Gesundheit
UV-Schäden: Unsere Haut ist sehr nachtragend

Möglichkeiten der Hautkrebsvorsorge

Richtiger Sonnenschutz ist in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Trotzdem beträgt die Zahl der Hautkrebsneuerkrankungen in Deutschland jährlich über 200.000. Dies liegt einerseits daran, dass die Hautkrebsvorsorge ab dem 35. Lebensjahr jedes zweite Jahr von den Krankenkassen getragen wird und dadurch vermehrt Hautkrebs entdeckt wird. Andererseits ist unsere Haut sehr nachtragend was UV-Schäden angeht und so kann ein starker Sonnenbrand auch erst Jahre später Hautkrebs auslösen. Eine regelmäßige Kontrolle durch den Dermatologen ist daher unerlässlich.

Unterschiede zwischen weißem und schwarzem Hautkrebs

Bereits vom äußeren Erscheinungsbild her unterscheiden sich der weiße und der schwarze Hautkrebs. Weißer Hautkrebs zeigt sich zunächst als rötlicher und verhornter Fleck, der im weiteren Verlauf verkrustet und schließlich blutet. Schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom) zeigt sich hingegen durch eine dunkle Pigmentierung oder ein veränderliches Muttermal. Zwar kommt ein malignes Melanom deutlich seltener vor als heller Hautkrebs, dafür ist es aber umso aggressiver und bildet schnell Tochtertumore (Metastasen) in anderen Organen. Die Körperregionen, an denen heller Hautkrebs auftritt sind Areale, wie die Stirn, die Hände und das Gesicht, die der Sonne oft lang ausgesetzt sind. Schwarzer Hautkrebs kann hingegen überall auftreten, weshalb das Ganzkörperscreening umso wichtiger ist, wenn ein malignes Melanom frühzeitig erkannt werden soll.

Malignes Melanom oder doch nur ein Pigmentfleck?

Die Unterscheidung zwischen einem gefährlichen Tumor und einem harmlosen Pigmentfleck ist nicht immer einfach, daher gilt: Bei Verdacht lieber einmal öfter zum Dermatologen gehen, als eine Krebserkrankung riskieren. Um Veränderungen zu erkennen, sollten Sie Ihre Haut einmal pro Monat aufmerksam untersuchen. Eine Hilfe kann hierbei die ABCDE-Regel sein, die erste Anhaltspunkte bezüglich riskanter Hautveränderungen bietet, diese sind: A = asymmetrische Form B = Begrenzung unregelmäßig C = Colour (Farbe) unregelmäßig D = Durchmesser ist größer als zwei Millimeter E = Entwicklung Da ein malignes Melanom selbst unter den Finger- und Fußnägeln, auf der Kopfhaut (also unter den Haaren) oder auf den Schleimhäuten entstehen kann, ist eine aufmerksame Betrachtung der Haut – gerne auch mit Hilfe eines Familienmitgliedes – wichtig, um Veränderungen rechtzeitig zu bemerken.

Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten bei schwarzem Hautkrebs

Selbst für einen Dermatologen ist es nicht immer leicht, zwischen Melanom und Pigmentfleck zu unterscheiden. Neben der Blickdiagnose mit bloßem Auge, kann der Dermatologe ein Auflichtmikroskop verwenden. Dabei handelt es sich um eine Art Lupe, die ein genaues Betrachten des entsprechenden Flecks erlaubt, so lässt sich die Struktur besser beurteilen. Bei auffälligem Befund wird der Fleck herausgeschnitten und in ein Labor eingesendet, um noch einmal genau zu prüfen, ob es sich tatsächlich um einen Tumor handelt. Ist dem so, wird in der Regel nachoperiert, um sicherzugehen, dass schädliches Gewebe restlos entfernt wurde. Mit diesem Verfahren können sich die meisten Patienten gut arrangieren so lange es sich um einen einzelnen Fleck an unauffälliger Stelle handelt. Ist jedoch bei vielen Pigmentveränderungen Anlass zur Sorge gegeben, sollte Herausschneiden auf Verdacht nicht mehr das Mittel der Wahl sein, denn hier kann Nevisense zum Einsatz kommen.

