"Europa der Regionen"
Bayernpartei: Deutsche Politiker fordern Unabhängigkeit nur außerhalb der EU

München (nex) – Die Bayernpartei hat die angebliche Solidarität deutscher Politiker bei Unabhängigkeitsbestrebungen diverser Volksgruppen wie etwa der Kurden als „Lippenbekenntnisse“ kritisiert.

„Regionale Selbstbestimmung oder Subsidiarität sind reine Lippenbekenntnisse und natürlich dort am einfachsten einzufordern, wo sie selbst ’nicht wehtun‘, also am besten irgendwo. Nur in EU-Europa soll ganz offensichtlich kein Präzedenzfall zugelassen werden, damit andere Volksgruppen, wie etwa Korsen, Südtiroler, Basken oder auch Bayern nicht auf ‚dumme Gedanken‘ kommen“, sagte der Sprecher der Bayernpartei Harold Amann gegenüber NEX24.

Dabei könne Europa nur überleben, wenn es regional und subsidiär gestaltet sei. In einem zentralistischen Europa würden mittel- und langfristig die Fliehkräfte zu groß, die EU wäre zum Untergang verurteilt, betonte Amann.

Auf die Frage, ob und wann die Bevölkerung Bayerns eine Volksabstimmung über die Unabhängigkeit Bayerns abhalten werden, sagte Amann:

„Die Bayernpartei hat keine Zentrale in Berlin. Und auch nicht wie die CSU eine ‚große Schwester‘, die im Zweifel die Richtung vorgibt.“ Wann Bayern über sein Schicksal in einer Volksabstimmung entscheiden kann, wisse man nicht. Große Veränderungen passierten allerdings oft sehr überraschend und wer etwa 1987 den Zusammenbruch des Ostblocks binnen weniger Monate vorausgesagt hätte, wäre ausgelacht werden, so Amann weiter.

Die Bayernpartei sehe durchaus die Chance, dass die Vorgänge in Katalonien eine „Regionalisierungs-Welle“ auslösen.

Während alle anderen deutschen Parteien die katalonische Unabhängigkeitserklärung geschlossen verurteilten und als illegal bezeichneten, gratulierte die Bayernpartei den Katalanen.

Zudem forderte sie die Bundesregierung und die EU auf, den demokratisch geäußerten Willen der katalanischen Bevölkerung zu respektieren und den neuen Staat baldmöglichst anzuerkennen, gleichzeitig auf die spanische Zentralregierung einzuwirken, auf weitere Polizeistaats-Maßnahmen zu verzichten – gegebenenfalls müssten Sanktionen verhängt werden.

“Der Weg Kataloniens in die endgültige Unabhängigkeit ist sicher noch nicht zu Ende. Wir wünschen unseren katalanischen Freunden für die nächsten Wochen und Monate viel Kraft und Zuversicht. Ich bin aber optimistisch. Der Wille zur Freiheit ist kein Verbrechen und darf nie Verbrechen sein! Soviel Konsens muss in einem Europa des 21. Jahrhunderts sein. Die real existierende EU wird sich an diesem Anspruch messen lassen müssen”, so der Vorsitzende der Bayernpartei, Florian Weber. Das Verhalten der EU sei nicht anders als beschämend zu bezeichnen. Grundrechte dürften keiner politischen Opportunität unterliegen, die EU verspiele gerade jede moralische Legitimation. Die Bayernpartei wünsche den “katalanischen Freunden” viel Erfolg. Das alles sei auch eine Inspiration für Bayern.

Wirtschaft
Türkei: Automobilexporte nach USA 2017 um über 100 Prozent gestiegen

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Istanbul (nex) – Die Exporte der türkischen Automobilindustrie sind in den ersten neun Monaten diesen Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um beachtenswerte 21,6 Prozent auf 20,77 Milliarden US-Dollar gestiegen. Die Exporte in die USA sind im besagten Zeitraum mit 967,28 Millionen US-Dollar sogar um mehr als das Doppelte angestiegen.

Einem heute veröffentlichten Bericht der Vereinigung der Exporteure in der Autoindustrie (OIB) zufolge gingen 77,7 Prozent von insgesamt 16,4 Millarden US-Dollar der Automobilexporte in 27 Länder der EU, die der größte Handelspartner der Türkei ist.

Der Verband betonte, dass die Exporte in die USA im Vorjahreszeitraum bei 480,81 Millionen US-Dollar gelegen hatten.

Der Sektor exportierte in 180 Länder und Selbstverwaltungsgebiete und 12 Freihandelszonen auf fünf Kontinenten, hauptsächlich in westliche Länder, heißt es weiter im Bericht der OIB.

