Afyonkarahisar (nex) – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat in einer Rede weitere Schritte zur Sicherung der westsyrischen Provinz Idlib angedeutet und betont, dass die Freie Syrische Armee (FSA) dort bereits im Einsatz sei. Die FSA berichtete in den sozialen Netzwerken davon, sich auf eine gemeinsame Aktion mit den türkischen Streitkräften vorzubereiten.
Die türkischen Soldaten seien „noch“ nicht da, so Erdogan in einer Rede in der ägäischen Provinz Afyonkarahisar am Samstag.
Er sprach von einer „ernsthaften Operation“ zur Rückeroberung der Provinz.
Unterdessen hat das türkische Militär seine Präsenz an der Grenze zu Syrien erhöht. Wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, seien gepanzerte Fahrzeuge, Kommandoeinheiten und Rettungswagen in Stellung gebracht worden.
Ihre Aufgabe wird sein, den Waffenstillstand zwischen dem syrischen Regime und den bewaffneten Gruppen vor Ort dauerhaft zu sichern und Konflikte zwischen den Parteien zu verhindern. Zu diesem Zweck werden die türkischen Streitkräfte in dem Gebiet Kontroll- und Beobachtungspunkte aufstellen.
Die Türkei werde in Idlib gemeinsam mit Russland vorgehen, so Erdogan. „Die Türkei wird für die Sicherheit innerhalb der Stadt sorgen, während Russland den Schutz außerhalb der Stadtgrenzen gewährleisten wird“, sagte Erdogan während seiner Rede in Afyonkarahisar.
Erdogan bekräftigte, dass die Türkei weiterhin Flüchtlinge aus Aleppo aufnehmen und unter keinen Umständen einen „Terrorkorridor“ im Norden Syriens zulassen werde.
Während eines Treffens in der kasachischen Hauptstadt Astana am 4. Mai unterzeichneten die Garantiemächte Russland, Türkei und Iran eine Vereinbarung zur Einrichtung einer Deeskalationszone in Syrien, die auch Idlib im Nordwesten Syriens an der türkischen Grenze einschließt.
Von Veronika Zintl
„Bis das der Tod Euch scheidet“ – dieser Satz gilt schon lange nicht mehr. War Scheidung lange Zeit undenkbar, endet heutzutage jede dritte Ehe* vor dem Richter. Oder anders gesagt: rund 165.000 Ehen wurden geschieden – übrigens nach einer durchschnittlichen Dauer von 14,7 Jahren.
Im Vergleich zu den 1950er Jahren hat sich die Trennungsrate also stark erhöht – damals kam auf durchschnittlich 12 Eheschließungen gerade einmal eine einzige Scheidung. Ein deutlicher Unterschied also!
Trennungen gehören somit längst zum Alltag mit dazu. Dies liegt vor allem an den gesellschaftlichen Veränderungen – wie etwa im Hinblick auf Familiengründung und Existenzsicherung. Denn dies sollte eine Partnerschaft einst vornehmlich gewährleisten.
Dies ist nicht mehr so. Denn angesichts berufstätiger Frauen, Patchworkfamilien, usw. erwarten und erhoffen die meisten nun anderes von einer Beziehung: Diese soll ihr Leben schöner und aufregender gestalten. Auch die Einsamkeit (bzw. die Angst davor) soll nun endlich der Vergangenheit angehören.
Die Erwartungen an eine Partnerschaft sind somit gestiegen – oder deutlich romantischer geworden, wenn man es so ausdrücken möchte. Gleichzeitig sind viele nicht mehr dazu bereit, für die Beziehung zu kämpfen. Mit dem Partner auch harte Zeiten gemeinsam durch zu stehen, zusammen an der Partnerschaft zu arbeiten. Vielmehr neigen immer mehr Personen dazu, schnell(er) das Handtuch zu werfen. Und sich jemand Neuen zu suchen. Jemand, der die jeweiligen Erwartungen vielleicht besser erfüllen kann.
Eine weitere Rolle in diesem Zusammenhang spielt die Angst, etwas zu verpassen. Tindr, Online Dating und Co. Haben das Flirtverhalten deutlich verändert. Und angesichts der großen Auswahl will sich manch einer gar nicht mehr festlegen – es könnte ja sein, dass „da draußen“ jemand Besseres ist! Auch dies macht es so vertrackt, eine glückliche Beziehung zu führen, eine, die auch mal ihre Tiefen hat. Eine, bei der man sich wirklich auf den Partner einlässt, komme, was wolle.