Objektive Diagnostik mittels Nevisense

Nevisense hilft dem behandelnden Arzt bei der Beurteilung eines auffälligen Pigmentflecks. Um ein Muttermal zu betrachten, werden mithilfe der Sondenspitze des Geräts harmlose Wechselströme durch die Dermis und Epidermis geleitet. Die Technologie von Nevisense macht sich die veränderte Struktur, Größe und Ausrichtung mutierter Hautzellen zunutze, da diese elektrische Signale anders weiterleiten als gesundes Gewebe. Damit wird einerseits die Zahl „übersehener“ Tumore reduziert und andererseits wird weniger auf Verdacht operiert, was für Sie als Patient einen klaren Vorteil darstellt.  
Dr. Emanuel von Kienlin  
  • Siebzehn Jahre Erfahrung in der Medizintechnik mit Schwerpunkt Dermatologie, HNO und Zahnmedizin
  • Seit Januar 2015 Managing Director der SciBase GmbH mit Spezialisierung auf Geräte zur Hautkrebsfrüherkennung
Nach dem Studium der Betriebswirtschaft an der LMU München und der Promotion an der GHK Kassel in Zusammenarbeit mit der BMW AG widmete sich Dr. Emanuel von Kienlin seit dem Jahre 2000 der Medizintechnik, mit dem Fokus auf minimal-invasive Technologien zur Diagnostik und Therapie. Stationen waren die Gründung der DEKA Lasersysteme GmbH und Positionen in der Geschäftsleitung der KaVo Dental GmbH und im Kuratorium des Institutes für Laser- und Medizintechnik der Universität Ulm. Dr. von Kienlin hält mehrere Patente zu Entwicklungen im Bereich der Lasertechnologie und ist Autor zahlreicher Fachartikel zu Lasermedizin und Hautdiagnostik. Seit 2015 ist er Managing Director bei SciBase.

Türkei
Istanbul: Von Erdogan initiierte Renovierung der „Eisernen Kirche“ bald abgeschlossen

Istanbul (nex) – Die Glocken der Eisernen Kirche am Ufer des Goldenen Horns in Istanbul sollen im Januar nächsten Jahres nach einer siebenjährigen Restauration wieder läuten. Die bulgarisch-orthodoxe Kirche Sankt Stefan ist die einzige vollständig erhaltene eiserne Kirche der Welt – eisern, weil als Baumaterial hauptsächlich Gusseisen verwendet wurde. Die Wiedereröffnung soll Medienberichten zufolge am 7. Januar im Rahmen einer Zeremonie stattfinden, an der auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan zusammen mit dem bulgarischen Premierminister Bojko Borissow teilnehmen werde. Erdogan habe die Restaurierung auf die Bitte der bulgarischen Minderheit in der Stadt initiiert, sagte Wassil Liaze, Präsident der Bulgarisch-Orthodoxen Kirchenstiftung, gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu: „Er [Erdogan] half uns damals schon, als er noch Istanbuler Bürgermeister war. Und wir sind auch Nachbarn. Er kommt aus Kasimpasa, wir sind aus Balat. Wir haben ihn vor etwa acht-neun Jahren gefragt, und er hat die Restaurierung der Kirche angeordnet.“ Die Stadt Istanbul finanziert laut Anadolu die Restaurierung, die etwa vier Millionen US-Dollar kostet. Aber auch die bulgarische Regierung beteiligt sich mit etwa 250.000 US-Dollar am Projekt. Mit seinen vielen Gebetsstätten – Moscheen, Kirchen und Synagogen – ist Istanbul ein Zentrum der Multireligiosität. „Die Kirchen in Argentinien und Österreich wurden im Laufe der Zeit zerstört, nur die Eiserne Kirche in Balat steht noch heute“, betonte Kirchenstiftungspräsident Liaze. Die Restaurierung erfolgte nach dem Reziprozitätsprinzip zwischen den beiden Staaten: Die bulgarische Regierung genehmigte den Wiederaufbau der Dschumaja-Moschee (Freitagsmoschee) in der zweitgrößten Stadt des Landes Plowdiw. Die türkische Regierung ihrerseits ermöglichte die Restaurierung der Eisernen Kirche. Es gibt weltweit lediglich in Argentinien, Österreich und der Türkei drei vorgefertigte Eiserne Kirchen. Nach einem Brand in einer Holzkirche erhielten die bulgarischen Christen am 25. Juni 1890 vom Sultan die Erlaubnis, neben der Holzkirche ein neues Gotteshaus zu bauen. Liaze erzählte im Gespräch mit Anadolu, dass die einzelnen Elemente, die zusammen rund 500 Tonnen wogen auf kleinen Frachtschiffen von Wien über die Donau, den Bosporus und das Goldene Horn nach Istanbul gebracht worden seien. Die Kirche im neugotischen Stil war in zwei Jahren errichtet und 1898 in Balat, dem alten jüdischen Viertel im europäischen Teil der Stadt, eröffnet worden.

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– Syrische Kirche der Jungfrau Maria – Türkei: Weiterer Bau einer Kirche angekündigt

Nach einer Reihe von Projekten, die die Sanierung und Instandsetzung von Gotteshäusern der Minderheiten in der Türkei vorsehen, wurde in Istanbul nun auch der Neubau einer Kirche freigegeben.

