Südostasien
Myanmar: Hilfsorganisationen beschuldigen Militär der Vergewaltigung muslimischer Frauen

Nur fünf Monate nach der Machtübernahme ihrer Partei in Myanmar, der Nationalen Liga für Demokratie (NLD), sieht sich deren Vorsitzende und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi internationalem Druck ausgesetzt.

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Dortmund (nex) – Nur fünf Monate nach der Machtübernahme ihrer Partei in Myanmar, der Nationalen Liga für Demokratie (NLD), sieht sich deren Vorsitzende und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi internationalem Druck ausgesetzt: In kürzlich erschienenen Berichten wird dem Land die Ermordung und Vergewaltigung von der seit Langem verfolgten muslimischen Minderheit der Rohingya und das Niederbrennen ihrer Häuser vorgeworfen.

Das US-Außenministerium teilt die Sorge der Aktivisten und Hilfsorganisationen wegen neuer Berichte über Vergewaltigungen und Ermordungen. Human Rights Watch veröffentlichte am vergangenen Montag Satellitenbilder, auf denen zu sehen ist, wie mindestens drei Dörfer im westmyanmarischen Bundesstaat Rakhine niedergebrannt werden.

Myanmarische Regierungsvertreter lehnen die Berichte über die Anschläge ab. Präsidentensprecher Zaw Htay machte am Montag den Vorschlag, dass Vertreter der Vereinten Nationen die Region besuchen und sich ein Bild von der aktuellen Situation machen sollten. Die Regierung erschwerte jedoch lange Zeit den Zugang zur Region und gewährte ausländischen Entwicklungshelfern oder Journalisten generell keinen Zutritt.

Der UN-Sondergesandte für Myanmar, Yanghee Lee, erklärte, dass ernstzunehmende Übergriffe einschließlich Folter, standrechtlicher Hinrichtungen, willkürlicher Festnahmen, Zerstörung von Moscheen und Häusern, die junge Demokratie bedrohten.

„Das Gesamtbild zeigt, dass die Regierung überhaupt keinen Einfluss auf das Militär zu haben scheint“, betonte Chris Lewa, die Leiterin des Arakan-Projekts, einer Gruppe von Rechtsanwälten, die den Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die Situation der Rohingya legen. Die stark kritisierte Verfassung des Landes sah die Stärkung der Macht der Armee sowie deren Unabhängigkeit vor.

Nach einer drei Wochen währenden Welle der Gewalt vonseiten des Militärs wurden am 9. Oktober im Bundesstaat Rakhine, dem Heimatort der 800.000 Rohingya in Myanmar, neun Polizisten an Grenzposten getötet. Es kam zu keinen Festnahmen; eine zuvor unbekannte islamistische Milizengruppe übernahm die Verantwortung.


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