaler Ebene zum Wohle des türkischen und usbekischen Volkes auf Basis des gegenseitigen Vertrauens auszubauen.

Eurasia News und NEX24 sprachen mit Cemil Ipek, Vorsitzender der Abteilung für internationale Politik der türkischen Atatürk-Universität. Er sagte über das sich auffrischende Verhältnis der zwei Turkstaaten:

„Ich nehme an, dass sich die Beziehungen zwischen beiden Staaten nach Jahren der Spannung normalisiert haben.“

„Nach dem Dahinscheiden des Diktators Karimow hat Mirziyoyew den Wiedereinstieg in die eurasische Geopolitik beschlossen. Der Turkstaat Usbekistan ist wegen seiner Lage und großen Population ein Schlüsselstaat. Eine starke türkische Außenpolitik in Zentralasien ist ohne gute Beziehungen zu Taschkent kaum möglich“, erklärt Ipek.

Beim Arbeitsbesuch des usbekischen stellvertretenden Premierministers Rustam Azimow in der Türkei vom 26. bis zum 2. März schloss der Minister zwischenstaatliche Wirtschaftskooperationsprojekte im Wert von über eine Milliarde US-Dollar ab.

Die Delegation aus Usbekistan hielt Gespräche mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und Premierminister Binali Yildirim ab. Beide Seiten hielten den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen fest. Zu diesem Zweck fanden ebenso Treffen mit dem türkischen Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci statt.

Beim Türkisch-Usbekischen Wirtschaftsforum in Istanbul, das von der Wirtschaftsvereinigung DEIK aufgesetzt wurde, sagte Wirtschaftsminister Zeybekci:

„Wir machten zwischen neun und zehn Wirtschaftssektoren wie Landwirtschaft, Textilien, Elektrik-Elektronik, Chemie, Tourismus und Logistik für uns aus. Wir werden das Verhältnis in den Bereichen entsprechend ihrer Bedeutung neu bewerten.“

Für Zeybekci kursiert das Handelsvolumen zwischen der Türkei und Usbekistan mit 1,2 Milliarden US-Dollar vergangenes Jahr unter seinen Möglichkeiten. Die Türkei exportierte vergangenes Jahr Güter und Dienstleistungen im Wert von 533 Millionen US-Dollar. Aus Usbekistan importierte die Türkei im gleichen Zeitraum Wirtschaftswerte in Höhe von 709,2 Millionen US-Dollar.

In diesem Zusammenhang forderte der Wirtschaftsminister der Türkei den Abschluss eines Freihandelsabkommens Usbekistan. Das Abkommen soll die Möglichkeiten beider Ökonomien besser ausschöpfen.

Bisher setzten türkische Bauunternehmen 110 Projekte von zwei Milliarden US-Dollar im zentralasiatischen Turkstaat um. Zeybekci fügte hinzu:

„Ich finde diese Investitionen nicht ausreichend. Es gibt großes Potenzial auf jedem Feld und wir werden die Zusammenarbeit ausweiten.“

Rustam Azimow, der am Forum teilnahm, bat die türkische Wirtschaft, überdies im Sektor der Petrochemie zusammenzuarbeiten.

Er sagte, dass es in Usbekistan zwei Petroleumraffinerien gibt. Eine dritte befindet sich in der Entwicklungsphase.

„Wir hoffen in der Petrochemie mit unseren türkischen Partnern kooperieren zu können. Wir können im Minensektor beim Gold-, Silber- und Uranabbau gemeinsam arbeiten, diese fördern und verarbeiten“, ergänzte der Minister.

Im akademischen Bereich schließen sich Türkei und Usbekistan ebenfalls zusammen. Wie in Kasachstan vorgemacht, eröffnen Ankara und Taschkent eine gemeinsame Hochschule unter dem Namen „Türkei-Usbekistan Ulug Bey Universität“ mit einem Kampus in Istanbul und einem in Samarkand. Ipek kommentiert:

„Das Projekt kann beide Staaten einander näherbringen. Vor allem im Bereich der gemeinsamen türkischen Geschichte ist das Projekt in der Lage, einen Beitrag zur türkofonen Welt zu leisten.“

Im Übrigen sieht der Politikwissenschaftler der Atatürk-Universität, dass ein weiteres verbindendes Element die gemeinsame Islam-Tradition ist. Der Hanefi-Maturidi-Sufi-Islam, der als Türk-Islam verstanden werden kann, ist in Eurasien eine rationale Alternative zum saudischen Salafismus. In diesem Bereich falle beiden Staaten eine große Verantwortung zu.

Nach dem Kollaps der Sowjetunion richteten Usbekistan und die Türkei im März 1992 diplomatische Beziehungen ein. Ankara eröffnete seine Botschaft im April 1992.

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Auch erschienen bei unserem Kooperationspartner Eurasia News

 

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