Studie
253.000 Jobs bei EU-Nachbarn hängen vom deutschen US-Export ab

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Düsseldorf (nex) – In den europäischen Nachbarstaaten hängen mindestens 253.000 Arbeitsplätze von den deutschen Exporten in die USA ab. Das geht aus einer noch unveröffentlichten Studie des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, die der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ vorliegt. „Dieser Wert ist seit dem Jahr 2000 um rund 16 Prozent gestiegen“, heißt es in der Studie, die der Redaktion vorliegt. „Allein die deutschen US-Exporte der Automobilindustrie sicherten über die Vorleistungsverflechtung die Beschäftigung von knapp 110.000 Arbeitnehmern in anderen EU-Ländern“, so das Institut. Die EU-Nachbarn dürften daher ein hohes Eigeninteresse daran haben, einen Handelskrieg mit den USA zu verhindern und die Kritik Deutschlands an den von US-Präsident Donald Trump angedrohten Strafzöllen zu unterstützen, so das Institut.

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Minderheiten
Türkei: Assyrische Christen gründen nach 23 Jahren wieder einen Fußballverein

Mardin (nex) – Assyrische Christen im Landkreis Midyat der südosttürkischen Provinz Mardin haben nach einer 23-jährigen Pause einen Fußballverein gegründet: Turabdinspor trat am vergangenen Sonntag in seinem ersten Spiel in einer unteren Liga gegen Kızıltepe Sport Lyceum an und schlug diesen mit 4-0. „Heute haben wir unser erstes Spiel, das der Brüderlichkeit gewidmet ist, gespielt“, sagte der Turabdin-Vorsitzende Mesut Aslan gegenüber der türkischen Nachrichtenagentur DHA und ergänzte: „Wir sind hier zusammen mit unseren kurdischen, arabischen und syrischen Freunden. Wir hatten seit 15 oder 20 Jahren keine Fußballmannschaft“, sagte Turabdinspor-Vorsitzender Mesut Aslan. Der Vorgänger Telkarispor Football Club, wurde 1984 gegründet, jedoch zehn Jahre später infolge einer Migrationswelle von Assyrern aus der Türkei nach Europa im Jahr wieder aufgelöst. „Wir sind heute hergekommen, um uns das Spiel anzuschauen“, sagt Gebro Seven. Er ist mit seiner Frau extra aus Deutschland angereist: „Ich erinnere mich an die alte Tage Zeit von vor 50 oder 60 Jahren, als es in Midyat ähnliche Fußballspiele gab.“ „Gespräche, Dialog sind immer gut“, sagt seine Frau Yıldız Seven. Ein weiterer Unterstützer, der syrische Silberschmied Murat Aslan, betont die Bedeutung von Fairplay und Brüderlichkeit: „Es ist für uns nicht wichtig, ob jemand Muslim, Assyrer oder Jeside ist. Wir sind alle Brüder. Gemeinsam sind wir ein Team“, so Aslan gegenüber der DHA.

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Las Vegas
Deutsches Ehepaar erlebte Attentat in Las Vegas im gleichen Stock wie der Schütze

