"Sozialer Gerechtigkeit"
Riexinger: „Millionärssteuer“ auch bei Milliarden-Plus des Staates unverzichtbar

„Kurswechsel zu mehr sozialer Gerechtigkeit nötig“ Osnabrück (ots) – Linken-Chef Bernd Riexinger hält trotz des von der Steuerschätzung festgestellten Milliarden-Spielraums eine „Millionärssteuer“ für unverzichtbar. „Die Steuermehreinnahmen werden für die vor uns liegenden Aufgaben nicht reichen“, sagte Riexinger der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Er forderte „massive Investitionen in den sozialen Zusammenhalt“. Die Jamaika-Parteien würden daran gemessen, welchen Stellenwert sozialer Wohnungsbau, Bildung, Gesundheit und eine sozial-ökologische Energiewende künftig bekomme. „Wir brauchen auch bei den Steuern einen Kurswechsel zu mehr sozialer Gerechtigkeit. Das bedeutet untere und mittlere Einkommen endlich wirklich zu entlasten“, sagte Riexinger. Im Gegenzug müssten Spitzenverdiener und Superreiche über höhere Steuern, insbesondere mit einer Vermögenssteuer als Millionärssteuer, wieder mehr zur Finanzierung des Gemeinwohls herangezogen werden.

Analyse
Kommentar: Was macht die türkische Wirtschaft so stark?

Von Klaus Jurgens Vor kurzem korrigierte die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD), die in London zu Hause ist, ihre Wirtschaftsprognose für die Türkei. Nach oben – sie geht nunmehr von einem 5.1 prozentigem Anstieg für das laufende Jahr 2017 aus, verglichen mit 3.2 Prozent in 2016. In ihrem Bericht vom 7. November dieses Jahres wurden die ökonomischen Daten für die 37 Staaten bewertet, in denen die EBRD aktiv ist. Das Durchschnittswachstum für 2017 liegt bisher bei 3.3 Prozent, also auch hier ein klares „Plus“ für die Türkei mit ihren 5.1 Prozent. Für 2018 schätzt die Bank, dass es moderater zugeht – 3.5 Prozent sind angesagt. Allerdings sind diese etwas schlechteren Zahlen noch mit Vorsicht zu genießen; auch für das laufende Jahr musste die EBRD ihre ursprünglichen Werte, die im Mai herausgegeben wurden, sehr stark nach oben anpassen. Es gibt also noch viel Luft, um vielleicht die 5.1 Prozent vom Jahr 2017 auch im Folgejahr verbuchen zu können. Der Bericht erwähnt vor allem die clevere Politik der türkischen Zentralbank und eine ebenso gut vorausgeplante Investitions-Stimulus-Politik der Regierung in Ankara – beides führt natürlich zu vermehrter Investitionstätigkeit. Aber auch gesamtwirtschaftlich im ganzen EBRD-Raum müssen nicht nur einzelstaatliche Faktoren mit einbezogen werden: Sergei Guriev, Chef-Ökonom bei der EBRD, stellt fest, dass eine langfristige Machbarkeit des Wachstums sichergestellt werden kann, wenn notwendige Reformen angepackt werden. Darüber hinaus sei das Exportvolumen angestiegen, das Investitionsklima im generellen Sinne im EBRD Raum wieder positiv und auch der Rohstoffmarkt mittels stabilerer Preise helfe den Marktwirtschaften, wieder gesündere Wachstumsresultate einzufahren. Türkische Mittelschicht Garantie für wirtschaftlichen Erfolg, Stabilität Kommentatoren sollten aber noch etwas anderes berücksichtigen: Die Türkei hat in den letzten 15 Jahren etwas sehr bemerkenswertes geschafft – Stück für Stück wurde das Interesse an unternehmerischer Tätigkeit inmitten der türkischen Bevölkerung geweckt, was im Gegenzug zum Erblühen einer sehr starken Mittelschicht führte. Der Staat begann, sich eher nur noch diskret einzumischen und ließ unternehmerischem Esprit in wirtschaftspolitischen Fragen oft den Vorrang. Zusammen mit einer großen Privatisierungswelle wurde die gesamte türkische Ökonomie umgebaut und in eine richtig funktionierende, moderne Marktwirtschaft geformt. Die Türkei entwickelte sich in den letzten 15 Jahren zu einem Hersteller von Top-Produkten in allen Bereichen, seien es Textilien oder elektronische Endprodukte. Forschungsgelder wurden erhöht, Unternehmer ermutigt, auch einmal ein Risiko einzugehen. Arbeitskräfte werden viel besser ausgebildet und der Verbraucher ist es jetzt gewohnt, für einen fairen Preis die beste Qualität angeboten zu bekommen. Und genau diese Mischung aus besonnener Regierungspolitik und starkem Mittelstand machte eine wenn auch ökonomisch eher konservativ ausgerichtete, aber langfristig umso erfolgreichere Wirtschaftsentwicklung erst möglich, die auch so manche globale Krise bestens überstand. Jetzt sagt auch die EBRD ein Wachstum von über fünf Prozent voraus – anscheinend übertrifft die Türkei wieder einmal alle Erwartungen. Für mich als Beobachter, der die meisten der letzten 15 Jahre vor Ort mit dabei war, nicht überraschend, sondern einfach nur hoch erfreulich.