Türkei: Weiterer Bau einer Kirche angekündigt
 

Ratgeber
Studienfinanzierung: Was Studenten beim Nebenjob beachten müssen

Frankfurt (nex) – Über die Hälfte der Studenten jobbt neben dem Studium, 81 Prozent von ihnen sagen, dass sie auf den Job absolut angewiesen sind. Das hat die auf Studienfinanzierung spezialisierte Deutsche Bildung in ihrem CampusBarometer ermittelt, an dem über 6.000 Studenten teilgenommen haben. ast die Hälfte der Befragten würde das Pensum am liebsten reduzieren, bei fast einem Viertel wirkt sich der Nebenjob negativ auf den Studienfortschritt aus. 8 Stunden pro Woche halten Studenten für gut machbar. Die tatsächliche Arbeitszeit liegt mit 11 Stunden pro Woche 37 Prozent über diesem Pensum.

Bei den extrem gestiegenen Lebenshaltungskosten in den Unistädten bleibt oft keine andere Wahl, als den Nebenjob als eine von mehreren Finanzierungsquellen zu nutzen.

Das sollten Studenten dabei beachten:

– Möglich ist ein normaler 450-Euro-Job, bei dem auch der Bafögsatz unberührt bleibt und keine Beiträge abgezogen werden.

– Als sogenannte Werkstudenten können Studenten bei Unternehmen oder als studentische Hilfskräfte an Hochschulen und Forschungsinstituten eingestellt werden. Hier dürfen bis zu 20 Stunden in der Woche gearbeitet werden, wobei dann auch die monatliche Rentenversicherung abgezogen wird.

– Als Werkstudenten können die Nebenjobber auch in den Semesterferien arbeiten, hier dann sogar Vollzeit. Es darf allerdings nicht mehr als 26 Wochen im Jahr mehr als 20 Stunden pro Woche gearbeitet werden.

– Möglich ist auch, eine Werkstudententätigkeit mit einem 450-Euro-Job zu kombinieren. Auch hier gilt aber die Grenze von maximal 20 Stunden pro Woche, um bei der Sozialversicherung weiterhin als Student zu gelten und von den Beiträgen befreit zu bleiben.

„Nebenjobs können je nach Aufgabengebiet wertvolle Praxiserfahrungen liefern, sollten aber immer nur ein Baustein in der Studienfinanzierung bleiben“, sagt Anja Hofmann von der Deutschen Bildung. Richtschnur sei, dass der Erfolg des Studiums nicht gefährdet wird

"Ultimativer Erdogan-Fan-Boy"
Kommentar zu Erdogans „Jeans-Verbot“

Zu Erdogans „Jeans-Verbot“ schreibt Turkishpress: „Absurde Debatte: Erdogan erklärt Jeans den Krieg“ heißt es in einem Artikel der Augsburger Allgemeinen am Dienstag, die von Susanne Günsten geschrieben wurde. Dabei bezieht sich die Journalistin auf eine Meldung der türkischen Tageszeitung „Yeni Akit“ mit rund 50.000 Auflagen, in der zeitweise sogar auf Nachrichtendienstquellen zurückgegriffen wird – zumindest behauptet man das immer wieder, wenn es um Schlagzeilen geht. Diesmal legte die „Yeni Akit“ noch einen drauf. Ein Autor namens Selim Yazıcı behauptete in einem jüngsten Artikel in der „Yeni Akit“ unter Berufung auf Nachrichtendienste, dass zerrissene Jeans eigentlich dazu getragen würden, um Geheimbotschaften auszutauschen – staatsfeindliche Botschaften würden so ausgetauscht. Wieder ein Artikel, der jeden Fundamentaloppositionellen, Ultra-AKP-Gegner mit politischer und persönlicher Abneigung gegenüber dem türkischen Präsidenten Erdogan, nur wegen emotionalem Protest gegen den vorgelegten Bericht der Susanne Günsten in der „“ zum ultimativen Erdogan-Fan-Boy mutieren lässt. Worum geht es nun schon wieder? Einer der „300“ Kolumnisten der marginalen Zeitung „Yeni Akit“ hat auf der Seite „58“ der Zeitung eine Verschwörungstheorie konstruiert, derzufolge aus irgendwelchen Jeans angeblich Botschaften von ausländischen Unwesen verbreitet würden. Dass diese Theorie an sich an Glaubwürdigkeit nicht unbedingt mit dem Newtonschen Gravitationsgesetz mithalten kann, dürfte jedem Lebewesen mit aufrechtem Gang eigentlich klar sein. Doch die Autorin setzt noch einen drauf: „Erdogan erklärt der Jeans den Krieg“ lautet also die Headline in der Augsburger Allgemeinen. Nun – natürlich kann man sich fragen, was die abstruse Theorie irgendeines unbekannten Spinners auf der x-ten Seite einer marginalen Zeitung mit Erdogan selbst zu tun hat. Man könnte auch die Dame darauf hinweisen, dass zumindest zwei der Söhne des Präsidenten fast ausschließlich mit Jeans in ihrer Freizeit durch die Gegend traben. Man könnte entgegnen, dass sogar Erdogan selbst sowie einige seiner Minister hin und wieder die Jeans riskieren und anziehen. Doch das wären viel zu viele Informationen auf einmal für die Susanne. Vermutlich hatte Susanne lange nichts publizieren dürfen und ihr Chefredakteur sagte: “Hey, Susi… entweder du schreibst ein neues Pflaumenkuchenrezept oder irgendwas über Erdogan. Was anderes gibt deine journalistische Kapazität und der Intelligenzquotient unserer Leser nicht her.” Doch da auch ein gutes Rezept für Pflaumenkuchen Talent erfordert, hat sich Susanne entschieden, wieder so einen geilen “Erdogan-Artikel” daherzurotzen. Susanne hat diesen Artikel und diese Überschrift geschrieben. Susanne ist dumm. Sei nicht wie Susanne.

