Türkei
Erdogan: Islam an Zeit anpassen

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Ankara (nex) – Religiöse Bestimmungen, die 14 oder 15 Jahrhunderte zurückliegen, könnten nicht unter den heutigen Bedingungen umgesetzt werden und müssten angepasst werden, sagte Präsident Recep Tayyip Erdoğan am 8. März in einer Rede zum Internationalen Frauentag. „Die Übertragung der Vorschriften und Traditionen einer bestimmten Gesellschaft zu einer bestimmten Zeitepoche auf die heutige Zeit kann sie nur verderben“, sagte Erdoğan in Ankara. Erdoğan forderte das Präsidium für Religionsangelegenheiten (Diyanet) auf, eine aktivere Rolle bei der Anpassung religiöser Praktiken an die aktuellen sozialen Bedingungen zu übernehmen. Er beschuldigte zudem „einige Prediger“, die Religion zur Steigerung ihrer Popularität zu benutzen. „Das schadet nicht nur den Frauen, sondern auch unseren Überzeugungen und unserer Religion“, betonte Erdoğan. „Ich lade alle Menschen, die sich zu diesen Themen äußern, ein, vorsichtig zu sein, sich selbst und unsere Werte nicht zu verletzen und unsere Frauen nicht zu beleidigen“, sagte er. Erdoğan fügte hinzu, dass religiöse Konzepte „nur von Menschen diskutiert werden sollten, die dazu fähig und qualifiziert sind“, und verglich „unqualifizierte Prediger“ mit „Elefanten im Porzellanladen“. Erdoğans Verurteilungen folgten frauenfeindlichen Äußerungen von Nureddin Yıldız, einem in der Türkei bekannten Prediger. „Sie leben wohl in einem ganz anderen Jahrhundert, weil sie nicht einmal wissen, dass der Islam angepasst werden sollte. Diese Prediger haben keinen Platz in unserer Religion“, sagte er, ohne sich direkt auf Yıldız zu beziehen. Am gestrigen Donnerstag reichte die Staatsanwaltschaft in Ankara eine Strafanzeige gegen Yıldız wegen „Anstiftung der Öffentlichkeit zu Hass und Feindseligkeit“ ein.

Wirtschaft
Bericht: Aldi will in China Filialen eröffnen

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Frankfurt (ots) – Aldi Süd steht vor einem der größten Expansionsvorhaben der Unternehmensgeschichte. Gut ein Jahr nach dem Start eines E-Commerce-Angebots in China fasst der Mülheimer Discounter dort den Aufbau eines stationären Ladennetzes ins Auge. Nach Informationen der Lebensmittel Zeitung (dfv Mediengruppe) werden derzeit die Expansionsteams zusammengestellt. Damit nimmt Aldi den Markt mit den meisten Konsumenten der Welt mit seinem klassischen Filialmodell ins Visier. Dem bereits heute international aufgestellten Discounter bietet China auf Jahrzehnte hinaus Wachstumsperspektiven. Gutes einheimisches Personal gilt als Schlüssel für einen erfolgreichen Start ins Filialgeschäft. Deshalb schaut sich Aldi dem Vernehmen nach schon unter chinesischen Managern um, die für andere europäische Handelskonzerne gearbeitet haben. Die Unternehmensgruppe Aldi Süd will sich zu dem Thema nicht äußern. „Nach dem erfolgreichen Start der Online-Plattform Tmall Global im Frühjahr 2017 konzentrieren wir uns weiterhin auf unsere Online-Aktivitäten in China“, heißt es auf Anfrage der Lebensmittel Zeitung. Insider gehen davon aus, dass Aldi zügig damit beginnen wird, Standorte für Filialen und ein erstes Zentrallager zu erschließen. Als geeignete Region für einen Start gilt unter anderem Shanghai. Üblicherweise ist es das Ziel, sich so schnell wie möglich 50 Filialen sowie ein Zentrallager zu sichern. Zugleich wird es auch darum gehen, einheimische Produzenten zu gewinnen. Die Aufbauarbeit wird nach Einschätzung von Experten zwei bis drei Jahre dauern.

