Medienfreiheit
Myanmar: Zwei Monate Haft für Reporter des türkischen Fernsehens

Naypyidaw (nex) – Ein Gericht in Myanmar hat am vergangenen Freitag wegen Drohnenbesitzes zwei Journalisten, deren Dolmetscher und Fahrer zu einer Haftstrafe von zwei Monaten verurteilt. Die beiden Journalisten sind für den türkischen Staatssender TRT World tätig. Der Kameramann Lau Hon Meng aus Singapur und der Reporter Mok Choy Lin aus Malaysia waren am 27. Oktober zusammen mit ihrer myanmarischen Dolmetscherin Aung Naing Soe sowie dem Fahrer Hla Tin festgenommen worden. Die vier arbeiteten an einem Dokumentarfilm für TRT World, der englischsprachigen Tochter der türkischen Radio- und Fernsehgesellschaft (TRT), als sie wegen des Versuchs, eine Drohne zu fliegen, festgenommen wurden. Die Polizei habe zunächst untersucht, ob sie gegen Ein- und Ausfuhrvorschriften verstoßen hätten, was mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft werden kann. Der Richter entschied jedoch, eine neue Anklage wegen Verstoßes gegen das burmesische Flugverkehrsgesetz von 1934 zuzulassen. Sowohl der Kameramann als auch der Reporter bekannten sich nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters daraufhin schuldig, und alle vier wurden zu jeweils zwei Monaten Haftstrafe verurteilt. Eine neue Anhörung soll am 16. November stattfinden, um zu entscheiden, ob Anklagen wegen Verstoßes gegen die Ein- und Ausfuhrvorschriften erhoben werden. „Wir haben keine Ahnung, was los ist, und wir dürfen nicht mit unserer Familie sprechen“, beschwerte sich Mok. „Und die Regeln und Prozeduren werden uns nicht erklärt. Wir wurden gebeten, Erklärungen zu unterschreiben, die vollständig auf Burmesisch sind und die wir gar nicht verstehen“, so die Journalistin weiter. Sie seien während der Haft nicht misshandelt worden, sagte Dolmetscher Aung Naing Soe bevor er vor Gericht gestellt wurde. Die Polizei habe gefragt mit wem sie gesprochen haben und welche Regionen sie in Myanmar bereisten. David Baulk von der Rechtsgruppe Fortify Rights nannte die Entscheidung des Richters die Kaution zu verweigern und die vier Angeklagten zu verurteilen „lächerlich wie gefährlich“. „Wieder einmal hat Myanmars Justizsystem es versäumt, den staatlichen Sicherheitskräften und ihren offensichtlichen Machtmissbräuchen die Stirn zu bieten“, sagte Baulk, ein Experte der Organisation für Menschenrechte in Myanmar, gegenüber Reuters per E-Mail.

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– Südostasien – Myanmar: Hilfsorganisationen beschuldigen Militär der Vergewaltigung muslimischer Frauen

Nur fünf Monate nach der Machtübernahme ihrer Partei in Myanmar, der Nationalen Liga für Demokratie (NLD), sieht sich deren Vorsitzende und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi internationalem Druck ausgesetzt.

Myanmar: Hilfsorganisationen beschuldigen Militär der Vergewaltigung muslimischer Frauen
 

The Lost Requiem
Geschichte: Polnische Flüchtlinge im muslimischen Iran

Im September 1939 überfiel Nazi-Deutschland Polen und markierte damit den Beginn des Zweiten Weltkrieges. Als Teil des deutschen Nichtangriffspakts mit der Sowjetunion wurde Ostpolen von der UdSSR besetzt und annektiert.

Rund 1,25 Millionen Polen wurden in verschiedene Teile der Sowjetunion deportiert, darunter eine halbe Million „sozial gefährliche“ Polen, die mit Zügen in Arbeitslager in Kasachstan und Sibirien gebracht wurden. Tausende starben an Erschöpfung, Krankheit und Unterernährung.

Als Deutschland nur weniger als zwei Jahre später den Pakt aufkündigte und in die Sowjetunion einmarschierte, sahen sich die Sowjets gezwungen, sich mit den Alliierten zu verbünden. Es wurde ein Abkommen zur Wiederherstellung des polnischen Staates und zur Bildung einer Armee aus Polen in der UdSSR unterzeichnet.

