New York
Orthodoxe Juden demonstrieren gegen Trumps Jerusalem-Beschluss

New York (nex) – An den weltweiten Protestaktionen gegen den Beschluss des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump, Jerusalem als Israels Hauptstadt anzuerkennen, beteiligten sich am gestrigen Freitag auch antizionistisch-orthodoxe Juden. Die unter dem Namen „Neturei Karta“ bekannte Gruppe versammelte sich am Samstag vor der Zentrale der Vereinten Nationen in New York. Auf den Bannern, die von Mitgliedern der Gemeinschaft hochgehalten wurden, waren Sätze wie „Mr. Präsident, der Staat Israel stahl das Heilige Land“ oder „Man muss begreifen, dass Israel kein jüdischer Staat ist“, zu lesen. US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch trotz internationaler Warnungen die Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt und die Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem angekündigt. Der Anführer der Hamas Ismail Hanijeh rief zu einer neuen Intifada auf. Trumps Entscheidung komme einer “Kriegserklärung” gleich, sagte er. Hanijeh forderte die Palästinenser auf, am Freitag Proteste zu starten, die muslimischen Länder sollten ihre Beziehungen zu den USA abbrechen. Auf einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz in Gaza City sagte er: “Wir rufen das palästinensische Volk auf, am Freitag auf die Straße zu gehen und eine neue Intifada zur Verteidigung Jerusalems zu starten.” Aus Protest begannen die Palästinenser bereits am Donnerstagmorgen einen Generalstreik. In Ost-Jerusalem und im Westjordanland blieben öffentliche Einrichtungen, Banken, Geschäfte sowie Schulen geschlossen. Seit Beginn der Proteste sind mindestens zwei Palästinenser ums Leben gekommen und Hunderte verletzt worden. Jerusalem bleibt der Kern des israelisch-palästinensischen Konflikts. Die Palästinenser hoffen, dass Ost-Jerusalem, das zur Zeit von Israel besetzt ist, als Hauptstadt eines künftigen palästinensischen Staates dienen könnte. Während der ersten Intifada ( “Krieg der Steine“) von 1987 bis 1993 kamen etwa 2.200 Palästinenser und 200 Israelis ums Leben. Bei der zweiten Intifada (“Al-Aksa-Intifada”) von 2000 bis 2005 starben über 3.500 Palästinenser und mehr als 1.000 Israelis.

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– Buch: „Die Antisemitenmacher“ – Kommentar: Antizionismus bedeutet nicht Antisemitismus

„Jeder sollte sich dessen bewusst werden, dass eine Debatte über den Nahost-Konflikt nichts mit Antisemitismus zu tun hat, sondern allein mit Fragen des Völkerrechts, der UNO-Charta, den Genfer Konventionen, die leider von den Israelis tagtäglich verletzt werden, und damit, dass man darüber reden darf und soll und auch eine eigene Meinung haben darf.“ Ein Kommentar.

Kommentar: Antizionismus bedeutet nicht Antisemitismus
     

Türkei
Demos gegen Trump-Entscheidung dauern an

Von Thomas Bernhard Auch heute protestierten Tausende Menschen in Istanbul gegen die US-Entscheidung zur Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels, schließlich hat USA-Präsident Trump nicht nur einen politischen Hauptstadt-Streit ausgelöst, es geht um weit mehr. Allerdings fanden derartige Proteste nicht nur in Istanbul, sondern fast in der gesamten Türkei statt. Allein im Istanbuler Bezirk Fatih und im Bereich der „Märtyrer Brücke“ versammelten sich Tausende Menschen, schwenkten unter Anderem palästinensische Flaggen und trugen Plakate mit der Aufschrift „Jerusalem ist unsere Ehre“. Sprecher, aber auch andere Demonstrationsteilnehmer machten dabei immer wieder darauf aufmerksam, dass Jerusalem ein heiliger Ort für mehrere Religionen, so für die Juden und Christen, sowie eben auch für Muslime ist. Muslime glauben, dass Mohammed hier seine Himmelsreise (Miradsch) angetreten hat. Anfangs haben Muslime auch in Richtung Jerusalem gebetet. Später wurde die Richtung dann nach Mekka geändert. (Koran, Sure 2:144). Heute gehört die Al-Aqsa-Moschee neben dem Felsendom in Jerusalem, neben Mekka und Medina zu den drei wichtigsten heiligsten Bereiche der Muslime. Aus diesem Grund ist die Entscheidung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump zur Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt des jüdischen Staats Israel längst nicht mehr alleinig die Frage einer Auseinandersetzung zwischen Israel und Palästina um eine Hauptstadtfrage. Es ist längst die auch eine religiöse Angelgenheit, die Trump in völlig unnötiger Art und Weise, auch noch zum total falschen Zeitraum, auslöste. Deutlich gemacht wird, bei den landesweiten Protesten auch immer wieder, dass man von muslimischer Seite keine bewaffnete Auseinandersetzung möchte, gleichzeitig fühlt man sich aber von der Entscheidung des amerikanischen Präsidenten „vor den Kopf gestoßen“.