Kampf gegen den Terror
Neuss: Razzien gegen mutmaßliche PKK-Medien

Neuss (nex) – Das Bundesinnenministerium hat gegen die in Neuss ansässigen Firmen Mezopotamien Verlag und Vertrieb GmbH und MIR Multimedia GmbH ein vereinsrechtliches Ermittlungsverfahren eingeleitet. Wie das Ministerium mitteilte, durchsuchten im Zuge dieses Ermittlungsverfahrens die Polizeibehörden in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sowie die zentrale Steuerfahndungsdienststelle beim LKA Nordrhein-Westfalen seit dem heutigen Morgen 06.00 Uhr die Geschäftsräume der Firmen und die Privatwohnung des Geschäftsführers. Ihnen wird vorgeworfen mit den von ihnen „vertriebenen Produkten den organisatorischen Zusammenhalt der in Deutschland verbotenen PKK zu unterstützen“. Nach dem Stand der Erkenntnisse bestehe der dringende Verdacht, dass „Zweck und Tätigkeit beider Firmen Strafgesetzen zuwiderlaufen. „Unser Rechtsstaat ist eine gegenüber allen extremistischen Phänomenen wehrhafte Demokratie“, so Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière in der Mitteilung und weiter:
„Die heutigen Durchsuchungen richten sich gegen Firmen im Einflussbereich der bereits seit 1993 verbotenen PKK. Wir lassen es nicht zu, dass Verbote umgangen werden oder gegen Verbote verstoßen wird und damit terroristische Organisationen unterstützt werden. Die heutige Maßnahme reiht sich ein in vorausgegangene Verbotsmaßnahmen: Der Rechtsstaat bietet seinen Feinden die Stirn!“
Das Medienunternehmen Mezopotamya veröffentlichte Schriften des seit 1999 in der Türkei inhaftierten Gründers der PKK, Abdullah Öcalan, sowie Propagandamaterial der Terrororganisation. Die 1978 gegründete und von den USA, der Türkei und Deutschland als Terrororganisation eingestufte PKK nahm im Juli 2015 ihren 30-jährigen bewaffneten Kampf gegen den türkischen Staat wieder auf. Seitdem sind Tausende Menschen bei PKK-Anschlägen in der Türkei gestorben.

Zum Thema

– Düsseldorf – Verletzte Polizisten: Deutsche verurteilen PKK-Demos

Die hohe Gewaltbereitschaft der Teilnehmer bei PKK-Demos lässt die anfänglichen Sympathien für die in Deutschland seit 1994 verbotenen Terrororganisation in der Bevölkerung stark sinken. In den sozialen Netzwerken verurteilen immer mehr Menschen die Aktionen, und in den Kommentaren machen sich Zorn und Unmut bemerkbar.