„Es war wie im Kriegsgebiet“

Köln (nex) – Mindestens 58 Tote, dazu rund 500 weitere Verletzte – das ist die traurige Bilanz des blutigsten Attentats in der jüngeren Geschichte der Vereinigten Staaten. Das Ehepaar Sarah und Ludger Laber aus Nienburg an der Weser erlebte die Massenschießerei in Las Vegas aus nächster Nähe. Wie Attentäter Stephen Paddock hatten sie ein Zimmer im 32. Stock des Mandalay Bay Hotels gebucht, konnten von ihrem Zimmer aus die Fenster sehen, aus denen Paddock die tödlichen Schüsse auf die Besucher eines Country-Konzerts abgab. Von ihren Erlebnissen in der Nacht des Attentats berichteten beide am Mittwochabend live bei stern TV. „Ich hatte im Halbschlaf so etwas wie ein Feuerwerk wahrgenommen“, sagte Ludger Laber. „Aus meinem Blickwinkel war es allerdings ein sehr komisches Feuerwerk. Es waren sehr schnell aufeinanderfolgende Knalle.“ An ein Attentat dachte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht. „Unser Blick ging direkt zum Festivalgelände, und es war voll mit Blaulicht, Sirenen heulten auf, und da wurde uns erstmals bewusst: Da ist etwas passiert“, berichtete Sarah Laber. „Ich habe dann einmal kurz das Handy gecheckt. Da habe ich schon in den Nachrichten gelesen: ‚Schüsse. Mandalay Bay, Festival.'“, so die 27-Jährige weiter. Von ihrem Hotelfenster aus sahen beide, dass auf der anderen Seite des Hotels Fenster offen standen. Sarah Laber dachte erst, dass dort jemand Wäsche aufgehängt habe. Erst später erfuhr sie, dass sie die wehenden Vorhänge des Schützen gesehen hatte. Nur wenig später klopfte es an der Zimmertür und das Ehepaar stand sechs schwerbewaffneten Sicherheitskräften gegenüber. Zusammen mit anderen Hotelgästen wurde das Ehepaar aus Niedersachsen von den Sicherheitskräften zunächst in die Hotelwäscherei, später in ein nahegelegenes Theater geführt, musste dort stundenlang in Ungewissheit ausharren. Erst als die Labers zurück zu ihrem Hotel begleitet wurden, wurde ihnen das Ausmaß des Attentats bewusst. „Auf der Straße war es ganz still, überall standen Scharfschützen, es war wie im Kriegsgebiet“, berichtete Sarah Laber. Dass der Attentäter sich tagelang im gleichen Hotel aufhielt wie das Paar, macht Ludger Laber nach wie vor zu schaffen: „Im Nachhinein ist es erschreckend. Auch der Gedanke, wie oft wir ihm an dem Tag unwissentlich am Pool oder im Casino begegnet sein könnten. Das ist schon ein befremdliches Gefühl.“ Dennoch wollen beide den Urlaub fortführen – auch wenn sie das Attentat sehr beschäftigt: „Jedes Klopfen vom Room-Service, jedes laute Geräusch auf dem Flur schreckt einen wach und verursacht ein unwohles Gefühl. Das Erlebnis mit dem SWAT-Team war auch nicht gerade toll. Wenn man die Tür aufmacht und eine Waffe im Gesicht hat – das ist schwierig, sich da zu entspannen.“

Berlin
JU-Chef Ziemiak: Die Politik der AfD ist Angst

Düsseldorf (ots) – Der JU-Vorsitzende Paul Ziemiak hat CDU und CSU zu einer Politik in der neuen Legislaturperiode aufgefordert, die den Wiedereinzug der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland in den Bundestag 2021 verhindert. „Nach der nächsten Bundestagswahl darf es keine Partei mehr rechts von der Union im Bundestag geben“, sagte der Vorsitzende der Nachwuchsorganisation der in Düsseldorf erscheinende „Rheinischen Post“. Das bedeute nicht, dass die Union die Politik der AfD betreiben dürfe. „Das Thema der AfD ist Angst. Damit macht sie Politik. Zu werden wie die AfD, würde ich schon als persönliche Beleidigung auffassen.“ Die Union habe aber verstanden, dass viele Menschen Ängste haben. „Und wir konnten ihnen diese Ängste nicht nehmen. Verstanden haben wir, dass wir uns darum kümmern müssen.“ Ziemiak forderte mehr Teilhabe der jungen Unionspolitiker an der Macht. „Wir müssen uns breiter aufstellen, auch mit jüngeren Köpfen in Regierung, Fraktion und Partei.“ Dazu gehöre auch Finanzstaatssekretär Jens Spahn. Ferner sprach sich Ziemiak dafür aus, den für Dezember 2018 geplanten regulären CDU-Parteitag vorzuziehen und die Basis stärker an der Themensetzung zu beteiligen.