Doch dazu sind wie gesagt nicht mehr viele bereit. Vielmehr lässt sich Folgendes konstatieren: Fühlt sich die Beziehung nicht mehr wirklich lebendig an, fehlt die Leidenschaft und stimmt die „Gesamtbilanz“ nicht mehr, dann trennt man sich eben – mehr oder weniger zivilisiert.
In dieser Hinsicht macht es übrigens keinen Unterschied, ob es sich um einen Mann oder um eine Frau handelt. Statistisch gesehen beenden ungefähr gleich viel Männer wie Frauen eine Beziehung.
Doch was sind eigentlich die „offiziellen“ Gründe für eine Trennung? Die häufigste Angabe in diesem Zusammenhang ist jene: „Wir haben uns auseinander gelebt“. Bei jeder dritten zerbrochenen Partnerschaft trennte man sich, weil die Unterschiede einfach zu groß waren. Und bei jeder fünften Trennung war eine dritte Person mit im Spiel – Stichwort Fremdgehen. Das hat zumindest eine große Umfrage der Online-Partnervermittlung ElitePartner ergeben.
Mangelnde Kommunikation ist auch ein sehr großes Problem in diesem Zusammenhang. Etwa ein Viertel aller Frauen gaben an, dass dies mit einer der Hauptgründe für die Trennung gewesen sei – bei Männern betrug dieser Wert knapp 20 Prozent. Auch der Sex (bzw. das Fehlen dessen) war und ist ein wichtiger Trennungsgrund: dies war bei 23 Prozent der Männer sowie bei 18 Prozent der Frauen der Fall.
Es ist also nicht gerade leicht, eine glückliche und erfüllte Beziehung zu führen. Eine, die wirklich über Jahre, vielleicht sogar bis ans Lebensende hält. Eine, die ihre Höhen und Tiefen hat – und die beide Partner im Laufe der Zeit noch näher zueinander bringt. Eine Beziehung, bei der beide aneinander wachsen. Neue Perspektiven entwickeln. Sich wirklich auf den Anderen einlassen.
Unmöglich ist dies jedoch nicht. Doch muss an dieser Stelle ganz klar gesagt werden: Beziehungen bedeuten Arbeit. Arbeit und Einsatz. Das ist etwas, das häufig verdrängt wird. Etwas, das viele nicht hören wollen. Und angesichts des immer stressigeren und hektischen Alltags ist es mitunter auch sehr verständlich, dass man nach dem Feierabend nicht noch endlos lange Beziehungsgespräche führen möchte…
Dennoch sollte man wirklich dazu bereit sein, sich für seine Beziehung einzusetzen. In diese zu investieren. Sich einzubringen. Und auch mal zurück zu stecken. Denn eine Partnerschaft bedeutet auch immer: Man sollte dazu bereit sein, Kompromisse zu finden. GEMEINSAM mit dem Anderen. Dies ist möglich – wenn beide an einem Strang ziehen. Und dran bleiben. Gelingt dies, ließen sich ca. 20 % dieser Trennungen vermeiden laut dem Ex zurück Team ex-ratgeber.info. Auch dies ist ein Grund, es zu versuchen…
Ja, das ist nicht leicht. Zumal es sehr empfehlenswert ist, sich die wahren Gründe für die Probleme in der Partnerschaft anzuschauen: Was steckt dahinter? Sind es Angst vor Bindung, klammern, gibt es finanzielle Probleme? All diesem sollte sich das Paar stellen – doch wenige bringen den Mut dafür nicht auf.
Und wenn dies doch klappt: Es braucht Disziplin und Durchhaltevermögen, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Und um aus diesem Tief wieder heraus zu kommen. Daran scheitern die meisten – trotz bester Vorsätze.
Vielen erscheint es in diesem Zusammenhang einfacher, sich zu trennen, ein für allemal den Schlussstrich zu ziehen. Und dann, früher oder später eine neue Beziehung zu beginnen. Doch kann dies wirklich die Lösung sein?
*(Statistisches Bundesamt)
Heute ist der 37. Jahrestag des Oktoberfestattentates und ich bin unserem Oberbürgermeister (Dieter Reiter, SPD /Anm. Red.) sehr dankbar, dass er fordert, dass die juristische Aufarbeitung weiter gehen solle. Die Aufarbeitung ist ja eigentlich erfolgt, nur halt nicht juristisch und viel zu sehr an der Öffentlichkeit vorbei. Aber ich komme zum eigentlichen Thema, das mit dem Oktoberfestattentat und dem NSU-Prozess in direktem Zusammenhang steht.