Verletzte Polizisten: Deutsche verurteilen PKK-Demos

Meinung
Kommentar: Çavuşoğlu muss sich an neuen Gesprächspartner gewöhnen

„Freund Sigmar“ hat nun Ruh Von Thomas Bernhard Man „schlug“ und „vertrug“ sich, die Türkei und der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel, eine nicht immer unproblematisch Beziehung. Auf jeden Fall war Gabriel, oftmals ein, die Türkei betreffend, kalkulierender und oft falsch informierter Außenminister, den aber sein türkischer Amtskollegen Mevlüt Çavuşoğlu kürzlich als „meinen Freund Sigmar Gabriel“ nannte. Doch nun, das steht absolut fest, wird sich der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu an einen neuen deutschen Gesprächspartner gewöhnen müssen. In der deutschen Hauptstadt waberte es bereits seit einigen Tagen als Gerücht umher, dass Gabriel bei der Neuauflage einer Koalition von CDU/CSU und SPD nicht mehr Minister sein würde. Heute nun, wurde es offiziell. Halb-offiziell, denn erst morgen soll ja bekanntgegeben werden, was man heute in Deutschland schon weiß, nämlich dass der bisherige Justizminister Heiko Maas (SPD) neuer Außenminister wird. Gabriel jedenfalls ist dann Parlamentsabgeordneter. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Heute twitterte Gabriel, die SPD-Fraktionsvorsitzende Nahles und jener Scholz hätten ihn darüber informiert, dass er der nächsten Regierung nicht angehören werde. Nahles hatte zuvor „Teamfähigkeit“ als Eignungskriterium für das neue Kabinett genannt – eine Eigenschaft, die dem zu Alleingängen neigenden Gabriel parteiintern von Vielen in der SPD abgesprochen wird. Gabriel hatte im Februar der damaligen SPD-Spitze um Parteichef Martin Schulz Wortbruch vorgeworfen – als sich abzeichnete, dass er raus ist und Schulz Außenminister werden will, was dann allerdings am Widerstand der Partei scheiterte. Vor allem das Instrumentalisieren seiner Tochter wurde Gabriel in der Partei als Boshaftigkeit ausgelegt. „Meine kleine Tochter Marie hat mir heute früh gesagt: „Du musst nicht traurig sein, Papa, jetzt hast Du doch mehr Zeit mit uns. Das ist doch besser als mit dem Mann mit den Haaren im Gesicht““, hatte Gabriel der Funke-Mediengruppe gesagt. Was nun, aus dem türkischen Blickwinkel heraus vom neuen Außenminister Maas, auch im Hinblick auf eine Beteiligung der Türken an der, doch längst reichlich abgewrackten, EU-Haus-Ruine, zu erwarten ist, bleibt abzuwarten. Eines aber ist, zumindest für mich, erfreulich, denn der neue deutsche Außenminister schließt eine Abkehr von der doppelten Staatsbürgerschaft, wie es ein CDU-Parteitag im vergangenen Jahr gegen den ausdrücklichen Widderstand von Bundeskanzlerin Merkel (CDU) forderte, kategorisch aus. „Der Doppelpass bleibt“, sagte Maas im August 2016, damals noch als Justizminister. Mal sehen, ob er sich als Außenminister noch daran erinnert.

ITB Berlin
Tourismus: Türkei erwartet über fünf Millionen Besucher aus Deutschland

Berlin (nex) – Der türkische Kultur- und Tourismusminister Numan Kurtulmus lobte die Normalisierung der Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland und gab bekannt, dass er damit rechne, in diesem Jahr mehr als fünf Millionen deutsche Besucher in seinem Land begrüßen zu können. „Frühbucherdaten signalisieren einen Anstieg der Reservierungen um bis zu 100 Prozent gegenüber dem Vorjahr“, sagte Kurtulmus auf einer Pressekonferenz im Rahmen der diesjährigen ITB in Berlin und fügte hinzu: „In diesem Jahr hoffen wir, mehr als fünf Millionen deutsche Besucher begrüßen zu können.“ Ankara und Berlin normalisierten nun ihre Beziehungen, nachdem Deutschland einen umstrittenen Wahlkampf hinter sich gelassen habe, in dessen Verlauf die Parteien eine „antitürkische Rhetorik“ verfolgten hätten, so der Minister. „Wir erleben jetzt eine neue Dynamik in unseren Beziehungen und hoffen, dass wir in Zukunft eine sehr positive Atmosphäre haben werden“, sagte er. Der Minister betonte, dass die Türkei und Deutschland trotz ihrer politischen Differenzen in einer Reihe von Fragen enge Partner gewesen seien, und bei vielen außenpolitischen Themen gemeinsame Interessen hätten. Die Türkei ist eines der beliebtesten Reiseziele für deutsche Urlauber, aber die Besucherzahlen sind in den letzten Jahren aufgrund von Konflikten in den Nachbarländern der Türkei sowie politischer Spannungen zwischen Ankara und Berlin zurückgegangen. Die Zahl der deutschen Touristen, die die Türkei besuchen, ist nach offiziellen Angaben von 5,5 Millionen im Jahr 2015 auf 3,9 Millionen im Jahr 2016 gesunken. Im Jahr 2017 reisten rund 3,5 Millionen deutsche Touristen in die Türkei. „Nach zwei Jahren des Rückgangs ist die Türkei wieder ein beliebtes Reiseziel für deutsche Urlauber geworden, mit einem Buchungsplus von 70 Prozent zu Beginn der Saison“, sagte der deutsche Reiseveranstalter TUI in einer Pressemitteilung bereits im vergangenen Januar. Der TUI-Konzern kündigte Hunderte von zusätzlichen Flügen nach Antalya, dem beliebtesten Reiseziel in der Türkei, an und fügte fast 100.000 Sitzplätze aus den deutschen Städten Hamburg, Hannover, Frankfurt, Leipzig, Düsseldorf, Köln, Nürnberg, München und Stuttgart hinzu.

