Windenergie-Projekt
Microsoft kündigt eines der größten Windenergie-Abkommen in den Niederlanden an

Amsterdam (ots) – Die Microsoft Corp. kündigte am Donnerstag ihr zweites europäisches Windenergie-Projekt in den Niederlanden mit Vattenfall an, einem der größten Strom- und Wärmelieferanten und -erzeuger in Europa. Microsoft wird 100 Prozent der Windenergie aus einem erneuerten und ausgeweiteten Windpark beziehen, der an seinen lokalen Rechenzentren-Standort in den Niederlanden angrenzt. Die 180 Megawatt-Windfarm wird von Nuon, einem Tochterunternehmen von Vattenfall, im Polder Wieringermeer unweit von Amsterdam errichtet und betrieben. Vattenfall wird 2018 mit dem Bau der Erweiterung beginnen und erwartet, dass diese 2019 in Betrieb genommen werden kann. Die Wieringermeer-Windfarm wird nach ihrer Fertigstellung einer der größten Onshore-Windparks in den Niederlanden sein, fast dreimal so groß wie der 2013 eingeweihte Prinses Alexiawindpark. „Wir sind sehr froh und stolz darauf, Microsoft beim Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energieträger im Rechenzentrumsbetrieb unterstützen zu können“, sagt Magnus Hall, President und CEO von Vattenfall. „Dieser Vertrag steht voll und ganz im Einklang mit unserer Strategie, allen unseren Kunden eine Stromversorgung aus zukunftsweisenden Quellen zu ermöglichen und den fossilen Brennstoffen binnen einer Generation den Rücken zu kehren“. Der Windpark wird in unmittelbarer Nähe zu Microsofts Rechenzentrumsbetrieb liegen, der als regionale Drehscheibe der Microsoft Cloud Services für Kunden in Europa, dem Nahen Osten und Afrika sowie für globale Kunden dient. Das Rechenzentrum mit seiner jüngsten Erweiterung, die 2015 abgeschlossen wurde, ist eine technologisch fortschrittliche Einrichtung, die gebaut wurde, um den Verbrauch von Wasser, Strom und Energie zu senken. Die Nähe der Windfarm zu Microsofts Rechenzentrum in den Niederlanden macht das Projekt besonders attraktiv, da die hier lokal erzeugte, umweltfreundliche Windenergie direkt in das Rechenzentrum eingespeist werden kann. Die Produktion und den Verbrauch erneuerbarer Energien so eng aufeinander abstimmen zu können, erschließt hohe Übertragungsleistungen. „Investitionen in lokale saubere Energie für die Stromversorgung unserer Rechenzentren vor Ort sind eine Win-win-Situation für sowohl unser Geschäft als auch für die Niederlande“, erklärt Brian Janous, General Manager of Energy bei Microsoft. „Microsoft engagiert sich dafür, frische erneuerbare Energiequellen ans Netz zu bringen, um seine Rechenzentren zu betreiben. Durch die Fokussierung auf lokale Projekte schaffen wir neue wirtschaftliche Möglichkeiten, können den CO2-Ausstoß reduzieren und unser globales Engagement für saubere Energie zum Betrieb der Microsoft Cloud vorantreiben“. Das Projekt baut auf der bestehenden Partnerschaft zwischen Vattenfall und Microsoft auf. Vattenfall vertraut auf Microsoft Azure und andere cloudbasierte Tools für die Digitalisierung des Geschäftsbetriebs, einschließlich der Aktivitäten im Bereich erneuerbare Energien, und implementiert fortgeschrittene Analytik auf Basis von Azure mit vielen neuen Anwendungsfällen, u.a. auch neue Analytik für Vattenfall Wind. „Die Cloud mit derartigen Abkommen umweltfreundlicher zu machen, kreiert eine sehr positive und dauerhafte Wechselwirkung“, so Janous. „Unsere leistungsstarken Cloud-Tools helfen Unternehmen, effektiver und effizienter zu arbeiten. Dies wiederum stärkt das Geschäft bei Vattenfall bzw. anderen Energieunternehmen und schafft neue Chancen – und das bedeutet neue Möglichkeiten für Microsoft, hier partnerschaftlich neue, saubere Energie einkaufen zu können, um unsere Cloud zu betreiben, die dann wiederum die Cloud-Services unserer Kunden unterstützt“. Nuon plant, das Projekt auf bis zu 100 Windräder auszudehnen. Damit können rund 1,3 Milliarden kWh Strom aus erneuerbaren Energien generiert werden, und Nuon hat bereits Partnerschaften mit den wichtigen lokalen Akteuren ECN und Windcollectief Wieringermeer etabliert, um Land zu pachten und die Anlagen zu betreiben. Diese zusätzliche Erzeugungskapazität wird ab 2020 zur Verfügung stehen. Nuon CEO Peter Smink kommentiert, „Wir unterstützen eine klimabewusste Lebensweise und helfen Rechenzentren bei der Nutzung von lokal erzeugter erneuerbarer Energie. Dies ist nicht nur eine wichtige Investition in die holländischen erneuerbaren Energien, sondern ein auch weiterer Schritt, die IT in den Niederlanden umweltfreundlicher zu machen“. Das Abkommen wird dazu beitragen, das weitere langfristige Wachstum der von den Niederlanden aus bereitgestellten Services für die Microsoft Cloud zu unterstützen. Die Niederlande sind eine der 42 erklärten Azure-Regionen weltweit und zählen gleichzeitig zu den ersten Regionen, die eine Vorschau auf Azure Availability Zones bieten. Das Abkommen baut des Weiteren auch auf den jüngsten lokalen Investitionen in Nachhaltigkeit und Energie im Land auf. Microsoft hatte Anfang des Jahres Smart Energy-Startups im holländischen Accelerator Rockstart durch Zusammenarbeit und Zugang zu Business Development, Datenanalyse und Internet of Things gesponsert. „Dies ist Microsofts zweites Windenergie-Projekt in Europa, nach dem neuen Windpark in Irland, der vor rund einem Monat angekündigt wurde“, sagt Christian Belady, General Manager Microsoft Cloud Infrastructure and Operations bei Microsoft. „Mit der Inbetriebnahme des neuen Windenenergie-Projekts steigt Microsofts Direktbeschaffung aus Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien global auf insgesamt nahezu 800 Megawatt. Wir machen mit diesen Windenergie-Projekten erhebliche Fortschritte hinsichtlich der unternehmerischen Verpflichtung zum Einsatz umweltfreundlicher Energien, die wir uns im Jahr 2016 auferlegt haben“. Informationen zu Nuon