Jerusalem-Krise
Clarkson: Palästinenser sollten London zur US-Hauptstadt erklären

London (nex) – Der britische TV-Moderator Jeremy Clarkson rät den Palästinensern als Reaktion auf US-Präsident Donald Trumps Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, bekannt zu geben, dass London die Hauptstadt der Vereinigten Staaten sei. Die ehemalige „Top-Gear“-Legende schrieb die provokative Nachricht auf Twitter nur 24 Stunden nach der umstrittenen Ankündigung von Donald Trump. „Palästinenser: Warum nicht verkünden, dass die Hauptstadt von Amerika, soweit es euch betrifft, London ist“, so Clarkson in seinem Tweet. Am vergangenen Mittwoch hatte Trump seine Absicht bekannt gegeben, die US-amerikanische Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen. Er brach mit Jahrzehnten der Außenpolitik und des internationalen Konsenses der USA, indem er Jerusalem – eine von Israel und Palästina beanspruchte Stadt – offiziell als Hauptstadt des jüdischen Staates anerkennt. Dies hat eine große Empörung im Nahen Osten und in der internationalen Gemeinschaft ausgelöst. Jeremy Clarkson ist ein englischer TV-Star, Journalist und Schriftsteller. Bekannt ist er vor allem für die frühere Co-Moderation der BBC TV Show „Top Gear“ und ist der bekannteste Autoexperte der Welt. Clarksons Tweet geht eindeutig auf Kosten von Präsident Trumps Bewegung, und soll zeigen, dass eine bloße Erklärung die Tatsachen vor Ort nicht ändert – und dass die Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt der Anerkennung Londons als die der USA gleichkommt. Das stimmt auch mit einer Aussage des türkischen Außenministers Mevlut Cavusoglu überein, der sagte, Trumps Anerkennung mache Jerusalem nicht automatisch zur Hauptstadt Israels:

„[…] mit der Ankündigung eines Landes kann Jerusalem nicht zur Hauptstadt Israels werden. Du kannst nicht kommen und sagen: „Ich bin eine große Macht, ich kann tun, was ich will.“