Gesundheit
Bericht: Weniger Kinder gegen Masern geimpft

Düsseldorf (ots) – Die Impfquote gegen Masern ist nach Daten der AOK Rheinland/Hamburg in den vergangenen Jahren gesunken. Nach einer Auswertung der regionalen Krankenkasse, die der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ vorliegt, erhielten im Jahrgang 2012 noch 96 Prozent der Kinder die erste Impfung bis zu ihrem zweiten Geburtstag. Von den Kindern des Jahrgangs 2014 waren es nur noch 94,4 Prozent. Bei der zweiten Impfung sind die Eltern noch nachlässiger. Nur 89,9 Prozent der Kinder des Jahrgangs 2012 verfügten zum vierten Geburtstag über den vollen Impfschutz. Im Jahrgang davor 2011 waren es noch 90,7 Prozent. Für einen umfassenden Schutz sollten Kinder bis zum zweiten Geburtstag die erste und bis zum vierten Geburtstag die zweite Masern- Impfung erhalten. „Auch kleine Impflücken können große Folgen haben“, sagte der Chef der AOK Rheinland/Hamburg Günter Wältermann und verwies darauf, dass es immer wieder zu regionalen Masernausbrüchen komme. NRW war davon im vergangenen Jahr besonders betroffen. Um Masern erfolgreich zu bekämpfen müssen der Weltgesundheitsorganisation WTO zufolge mindestens 95 Prozent eines Jahrgangs die zweifache Impfung erhalten.  