Berlin
Nähe zur Türkei: Bund kürzt Fördermittel für Ditib um 80 Prozent

Dortmund (ots) – Ungeachtet dessen, dass der Islamverband Ditib seit Jahrzehnten seine immensen Kosten durch Mitgliedsbeiträge zu decken versucht, will der Bund die Fördermittel für den Verband im kommenden Jahr deutlich verringern. Das berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“ unter Berufung auf eine Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Grünen. Die Zusagen beliefen sich nur noch auf eine Gesamtsumme von 297.500 Euro, so die Zeitung weiter. Wie aus der Auflistung des Ministeriums hervorgeht, sei dies etwa ein Fünftel der 2017 und weniger als ein Zehntel der 2016 gezahlten Mittel. Der scheidende religionspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, verlangte erneut, die Kooperation mit Verbänden wie der Ditib, dem Zentralrat der Muslime oder Milli Görüs generell auf den Prüfstand zu stellen, da diese „aus dem Ausland gesteuert“ würden. Er monierte auch das Fehlen einer Strategie für den Umgang mit den Verbänden und verlangte einen Neuanfang – auch im Hinblick auf die „Deutsche Islamkonferenz“. Für die umfassende Information von Politik und Öffentlichkeit über die verschiedenen islamischen Akteure in Deutschland solle ein eigenes wissenschaftliches Institut gegründet werden. Für 2017 weist das Ministerium Zahlungen von 1,47 Millionen Euro an die Ditib-Zentrale sowie Ditib-Teilverbände aus. Der Schwerpunkt der Projektförderung lag wie schon im Vorjahr auf der Flüchtlingshilfe. 2016 hatte der Bund laut dem Kölner Stadtanzeiger 3,27 Millionen an die Ditib gezahlt. Der Zentralrat der Muslime steht für 2018 mit gut 100.000 Euro auf der Empfängerliste. Im Vorjahr hatte der Verband mehr als eine Million Euro erhalten, 2016 waren es knapp 880.000 Euro. Beck nannte die Höhe der Zuwendungen „erstaunlich“. Unter den Leistungen seien „Fehlinvestitionen“ und „religionspolitische Fehlgriffe“. Die Regierung habe „das Abhängigkeitssystem der Ditib stark gemacht“.

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Netzsicherheit
Vorsicht Keylogger: So klauen Hacker Ihr Passwort

