Kurden gegen PKK
Kurden an die PKK: „Warum verbrennt ihr Moscheen und den Koran?“

Mit heftigen Vorwürfen wurden Abgeordnete der PKK-nahen Partei HDP am Rande einer Pressekonferenz in Yenişehir konfrontiert. Die kurdische Bevölkerung in der Türkei wehrt sich gegen Koranverbrennungen, Brandstiftung an Moscheen und das Lahmlegen des öffentlichen Lebens durch die Terroristen.

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Türkei/Yenişehir (nex) – Mit ungewohnter öffentlicher Kritik sahen sich der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der als Partei der „PKK-Versteher“ geltenden „Demokratischen Partei der Völker“ (HDP), İdris Baluken, und die Abgeordneten der Partei für Diyarbakır, Nürsel Aydoğan, Sibel Yiğitalp und Çağlar Demirel am Samstag in Yenişehir konfrontiert, als diese gerade eine Presseerklärung hinsichtlich des Vorgehens der türkischen Sicherheitskräfte gegen die terroristische PKK in den Städten verlesen wollten.

Eine Frau ließ nicht durch das Angebot abschütteln, im regionalen Parteibüro vorzusprechen. Sie machte offen ihrem Unmut über die jüngsten Terrorakte der PKK Luft und erklärte: „Ich glaube niemandem mehr. Warum schießen wir aufeinander? Sind wir Kurden? Wer sind wir? Wir töten uns gegenseitig. Wir sind Muslime. Wie kann es sein, dass wir Koranausgaben und Moscheen verbrennen?“

Die Stadtguerilla-Organisation der PKK hat jüngst ihre gewalttätigen Attacken in den Städten verstärkt. Die Terroristen setzten in der Vorwoche eine historische Moschee aus der osmanischen Ära im Bezirk Sur in Brand. Sie schossen auf Polizei- und Feuerwehrkräfte, die anrückten, um den Brand zu löschen. Später wurden auch verbrannte Koranausgaben in der Moschee gefunden. Der Protest der Frau motivierte auch andere Bürger, ihrer Wut über die PKK Ausdruck zu verleihen. So schloss sich eine weitere Bürgerin an und stellte die Abgeordneten zur Rede.

„Ich wünschte, sie hätten mein Haus angezündet“, erklärte die Frau. „Sie haben Gottes Haus angezündet. Sie haben den Koran verbrannt. Wie kann man nur den Koran verbrennen?“ Mittlerweile machen Darstellungen die Runde, wonach die PKK die Häuser von Familien markiere, von denen bekannt ist, dass sie die für die kurdische Bevölkerung schädliche Politik der Barrikaden, Straßensperren, Gräben und Zusammenstöße mit Sicherheitsbehörden ablehnen.

Unterdessen haben die Menschen in der Region große Schwierigkeiten, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten oder auch nur alltäglichen Verrichtungen nachzugehen. Sie verlangen daher eine Rückkehr zu den Verhältnissen des Friedens, der infolge der Gespräche zwischen dem Staat und der PKK eingetreten war.

Die Bevölkerung fordert die Entwaffnung der PKK und eine Rückkehr an den Verhandlungstisch mit dem Ziel einer Beilegung des jahrzehntelangen Konflikts. Nicht nur in den unmittelbar von Gewalt betroffenen Gebieten leidet die Lebensgrundlage zigtausender Menschen. Auch Tourismusregionen wie Şanlıurfa, Mardin oder Gaziantep leiden unter einem Ausbleiben von Gästen.

Die üblicherweise von Millionen Touristen pro Jahr frequentierten Rundfahrten durch die Regionen wurden zu einem großen Teil gestrichen, zumal es fallweise Reisewarnungen gibt. Nachdem am 20. Juli in Suruç durch ein Selbstmordattentat 33 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt worden waren, hat die PKK ihre terroristischen Aktionen wieder aufgenommen.

 


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