Berlin
Umweltschützer: Kreuzfahrtboom sorgt für schmutzige Luft in Hafenstädten

Berlin (ots) – Angesichts der heute vom Kreuzfahrtverband CLIA auf der Internationalen Tourismusmesse ITB vorgestellten Jahresbilanz der Kreuzfahrbranche warnt der NABU vor der weiter steigenden Abgasbelastung in den Zielhäfen der Schiffe. Die Umweltschützer kritisierten die Branche für weitestgehende Untätigkeit bei der Reduzierung schädlicher Abgase sowie die Verwendung von giftigem Schweröl auf hoher See. Der NABU fordert daher Hafenstädte auf, Einfahrverbote für besonders dreckige Kreuzfahrtschiffe zu verhängen, um so die zunehmende Luftverschmutzung im Zuge der stetig wachsenden Zahl von Schiffsanläufen abzuwenden. NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Die Erfolgsmeldungen der Branche dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier ein riesiges Abgasproblem auf die Hafenstädte zukommt. Denn mit jedem weiteren Schiff nimmt natürlich auch die lokale Schadstoffbelastung deutlich zu.
Miller: Fahrverbote für Kreuzfahrtschiffe 
Die politisch Verantwortlichen müssen alles daran setzen, die Gesundheit ihrer Bürger zu schützen und sollten deshalb analog zum Fahrverbot für Diesel-Pkw auch ein Einfahrverbot für die dreckigsten Schiffe verhängen.“ Mit dieser Maßnahme dürften in Zukunft dann nur noch solche Schiffe den jeweiligen Hafen anlaufen, die über einen Flüssiggasantrieb verfügten oder mit Partikelfiltern und Stickoxidkatalysatoren nachgerüstet wurden. Auch die Abnahme von grünem Landstrom müsse verpflichtend sein und die so erzielten Einnahmen zur Finanzierung der entsprechenden Anlagen beitragen. Sönke Diesener, NABU-Verkehrsexperte:
„Die Kreuzfahrtbranche blendet die Kehrseite des eigenen Erfolgs nur allzu gerne aus. Darauf zu hoffen, dass die Anbieter von allein Maßnahmen zur Senkung der Luftschadstoffemissionen ergreifen, hat sich überwiegend als frommer Wunsch herausgestellt. Die wenigen lobenswerten Fortschritte können nicht darüber hinwegtäuschen, dass nach wie vor sämtliche Kreuzfahrtschiffe überwiegend mit giftigem Schweröl betrieben werden, während Abgastechnik weitestgehend fehlt. Da die Motoren auch während der Liegezeit in den Häfen weiterlaufen, belasten Feinstaub und Stickoxide die Atemluft, insbesondere in hafennahen Wohnquartieren. Es wird Zeit, dass die Reedereien einen Teil ihres Gewinns in höherwertige Kraftstoffe und die Nachrüstung mit wirksamen Abgassystemen stecken. Alles andere ist unverantwortlich.“

Kampf gegen den Terror
Irak und Türkei planen gemeinsame Offensive gegen PKK

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Wien (nex) – Parallel zu der andauernden Antiterroroffensive „Olivenzweig“ im Norden Syriens plant die Türkei nun eine weitere grenzüberschreitende Militäroperation gegen die PKK. Wie der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu gegenüber dem Nachrichtensender CNN Türk am Donnerstag erklärte, werde man gemeinsam mit Bagdad nun auch im Irak gegen die Terrororganisation PKK vorgehen. Die Türkei sei durchaus in der Lage, parallel zur noch nicht abgeschlossenen Afrin-Operation eine weitere durchzuführen, so Çavuşoğlu weiter. Die „Olivenzweig-Offensive“ werde bis Mai abgeschlossen sein, zitiert CNN Türk Çavuşoğlu weiter. Aus der Luft und vom Boden greift die Türkei seit dem 20. Januar Stellungen der PYD (syrische Arm der PKK, Anm Red.) im Norden Syriens an. Mit der “Operation Olivenzweig” wolle die Regierung in Ankara die Bewohner der Grenzregion von der “Unterdrückung durch Terroristen” befreien, erklärte der türkische Generalstab. Er berief sich auf das “Recht zur Selbstverteidigung”. Die 1978 gegründete und von den USA, der Türkei und Deutschland als Terrororganisation eingestufte PKK nahm im Juli 2015 ihren 30-jährigen bewaffneten Kampf gegen den türkischen Staat wieder auf. Seitdem sind Tausende Menschen bei PKK-Anschlägen in der Türkei gestorben. Der ehemalige deutsche Bundesaußenminister Sigmar Gabriel  hatte im Juli vergangenen Jahres Fehler Deutschlands bei der Bekämpfung der Propaganda der Terrororganisation PKK eingeräumt. Gabriel glaube, die Türkei habe damit recht, Deutschland zu warnen und zu fordern, nicht zuzulassen, dass die PKK Propagandaaktivitäten in Deutschland durchführe, hatte er auf einer Pressekonferenz im Bundesaußenministerium erklärt. Er denke auch, dass es inakzeptabel sei, Auftritte türkischer Politiker zu verbieten, während gleichzeitig Plakate mit Öcalan-Porträts zugelassen würden, so Gabriel weiter. Er spielte damit auf  Versammlungen von PKK-Anhängern in Deutschland  an, bei denen Flaggen der Terrorgruppe und des Gründers Abdullah Öcalan zur Schau getragen wurden. Deutschland hat die PKK 1993 als Terrororganisation eingestuft, aber die Behörden sträuben sich dagegen, strenge Maßnahmen gegen deren Propaganda, Finanzierung und Rekrutierungsaktivitäten einzuleiten. Auch in der EU und den USA wird sie als Terrororganisation gelistet. Die PKK sei nicht nur für die Türkei, sondern auch für Deutschland eine Bedrohung, warnte Gabriel.

