Militäroperation Olivenzweig
Erdogan an Lawrow: Wir werden Afrin den Einwohnern zurückgeben

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Ankara (nex) – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan kritisierte am Dienstag die Äußerungen des russischen Außenministers und sagte, dass die Türkei die syrische Stadt an ihre Einwohner zurückgeben werde. Sergej Lawrow forderte Ankara am Montag auf, Afrin dem Assad-Regime in Damascus zu übergeben. „Das ist ein falscher Ansatz. Wir wissen sehr gut, an wen wir Afrin zurückgeben werden“, sagte Erdogan den Reportern im Parlament. „Lassen Sie uns zuerst über die Übergabe von Gebieten in Syrien sprechen, die von anderen Ländern kontrolliert werden“ sagte Erdogan weiter. Afrin würde an seine Bewohner übergeben, „wenn die Zeit gekommen ist“. betonte Erdogan „Aber wir werden die Zeit bestimmen“, fügte er hinzu. Lavrov sagte am gestrigen Montag gegenüber Journalisten, dass  Erdogan „nie gesagt habe, dass die Türkei Afrin besetzen will“ und dass Russland nun erwarte, dass die Türkei die Kontrolle des Gebietes der syrischen Regierung übergebe. Türkische Streitkräfte übernahmen am 18. März im Rahmen der Antiterroroffensive Olivenzweig gemeinsam mit der syrischen FSA die vollständige Kontrolle über das Stadtzentrum von Afrin. Aus der Luft und vom Boden greift die Türkei seit dem 20. Januar diesen Jahres Stellungen der YPG/PKK im Norden Syriens an. Mit der “Operation Olivenzweig” wolle die Regierung in Ankara die Bewohner der Grenzregion von der “Unterdrückung durch Terroristen” befreien, erklärte der türkische Generalstab. Er berief sich auf das “Recht zur Selbstverteidigung”.

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– Akkuyu Atomkraftwerk – Putin und Erdogan legen Grundstein für erstes Atomkraftwerk der Türkei

Mit einem Festakt in der Hauptstadt Ankara haben die Türkei und Russland heute den Bau des ersten Kernkraftwerks der Türkei in der südlichen Provinz Mersin begonnen.

Putin und Erdogan legen Grundstein für erstes Atomkraftwerk der Türkei
     

Krise in der Ägäis
Vorfall in Griechenland: Ankara dementiert Warnschüsse auf türkischen Hubschrauber

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Ankara (nex) – Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim hat Medienberichte dementiert, wonach in der Ägäis ein türkischer Hubschrauber im Tiefflug eine griechische Insel angesteuert habe und griechische Soldaten daraufhin Warnschüsse abgegeben hätten. Wie Medien unter Berufung auf eine Meldung des griechischen Staatsradios ERT weiter berichten, gaben die Soldaten Warnschüsse ab, um den türkischen Hubschrauber zur Umkehr zu zwingen. Der Zwischenfall habe sich Montagnacht um etwa 23.30 Uhr über der griechischen Insel Ro ereignet. „Die Soldaten haben nach Vorschrift gehandelt“, zitieren Medien einen Offizier der Küstenwache. Wie die Tageszeitung Hürriyet unter Berufung auf das türkische Ministerpräsidialamt berichtet, habe Ankara den Vorfall dementiert.          
 

Bad König
Kampfhund beißt 7 Monate altes Baby tot

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Bad König (nex) – Nach einem Hundebiss ist am gestrigen Montagabend ein Säugling aus Bad König verstorben. Wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Dienstag mitteilten, biss das Tier das Baby am Montag in der Wohnung der Familie aus zunächst ungeklärter Ursache in den Kopf. Der 23-jährige Vater des Kindes habe sofort die Rettungskräfte verständigt, die das Baby in eine Klinik brachten. Der Zustand des verletzten Kindes sei zunächst stabil gewesen. Am späten Abend sei das Kleinkind jedoch verstorben. Der Vater und die 27 Jahre alte Mutter des Babys stünden unter Schock. Wie die Polizeisprecherin gegenüber Medien sagte, sei der Hund nun in einem Tierheim. Dort sei er als aggressiv beschrieben worden. Laut Angaben der Behören handelt es sich bei dem Hund um einen Mischling. Dem äußeren Ansehen nach könne es sich um einen Staffordshire-Mix handeln. Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft haben Ermittlungen in dem Fall aufgenommen. Erst in der vergangenen Woche wurden zwei Menschen in Hannover von einem Hund totgebissen. Auch dort handelte es sich um einen Staffordshire-Terrier-Mischling. Fall „Chico“ Chico hatte am Dienstag seine 52 Jahre alte Besitzerin und ihren 27 Jahre alten Sohn in deren Wohnung totgebissen.  Wie die Polizei am Freitag mitteilte, habe sich dies bei der rechtsmedizinischen Untersuchung bestätigt.    