Den polnischen Gefangenen wurde gesagt, dass sie nun frei seien, der neuen Armee beizutreten, die sich im Iran formierte, damals unter Besatzung durch sowjetische und britische Truppen. Aus dem ganzen Land machten sich Tausende von hungernden Männern, Frauen und Kindern langsam auf den Weg in der Hoffnung auf Zuflucht im Iran. Über 116.000 Polen, die das Kaspische Meer in überfüllten Booten überquerten, erreichten den Iran. Die meisten landeten in der Hafenstadt Pahlevi, wo sie Nahrung bekamen und unter Quarantäne gestellt wurden – Malaria, Typhus und Hunger waren weit verbreitet. Viele starben und wurden dort begraben.

Die Überlebenden wurden nach Teheran gebracht, wo sie von der iranischen Regierung herzlich begrüßt wurden. Die Gebäude wurden umgebaut, um sie unterzubringen, und polnische Schulen, Unternehmen sowie Kulturorganisationen wurden gegründet. Menschen, die jahrelang in eisiger Kälte und in von Krankheiten geplagten Camps untergebracht waren, hatten jetzt saubere Betten und reichlich Nahrung.

Während dieser Zeit litt der Iran selbst unter wirtschaftlichen Sanktionen der Sowjets. Nach der Invasion verboten die Russen den Transport von Reis in den zentralen und südlichen Teil des Landes, was zu Nahrungsmittelknappheit, Hungersnot und steigender Inflation führte. Die Alliierten übernahmen für die Kriegsvorbereitungen auch die Kontrolle über die Trans-Iranische Eisenbahn und weitere Verkehrsträger sowie die verarbeitende Industrie und alle anderen Ressourcen.

Trotz dieser Schwierigkeiten nahmen die Iraner die polnischen Flüchtlinge offen auf, und die iranische Regierung erleichterte ihnen die Einreise ins Land und versorgte sie mit Proviant. Polnische Schulen, Kultur- und Bildungseinrichtungen, Läden, Bäckereien, Unternehmen und sogar Zeitungen wurden gegründet, damit sich die Polen zuhause fühlten. Es gab so viele Flüchtlinge, dass Regierungsgebäude und -zentren zur Unterbringung der Flüchtlinge bereitgestellt werden mussten.

„Die freundlichen Perser drängten sich um die Busse und riefen uns lautstark Begrüßungsworte zu. Durch die Fenster der Busse reichten sie uns Datteln, Nüsse, gebratene Erbsen mit Rosinen und saftige Granatäpfel.“
Krystyna Skwarko.

„Sie waren in einer sehr schlechten Verfassung, dünn, krank und in Lumpen… Ein Freund von mir, ein Zimmermann, machte für sie Särge. Jeden Tag sterben etwa 50 Menschen.“ Gholam Abdul-Rahimi, persischer Fotograf.

„Um etwas über die neueste westliche Mode und Make-Up zu lernen, stellten wohlhabende Iranerinnen polnische Dienstmädchen ein. Oft hatten diese eine bessere Schulbildung und Abstammung als ihre neuen Arbeitgeber selbst.
Khosrow Sinai, iranischer Regisseur.

Tausende Kinder, die damals in den Iran kamen, kamen aus Waisenhäusern in der Sowjetunion, entweder weil ihre Eltern gestorben waren oder weil sie bei den Deportationen aus Polen getrennt wurden. Die meisten dieser Kinder wurden schließlich in Waisenhäusern in Isfahan untergebracht, welches ein angenehmes Klima und reichlich Ressourcen hatte, so dass sich die Kinder von den vielen Krankheiten erholen konnten, die sie in den schlecht verwalteten und ebenso schlecht versorgten Waisenhäusern in der Sowjetunion erlitten hatten.

Zwischen 1942-1945 durchquerten etwa 2.000 Kinder Isfahan, so viele, dass es kurzzeitig „Stadt der polnischen Kinder“ genannt wurde. Andere Kinder brachte man in Waisenhäuser in der im Osten liegenden Stadt Maschhad unter. Zahlreiche Schulen wurden eingerichtet, um den Kindern die polnische Sprache, Mathematik, Naturwissenschaften und andere Standardfächer beizubringen. In einigen Schulen wurde auch Persisch gelehrt, ebenso wie polnische und iranische Geschichte und Geographie.