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– Menschenrechtsverletzungen – Jesiden-Politiker: PKK muss Zwangsrekrutierung unserer Kinder stoppen

Jesidische Abgeordnete in der kurdischen Autonomieregion im Irak werfen der Terrororganisation PKK vor, ihre Kinder gegen ihren Willen zu entführen und zu Kampfhandlungen in Syrien zu zwingen.

Jesiden-Politiker: PKK muss Zwangsrekrutierung unserer Kinder stoppen
 

Ägypten
Saudischer Prinz Salman bezeichnet Türkei als Teil eines „Dreiecks des Bösen“

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Kairo (nex) – Saudi-Arabiens mächtiger Kronprinz Mohammed bin Salman hat die Türkei als Teil eines „Dreiecks des Bösen“ zusammen mit dem Iran und extremistischen  Gruppen bezeichnet, berichtet die ägyptische Zeitung Al-Shorouk am Mittwoch. Der saudische Prinz beschuldigte die Türkei zudem, das Kalifat und Osmanische Reich wiederherstellen zu wollen. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und dem darauffolgenden Zusammenbruch des osmanischen Reiches war das Kalifat abgeschafft worden. Seine Kommentare spiegeln Saudi-Arabiens tiefes Misstrauen gegenüber dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan wider. Die Spannungen zwischen Saudi-Arabien und der Türkei hatten in den vergangenen Monaten zugenommen, weil sich Ankara auf die Seite Katars stellte, nachdem Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und Bahrain am 5. Juni 2017 die wirtschaftlichen und diplomatischen Beziehungen zu Doha gekappt und das Land mit einer See- und Luftblockade belegt hatten. Die Länder warfen Katar “Terrorunterstützung” vor. Die Türkei kooperiert – etwa im Norden Syriens – zudem auch mit dem Iran, dem Erzrivalen Saudi-Arabiens im Nahen Osten. Iranische und türkische Militärchefs tauschten im vergangenen Jahr Besuche aus. Al-Shorouk zitierte Prinz Mohammed mit den Worten:
„Das gegenwärtige Dreieck des Bösen besteht aus Iran, Türkei und extremistischen religiösen Gruppen“.
Der Prinz sprach mit ägyptischen Journalisten während eines Besuchs in Kairo – auf seiner ersten Auslandsreise, seit er im vergangenen Jahr Erbe des Ölexportgiganten wurde. Zum Disput mit Katar sagte Salman, dass er lange anhalten könnte und verglich ihn mit dem vor 60 Jahren verhängten US-Embargo gegen Kuba, spielte jedoch seine Wirkung herunter, indem er das Golfemirat „kleiner als eine Straße in Kairo“ nannte. Salman und der ägyptische Präsident Abd al-Fattah as-Sisi unterzeichneten am Montag ein Abkommen für ein Megacity Projekt im Süd-Sinai. Saudi-Arabien hatte im Oktober vergangenen Jahres Pläne für den Bau einer neuen Stadt und Geschäftszone vorgestellt – ein Projekt, das mit Investitionen in Höhe von mehr als 500 Milliarden US-Dollar unterstützt wird. So soll sich “NEOM” mit 26.500 Quadratkilometer Größe bis an die Grenzen von Ägypten und Jordanien erstrecken, sagte der Kronprinz Mohammed bin Salman. Es werde sich auf neun Sektoren wie Lebensmitteltechnologie, Energie und Wasser konzentrieren. Der Kronprinz hat bei der Befreiung Saudi-Arabiens von der Abhängigkeit von Öleinnahmen die Vorreiterrolle übernommen. Im August startete das Königreich am Golf ein Mega-Projekt zur Entwicklung des Tourismus des Landes. Dabei sollen 50 Inseln und andere Orte am Roten Meer in Luxusresorts verwandelt werden. NEOM wird laut saudischen Regierungsvertretern in den kommenden Jahren sowohl vom Staat als auch von lokalen und internationalen Investoren finanziert werden. “Der Beitrag von NEOM zum Bruttoinlandsprodukt des Königreichs wird bis 2030 voraussichtlich mindestens 100 Milliarden US-Dollar erreichen, was zusätzlich zum Bruttoinlandsprodukt pro Kopf hinzukommen wird – was dann wiederum voraussichtlich das höchste der Welt werden wird”, heißt es in einer Erklärung. Es soll “ein neues pulsierendes Ziel” an der Küste des Roten Meeres und des Golfs von Akaba, das Asien, Afrika und Europa miteinander verbindet, entstehen. “Bei NEOM legen wir den Schwerpunkt auf neun spezialisierte Investitionssektoren und Lebensbedingungen, die die Zukunft der menschlichen Zivilisation bestimmen werden: Energie und Wasser, Mobilität, Biotechnologie, Ernährung, technologische und digitale Forschung, moderne Herstellungsverfahren, Medien und Unterhaltung mit Lebensqualität im Mittelpunkt. Der Fokus auf diese Sektoren wird sich positiv auf wirtschaftliches Wachstum und Diversifikation auswirken, indem Innovation und Herstellungsverfahren auf internationaler Ebene vorangebracht werden. Dies fördert wiederum die lokale Industrie, schafft Arbeitsplätze und steigert das BIP des Königreichs. NEOM wird sowohl private als auch öffentliche Investoren anlocken und Partnerschaften ermöglichen. Das Königreich Saudi-Arabien, der Saudi Arabian Public Investment Fund sowie lokale und internationale Investoren werden NEOM in den kommenden Jahren mit mehr als 500 Milliarden US-Dollar unterstützen”, sagte Salman in einem Statement.