Die Ausfuhren in 153 Länder außerhalb der EU beliefen sich auf 4,63 Milliarden US-Dollar.

In der Zeit von Januar bis September belegte Deutschland mit 3,23 Milliarden US-Dollar den ersten Platz in der Exportliste der türkischen Automobilindustrie, was einem Anstieg von 13,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Auf Platz zwei folgt Italien mit 2,31 Milliarden, Frankreich mit 2,11 Milliarden, Großbritannien mit 2,08 Milliarden und Spanien mit 1,23 Milliarden US-Dollar. Während neun der Top-Zehn-Länder mit den meisten türkischen Automobilimporten aus dem Zeitraum EU-Länder waren, belegen die USA als einziges Nicht-EU-Land Platz sechs.

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Laut einer Studie der Schweizer UBS Bank ist die Zahl der Milliardäre weltweit im Jahr 2016 auf 1542 gestiegen – ein Anstieg um 145%. Erstmals lebten die meisten von ihnen in Asien.

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NRW
Loveparade-Katastrophe: Opferanwalt kritisiert Rolle der Polizei

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Düsseldorf (ots) – Die Polizei habe sich bei der Loveparade-Katastrophe im Jahr 2010 „teilnahmslos verhalten und nicht früh genug eingegriffen“. Das sagte der Opferanwalt Julius Reiter der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ . „Unbestreitbar ist, dass es Versäumnisse seitens der Polizei gab“, sagte Reiter weiter. „Opfer haben uns erzählt, dass Polizisten rumgeflachst haben, als die Menschen schon um ihr Überleben kämpften. Da fällt es einem schwer zu glauben, dass die Polizei keine Verantwortung tragen soll. Möglicherweise hätte sie weiteres Sterben verhindern können.“ Die Rolle der Polizei müsse auf jeden Fall geklärt werden, weil die Angehörigen der Opfer eine lückenlose Aufklärung wünschten. Am 8. Dezember beginnt in den Düsseldorfer Messehallen der Prozess zur Loveparade-Katastrophe. Angeklagt sind sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg und vier Beschäftigte des Veranstalters. Polizisten sind nicht dabei. Zudem habe der frühere Innenminister von NRW, Ralf Jäger, durch sein Verhalten nach der Loveparade-Katastrophe verhindert, dass die richtigen Lehren aus dem Unglück gezogen wurden. Jäger habe sich sofort schützend vor die Polizei gestellt. Reiter weiter: „Ich war später Sachverständiger im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Kölner Silvesternacht. Hier hatten sich teilweise die Organisationsfehler und Versäumnisse von der Loveparade wiederholt: mangelhafte Kommunikation, zu wenig einsatzbereite Polizisten, allgemeine Überforderung und fehlende Handlungsstrategie. Es gab keinen Plan B für den Fall, dass etwas passiert. Hätte man aus der Loveparade gelernt, hätte die Kölner Silvesternacht so nicht stattgefunden.“ Bei dem Unglück am 24. Juli 2010 in Duisburg starben 21 Menschen, Hunderte wurden verletzt.

Russisch-türkische Beziehungen
Krise beendet: Russland importiert 50.000 Tonnen türkische Tomaten

Moskau (nex) – Die seit 2015 anhaltende Tomaten-Krise zwischen der Türkei und Russland ist Medienberichten zufolge beendet. Wie die Nachrichtenagentur RIA Nowosti unter Berufung auf eine Mitteilung des russischen Energieministers Alexander Novak berichtet, haben sich die beiden Länder am 18. Oktober auf den Import von 50.000 Tonnen türkischer Tomaten geeinigt. Die ersten Lieferungen seien ab dem 1. Dezember geplant, so Novak gegenüber der Nachrichtenagentur Interfax. Novak, der auch Co-Vorsitzender einer russisch-türkischen Wirtschaftskommission ist, sagte, dass Russland für diese Lieferungen vier türkische Produzenten beauftragen werde. Bereits im September teilte Moskau mit, dass Russland während der Wintersaison, wenn die russischen Produzenten „nicht in der Lage sind, die heimischen Bedürfnisse vollständig zu decken“, in kleinen Mengen Tomatenimporte aus der Türkei zulassen werde. Während Erdogans Russlandbesuch am 3. Mai 2017 hatten er und Putin sich in allen Handelsfragen, einschließlich denen über Lebensmittel und Textilien, geeinigt. Lediglich beim Tomatenexport nach Russland konnte kein Konsens erreicht werden. Nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets vonseiten der Türkei, aufgrund der Verletzung des nationalen Luftraums im Jahre 2015, hatte Moskau verschiedene Maßnahmen gegen Ankara ergriffen. Darunter fiel auch das Importverbot für türkische Landwirtschaftsprodukte sowie die Beendigung des visafreien Reisens für Türken. Russland verbot damals die Einfuhr von türkischem Obst und Gemüse, einschließlich Tomaten, Orangen, Äpfel, Aprikosen, Kohl, Brokkoli, Mandarinen, Birnen, Pfirsiche, Gurken, Pflaumen, Erdbeeren, Zwiebeln, Nelken und Geflügel.