Treffen in Istanbul
Ukraine: Türkei wird an UN-Friedensmission teilnehmen

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Istanbul (nex) – Die Türkei ist bereit, an einer UN-Friedensmission im Donbass teilzunehmen, sagte der Pressedienst des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko am Montag nach einem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Poroschenko ist am gestrigen Montag zu einem Überraschungsbesuch nach Istanbul gereist und traf sich dort mit dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu sowie mit Staatschef Erdogan. Wie das ukrainische Präsidialamt mitteilte, habe Poroschenko Ankara über die Situation im Donbass informiert. Die Türkei habe den dortigen Einsatz der UN-Friedenstruppen begrüßt und sich bereit erklärt, an der Mission teilzunehmen. Die ukrainische Halbinsel Krim wurde 2014 von Russland annektiert. Auch die Türkei hatte dies damals, gemeinsam mit westlichen Staaten, scharf kritisiert. Zudem sei es bei dem Treffen auch um die Umsetzung gemeinsamer Energieprojekte zwischen der Türkei, der Ukraine und Katar gegangen. Die Ukraine plant den Import von Flüssiggas aus Katar, Poroschenko besuchte im März deshalb das Golf-Emirat. Allerdings müssten die Schiffe für den Transport in die Ukraine den Bosporus passieren und dafür wäre eine Sondergenehmigung der Türkei notwendig. Ankara hat den Transport von Gefahrgütern durch die Meerenge an der Millionenmetropole Istanbul bisher verweigert. Erst am Samstag war dort ein Schiff außer Kontrolle geraten und hatte eine historische Villa aus osmanischer Zeit gerammt. Wie türkische Medien berichten, war der 225 Meter lange Tanklaster wegen eines Motorschadens nicht mehr steuerbar und krachte mit voller Wucht in das aus Holz erbaute Haus am Ufer.  

Registrierkassenpflicht
Umsatzsteuerbetrug: Staat soll Handel mit Kassen ausstatten

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Düsseldorf  – Um künftig Betrug bei der Umsatzsteuer in zweistelliger Milliardenhöhe pro Jahr zu vermeiden, hat der SPD-Haushaltsexperte Andreas Schwarz eine Registrierkassenpflicht ab einem Jahresumsatz von 17.500 Euro auf Staatskosten ins Gespräch gebracht. „Konservativ gerechnet bedeuten die Manipulationen an Kassen einen jährlichen Steuerausfall von mindestens zehn Milliarden Euro“, sagte Schwarz der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. „Da könnte es sich der Staat sogar locker leisten, die Umrüstung der Kassen voll zu fördern und käme immer noch zu Mehreinnahmen – selbst im ersten Jahr.“ Wenn das zu mehr Wettbewerbs- und Steuergerechtigkeit führe, dann solle man das auch umsetzen, sagte Schwarz. „Wenn wir es wirklich ernst meinen mit dem Kampf gegen Steuerhinterziehung, dann müssen wir auch den Kampf im inländischen Umsatzsteuerbetrug weiter verschärfen“, sagte der SPD-Politiker.

Amokfahrt in Münster
Oberbürgermeister von Münster nach Todesfahrt: Wir können uns nicht verbarrikadieren

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Städtetag-Präsident Lewe: Innenstädte und Plätze müssen für die Menschen zugänglich bleiben Osnabrück (ots) – Der Deutsche Städtetag hat sich dafür ausgesprochen, dass auch nach der Todesfahrt von Münster Innenstädte und Plätze für die Menschen zugänglich bleiben müssen. „Die Städte sind Orte des Zusammenlebens und des Miteinanders und wir können sie nicht überall mit Barrieren und Pollern verbarrikadieren“, sagte Präsident Markus Lewe, der auch Oberbürgermeister von Münster ist, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Lewe betonte, dass Kommunen und Sicherheitsbehörden vor Ort eng zusammen arbeiten und dann gemeinsam entscheiden, wo Absperrungen sinnvoll sein könnten für einen besseren Schutz. „Aber nicht jede Straße und jeder Platz mit vielen Menschen lässt sich durch Barrieren sichern“, betonte Lewe. Auch müsste es weiterhin geeignete Zufahrtswege für die Rettungsdienste und den Lieferverkehr in den Innenstädten geben. Der OB von Münster zeigte sich „entsetzt über die menschenverachtende Gewalt“, die seine Stadt aus heiterem Himmel getroffen habe. Vor dem geplanten Katholikentag in Münster würden wie bei anderen Großveranstaltungen die Sicherheitskonzepte intensiv überprüft. „Bei allen Anstrengungen aber gilt: Hundertprozentige Sicherheit lässt sich nicht erreichen. Das sehen wir genauso wie die Innenminister von Bund und Ländern“, sagte Lewe.