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– Wirtschaft – Türkei: Exporte erreichen 2017 Allzeithoch

Die Exporte der Türkei im Jahr 2017 werden um mehr als 11 Prozent zunehmen, und somit „in der modernen Geschichte des Landes“ ein Allzeithoch erreichen, sagte der türkische Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci.

Türkei: Exporte erreichen 2017 Allzeithoch
 
Klaus Jurgens – London School of Economics Postgraduate Degree Government. Vormals Uni-Dozent Ankara, Schwerpunkt BWL und KMU. Über zehn Jahre vor Ort Erfahrung Türkei. Zur Zeit wohnhaft in Wien. Politischer Analyst und freiberuflicher Journalist.

NATO-Treffen
Brüssel: Türkei und Spanien planen gemeinsames Kriegsschiff

Brüsseld (nex) – Die NATO-Partner Türkei und Spanien unterzeichneten am Mittwoch eine Absichtserklärung über eine Kooperation in der Rüstungsindustrie, die auch die Entwicklung eines gemeinsamen Kriegsschiffs vorsieht.

Der türkische Verteidigungsminister Nurettin Canikli und seine spanische Amtskollegin Maria Dolores de Cospedal Garcia unterzeichneten die Vereinbarung nach dem gestrigen NATO-Treffen in Brüssel.

Das Abkommen sieht die Stärkung der Zusammenarbeit in allen Bereichen der Verteidigungsindustrie vor, einschließlich der Land-, Luft- und Seestreitkräfte sowie Forschung und Entwicklung.

Die beiden Länder arbeiteten daran, die Zusammenarbeit im Verteidigungssektor zu stärken, sagte Canikli und fügte hinzu, dass die Entwicklung des gemeinsamen Kriegschiffes ein wichtiges Beispiel dieser Kooperation darstelle.

Beim gestrigen Treffen wurde zudem eine Vereinbarung zwischen der Türkei und einem italienisch-französischen Konsortium zur Entwicklung eines SAMP-T Raketenabwehrsytems unterzeichnet. Im Rahmen des Pakts werden die türkische Verteidigungsindustrie und das französisch-italienische Eurosam-Konsortium zusammenarbeiten, um das Potenzial für die gemeinsame Produktion eines Raketenabwehrsystems zu ermitteln. Laut einer Mitteilung des türkischen Verteidigungsministeriums im Juli dieses Jahres werden die Türkei und Eurosam SAMP/T Aster 30 Boden-Luft-Raketen (SAM) herstellen, die bereits in mehreren NATO-Mitgliedsstaaten zum Einsatz kommt. Das SAMP/T Aster 30-System verwendet ein Netzwerk von hochentwickelten Radaren und Sensoren inklusive 3D-Phased-Array-Radaren, mit denen es Luftbedrohungen jeder Art hochwirksam abwehren kann. So kann es Raketen mit einer Reichweite von 600 Kilometer abfangen, es kann im Standalone-Modus oder in einem koordinierten Netzwerk wie dem NATO-Raketenabwehrsystem betrieben werden.