Luftfahrt-News
Baublies nennt offenen Brief der Eurowings-Beschäftigten „irreführend“

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Düsseldorf (ots) – Nach der Veröffentlichung eines Briefes von Beschäftigten der Eurowings Europe hat der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Luftverkehr (IGL), Nicoley Baublies, Kritik an dem Inhalt des Schreibens geäußert: „Der Brief, der da aufgetaucht ist, ist der geschickte Versuch der österreichischen Gewerkschaft Vida, auf Missstände aufmerksam zu machen. Er ist allerdings irreführend, weil kein Air Berliner Sorgen haben müsste, zu den dort geschilderten Bedingungen angestellt zu werden“, sagte Baublies der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Das Schreiben, das das Branchenportal „Austrian Aviation“ am Montag veröffentlicht hatte, soll von Beschäftigten der Lufthansa-Tochter Eurowings Europe stammen. Darin machen sie auf schlechte Arbeitsbedingungen in ihrem Unternehmen aufmerksam und warnen die Air-Berlin-Kollegen vor einem Wechsel. Baublies zufolge gab es zwar zwischenzeitlich einmal Überlegungen, dass ein Teil der Belegschaft bei Eurowings Europe unterkommen sollte. Aber auch für diese hätte der Tarifvertrag von Eurowings Deutschland gegolten. „Inzwischen sind wir bei der Diskussion schon sehr viel weiter. Wir haben durchgesetzt, dass alle wechselnden Air-Berlin-Kollegen bei Eurowings Deutschland angestellte werden“, sagte der IGL-Chef und frühere Vorsitzende der Unabhängigen Flugbegleiter-Organisation (Ufo). „Derzeit läuft nur noch bei den Piloten die Widerspruchsfrist gegen die Einigung. Aber selbst wenn sich das Cockpit dagegen entscheiden würde – für die Kabine ist ganz klar, dass sie Beschäftigte bei Eurowings Deutschland  
(Foto: Wikimedia)