Die Frage in die Runde, die sich auch jeder selbst beantworten kann: Wer bekommt eigentlich etwas vom OEZ-Prozess mit? Der Anschlag vom 22.07 letzten Jahres hat doch das ganze Land bewegt und vor allem uns Münchner, fristet jetzt aber in der öffentlichen Wahrnehmung ein absolutes Schattendasein. Dies mag daran liegen, dass die Leute denken, der Sonboly sei tot, der Waffenhändler sei geständig und es handle sich um die verzweifelte Tat eines Einzelnen, der ein Mobbingopfer war. Um es vorwegzunehmen: Dieses Narrativ, welches rechten Terror klein halten will, ist ziemlich weit gefehlt.
Freitag im Landgericht gab es einen Paukenschlag – und kaum eine Zeitung berichtet? Mir bekannt nur der SZ-Bericht (siehe Foto) von Susi Wimmer, aber mitnichten an prominenter Stelle, sondern irgendwo hinten im Münchner Teil versteckt. Zudem berichtet Andreas Bachner von der „Bild“ immer wieder, aber ich finde, dass auch das nicht die öffentliche Wahrnehmung prägt. Einen Tag vor der Wahl hätte man der AfD sicherlich den ein oder anderen Prozentpunkt nehmen können, wenn zentral berichtet worden wäre, was es eigentlich war: (neu-)rechter Terrorismus!
(Foto: Screenshot/Resseguier/Facebook)
Und wenn die Presse es schon als unwichtig erachtet, dann berichte ich das eben, der ich seit kurzem von meinen hoch geschätzten, lieben Rechtsanwaltskollegen Seda Başay-Yıldız, Onur Özata und Yavuz Narin als weiterer Nebenklägervertreter dazugerufen wurde. Denn Öffentlichkeit ist meines Erachtens das, was der Fall braucht und deshalb stelle ich das Posting auch auf global, damit es gern geteilt werden kann.
Was ist passiert? Die Zeugin von Freitag, eine Ärztin bei der Bundeswehr, hat in der Hauptverhandlung mehr als glaubhaft und detailliert in ihren Aussagen bekundet, dass ihre damalige Schwägerin, eine neurechte Waffennärrin, am Tatabend des 22.07.16 im Beisein ihrer Familie freudigst erzählte, dass der angeklagte Waffenhändler, der im Darknet „Rico“ hieß, dem Attentäter von München eine Glock über das Darknet verkauft habe.
Dies zu dem Zweck, dass dieser reihenweise „Musels“ bzw. „Kamelficker“ in München töten könne. Er habe es „endlich durchgezogen“ am Jahrestag von Breivik, man habe es ihm schon gar nicht mehr zugetraut. Diese Information habe die Schwägerin der Zeugin von dem Darknet-Nutzer „blab“ erfahren, welcher seinerseits mit „Rico“ in Kontakt gestanden habe. Die wahre Identität von „blab“ ist (noch) unbekannt. Es handelt sich offenbar um die wichtigste Person auf der Plattform „Deutschland im Deep Web“; wenn ich das richtig verstanden habe, soll er auch Kontakt zu dem Attentäter auf Henriette Rieker gehabt haben.
In anderen Worten: Die Schwägerin hatte Täterwissen! Aber nicht nur das: Sie hat mitgeteilt, dass sie über den „blab“ Hilfestellungen und Tipps an „Rico“ weitergeleitet habe, damit dieser den Attentäter im Umgang mit Waffen einweisen könne. Tipps, die sie Büchern zum taktischen Schusswaffengebrauch entnommen habe. Auch solle sie Ratschläge erteilt haben, wie der Täter bei Ausführung der Tat am besten vorgehe. Denn sowohl „Rico“ als auch der Attentäter in München seien „dummes Fußvolk“, die Hitler verehrten, aber nützlich seien für die Sache. Zudem verfüge „Maurächer“ (Sonboly) über keine Erfahrung im Umgang mit Waffen. Da sie damit drohte, ihre gesamte Familie samt Kindern in den erweiterten Suizid mitzunehmen, traute sich die Zeugin zum Schutz der Kinder erst nicht, dies alles preiszugeben.