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„Das ist die Entdollarisierung des Außenhandels und der internationalen Wirtschaftsbeziehungen“, so der Leiter der Abteilung „Entwicklung des Devisenmarktes“ an der russischen Börse, Dmitri Piskulow.

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Steuerplus von über 100 Milliarden Euro
CDU-Wirtschaftsrat mahnt Union: Soli auch für die Besserverdiener abschaffen

Düsseldorf (ots) – Der CDU-Wirtschaftsrat hat die Union davor gewarnt, in den Jamaika-Verhandlungen eine Abschaffung des Solidaritätszuschlags nur für die unteren und mittleren Einkommen und nicht für die Besserverdienenden zu beschließen. „Die Glaubwürdigkeit ihrer Finanzpolitik beweist sich entscheidend an der Zukunft des Solidaritätszuschlages“, sagte Verbands-Generalsekretär Wolfgang Steiger der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. 27 Jahre nach der Deutschen Einheit und bei zu erwartendem Steuerplus von über 100 Milliarden Euro bis zum Jahr 2021 müsse es möglich sein, den Solidaritätszuschlag auch für die höheren Einkommensgruppen abzuschaffen. „Zumal ein großer Teil von ihnen als Personengesellschaft das Rückgrat des deutschen Mittelstands ist“, sagte Steiger. Die Union dürfe der FDP nicht die Rolle überlassen, allein für Steuersenkungen und Soli-Abbau zu kämpfen.

Wirtschaftskooperation
Steinmeier-Reise: Singapur wünscht Know-how-Kooperation

Singapur (ots) – Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier reist am 1. November 2017 nach Singapur. Anlass des Besuchs ist unter anderem das 50-jährige Bestehen der ASEAN. Das Interesse am Ausbau der Beziehungen mit Singapur und der südostasiatischen Staatengemeinschaft ist gleichermaßen groß. Deutschland pflegt mit Singapur enge politische und wirtschaftliche Beziehungen. Der Stadtstaat agiert als wichtiges Handelsdrehkreuz in Südostasien und gilt als mit Abstand wichtigster Handelspartner in der ASEAN-Region. Der Wert aller deutschen Exporte in 2016 betrug rund 6,74 Milliarden Euro. „Singapur ist hoch industrialisiert und legt beispielsweise auf die Themen Digitalisierung, Industrie 4.0 oder Energieeffizienz einen großen Wert. Und häufig kommt deutsche Technik und Know-how zum Einsatz“, sagt Rainer Jaensch, Singapur-Experte bei Germany Trade & Invest in Malaysia. Singapurs Wirtschaft soll 2017 mit nahezu drei Prozent wieder etwas stärker wachsen als im Vorjahr. Der Antrieb sind die wieder anziehenden Exporte und eine in der Folge höhere Industrieproduktion. Impulse gehen vor allem von der dynamischen Halbleiterbranche aus. Deren Produkte, die global immer gefragter sind, finden auch zunehmend Anwendung in Singapurs eigener Güterproduktion, die sich stärker in Richtung Industrie 4.0 ausrichtet. Mit Nachdruck forciert der Staat die Digitalisierung der Wirtschaft. Dabei schreitet er nicht nur im eigenen Bereich mit der papierlosen Verwaltung voran, sondern ermutigt auch die Privatwirtschaft mit großzügigen Anreizen. Diese setzt zunehmend Bausteine aus Industrie 4.0 ein, allen voran die Elektronikindustrie, aber auch die Lufttechnikbranche sowie die Hersteller von Präzisionstechnologie. Vorne dabei sind deutsche Unternehmen: als Nutzer der Technik wie auch als Ausrüster und Berater. Mehr Kooperation mit Deutschland wünscht sich Singapur vor allem auf dem Feld der Ausbildung. Schließlich ist das noch fehlende Know-how einer der größten Engpässe. Für Unsicherheiten sorgen laut Jaensch die protektionistischen Tendenzen in den USA sowie andere geopolitische Risiken: „Singapur wäre nicht Singapur, wenn es auf diese Herausforderungen nicht vorausschauend reagierte. Man ist bereits zahlreiche Freihandelsabkommen eingegangen, jüngst auch mit der EU, und baut seine internationale Wettbewerbsfähigkeit weiter aus.“  