Kampf gegen den Terror
Türkei: Bei Kämpfen gegen PKK acht Sicherheitskräfte ums Leben gekommen

Hakkari (nex) – Acht Sicherheitskräfte, darunter sechs Soldaten und zwei kurdische Dorfschützer, sind heute in einer bewaffneten Auseinandersetzung zwischen den türkischen Streitkräften und der PKK im Landkreis Semdinli der südosttürkischen Provinz Hakkari ums Leben gekommen.
Wie ein Armeesprecher gegenüber Medien mitteilte, sei es zwischen den türkischen Sicherheitskräften und Milizen der Terrororganisation zu Kämpfen gekommen, als diese versuchten, im Schutz des vorherrschenden Nebels über den Irak in die Türkei einzudringen. Bei den Gefechten seien fünf Terroristen getötet worden. Sicherheitskräfte hätten mit Einsatz von Hubschraubern die Verfolgung weiterer Terroristen aufgenommen. Die 1978 gegründete PKK hatte seit den 1980-er Jahren gegen die Türkei für die Gründung eines unabhängigen kurdischen Staates gekämpft. Später änderte sie ihr Ziel und verlangt seitdem die Autonomie der überwiegend von Kurden bewohnten Regionen der Türkei. Die von den USA, der Türkei und Deutschland als Terrororganisation eingestufte PKK nahm im Juli 2015 ihren 30-jährigen bewaffneten Kampf gegen den türkischen Staat wieder auf. Seitdem sind Tausende Menschen bei PKK-Anschlägen in der Türkei gestorben.

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Klima und Verkehr
CDU-Wirtschaftsrat warnt Jamaika-Unterhändler vor Fahrverboten

Generalsekretär Steiger mahnt „nüchternen Blick auf Fakten“ an: 60 Prozent der Arbeitnehmer sind Pendler Osnabrück (ots) – Der CDU-Wirtschaftsrat hat die Jamaika-Unterhändler dazu aufgerufen, in der Debatte um Klima und Verkehr „einen nüchternen Blick“ auf die Faktenlage zu werfen. „Natürlich kann man, weil dies Entschlossenheit und Handlungsstärke demonstriert, Fahrverbote aussprechen oder Verbrennungsmotoren verbieten. Doch wie sollen die Menschen ihren Arbeitsplatz erreichen?“, kritisierte Generalsekretär Wolfgang Steiger in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Statt Diesel-Pkw aus den Städten zu verbannen, sollten innerstädtische Vielfahrer wie überalterte Taxen oder Busse modernisiert werden. Auch intelligente Verkehrsleitsysteme und verbesserte Ampelsteuerung sowie der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs könnten zur Minderung des Schadstoffausstoßes kurzfristig beitragen. Steiger verwies darauf, dass allein im vergangenen Jahr bundesweit 60 Prozent aller Arbeitnehmer zu ihrem Job in eine andere Gemeinde pendelten. Im Jahr 2000 waren es noch 53 Prozent. „Wäre der öffentliche Personennahverkehr in der Lage, adäquate Angebote zu liefern, wären die Menschen längst auf die Schiene umgestiegen“, erklärte Steiger. Diese Fakten sollten die möglichen Jamaika-Koalitionäre endlich zur Kenntnis nehmen.