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Dortmund (nex) – Damit Hacker Zugriff auf fremde Daten bekommen, müssen sie in der Regel einen Passwortschutz überwinden. Ein Passwort auszuspähen kann jedoch unter Umständen äußerst leicht sein. Das bewährte Mittel von Hackern sind dabei sogenannte Keylogger. Software-Keylogger sind Programme, die jeden Tastaturanschlag aufzeichnen, also auch die Eingabe des Passworts. Keylogger können als Virus oder Trojaner auf den PC des Opfers gelangen. In vielen Fällen werden die Spionage-Tools jedoch auch von Personen aus dem näheren Umfeld absichtlich installiert. Die Software kann so programmiert werden, dass sie ein Protokoll der Anschläge über eine Internetverbindung veschickt, zum Beispiel an einen Hacker. Passwörter für Mail-Konten, Online-Banking oder Facebook lassen sich so ganz einfach ablesen. Keylogger per se sind nicht illegal. Man kann sich diese Programme mit wenigen Mausklicks herunterladen. Strafbar ist jedoch die Installation eines Keyloggers auf einem PC ohne Zustimmung des Nutzers, also zum heimlichen Ausspähen. Das hindert Hacker jedoch nicht daran, diese Methode zu nutzen. Auf dem Portal Chip Online gehört der „Wolfeye Keylogger“ zu den beliebtesten Downloads. Das Überwachungsprogramm kann sogar Bildschirmaufnahmen erstellen. Schutz vor Keyloggern bietet vor allem eine aktuelle Antiviren-Software. Ganz neue und bislang unbekannte Schad-Codes können sich aber trotzdem unbemerkt einschleichern. Varianten wie der Wolfeye-Keylogger ermöglichen sogar eine Einrichtung in den Antivirus-Einstellungen, die den Keylogger als Ausnahme behandelt und daher nicht meldet. In diesen Fällen hilft der richtige Passwort-Manager. Dieser verhindert, dass Passwörter überhaupt über die Tastatur eingegeben werden müssen und so vom Keylogger aufgezeichnet werden. Für den Fall, dass ein Passwort doch irgendwie geklaut werden sollte, ist es wichtig, für jedes Konto ein anderes Passwort zu wählen. Ein Hacker erhält dann mit einem Passwort nicht Zugang zu allen Konten. Sinnvoll ist außerdem eine Firewall, damit verdächtige Softwareaktivitäten im Hintergrund sofort erkannt werden. Aber selbst wenn man komplexe Passwörter nutzt, unterschiedliche Passwörter für verschiedene Dienste wählt und einen Passwort-Manager verwendet, besteht immer ein Restrisiko, dass jemand die Passwörter klaut. Seit einigen Jahren gibt es eine Technologie, die das sehr wirkungsvoll unterstützt: die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Bei der Zwei-Faktor-Authentifizierung wird das Passwort – der erste Faktor –, kombiniert mit einem in der Regel numerischen Code – der zweite Faktor –, den man zum Beispiel per SMS gesendet bekommt. Um sich also an einem Dienst anzumelden, muss man zum einen das Passwort eingeben und zum anderen den Code, den man per SMS erhält. Obwohl die Zwei-Faktor-Authentifizierung einen sehr hohen Sicherheitsstandard bietet und den Konten-Zugang effektiv schützt, hat sich das nicht so richtig durchgesetzt. Es gibt zwar viele Plattformen, die eine Zwei-Faktor-Authentifizierung anbieten, die meisten User nutzen diese sehr effektive Möglichkeit allerdings nicht. Die Hersteller arbeiten daher an anderen Methoden. Vor allem biometrische Daten sollen helfen, die Zugänge zu schützen. Die bekannteste Methode ist der Fingerabdruck als Schutz zum Entsperren des Iphones. Ganz neu ist die Gesichtserkennung. Diese gibt es zum Beispiel im Windows 10, wo der Dienst namens „Hello“ das Gesicht des Benutzers über die eingebaute Kamera des Computers erkennt.

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Deutsche in der Türkei
Kommentar: Berichterstattung über Türkei eine einzige Katastrophe