Kommentar
Anschläge auf Moscheen bedrohen Frieden in Deutschland

Von Yasin Baş

Nachdem in der Nacht zu Samstag und Sonntag türkische Einrichtungen und Geschäfte wieder Ziel von Anschlägen wurden, steigt die Besorgnis und Unsicherheit innerhalb der türkischstämmigen Menschen in Deutschland.

Sorge und Unsicherheit bei Deutschtürken

In der Nacht zum Sonntag haben mutmaßliche PKK-Anhänger die Scheiben der Eingangstür der Emir-Sultan-Moschee in Darmstadt mit Steinen beworfen und zerstört. Zudem beschmierten die Täter die Fassaden des Gotteshauses mit terroristischen Parolen. Die Polizei geht von einem politisch motivierten Hintergrund aus. Die Moschee gehört dem deutsch-türkischen Moscheeverband Union der „Türkisch-Islamischen Kulturvereine in Europa“ (ATIB) an. ATIB betreibt seit 1987 Moscheen in Deutschland.

Hilferuf von Öner: „Auch das Recht der Türken und Deutschtürken verteidigen“

Deren Vorsitzender Ihsan Öner wandte sich mit einer Pressemeldung an die Öffentlichkeit. Öner ruft in dem Schreiben die Sicherheitsbehörden zum Handeln auf und spricht von täglichen Angriffen auf Gotteshäuser in Deutschland sowie der wachsenden Sorge und einem allgemeinen Gefühl der Unsicherheit unter der türkischstämmigen Community. Er beklagt in seinem Hilferuf, dass bis jetzt kaum ein Täter ermittelt oder verurteilt wurde.

Mindestens 40 Anschläge seit Jahresbeginn allein auf Moscheen

Tatsächlich gab es seit Anfang des Jahres bereits 40 Anschläge auf Moscheen in Deutschland. 25 dieser Übergriffe richteten sich gegen die „Türkisch-Islamische Union“ (DITIB). Die Gebetshäuser der „Islamischen Gemeinschaft Milli Görüş” (IGMG) wurden seit Beginn des Jahres bereits sechsmal angegriffen. Obwohl in einschlägigen Internetseiten, die der Terrororganisation PKK nahestehen, Bekennerschreiben auftauchen, beklagen Mitglieder und Vorstände islamischer Organisationen in Deutschland, dass es kaum zu nennenswerten Verhaftungen und Verurteilungen komme. Auch ATIB-Vorsitzender Ihsan Öner wendet sich an die Ermittlungsbehörden:

„Worauf warten Sie, um aktiv zu werden und die Täter zu ermitteln und zu fangen? Wenn diese Untätigkeit nicht vorsätzlich ist (wir gehen davon aus, dass es keinen Vorsatz gibt), wieso werden die Täter dann nicht verhaftet? Wem sollen wir vertrauen, wenn solche Taten und Angriffe in einem Land, das bekannt ist für seine Nachrichtendienste, ungestraft und unbeantwortet bleiben? Oder möchten einige Kreise bewusst, dass wir in Unsicherheit und Sorge leben? Das sind die Fragen, die sich heutzutage die türkische Gesellschaft in Deutschland stellt. Niemand besitzt in einem Verfassungsstaat das Recht, Menschen auf sich alleine zu stellen und sie in Sorge und Unsicherheit leben zu lassen.“

Solidaritätsaufruf an Deutsche: Auch das Recht von Türken und Deutschtürken verteidigen

Öner bittet die Verantwortlichen, nicht zuzulassen, dass „die Ruhe unter den friedlich miteinander lebenden Menschen gestört wird.“ Der Vorsitzende spricht auch von der ausgereizten Geduld der „türkischen Gesellschaft in Deutschland, die Ziel solcher Angriffen und Anschlägen ist“. Am Ende fordert er eine breite Solidarität von der deutschen Mehrheitsbevölkerung. Die „besonnenen Menschen“ sollten „auch das Recht der Türken und Deutschtürken“ verteidigen.

Verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen

Deutschland ist Heimat geworden für die muslimisch-deutsch-türkische Gesellschaft. Auch wenn in regelmäßigen Abständen immer wieder hochrangige Politiker das Gegenteil behaupten. Die türkischstämmigen Menschen fühlen sich in Deutschland zu Hause. Ihre Kinder, Enkel und mittlerweile Urenkel sind hier geboren, aufgewachsen und werden auch hier ihre letzte Ruhe finden. Diese Menschen gehören genauso zu Deutschland wie ihre Religion und Kultur.

Sie fühlen sich den bundesdeutschen Gesetzen verpflichtet und sind gegenüber unserem Land loyal. Die in großen Teilen der türkischstämmigen Bevölkerung herrschende Unsicherheit muss so schnell wie möglich beendet werden. Verloren gegangenes Vertrauen in die Medien, Politik und Sicherheitsorgane sollten zurückgewonnen werden, damit ein Gefühl der Entfremdung und Resignation erst gar nicht ensteht.


Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.


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– Kommentar – Sind AfD-Politiker für antisemitische und antimuslimische Stimmung mitverantwortlich?

2017 registrierte der „Kriminalpolizeiliche Meldedienst“ 2691 politisch motivierte Straftaten mit antichristlichem, antisemitischem sowie antimuslimischem Hintergrund. 1495 Delikte hatten demnach ein judenfeindliches und 1069 Fälle ein antimuslimisches Tatmotiv. Bei den politisch motivierten Verbrechen gegenüber Christen zählten die Behörden 127 Fälle.

Sind AfD-Politiker für antisemitische und antimuslimische Stimmung mitverantwortlich?

Yasin Baş

Yasin Baş ist Politologe, Historiker, Autor und freier Journalist. Zuletzt erschienen seine Bücher: „Islam in Deutschland – Deutscher Islam?” sowie „nach-richten: Muslime in den Medien”.

