Tierschutz in Israel
Israel: Tierschützer laufen Sturm gegen geplante Deportation von Streunern

Israels Landwirtschaftsminister will streunende Hunde und Katzen künftig außer Landes schaffen statt kastrieren. Tierschützer wittern „religiösen Extremismus“.

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Jerusalem (nex) Israels Landwirtschaftsminister Uri Ariel von der rechtsextremen Partei „Jüdisches Haus“ hat die Tierfreunde in seinem Land erzürnt. Der Politiker hatte vorgeschlagen, die Millionen streunender Hunde und Katzen des Landes sollten nicht mehr kastriert, sondern deportiert werden.

Die Zeitung Yediot Aharonot schrieb am Montag, Ariel habe in einem Schreiben an Umweltmimister Avi Gabai vorgeschlagen, die Budgetmittel, die für Kastrationen vorgesehen seien, stattdessen dafür zu verwenden, um die Tiere „in ein anderes Land zu schaffen“. Israels Tierschutzverband hat bereits jetzt angekündigt, gegen diesen nach eigenen Worten „empörenden“ Vorschlag Widerstand zu leisten.

„Es gibt ein ernstes Problem mit streunenden Katzen und wir schätzen, es gibt fast zwei Millionen Katzen auf den Straßen Israels“, heißt es in einem Statement der Tierschützer. „Das für Kastrationen vorgesehene Geld kann nicht für andere Zwecke genutzt werden und wir werden gegen diese Initiative angehen.“

Ariel rechtfertigt seinen Vorschlag damit, dass er nur versuche, „alles Erdenkliche zu tun, um Tierleid zu vermeiden“. Ein Abgeordneter der Opposition, Yoel Hasson, hingegen verurteilte die Vorschläge als „mittelalterlich“ und „unmoralisch“. Er führte den Vorschlag auf den „Einfluss des religiösen Extremismus auf das Leben in Israel“ zurück und meinte, „Minister Ariel hat bewiesen, dass wir uns in die Richtung einer Theokratie bewegen“. Das jüdische Religionsgesetz verbietet die Kastration von Tieren, da dies eine Form der „Grausamkeit“ darstelle.

Das staatliche israelische Gesetz verbietet hingegen seit 1994 das Quälen, Vergiften oder Aussetzen von Tieren. „Dieser Vorschlag ist unmoralisch“, erklärte Hasson. „Heute die Katzen. Morgen wird der Minister einen religiösen Grund dafür finden, Menschen zu deportieren“. Ariel gehörte bereits früher einer rechtsextremen Partei an, deren Mitglieder die „freiwillige Deportation“ der Palästinenser vorgeschlagen hatten.

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