Die meisten Flüchtlinge meldeten sich zum Kampf in der neuen polnischen Armee , während auch viele bis zum Ende des Krieges im Iran verblieben. Darunter Tausende von Waisenkindern, deren Eltern gestorben waren oder von ihnen verzweifelt in die nach Iran fahrenden Züge gebracht wurden. Viele der Flüchtlinge wurden schließlich in andere Länder verlegt. Einige beschlossen, sich dauerhaft im Iran niederzulassen und gründeten dort Familien.

Während die meisten Zeichen des polnischen Lebens im Iran verblasst sind, bestehen einige weiterhin. Fast 3.000 Flüchtlinge starben innerhalb weniger Monate nach der Ankunft im Iran und wurden auf Friedhöfen begraben, und viele dieser Begräbnisstätten werden heute noch von Iranern gepflegt. Ein polnischer Friedhof in Teheran ist mit 1.937 Gräbern der größte und wichtigste Flüchtlingsfriedhof des Landes.

 

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– Geschichte –
Zweiter Weltkrieg: Als Griechen in Syrien Zuflucht fanden

Während griechische Grenzschützer in diesen Tagen Flüchtlinge erschießen und ihre Boote rammen, maskierte „Bürgerwehren“ sowie Nationalisten sie jagen und die Polizei Tränengas und Wasserwerfer gegen sie einsetzt, fanden griechische Flüchtlinge im Zweiten Weltkrieg Zuflucht in Syrien.

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Währungspolitik
Serbien: Zentralbank kündigt Handel mit Türkischer Lira an

Belgrad (nex) – Wie bereits Moskau im vergangenen Monat gab am Freitag nun auch die serbische Zentralbank die Einführung des Handels mit der Türkischen Lira bekannt. Als Starttermin wurde der erste Dezember genannt.

Wie die Bank auf ihrer Webseite mitteilte, hänge die Entscheidung, mit der Lira zu handeln, mit der für Serbien immer wichtiger werdenden Türkei als Außenhandelspartner zusammen.

Der Schritt werde die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Ländern weiter stärken und den Handel zwischen serbischen und türkischen Unternehmen erleichtern. Zudem werde er gemeinsame Projekte anregen.

Serbische Exporte in die Türkei sind in den ersten neun Monaten von 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16.8 Prozent auf 229.3 Millionen US-Dollar gestiegen. Die Importe stiegen um 17.8 Prozent auf 569.2 Millionen US-Dollar.

In den letzten Jahren ist zwischen der Türkei und Serbien eine Intensivierung der Wirtschaftsbeziehungen zu beobachten. Der jüngste Besuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan im vergangenen Monat konzentrierte sich auf eine Reihe von Handelsabkommen.

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– Balkan – Serbien und Kosovo beginnen “Dialogphase zur Normalisierung der Beziehungen”

Serbien und das Kosovo haben zugestimmt, an einer „neuen Dialogphase“ zur Normalisierung der Beziehungen zu arbeiten.

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Türkei
Rohingya-Verfolgung: Erdogan kritisiert Gleichgültigkeit muslimischer Länder

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Ankara (nex) – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan verurteilte am Freitag die Gleichgültigkeit muslimischer Länder gegenüber dem Leid der Rohingya-Muslime.

„Bedauerlicherweise interessieren sich die meisten muslimischen Länder nicht für das Leid der Rohingya-Muslime“, sagte Erdogan in seiner Rede im Präsidentenpalast in Ankara.

Erdogan kritisierte, dass sich die meisten muslimischen Staaten bei der jüngsten UN-Generalversammlung in New York nicht zu den Gräueltaten gegenüber den muslimischen Rohinya geäußert hätten. Iran, Pakistan, Indonesien, Bangladesch und die Türkei seien die einzigen Länder gewesen, so Erdogan weiter.

Er bekräftigte zudem seine Kritik an der Struktur des UN-Sicherheitsrats und empfahl eine Neugründung, in dem alle Glaubensgruppen und Ethnien vertreten sein sollten.