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– Umfrage – Präsident Erdogan beliebtester Politiker des Nahen Ostens

Eine Umfrage des in Washington D.C ansässigen amerikanischen Meinungsforschungsinstituts Pew Research Center ergab, dass den Befragten zufolge die Türkei unter den Ländern mit dem größten Einfluss in der Politik des Nahen Ostens den höchsten Anstieg verzeichne.

Präsident Erdogan beliebtester Politiker des Nahen Ostens

Handelskrieg
Levi’s und Harley Davidson kritisieren geplante Strafzölle

Berlin (ots) – Die US-Unternehmen Harley Davidson und Levi Strauss & Co haben mit Unverständnis auf die Strafzölle reagiert, die EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker auf ihre Produkte einführen will, sollte US-Präsident Donald Trump an seinen Zoll-Plänen festhalten. „Wir unterstützen offene Märkte und freien Handel, in dem sich jeder an die Regeln hält“, sagte ein Sprecher des Konzerns Levi Strauss & Co aus San Francisco dem Tagesspiegel. Beim Motorradhersteller Harley-Davidson äußerte man sich ähnlich. „Wir unterstützen freien und fairen Handel“, teilte das US-Unternehmen aus Milwaukee (Wisconsin) auf Tagesspiegel-Anfrage hin mit. Harley Davidson gerät durch die Debatte um Strafzölle gleich von zwei Seiten unter Druck. Nicht nur will Juncker eine Strafabgabe auf Motorräder der US-Marke einführen. Der Konzern wäre auch von den Strafzöllen der USA auf Stahl und Aluminium betroffen: Beide Rohstoffe muss er zum Teil in die USA importieren, um seine Motorräder fertigen zu können.