"Migration.Integration.Regionen"
Interaktive Karte zu Ausländern und Flüchtlingen veröffentlicht

Wiesbaden (ots) – Mit der Anwendung „Migration.Integration.Regionen“ veröffentlicht das Statistische Bundesamt (Destatis) ein interaktives Kartenangebot, das einen Überblick über die regionale Verteilung von Ausländerinnen und Ausländern sowie Schutzsuchenden in Deutschland auf Kreisebene bietet. Die Anwendung entstand in enger Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit (BA) und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Durch die Kooperation konnten migrations- und integrationsrelevante Daten aus verschiedenen Quellen zusammengeführt werden. Die ausgewählten Informationen stehen in der interaktiven Karte nun erstmals in Kombination zur Verfügung und erleichtern dadurch vor allem regionale Analysen und Vergleiche. In der Anwendung werden Daten zu den Themen Ausländeranteil, ausländische Bevölkerung, Schutzsuchende sowie Ausländerinnen und Ausländern am Arbeitsmarkt visualisiert. Zu jedem Themenblock können verschiedene Indikatoren abgerufen werden.

Ausländeranteil nach der Bevölkerungsfortschreibung:

Vor allem Ballungsräume wie das Ruhrgebiet, das Rhein-Main-Gebiet sowie die Großräume Stuttgart und München sind durch einen hohen Anteil an Ausländerinnen und Ausländern gekennzeichnet. Deutschlandweit am höchsten fiel der Ausländeranteil 2015 im Landkreis Offenbach am Main, Stadt aus: Hier hatte rund ein Drittel der Bevölkerung ausschließlich einen ausländischen Pass.

Ausländische Bevölkerung nach dem Ausländerzentralregister:

Viele Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland stammen aus EU-Staaten. In einigen Grenzregionen machten sie 2016 mehr als 70 % der ausländischen Bevölkerung aus – beispielsweise in den Landkreisen Grafschaft Bentheim und Kleve: Hier leben besonders viele Personen aus den benachbarten Niederlanden.

Da in den ostdeutschen Flächenländern der Ausländeranteil generell in vielen Kreisen vergleichsweise niedrig ist, sind dort Schutzsuchende aus Staaten wie Syrien, die im Zuge der Flüchtlingskrise auf die einzelnen Kreise verteilt wurden, verhältnismäßig stärker vertreten als in anderen Regionen. Bezogen auf die gesamte ausländische Bevölkerung fällt der Anteil der Syrerinnen und Syrer in vielen Kreisen in den neuen Ländern besonders hoch aus – am höchsten in den Landkreisen Stendal (Sachsen-Anhalt) und Gera, Stadt (Thüringen; jeweils 29 %).

Schutzsuchende nach dem Ausländerzentralregister:

Oftmals ist der Anteil der Schutzsuchenden an der ausländischen Bevölkerung in den Kreisen besonders hoch, in denen generell eher wenige Ausländerinnen und Ausländer leben. Die vier Landkreise Elbe-Elster und Oder-Spree in Brandenburg sowie Mansfeld-Südharz und Stendal in Sachsen-Anhalt verzeichneten 2016 mit jeweils über 50 % deutschlandweit die höchsten Anteile.

Ausländerinnen und Ausländer am Arbeitsmarkt nach der Statistik der Bundesagentur für Arbeit:

Die Beschäftigungsquote von Ausländerinnen und Ausländern fällt in vielen Kreisen in Süddeutschland höher aus als im Rest der Bundesrepublik. Am höchsten lag sie im Juni 2016 im Landkreis Dingolfing-Landau (71 %). Die hohen Anteile im Süden sind unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Beschäftigungsquote dort generell relativ hoch ist. Außerdem leben in Süddeutschland anteilig mehr Ausländerinnen und Ausländer, die sich schon seit vielen Jahren in Deutschland aufhalten und dementsprechend gut in den Arbeitsmarkt integriert sind.