Laut der UN sind seit Ende August über 613.000 Rohingya aus ihrem Heimatland Myanmar ins benachbarte Bangladesch geflohen. Die Aussagen der Flüchtlinge sind nach den Worten einer hochrangigen UN-Ermittlerin furchtbar und schockierend. Linnea Arvidsson, Leiterin eines vierköpfigen UN-Ermittlerteams für Menschenrechte, erklärte gegenüber Medien, dass die Gewalt gegen die Rohingya im Namen des Staates ausgeübt werde. Eine große Mehrheit sei bei Tötungen dabei gewesen. Fast die Hälfte der Interviewten habe ein getötetes oder vermisstes Familienmitglied zu beklagen. Wie aus dem Bericht des EU-Ermittlerteams hervorgeht, seien mehr als die Hälfte aller befragten Frauen Opfer von Vergewaltigung oder anderer Formen sexueller Gewalt gewesen. „Jeder hat irgendeine Art von Gewalt erlebt“, erklärte Arvidsson gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu. „Entweder wurde sein Haus niedergebrannt oder ein Familienmitglied wurde umgebracht oder verschwand, oder er selbst wurde geschlagen.“ Die Teamleiterin, die einige Menschenrechtsverletzungen als „von der gravierendsten Art“ bezeichnet, betont, dass das, was sie in den persönlichen Interviews mit den Opfern zu hören bekommen habe, furchtbar und schockierend gewesen sei. „Wir sprechen hier von Gewalt, die von Vertretern des Staates ausgeübt wird, denn der Polizist und der Soldat in Uniform sind Vertreter des Staates“, so Arvidsson weiter. Die Ermittlerin verurteilte die andauernde Gewalt; die Behörden könnten nicht Zivilisten aus angeblichen Sicherheitsgründen oder wegen anderer operativer Ziele töten. „Kein Ziel kann solche Tötungen rechtfertigen“, unterstrich sie. Sie sehe für die Gewalt gegen die Rohingya sowohl ethnische als auch religiöse Gründe, erklärte sie. Auf die Frage, ob diese Gewalt als ein Genozid bezeichnet werden könnte, erwiderte Arvidsson, dass die Beantwortung dieser Frage eine sehr viel tiefer gehende Analyse erfordere. Sie wiederholte jedoch ihre Aussage, dass die Vorfälle in Myanmar höchstwahrscheinlich den Tatbestand der Verbrechen gegen die Menschlichkeit erfüllten. In UN-Berichten ist von Massenvergewaltigungen und sogar Tötungen von Kleinkindern und Babys die Rede. Helfer unterstützen die Not leidenden Menschen unter Einsatz ihres eigenen Lebens. “Wir haben unser Land verlassen, um unser Leben zu retten. Wir hatten keine Wahl”, so ein Flüchtling gegenüber der Hilfsorganisation „Aktion Deutschland Hilft“. In seiner Heimat Myanmar arbeitete er als freiwilliger Helfer, nun ist er selbst auf Unterstützung angewiesen: Die Gewalt in seinem Heimatland zwang ihn und seine Familie zur Flucht – ein Risiko, denn seine Frau ist im achten Monat schwanger: “Während unserer Flucht bettelte ich um Essen für sie”, berichtet Zakir. Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge hatte die Türkei im Oktober nach deren Zusage, die Rohingya-Flüchtlinge mit 50 Millionen US-Dollar unterstützen zu wollen, als “großzügiges humanitäres Geberland” bezeichnet. “Ich möchte darauf hinweisen, dass die Türkei nach wie vor ein großzügiges humanitäres Spenderland ist, in dem sich gleichzeitig auch das größte Flüchtlingslager der Welt befindet”, hatte UN-Flüchtlingskommisar Filippo Grandi gegenüber Medien in Genf erklärt. Der ständige UN-Vertreter der Türkei in Genf, Naci Koru, erklärte auf der Konferenz: “Im Rahmen des humanitären Hilfsprogramms planen wir mittelfristige Unterkünfte für 100.000 Menschen auf einem Gebiet von drei Millionen Quadratmetern, zwei Feldkrankenhäuser, 10 Gesundheits- und Familiengesundheitszentren, Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung, sowie Nahrungsmittelhilfe in Form von frischen Erzeugnisse für die Gemeinden.”