Zum Thema

– Erdogans steigende Popularität – Deutsch-Türken: “Deutsche Medien Grund für Erdoğans Popularität”

Nicht wenige Beobachter politischer Entwicklungen in Deutschland und der Türkei diagnostizieren bereits seit Längerem, eine allgegenwärtige Dämonisierung Erdoğans und einseitiger Kampagnenjournalismus bewirkten eine Solidarisierung der Türken mit ihrem Präsidenten weit über die Anhängerschaft der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) hinaus.

Deutsch-Türken: „Deutsche Medien Grund für Erdoğans Popularität“
 
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

Nord Stream II und Turkish Stream
US-Regierung spricht sich gegen russische Gas-Pipelines nach Deutschland und in die Türkei aus

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Washington (nex) – Die Vereinigten Staaten haben am gestrigen Mittwoch Einwände gegen Ankaras Gaspipeline-Projekt Turkish Stream mit Russland geäußert. Laut Reuters erklärte John McCarrick, stellvertretender Leiter des Büro für Energieressourcen, dass die USA mehrere von Russland geplante Turkish Stream-Projekte zur Gaslieferung an die Türkei ablehnten. Mit Turkish Stream soll eine Gaspipeline auf dem Grund des Schwarzen Meeres in den europäischen Teil der Türkei und weiter an die Grenze zu Griechenland verlegt werden. Der Offshore-Abschnitt der Pipeline wird voraussichtlich etwa 910 Kilometer lang sein, und sein Überlandsegment in der Türkei wird sich über 180 Kilometer erstrecken. McCarrick ging laut Reuters auch auf das ebenfalls russische Projekt Nord Stream II-Gaspipeline, mit dem neben Nordstream weiteres russisches Erdgas nach Deutschland transportiert werden soll, ein: Hier erwarte Washington, dass die Pipeline  nicht gebaut werde. Sollte der Deal mit Gazprom mit europäischen Geldgebern zustande kommen, müssten die USA dessen „Konturen“ untersuchen, um dann zu entscheiden, ob europäische Unternehmen mit US-Sanktionen rechnen müssten. Die Nord Stream II sei „ein politisches Projekt der russischen Regierung, das die bestehenden Lieferungen durch die Ukraine nach Europa umleiten und die Ukraine der Transitzahlungen berauben“ soll. „Die Ukraine als Transit-Land beim Gasexport zu umgehen, hat keine ökonomischen Gründe. Es geht dabei nur um das strategische Ziel von Herrn Putin, den Weg für eine umfassende Militäroperation gegen die Ukraine frei zu machen“, so Andriy Kobolyev, Vorstandsvorsitzende des ukrainischen Gaskonzerns Naftogaz, gegenüber Deutschlandfunk.

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– 5,75 Milliarden Kubikmeter pro Jahr – Russland: Wladimir Putin ratifiziert Turkish-Stream-Abkommen

Der russische Staatspräsident Wladimir Putin hat am heutigen Dienstag das Gesetz über die Ratifizierung des Abkommens zum Bau der Gaspipeline Turkish Stream unterzeichnet.