Bestätigt werden die Zeugenaussagen durch Folgendes: In einer Nachricht an den Darknet-Nutzer „Klaus-Jonas“ vom 29.08.16 teilt „blab“ folgendes mit: “ Bei einem Treffen Ende Mai sollte mein Strohmann eine Glock und eine CZ82 von Rico erhalten, er bekam aber nur die CZ. Hierzu sagte Rico meinem Strohmann, dass er eine Glock bereits an jemanden verkauft habe, der einen Amoklauf durchführen werde. Rico war davon sehr begeistert und er freute sich sehr darüber, dass es endlich mal jemand durchziehe und die Waffe auch benutzen werde. Rico habe ihm sogar Tipps gegeben, wie er den Amoklauf am besten planen solle. Er sagte allerdings, dass er von Maurächer mehr Geld bekommen hatte, als von meinem Strohmann. Aber offensichtlich ging es Rico um den Amoklauf selber, wobei er sogar wusste, welche Bevölkerungsgruppe das Ziel sein sollte. Auch davon war Rico sehr begeistert, was nicht verwundert, wenn Du den Gruß in seinem PGP-Key ansiehst.“ (Anmerkung: gemeint ist der Hitlergruß des Angeklagten, der in allen Meldungen enthalten war)
In einer weiteren Nachricht des „blab“ vom 04.09.16 an einen weiteren Nutzer des Darknets, dessen Account von Ermittlern übernommen wurde, wovon „blab“ auch Kenntnis hatte, heißt es: „Als zweites zu meinem Strohmann: Ich setze als bekannt voraus, dass Ihr wisst, was er bezeugen kann und wiederhole mich daher nicht. Ich habe über eine Anosim Kontakt zu ihm und weiß, an welchem Ort er sich derzeit versteckt. Er ist bereit, belastendes Material gegen Rico vorzulegen und gegen Rico auszusagen, dass er wegen Mitwirkung an einem Massenmord belangt werden kann.“
Nun muss man wissen, dass der Angeklagte lediglich der fahrlässigen Tötung sowie Verstoßes gegen das KriegswaffenkontrollG und WaffenG angeklagt worden ist. Um ihn der Beihilfe zum Mord zu verurteilen, bedarf es eines richterlichen Hinweises gem. § 265 StPO (bitte selbst nachlesen). Dass dieser Hinweis trotz mehrfacher Anträge der Nebenklägervertreter noch nicht erteilt worden ist – und im Übrigen auch von der StA die Anklage nicht erweitert worden ist -, ist mir persönlich unerklärlich.
Ich hoffe aber darauf, dass dies am morgigen Hauptverhandlungstag noch erfolgt. Denn laut der Ankündigung des Vorsitzenden steht zu befürchten, dass bald die Plädoyers erfolgen sollen ohne den Vorwurf der Beihilfe zum Mord. Die Mormerkmale sind für mich klar erfüllt: Rassenhass sind sog. niedrige Beweggründe. Nach Angaben der Zeugin habe der Angeklagte von den Anschlagsplänen auf muslimische Mitbürger des David Sonboly von Anfang an Kenntnis gehabt. Der Angeklagte sei nicht nicht nur eingeweiht gewesen, er habe David Sonboly sogar Tipps zum Schusswaffengebrauch und zur Durchführung der Tat erteilt. Der Angeklagte habe die Tat vom 22.07.16 unterstützt und gefördert. Er hatte (für die Rechtskundigen) den sog. doppelten Gehilfenvoratz.
Der Angeklagte hat Sonboly unendlich viel Munition verkauft, allein deshalb musste ihm klar gewesen sein, dass es sich nur um die Planung eines Gemetzels handeln könne. Und er wusste genau gegen wen sich seine Gewalt richten würde.
Was ich mit meinem Posting auch sagen will: Neurechtes Gedankengut, teils auch verbreitet in der AfD ist nicht harmlos. Nazis im herkömmlichen Sinne sind in der AfD die wenigsten. Wie sehr aber unter anderem durch diese Partei, vor allem aber neurechte Medien und Facebookgruppen die Menschen mit Ängsten und Hass vergiftet werden, zeigt sich ganz exemplarisch an dieser Schwägerin.
Nach den Angaben der Zeugin ergab sich das folgende Bild: Es handelt sich um eine hochintelligente und -gebildete Frau, die aber schwerste soziale Störungen hat, die sich u.a. in ständigen Wutausbrüchen zeigten. Sie hatte schon seit jeher ein mehr als getrübtes Verhältnis zu Muslimen, hält alle „Musels“ für „Kinderficker“, weil der Prophet schon einer gewesen sei. Diese Frau lebt seit Jahren nur im Internet (bspw. PI-News) und Darknet, selbst an Festtagen war sie kaum vom PC wegzubewegen, hat zwar ein Kind nach dem anderen bekommen, sich aber kein bißchen um sie gekümmert.