Wirtschaft
1 Billion-Marke: Deutsche Exporte brechen Rekord

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Wiesbaden (nex) – Die deutschen Exporte haben so früh wie noch nie in einem Jahr die Marke von einer Billion Euro geknackt. In den ersten zehn Monaten wuchsen die Ausfuhren um 6,3 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf 1,06 Billionen Euro, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. „Damit wurde erstmals schon in einem Oktober die Billionengrenze übertroffen”, sagte der Außenhandelschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Ein wichtiger Treiber hinter dem Aufschwung sei die Euro-Zone, sagte Treier. Die Währungsunion habe ihre Konjunkturkrise endgültig hinter sich gelassen. Die deutschen Exporte dorthin seien deshalb in den ersten zehn Monaten mit 6,6 Prozent überdurchschnittlich gewachsen, weil Länder wie Frankreich, Italien und Spanien im Aufwind seien. Etwa 37 Prozent der deutschen Ausfuhren gingen in die Euro-Zone. Aber auch das Geschäft mit China, Russland und den USA wachse spürbar. Die Zahlen für den Monat Oktober: Im Oktober 2017 wurden von Deutschland Waren im Wert von 108,0 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 89,1 Milliarden Euro importiert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, waren damit die deutschen Exporte im Oktober 2017 um 6,8 % und die Importe um 8,3 % höher als im Oktober 2016. Kalender- und saisonbereinigt nahmen die Exporte gegenüber dem Vormonat September 2017 um 0,4 % ab, die Importe stiegen um 1,8 %. Die Außenhandelsbilanz schloss im Oktober 2017 mit einem Überschuss von 18,9 Milliarden Euro ab. Im Oktober 2016 hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz + 18,8 Milliarden Euro betragen. Kalender- und saisonbereinigt lag der Außenhandelsbilanzüberschuss im Oktober 2017 bei 19,9 Milliarden Euro. Unter Berücksichtigung der Salden für Warenhandel einschließlich Ergänzungen zum Außenhandel (+ 20,4 Milliarden Euro), Dienstleistungen (- 3,6 Milliarden Euro), Primäreinkommen (+ 5,5 Milliarden Euro) und Sekundäreinkommen (- 4,2 Milliarden Euro) schloss – nach vorläufigen Berechnungen der Deutschen Bundesbank – die Leistungsbilanz im Oktober 2017 mit einem Überschuss von 18,1 Milliarden Euro ab. Im Oktober 2016 hatte die deutsche Leistungsbilanz einen Aktivsaldo von 18,4 Milliarden Euro ausgewiesen. In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Oktober 2017 Waren im Wert von 64,5 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 59,6 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber Oktober 2016 stiegen die Exporte in die EU-Länder um 8,7 % und die Importe aus diesen Ländern um 10,1 %. In die Länder der Eurozone wurden im Oktober 2017 Waren im Wert von 40,4 Milliarden Euro (+ 8,6 %) geliefert und Waren im Wert von 39,8 Milliarden Euro (+ 9,3 %) aus diesen Ländern bezogen. In die EU-Länder, die nicht der Eurozone angehören, wurden im Oktober 2017 Waren im Wert von 24,1 Milliarden Euro (+ 9,1 %) exportiert und Waren im Wert von 19,8 Milliarden Euro (+ 11,9 %) von dort importiert. In die Länder außerhalb der Europäischen Union (Drittländer) wurden im Oktober 2017 Waren im Wert von 43,5 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 29,4 Milliarden Euro aus diesen Ländern importiert. Gegenüber Oktober 2016 nahmen die Exporte in die Drittländer um 4,1 % zu, die Importe von dort stiegen um 4,8 %.

"Alkohol führt zu Enthemmung"
Minister wollen Alkohol in Bus und Bahn verbieten

Halle (ots) – In Sachsen-Anhalts Landesregierung gibt es Überlegungen, das Trinken von Alkohol in Bussen und Bahnen zu untersagen. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung. Mindestens zwei Ressortchefs fordern ein Verbot: Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) und Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD). „Alkohol führt zu Enthemmung und das birgt immer die Gefahr von Gewalt“, sagte Stahlknecht der MZ. Ein Trink-Verbot im öffentlichen Nahverkehr würde er deshalb „außerordentlich begrüßen“. Gesundheitsministerin Grimm-Benne will mit einem Verbot vor allem Kinder und Jugendliche schützen. Am Dienstag berät das Kabinett den Entwurf für den neuen ÖPNV-Plan. Vorgelegt hat ihn Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) – ein Alkoholverbot steht allerdings nicht drin. Webel hält es für nicht praktikabel. Er beruft sich auf frühere Beratungen der Verkehrsministerkonferenz. Zwar könne ein Trink-Verbot „grundsätzlich“ positive Effekte auf die Sicherheit und das Sicherheitsempfinden der Fahrgäste haben, heißt es in der Kabinettsvorlage. Aber, so warnt der Minister: Die Verkehrsbetriebe seien nicht in der Lage, das Verbot auch durchzusetzen. „Genauso wenig kann man verhindern, dass sich Menschen schon vor der Fahrt betrinken, mit den gleichen negativen Folgen.“

