Gedenken an den 72. Jahrestag der Vertreibung
USA: Ahiska-Türken erinnern an Vertreibung in der Sowjetunion

Die sowjetischen Behörden unter dem Machthaber Josef Stalin zwangsumsiedelten die Mescheten, wie die Ahiska-Türken auch genannt werden, 1944 aus der namensgleichen Mescheti-Region.

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Washington (nex/eurasia) – Am vergangenen Samstag haben Ahiska Türken, die in den USA leben, vor dem Weißen Haus eine Zeremonie in Gedenken an den 72. Jahrestag der Vertreibung aus ihrer Heimat in Georgien abgehalten.

Sie wurden mit Zügen in Massen aus dem kaukasischen Siedlungsgebiet vom sowjetischen Machthaber Josef Stalin deportiert. Der Vorsitzende des „Amerikanischen Rates der Ahiska Türken“ sagte während der Gedenkfeier, dass solche Veranstaltungen wichtig seien, um die Vertreibung der Verfahren in über neun Staaten nicht zu vergessen. Der Rat ist eine Dachorganisation, die alle meschetisch-türkischen Organisationen in den USA repräsentiert.

Aydin Memedov fügte hinzu, dass die Gruppe im Anschluss an die Veranstaltung einen offenen Brief an den US-Kongress entsandte. Darin werden die schwierigen Umstände geschildert, in denen sich die türkische Minderheit während der Deportation wiederfand. Die Ahiska Türken wurden mit Eisenbahnwaggons aus Georgien systematisch abtransportiert.


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Die sowjetischen Behörden unter dem Machthaber Josef Stalin zwangsumsiedelten die Mescheten, wie die Ahiska-Türken auch genannt werden, 1944 aus der namensgleichen Mescheti-Region, beziehungsweise Samzche-Dschawachetien, in Georgien im Grenzgebiet zur Türkei. Grundsätzlich, so heißt es in der Geschichtsschreibung, sollten die Türken aus strategischen Gründen aus den Küstenregionen des Schwarzen Meeres zurückgedrängt werden.

Die ethnische Minderheit wurde seitdem politisch marginalisiert, diskriminiert und zahlreichen Menschenrechtsbrüchen ausgesetzt. Ihre Zahl wird laut öffentlich zugänglichen Informationen weltweit auf 600.000 Menschen geschätzt. Die meisten Mescheten leben in Kasachstan. Daraufhin folgen Siedlungsgebiete in Aserbaidschan, Russland und der Türkei.

Immer wieder kritisieren meschetische Aktivisten und Menschenrechtsorganisationen, dass die georgische Regierung kaum Anstrengungen zur Rehabilitisierung der Minderheit leistet. Obwohl sie  die Rückkehr der Ahiska öffentlich billigt, wird der tatsächliche Prozess bei einer etwaigen Rückkehr in die Heimat von staatlicher Seite erschwert. Ein Interesse an der Rückkehr der Türken hat Tiflis in der Praxis aus strategischen Erwägungen mit Blick auf die demografische Entwicklung nicht.

Rund 13 Prozent der Gesamtbevölkerung Georgiens ist muslimisch geprägt. Die muslimische Minderheit in Georgien fühlt sich allerdings von der georgischen Regierung in Tiflis diskriminiert und tiefgreifend ausgegrenzt. Immer wieder verbiete Tiflis die sprachliche Autonomie, den Bau von religiösen Institutionen oder die Rückkehr der zu Sowjetzeiten vertriebenen Ahiska Türken in ihre Heimatregionen.

 


Erschienen bei eurasianews

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