Tierschutz
Verbandsklage: Ende der üblichen Massentierhaltung von Puten?

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Berlin (ots) – Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt und der Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg e. V. klagen gegen die gängigen Zustände in der Putenmast. Das könnte das Ende der heute üblichen Massentierhaltung von Puten bedeuten. Die erste Tierschutz-Verbandsklage in Baden-Württemberg hat es in sich: Den beteiligten Tierschutzorganisationen geht es um nichts anderes als die heute übliche Form der Putenmast abzuschaffen. Sie kritisieren sowohl die Überzüchtung und das betäubungslose Schnabelkürzen als auch die Haltung von 10.000 und mehr Tieren auf engstem Raum in verdreckten Hallen sowie fehlendes Beschäftigungsmaterial und hohe Fehlbetäubungsraten bei der Schlachtung. Diese Probleme sind nach Einschätzung der Albert Schweitzer Stiftung und des Vereins Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg auch im Kreis Schwäbisch Hall gegenwärtig, welcher der Ausgangspunkt der Klage ist. Konkret geht es darum, dass Tierschützer in einer Putenmast grauenvolle Bedingungen dokumentiert haben. Das zuständige Veterinäramt ist nicht eingeschritten und spricht sogar von einer »guten Putenhaltung«. »Aus unserer Sicht wird in der Putenmast systematisch gegen das Tierschutzgesetz verstoßen«, kontert Mahi Klosterhalfen, Geschäftsführer der Albert Schweitzer Stiftung. Das werden die Gerichte jetzt überprüfen. Im konkreten Fall stehen bislang nur die Tierschützer vor Gericht, die die Aufnahmen angefertigt haben. Das ändert sich durch die jetzt eingereichte Tierschutz-Verbandsklage. »Vor Gericht wird es zwar streng genommen nur um eine konkrete Putenmastanlage gehen, aber wir rechnen damit, dass der Fall durch drei Instanzen gehen wird. Die Bundesregierung wird im Erfolgsfall gezwungen sein, eine Verordnung zu erlassen, die mit der heute üblichen Putenmast nicht mehr viel zu tun hat«, erläutert Ira Belzer von Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg. Bislang hat sich der Verband Deutscher Putenerzeuger nur eine freiwillige Vereinbarung zur Haltung von Mastputen gegeben. »Bei der Erstellung der freiwilligen Eckwerte wurden zwar Tierschutzorganisationen angehört, aber ihre Forderungen wurden weitestgehend ignoriert«, so Klosterhalfen. »Wir brauchen keine freiwilligen Vereinbarungen, die das Tierschutzgesetz unterlaufen, sondern verbindliche Regeln«.