Internationaler Kinderfriedenspreis
Libanon: Syrischer Flüchtling gründete mit 12 Jahren Schule

Den Haag (nex) – Ein jugendlicher syrischer Flüchtling gewann am Montag einen renommierten internationalen Preis für den Bau einer Schule und für die Ausbildung von Hunderten von Kindern, die vor dem Konflikt in Syrien in den Libanon geflohen waren. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, war Mohamad al Jounde gerade mal 12 Jahre alt, als er beschloss, eine Schule im Bekaa Valley Flüchtlingslager zu gründen. Er hatte seine Verwandten und Freiwillige darum gebeten, beim Bau des Gebäudes mitzuhelfen und eine Reihe von Fächern zu unterrichten, von Englisch über Mathematik bis hin zur Fotografie. Drei Jahre später zählt die Schule bereits mehr als 200 Schüler, von denen einige erst fünf Jahre alt sind und beschäftigt mehrere professionelle Lehrer. Überdies bietet sie einen Unterricht zur Gleichstellung der Geschlechter und Alphabetisierungskurse für erwachsene Flüchtlinge an. „Ich war glücklich, nicht nur Lehrer, sondern Freund zu sein, und wir sind eine Familie geworden – wir sind gemeinsam stärker geworden“, sagte Jounde, Gewinner des diesjährigen Internationalen Kinderfriedenspreises, der von der niederländischen Stiftung Dutch KidsRights Foundation ins Leben gerufen wurde. in Den Haag. „Es geht nicht nur darum, Lesen und Schreiben zu lehren, sondern auch jungen Flüchtlingen einen sicheren Raum zu geben, um sich auszudrücken“, so der 16-Jährige. Es sei sehr wichtig, diesen Kindern eine Ausbildung zu ermöglichen, sonst könnten sie eine „verlorene Generation werden“, so Jounde. Zu den bisherigen Preisträgern gehört auch Malala Yousafzai, die jüngste Trägerin des Friedensnobelpreises, die 2012 in Pakistan von den Taliban angeschossen wurde, weil sie sich für das Recht der Mädchen auf Bildung eingesetzt hatte. Der bereits sieben Jahre andauernde Bürgerkrieg in Syrien hat Hunderttausende von Menschenleben gekostet und  weitere 11 Millionen entwurzelt. Mehr als 2,5 Millionen syrische Kinder sind Flüchtlinge, etwa 500.000 von ihnen leben im Libanon, sagte KidsRights gegenüber Reuters. Viele kämpften darum, genügend Nahrung zu bekommen oder Zugang zu medizinischer Versorgung zu erhalten. Fast die Hälfte der Sechs- bis 14-Jährigen besuche keine Schulen.