Russland: Wladimir Putin ratifiziert Turkish-Stream-Abkommen
 

Verschärfte Sicherheitslage
Berlin: BVG-Mitarbeiter bekommen kugelsichere Westen

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Berlin (ots) – Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) statten die Mitarbeiter ihres Sicherheitsdienstes ab dem kommenden Jahr mit stich- und schusssicheren Schutzwesten aus. Das teilte das Unternehmen auf Anfrage des Rundfunk Berlin Brandenburg (rbb) mit. Damit werde einem Wunsch der Beschäftigten entsprochen, sagte der BVG-Sicherheitsbeauftragte Ingo Tederhahn. Nach Informationen des rbb forderten einzelne Mitarbeiter des betriebseigenen Sicherheitsdienstes zuletzt Schlagstöcke zur Selbstverteidigung. Grund für diese Forderung sei unter anderem eine verschärfte Sicherheitslage in einzelnen U-Bahn-Höfen wie dem Alexanderplatz. Eine solche neue Sicherheitslage wollte die BVG nicht bestätigen. Einen konkreten Vorfall für die Anschaffung der Schutzwesten gebe es nicht. Den rund 260 Beschäftigten im Sicherheitsdienst stehe es frei, sich für das Tragen einer Schutzweste zu entscheiden.

Fußball Bundesliga
1. FC Köln: „Wir müssen jedes Spiel als Endspiel ansehen“

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Köln (nex) – Alexander Wehrle verzichtet auf eine Jobgarantie für Trainer Peter Stöger über das Spiel bei Schalke 04 am Samstag hinaus. „Über so etwas rede ich doch nicht schon vorher“, antwortete der Geschäftsführer des 1. FC Köln in einem Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ auf die Frage, was im Fall einer Niederlage des Tabellen-Letzten passieren werde. Er habe zu Peter Stöger „ein sehr offenes und vertrauensvolles Verhältnis“, sagte Wehrle, und weiter: „In der derzeitigen Lage ist klar: Wir schauen von Spiel zu Spiel. Ich wünsche mir, dass wir auf Schalke erfolgreich sind.“ Nach zwei Punkten aus 13 Ligaspielen sei er nicht zum Aufgeben bereit. „Wir müssen jedes Spiel als Endspiel ansehen. Ich wehre mich dagegen, in Lethargie zu fallen und eine Saison abzuhaken, in der noch 21 Partien zu spielen sind. So lange es rechnerisch möglich ist, werden wir alles dafür tun, um das schier Unmögliche möglich zu machen.“ Die Kölner, die nach dem Abschied von Jörg Schmadtke nach einem Geschäftsführer Sport suchen, hoffen weiter auf Horst Heldt. „Wir haben ein Gespräch mit Horst Heldt geführt, und es war für beide Seiten ein sehr positives. Wir warten jetzt ab und geben nicht so schnell auf.“ Er sehe durchaus Chancen. „Grundsätzlich ist doch klar: Wenn jemand für sich persönlich so eine Entscheidung getroffen hat, dann ist es sehr, sehr schwierig, einen Mitarbeiter zu halten und weiter zu motivieren. Das muss zwar jeder selbst bewerten, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass man diese Entscheidungen von Mitarbeitern akzeptieren muss.“

Buch: "Die Antisemitenmacher"
Kommentar: Antizionismus bedeutet nicht Antisemitismus