Türkei
Nach 20 Jahren: Iranischer Menschenschmuggler in Istanbul gefasst

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Istanbul (nex) – Ein Iraner, nach dem Ermittlungsbehörden seit 20 Jahren wegen Menschenschmuggels gefahndet hatten, konnte nach umfangreichen Bemühungen der Polizei endlich in der Türkei gefasst werden. Reza Hamid Lame alias „Ghost Baron“, der seit 17 Jahren auch per internationalem Haftbefehl von Interpol gesucht wurde, ging am Donnerstag der türkischen Polizei in die Falle. Die Ereignisse, die zu seiner Festnahme führten, begannen, als die kanadische Regierung eine Reihe von gefälschten Dokumenten, einschließlich Pässen und Aufenthaltsgenehmigungen, in Migrantenanträgen entdeckte und ihren Herkunftsort als ein Frachtunternehmen im Istanbuler Stadtteil Fatih ausmachte. Einheiten der Direktion für die Bekämpfung des Schmuggels handelten ausgehend von den von Kanada bereitgestellten Informationen gegen den Frachtkonzern und beschlagnahmten einen gefälschten spanischen Pass. Nachdem die Polizei erfahren hatte, dass die gefälschten Dokumente von zwei Personen namens „Reza“ und „Mehdi“ im Istanbuler Stadtteil Küçükçekmece ausgegeben worden waren, verfolgte die Polizei das Paar und fasste sowohl Lame als auch seinen Komplizen Mehdi Golichobeh innerhalb von 36 Stunden. Die Behörden beschlagnahmten bei den Durchsuchungen einen gestohlenen italienischen Pass, drei gefälschte Hologramme, die zu drei spanischen Pässen gehörten, und drei Telefone. Die Verdächtigen wurden anschließend zum Polizeipräsidium gebracht. Es habe sich herausgestellt, dass sie zweimal illegal in die Türkei eingereist seien und ihre Fingerabdrücke unter falschen Namen – Fatraei S. und Sayed Mojdaba F. – abgegeben hatten. Die Verdächtigen wurden im Zusammenhang mit Fälschungen und Menschenschmuggel in der Türkei, Kanada, Italien und Deutschland gesucht. Nach Lame wurde auch wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an einem Unfall im Zusammenhang mit Menschenhandel in Deutschland gesucht. Er sei an einer Schmuggelaktion beteiligt gewesen, bei der mehrere Migranten umkamen und 25 verletzt wurden.  

Krebsmittel gepanscht
Apotheker aus Bottrop: Mitarbeiter ebenfalls Krebs-Präparate gestreckt

Köln (ots) – Der Apotheker Peter S. aus Bottrop, der Krebsmittel im großen Stil gepanscht haben soll, hatte möglicherweise Helfer. Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ geht die Staatsanwaltschaft Essen dem Verdacht nach, dass Mitarbeiter des Apothekers ebenfalls Krebs-Präparate gestreckt haben. Dies legen die Funde einer Razzia im Labor des 47-jährigen Mannes Ende November 2016 nahe. Von den 117 beschlagnahmten Infusionsbeuteln waren laut den Ermittlern 66 mit geringeren Dosierungen hergestellt worden, doch nur 27 der Anti-Krebsmittel hatte der inzwischen angeklagte Peter S. selbst gestreckt. Oberstaatsanwältin Anette Milk betonte im Gespräch mit dem Blatt, dass sich „der Verdacht gegen Mitarbeiter bisher nicht erhärtet hat“. Vom kommenden Montag an muss sich der Angeklagte wegen Betrugs und versuchter Körperverletzung vor dem Landgericht Essen verantworten. Seine Verteidiger haben den Pharmakologen Professor Fritz Sörgel mit einem Gutachten zu den Analysemethoden der Sachverständigen der Staatsanwaltschaft beauftragt. In der Expertise heißt es: Die Laboruntersuchungen seien „nicht geeignet, den Nachweis einer Unterdosierung nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft zu belegen.“ Für die Berliner Anwälte Khubaib-Ali Mohammed und Andreas Schulz, die etliche Krebspatienten als Nebenkläger vertreten, steht neben der Frage „einer Amtshaftung, auch eine strafrechtliche Verantwortung behördlicher Funktionsträger auf dem Prüfstand“. Dabei geht es etwa um die Frage, warum eine Überprüfung des Zyto-Labors des Angeklagten durch eine Amtsapothekerin im Januar 2016 nicht zur Schließung führte. Diese hatte bei einer Begehung schwerwiegende Verstöße gegen die hygienischen Vorschriften bei der keimfreien Produktion der Krebsmittel festgestellt. Peter S. übersandte umgehend einen Verbesserungskatalog und durfte Ende Februar 2016 die Produktion von Krebspräparaten wieder aufnehmen.