Auch sie hat sich seit der Flüchtlingswelle, in besonderem aber durch Silvester in Köln derart radikalisiert, dass sie ihren Gemetzelphantasien auch in der eigenen Familie freien Lauf ließ. Seit 2016 lief sie nur noch mit einer geladenen Waffe im Halfter herum und wollte jeden Moslem töten, der ihr zu Nahe komme. Sie äußerte ihre Fantasien, dass man Flüchtlinge töte und mit deren Blut „Refugees welcome“ schreibe. Hitler und den Nationalsozialismus lehnte wie gewöhnlich in der neurechten Szene ab und sie war auch keine Antisemitin.
Alle Beteiligten eint im Übrigen eine extreme Verehrung von Anders Breivik. Daher war ja auch der Tattag so ausgewählt, was die Schwägerin zum Tatzeitpunkt wusste, vielleicht sogar angeregt hat. Zu dem Bruder direkt wollte sich die Zeugin nicht äußern, sie hat damit von ihrem Recht Gebrauch gemacht, Angehörige nicht belasten zu müssen. (Hätte sie auch bei der Ex-Schwägerin so machen können, wollte es aber nunmehr nicht mehr) Vom Bruder ist bekannt, dass er Rechtsanwalt ist, der im Darknet als Waffennarr als „mike-bravo“ ebenfalls umtriebig war, bis das SEK ihn mitten in der Nacht hochgenommen hat, weil er neben seinen legalen Waffen auch illegale hatte.
Das Geständnis des Angeklagten ist allem Anschein nach lediglich ein Teilgeständnis, persönlich erklärt er ohnehin nichts und von Reue keine Spur. Die Staatsanwaltschaft erscheint mir bisher als komplett passiv, in den Ermittlungen wurden Standardmaßnahmen nicht ergriffen. Anträge der Nebenkläger auf Beiziehung von Aktenteilen wurden aus mir unerfindlichen Gründen abgelehnt. So u.a. sei die Ermittlungsakte „blab“ nicht relevant, weil man nicht wisse, wer er sei. Ob die Akte aber wichtig ist kann man nach meinem Dafürhalten erst erfahren, wenn man sie sieht. Die zweimaligen konspirativen Bus-Fahrten von Sonboly zum Waffenhändler mit Begleitung wurden nicht richtig aufgeklärt.
Berlin (ots) – Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair verliert wegen ihrer Arbeitsbedingungen viele Piloten an die Konkurrenz.
Schon vor einem Jahr habe ein regelrechter „Exodus“ eingesetzt, sagte ein Ryanair-Pilot am Samstag dem Inforadio vom rbb. Die Krise sei schon damals absehbar gewesen. Der Pilot widersprach damit der offiziellen Darstellung von Ryanair. Die Airline hatte Probleme bei der Urlaubsplanung als Grund dafür genannt, dass in den kommenden Monaten tausende Flüge gestrichen werden.
Wörtlich sagte der Pilot, der seit einigen Jahren für Ryanair arbeitet, aber aus Furcht um seinen Arbeitsplatz anonym bleiben will:
„Dass es eine Krise geben würde, war uns schon vor gut einem Jahr klar, einfach weil wir gesehen haben, dass es einen richtigen Pilotenexodus gab. So was hatte man da vorher nicht gesehen. Bei Ryanair gab es immer ein Kommen und Gehen. So funktionierte das Unternehmen eben. Aber diese Art von Abwanderung gab es vorher nicht … und dann gab es eben diese Ausrede mit der Urlaubsplanung der Piloten, was wirklich sehr merkwürdig ist. Ryanair hat seinen Piloten immer einen Monat Zwangsurlaub gegeben, der auch oft unbezahlt ist.“
Zugleich kritisierte der Pilot Ryanair für seine Arbeitsbedingungen:
„Also die stellen sicher, dass ihnen wirklich überhaupt keine – nicht die geringsten – Kosten entstehen. Die investieren gar nichts in die Piloten. Und während der Wirtschaftskrise ging das. Da haben die Leute das gezahlt. Aber mittlerweile ändern sich die Menschen eben. Die anderen Airlines machen das nämlich nicht so. Die zahlen dir deine Ausbildung, deine Uniform, die Hin- und Rückfahrt zur Arbeit.“
Neue Unterlagen: Politiker war über fragwürdige Vergabe unter McAllister informiert worden
Osnabrück (ots) – Niedersachsens CDU-Generalsekretär und -Schattenminister Ulf Thiele ist nach Ansicht des Parlamentarischen Geschäftsführers der SPD-Landtagsfraktion, Grant Hendrik Tonne, „für Führungsaufgaben nicht geeignet“. Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ unter Berufung auf die SPD.
