Übergriffe in Manbidsch
Assad-Opposition über syrischen PKK-Ableger: „PYD verfolgt Politik der ethnischen Säuberung“

Der syrische PKK-Ableger PYD soll im vom IS befreiten Manbidsch ethnische Säuberungen vorbereiten. In städtischen Registerbehörden wurden Brände gelegt. Auch soll arabischen Bewohnern die Rückkehr in ihre Häuser verwehrt worden sein.

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Aleppo (nex) – Gegen die „Demokratische Unionspartei“ (PYD), den syrischen Ableger der terroristischen PKK, werden Vorwürfe erhoben, diese wolle eine ethnische Säuberung in der nordsyrischen Stadt Manbidsch vorbereiten. Lokalen Quellen zufolge sollen Angehörige der PYD in Manbidsch Gebäude der Einwohnererfassungsbehörde und des Grundbuchsamtes niedergebrannt haben, nachdem es ihrer YPG-Miliz gelungen war, mithilfe der US-geführten Anti-IS-Koalition und der Syrischen Arabischen Koalition die Stadt von der Terrormiliz IS (Daesh) zu befreien.

Quellen, die aus Sicherheitsgründen anonym bleiben wollten, erklären, diese Übergriffe wiesen darauf hin, dass die PYD beabsichtige, die demografische Struktur der Stadt zu verändern. Außerdem sei sunnitisch-arabischen und turkmenischen Bewohnern der Stadt eine Rückkehr in ihre Häuser verwehrt worden. Die PYD habe dies damit begründet, der IS habe die Zugänge dazu angeblich vermint. Nach zweieinhalb Monaten intensiver Kämpfe konnten die PYD und die Syrische Arabische Koalition – beide sind Teil des Bündnisses der „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF) – Manbidsch einnehmen.

Ossama Telcu, der Vorsitzende der Nationalen Koalition syrischer revolutionärer und oppositioneller Kräfte, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu, man habe es für verdächtig gehalten, dass das Feuer in jenem Stockwerk ausgebrochen sei, in dem die Grundbuchsdokumente aufbewahrt worden wären. „Die PYD steht im Verdacht, dafür verantwortlich zu sein, weil sie immer schon eine Politik der ethnischen Säuberungen und der Deportation verfolgt hat. Diese Brandstiftung wird es der PYD auch ermöglichen, alles an Grundstückseigentum in Manbidsch zu beschlagnahmen“, so Telcu. Die PYD habe Familien, die nicht in den Reihen der Koalitionskräfte gekämpft hätten, die Rückkehr nach Manbidsch verweigert.

„Das zeigt, dass die PYD versucht, die demografische Struktur der Stadt zu verändern“, erklärt der Oppositionspolitiker. Auch Einwohnern der Dörfer Shuyukh Tahtani und Shuyukh Fawqani, die östlich des Euphrat liegen und in denen etwa 15 000 Menschen leben, sei eine Rückkehr vonseiten der PYD verweigert worden, erklärte Abu Razak, ein Einwohner von Manbidsch.

In den auf der gleichen Seite des Flusses gelegenen Dörfern Bucak und Suluk seien ähnliche Beobachtungen gemacht worden. Auch hier hinderte die PYD zahlreiche Familien an ihrer Rückkehr. Manbidsch selbst liegt westlich des Euphrat. Die von den US-geführten Koalitionstruppen unternommene Kampagne zur Rückeroberung der Stadt hatte vor etwa zehn Wochen begonnen. Über mehr als zwei Monate hinweg wurde die Stadt belagert, auch hunderte Zivilisten sollen im Zuge der Kampfhandlungen getötet worden sein. Die Türkei erkennt die PYD nicht als legitime syrische Oppositionsgruppe an.

Ein Sprecher des Pentagon, Gordon Trowbridge, erklärte mit Blick auf die Situation in der Stadt, er verstehe die türkischen Sensibilitäten und bestätigte, dass die PYD den Amerikanern zugesagt hätte, die Stadt im Anschluss an ihre Befreiung zu verlassen. „Manbidsch ist eine Stadt mit arabischer Geschichte“, betonte Trowbridge. „Wir erwarten, dass es auch nach der Befreiung dabei bleiben wird.“

Dem Sprecher zufolge hätten die USA bereits mit dem arabisch geführten Militärrat von Manbidsch über die Wiederherstellung der zivilen Kontrolle über die Stadt gesprochen. Man wolle dabei auch insbesondere die geschichtlichen Empfindlichkeiten der irakischen Regierung und lokaler arabischer Einwohner in der Stadt berücksichtigen. Die Eroberung von Manbidsch war von besonderer Bedeutung, da auf diesem Wege wichtige Nachschublinien abgeschnitten werden konnten, die von Gebieten an der türkischen Grenze nach Raqqa, in die Hauptstadt des so genannten „Islamischen Staates“, verliefen.


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