Anschlag in Blagnac
Frankreich: Auto rast in Menschenmenge

Toulouse (nex) – Ein Autofahrer hat am Freitag in der Nähe von Toulouse in Südfrankreich seinen Wagen in eine Menschenmenge gesteuert. Wie die französische Polizei mitteilte, seien drei Studenten verletzt worden, einer von ihnen schwer. Der Mann habe „vorsätzlich gehandelt“ und sei bereits festgenommen worden.  Medienberichten zufolge handelt es bei den verletzten Personen  P um Studenten aus China. Der Fahrer habe nach der Tat „auf die Beamten gewartet“. Zu den Motiven machte die Polizei zunächst keine Angaben. Man gehe nicht von einem islamistischen Anschlag aus und prüfe „mögliche psychische Vorerkrankungen“. Er habe behauptet unter Schizophrenie zu leiden. https://twitter.com/NUNTIO_NEWS/status/929036478121947136    

Wirtschaft
Deutschland: Exporte im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 Prozent gestiegen

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Wiesbaden (ots) – Im September 2017 wurden von Deutschland Waren im Wert von 110,4 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 86,3 Milliarden Euro importiert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, waren damit die deutschen Exporte im September 2017 um 4,6 % und die Importe um 5,5 % höher als im September 2016. Kalender- und saisonbereinigt nahmen die Exporte gegenüber dem Vormonat August 2017 um 0,4 % und die Importe um 1,0 % ab. Die Außenhandelsbilanz schloss im September 2017 mit einem Überschuss von 24,1 Milliarden Euro ab. Im September 2016 hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz + 23,7 Milliarden Euro betragen. Kalender- und saisonbereinigt lag der Außenhandelsbilanzüberschuss im September 2017 bei 21,8 Milliarden Euro. Unter Berücksichtigung der Salden für Warenhandel einschließlich Ergänzungen zum Außenhandel (+ 25,4 Milliarden Euro), Dienstleistungen (- 2,5 Milliarden Euro), Primäreinkommen (+ 5,6 Milliarden Euro) und Sekundäreinkommen (- 3,1 Milliarden Euro) schloss – nach vorläufigen Berechnungen der Deutschen Bundesbank – die Leistungsbilanz im September 2017 mit einem Überschuss von 25,4 Milliarden Euro ab. Im September 2016 hatte die deutsche Leistungsbilanz einen Aktivsaldo von 23,5 Milliarden Euro ausgewiesen. In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im September 2017 Waren im Wert von 65,0 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 57,6 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber September 2016 stiegen die Exporte in die EU-Länder um 3,3 % und die Importe aus diesen Ländern um 4,7 %. In die Länder der Eurozone wurden im September 2017 Waren im Wert von 40,8 Milliarden Euro (+ 4,2 %) geliefert und Waren im Wert von 38,1 Milliarden Euro (+ 3,7 %) aus diesen Ländern bezogen. In die EU-Länder, die nicht der Eurozone angehören, wurden im September 2017 Waren im Wert von 24,2 Milliarden Euro (+ 1,7 %) exportiert und Waren im Wert von 19,5 Milliarden Euro (+ 6,8 %) von dort importiert. In die Länder außerhalb der Europäischen Union (Drittländer) wurden im September 2017 Waren im Wert von 45,4 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 28,7 Milliarden Euro aus diesen Ländern importiert. Gegenüber September 2016 nahmen die Exporte in die Drittländer um 6,5 % zu, die Importe von dort stiegen um 7,1 %.