MPT-76
Türkei: „Weltbestes Sturmgewehr“ geht an erste ausländische Kunden

Ankara (nex) – Bereits im Januar dieses Jahres lieferte ein einheimischer Hersteller die ersten 500 MPT-76 Sturmgewehre an die türkischen Streitkräfte. Für die türkische Rüstungsindustrie war die Auslieferung ein Meilenstein und Grund für neue Rüstungsentwicklungen. Das MPT-76 werde somit das Standardgewehr G-3 in der türkischen Armee, das vom deutschen Hersteller Heckler & Koch (HK) entwickelt wurde, ersetzen. Wie türkische Sicherheitskreise am gestrigen Dienstag gegenüber Medien mitteilten, seien inzwischen auch die ersten Bestellungen an internationale Kunden ausgeliefert worden. Bei dem staatlichen Rüstungskonzern MKEK sowie den Rüstungsunternehmen Kalekalıp und Sarsılmaz seien weitere Großbestellungen aus dem Ausland eingegangen, sagte ein Vertreter der türkischen Rüstungsindustrie gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu. Die drei Unternehmen würden mit der Produktion von insgesamt 45.000 Sturmgewehren beginnen. Etwa 450 Exemplare des türkischen Sturmgewehrs seien bereits nach Somalia geliefert worden. Die somalische Regierung befindet sich derzeit im Kampf gegen die Terrormiliz al-Shabaab. Auch Nordzypern habe eine Bestellung über 2.500 MPT-76 aufgegeben. Das Gewehr zeichnet sich durch eine effektive Schussreichweite von bis zu 600 Metern aus. Es kann 600 Schuss pro Minute mit einer Mündungsgeschwindigkeit von 800 Metern pro Sekunde abfeuern. Die MPT-76 gilt aktuell als das beste Sturmgewehr der Welt. Als bisher einziges Sturmgewehr hat sie insgesamt 42 Nato- und weitere acht Tests bestanden. Wie Medien unter Berufung auf Militärkreise berichten, seien dabei 1,1 Millionen Patronen verschossen worden. Rüstungsexperten loben das neue Gewehr: „Das MPT-76 ist effektiv wie das G-3, verlässlich wie die AK-47 und praktisch wie das M-16.“ 2015 begann MKEK mit der Produktion des MPT-76 in der zentralanatolischen Stadt Kirikkale. MPT bedeutet auf Türkisch „Nationales Infanteriegewehr“. Es hat das Kaliber 7,62 Millimeter für NATO-Munition. Das Ziel der Neuentwicklung ist die Unabhängigkeit von ausländischen Herstellern. “Wir erwarten, dass das Gewehr dem türkischen Staat große Mengen Geld einspart und einen Meilenstein für die weitere Entwicklung von anderen Waffensystemen darstellt”, so ein MKEK-Vertreter.  

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Der Geschäftsführer der größten Waffenproduktionsstätte der Türkei MKEK in Kirikkale soll für den Deal 1,2 Millionen US-Dollar bekommen haben – die Forschungs- und Entwicklungskosten des Projekts liegen nach Angaben des Verteidigungsministeriums bei 22 Millionen Dollar.

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Syrienkonflikt
Türkei verhindert YPG-Einladung Russlands

Ankara (nex) – Eine Einladung der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) zu einem geplanten Kongress der rivalisierenden Parteien Syriens im November vonseiten Russlands sei „inakzeptabel“, sagte der Sprecher des türkischen Präsidialamtes Ibrahim Kalın. „Es ist eine Zumutung“, beschwerte sich Kalin am gestrigen Mittwoch gegenüber Journalisten und fügte hinzu: „Wir haben unsere Reaktion sofort übermittelt. Das ist inakzeptabel.“ Die türkische Regierung habe „keine Probleme“ mit einer Einladung anderer syrisch-kurdischer Gruppen, so Kalin. Für sie sei lediglich eine Einladung der YPG sowie der Partei der Demokratischen Union (PYD) als „inakzeptabel“. Ankara betrachtet diese als den syrischen Ableger der verbotenen Terrororganisation PKK. Türkische Regierungsvertreter hatten bei den letzten Verhandlungen in der kasachischen Hauptstadt Astana interveniert, als die PYD und YPG hätten daran teilnehmen sollen, und „das Problem wurde gelöst“, sagte der Präsidialamtssprecher und ergänzte, dass Ankara Moskau mitgeteilt habe, dass es „diese Art von Initiativen nicht begrüßt.“ Kalin bestätigte des Weiteren, dass die Übergabe der Kontrolle des Habur-Grenztores an die irakische Zentralregierung gerade vonstatten gehe. „Die Grenzkontrolle wird jetzt der Zentralregierung übergeben“, sagte er.

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Russland hofft, dass die Türkei die Situation in der syrischen Provinz Idlib stabilisieren kann. Moskau geht davon aus, dass dort die Gefahr der Angriffe von Militanten sehr hoch sei.