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Abraham Melzer, Urgestein der deutsch-jüdischen Nachkriegsgeschichte, nimmt seit jeher kein Blatt vor den Mund, wenn es beispielsweise darum geht, die nunmehr 50 Jahre währende Unterdrückung der Palästinenser anzuprangern.
Darüber hat er sich nicht nur mit seinem Jugendfreund Henryk M. Broder entzweit.
Ohne die wahren Gefahren aus den Augen zu verlieren, zeigt er in seinem Buch, wie der Antisemitismus-Vorwurf missbraucht wurde und wird. Er kritisiert die bedingungslose Unterstützung Israels durch die deutsche Politik und das jüdische Establishment hierzulande. Und er sagt: Nicht in meinem Namen!“
Rezension von Arn Strohmeyer
Abi Melzer ist ein Überzeugungstäter, aber im besten aufklärerisch-humanen Sinne. Dieser deutsch-jüdische Publizist und Verleger kämpft an vielen Fronten, um immer wieder seine Botschaft unter die Leute zu bringen:
Der Zionismus (die israelische Staatsideologie, die die Politik dieses Staates bestimmt) ist von seinem Wesen und seinen Taten her ein inhumaner Siedlerkolonialismus. Er war von Anfang an darauf angelegt, einen „exklusiv jüdischen Staat“ auf dem von einem anderen Volk bewohnten Boden Palästinas aufzubauen. Dieses Aufbauwerk war nicht ohne eine ethnische Säuberung (die Nakba) möglich, die 1948 vor, während und nach der Staatsgründung von den Zionisten durchgeführt, im Krieg von 1967 fortgesetzt wurde und auch heute noch – wenn auch mit differenzierteren Mitteln – in vollem Gange ist.
Denn das Ziel ist immer dasselbe: einen homogenen, rein jüdischen Staat zu schaffen. Dieses große Unrecht, das mit Israels Aufstieg dem palästinensischen Volk mit der Vertreibung von 800 000 Menschen, der Enteignung seines Landes und der Zerstörung seiner Kultur angetan wurde, verdrängt das offizielle Israel bis heute. Schuldgefühle den verachteten Palästinensern gegenüber hat es nie gegeben und gibt es auch heute nicht, obwohl man sie mit einer brutalen Besatzungspolitik im Westjordanland und einer totalen Abriegelung im Gazastreifen unterdrückt und sich ständig weiter ihr Land aneignet.
Dass ein solches Vorgehen gegen Völkerrecht und Menschenrechte verstößt, interessiert die israelische politische Elite nicht. Gott hat ihnen laut Bibel das Land geschenkt, argumentieren selbst säkular eingestellte Israelis. Außerdem fügt man hinzu: Wir haben den Holocaust durchgemacht, uns ist alles erlaubt!
Die überaus starke Militärmacht Israel (die viertstärkste der Welt), die von den USA und Europa (gerade auch von Deutschland) getragen wird, macht eine solche Politik möglich. Über die Beurteilung dieser Praxis der gewaltsamen Herrschaft über ein anderes Volk ist aber auch das internationale Judentum zutiefst gespalten. Dem radikalen Nationalismus der Zionisten, der auch starke chauvinistische Züge hat und von einem radikalen religiösen Messianismus unterstützt wird, stehen die Universalisten gegenüber, die sich auf die besten humanistischen Traditionen der jüdischen Religion und der Aufklärung berufen und die Einhaltung von Menschenrechten und Völkerrecht fordern.
Der Streit zwischen diesen beiden Parteien wird erbittert und mit allen Mitteln geführt. Der britisch-jüdische Philosoph Brian Klug sieht in dieser Auseinandersetzung eine tiefe Krise des Judentums, bei der sich der Staat Israel als der Fels herausstellen könnte, an dem das Judentum auseinanderbrechen kann.
Abi Melzer ist einer der prominentesten Vertreter des jüdischen universalistisch-politischen Denkens in Deutschland, sein Antipode als Vertreter der ultra-zionistischen Denkweise ist der Publizist Henry M Broder. Der Gegensatz zwischen ihren beiden Positionen prägt in Deutschland weitgehend die Auseinandersetzung um Israel und den Antisemitismus. Die universalistische Auffassung, die Melzer mit Vehemenz vertritt, besagt, dass der „alte Antisemitismus“ nach der Vernichtung des europäischen Judentums durch die Nazis (Holocaust) tabuisiert und geächtet ist und nur noch randständig existiert und deshalb eigentlich unbedeutend ist.
Der Zionismus hat aber eine neue Form des „Antisemitismus“ kreiert und konstruiert: den sogenannten gegen Israel gerichteten „Antisemitismus“, auch „Israelantisemitismus“ genannt. Er besagt: Israel ist ein jüdisches Kollektiv und jede Kritik an seiner Politik ist antisemitisch. Dem widersprechen die Universalisten – und damit auch Melzer – sehr heftig. Sie sagen: Das ist ein Trick, eine Taktik, die Israel und seine Anhänger und Verteidiger hier anwenden, um die Verbrechen, die der zionistische Staat mit seiner brutalen Besatzung, Unterdrückung und Landraub an den Palästinensern begeht, zu verschleiern.
Um ihr Konstrukt des Antisemitismus und den permanent eingesetzten Antisemitismus-Vorwurf aufrechtzuerhalten und durchhalten zu können, müssen die Zionisten einen weiteren Trick anwenden: Sie trennen nicht die Begriffe Judentum, Zionismus und Israel und auf der anderen Seite Antisemitismus, Antizionismus und Kritik an Israel. Letzteres bedeutet immer Kritik an Israels Politik, aber nicht an seiner Existenz. Kritik an Israels Politik ist so gesehen in den Augen der Zionisten immer „Antisemitismus“, ein diffamierender und verleumderischer Vorwurf, der die Israel-Kritiker ins Mark treffen soll bis zur Zerstörung ihrer Existenz, denn heute als Antisemit dazustehen, ist ein schlimmer Makel.