Tourismus
Hohe Auslastungsraten: Marriott Hotels plant Expansion in Türkei

Istanbul (nex) – Marriott International plant, in den nächsten drei Jahren mehr als 11 Hotels in der Türkei zu eröffnen, da das Land als Schlüsselmarkt angesehen wird. Dies gaben Top-Vertreter des Unternehmens in der vergangenen Woche bekannt. John Licence, Vizepräsident des Geschäftsbereichs Premium- sowie ausgewählten Marken bei Marriott Europe, sagte auf einer Pressekonferenz in Istanbul, dass die Gruppe derzeit 26 Hotels in der Türkei unter 13 Marken führe. Der Marriott-Vertreter wies des Weiteren darauf hin, dass vor Kurzem ein Four Points by Sheraton-Hotel in der ägäischen Millionenmetropole Izmir in Zusammenarbeit mit dem türkischen Tourismus-Bauunternehmen Er Yatirim eröffnet wurde und das Hotel in kürzester Zeit hohe Auslastungsraten erreichte. „Wir werden in den nächsten drei Jahren mindestens 11 neue Hotels in der Türkei eröffnen“, kündigte Licence an und ergänzte: „Dies zeigt unser Interesse, auf dem türkischen Markt und in Europa zu wachsen und zu expandieren.“ Zudem seien zwei weitere Deals für die Marken Delta und Autograph der Gruppe unterzeichnet wurden. Weitere Geschäfte sollen in nächster Zeit folgen, so Licence weiter. Er Yatırım besitzt die Franchising-Rechte für die Four Points by Sheraton und plant, in den nächsten zehn Jahren 20 neue Hotels in Istanbul zu eröffnen und dafür 300 Millionen US-Dollar zu investieren, gab Firmenchef Ferzan Celikkanat auf der Pressekonferenz bekannt.

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– Tourismus –

China erklärt Türkei zu “Tourismusland 2018”

Während deutsche Medien und Politiker durch Boykottaufrufe türkischer Tourismusgebiete, die sich traditionell in den Händen der Opposition befinden, Erdogan weiter stärken, hat China die Türkei zum „Tourismusland 2018“ erklärt.

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NRW
Groschek fordert Stärkung der SPD-Basis im Bund

Düsseldorf (ots) – NRW-SPD-Chef Michael Groschek hat in einem dreiseitigen Diskussionspapier eine Stärkung kommunaler SPD-Mandatsträger sowie einen Fokus auf die Themen Heimat und Arbeit im digitalen Zeitalter gefordert. In dem Papier, das der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ vorliegt, heißt es: „Wir brauchen die erfolgreichen Kommunalen. Unsere Oberbürgermeister, Bürgermeister und Landräte gehören auf den Platz.“ Man brauche ihre Erfahrung und Kompetenz „in der Mitte der Partei“, schreibt Groschek. Inhaltlich bewegt sich der frühere Verkehrsminister, der nach dem Desaster der verlorenen Landtagswahl die Geschicke der NRW-SPD übernahm, auf Linie mit Parteichef Martin Schulz. „So wie der Industriekapitalismus Wirtschaft und Gesellschaft entfesselt hat, so wirkt noch dynamischer der digitale Kapitalismus“, schreibt Groschek. Damals wie heute gelte es, Auswüchse zu zähmen und soziale Sicherheit zu garantieren. Schulz hatte sich zuletzt ähnlich geäußert. Dabei nimmt Groschek die internationale Ebene in den Blick. Es brauche ein „globales Weltsozialabkommen, nach dem Vorbild des Weltklimaschutzes“, schreibt er in dem Papier. Der Schutz vor Ausbeutung und Selbstausbeutung könne nur durch gesetzliche und tarifliche Weiterentwicklung sichergestellt werden. „Europäische und globale Lösungen sind zwingend“, schreibt Groschek. Gleichzeitig dürfe man nicht zulassen, „dass Heimat zur Ausgrenzung missbraucht wird“, heißt es in dem Papier. Die SPD müsse konkret umsetzbare Ziele formulieren, damit Heimat „erlebte und gelebte Solidarität im Alltag“ bleibe.