Kontrollgremium
Bundesnachrichtendienst lässt sich „kaum kontrollieren“

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Hamburg (ots) – Der Bundesnachrichtendienst lässt sich offenbar weiterhin kaum kontrollieren. Das ist nach Informationen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung das Ergebnis des ersten Berichtes des Unabhängigen Gremiums, das die Überwachung von Nicht-Deutschen im Ausland durch den Bundesnachrichtendienst kontrollieren soll. Das Unabhängige Gremium wurde erst im März 2017 mit dem neuen BND-Gesetz geschaffen und besteht aus zwei Bundesrichtern und einem Bundesanwalt. Der erste Bericht dieses Gremiums ist ernüchternd. Es könne seinen per Gesetz gegebenen Auftrag nicht erfüllen, weil – so heißt es – die Arbeit der Kontrolleure durch BND und Bundeskanzleramt massiv blockiert werde. In dem 39 Seiten langen, geheimen Bericht ist die Rede von umfangreichen Schwärzungen in den Dokumenten, die dem Gremium vorgelegt wurden. Auch habe der BND eine Kontrolle darüber erschwert, wie er Daten aus der Telekommunikation abgreift. Die Überwachung geschieht durch bestimmte Suchworte, sogenannte Selektoren. Hier habe der BND die Suchergebnisse nicht umfassend dargelegt. Mitglieder des Parlamentarischen Kontrollgremiums im Bundestag, die mit dem Bericht befasst sind, beschrieben ihn als vernichtend. NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung haben den Bundestagsabgeordneten und SPD-Sicherheitsexperten, Uli Grötsch, mit wesentlichen Inhalten des Berichtes konfrontiert. Er erklärte auf Anfrage: „Die Hindernisse, die es ganz offenbar gegeben hat aus Sicht der Bundesrichter, die muss man jetzt besprechen und dann ganz einfach aus dem Weg räumen.“ Der Linken-Politiker André Hahn, Mitglied des Parlamentarischen Kontrollgremiums, sagte: „Wenn stimmt, was man jetzt hört, dass massive Behinderungen stattgefunden haben, dass man die Herausgabe von Unterlagen verweigert hat, dass die Einsicht in die kompletten Selektoren-Listen nicht gegeben worden ist, dann zeigt sich, dass die Befürchtung eingetreten ist, dass diese Form von Kontrolle nicht funktioniert, dann ist das ein Skandal.“ Das Unabhängige Gremium soll halbjährlich dem Parlamentarischen Kontrollgremium sowie dem Kanzleramt berichten. Die Bundesregierung begründete die Einrichtung des Gremiums damit, die Rechte von EU-Bürgern zum Beispiel bei deren Telefonaten oder E-Mail-Verkehr sichern zu wollen. Schließlich seien diese in den meisten Fällen von zielgerichteter Dauerüberwachung ausgenommen. Ein Regierungssprecher teilte auf Anfrage mit, dass das Bundeskanzleramt und der BND die Arbeit des Unabhängigen Gremiums vollumfänglich unterstützen würden. Zu weiteren Einzelheiten äußere man sich jedoch lediglich gegenüber dem Parlamentarischen Kontrollgremium.

Studie
Facebook: Männer dominieren Kommentarspalten deutscher Medien

Hamburg (ots) – Jeder fünfte Deutsche checkt seinen Facebook-Account laut der aktuellen Online-Studie von ARD und ZDF täglich. Insofern ist davon auszugehen, dass auch die in den Facebook-Kommentarspalten veröffentlichten Äußerungen zur Meinungsbildung dieser Personen beitragen. „Wo, wenn nicht dort, finden diese Diskussionen statt, in denen Leute sich darüber verständigen, was die großen gesellschaftlichen Fragen sind“, so Juliane Leopold, freie Journalistin und Beraterin zu Social Media. Das NDR Medienmagazin „Zapp“ wollte wissen, wer diese Debatten bestimmt: Vom 23. Oktober bis zum 1. November 2017 sammelte ein Datenjournalist für „Zapp“ über die Programmierschnittstelle von Facebook alle Kommentare, die User unter den Beiträgen großer Medienhäuser verfasst hatten. Für die exklusive NDR Auswertung kamen insgesamt mehr als 700.000 Kommentare zusammen. Über den Vornamen der User wurde das Geschlecht bestimmt. Im Schnitt stammten 53 Prozent der Kommentare von Männern, 36 Prozent von Frauen. Bei 11 Prozent handelte es sich um Namen, die methodisch nicht eindeutig einem Geschlecht zuzuordnen waren. Dabei unterscheiden sich die Ergebnisse einzelner Facebook-Kommentarspalten erheblich in Bezug auf das Geschlechterverhältnis der Kommentatoren und Kommentatorinnen. So ist das Verhältnis von Männern und Frauen im betrachteten Zeitraum bei „Bild“ nahezu ausgeglichen – mit gut 47 Prozent Männern und knapp über 40 Prozent Frauen. Bei der „tageszeitung“ hingegen liegt ein deutlich ungleiches Verhältnis von fast 62 Prozent Männern und nur gut 25 Prozent Frauen vor. Am wenigsten ausgewogen ist das Geschlechterverhältnis bei den Kommentaren des Facebook-Auftritts der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ mit mehr als 68 Prozent Männern und knapp 22 Prozent Frauen. Ein solches Missverhältnis zeigt die Analyse sonst nur bei einem Special-Interest-Angebot für Männer wie „Men’s Health“ (mehr als 68 Prozent Männer / knapp 20 Prozent Frauen). Auch bei den Facebook-Kommentaren der Tagesschau und der „heute“-Sendung findet sich ein ungleiches Verhältnis (Tagesschau: mehr als 62 Prozent Männer / gut 26 Prozent Frauen, „heute“: gut 53 Prozent Männer/ gut 35 Prozent Frauen).