Anlass der Einschätzung ist die Antwort der Staatskanzlei auf eine parlamentarische Anfrage Tonnes, die der Zeitung vorliegt. Den Unterlagen zufolge war Thiele doch über eine 2012 durchgeführte Resonanzanalyse im Auftrag des damaligen Ministerpräsidenten David McAllister (CDU) informiert. Thiele hatte dies gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ bisher bestritten.
„Die Landespartei hatte keine Kenntnis von der Studie“, sagte Thiele Anfang September der Zeitung. Auf Anfrage der Staatskanzlei erinnert sich der damalige Regierungssprecher Franz Rainer Enste nun anders:
„Schon seit der Zeit der ersten Überlegungen in Bezug auf die Erstellung einer Resonanzstudie hatte der MP [Ministerpräsident] mich gebeten, den Generalsekretär über den jeweiligen Sachstand dem wesentlichen Inhalt nach fortlaufend mündlich zu informieren“, schrieb Enste nun an die Staatskanzlei. Insofern sei „gewiss auch eine Unterrichtung über die Fertigstellung des Fragekanons erfolgt“, so Enste in der dem Blatt vorliegenden Stellungnahme. Damit ist für Tonne klar, dass die Partei bei der Analyse „ihre Finger im Spiel hatte.“
Thiele wies die Vorwürfe zurück: Es sei zwar möglich, dass Enste ihn „am Rande von Terminen“ über die Studie informiert habe. Dies habe für ihn aber keine Bedeutung gehabt. „Es gab keine systematische Zusammenarbeit“, sagte er. Auch Enste relativierte die Ausage. Zwar habe er Thiele „by the way“ informiert, doch dieser sei an der Sache „überhaupt nicht interessiert gewesen“, erinnert sich der frühere Sprecher.
Die 2012 in Auftrag gegebene Resonanzanalyse sollte im Auftrag der Staatskanzlei „Wünsche und Wahrnehmungen“ der niedersächsischen Bürger messen. Die Erhebung kostete das Land 44600 Euro, die Ergebnisse wurden nie veröffentlicht. Nach Einschätzung der Staatskanzlei wurden die Vergaberegeln bei der Beauftragung einer Firma aus Wallenhorst nicht eingehalten.
Baierbrunn (ots) – Die Apotheke ersetzt für viele Eltern bei leichteren Erkrankungen den Kinderarzt.
Wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Apothekenmagazins „Baby und Familie“ herausfand, gehen drei von fünf Müttern und Vätern (60,8 %) im Falle einer leichteren Erkrankung ihrer Kinder zuerst in die Apotheke und nicht gleich zum Arzt.
Jeder Zweite (52,2 %) betont, seit er Kinder habe, wisse er die Beratung in der Apotheke erst richtig zu würdigen.
Die große Mehrheit der Eltern hat den Service der Apotheken zu schätzen gelernt: 89,0 Prozent zeigen sich insgesamt sehr zufrieden mit ihrer Apotheke, wenn es um die Behandlung und Beratung von Erkrankungen ihres Kindes geht.
Quelle: Eine repräsentative Online-Umfrage des Apothekenmagazins „Baby und Familie“, durchgeführt von der Bilendi GmbH, Berlin bei 501 Eltern mit mindestens einem Kind im Alter bis einschließlich vier Jahren.
Moskau (nex) – Die Moskauer Börse plant die Einführung des Handels mit dem japanischen Yen und der Türkischen Lira. Dies hat der Leiter der Abteilung „Entwicklung des Devisenmarktes“ an der russischen Börse, Dmitri Piskulow, am gestrigen Freitag bekannt gegeben.
Die Moskauer Börse erweitert schrittweise ihre Liste der Währungen, die sie handelt, was mit dem Ziel des Kremls der Stärkung des Rubels auf dem globalen Markt zusammenhängt.
Dmitri Piskulov erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, der Yen-Rubel-Austausch werde Anfang 2018 starten. Der Handel mit der Türkischen Lira soll Mitte 2018 folgen.
Die Entscheidung, den Handel mit der türkischen Währung aufzunehmen, habe mit dem „politischen Prozess“ und der Marktnachfrage zu tun, da die Türkei und Russland Handelspartner sind.
„Das ist die Entdollarisierung des Außenhandels und der internationalen Wirtschaftsbeziehungen“, unterstrich Piskulow.
Die Moskauer Börse (früher: Micex-RTS) handelt aktuell den russischen Rubel mit Dollar, Euro, Britischem Pfund, Schweizer Franken, Chinesischem Yuan, Weißrussischem Rubel sowie kasachischem Tenge.
