Ausland
Bruder des PYD-Chefs: „Fremde Mächte werden die Kurden wieder mal im Stich lassen“

Während Politiker wie Tobias Huch und hiesige Medien den PKK-Ableger PYD als authentische Stimme der syrischen Kurden darstellen, nimmt der Bruder des Vorsitzenden diese Organisation in gänzlich anderer Weise wahr. „Nach dem Sykes-Picot-Abkommen [1916] und dem Ersten Weltkrieg wollten Deutschland, Frankreich und Großbritannien, dass die Gemeinden innerhalb des Osmanischen Reiches sie bei der Teilung des Imperiums unterstützen", so Muslim in einem Interview.

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Ankara (nex) – In einem Gespräch mit der Nachhrichtenagentur Anadolu warnt der Bruder des PYD-Co-Vorsitzenden Salih Muslim, Professor Mustafa Muslim, dass sich die Geschichte wiederhole und internationale Kräfte die Kurden „wieder Mal“ im Stich lassen würden, wenn sie ihre eigenen politischen Ziele erreicht hätten.

Die Terrorgruppe PYD führe das kurdische Volk mit dem Segen fremder Mächte in Unsicherheit, so Professor Muslim.

„Das kurdische Volk sollte aus ihrer Geschichte lernen und sich nicht auf diese großen Kräfte verlassen“, warnt er. „Die Geschichte wiederholt sich.“


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„Russland und die USA sichern – vor allem in Syrien – kurdische Gruppen nur, um ihre eigenen Interessen und Ziele zu fördern. Nur die Türkei steht gegen die PYD in der Region. Sie sagen [die PYD und ihre Chefs]: ‚Wir können die Türkei nur mit Hilfe der Araber und Kurden schlagen; wir können die syrischen Kurden gegen die Türkei benutzen.'“

Vor mehr als einem Jahrhundert seien die Kurden durch ausländische Mächte für ihre eigenen Zwecke manipuliert worden, erläutert Muslim.

„Nach dem Sykes-Picot-Abkommen [1916] und dem Ersten Weltkrieg wollten Deutschland, Frankreich und Großbritannien, dass die Gemeinden innerhalb des Osmanischen Reiches sie bei der Teilung des Imperiums unterstützen.“


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Ausländische Mächte sähen die Kurden als Bedrohung für ihre Pläne und arbeiteten aus diesem Grund daran, das kurdische Volk in fünf verschiedene Gruppen zu teilen. Muslim wiederholt seine Warnung, dass diese ausländischen Mächte nur bestimmten kurdischen Gruppen hälfen, um ihre eigenen Interessen zu fördern, und dass sie das kurdische Volk im Stich lassen würden, sobald sie das bekämen, was sie wollten.

„In den 1920er Jahren unterstützten sie kurz Scheich Mahmud Hafid von der kurdischen Königsfamilie in Sulaymaniyah, jedoch töteten sie ihn anschließend, weil sie ihre Ziele erreicht hatten“, führt der Professor weiter aus. „Und im Jahr 1946 gründete Qazi Muhammad (Kurdenführer) – mit Hilfe der Russen – eine selbsterklärte Republik Kurdistan in Mahabad. Aber sobald Russland seine Ziele änderte und anfing, den Schah von Iran zu unterstützen, exekutierten sie Qazi Muhammad“, erklärt Muslim.


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