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– Siemens-Deal – Trotz Urlaubs-Boykott der Deutschen: Siemens unterzeichnet Milliarden-Deal in der Türkei

Während deutsche Urlauber dieses Jahr die Türkei als Urlaubsziel boykottieren und den diesjährigen Sommer im Regen verbringen müssen um damit angeblich den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan auf Grund von Menschenrechtsverletzungen zu einem Rücktritt zu bewegen, hat das deutsche Traditionsunternehmen Siemens in der Türkei heute einen Multimilliarden-Deal an Land gezogen.

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Berlin
DBB-Vorstandswahl: Rainer Wendt unterstützt eigenen Kandidaten nicht

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Düsseldorf (ots) – Ernst G. Walter, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DpolG) für den Bereich Bundespolizei, wird bei seiner Kandidatur für den Vorsitz des Deutschen Beamtenbundes (DBB) nicht von Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, unterstützt. „Nach anfänglicher Euphorie seinerseits – ,wir werden arbeiten und gewinnen‘ – änderte Wendt leider plötzlich seine Meinung“, sagte Walter der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Wendt habe ursprünglich auch Ambitionen für die Bundesleitung des DBB gehabt. Aber das habe sich leider durch die Causa Wendt erledigt, sagte Walter der Redaktion. Stattdessen soll Wendt sogar Walters Kontrahenten Ulrich Silberbach unterstützen. „Nun, er meinte, er stünde bei seinem langjährigen Freund im Wort und müsse deshalb weiter zu ihm halten. Das muss ich respektieren“, sagte Walter. Der DBB wählt auf dem Gewerkschaftstag vom 19. bis 21. November in Berlin seinen neuen Vorstand. Zur Wahl des Vorsitzenden stehen Ernst G. Walter (DpolG) und Ulrich Silberbach (komba-Gewerkschaft). Walter wäre der erste Polizist, der den DBB führen würde. Der DBB hat mehr als 1,3 Millionen Mitglieder.

Global SatShow
Satellitenproduktion: Türkei unterzeichnet Abkommen mit Airbus

Istanbul (nex) – Der amerikanische Raumfahrtkonzern SpaceX wird zwei neue türkische Satelliten starten, sagte der türkische Minister für Transport, maritime Angelegenheiten und Kommunikation Ahmet Arslan am gestrigen Donnerstag. Die Satelliten Turksat 5A und Turksat 5B sollen von der Falcon 9-Rakete gestartet werden, so Arslan weiter. Falcon 9 ist eine zweistufige Rakete, die von SpaceX für den zuverlässigen und sicheren Transport von Satelliten entworfen und hergestellt wurde. Die Türkei unterzeichnete während der derzeitig noch stattfindenden Global SatShow in Istanbul einen Vertrag mit Airbus Defence and Space (Airbus D&S) für die Produktion der beiden Satelliten. Bei Letzterem ist SpaceX ein Unterlieferant. Airbus hatte im Oktober das beste Angebot zur Herstellung der Satelliten gemacht. Turksat 5A bis 2020 und Turksat 5B sollen bis 2021 einsatzbereit sein. Die Satelliten würden eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Türkei im Telekommunikationssektor spielen, sagte Arslan und fügte hinzu, dass sie von türkischen Ingenieuren und heimischen Ressourcen hergestellt würden.

Airbus-Vize Nicolas Chamussy betonte, dass die türkische Luft- und Raumfahrtindustrie von dieser Produktion profitieren werde.

Turksat 5B würde in Einrichtungen in Ankara gebaut, und türkische Institutionen wie das Verteidigungsunternehmen Aselsan sollen an dem Projekt mitwirken, sagte Chamussy. Der in Südafrika geborene SpaceX-Chef Elon Musk befindet sich seit Mittwoch in Ankara. Bei einem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ist der Abschuss der neuen Satelliten besprochen worden. Des Weiteren wurde die bevorstehende Produktion des ersten türkischen Autos, die neueste Generation von Akkus, Wind- und Sonnenenergie, aber auch Verkehrsprobleme in Ballungsräumen und das Graben von Verkehrstunneln erörtert.

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