Kampf gegen Terror
Irakischer Premierminister genehmigte türkische Armee im Nordirak

Ninivehs Ex-Gouverneur Atheel al-Nujaifi kritisiert Proteste Bagdads gegen die Verlegung türkischer Truppen in den Irak. Diese sei mit Al-Abadi abgesprochen. Die türkische Armee hatte am Freitag 150 weitere Soldaten und Panzer in den Irak geschickt, um kurdische Peshmerga auf eine Rückeroberung des vom IS besetzten Mosul vorzubereiten.

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Erbil (nex) – Atheel al-Nujaifi, der in der Zeit von 2009 bis Mai 2015 Gouverneur der nordirakischen Provinz Niniveh war, begrüßte die Präsenz türkischer Truppen in der Provinz und erklärte, diese sei „vom irakischen Premierminister Haider al-Abadi genehmigt worden und mit dem Wissen des Parlamentssprechers Salim al-Jabouri erfolgt“.

Wie al-Nujaifi über seinen Facebook-Account mitteilt, sei die Anfrage seitens des irakischen Premierministers während eines Treffens mit seinem türkischen Amtskollegen Ahmet Davutoğlu erfolgt. Die Anfrage hinsichtlich eines Hilfseinsatzes durch die türkischen Streitkräfte sei in ähnlicher Weise erfolgt wie acht Monate zuvor bezüglich des Camps Zlican, wo die türkischen Streitkräfte irakische Truppen für den Kampf gegen den IS trainieren sollten.

Al-Jabouri habe wiederum persönlich mit Davutoğlu über besagtes Camp gesprochen. Al-Nujaifi warf der irakischen Regierung vor, blind gegenüber dem iranischen Einfluss im Land zu sein. Der ehemalige Gouverneur erklärte, die Bevölkerung von Niniveh würde „jede Kraft willkommen heißen, die kommt, um gegen den IS zu kämpfen und bei der Befreiung Mosuls von dieser Gruppe zu helfen.“

Die türkische Unterstützung, so al-Jabouri, sei entscheidend, da die Türkei geholfen habe, die Versorgungslinien des IS zu unterbrechen und so die Befreiung von Mosul vorzubereiten. Die nunmehrigen Verlegungen fänden im Kontext der türkischen Beteiligung an der internationalen Koalition gegen den IS statt. Al-Nujaifi gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass auf diese Weise nun tatsächlich ein Fanal in Richtung Befreiung von Mosul gesetzt werde. Die irakische Regierung hingegen hätte nun keinerlei Anlass, sich zu beklagen: „Ihr habt uns schon zuvor hängenlassen und unsere Stadt dem IS ausgeliefert, ohne irgendwelche nennenswerten Schritte hin zu ihrer Befreiung zu setzen.“

Die türkische Armee hat jüngst Details zu ihrem Trainingsprogramm für kurdische Peshmerga im Irak veröffentlicht. Am Freitag waren etwa 150 türkische Soldaten und zwischen 20 un 25 Panzer in die Region verlegt worden, um Peshmerga zu trainieren, die sich bereits innerhalb der Provinz Mosul befänden. Insgesamt habe man bislang in vier Provinzen des Irak Kämpfer für ein Vorgehen gegen die Terrormiliz IS ausgebildet. Mehr als 2500 Peshmerga, darunter auch Offiziere, hätten bislang an türkischen Trainingsprogrammen teilgenommen, hieß es in einer Erklärung aus den türkischen Streitkräften. Dabei seien Peshmerga unter anderem auch im Gebrauch schwerer Waffen, Mörsergranaten und Artillerie unterwiesen worden. Auch Erste Hilfe habe auf dem Trainingsplan gestanden.

 

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