Ein Gastbeitrag von Holger Vorbeck Ich lebe seit einiger Zeit dauerhaft in der Türkei. Die Gründe dafür sind vielfältig und beschränken sich keinesfalls auf dauernden Sonnenschein, wie viele meiner Bekannten vermuteten, als sie von meinen Plänen hörten. Ja, natürlich spielt das milde Klima auch eine Rolle, aber es sind die freundlichen und hilfsbereiten Menschen, die mir gefallen. Des Weiteren gefällt mir das Preisniveau hier, ich mag die türkische Küche, die Art und Weise, wie ältere Menschen hier behandelt werden, die liberalen Aufenthaltsbestimmungen und ich mag es, dass nicht alles bis in das allerletzte Detail geregelt ist. Das bedeutet einerseits mehr persönliche Freiheit und andererseits mehr Verantwortung für mein Wohlergehen. So sollte man beispielsweise nicht unbedingt erwarten, dass ein Loch im Gehweg „vorschriftsmäßig“ abgesichert wird. Entweder gibt es dazu keine Vorschrift oder sie interessiert niemanden! Ich bin selbst dafür verantwortlich, darauf zu achten wo ich hintrete. Und wenn ich in einen offenen Gully falle, ist das einzig und allein meine eigene Dummheit oder Unaufmerksamkeit. Seit einiger Zeit stellen mir Freunde aus Deutschland merkwürdige Fragen, ob ich mich noch sicher fühle, ob ich schon einmal verhaftet wurde, ob ich noch ins Ausland telefonieren kann, ob ich das Land noch verlassen kann und so weiter und so fort! Alle diese Fragen kann ich so beantworten, dass ich mich absolut sicher fühle, dass ich in keiner Form das Gefühl habe, unterdrückt, bedroht, gefährdet, unfrei oder eingeschränkt zu sein! Verfolgt man allerdings die deutschen Medien, versteht man, woher diese Fragen rühren! Die Berichterstattung über die Türkei ist seit Längerem eine einzige Katastrophe, einseitig, tendenziös, bösartig, und zu einem beträchtlichen Anteil schlicht unwahr! Dabei geht es im Wesentlichen um zwei Themenbereiche: die Sicherheitslage und die politische Situation. In beiden Bereichen wird massiv gegen die Türkei Stimmung gemacht! Selbstverständlich ist die Sicherheitslage angespannt und ja, es gab eine Anzahl von Anschlägen im Land. Das ist nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, dass es sowohl mit einer innertürkischen Terrororganisation (PKK) Konflikte gibt, als auch akute Konflikte in den Nachbarstaaten Irak und Syrien und mit dem sogenannten „Islamischen Staat“. Dies bedeutet jedoch nicht, dass man in der Türkei stärker gefährdet ist als beispielsweise in Paris, Brüssel, Nizza, Berlin, London, Madrid, Boston, München oder Moskau, um nur einige Orte zu nennen! Die Sicherheitsvorkehrungen sind hier mindestens so umfangreich und so gut wie in jedem anderen europäischen Land. Und absolute Sicherheit wird es niemals geben können, trotz anderslautender Beteuerungen deutscher Politiker! Hört man allerdings einige Politiker und sogenannte „Experten“, könnte man meinen, man kann sich hier in der Türkei nur mit kugelsicherer Weste bewegen und Touristen würden reihenweise umgebracht. Etwaige Reisewarnungen des Bundesaußenministeriums sind dabei sicherlich auch nicht hilfreich.

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Deutscher in Kemer: Kommt in die Türkei!

Insolvenzfall Becker
Gläubiger fordern von Boris Becker 61 Millionen Euro

Hamburg (nex) – Der Insolvenzfall des früheren Wimbledon-Siegers Boris Becker nimmt immer größere Ausmaße an. Gläubiger des ehemaligen Tennisspielers meldeten inzwischen Forderungen in Höhe von 54,4 Millionen Pfund bei der Insolvenzverwaltung in London an – umgerechnet mehr als 61 Millionen Euro. Das berichtet der stern in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. An Vermögenswerten ermittelte die Insolvenzverwaltung einem ersten internen Report zufolge bei Becker bislang nur einen Bruchteil der Forderungssumme. Die mit Abstand höchste Forderung kommt laut Gläubigerliste von dem einstigen Metro-Manager und Investor Hans-Dieter Cleven, der umgerechnet 38,4 Millionen Euro anmeldete. Cleven unterhielt seit 1999 mit Becker mehrere Firmen und lieh dem deutschen Tennisstar immer wieder Geld. Cleven streitet gleichzeitig auch vor schweizerischen Gerichten um die Rückzahlung der Summen. Weit mehr als bislang bekannt fordert die britische Privatbank Arbuthnot Latham & Co, die den Fall im Juni dieses Jahres vor das Insolvenzgericht in London gebracht und so die Pleitespirale bei Becker losgetreten hatte: Die Bank will rund 10,5 Millionen Euro. Aber auch Wirtschaftsprüfer, eine Anwaltskanzlei, eine Londoner Kommunalbehörde und zwei Unternehmer aus Deutschland, denen Becker offenbar noch Geld schuldete, meldeten Ansprüche an. Ob alle Forderungen in der genannten Höhe durch die Insolvenzverwaltung anerkannt werden, ist noch offen. Auf der „Haben“-Seite Beckers bleibt ebenfalls Klärungsbedarf. Verschiedene Vermögenswerte wie etwa sein Elternhaus in Leimen sind in einem ersten Bericht der Insolvenzverwalter („initial report“) bislang nicht erfasst. Seine mit hohen Grundschulden belastete Finca auf Mallorca sowie Firmen, die sich um Beckers Markenrechte kümmern, wurden bis dato zudem noch nicht bewertet. Dennoch lässt sich bereits erahnen, dass die Forderungen nach derzeitigem Stand wohl kaum befriedigt werden können. So wurden nach Informationen des stern bislang erst Vermögenswerte in Höhe von rund 540.000 Euro identifiziert – darunter der Restwert eines kreditfinanzierten oder geleasten Porsche Macan, eine Versicherungspolice, Möbel im Wert von rund 200.000 Euro sowie diverse Uhren, die zusammen 41.000 Euro bringen sollen. Und auch auf der Bank lagen bei Becker zum Zeitpunkt der Insolvenz offensichtlich keine Reichtümer: Ein Privatkonto wies rund 5500 Pfund auf, ein gemeinsam gehaltenes Konto weitere 35.000 Pfund. Boris Becker wollte sich auf stern-Anfrage hin nicht zu dem Fall äußern.