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Außenpolitik
Deutschland isoliert sich: Macron fordert Dialog mit Türkei und Russland

Straßburg (nex) – Während besonders Deutschland und Österreich weiterhin Sanktionen fordern sowie eine Isolierung der Türkei und Russlands anstreben und Politiker wie etwa Cem Özdemir dafür sogar riskieren, den Einzug in den Bundestag zu verpassen, wirbt nach Altkanzler Gerhard Schröder nun auch der französische Präsident Emmanuel Macron für einen Dialog mit den beiden Ländern. Somit isolieren sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr künftiger österreichischer Amtskollege Sebastian Kurz innerhalb der EU immer mehr mit ihren Forderungen. Beobachtern zufolge schadeten Aufrufe wie etwa Urlaubsboykotte zudem eher der türkischen Opposition, da die Tourismusgebiete sich in deren Händen befänden. Das Schicksal Russlands und der Türkei dürfe nicht darauf aufbauen, dem Kontient den Rücken zu kehren, sagte Macron in einer Rede vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg. Man müsse mit jedem reden. „Diese zwei großen Länder sind fest verankert in Europa“, betonte er. Russland und Türkei gehörten mit ihrer Geschichte, Geographie, Literatur und ihrem politischem Bewusstsein zur europäischen Familie. Es sollten keine Gespräche stattfinden, in denen diese beiden Länder außen vor gelassen würden. „Wir sollten den Dialog ausbauen. Denn die Völker dieser beiden Länder verdienen das“, so Macron.

Schriftreform
Kasachstan: Übergang zum lateinischen Alphabet nimmt Formen an

Astana (nex) – Kasachstan werde eine Arbeitsgruppe für den Übergang vom kyrillischen zum lateinischen Alphabet einrichten, berichteten lokale Medien am gestrigen Dienstag. „Die Regierung wird eine Arbeitsgruppe einrichten, die eine auf die kasachische Sprache zugeschnittene lateinische Schrift entwickeln wird“, teilte der kasachische Minister für Kultur und Sport, Aristanbek Muhamediuli, laut einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur Kazinform mit.

Muhamediuli gab keine weiteren Details darüber bekannt, wann genau die Gruppe gebildet würde.

„Neue Rechtschreibregeln und ein ungekürztes Rechtschreibwörterbuch der kasachischen Sprache werden auf der Grundlage der latinisierten Schrift erstellt“, erklärte Muhamediuli weiter und ergänzte, dass das neue Alphabet aktiv in der Gesellschaft gefördert werden müsse. Nach dem Erlass von Präsident Nursultan Nasarbajew soll die Prozedur bis 2025 vollzogen sein. Nasarbajew hatte am 12. April bekannt gegeben, dass ab 2025 Zeitschriften, Lehrbücher und alles andere in seinem Land in lateinischer Schrift veröffentlicht würde. Er hatte darauf hingewiesen, dass Kasachstan von 1929 bis 1940 bereits das lateinische Alphabet verwendet habe, später aber dieses durch die kyrillische Schrift ersetzt worden sei. In einer Rede im vergangenen Oktober hatte der kasachische Präsident angekündigt, dass der Übergang zu einem neuen Alphabet das Erlernen der kasachischen Sprache erleichtern werde. Die Änderung der Schrift würde nicht mit der Beeinträchtigung der Rechte des russischsprachigen Volkes oder der russischen und anderen Sprachen einhergehen, hatte er versichert und hinzugefügt: „Der Gebrauch von Russisch in kyrillischer Schrift bleibt unverändert. Dies wird auch weiterhin genutzt werden.“

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– TURKPA –

Türkische Union: Türkei, Aserbaidschan und Kasachstan stärken Wirtschaftskooperation

Die Türkei, Aserbaidschan und Kasachstan sind enge Partner im Rahmen des Kooperationsrates der Türkisch-sprechenden Staaten, erklärte der kasachische Politikanalyst Dosim Satpajew im Interview. Zuvor machte die türkische Regierung publik, dass sie die Einrichtung eines trilateralen Kooperationsformates „Türkei-Aserbaidschan-Kasachstan“ plant.

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