Neben Canikli nahmen die französische Verteidigungsministerin Florence Parly und der italienische Verteidigungsminister Robert Pinotti an der Unterzeichnungszeremonie teil.

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– Verteidigungsindustrie – Türkei: Eigener Kampfjet der 5. Generation soll 2023 einsatzbereit sein

Die Türkei wird möglicherweise sehr bald dem exklusiven Kreis der wenigen Länder, die Kampfflugzeuge der fünften Generation herstellen, beitreten. Geplant seien laut türkischem Verteidigungsministerium 200 Kampfjets.

Türkei: Eigener Kampfjet der 5. Generation soll 2023 einsatzbereit sein
     

EU-Türkei
Jean-Claude Juncker: Türkei wird die versprochenen drei Milliarden Euro erhalten

Brüssel (nex) – Der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, hat am Mittwoch erklärt, dass die finanzielle Unterstützung, die die EU der Türkei versprochen hat, uneingeschränkt eingehalten würde. „Ich sage es ganz klar“, sagte Juncker auf einer Pressekonferenz in Brüssel. „Wir haben drei Milliarden Euro für das Flüchtlingsprogramm und weitere drei Milliarden Euro für die Türkei in den kommenden Jahren zugesagt. Diese Entscheidung der EU wird vollständig eingehalten werden.“ Die EU und die Türkei haben im vergangenen März eine Einigung erzielt, um den illegalen Zustrom von Menschen über die Ägäis einzudämmen und die Bedingungen für Millionen von Flüchtlingen in der Türkei zu verbessern. Während der Plan die Flüchtlingsströme erfolgreich reduziert hat, äußerten türkische Behörden ihren Unmut über Verzögerungen vonseiten der EU bei der versprochenen Finanzierung von mehr als 3 Millionen in der Türkei lebenden Flüchtlingen und mangelnde Fortschritte bei den Gesprächen zur Beschleunigung der EU-Mitgliedschaft der Türkei. „Ich möchte, dass die Türkei und wir die bestmöglichen Beziehungen haben, aber die Türkei entfernt sich derzeit von der Europäischen Union, ihren Grundphilosophien, ihren Traditionen und Zielen“, so Juncker weiter. Dies sei eine Entscheidung der Türkei, betonte er und ergänzte: „Ich denke, dass die türkischen Behörden versuchen, die Europäische Union dafür verantwortlich zu machen, dass sie das Erweiterungs- oder Beitrittsversprechen gebrochen hat.“ Das sei aber nicht der Fall, die EU wolle, dass die Türkei wieder europäisch werde, sagte Juncker.

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– Flüchtlingsabkommen – Ungarischer Außenminister: EU hat Türkei belogen

Der ungarische Außenminister Peter Szijjarto hat am heutigen Donnerstag mitgeteilt, dass die EU bei dem Flüchtlingsabkommen mit der Türkei diese belogen habe.

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Türkei
Erdogan trifft Tesla-Chef: Kommt jetzt das türkische Super-E-Auto?