Hier setzt Abi Melzer in seinem neuen Buch „Die Antisemitismus-Macher. Deutschland, Israel und die neue Rechte“ an, mit dem er das zionistische Argumentationsgebäude direkt angreifen will, seine fragwürdigen Begriffe und Vorgehensweisen hinterfragen und Ross und Reiter nennen, die die Attacken mit der Antisemitismus-Keule vorbringen. Seine Botschaft, die er in seinem Buch verkündet, formuliert er so: Antisemit ist derjenige, der Juden hasst und vernichten will, nur weil sie Juden sind.
Aber heute hat sich die Situation durch das Einwirken der Zionisten geradezu umgekehrt. Ein Antisemit ist jetzt derjenige, den Juden hassen und vernichten wollen. Dieser „neue Antisemitismus“ wird vom Zionismus und seinen Verteidigern künstlich erzeugt und propagandistisch verbreitet – zu dem einzigen Zweck, um von Israels Politik gegenüber den Palästinensern abzulenken und jede Debatte über diese Politik im Keim zu ersticken. Zionismus definiert Melzer als eine kolonialistische Ideologie aus dem 19. Jahrhundert, die eng verbunden ist mit imperialistischer Expansion, mit der Unterdrückung eines anderen Volkes, mit permanenter Okkupation von Land und mit der Vertreibung der indigenen Bevölkerung mit der Absicht, das ganze Land mit Juden zu besiedeln.
Antizionismus ist die Gegnerschaft gegen diese Ideologie, aber nicht gegen das Judentum, das ursprünglich eine Stammesreligion war, im Laufe seiner Entwicklung aber auch universelle Werte entwickelt hat, die die Geschichte der Menschheit stark beeinflusst haben. Melzer zitiert immer wieder den jüdischen Rabbi Hille mit dem Satz: „Tue Deinem Nachbarn nicht an, was Du nicht willst, dass man es Dir antut!“
Zionismus ist mit seinem überaus starken Nationalismus, der eher an die alte partikularistische Stammestradition anknüpft, vom universalistisch verstandenen Judentum also abzugrenzen, was die Zionisten natürlich bestreiten,da sie behaupten, alle Juden der ganzen Welt zu vertreten.
Melzer schreibt, dass die Zionisten heute mit großem Aufwand, der an Hysterie grenzt, versuchen, die Öffentlichkeit mit aller Macht zu überzeugen, dass „A
ntizionismus“ nichts anderes ist als „Antisemitismus“ im neuen Gewand. Er nennt die Organisationen, Gruppen und Einzelpersonen in Deutschland, die diese Hysterie schüren, deckt ihre Methoden des Vorgehens auf und wirft ihnen vor, durch ihr intolerantes Auftreten die im Grundgesetz verbürgte Meinungsfreiheit zu bedrohen – ein Wesenselement jeder Demokratie.
Man kann ihr Vorgehen auch als totalitär bezeichnen, weil sie sich im Besitz der alleinigen, absoluten Wahrheit wähnen und eine Sonderstellung beanspruchen, die sie dazu nutzen, die Kritiker der israelischen Politik (also die Univers
alisten) an jeder politischen Entfaltung zu hindern.
Melzers Buch endet mit einem Appell, Mut und Zivilcourage zu zeigen, nicht zu schweigen und gegen diese neue Form des Totalitarismus aufklärerisch vorzugehen. Er fragt: „Wieso haben wir in Deutschland eine Debatte über Antisemitismus statt einer Debatte über Israels Kriegsverbrechen? Wieso gibt es seit Jahren Seminare über Antisemitismus, aber keine Seminare über das, was in Hebron und den besetzten Gebieten, vor allem auch in Gaza passiert?“
Und: „Jeder sollte sich dessen bewusst werden, dass eine Debatt
e über den Nahost-Konflikt nichts mit Antisemitismus zu tun hat, sondern allein mit Fragen des Völkerrechts, der UNO-Charta, den Genfer Konventionen, die leider von den Israelis tagtäglich verletzt werden, und damit, dass man darüber reden darf und soll und auch eine eigene Meinung haben darf.“
Da man in Deutschland natürlich keine Debatte über Juden, Israel und Antisemitismus führen kann, ohne den Holocaust zu erwähnen, schließt Melzer sein Buch mit einem Zitat des deutsch-jüdischen Psychologie-Professors Rolf Verleger, das als Motto über Melzers ganzem Text stehen könnte. Verleger hatte an seine zionistischen Gegner,
„Was Sie ‚Antisemitismus‘ nennen und was in Wirklichkeit scharfe Kritik an Israel ist, sind die richtigen Konsequenzen aus der Hitler-Katastrophe: Gegen Unrecht aufzustehen, einem Unrecht, an dem wir in Deutschland mitverantwortlich sind, da wdie permanent mit dem Antisemitismus-Vorwurf operieren, geschrieben:
Nach der Lektüre von Melzers Buch kann man das Resümee ziehen: Dieses Buch war überfällig: Endlich erhebt hier einer mutig die Stimme gegen die verlogenen philosemitischen Ideologen, die alles tun, um mit dem Antisemitismus-Vorwurf Israels völkerrechts- und menschenrechtswidrige Politik gegenüber den Palästinensern zu verschleiern und damit dem Kampf gegen den wirklichen Antisemitismus einen äußerst schlechten Dienst erweisen.ir unsere Unfähigkeit, adäquat mit der jüdischen Minderheit umzugehen, den Menschen in Palästina aufgehalst haben.“ Abraham Melzer: Die Antisemiten-Macher. Deutschland, Israel und die neue Rechte, Westend Verlag Frankfurt/ Main, ISBN 978-3-86489-183-0, 18 Euro (Foto: Wikimedia)