Die Moskauer Börse, die auch den Euro-Dollar-Handel im Angebot hat, hatte im August den Handel mit der ukrainischen Griwna wegen der schwachen Nachfrage und der schlechten Beziehungen zwischen Moskau und Kiew eingestellt.
Die Börse ziehe für die Zukunft in Erwägung, den vietnamesischen Dong einzuführen, so Piskulow weiter.
Düsseldorf (ots) – Die Polizei verzeichnet bundesweit einen Ansturm auf freie Stellen. Wie eine Abfrage der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ ergab, wurden von Schleswig-Holstein bis Bayern in diesem Jahr mehr als 87.000 Bewerbungen auf rund 12.600 neue oder geplante Einstellungen registriert, so viel wie seit vier Jahren nicht mehr.
2014 wurden nur gut 7500 Polizisten in den Ländern eingestellt, damals gingen bundesweit noch knapp 77.700 Bewerbungen ein. In Berlin gab es in diesem Jahr mit Abstand die meisten Bewerbungen: Mehr als 18.000 Schreiben wurden für die rund 1300 freien Stellen gezählt. Danach folgt Bayern mit etwa 10.500 Bewerbungen auf 1500 Stellen.
Aus Baden-Württemberg lagen noch keine Daten vor, wo auch rund 1400 Einstellungen geplant sind. Jedoch besetzte zuletzt kein Land so viele Stellen wie NRW. 2300 Polizisten wurden an Rhein und Ruhr 2017 eingestellt, 9373 Bewerbungen gingen dafür ein. Angesichts dieser Lage betonten alle Länder, bei den Bewerbungen aus dem Vollen schöpfen zu können. Ungeachtet dessen warnt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) vor Missständen.
„Auch wenn die Bewerberzahlen zuletzt gestiegen sind und die Anzahl der geplanten Einstellungen bei Weitem überschreiten, steht die Polizei in fast allen Ländern vor ernsten Personalproblemen“, sagte GdP-Chef Oliver Malchow der „Rheinischen Post“ und fügte hinzu:
„Der Anteil qualifizierter Bewerber sinkt bundesweit, das wird uns immer wieder aus den Ländern gemeldet.“ Um bis 2021 die in Ruhestand gehenden Beamten zu ersetzen, seien mindestens 20.000 Polizisten nötig.
„Damit würde aber kein einziger Polizist zusätzlich auf die Straße gebracht, was alle Parteien im Wahlkampf versprochen haben. Hinzu kommt, dass deren Zahlen mit 15.000 auch deutlich zu gering sind“, kritisiert Malchow. Weil die Auswahl und Ausbildung insgesamt vier Jahre dauere, müssten jetzt aus dem Stand Zehntausende Stellen zusätzlich geschaffen werden.
„Ich erwarte von allen Parteien, jetzt auch zu ihren Zusagen aus dem Wahlkampf zu stehen. Sie müssen auf ihre Parteifreunde in den Ländern einwirken, dass die ihre Polizeistellen drastisch erhöhen!“, forderte Malchow.
Hallo (nex) – Den Beamten sei bereits in der Nacht zum Freitag mitgeteilt worden, dass einzelne Produkte von „Ehrmann“ verunreinigt worden sind. In Supermärkten in Bitterfeld und Halle soll ein Mann Joghurt vergiftet haben.
Wie die Polizei mitteilte sei in diesem Zusammenhang bereits am Freitagabend ein 42 Jahre alter Tatverdächtiger vorläufig festgenommen worden. Weil die Produkte wohl in den Geschäften vergiftet wurden, sollten die Verbraucher auf unbeschädigte Verpackungen achten.
Der aus Sachsen-Anhalt stammende 42-jährige Tatverdächtige habe die Beamten selbst auf seine Spur gebracht. Er habe sich in der Nacht zum Freitag bei der Polizei telefonisch gemeldet und auf die verunreinigten Joghurts hingewiesen, so ein Polizeisprecher.
Untersuchung bestätigt Polarisierungstrends: Vertrauen in Medien bleibt hoch, gleichzeitig steigt Misstrauen stark an
Berlin (ots) – Die gesellschaftliche Polarisierung, so ein zentraler Befund einer neuen Untersuchung der Otto Brenner Stiftung über Mediennutzung und Demokratiezufriedenheit, geht einher mit einer wachsenden Polarisierung des Misstrauens in die Medien. Einerseits bleibe die Glaubwürdigkeit der Medien vergleichsweise stabil und hoch. Andererseits wachse aber auch der Anteil derjenigen, die Medien mit starkem Misstrauen begegnen.