Ankara (nex) – Der in Deutschland für Häme und Spott sorgende Plan der Türkei, ein eigenes Auto herzustellen, scheint bereits im vollen Gange zu sein. Nicht einmal eine Woche nach der Ankündigung des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, ein eigenes Auto zu entwickeln, überraschte Tesla-Chef Elon Musk heute mit einem Türkei-Besuch. Bei dem Treffen im Präsidialpalast in Ankara sei die bevorstehende Produktion des ersten türkischen Autos besprochen worden. Weitere Themen seien die neueste Generation von Akkus, Wind- und Sonnenenergie, aber auch Verkehrsprobleme in Ballungsräumen und das Graben von Verkehrstunneln gewesen. „Der Verkehr macht mich verrückt. Werde eine Tunnelbohrmaschine bauen und einfach mit dem Graben loslegen“, twitterte Musk im Dezember letzten Jahres, und sein Unternehmen The Boring Company begann bereits im Januar mit dem Bohren. Der Plan: Den Verkehr auf mehrere Ebenen tief unter die Erde zu verlagern. Was sich wie eine verrückte Idee anhört, könnte die Verkehrsprobleme von Millionenmetropolen wie Los Angeles und Istanbul lösen. Zudem hätten Erdogan und der in Südafrika geborene US-Unternehmer Musks Mega-Projekt „Hyperloop“ besprochen: Magnetschwebebahnen sollen mit über 1000 Kilometern pro Stunde durch luftleere Röhren reisen und die Reisezeit von Strecken wie etwa New York-Washington von drei Stunden auf 30 Minuten verkürzen. Erdogan hatte am vergangenen Donnerstag die Produktion des ersten vollständig in der Türkei produzierten Fahrzeugs angekündigt und in deutschen Medien und Kommentarbereichen Häme und Spott geerntet. „Erdo-Mobil“ titelten die Medien und in Kommentarbereichen fragte man, wieviel „Ziegenstärken“ das Fahrzeug denn haben würde. Erdogan zufolge werde der erste Prototyp 2019 einsatzbereit und bis spätestens 2021 serienreif sein.

Motorsport
Unglaublich: Türke Kenan Sofuoglu trotz mehrfachem Knochenbruch Vize-Weltmeister

Doha (nex) – Als der fünffache Supersport-Weltmeister nur fünf Wochen nach seinem schweren Unfall in Magny-Cours in Frankreich an der Rennstrecke in Katar auftaucht, können viele ihren Augen nicht trauen. Die Ärzte hatten Sofuoglu zwölf Wochen Bettruhe verordnet, doch der Türke wollte das nicht akzeptieren. „Sie sagten mir, dass ich bei einem zweiten Sturz aufs Becken mein Leben verlieren kann. Das machte mir Angst, ich wollte aber nicht aufgeben“, sagte Kawasaki-Pilot Sofuoglu in einem Interview mit speedweek.com und fügte hinzu: „Alle Ärzte, und es waren um die zehn, rieten mir, erst nach zwölf Wochen wieder zu laufen.“ Nach einem weiteren medizinischen Check und einer darauffolgenden Besprechung hätten die Ärzte dann aber doch ihr Okay gegeben. Er habe versprochen, nicht zu stürzen. „Anschließend teilten sie mir mit, dass sie mich eigentlich nicht fahren lassen sollten, dass sie aber meine Lage verstehen. Dass ich hier bin, um vielleicht Weltmeister zu werden. Davon wollten sie mich nicht abhalten“, so Sofuoglu gegenüber speedweek.com Nur fünf Wochen nach seinem Unfall war Sofuoglu beim Rennen in Katar mit dabei und stellte den Rundenrekord auf. Am Ende reicht es für Platz drei in Katar und einen 2017 Vizeweltmeister-Titel. „Dieser zweite Platz ist für mich wertvoller als ein WM-Titel“, so Sofuoglu gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu. Weltmeister wurde mit insgesamt 190 Punkten der französische Yamaha-Pilot Lucas Mahias. Platz drei geht an seinen Landsmann Jules Cluzel (Honda).

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– Motorradrennen – Supersport-WM: Türke Kenan Sofuoglu erneut Weltmeister

Kenan Sofuoglu ist der alte und neue Weltmeister der Supersport-WM 2016.

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Studie
Englischkenntnisse: Niederlande Platz 1 – Türkei 62.