"Neuaufstellung als Oppositionspartei"
NRW-Grünen-Chef Sven Lehmann kündigt Rückzug von Parteispitze an

Köln (nex) – Der Landesvorsitzende der nordrhein-westfälischen Grünen, Sven Lehmann, kündigt seinen Rückzug von der Parteispitze an. „Nach zwölf Jahren im Landesvorstand ist im nächsten Jahr Zeit für einen Wechsel. Deswegen stelle ich im Januar mein Amt als Vorsitzender zur Verfügung“, sagte Lehmann dem „Kölner Stadt-Anzeiger„. Der Grünen-Chef erklärte, er wolle sich voll auf sein Bundestagsmandat konzentrieren. Lehmann führt den größten Landesverband der Grünen seit 2010. Der 37-Jährige zählt zum linken Flügel der Partei. In einem Brief an die Parteimitglieder begründet Lehmann seine Entscheidung auch mit der weiteren Neuaufstellung als Oppositionspartei in NRW. Lehmann hatte bei der Bundestagswahl im Kölner Südwesten mit 15,5 Prozent das beste Zweitstimmenergebnis der Grünen in NRW erzielt. Wer seine Nachfolge antritt, entscheiden die Grünen auf ihrem Landesparteitag am 20. Januar 2018.

Türkei
Ankara: Parlaments-Moschee soll abgerissen werden

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Ankara (nex) – Aus Platzgründen soll die Moschee im Parlamentskomplex in der türkischen Hauptstadt Ankara abgerissen werden, um alle Abgeordneten der Großen Nationalversammlung der Türkei im höchsten Gremium des Landes unterbringen zu können. Dies hat Parlamentspräsident Ismail Kahraman am vergangenen Sonntag bekannt gegeben. „Um der wachsenden Zahl von bisher 550 auf nun 600 Abgeordnete gerecht zu werden, werden Änderungen an der Anlage vorgenommen“, sagte Kahraman und ergänzte: „Deshalb soll die Moschee, die während der Regierungszeit von Ministerpräsident Turgut Özal errichtet worden war, umgebaut werden.“ Nach dem Putschversuch vom 15. Juli 2016, im Zuge dessen das Parlamentsgebäude durch Luftangriffe beschädigt worden  war, wurde mit den Wiederaufbauarbeiten begonnen und die Moschee geschlossen – „aus Sicherheitsgründen“, wie es damals hieß. Der Architektenverband hatte seit Juli letzten Jahres versucht den Abriss zu verhindern, das Parlament hatte jedoch sein Veto dagegen eingelegt. Die Moschee, die 1989 fertiggestellt und mit dem Aga Khan Architecture Award ausgezeichnet wurde, hatte zu einer gemischten Resonanz geführt – hatte sie doch keine Minarette und erinnerte manch einen mehr an eine Kirche denn an ein islamisches Gotteshaus.

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