Flüchtlingspolitik
Spahn: „Spätestens dritte Generation muss sich für eine Staatsbürgerschaft entscheiden“

Düsseldorf (ots) – CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn hat die Grünen aufgefordert, gemeinsam mit Union und FDP die Bedingungen für die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber im Land zu verbessern und zentrale Ausreisezentren zu schaffen. „Wenn wie in Berlin ein ausreisepflichtiger Mann, der längst hätte außer Landes sein müssen, einen Mord begeht, reißt das tiefe Wunden in der Gesellschaft. Eine neue Koalition muss das Thema anpacken und bundesweit Verfahrens- und Ausreisezentren aufbauen, in denen zentral und schnell über den Verbleib eines Asylbewerbers entschieden wird“, sagte Spahn der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Außerdem forderte der CDU-Politiker die Grünen auf, die sicheren Herkunftsländer auszuweiten, um abgelehnte Asylbewerber besser rückführen zu können. „Europäer machen in Tunesien und Marokko Urlaub, diese Länder müssen zu sicheren Herkunftsländern erklärt werden müssen.“ Die Asylpolitik habe zwei Seiten: „Migration und humanitäre Hilfe, ja. Aber nur wenn es gleichzeitig Kontrolle und Begrenzung durch den Staat gibt.“ Ein robustes Mandat für Frontex sei notwendig, um die Außengrenzen zu sichern. In der Debatte um die Integration von Zuwanderern forderte Spahn den „Generationenschnitt“ bei der doppelten Staatsbürgerschaft. „Das heißt, spätestens die dritte Generation muss sich bewusst für eine Staatsbürgerschaft entscheiden.“

Meinung
Kommentar: Das PKK-Verbot in Deutschland ist eine Farce

Ein Gastbeitrag von M. Teyfik Özcan Es ist seit Jahrzenten offenkundig, dass die Terrororganisation PKK in Westeuropa nach Belieben verfassungsfeindlich agiert und Jugendliche für den sinnlosen Kampf gegen den türkischen Staat rekrutiert. Am 26.11.1993 verhängte der damalige Innenminister Manfred Kanther ein Verbot gegen die PKK, welches bis heute auf dem Papier Bestand hat und eigentlich die Rechtsgrundlage beim Umgang mit der PKK bilden soll. Trotzdem sammelt die Terrororganisation seit mehreren Jahrzenten illegal Schutzgelder ein und gehört gemäß deutschem Verfassungsschutzbericht in Deutschland zu den Hauptakteuren im Drogen- und Menschenhandel. Ferner zeigen sie auf öffentlichen Veranstaltungen und auf von den Behörden genehmigten Demonstrationen ihre verbotenen Symbole und Fahnen. Auch dürfen sie Massenmörder live zu ihren Großveranstaltungen zuschalten und Reden halten lassen. Da stellt man sich zwangsläufig die Frage, ob die Sicherheitsbehörden aus irgendeinem Grund bewusst wegschauen oder wegschauen sollen. Ein Verhaltenshinweis der Deutschen Bahn vom 16.10.2017 an ihre Sicherheitsmitarbeiter offenbart die ganze Misere der Verantwortlichen bei der DB. Bei der Lagebeurteilung der DB kann bei Protestaktionen der PKK auf deutschen Bahnhöfen ein aggressives Verhalten gegen aus der Türkei stammende Personen nicht ausgeschlossen werden. Daher werden die Sicherheitsmitarbeiter angehalten, nicht die notwendige Vorgehensweise gegen Terroristen an den Tag zu legen, der es normalerweise bedarf. Unter anderem wäre ein eigenständiges Verweisen der Terroristen aus dem Hausrechtsbereich ohne Rücksprache mit den Vorgesetzten zwingend zu unterlassen. Zur Info: Wir reden hier von einer verbotenen Terrororganisation! Diese Anweisung impliziert die politische Weltanschauung der DB und deckt sich mit unseren jahrzehntelangen Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Umgang der deutschen Sicherheitsbehörden mit der Terrororganisation PKK. Unsere gesellschaftliche Grundordnung basiert auf Rechtsstaatlichkeit und auf dem Vertrauen in die deutschen Sicherheitsbehörden. Sowohl die Exekutive als auch die Judikative sägen mit ihrer Ignoranz nicht nur am demokratischen Fundament, sondern nehmen es mutwillig in Kauf, den innertürkischen Konflikten in Deutschland eine Plattform zu bieten und dadurch den sozialen Frieden in Deutschland nachhaltig zu gefährden. Wenn der Rechtsstaat vor der PKK kapituliert und unsere Politiker ihre Hände in Unschuld waschen, wird einem schweren Herzens bewusst, in welche Richtung sich unsere Gesellschaftsordnung bewegt.

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