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Düsseldorf (ots)  – Die EPI Studie mit mehr als einer Million Teilnehmern vergleicht die weltweiten Trends und Entwicklungen von 80 Ländern hinsichtlich des Englischsprachniveaus. Der internationale Wirtschaftsstandort Deutschland schafft es jedoch erneut nur knapp unter die besten zehn. Europäische Nachbarn wie die Niederlande und Dänemark schneiden im Index hingegen deutlich besser ab – ein Grund zur Sorge? Der von EF Education First jährlich erhobene EF Englisch Proficiency Index (EF EPI) ermittelt die nicht-muttersprachlichen Länder, die weltweit am besten Englisch sprechen. Auch in diesem Jahr nahmen tausende Schulen und Firmen sowie Regierungen aus 80 Ländern an dem standardisierten Englischtest teil. Die Ergebnisse des EF EPI 2017 wurden heute im House of Commons in London vorgestellt. EF EPI Ergebnisse: Deutschland nur auf Platz 9 Auf den ersten zehn Positionen platzieren sich auch 2017 fast ausschließlich europäische Länder. Die Spitzenposition belegt dabei wie im Vorjahr erneut die Niederlande, dicht gefolgt von Schweden (Platz 2) und Dänemark (Platz 3). Neu unter den weltweit besten Ländern ist Südafrika (Platz 8), während sich Polen (Platz 11) und Österreich (Platz 10) im Vergleich zum Vorjahr jeweils verschlechtert haben. Deutschland weist ebenfalls keine Verbesserung der Englischkenntnisse vor und erreicht wieder nur den neunten Platz in der EPI Studie – im Hinblick auf die enorme Bedeutung der englischen Sprache in globaler Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft kein zufriedenstellendes Ergebnis. Für die Analyse, warum Deutschland gegenüber seinen Nachbarländern und anderen europäischen Partnern so abgeschlagen ist, lohnt ein Blick auf die sprachliche Ausbildung der jeweiligen Länder: Kommunikativer Ansatz im Englischunterricht Viele der führenden Länder verfolgen im Gegensatz zu Deutschland bereits in frühen Klassenstufen einen kommunikativen Ansatz der Sprachvermittlung. Es steht weniger die grammatikalische Exaktheit im Fokus als die praktische Anwendung und Übung der Sprache. Integration der Sprache in den Alltag Besonders in den skandinavischen Ländern ist die englische Sprache schon bei Kleinkindern in den Alltag integriert. Viele Filme, Serien und Bücher werden nicht in die Landessprache übersetzt, sondern auf Englisch ausgestrahlt und veröffentlicht. Studium im Ausland und Auslandsaufenthalte Die führenden Länder der Erhebung zeigen im Vergleich zu Deutschland einen höheren Anteil an Studierenden, die über ein europäisches Austauschprogramm im Ausland studiert haben. Im Curriculum deutscher Studiengänge sind Auslandsaufenthalte oft nicht vorgesehen. „Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Englischkenntnissen, wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit, sozialem Fortschritt und Innovation“, sagt Niklas Kukat, Geschäftsführer der EF Education (Deutschland) GmbH. „Länder mit besseren Englischkenntnissen weisen tendenziell ein höheres Durchschnittseinkommen sowie eine höhere Lebensqualität auf und investieren mehr in Forschung und Entwicklung.“ Der EF EPI diene daher als Denkanstoß und eine wertvolle Anregung zur Diskussion über die effizientesten Wege, wie man das durchschnittliche Englischniveau eines Landes verbessern könne, erklärte Kukat in Düsseldorf. Berlin hinkt in Englischkenntnissen hinterher Auch innerhalb Deutschlands gibt die EPI Studie Aufschlüsse über regionale Unterschiede von Englischkenntnissen. Das beste Englisch wird demnach wie auch in den Vorjahren in Hamburg gesprochen, dicht gefolgt von den Bundesländern Niedersachsen, NRW und Baden-Württemberg. Im direkten Städtevergleich belegt Hamburg ebenfalls die Spitzenposition, gefolgt von Düsseldorf. Berlin schafft es nur auf den vorletzten Platz; Schlusslicht der Studie ist Frankfurt. Schul-Englisch auf dem Prüfstand: EF EPI-s Neben dem EPI hat EF Education First in diesem Jahr zum zweiten Mal auch den EF EPI-s (English Proficiency Index for Schools) veröffentlicht – eine Studie, die das Englischsprachniveau von Schülern und Studierenden weltweit vergleicht. Für den EF EPI-s wurden in diesem Jahr insgesamt 260.000 Schüler und Studenten in weltweit 26 Ländern getestet. Die Studie zeigt unter anderem, dass sich in fast allen 26 untersuchten Ländern das Hörverständnis bei Schülern aller Altersgruppen deutlich schneller entwickelt als das Leseverständnis. Die Englischkenntnisse variieren zudem stark zwischen den Altersgruppen.   EF English Proficiency Index 2017 Rankings:

Englischkenntnisse Englischkenntnisse Ranking Land laut EF EPI Skala Ranking

1 Niederlande Sehr gute 2 Schweden Sehr gute 3 Dänemark Sehr gute 4 Norwegen Sehr gute 5 Singapur Sehr gute 6 Finnland Sehr gute 7 Luxemburg Sehr gute 8 Südafrika Sehr gute 9 Deutschland Gute 10 Österreich Gute 11 Polen Gute 12 Belgien Gute 41 Brasilien Geringe 42 Macau Geringe 43 Uruguay Geringe 62 Türkei Geringe

Krise in Spanien
Puigdemont an EU: Ist das das Europa, das Sie wollen?

Brüssel (nex) – Kataloniens gestürzter Präsident schwor am Dienstag, den Kampf für die Unabhängigkeit von Spanien fortzusetzen und forderte die Europäische Union auf, über die Inhaftierung katalanischer Regierungsvertreter zu sprechen. Carles Puigdemont äußerte sich auf einer wahlkampfähnlichen Veranstaltung in der belgischen Hauptstadt, an der rund 200 Bürgermeister aus Katalonien teilnahmen und die den abgesetzten Präsidenten mit von „Präsident“- und „Freiheit“-Rufen begrüßten. Puigdemont und seinen Kollegen drohen in Spanien wegen Rebellion, Volksverhetzung und Unterschlagung 30 Jahre Gefängnis, wenn die belgischen Justizbehörden deren Auslieferung zustimmen. Neun ehemalige katalanische Regierungsmitglieder wurden bereits in Spanien ins Gefängnis gesteckt. Einer von ihnen wurde während der Untersuchung gegen Kaution freigelassen. „Wir sind die legitime Regierung von Katalonien, und wir werden weitermachen“, erklärte das Mitglied der ehemaligem Regionalregierung, Meritxell Serret, dem Publikum mit brechender Stimme. Puigdemont forderte die Europäische Union außerdem auf, sich endlich Gehör zu verschaffen. Katalanische Regierungsvertreter forderten am gestrigen Dienstag die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union auf, die katalanische Sache aufzugreifen. „Ist das das Europa, das Sie wollen, ist das das Europa, das Sie aufbauen möchten, mit einer demokratisch gewählten Regierung im Gefängnis?“ fragte er. Anschließend hob eine Gruppe von Bürgermeistern große Buchstaben hochhielt, um „Hilfe Katalonien“ zu buchstabieren.

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– „Europa der Regionen“ – Bayernpartei: Deutsche Politiker fordern Unabhängigkeit nur außerhalb der EU

Die Bayernpartei hat die angebliche Solidarität deutscher Politiker bei Unabhängigkeitsbestrebungen diverser Volksgruppen wie etwa der Kurden als „Lippenbekenntnisse“ kritisiert.