Türkei
Adana-Festival bricht Besucherrekorde

Von Klaus Jurgens Adana setzt neue Festival-Besucher-Rekorde Eigentlich ist es ja vom offiziellen Titel her ein Karneval: Der sechste Internationale Orangenblüten-Karneval fand gerade im türkischen Adana statt. Aufgrund der sensationellen Besucherzahlen darf man ihn aber durchaus in die Kategorie Festival einreihen – oder noch besser: in die Elite-Klasse der Mega-Events. Diesen Montag wird das Organisations-Komitee zusammenkommen, um Fazit zu ziehen, aber eines ist sicher: Lange Gesichter wird es dabei nicht geben. Als NEX24 die Chance hatte, mit Ali Haydar Bozkurt – dem Mann der als Ideengeber, Gründer und somit Urheber des Karnevals nicht nur in Adana, sondern überall in der Türkei hoch geschätzt wird – zu einem persönlichen Gespräch vor Ort zusammenzukommen, gab es nur Hochrechnungen.
(Fotos by Eray Kinay)
Aber was man hörte, übertraf alle Erwartungen: Alleine zur Straßenparade mit anschließendem Open Air Konzert der bekannten Popgruppe Kıraç waren nach übereinstimmenden Schätzungen weit über 100.000 Menschen gekommen. Wenn man dann die über einhundert weiteren Veranstaltungen, die im Rahmen des Karnevals stattfanden, hinzurechnet, kommt man schnell in schwindelerregende Höhen; 100.000 ist also nur der erste Anhaltswert! Nach weiteren Berichten war die Ausstrahlung so groß, dass im Prinzip ganz Adana und Umgebung zumindest zeitweise auf den Beinen waren; dann könnte man sogar von einer potentiellen Anziehungskraft von über einer Million Menschen sprechen. Herr Bozkurt sagte mir, dass sich nunmehr ein Traum verwirklicht hätte; der Karneval werde von Jahr zu Jahr besser, größer. Als ich ihn vor vier Jahren ebenso hier im schönen Adana kennenlernen durfte, war er sich da noch nicht so sicher – der 2. Karneval war noch viel kleiner, und es war noch unsicher, ob es genügend Sponsoren geben würde, um weitere Veranstaltungen dieser Art auf die Beine zu stellen. Mit unermüdlichem Fleiß haben er und sein ehrenamtliches (!) Team aber genau das geschafft – eine Mega-Veranstaltung, wo sich potentielle Sponsoren schon lange im Voraus zusammenfinden, um gemeinsam das Beste für die Stadt, die Region und im Prinzip auch für die gesamte Türkei zu bewerkstelligen. Ali Haydar Bozkurt sagte uns auch, dass Adana eine Stadt der Harmonie sei, kosmopolitisch und weltoffen und dass der Karneval ein enormes Potential zur Tourismuswerbung und weiteren Ankurbelung der regionalen Wirtschaft habe. Einige Beispiele: Es gab eine faszinierende Modenschau, auf der die schönsten Kleider-Designs mit dem Thema Blüten (und Bienen) ausgezeichnet und mit Preisen honoriert wurden. Man konnte zu Ausstellungseröffnungen von bekannten Künstlern gehen. Für alle Fans von Volkswagen wurde ein Treffen der VW-Fans organisiert. Die gesamte Innenstadt war im Sinne der Orangenblüte dekoriert, und es ist bestimmt nicht übertrieben zu sagen, dass Adanas Innenstadt mit ihrer sehr großen Fußgängerzone in ein gigantisches Freiluftausstellungs-, Flanier- und Verkaufszentrum umgewandelt wurde. NEX24 nutzte ebenso die Gelegenheit, um mit Frau Doktor Seyda Andaç zu sprechen. Frau Andaç hatte zusammen mit einer Gruppe von 500 praktizierenden Ärztinnen aus der ganzen Türkei am Karneval teilgenommen. Diese beeindruckende Anzahl von Teilnehmerinnen, die alle dieselbe Gruppe oder Organisation repräsentieren, dürfte für sich selber genommen rekordverdächtig sein. Und dann gibt es da ihre Facebook-Gruppe, allerdings nur für Mitgliederinnen, die ebenso wie die Delegation, die nach Adana reiste, rein aus weiblichen Ärzten besteht und von Frau Doktor Figen Demir Kardeş ins Leben gerufen wurde. Dort tauschen sich rund 12.000 Personen aktiv zu medizinischen Themen aus; man kümmert sich um Anfragen der Mitglieder, unterstützt bei medizinischen oder auch kosmetischen Problemen und Anfragen und greift auch jüngeren Menschen finanziell mit kleinen Zuschüssen für ihre Ausbildung unter die Arme. Der gesamte sechste internationale Orangenblüten-Karneval, der nun zu Ende ist, zeigt, wie aktiv die türkische Zivilgesellschaft wirklich ist – ein Fakt, der im Ausland gerne absichtlich oder unwissentlich übersehen wird. Die Ärztinnen aus der ganzen Türkei, die nach Adana reisten, sind eine tolle, aber eben auch nur eine von sehr, sehr vielen und unterschiedlichen Gruppen, Vereinen und Clubs, die jeden Tag ihren Beitrag zu einer noch besseren,  noch schöneren, noch erfolgreicheren Türkei leisten. Als ich mich mit einem Handschlag und Lächeln von Ali Haydar Bozkurt verabschiedete, kam mir ein Gedanke: Mein Vorschlag für Sie, verehrte Leserinnen und Leser – streichen Sie sich den Monat April 2019 schon einmal rot im Kalender an, denn eines ist wohl sicher: Ser 7. Internationale Orangenblüten-Karneval wird wieder versuchen, neue Rekorde zu setzen. Schauen Sie einfach regelmäßig unter www.nisandaadanada.com nach!  

Klaus Jurgens

Klaus Jurgens – London School of Economics Postgraduate Degree Government. Vormals Uni-Dozent Ankara, Schwerpunkt BWL und KMU. Über zehn Jahre vor Ort Erfahrung Türkei. Zur Zeit wohnhaft in Wien. Politischer Analyst und freiberuflicher Journalist.

Russlandkrise
Ukraine fordert politischen Boykott der Fußball-WM

Düsseldorf (ots) – Der ukrainische Außenminister Pawlo Klimkin fordert Europas Politiker auf, die Fußballweltmeisterschaft im Sommer in Russland nicht zu besuchen. „Ich rufe die europäischen Politiker zum politischen Boykott der Fußball-WM in Russland auf“, sagte Klimkin der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Klimkin warf Russland eine Fortsetzung seiner aggressiven Politik und Völkerrechtsverletzungen vor. Der Kreml führe „einen Krieg gegen die demokratische Gemeinschaft, sogar auf dem Territorium des Bündnisses: Giftmorde, Cyberangriffe, Verbreitung von Fake-Nachrichten“, sagte der Außenminister. Die bestehenden Sanktionen gegen Moskau hätten zwar eine wichtige Rolle gespielt, sich aber als nicht ausreichend erwiesen. „Es ist die höchste Zeit, auf diese und andere Angriffe des Kremls mit neuen Maßnahmen zu reagieren“, sagte Klimkin. Über einen sportlichen Boykott der Fußball-WM sollten Klimkin zufolge aber die nationalen Fußballverbände entscheiden.