Prozess in den USA
Mithäftling: Reza Zarrab hat mich vergewaltigt

New York (nex) – Der Prozess um den in den USA vor Gericht stehenden türkisch-iranischen Goldhändlers Reza Zarrab hat erneut eine bizarre Wende genommen. Ein Mann aus der Elfenbeinküste beschuldigt Zarrab, den Hauptzeugen der US-Regierung, ihn in der Zelle des New Yorker Gefängnisses vergewaltigt zu haben. Der Kläger ist ein 62-jähriger Mann, der behauptet, dass er von Mitte 2016 bis März 2017 mit Zarrab eine Zelle geteilt habe und Letzterer nach der Beschwerde des Mannes in eine andere Einrichtung verlegt worden sei. Der 62-jährige Mann sagt weiter, Zarrab habe sich mit ihm angefreundet, seinen Anwalt bezahlt, Geld auf sein Gefängniskonto eingezahlt und auch Geld an seine Familie in Afrika überwiesen. Er habe dann begonnen, anzügliche Bemerkungen zu machen. Die erste von mehreren angeblichen sexuellen Übergriffen habe sich im November 2016 ereignet. In den nächsten zwei Monaten, so heißt es in der Klage, wurde die kleine Zelle für den Mann aus Afrika „zu einer Art Folterkammer“. Zarrab habe ihn auch mit einer Gurke angegriffen was Blutungen verursacht habe, berichtet New York Daily News. Er sei zu Beginn von Zarrabs Reichtum und Macht beeindruckt gewesen, zumal es ihm auch geholfen habe, sich „Sonderbehandlungen“ von Insassen und Wachen zu erkaufen. Zarrab hatte am Mittwoch zugegeben, für Alkohol, Medikamente und die Nutzung seines Mobiltelefons über seine Rechtsanwälte an Gefängniswächter 45.000 Dollar an Bestechungsgeldern gezahlt zu haben. Die zwei Männer seien zunächst in verschiedenen Zellen in der gleichen Abteilung des Brooklyn-Gefängnisses untergebracht gewesen. Da beide schiitische Muslime seien, habe sich eine Freundschaft entwickelt,  so die Klage. Zarrabs Anwälte haben die Anschuldigungen zurückgewiesen.  

Jerusalem-Krise
Nach Trump-Entscheidung: Treffen zwischen Erdogan und Putin angekündigt

Ankara (nex) – Der russische Präsident Wladimir Putin wird am 11. Dezember auf Einladung seines Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan Ankara besuchen, so der Sprecher des türkischen Präsidenten am Freitag. Bei dem Treffen sollen bilaterale, regionale und globale Fragen, einschließlich der jüngsten Entwicklungen in Jerusalem und der aktuellen Lage in Syrien erörtert werden. Bereits am gestrigen Donnerstag habe Erdogan mit Putin telefoniert, um die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch die USA zu besprechen. Das Telefongespräch fand einen Tag nach der Ankündigung Donald Trumps, trotz internationaler Proteste Jerusalem als Israels „ungeteilte“ Hauptstadt anzuerkennen und die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen zu wollen, statt. Das letzte Mal trafen sich die beiden Staatsoberhäupter am 22. November in der russischen Küstenstadt Sotschi, wo sie gemeinsam mit dem Iran die Situation in Syrien erörterten. Während eines Treffens in der kasachischen Hauptstadt Astana am 4. Mai unterzeichneten die Garantiemächte Russland, Türkei und Iran eine Vereinbarung zur Einrichtung einer Deeskalationszone in Syrien, die auch Idlib im Nordwesten Syriens an der türkischen Grenze einschließt.

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