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Shell
Köln: Beseitigung von ausgelaufenem Kerosin in Wesseling dauert noch 20 bis 30 Jahre

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Köln (ots) – Die Shell Rheinland Raffinerie wird aller Voraussicht nach noch Jahrzehnte mit der Beseitigung der Kerosin-Rückstände auf dem Firmengelände in Wesseling beschäftigt sein. „Laut Prognosen wird die Sanierung noch 20 bis 30 Jahre dauern“, sagte Raffinerie-Chef Thomas Zengerly im Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. 2012 hatten Shell-Mitarbeiter eine Leckage in einer Rohrleitung entdeckt. Eine Million Liter Kerosin waren aus dem fingernagelgroßen Loch ausgelaufen und im Erdreich versickert. Mit Hilfe von Pumpen seien seither 40 Prozent der Flüssigkeit aus dem Boden geholt worden, mehr könne auf diese Weise aber nicht gefördert werden, so Zengerly. Daher stimuliere man durch das Einpumpen von Sauerstoff ins Erdreich nun die Bildung von Bakterien, um den biologischen Abbau des Kerosins zu fördern. Damit sich solche Vorfälle möglichst nicht wiederholen, investiert die Raffinerie nach eigenen Angaben jährlich einen zweistelligen Millionenbetrag. Unter anderem werden Rohrleitungen, die bislang unterirdisch verlegt sind, an die Oberfläche geholt. „Ich möchte, dass wir den Zustand unserer Rohrleitungen genau kennen und genau überwachen, um sich andeutende Schäden schon im Vorfeld zu erkennen“, sagt Zengerly.

Ungarn
Budapest: Stadtrundgang gegen Islamfeindlichkeit erfreut sich großer Beliebtheit

Budapest (nex) – Ein Rundgang durch das „muslimische Budapest“, um etwas über die muslimische Gemeinde und die Moscheen in der ungarischen Hauptstadt kennenzulernen, genießt bei den Ungarn eine große Beliebtheit. Er soll dazu dienen, Ängste und Vorbehalte abzubauen, während die Regierung ihre restriktive Migrations- und Flüchtlingspolitik fortsetzt.

Der in Budapest ansässige Reiseveranstalter Setamuhely – Budapest Walkshop – bietet 30 verschiedene Rundgänge an, die Besucher durch die architektonischen und kulturellen Stätten der Stadt sowie durch die jüdischen und muslimischen Gemeinden führen.

„Ich kann durchaus sagen, dass der Walk ‚Muslime, die unter uns leben‘, die beliebteste Tour ist“, erklärt Geschäftsführerin Anna Lenard gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Als die Muslim-Tour vor drei Jahren an den Start ging, hätten sich noch sehr wenige dafür interessiert.

„Die meisten Menschen haben in ihrem Leben noch nie einen Muslim getroffen. Dann kommt noch hinzu, was sie jeden Tag in den Medien hören. Das alles zusammen führt im Alltag zu jeder Menge Spannung und Stress. Ich denke, das ist der Hauptgrund, warum die Leute jetzt kommen. „

Daten des Thinktanks Tarki zeigen, dass der Anteil der Menschen, die eine fremdenfeindliche Haltung und Ressentiments gegenüber Einwanderern haben, in diesem Jahr um 19 Punkte gestiegen sind und nun bei 60 Prozent liegen, so Reuters.

„Ich interessiere mich sehr für alles Multikulturelle, für die Kulturen und Religionen, die bei uns leben“, sagt Nauszika, eine Psychologin, die ihren vollen Namen nicht nennen möchte.

Der beste Weg seine Ängste zu überwinden sei es mit den Menschen vor denen man sich fürchtet zu reden, fügte Marianna Karman hinzu. Karman ist Afrika-Expertin und selbst zum Islam konvertiert. „Diese Menschen entscheiden sich für diese Tour, weil sie über dieses Problem sprechen möchten. Sie möchten ihre Ängste bekämpfen“, betonte Karman.