Businessnews
Partner aus Singapur: 200 Millionen Dollar für Nusr-Et-Gruppe

Istanbul (nex) – Das von der türkischen DOĞUŞ-Gruppe im Jahr 2012 gegründete Unternehmen „Dogus Restaurant Entertainment and Management“ (D.ream), zu dem die weltbekannten Marken wie Nusr-Et und Zuma gehören, hat nun zwei starke Partner aus Singapur und Großbritannien an seiner Seite. Das singapurische Staatsfond Temasek und das in Großbritannien ansässige Metric Capitals sind durch den Tausch von 17% Aktienanteilen Partner von D.ream geworden. „Dream ist ein sehr gut geführtes Unternehmen mit einem unglaublich starken Markenportfolio und einer nachgewiesenen Erfolgsbilanz für profitables Wachstum in mehreren Märkten weltweit. Wir freuen uns über die Möglichkeit, am weiteren Wachstum des Unternehmens zu partizipieren, sowohl organisch als auch durch mögliche Akquisitionen“, sagte Bjorn Tessiore, Senior Principal von Metric, in einer Stellungnahme. John Sinik, Managing Partner von Metric, fügte hinzu: „Wir freuen uns über die Partnerschaft mit Dogus und Temasek bei dieser Transaktion. Wir glauben, dass Dream eine einzigartige Plattform für Wachstum in seiner Branche darstellt und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit unseren Partnern und dem Unternehmen, um die Entwicklung von Dream in den kommenden Jahren zu unterstützen.“ Im Rahmen der Vereinbarung wurde der Gesamtwert der Gesellschaft mit 1,2 Milliarden Dollar beziffert, während sich der Wert der übertragenen Aktien auf 200 Millionen Dollar beliefe. Auch Nusr-Et gehört zu D.ream Das weltweit bekannte Restaurant Nusr-Et des türkischen Metzger-Phänomens Nusret Gökce der in letzter Zeit wegen seiner Fähigkeiten im Fleischhacken und -salzen zum Social-Media-Phänomen avancierte, ist Teil der D.ream Gruppe. Gökce, weltweit auch als Salt Bae bekannt, erlangte internationale Berühmtheit, nachdem er anfing, Fotos seiner theatralischen Salzstreu-Pose in den sozialen Netzwerken zu teilen. Nur fünf Jahre Schule Gökce sei nur fünf Jahre zur Schule gegangen und habe anschließend angefangen, als Metzger zu arbeiten. In Argentinien habe er seine Fleischschneidekünste dann perfektioniert. Kommunikation durch Fleisch Er habe zwar keine Fremdsprachen sprechen können, erzählte er in einem Gespräch mit türkischen Medien, habe jedoch „mit den Menschen durch das Fleisch kommuniziert“. „Die Leute bezeichnen mich als ungehobelt“, sagte er. „Ich bin der Sohn eines Bergarbeiters. Mein Vater und meine Mutter waren Analphabeten. Ich konnte aus finanziellen Gründen nicht zur Schule gehen. Ich war 14, als ich bei einem Metzger in die Lehre ging. Fleisch wurde zu meiner Leidenschaft.“ Gökce betonte, dass er nicht mit einem PR-Team oder einem Unternehmen zusammenarbeite. Die Fotos und Videos hätten Kellner in seinen Restaurants aufgenommen. Auch Promis wie Rihanna, Manuel Neuer, Mesut Özil oder Tommy Hilfiger haben schon eines seiner Nusr-Et-Restaurants besucht.   Gastauftritt in der beliebten US-Serie Narcos Im vergangenen Jahr war er sogar für einen kurzen Augenblick in der beliebten US-Serie Narcos zu sehen. In der Serie geht es um das Leben des kolumbianischen Drogenhändlers und Drogenschmugglers Pablo Escobar. Gökce teilte auf seinem Twitter-Account ein Foto von sich mit Pedro Pascal, der Hauptfigur der Serie.