Diejenigen Milieus, die sich durch Ablehnung der demokratischen Grundwerte auszeichnen, sind auch durch ein starkes Misstrauen gegenüber allen Medien geprägt. Das OBS-Autorenteam um Oliver Decker, der auch die Leipziger „Mitte“-Studien zum Autoritarismus in Deutschland mitverantwortet, weist erstmals diesen Zusammenhang nach und untersucht seine Folgen.
In der innovativen Untersuchung werden die Ergebnisse der Leipziger „Mitte“-Studien zur Entwicklung unterschiedlicher politischer Milieus mit der Einstellung gegenüber verschiedenen Medien kombiniert. Ein wichtiger Befund: Öffentlich-rechtlicher Rundfunk und Tageszeitungen erzielen nach wie vor hohe Vertrauenswerte. Allerdings sind diese zum Beispiel in den antidemokratisch-autoritären Milieus deutlich auf unter 40 % gesunken.
Die Boulevardpresse und vor allem das Internet sind demgegenüber weit abgeschlagen – quer durch alle Milieus glaubt ca. nur jeder Fünfte, was dort zu lesen ist: „Menschen, die den klassischen Medien misstrauen, informieren sich öfter über das Internet – und misstrauen auch den dortigen Nachrichten“, stellt der Studienleiter Oliver Decker fest und gibt zu bedenken: „Wir sehen hier ganze politische Milieus, die sich in der demokratischen Gesellschaft nicht mehr repräsentiert fühlen“.
Erstmals kann die Untersuchung der OBS darüber hinaus eindrucksvoll belegen, dass eine Wechselwirkung zwischen Medienvertrauen und Demokratiezufriedenheit besteht. Denn auch unabhängig vom einzelnen Milieu lässt sich feststellen: Wer die Glaubwürdigkeit der Medien hoch einschätzt, ist auch mit dem Funktionieren der Demokratie hoch zufrieden.
Umgekehrt gilt: Wer Medien als unglaubwürdig einstuft, ist höchst unzufrieden mit dem Funktionieren der Demokratie. 90% der Menschen, die den Medien grundsätzlich Glaubwürdigkeit zugestehen, sind zugleich auch mit der Idee der Demokratie zufrieden.
Bei denjenigen, die dieses Vertrauen verloren haben, sieht dies nur noch knapp die Hälfte der Befragten so. Die Folgen dieser Wechselwirkung sind beträchtlich: Unter diesen Menschen wählen knapp 60% gar nicht oder die AfD. Dabei hat die Art des konsumierten Mediums ebenfalls einen großen Einfluss auf die Vertrauensbildung: In der Gruppe von Personen, die sich ausschließlich im Internet informieren, ist der Anteil der Nicht- und AfD-Wähler stark erhöht. Demgegenüber ist das Vertrauen in alle gesellschaftlichen Institutionen (von Gewerkschaften und Kirchen über Polizei und Justiz bis hin zu Regierung, Parlament und Parteien) deutlich niedriger als im Rest der Bevölkerung.
„Die Ergebnisse bestätigen“, so der Geschäftsführer der Otto Brenner Stiftung, Jupp Legrand, „dass es hinsichtlich der Vertrauens- und Glaubwürdigkeitskrise der Medien trotz eines weiterhin hohen Zuspruchs vieler Menschen keine Entwarnung geben kann und darf.“ Die Zahlen deuten vielmehr darauf hin, dass ambivalente Haltungen abnehmen. Großes Vertrauen bleibt stabil und hoch, aber auch tiefes Misstrauen steigt kontinuierlich an.
Glaubwürdigkeit der Medien und Vertrauen in demokratische Institutionen sind eng gekoppelt: Lediglich 18% der Menschen, die Medien misstrauen, sind mit der Demokratie zufrieden
Besonders die wechselseitige Kopplung von Medienglaubwürdigkeit und Demokratievertrauen verweise, so Legrand weiter, „auf die beträchtliche Gefahr für unsere demokratische Ordnung, wenn ein relevanter Teil der Bevölkerung weder durch gemeinsame Werte und Überzeugungen, noch durch die Teilhabe an einer gemeinsamen Öffentlichkeit für die Gesellschaft erreichbar bleibt“. Der Einbezug von möglichst vielen Individuen und Milieus in eine dialogische Öffentlichkeit muss, so ein Appell der Stiftung, für Bildungseinrichtungen und Medienmacher oberstes Ziel bleiben.