Arn Strohmeyer wurde 1942 in Berlin geboren. Aufgewachsen ist er im Osten Deutschlands, später in Soest in Westfalen. Das Abitur machte er in Göttingen und hat dann dort und in Bonn Philosophie, Soziologie und Slawistik studiert und 1972 das Magisterexamen abgelegt. Darauf folgten Tätigkeit als Redakteur bei verschiedenen Tageszeitungen und einer politischen Monatszeitschrift. Heute lebt und arbeitet er in Bremen.
Arn Strohmeyer: Ist Antizionismus gleich Antisemitismus? Eine Antwort auf Kritiker meines Buches Antisemitismus – Philosemitismus und der Palästina-Konflikt. Hitlers langer verhängnisvoller Schatten, Gabriele Schäfer Verlag Herne, ISBN 978-3-944487-48-9, 16,80 Euro

UN-Tribunal
Den Haag: Kriegsverbrecher Slobodan Praljak stirbt nach Gifteinnahme

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Den Haag (nex) – Der vom UN-Kriegsverbrechertribunal zu 20 Jahren Haft verurteilte bosnisch-kroatische General Slobodan Praljak ist tot. Wie das kroatische Staatsfernsehen und die kroatische Nachrichtenagentur Hina berichten, starb der 72-Jährige im Krankenhaus in Den Haag. Praljak, 72, rief in seinem Berufungsurteil vor dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien verärgert aus: „Praljak ist kein Verbrecher, ich weise ihr Urteil zurück!“ und trank dann aus einer kleinen braunen Flasche. Die Anhörung wurde sofort unterbrochen, als sein Anwalt schrie: „Mein Mandant sagt, er hat Gift genommen!“ Praljak saß, seitdem er sich 2004 selbst gestellt hatte, im Gefängnis des UN-Tribunals in Scheveningen bei Den Haag. Kurz zuvor veröffentlichte das Tribunal die Anklage gegen ihn. Der damalige Militärchef der bosnischen Kroaten wurde wegen schwerer Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Bosnienkrieg angeklagt.

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– Völkermord in Srebrenica – Srebrenica-Massaker: Beisetzung weiterer 70 Opfer am 22. Jahrestag

Etwa 70 weitere identifizierte Opfer des Völkermords von Srebrenica sollen am 11. Juli, dem 22. Jahrestag des schlimmsten Massakers in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg, bestattet werden.

Srebrenica-Massaker: Beisetzung weiterer 70 Opfer am 22. Jahrestag
 

Terrorverdacht
„Falscher Syrer“ Franco A. wieder auf freiem Fuß

Karlsruhe (nex) – Der Bundesgerichtshof hat den Haftbefehl gegen den rechtsextremen Bundeswehrsoldaten Franco A. aufgehoben. A. hatte sich als syrischer Flüchtling ausgegeben und Anschläge in Deutschland geplant. Wie das Gericht heute mitteilte, lasse sich aus dem bisherigen Ermittlungsergebnis „der dringende Tatverdacht für die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat“ nicht herleiten. Dem Bundeswehr-Oberleutnant wurde ursprünglich vorgeworfen, gemeinsam mit Komplizen einen Anschlag vorbereitet zu haben und den Verdacht auf Flüchtlinge zu lenken. A. hatte sich unter falscher Identität selbst als Asylsuchender aus Syrien registrieren lassen. Franco A. meldete sich am 30. Dezember 2015 mit dem falschen Namen „David Benjamin“ als „christlicher Syrer mit französischer Abstammung“ in der hessischen Erstaufnahmeeinrichtung Gießen. Obwohl er kein Arabisch spricht, hatte ihm das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nach einer Anhörung auf Französisch Ende 2016 eingeschränkten Schutz gewährt. Franco A. habe sogar Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bezogen. Es gebe keinen dringenden Tatverdacht für die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, teilte der BGH zur Begründung mit. Franco A. saß seit dem 26. April in Untersuchungshaft. Ein zweiter Soldat war bereits im Sommer entlassen worden.

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– NSU-Zeugensterben – Neunter Todesfall im NSU-Komplex: Das große Sterben geht weiter

Das Zeugensterben im Zusammenhang mit der NSU-Terrorzelle geht weiter. Ein weiterer vermeintlicher Selbstmord wird aus Karlsruhe gemeldet. Es handelt sich dabei um den Ex-Verlobten einer bereits 2015 verstorbenen Zeugin, deren vorheriger Freund im September 2013 in einem Auto verbrannte, bevor er zum Mord an der Polizeibeamtin Michèle Kiesewetter aussagen sollte.

Neunter Todesfall im NSU-Komplex: Das große Sterben geht weiter